Ausgabe 
21.10.1936
 
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Nr. 2§7 Erster Blatt

186. Jahrgang

Mittwoch, A. Oktober 1936

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Eichener Anzeiger

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Ausruf zur Tat.

Außer dem Widerhall in der gesamten deutschen Presse haben auch die Aeußerungen der ausländi­schen Blätter gezeigt, daß man Bedeutung und Tragweite der neuen Beauftragung Hermann Görings durch Adolf Hitler überall erkannt hat. Als 1933 der Führer seinen ersten Vierjahresplan be­kannt gab, fand sich die beste Würdigung seines Vor­habens unter allen ausländischen Beurteilern i n einem italienischen Blatt, das kurz und sachlich feststellte:Die Erfahrung hat gelehrt, daß nationalsozialistische Versprechungen erfüllt zu werden pflegen". Aus dem gleichen Lande wird jetzt die Betrauung Görings mit einer wirtschaftlichen Generalvollmacht, die zugleich von höchster politi- scher Bedeutung ist, mit vollem Recht alsM o b i -

Ministerpräsident Generaloberst Göring. (Scherl-Bilderdienst-M.)

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lisierung allerKräfte derNation" schon deshalb bezeichnet, weil ja jedes einzelne Mitglied der deutschen Volksgemeinschaft schon in Nürnberg vuf die Mitarbeit an dem zweiten Vierjahresplan verpflichtet wurde.

Schon in seiner Proklamation auf dem Partei­tag der Ehre hatte der Führer hervorgehoben, daß der Aufbau der deutschen Rohstoffwirtschaft ivohl dazu dienen solle, die Lebensgrundlagen der Nation ein für allemal sicher zu stellen, nicht -aber dazu, die Lebensinteressen an- Lerer Völker zu bedrohen und zu beeinträch­tigen. Dasselbe ließ sich bereits von dem ersten , Wierjahresplan sagen. Der Führer fragte die demokratischen Kritiker der deutschen Erzeugungs- jschlacht und der deutschen Wiederaufrüstung iro - visch, was denn die Folge sein würde, wenn die Millionenmasse der deutschen Arbeiter, die heute für die inneren deutschen Bedürfnisse und damit auch für unsere Rüstung tätig ist, auf die Fa­brikation von Exportartikeln angesetzt würde. Dieser Hinweis ist im Auslande damals sehr deutlich verstanden worden, wie es dann auch von der fremden Presse mit Genugtuung ausge­nommen wurde, daß der zweite Vierjahresplan ebenfalls die nationale Produktionim inneren Kreislauf unserer Wirtschaft" steigern Soll und damit eine neue Exportoffensive vermeiden wird. Der Führer hat immer wieder betont und feder Blick auf unsere Umwelt bestätigt es, daß der Arbeitsvorrat im eigenen Lande groß genug ist, um auf jede künstliche, Lmpetialiftische Ausdehnung unserer Leistungskraft verzichten zu können. Im Gegenteil, wir benötigen dringend den Einsatz aller vorhandenen Kräfte, um die großen Aufgaben des inneren Ausbaues zu erfüllen. Die Befürchtung, daß bei dem raschen Tempo der nationalsozialistischen Arbeitsweise eines Tages nichts mehr zu tun sei und die Arbeiter wieder zu Hause bleiben müßten, ist völlig grund- 05. Sie wiederspricht der alten Erfahrungstatsache, daß die wirtschaftlichen Bedürfnisse der Menschen umso mehr wachsen, je mehr sie befriedigt werden. Der nationalsozialistische Staat macht nur den Unterschied, daß die Vermehrung der nationalen Suter nicht der Alleinzweck wirtschaftlicher Beta- igung ist, sondern den Geboten der völkischen Ehre und Freiheit untergeordnet wird.

Das heißt, daß im neuen Deutschland ,ede große Wirtschaftsaufgabe auch eine nationale und ozialistische Aufgabe ist. So war es bei ten großen Aktionen des ersten Vlerjahrespro- «ramms, bei der B e s e i t i g u n g d e r 21 r b e i t s - lofigkeit, bei der Erzeugungsschlach , bei dem Wiederaufbau der Wehrmacht, >°nd so ist es auch bei der Inangriffnahme des neuen U o h st o f f p l a n e s. Dieser Plan, welcher der Er- Itarkunq der deutschen Lebenskraft und des deutschen Wirtschaftslebens dient, erfordert daher die tätige Mitarbeit und die volle Hingabe aller Volksgenof- len. Die Persönlichkeit des Ministerpräsidenten Ge­neraloberst Göring, der sich wie kaum ein ande- «r Gefolgsmann des Führers um den Sieg der na­tionalsozialistischen Revolution und um den Ausbau i-es Dritten Reiches verdient gemacht hat, der über­all im deutschen Volk, in den Gliederungen der Par- 'ei, in der deutschen Arbeiterschaft und im deutschen Unternehmertum ein großes Vertrauen genießt, b ietet die Gewähr dafür, daß die Ausführung des leutschen Wirtschaftsplanes mit national- ! ozialiftifcher Energie und Tatkraft ^folgen wird, so wie der Führer es befohlen hat.

Der italienische Außenminister in Berlin.

Die Ankunft der Gaste.

Herzliche Begrüßung auf dem Anhalter Bahnhof.

Berlin, 20. Off. (DBB.) Am Dienstag gegen 20 Ahr trafen Seine Exzellenz der königliche italieni­sche Minister des Aeußeren, Graf Eiano di Eortettazzo, zu einem offiziellen Besuch der deutschen Reichsregierung auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin ein. 3n seiner Be­gleitung befanden sich die Gesandten B u t i, Graf B i t e t t i, G r a z z i, der stellvertretende Protokoll­chef Graf E i t t a d i n i, der Dizekabinettschef Eom- mendatore A n f u s o, sowie die Bizekonsuln Mar­quis Lanze d'Ajeta, Marquis S an felice di Monteforte, Lav. B ellia und Seine Ex­zellenz der königliche italienische Botschafter A t t o- lico, der dem Grafen Eiano nach München entge­gengefahren war.

3m Auftrage des Führer und Reichskanzlers be­grüßte der Staatssekretär und Lhef der Präsidial­kanzlei Meißner den königlich-italienischen Mi­nister des Aeußeren und seine Begleitung. Ferner hatten sich zur Begrüßung der italienischen Gäste eingefunden der Reichsminister des Aeußeren Frei­herr von Reurath, der stellvertretende Staats­sekretär D i e ck h o f f, der Lhef des Protokolls Ge­sandter von Bülow-Schwante, ferner im Auftrage des Oberbefehlshabers der Luftwaffe Ge­neralmajor Dransfeld sowie der Kommandeur der Leibstandarte Adolf Hitler, Obergruppenführer Sepp Dietrich und der 3talienreferent im Pro­pagandaministerium Dr. E. Willis. Bon italieni­scher Seite waren unter Führung des Botschaftsrats Graf M a g i st r a t i die Mitglieder der Botschaft erschienen, außerdem der italienische Generalkonsul B i o n d e l l i und zahlreiche Mitglieder des Fascio, der Balilla und der italienischen Kolonie. Eine Ehrenkompanie der Leibstandarte Adolf Hitler er­wies den italienischen Gästen unter den Klängen der italienischen Ratlonalhymne die Ehrenbezeigung.

fordernisse Deutschlands und Italiens fei der Haupt­grund für ihre Abkehr von der Genfer Einrichtung gewesen, die eine Beute der Freimaurerei und des Sozialkommunismus geworden sei. Rußland vervielfältige seine Anstrengungen, um Europa zu bolschewisieren. Frankreich scheine wie g e l ä h mt durch das Eindringen des Kommunismus. England hätte eine Politik der Bereinigung verfolgen können, aber es habe nicht gewollt. Auch heute fehle durchaus jene diploma­tische Vorbereitung für einen Westpakt, die Ita­lien und Deutschland als unerläßlich bezeichnet

hätten. Belgien habe di?rch seine Rückkehr zur Neutralität der ganzen Ausstattung wie Völker­bund, Locarnopakt, Versailler Vertrag und Militär­bündnis mit Frankreich einen Fußtritt versetzt. Es sei eigenartig feftzustellen, daß England und Frankreich, während sie Deutschland in Abmachun­gen zur Sicherung ihrer Gebiete hineinzwingen wollten, niemals die etwaigen Dispositionen aus den Augen verlören, um gegen Deutschland i n den Krieg zu ziehen. Das gehe klar aus dem gegenwärtigen Manöver hervor, mit dem man neue Verpflichtungen von Belgien herausfchlagen wolle.

Times" fordert Lleberprüfung der englischen Verpflichtungen.

Regionale Gicherheitsabkommen statt kollektive.

London, 21. Oft. (DNB. Funkspruch.)Times" spricht sich für eine Politik derregionalen Sicherheitsabmachungen" aus. Im Ge­gensatz zu einem kollektiven Sicherheitssystem im Sinne des Sanktionsartikels 16. England beginne der Stellungnahme Belgiens ein freundliches Verständnis entgegenzubringen. Auch wenn der König erklärt habe, daß Belgien eine ausschließlich belgische Politik wünsche, so müsse das nicht zur Folge haben, daß England seine bereits eingegan­genen Verpflichtungen zurückziehe. Jedoch seien die allgemeinen Verpflichtungen der Dölkerbundssatzung unter Voraussetzungen übernommen worden, die von der jetzigen Lage völlig verschieden gewesen seien. Deshalb werde es für die britische Regierung immer wichtiger, ihren eigenen Anteil an diesen Verpflichtungen genauer festzulegen.

Die Sicherheit gewisser Gebiete, wie besonders die Grenzen westeuropäischer Länder und die Mittelmeer-Durchfahrt, sei für England von unmittelbarer Bedeutung. Für diese Interessen müsse England bereit sein, e i n- z u t r e t e n und im Notfall 3 u m Krieg zu schreiten. Dagegen könne es nicht einen unver­änderlichen Anteil an der Verantwortung für die

Verfügung eines Angriffes in allen Teil« der Welt übernehmen. Wenn militärische Maß­nahmen gegen einen Angriff notwendig würden, dann müßten sie in Zukunft in allererster Linie von denen getroffen werden, die sich am nächsten befinden und unmittelbar wirksam eingreifen könnten. Von anderen Nationen könne man nicht mehr erwarten, als daß sie sich irgend welcher Maßnahmen zugunsten des Angreifer- ftaates enthielten und im übrigen ihre Handlungs­freiheit bewahrten.

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Die Aussichten der geplanten Fünfmächte- Konferenz werden übrigens von sämtlichen Morgenblättern besonders pessimistisch beurteilt. So schreibtDaily« Telegraph", der erste Meinungs­austausch bestätige die Annahme, daß die Fünf- mächte-Konferenz, wenn sie umfassend vorbereitet werden solle, in weite Zukunft gerückt sei. UndNews Chronicle" schreibt, daß die Hoftnung auf einen Fünfmächte-Pakt in zunehmendem Maße abgeschwächt worden sei. Die belgische Ant­wort enthalte Vorschläge, die mit den Beistands­maßnahmen der Völkerbundssatzung unvereinbar I seien.

Gleiche Gesichtspunkte.

JtalienischePressestimnren zurReiseCianos

Mailand, 20. Oft. (DNB.) Die italienische Presse unterstreicht die große politische Bedeutung der Reise des italienischen Außenministers nach Ber­lin. DerC 0 r r i e r e della Sera" erklärt: Das Zusammentreffen Cianos mit den Leitern der deut­schen Politik habe weder platonischen, noch demon­strativen Charakter, sondern sei ein Element der Zusammenarbeit zwischen zwei Ländern, die in der Lage seien, verschiedene große und kleine Fragen des gegenwärtigen Europa unter dem gleichen Gesichtspunkt zu betrachten. Die italienisch­deutsche Freundschaft sei einer der wenigen stark ge­bliebenen Stützen des europäischen Friedens, da sie zum Gleichgewicht dieses Kontinents beitrage. We­der Deutschland noch Italien sind Stellen, die Pro­bleme ohne oder gegen die Gesamtheit der anderen europäischen Staaten zu lösen, aber sie müßten auch dem Willen Rechnung tragen, mit dem jene Staa­ten den wichtigsten Fragen gegenüber getreten seien sowie dem geringen Gerechtigkeitssinn, den sie bei den gescheiterten Lösungsversuchen ge­zeigt hätten. Letztere hätten Schiffbruch erlitten, da man weder die Rechte Italiens noch jene Deutsch­lands habe berücksichtigen wollen. Der Wiederaufbau Europas, den man nun seit 15 Jahren anstrebe, könne nicht begonnen werden, wenn man nicht mit realistischem Sinne Deutschlands und Italiens Stel­lung auf dem internationalen Gebiet anerkenne.

Gazetta del P 0 p 0 l 0" erklärt, das völlige Verkennen der natürlichen und lebenswichtigen Er-

Erweiterung

-er britischen Rüstungsindustrie.

Acht neue Fabriken für den Flugzeug- und Motorenbau.

London, 21. Oft. (DNB. Funkspruch.) Die B e - fdjleunigung und Erweiterung des englischen Aufrüstungsprogramms wird von der englischen Regierung Hand in Hand mit einer teilweisen industriellen Mobil­machung energisch vorwärtsgetrieben. Das neueste Glied in der Kette der Äufrüstungsmaß- nahmen ist die Schaffung einerSchatten-In­dustrie" für den Bau von Flugzeugen und Flugzeugmotoren. Wie das englische Luftfahctministerium am Dienstagabend mitteilte, sind sechs englische Firmen mit der Errichtung von acht Fabriken beauftragt worden, die ausschließ- lich Rüstungszwecken dienen sollen. Es han­delt sich um fünf befannte Autofirmen und um die Bristol-Flugzeuggesellschaft. Der Bau der Fabrifen wird von derRegierung finanziert. Nach ihrer Fertigstellung werden sie mit der Erzeugung beginnen und den für einen Kriegsfall notwendigen Angestelltenstab ausbilden. Sobald die unmittel­baren Erfordernisse der englischen Luststreitfrast erfüllt sind, werden die Werke wieder geschlos- s e n. Sie werden jedoch in ständiger Bereit­schaft gehalten werden, um bei dem Ausbruch eines Krieges sofort in Tätigkeit treten zu können.

Die von Lord Nuffielt kontrollierte Wolseley-Auto- firma hat es abgelehnt, an diesen Maßnahmen teil­zunehmen.

Daily Mail" berichtet, nach der Wiederversamm­lung des Parlaments werde die Regierung die Er­nennung eines Munitionsministers und die Erweiterung der Vollmachten des Ministers für die Zusammenarbeit der Verteidigung Sir Thomas I n s k i p erwogen.Daily Telegraph" meldet, daß die englische Luftflotte zur Zeit mit Maschinen aus» gestattet werde, die durchschnittlich umlöOStun» denkilometer schneller flögen, als die bis­herigen Typen. Die neuen im Bau befindlichen Kampfflugzeuge erreichten eine Stundengeschwindig­keit von 500 Kilometer, lieber Maßnahmen zur Verteidigung Londons und anderer Groß­städte gegen Luftangriffe schreibtStar", daß zu diesem Zweck Aufträge im Werte von vier Millio­nen Pfund vergeben worden seien. U. a. werde ein neuer Traktorentyp zur raschen Beförde­rung von Luftabwehrgeschützen von einer Stelle der Stadt zur anderen gebaut. Man habe ferner eine Vorrichtung erfunden, mit deren Hilfe es möglich sei, im Falle eines Luftangriffes für eine schnelle Verflüchtigung der Giftgase zu sorgen.

Die Beauftragung des Generalobersten war auch schon dadurch vorbereitet, daß er schon mit der Kontrolle der Bewirtschaftung eines der technisch wichtigsten Gebiete, nämlich der Mineralöle, be­traut wurde und daß ihm dann im April der Führer die Leitung sämtlicher Devisen- und Rohstofffragen übertrug. Beides ist für den neuen Auftrag insofern von großer praktischer Be­deutung, als Hermann Göring nun für die Ver­wirklichung feiner Generalvollmacht bereits einen ausgesuchten und geschulten Mitarbeiterstab mit­bringt. Das ist um so nützlicher, als sich die um­fassenden Vollmachten Görings nicht mehr auf Teil­gebiete, sondern auf d i e Gesamtwirtschaft erstrecken und als diese Vollmachten besagen, daß er ermächtigt ist,alle Behörden, einschließ­lich der obersten Reichsbehörden, und alle Dienst- steilen der Partei, ihrer Gliederungen und der ihr angeschlossenen Verbände anzuhören und mit Weisungen zu versehen". Sinn und Zweck des neuen Vieiyahresplanes ist ja ein rohstoffarmes Land bis zum äußersten Grade des menschlich über­haupt Möglichen von der Einfuhr lebenswichtiger Rohstoffe unabhängig zu machen. Die dadurch frei­werdenden Devisen werden uns dann umso leichter in die Lage setzen, einen letzten Rest solcher Roh­stoffe, die im Jnlande auch durch den äußersten Einsatz von Wissenschaft, Chemie, Technik, Indu­strie nicht geschaffen werden können, im Auslande zu kaufen. Das entscheidende Merkmal dieser neuen Politik der Rohstoffwirtschaft liegt aber darin, daß wir dann nicht mehr unter allen Umständen kaufen müssen, sondern auf dem Auslandsmarkt als

ein in seinen Entschlüssen völlig freier Käufer auftreten können. Es erübrigt sich, über die wirt-' schaftliche und politische Bedeutung einer solchen Wendung noch ein Wort weiter zu verlieren.

Gerade der weise Sparcharakter des zweiten Vierjahresplanes ist bisher vielleicht noch nicht überall in dem notwendigen Maße im Volk er­kannt worden. Es handelt sich dabei nicht nur um die Einsparung überflüssig werdender Einfuhr, son­dern auch um die vernünftigerweise sparsame Be­wirtschaftung aller uns verbleibenden oder sich neu erschließenden Rohstoffe. Dieser Gedanke erhält durch die Kampfparole, die sich gegen den Verderb von Lebensrnitteln und dergleichen richtet, eine wert­volle Unterstützung. Wie aber bei diesem Kampf gegen den Verderb die aktive Mitarbeit des einzel­nen Volksgenossen ausschlaggebend ist, so wird auch bei der Durchführung des zweiten Dierjahresplanes jeder einzelne von uns einen Teil der Verantwor­tung insofern mitzutragen haben, als er feine Be­darfsdeckung nicht mehr einfach von der Gewohn­heit oder der Bequemlichkeit, sondern von den nationalwirtschaftlichen und politischen Notwendig­keiten bestimmen läßt. In diesem Sinne werden wir alle unmittelbare Mitarbeiter Hermann Görings sein. So ist der Auftrag an Hermann Göring ein Aufruf zur T a t für uns alle. Und wir kommen diesem Appell des Führers um so lieber und selbstverständlicher nach, als wir damit unsere Treue zu Adolf Hitler, unsere Bereitschaft zum Dienst an der Nation erneut be­weisen können, weil wir auch wissen, daß cs im nationalsozialistischen Staat feine Hindernisse irgend­

welcher Art gibt, die nicht überwunden werden könnten, weil wir glauben, daß nach vier Jahren das Programm der deutschen Rohstoffindustrie ebenso vollständig erfüllt sein wird wie das An­fangsprogramm des Dritten Reiches erfolgreich abgeschossen wurde. Ev.

lleue Beauftragung Kepplers.

Berchtesgaden, 20. Oft. (DBB.) Der Führer und Reichskanzler hat, wie be­reits bekanntgegeben, durch die Berordnung vom 18. Oktober 1936 den Ministerpräsidenten General­oberst Göring mit der Durchführung des neuenBierjahresplanes beauftragt. Dieser Auftrag umfaßt auch die dem Beauftragten des Führers und Reichskanzlers für Wirtschaftsfragen, Ingenieur Keppler, seinerzeit übertragenen Auf­gaben. Aus diesem Grunde hat der Führer und Reichskanzler die Beauftragungen des Ingenieurs Keppler mit Wirtschaftsfragen und mit der Son­derausgabe Rohstoffe zurückgenommen. Mini­sterpräsident Generaloberst Göring wird innerhalb feines neuen Arbeitsbereiches dem Ingenieur Keppler ein bedeutsames Sondergebiet zur Bearbeitung übertragen. Der Führer und Reichs­kanzler hat Jngnieur Keppler bei dem Ausscheiden aus seiner bisherigen Tätigkeit feinen besonde­ren Dank und Anerkennung ausge­sprochen.