Ausgabe 
21.10.1936
 
Einzelbild herunterladen

in den besten seiner Dichter noch als die Ostmark des Deutschen Reiches fort, und da nimmt Robert S) o h I b a u m , der das Schicksal eines Grenzland­deutschen menschlich zu tragen hatte und dichterisch stark zu gestalten wußte, eine besondere Stellung ein. Josef Weinheber, der erst in jüngster Zeit allseits bekannt geworden ist, ausgezeichnet mit dem Mozart-Preis, ist einer der größten Lyriker der Gegenwart.

Unser Bekenntnis zum Buch ist wie der Prä­sident der Reichsschrifttumskammer, Hanns I 0 h st , in seinem Aufruf sagt zugleich ein Programm: Alle zum Buch Berufenen und alle vom Buch Ge­rufenen erneut zusammenzuführen!

Die Ausgabe der Platzkarten erfolgt, wie aus dem heutigen Anzeigenteil zur ersehen ist, in der Musi­kalienhandlung Challier.

Das Konzert-Programm 4936/37 des Gießener Konzertvereins.

In seinem 145. Vereinsjahr 1936/37 wird der Gießener Konzertverein wiederum ein sehr ab­wechslungsreiches Konzertprogramm bieten, das aus insgesamt neun Abenden besteht. Die Leitung hat Universitätsmusikdirektor Prof. Dr. Temesvary. Der Beginn wird das erste Symphoniekonzert des Städtischen Orchesters unter Leitung von Professor Temesvary und unter Mitwirkung des Bauer- schen Gesangvereins Mitte November im Stadt­theater bringen. Im letzten Drittel des November werden die Konzertbesucher Gelegenheit haben, an der Orgel in der Stadtkirche den bekannten Orga­nisten der Thomaskirche zu Leipzig, Günther R a - mi n, zu hören. In den ersten Dezembertagen folgt in der Aula der Konzertabend von Prof. Wilhelm S t r o ß. Anfang Januar wird unter Leitung von Prof. Temesvary im Stadttheater das zweite Symphoniekonzert des Städtischen Orchesters ge­geben. Ende Januar findet in der Neuen Aula der Klavierabend von Professor Edwin Fischer statt. Mitte Februar folgt im Stadttheater unter Leitung von Professor Temesvary das Chorkonzert (HändelHerakles") unter Mitwirkung des Akade­mischen Gesangvereins, des Städtischen Orchesters und von vier Solisten. Der letzte Februartag bringt in der Aula den Besuch des W e n d l i n g - Q u ar­te t t s. Anfang März wird im Stadttheater unter Leitung von Professor Temesvary das dritte Symphoniekonzert des Städtischen Orchesters ge­geben. Den Abschluß bildet Anfang April das Or­chesterkonzert in der Stadtkirche, bei dem wiederum das Städtische Orchester unter Leitung von Professor Temesvary mitwirken wird.

Gesunde LebensführungZugend- erholungsfürsorge.

Man berichtet uns: Diele Berufe bergen durch die Einseitigkeit ihrer körperlichen Inanspruchnahme mannigfaltige Gefahren in sich, die im Laufe der Jahre zu einer schweren Schädigung der Gesund­heit der in diesen Berufen tätigen Menschen führen können. Einer solchen Gefahr ist gerade der kauf­männische Angestellte ausgesetzt, der einen großen Teil des Jahres über am Schreibtisch sitzt oder hinter dem Ladentisch steht. Infolge dieser Eigen­art seiner Berusstätigkeit kann eine Erschlaffung des Herzens oder ein Versagen des Blutkreislaufes leicht die Folge sein. Auch hier ist vorbeugende Er- holungspslege eine wesentliche Forderung, um ge­sundheitliche Störungen und Schäden abzuwenden bzw. zu heilen. Ein guter Erfolg kann durch die nichtige Ausnutzung des Urlaubes erzielt werden. Dies trifft sowohl für den Erwachsenen, wie für den in den Entwicklungsjahren stehenden Jugend­lichen zu, bei dem die durch die Entwicklungsjahre und durch den frühzeitigen Eintritt in den Beruf bedingten gesundheitlichen Gefahren in verstärktem Maße vorhanden sind.

Nicht umsonst verlangt der heutige Staat von jedem einzelnen, daß er seiner Gesundheit ent­sprechend lebt und von sich aus rechtzeitig alles unternimmt, um feinen Körper gesund, kräftig und widerstandsfähig zu erhalten. Die Partei und ihre Gliederungen, wie Amt für Volksgesundheit sowie die Sozialversicherungsträger, haben sich daher be­wußt die Aufgabe gestellt, durch Aufklärung in Wort, Schrift und Bild auf die den Volksgenossen aus ihrer Berufsarbeit erwachsenen Schädigungen hinzuweisen und sie von dem Wert einer geeigneten Gesundheitsführung zu überzeugen. Diesem Zwecke diente auch die von der Arbeitsgemeinschaft der Berufskrankenkassen für Kaufmannsgehilfen und weibliche Angestellte am Montag durchgeführte Ver­anstaltung, in der im Rahmen einer Filmvorfüh­rung mit einem erläuternden Vortrag auf den Wert eines zweckmäßigen, lediglich auf die Er­haltung der Gesundheit und Erhöhung der Wider­standskraft abgestellten Urlaubes hingewiesen wurde. Bilder vom Leben und Treiben in den Jugend- erholungsstätten der Arbeitsgemeinschaft in Grün- Hain und Travemünde gaben allen Vortragsbe­suchern ein anschauliches Bild von dem Bemühen der Arbeitsgemeinschaft auf dem Gebiete einer vor­beugenden Gesundheitspflege in ihren Jugend­erholungsstätten, am' so für die Gesunderhaltung und Kräftigung ihrer Mitglieder tätig zu sein.

** Po st Wertzeichen werden ungültig. Mit Ablauf des 31. Dezember 1936 verliert eine Reih- älterer Postwertzeichen die Gültigkeit zum Freimachen von Postsendungen. Im einzelnen han­delt es sich dabei um die Saarmarken IIDie Saar kehrt heim!" von 1935 (3, 6, 12 und 25 Rpf.), ferner um die Sonderpoftwertzeichen zum Helden­gedenktag 1935, Reichsberufswettkampf, die Schütz- Bach-Händel-Marken, die Eisenbahn-Gedenkmarken, die Postwertzeichen zum Welttreffen der Hitler- Jugend, vom Reichsparteitag 1935 und die Gedenk­marken an den 9. November 1923 aus dem Jahre 1935. Schließlich verlieren auch die Dienstmarken (mit Ziffer im Eirund) aus den Jahren 1927 bis 1930, 1932 und 1933 ihre Gültigkeit. Die Post­anstalten tauschen nichtverbrauchte Wertzeichen der angeführten Art während des Monats Januar 1937 gebührenfrei gegen andere Postwertzeichen um.

** Geflügelzuchtverein Gießen. Man berichtet uns: Die alljährlich in Hannover statt­findende Junggeflügelschau ist für die gesamten deutschen Geflügelzüchter ein Ereignis von be­sonderer Bedeutung. Wenn mehrere Gießener Ge­flügelzüchter auf der vom 16. bis 18. Oktober statt­gefundenen, mit etwa 7000 Tieren beschickten Schau mit ihren Tieren in einen erfolgreichen Wettbewerb treten konnten, so ist das ein Beweis, daß zielbe­wußte Arbeit im Gießener Geflügelzuchtverein ge­leistet wird. Der Vereinsvorsitzende Fr. Bauer allein konnte auf 12 Nummern Rhodeländer zehn­mal die Notesehr gut" und zweimalgut", ferner drei Ehren- und drei Klassenpreise erringen. Eben­sogut schnitt das Mitglied Hch. Becker mit seinen rotbunten Orloffs ab. Auf vier Nummern erhielt er dreimalsehr gut", einmalgut" und einen Klassenpreis. Der Gießener Geflügelzuchtverein kann stolz auf diese züchterischen Leistungen sein.

Oer:

eg zurlebendigenOorsgemeinschast

Eine Feierstunde. Rundfunk-Llebertragung.

Gemeinschafts-Empfang in den Dörfern.

Die NS. - GemeinschaftKraft durch Freude", die auf vielerlei Art unserer Volksge­meinschaft dient, indem sie dem schaffenden Volks­genossen in der Stadt und auf dem Lande nach an­strengender Arbeit des Tages Stunden der Unter­haltung und Entspannung bereitet, geht jetzt dazu über, das Feierabendwerk in den Dör­fern auf besondere Art gestalten zu helfen. Es soll in etwas anderer Weise geschehen, als es bis­her der Fall war.

Die bäuerliche Bevölkerung soll bei den Ver­anstaltungen zur Feierabendgestaltung nicht auf das angewiesen sein, was von außerhalb des Dorfes und von der Bühne her geboten wird, sondern das ist das wesentliche an der zu­künftigen Feierabendgestaltung sie soll selbst mitgestalten, soll den Feierabend f e t b st ausfüllen mit all dem, was der Dorf­gemeinschaft zu eigen ist aus Vergangenheit und Gegenwart.

Das Volkslied und das dem Bauern artgemäße Spiel, die überlieferte Sage und Geschichte, alles, was an Brauch noch erhalten ist oder wiederbelebt werden kann, soll hier mit einbezogen werden. Und jedermann, der zur Mitgestattung fähig ist, der sich in den Dienst des gesprochenen Wortes oder des Liedes stellen kann, wer zu erzählen ver­mag, wer durch Tanz oder irgendeine darstellende Fähigkeit einbezogen werden kann in die neue Form der Feierabendgestaltung, soll mithelfen.

Auf diese Weise soll die Dorfgemeinschaft aus

dem Charakter des Dorfes zur lebendigen Ge­meinschaft kommen.

Auch die örtlichen Vereine sollen, sofern sie sich be­reitfinden, sich vorbehaltlos und ohne Egoismus in den Dienst der Sache zu stellen, einbezogen werden in das neue Feierabendwerk. Trachtengruppen und Spielscharen werden sich selbstverständlich dieser Ar­beit widmen.

Die Vorarbeit für diese Vertiefung und Ver­innerlichung des Lebens in der Dorfgemeinschaft

wird in den kommenden Wochen im Rahmen von Arbeitstagungen geleistet werden, bei denen sich die Vertreter der Gliederungen der Partei aus mehre­ren Dörfern bzw. aus Kreisgebieten zusammenfin­den werden. Die Gauwaltung der NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude" (AbteilungVolkstum Brauchtum) ist seit geraumer Zeit damit beschäftigt, die Verwirklichung dieser Gedanken in die Wege zu leiten.

Die Gefolgschaft des Glaubens marschiert!"

Seit einigen Tagen sind in unserer Stadt SA., SS., HI., BDM., Werkscharen, Arbeitsdank, Kame­raden der Wehrmacht, eine Trachtengruppe usw. in abendlichen Stunden damit beschäftigt, ein großes Eröffnungsspiel vorzubereiten, das den Auftakt für die neue Gemeinschaftsarbeit bilden wird. In Chören wird gesungen und gesprochen, Arbeiter, Bauern und Soldaten machen sich nach einem ver­vielfältigten Manuskript mit ihren Aufgaben ver­traut, und in mehreren Proben wird der Ablauf eines Spieles geübt, das unter dem Titel:Die Gefolgschaft des Glaubens marschiert" am Sonntag, 1. November, im Gloria-Palast auf­geführt werden wird. Diese Veranstaltung soll in breite Kreise hinauswirken. Aus diesem Grunde wird der Rundfunk sich in den Dienst der Sache stellen und diese Feierstunde, die in erster Linie von Gießener Einheiten gestaltet wird, für die Gebiete des Gaues Hessen-Nassau, Koblenz- Trier und Kurhessen übertragen. In allen Dörfern dieses Gebietes soll ein Gemeinschaftsemp­fang stattfinden, so daß Hunderttausende die Auf­führung hören werden. Das Manuskript für die Feierstunde stammt von H. A. Weber, dem Dichter des VolksstückesHolzappel", der auch in unserer Stadt kein Unbekannter ist. Zur musikali­schen Untermalung der Feierstunde wird übrigens auch dasHellertion" in den Dienst der Sache ge­stellt und von seinem Schöpfer Bruno Hellber­ger gespielt werden. Die Musik für die Aufführung stammt von dem Schöpfer des Instrumentes. Die Feierstunde am Sonntag, 1. November, beginnt um 10.15 Uhr. Von 10.45 Uhr bis 11.30 Uhr findet die Ueberfragung der Aufführung im Rundfunk statt.

Oberheffen.

Evangelisches Frauentreffen inLaubach.

0 Laubach, 19. Oft. Am Sonntag fand in unserer Gemeinde wie im vergangenen Jahr ein evangelisches Frauentreffen statt, das sich noch eines weit stärkeren Besuches erfreuen durfte. Aus vielen Gemeinden der näheren und weiteren Umgebung Ruppertsburg, Wetterfeld, Lardenbach, Klein-Eichen, Solms-Ilsdorf, Sellnrod, Altenhain, Merlau, Flensungen u. a. waren die Frauen herdeigesttömt, um die Feierstunden mitzu- erleben.

Um 14 Uhr fand in der Stadtkirche der Fest - gottesdienst statt, den Pfarrer Weinber­ger (Darmstadt) hielt. Er legte seiner eindrucks­vollen Vredigt den Text 1. Tess. 5, 1 bis 11 zu­grunde.

Nach Beendigung des Gottesdienstes zogen die Festteilnehmer etwa 350 an der Zahl in das HotelZum Schützenhof", wo an schön ge­schmückten Tafeln Kaffee und Kuchen eingenommen wurde und Gastgeber und Gäste in zwangloser Un­terhaltung sich kennenlernten und einander näher­kamen.

Alsdann eröffnete der Ortsgeistliche, Pfarrer Schmidt (Laubach), die Nachversammlung mit einem herzlichen Grußwort, worauf nach einem ge­meinsamen Gesang die hier schon wohlbekannte Rednerin, Frau Ohly (Alsbach) über das Thema Mutter, hüte die Gaben der Kirche" sprach. Sie er­innerte daran, was wir Christen von der Taufe an der Kirche verdanken, um dann alle Frauen und Mütter zu rechter Treue ihr gegenüber aufzurufen. Nach hierauf folgenden kurzen Ausführungen von Pfarrer Weinberger sprach der O r t s g e i st - l i ch e das Schlußwort, und ein gemeinsamer Cho­ral beschloß das wohlgelungene Zusammensein, das allen Teilnehmerinnen in dankbarer Erinnerung bleiben und sie in den Alltag hinein begleiten wird.

Landkreis Gießen

_L Lollar, 20. Oft. In der hiesigen Frauen- schaft hielt Fräulein Harter von der Bäuer­lichen Werkschule einen Vortrag über Süßmost­bereitung. Sie zeigte, wie sich aus den verschieden­sten Fruchtarten ein bekömmliches, alkoholfreies Ge­tränk Herstellen läßt. Mit großem Interesse wurden ihre Ausführungen aufgenommen, und manche der Zuhörerinnen wird wohl die Anregungen in die Tat umfetzen. Die hiesige Frauenschaft und die von Ruttershausen konnten an die NSV. für das W i n- terhilsswerk 94 Liter Honig und Mar­melade zur Ablieferung bringen, die sie z. T. aus gestifteten Zwetschen und Birnen gekocht hatte.

I Lollar, 21, Oft. Gestern brachte derGieß. Anz." einen Bericht, wonach in einem Orte der Wetterau noch Schwalben beobachtet worden sind. Auch hier waren vor wenigen Tagen noch solche zu sehen.

Y" Staufenberg, 20. Oft. Die hier durchge­führte Sammlung für das WHW. ergab in der Betriebsgemeinschaft Rinn & Cloos 12 Mk., in Staufenberg selbst einschließlich Betriebsgemeinschaft Sommer, 29 Mk, zusammen 41 Mark.

wg. Großen-Buseck, 20. Oft. Bei der Ein­topfspendensammlung am vorletzten Sonn­tag gingen in der hiesigen Ortsgruppe folgende Be­träge ein: Großen-Buseck 107,10 Mark, Burkhards­felden 44,40 Mark, Oppenrod 15,35 Mark, zusam­men 166,85 Mart. Die am letzten Sonntag vorge­nommene Straßensammlung der DA F. er­brachte in der hiesigen Ortsgruppe zusammen 109,95 Mark. Hiervon entfallen auf unsere Gemeinde 75,95 Mark, die Stützpunkte Burkhardsfelden und Oppen­rod erbrachten 24 Mark und 10 Mark. So konnten an den beiden ersten Spendesammlungen insgesamt 276,80 Mark dem Winterhilfswerk zugeführt werden.

wg. Großen-Buseck, 20. Oft. Sämtliche Erntearbeiten in unserer Gemarkung sind beendet. Die Kartoffelernte schritt rüstig vorwärts, da alle zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte im Dorfe mithalfen. Der Ertrag der Frühkartoffeln war sehr gut; die Späternte in den einzelnen Flu­ren war unterschiedlich. In undurchlässigen Böden traf häufig Knollenfäulnis auf. DieIndustrie" enttäuschte,Ackersegen", Parnassia" undBöhms Allerfrüheste" befriedigten, lieber neuere Züchtun­gen waren die Urteile sehr verschieden. Die Busch­bohnen, die hier verschiedentlich in die Furchen der Kartoffeläcker gepflanzt wurden, zeigten guten Be­

hang. Die Dickwurz hat nach Qualität und Quanti­tät sehr unterschiedliche Erträge gebracht. Auf nas­sen Aeckern lohnte kaum das Ausmachen, auf lehmigen und gut bearbeiteten Aeckern erreichten die Rüben ein Gewicht von 12 bis 15 Pfund. Ein Teil der Dickwurzernte mußte eingemietet werden. Die Dreschmaschine hat ihre Tätigkeit abgeschlossen. Der Körnerertrag ist, mit Ausnahme des Weizens, sehr zufriedenstellend. Gegenwärtig ist man mit der Aussaat des Winterweizens beschäftigt, der Roggen läuft auf, Raps und Stoppelflee stehen sehr gut. Vereinzelt wird über starkes Auftreten von Feld­mäusen geklagt.

* Großen-Linden, 20. Oft. Die erste Reichs st raßensammlung für das WHW. wurde bei uns durch die Deutsche Arbeitsfront mit gutem Erfolg durchgeführt. Durch gute Organisation und volle Einsatzbereitschaft aller DAF.-Watter und Betriebsführer ist es gelungen, erstmalig die Summe von 148 Mark zu erzielen. Es ist dies ein Mehrbetrag von etwa 80 v. H. aller seitherigen Sammlungen. Die Gebefreudigkeit legt Zeugnis davon ab, daß auch unsere Einwohner jederzeit bereit sind, dem Ruf unseres Führers Adolf Hitler Folge zu leisten. Möge dies ein Ansporn für alle kommenden Sammlungen sein.

s. Lang-Göns, 20. Oft. An allen der Ge­meinde gehörigen Kernobst bäumen wurden in den letzten Wochen auf Veranlassung der Ge­meindeverwaltung Klebgürtel zum Wegfangen des Frostspannerweibchens angebracht. Die Arbeit wurde von den Baumwarten ausgeführt. Da schon seit Jahren die Unterbringung der Ge­meindezuchttiere mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden war und einzelne Tiere (Eber) in Pri­vatstallungen untergebracht werden mußten, hat die Gemeinde in diesem Jahre einen groß.,: Fasel- st a l l erbauen lassen. Er wurde jetzt seiner Bestim­mung übergeben. Der Plan zu dem vorbildlichen Gebäude wurde vom Reichsnährstand, der auch den Bau überwachte, entworfen. Vorgesehen ist außer­dem noch eine Wärterwohnung, die zu ge­gebener Zeit angebaut werden soll. Alle Zuchttiere konnten nun in mustergültiger Weise untergebracht werden. Auch für Vorratsräume und einen großen Hof wurde gesorgt. Der neue Faselstall liegt zwi­schen der Amtshaus- und der Niederhofenstraße, ziemlich entfernt von den Wohngebäuden, aber räumlich doch fast im Mittelpunkt des Dorfes.

A Harbach, 20. Oft. Infolge der ungünstigen Witterung hat sich in diesem Jahre die Kartof­felernte ziemlich lange hinausgezogen. Die Er­träge sind, je nach den einzelnen Sorten, sehr ver­schieden. Mit derIndustrie", die hier immer noch als Speisekartoffel gern angebaut wird, hat man leider sehr schlechte Erfahrungen machen müssen. Diese Sorte lieferte nicht nur geringe Mengen, son­dern sie hatte auch zahlreiche faule Knollen. Wesent­lich ertragsreicher warAckersegen". Als sehr gut hat sich die neu eingeführteRadatz voran" be­währt. Der Anbau dieser Sorte lohnt sich besonders in feuchten Jahren, da die Knollen nur in geringem Maße für Fäulnis und Kartoffelkrankheiten emp­fänglich find. Die Dickwurzfelder sind noch zum größten Teile abzuernten. Durch das unbe­ständige Wetter der letzten Tage erleiden die Feld­arbeiten eine unvorhergesehene Verzögerung, die namentlich für die Aussaat der Winterfrucht un­erwünscht ist.

t Queckborn, 20. Oft. Die Feldarbeiten haben in unserer Gemarkung raschen Fortgang ge­nommen. Die Dickwurzernte ist beendet. Der Er­trag ist sehr reichlich. Ein Teil der Ernte mußte auf dem Felde eingemietet werden. Die Getreide­aussaat ist ebenfalls abgeschlossen. Nur ganz ver­einzelt wird noch Weizen gesät. Die Nachfrage nach Aepseln ist in diesem Jahre sehr groß. Auswärtige Händler bezahlen für den Zentner erst­klassiger Tafeläpfel bis zu 20 Mark. Geringere Sor­ten kosten 14 Mark je Zentner.

+ ©rünberg, 20. Oft. Seit Anfang dieser Woche ist hier eine Kartoffel - Dämpf­kolonne, die einige Bauern gemeinsam beschafft haben, in Tätigkeit. Mit dieser Einrichtung können täglich etwa 180 Zentner Kartoffeln durch Dämpfen zum Einsäuern in ein Kartoffelsilo fertiggemacht werden. Auch andere Landwirte können von der Einrichtung Gebrauch machen; die Kosten für das Dämpfen eines Zentners Kartoffeln werden mit 18 Pfennig berechnet. Am Dienstagabend in der

Zeit von 19 bis 20 Uhr fand hier eine Verdun» felungsübung statt. Von der Feuerwehrkapelle wurde durch Hornsignale Beginn und Schluß der Uebung bekanntgegeben.

-i- Lich, 19. Oft. Eine nichtalttägliche Beobach­tung machten dieser Tage einige Besucher unseres nahezu 60 Meter hohen Kirchtu r m s, als sie von dort aus die schöne Rundsicht genießen wollten. Dicht neben dem Turm befindet sich auf dem Kir­chendach seit Jahren ein S t o r ch n e st, das auch in diesem Jahr wieder bewohnt und Geburtsstätte dreier Störchlein war. Zur Freude von groß und klein wuchsen sie heran, machten ihre Flugversuche, gingen dann, als sie das Fliegen verstanden, mit den Eltern auf die Jagd in die Wiesengründe und bereiteten sich schließlich zur Abreise ins ferne Afrika vor. Plötzlich verschwanden vier der In­sassen früher als in anderen Jahren, ohne noch einmal nach dem Neste zurückzukehren oder sich um dasselbe zu kümmern. Den Vogelfreunden, die das Leben und Treiben der Storchenfamilie beobach­teten, war das ein Rätsel, das sich nun in eigen­artiger Weise klärte. Einer der Störche ob ein Elternteil oder ein erwachsener junger, ist noch nicht festgestellt liegt seit Wochen t o t i m N e st. Ob er durch einen Kampf verwundet und geschwächt gerade noch das Heim erreicht oder durch

Vergiß nicht, deutscher Volksgenosse, daß am 24. Oktober die Brotsammlung des Deutschen Jungvolks ist. Auch du sollst ihnen dein Opfer übergeben!

vergiftete Nahrung oder auf andere Weise den Tod gefunden hat, wird sich vielleicht ermitteln lassen, wenn der Kadaver aus dem Neste entfernt wird. Das müßte allerdings bald geschehen und für gründ­liche Säuberung der .Wohnung Sorge getragen werden, damit die im nächsten Frühjahr zurück- kehrenden Familienglieder nicht behindert sind, das Nest wieder anzunehmen. An die Stadtverwaltung ergeht die Bitte, durch einen Dachdecker die In­standsetzung vornehmen zu lassen, um nicht ein Verziehen des nützlichen, bet jung und alt beliebten Vogels eintreten zu lassen.

[j] Hungen, 20. Oft. Die Sammlung für das Winterhilfswerk am vergangenen Samstag und Sonntag, die durch die Deutsche Ar­beitsfront durchgeführt wurde, brachte in Hungen einschließlich der Betriebssammlungen das ansehn­liche Ergebnis von 104,78 Mark. Das Rat­hausgebäude, dessen Außenseiten einer Neu­herstellung in den Putz- und Holzflächen unterzogen worden sind, zeigt nun in der farbenfrohen Ab­stimmung von Putz und Oelfarbe ein gefälliges Aeußere.

Kreis Schotten.

> Ruppertsburg, 20. Off. Zur Erzielung qualitativ besserer und mengenmäßig höherer Ern­ten ist es nötig, daß nur erstklassiges Saat- g u t gesät wird. Denn es sind unumstößliche Wahr­heiten im Menschen- und Naturleben, wie sie in den beiden SprichwörternWas der Mensch sät, das wird er ernten" undWie die Aussaat, so die Ernte" zum Ausdruck kommen. Wer sie gleichgültig unbeachtet läßt, schädigt sich und fein Volk. Er sät Samen, der gar nicht keimt, ober der günstigen­falls nur ganz geringen Ertrag bringt, der aber als Futtermittel noch gut zu verwenden gewesen wäre. In richtiger Erkenntnis dieser Tatsache hat unsere Landwirtschaftliche Genossenschaft eine Saatgutreinigungsmaschine mit Beizanlage angeschafft, die zur Zeit von un­seren Bauern und Landwirten stark benutzt wird. Die Anschaffungskosten dürften durch die große Er­sparnis in kurzer Zeit gedeckt sein.

Kreis Alsfeld

Homberg, 20. Oft. Dieser Tage trat die neu ernannte technische Lehrerin Frl. Fanny Helm- reich ihren Dienst in Homberg und den Orten der näheren Umgebung an. Sie war früher im Be­zirk Kirtorf mit Erfolg tätig. Außer dem Handar­beitsunterricht erteilt sie auch Turnunterricht bei den Mädchen der beiden Oberklassen. In der zweiten Hälfte des Schuljahres 1936/37 beginnt in den Or­ten Nieder-Ohmen, Ruppertenrod, Nieder-Gemün- den und Homberg ein hauswirtschaftlicher Kursus für die Mädchen des 3. Fortbildungs­schuljahres, bestehend in Kochen und Handarbeit. Die Kurse an den genannten Orten werden von Frl. G i e s ch e geleitet, die sechs Jahre lang an dem Elisabeth en stift in Darmstadt tätig war. Bis­weilen sieht man auf unserer Bahnstrecke Güter- 3 ü g e von 60 bis 100 Achsen dahinrollen. Sie besorgen die Lieferung von Basaltsplitt, der von dem Nieder-Ofleidener Basaltwerk der Rheinischen Hartstein-Jndustrie zum Bau der Reichs­autobahn geliefert wird.

£ K e strich, 20. Oft. Einen schweren Un- gl ü cf s f a 11 erlitt die Fra u des hiesigen Bürger­meisters Seim. Als die Kühe von der Weide ta­rnen, wurde sie von einem Tier u m ge­rannt und erlitt einen schweren Beinbruch oberhalb des Knöchels. In die Wunde muß Schmutz aefommen sein, so daß eine Vereiterung eintrat. Nun mußte das Bein unterhalb des Knies abgenommen werden.

Große Strafkammer Gießen.

Die Strafsachen der gestrigen Sitzung mürben unter Ausschluß der Oeffentlichfeit verhandelt.

Die Angeflagtssn Emil Uhl, 57 Jahre alt, und dessen Tochter Emma Uhl, beide aus Ranstadt, standen unter der Anklage, in den Jahren 1929 bis 1935 Blutschande miteinander getrieben zu haben. Dem Angeklagten Emil Uhl wurden außerdem un­züchtige Handlungen an einem Mädchen unter 14 Jahren zur Last gelegt. Wegen dieser beiden Ver­brechen wurde der Angeklagte Emil Uhl zu einer Gesamtstrafe von vier Jahren Zuchthaus und zur Kostentragung verurteilt. Außerdem wur­den ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt. Auf die Strafe wurden dem Angeklagten zehn Monate Untersuchungshaft angerechnet. Die Angeklagte Emma U h l wurde auf Grund des § 51, 1 des Strafgesetzbuches frei- gesprochen.

Der am 16. März 1895 in Lederdorn i. B. gebo­rene Joh. I., wohnhaft in Dorf-Gill, war angeklagt, mit einem Mädchen unter 14 Jahren anfangs d. I. unzüchtige Handlungen getrieben zu haben. Die Große Strafkammer verurteilte den Angeklagten zu einer Gefängnisstrafe von sieven Mo­naten. Dem Angeklagten wurden zwei Monate der Untersuchungshaft angerechnet. Die Kosten des Verfahrens wurden ihm auferlegt.

Gute Möbel bei Koos

Giessen Schulstn6.