Ausgabe 
21.7.1936
 
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Dienstag, 21. Juli 1936

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheßen)

lir.168 Zweites Blatt

Das große Sommerwerk der NSV

Becherklang. Abseits im

lesen:

äu

macht hat.

Das

der Rekorde lehrt noch die Geschichte der Re-

Menschen Erreichbaren ist schon sehr nahe gerückt.

Aber die bisherige Reihe

Die Olympischen Spiele in Berlin stehen bevor, bald werden wieder die besten Sport­ler der Welt um friedlichen Wettstreit an­treten. Bisher sind bei diesen olympischen Kämpfen jedesmal zahlreiche neue Re­korde aufgestellt worden wird es auch diesmal wieder so sein? Allgemeiner formu­liert: wo liegt eigentlich die letzte Grenze der sportlichen Rekorde, d. h. bis zu welcher Hohe läßt sich die Leistungsfähigkeit des Menschen steigern? Der nachstehende Artikel versucht, auf diese im olympischen Jahr jehr aktuelle Frage Antwort zu geben.

Wir können kaum einen Bericht von irgendeinem

Ein sehr einleuchtender Beweis dafür, daß wir uns zum mindesten bei einigen sportlichen Leistun­gen der endgültig letzten Grenze bereits stark ge­nähert haben, liefert gerade der begehrteste und berühmteste aller Rekorde: die Weltbestleistung über die klassische Hundertmeter st recke. Der Hundertmeterlauf ist hauptsächlich darum vor allen übrigen leichtathletischen Hebungen ausgezeichnet, weil der Inhaber des Weltrekords in dieser Hebung gleichzeitig den Ruhm für sich beanspruchen kann, der schnellste Mensch der Erde zu fein. Gerade bei dieser besonders wichtigen sportlichen Aufgabe aber ist bereits seit längerer Zeit ein Stillstand der Leistungen festzustellen: der Weltrekord von 10,3 Sekunden für die Hundert­meterstrecke hat sich als überraschendlanglebig" erwiesen. Schon längst vor diesem nunmehr bereits mehrere Jahre gültigen Rekord waren die Kämpfe der besten Kurzstreckenläufer nicht mehr um die Sekunden, sondern um winzige Sekundenbruchtelle gegangen. Der vorherige Weltrekord, der durch die 10,3-Sekunden-Leistung des Kanadiers Percy Wil­liams überboten wurde, war 10,4 Sekunden der Hnterschied betrug also die winzige Zeitspanne von Vio Sekunden. Während aber inzwischen zahl­lose andere Rekorde immer und immer wieder ver­bessert wurden, scheinen die 10,3 Sekunden bereits sehr nahe an der absoluten Grenze der menschlichen Schnelligkeit zu liegen. Es gibt heute eine nicht allzu große Anzahl von Sportlern, die diese Rekordzeit zu laufen vermögen, aber keiner von ihnen konnte die scheinbar so winzige Verbesserung seines Laufes um Vio Sekunde erreichen, wenig­stens nicht unter Hmständen (Windstille usw.), die eine Anerkennung des Rekords ermöglicht hätten. Einige Male sind Kurzstreckenläufer angeblich auf 10,2 Sekunden für hundert Meter gekommen, aber diese Leistungen konnten nicht gewertet werden. Vielleicht wird es eines Tages gelingen, die Grenze diesesRekords des schnellsten Menschen" noch um ein oder zwei Zehntel Sekunden herabzuschrauben aber die endgültige Grenze dieses Rekords ist offenbar schon nahezu erreicht.

Siebenzehnhundertsechzigdrei Wie der Friede uns beglücket, Wurde Berg und Grotte neu Angelegt und ausgeschmücket. Schnöde Zänker, macht euch fort; Denn ihr sollt zum Neide wissen. Daß an diesem stillen Ort Freunde sich in Eintracht küssen.

(Beschaffenheit der Laufbahn, Rennschuhe usw.) und aus die größere Zahl der Aktiven zurückzu- ühren. Mindestens ebenso wichtig ist aber eine rein psychologische Tatsache, die bei allen Leistungen dieser Art immer wieder zu beobachten ist. Das Gesetz, um das es sich hier handelt, läßt ch folgendermaßen formulieren:Die bloße Tat- ache, daß ein Rekord einmal erreicht worden ist, erleichtert es jedem späteren, ihn ebenfalls zu er­

reichen die innere Einstellung des Kämpfers richtet sich darauf, ihn zu überbieten." So fallen die Rekorde immer und immer wieder aber nur solange, bis die nicht mehr überschreitbare Grenze der menschlichen Leistungsfähigkeit erreicht ist. Die Geschichte der Rekorde ist damit zugleich die Ge, schichte der Menschlichen Willensstärke, der es immer wieder gelang, diese natürliche Grenze hinauszuschieben.

Stufen, in denen sich jedesmal diese Rekordzeit ver­kürzt, sind also 27 Sekunden, 9 Sekunden, 6 Sekun­den, 2 Sekunden. Diese Reche zeigt aber deutlich, daß der neue Rekord sich jedesmal einen Bruchteil des früheren Gewinns über seinen Vorläufer er­hebt. Man darf also erwarten, daß der jetzige Welt­rekord von rund 229 Sekunden das nächste Mal nur noch um Bruchteile von Sekunden überwunden werden kann. Der tatsächlich erreichte Rekord stünde damit der absoluten Höchstleistung, die dieser Generation von Menschen zugänglich ist, bereits auf den Bruchteil einer Sekunde nahe. Die­ses Zahlenbeispiel dient natürlich nur als Anhalt. Es zeigt aber das allgemeinere Gesetz, daß die Stufen, in denen sich die Annäherung an die ab­solute Höch stleistung vollzieht, immer enger zusammenrücken. Aus einer hinreichend langen und von allen zufälligen Schwankungen befreiten Reihe von Rekorden ließe sich dann die absolute Grenze der Rekorde geradezu vorausberechnen!

Besuch beim iügenbaron

von August Straub.

Wie schnell kann ein Mensch laufen?

Bringt das Olympia-Zahr Rekord-lleberraschungen?

Don Dr. W. Sievert.

mehr als das. Wenn man ...

forbe einmal über die Spanne einer Generation, also etwa um 30 Jahre zurückverfolgt, so enthüllt sich bei vielen sportlichen Leistungen eine sehr auf­fallende Regelmäßigkeit in den Vorsprün­gen die jedesmal der neue Rekord über den alten gewinnt, dem das Lebenslicht ausgeblasen wurde. Greifen wir als Beispiel die Rekordzeiten für das Laufen über 1500 Meter heraus. Hier ergibt sich für die Jahre 1896, 1901, 1912, 1924 und 1936 die folgende Reihe von Rekordzeiten, ausaedruckt in ganzen Sekunden: 273, 246, 237, 231, 229^£ie^

Erholungsbedürftige Jugend findet Hnterkunft in landschaftlich herrlich gelegenen Heimen.

B (Aufnahme: Schwarz, Frankfurt a. M.)

Wie kommt es eigentlich, daß vorläufig wenig­stens so viele sportliche Rekorde unserer Tage zu­nächst unerreichbar schienen, schließlich von einem einzelnenSportphänomen" aufgestellt, alsdann häufig verhältnismäßig rasch von mehreren Sportlern erreicht und zuletzt wiederum Überboten wurden? Die Steigerung der Rekorde selbst ist ja nur zum kleinen Teil eine Steigerung der rein körperlich bedingten Leistungsfähigkeit. Im Durch­schnitt sind die Menschen innerhalb einer Generation wohl kaum stärker oder schneller geworden. Die Steigerung ist zunächst auf eine Verbesse­rung der technischen Bedingungen

Hannöversches Land. Das silberne Band der Weser hinab. Höxter, Corvey, Holzminden liegen hinter mir. Fluß und Wälder, nichts als Walder. Die Höhen des Solling schwinden. Em neues Ge- birg- blaut auf. Ich blick- auf die Karte: D-r Vogler. 101, 102, 104 Kilometer fett Kaste. Ich bin am Ziel: In einer entscheidenden Schieste der Weser liegt, umspült von ihren munteren Wellen, das geschichtliche Städtchen Bodenwerder, da nur einem Manne se-n Bekanntsein und seinen Ruhm zu verdanken hat, Hieronymus Frecherrn von Münchhausen, demLugenbaron der Zopfzeit und seinenAbenteuern".

Was ich sehe, sind Giebelhäuser im niedersächsi­schen Baustil, rechts und links der Straße von teil­weise ansehnlich starken Baumen überschattet^ Aus der Literaturgeschichte weiß ich, daß der Baron hier geboren ist. Fremde kommen genug her, doch die wenigsten seinetwegen. Ich frage spulende Kin­der, die in der Heimatkunde von ihm gehört haben, und schon stehe ich, von ihnen gewiesen, vor einem langgestreckten, zweistöckigen, behäbig imJß genoen Haus mit weiß gekalkten Wanden und schwarzem Balkenwerk, demSchloß . Hier er* blickte der berühmte Mann am 11. Mai 1720 das Licht der Welt, wurde Hieronymus Karl Friedrich getauft. Er entsproß der sogenann en schwarzen Linie dieses uralten deutschen e^ts ine

in Hannover und Braunschweig ihre B stz 9 hat, und man will ihm, der nut fernen Streichen eine ganze Zeitgenossenschaft urtb Dtele chgefah- rene Geschlechter im Lachen hielt, mcyr ^iwen, daß zu seinen würdigen Vorfahren auch Gerlach Adolf v o n M ü n ch h a u s e n, der Stifter der Göt­tinger Hniversität, zählt. . iuMnp

Seine militärische Laufbahn begann Gerunge Landedelmann als Kornett im russischer' Resmient des Prinzen Anton Hlrich von Braunschweig. Im Schwedenkriege, in Kämpfen mit Tataren und Türken, alles in allem ^hn Fahre im russischen Dienste, pflückte er seinen Ruhm, diente unter der Zarin Elisabeth, der Tochter Peters des Großen, und nahm, der Liebling der ,Gesellschaft, als Ritt­meister seinen Abschied, um mit femer ©attin 3ato- bine von Dunten nach Bodenwerder ^nrückzukehren und sich der Bewirtschaftung seines Landguteszu widmen. 46 Jahre waren ihm an ^r. Seite s^ner Hausfrau vergönnt. Die schönsten wed^el vollen Daseins, übersonnt von lauten Jagdzugen m die umliegenden Wälder« von der Freude an

Münchhausen - Museum" des Magistrats enthält erschreckend wenig: Das alte Pulverhorn des Barons und einen wurmstichigen Schrank voll Pro­zeßakten; denn nach dem Tode seiner Gattin hei­ratete der Freiherr ein liederliches Weib, welches sein ganzes Vermögen mit jungen Liebhabern durch­brachte, so daß er, in Mißmut und Klagen ver­strickt, schließlich vollkommen verarmt starb. Eine endlose Kette von Aergernissen trug ihm auch die Veröffentlichung seinerWunderbaren Reisen und Abenteuer zu Wasser und zu Lande" ein,wie er dieselben bei einer Flasche im Zirkel seiner Freunde zu erzählen pflegte". Ein Deutscher war es, der den Ruhm des Aufschneiders, wiewohl tm Englischen zuerst, in alle Welt trug: Rudolf Erich Raspe, Professor der Altertümer am Landgrafllchen Colle­gium Carolinum zu Kassel, welcher, weil ihm die Schulden über den Kops gewachsen waren, über Nacht nach England geflohen war und dort mit Baron Münchhausens Erzählungen von seinen wunderbaren Reisen und Feldzügen m Rußland tatsächlich sein Glück machte Die Abenteuer dieses Helden öer absinkenden Rokokowelt in seiner fern- haften Sprache dem deutschen Volke Auruckzugeben, war dem Begabtesten des Göttinger Hainbundes, dem Dichter Gottfried August Burger vorbehal­ten. Sein Buch erschien erstmals 1786!

Griesgrämig und mißtrauisch, von Weib und Freunden verlassen, fand der Liebling der Frauen­welt und der Herrengesellschaft in seinem Geburts- haus auch das Ende. Im Kirchenbuche steht zu lesen, daß er 76 Jahre alt einem Schlags erlag und nicht ohne Schwierigkeiten m der historischen Pfarrkirche des benachbarten Ortes Kemenade seine Ruhestätte fand; denn die Bauern wehrten sich da­gegen, denLügenbaron" in ihrem Gotteshause be­stattet zu erhalten. Kein Grabstein zeigt an, wo feine Gebeine ruhen. Ein liebenswurdtger alter

großen sportlichen Wettkampf zur Hand nehmen, . ohne dort zu lesen, daß wieder einmal der uno der Rekord gebrochen oder wenigstens angegriffen J wurde. Das geht nun schon seit langem so, und , wir haben uns derartig an die immer neuen Re- ; korbe auf allen Gebieten gewöhnt, baß wir biefe Entwicklung sozusagen als einen Dauerzustanb be­trachten. Das aber ist ein Irrtum, muß ein Irrtum sein, beim jeher Physiologe kann uns nachweisen, in wie enge Grenzen hie menschliche Leistungs­fähigkeit gebannt ist. Es besteht heute bie sehr interessante Tatsache, baß bie Rekorbe in einer Aufwärtsbewegung begriffen finb, bie zwar burch Schwankungen unterbrochen wirb, aber boch deut- lich als allmähliche Annäherung an einen Grenz­wert vor uns steht. Es gibt eine absolute Grenze für bie höchste Geschwinbigkeit, mit ber ein Mensch etwa bie Hunbert-Meter- Strecke zurücklegen kann, es gibt eine Grenze für bie größte Absprungsgeschwindigkeit gegen bie Schwerkraft, bie über bie höchst erreichbare Größe eins Sprunges entscheidet. Gewiß hat man die Rekorde durch bessere Trainingsmethoden, bessere Lauftechnik, besondere Bahnen, Rennschuhe usw. zunächst einmal sehr beträchtlich steigern können dadurch erklären sich die starken Hnterschiede zwi­schen den ersten und den späteren Rekorden aber irgendwann einmal muß bei allen sportlichen Lei­stungen, gleichgültig ob Laufen, Springen oder Werfen ufw., der letzte Grenzwert erreicht sein, den kein Training, keine Willenskraft und keine noch so ideale sportliche Veranlagung überschreiten kann. Freilich ist zuzugeben, daß wir diesen Grenzwert vorläufig in keinem Falle genau an- ged e n können, aber vorhanden ist er darum nicht weniger und jeder neue Rekord bedeutet auch eine weitere Annäherung an diesen noch unbekann­ten Grenzwert. So kann man leicht errechnen, daß beispielsweise die bisherige Gesamtsteigerung in der deutschen Rekordliste für alle Strecken vom Hun- dert-Meter-Lauf bis zum Dauerlauf über viele Kilometer ziemlich gleichmäßig etwa 10 v. H. be­trägt. Beim Hoch- und Weitsprung ist die Steige­rung etwas höher: beim Hochsprung von 1,69 Me­ter auf 2,06 Meter, beim Weitfprung von 6,23 Meter auf 8,13 Meter. Alle diese Rekorde werden sicherlich im Laufe der Zeit noch etwas Überboten werden, aber bie Grenze bes für ben heutigen auch hier offensichtlich

Gloria-Palast:

Unter falschem Verdacht".

Der Schluß dieses Films erinnert auffallend an Bengali", und auch der Schauplatz und die Fabel haben eine gewisse Ähnlichkeit: es handelt sich um eine Episode aus dem englischen Kolonialkrieg; der Name des berühmten Obersten Lawrence wird zu Beginn erwähnt und gibt den Vorgängen fast eine aktuelle Note. Ein junger Offizier gerät unschuldiger­weise in den Verdacht der Spionage; da in bie krie­gerische Hanblung eine Liebesgeschichte eingeschmug­gelt ist unb ber Leutnant, um die Frau nicht zu kompromittieren, im entscheidenden Moment der Vernehmung beharrlich schweigt, wird er zumi Tode verurteilt. Ein plötzlicher Angriff der aufständischen Kurden verhindert die standrechtliche Erschießung im letzten Augenblick unb gibt bem Leutnant Gelegen­heit, sich beim Gegenstoß auszuzeichnen unb ferne Unschuld zu beweisen. Was aber inBengali uber- roieqenb sachlich, ja naturalistisch bargestellt war ist hier romanhaft-romantisch aufgemacht, nicht ohne Spannung natürlich, aber auch nicht ohne sensatio­nelle Effekthascherei. Hinzu kommt, baß bie Regie von Marcel L ' H e r b i e r, bie sich m geheimnisvoll flingenben Anbeutungen gefällt, unb eine nicht ge- rabe geschickte Dialoggestaltung wenig zum Der- ständms beitragen. Das liegt allerdings (es handelt sich um eine französische Produkwn) teilweise an ber Notwendigkeit ber Synchronisierung, über beren grunbsätzliche Schwierigkeiten kürzlich in bcr^ilm- beilage gesprochen wurde. In ben Hauptrollen sieht man Pi?rre Ri ch a r b - W i ll m-wir lernten ihn kürzlich inNatascha" kennen ber hier ben Leut­nant Brent recht angemessen herkörpert, unb Kathe von Nagy, beren Spiel freilich burch allerlei Un- wahrscheinlichkeiten ihrer Rolle belastet wirb. Im Beiprogramm: bie Wochenschau, ein. Kulturfilm aus Finnland und ein Vorspann zuLiebeserwachen .

LPD. Frankfurt a. M., 20. Juli. Wohl ein-1 zigartig ist das Winterhilfswerk des deutschen Vol­kes. Hier gilt es, bedürftige Volksgenossen wahrend der Wintermonate materiell zu betreuen unb sie vor Hunger unb Kälte zu schützen. Gerade btefes große soziale Werk hat mit am stärksten dazu bev getragen, den Gedanken der Hilfsbereitschaft und damit der Volksgemeinschaft im ganzen Volke tief zu verwurzeln.

Doch hier handelt es sich schließlich nur um ein, wenn auch großes Teilgebiet der NSV., deren Auf­gaben weit umfangreicher und umfassender find. Noch verhältnismäßig wenig bekannt ist d a s große Sommerwerk ber NS V., bas mehr in stiller unb interner Arbeit zu bewältigen ist. Hier steht im Gegensatz zum Winterhilfswerk mehr ber Gebanke ber Gesunbheitsfürsorge, ber Hilfe für Kranke unb Erholungsbedürftige und vor allem der Gesunderhaltung und körperlichen sowie geisti­gen Stärkung der deutschen Jugend im Vordergrund.

Um einen Einblick in diese ©ommerarbeit zu geben, veranstaltete die Gauführung der NSV. eine aufschlußreiche Pressefahrt durch ver­schiedene Lager und Heime in unserem Gau.

Nrlauberkameradschaften.

Zunächst ging es zu dem noch im Gebiet der Stadt Frankfurt liegenden Schloß Muhlberg, wo eine 70 Mann starke Hitler-Urlauber- kameradschaft einen dreiwöchigen Urlaub ver­bringt, der ihnen durch Spenden ermöglicht wurde. Alle Berufsgruppen und Gliederungen der Partei sind hier in schöner Gemeinschaft vertreten. Freudig berichteten sie von ihrem herrlichen Ferienheim, von ber guten Verpflegung unb ben herrlichen Fahrten, die ihnen die Schönheiten unseres Gaues in so reichem Maße erschließen.

' Daß neben der Erholung allgemein bei diesen Urlauberkameradschaften auch an die Heilung Kran-

ker gedacht ist, zeigte die Hrlauberkameradschaft irt Bad Vilbel. Hier sind 40 Mann in Privat, quartieren untergebracht. Sie genießen die Vorteils! der zahlenden Kurgäste und können kostenlos die Heilbäder und sonstigen Einrichtungen des Kur- bades benutzen.

Mütter in Erholung.

Befondere Fürsorge wird aber der deutsches Mutter gewidmet. Ein Besuch des wunderschön ge- legenen M ü 11 e r e r h o 1 u n g s h e i m e s m F akenstein im Taunus zeigte, wie hier Muttes aus unserem Gau sich in einem dreiwöchigen Auf­enthalt neu stärken können für ihre hohen Milch- ten und Verständnis finden für ihre fozialen Note. Das Heim, das von privater Seite der NSV. zur Verfügung gestellt wurde, bildet mit seinen herr­lichen Anlagen und seinem wundervollen Ausblick auf die Berge und Burgen des Taunus ein wahres Paradies.

Schöne Zimmer und Aufenthaltsräume, eine gute Verpflegung, nette Schwestern und eine schöne Ka- meradschaft, die aus gemeinsamen Nöten und Sorgen entsteht, drückt diesem Heim den Stempel auf. Neben F a 1 k e n st e i n besitzt die NSV. noch in Schöne­berg ein gaueigenes Heim, während w eite r s sechs Heime vertraglich durch die N SV. belegt werden können. Auf diese Weise werden monatlich einige hundert Mütter zur Erholung ge- chickt. Unb wie sehr sich bie Mütter hier wohl suhlen, zeigen bie oft rührenben Briefe, bie voll Dankbarkeit ben freunblichen Schwestern zugehen.

Eine starke Jugend soll heranwachsen.

Im vergangenen Jahr konnten 50 000 Jungen bei? Hitler-Jugenb und des Jungvolks herrliche Ferien­tage in den Zeltlagern unseres Gaues verleben. In diesem Jahr hofft man diese Zahl bei 20 Lagern noch erhöhen zu können. Alle werden, was die Der-

Zwei tüchtige Aerzte.

Kunst der Diagnose.

Der bedeutende französische Arzt Porta! batte einem Patienten eine besondere Diät vorgeschrieben, die diesem wenig behagte.

Als er ihn eines Tages besuchte, fühlte er ihm den Puls und sagte streng:Sie haben^ja trotz meinet? Anordnung em weiches Ei gegessen!"

Was?", rief der ertappte Patient erschrocken, das merken Sie an meinem Puls?"

Gewiß! Das Ei enthält Schwefel, Phosphor und albuminöse Bestandteile, die die Magenwände reizen. Das merke ich dann sofort am Puls."

Der eingeschüchterte Patient versprach reumutig Besserung. _

Großer Mann", wurde Portal beim Verlassen! des Hauses von seinem Assistenten angeredet,Sie haben am Puls erkennen können, daß er ein weiches ^U?sinn"Ermatte Eigelb auf dem Hemd!" Gradmesser des Befindens.

Jonas Baron, hervorragender Chirurg des Spitals zu Pest, behandelte die Frau eines Madja­rengrafen. Der beunruhigte Graf setzte dem Arzt bei seiner ersten Visite eine überaus reich beschickte Frühstückstasel vor und bediente ihn, der ein starker Raucher war, mit duftenden Importen.

Bei einem späteren Besuch ging es der Gräfin be­reits besser, die Lebensgefahr war beseitigt. Der Arzt hatte sich schon im voraus auf ein gleich großartiges Frühstück gefreut und eingerichtet. Aber er bekam diesmal nichts als eine qualitätslose Zigarre beim Abschied. Baron sah sich das Ding erstaunt an, drehte es nach allen Seiten hin und her und sagte schließlich:Sehen Sie, Herr Graf, so gut geht es der Frau Gemahlin eigentlich noch nicht."

Ein neuer Fridericus-Film.

Vor kurzem haben unter der Regie von Johannes Meyer die Aufnahmen für den Syndikat-Film Fridericus" begonnen. Neben O. Gebühr, der die Titelrolle spielt, wurden für die historischen Rollen bisher verpflichtet: Hilde Körber (Wil­helmine), Will Dohm (Baron Warkotsch), Bern, Hard Minetti (Gras Wallis), Paul DahlkS (General v. Dessau), Bruno Z i e n e r (General von Ziethen), Alfred Gerasch (Gras Daun), Carl Platen (Fredersdorfs), Paul Klinger (von Bonin), Carola Höhn (Frau von Bonin), Pauk Westermeier (Musketier Mampe), Gustao Püttjer (Musketier Timm), Wilhelm König (Der Student).

Pferde- und Hundezucht und Geselligkeit bei frohem Herr von Bodenwerder ist der emzige, der mir ~ " Abseits im Berggarten finde ich den Vorstehendes noch zu erzählen wußte, er besitzt auch

welchem die nächtlichen Tafelrunden noch Akten, Schriftzuge und dergleichen, was das - ~ Lebensbild dieses großen treuherzigen Uebertre -

bers des 18. Jahrhunderts zu runden vermag: des­sen Spionageritt auf der Kanonenkugel, und dessen Jagdtrophäe: der Hirsch mit dem Kirschbaum zwi­schen dem Geweih, noch heute so frisch und un­berührt anmutet wie vor 150 Jahren.

Sonst weiß das Weserstädtchen Bodenwerder nichts mehr von dem Manne, der es berühmt ge-

Pavillon, in ,

des Barons, die Gelegenheiten, seine Kriegs- uno Jagdabenteuer anzubringen, stattfanden. Dieser Raum ist heute den Besuchern zugänglich. Heber der Tür hängt eine Gedenkplatte; an der Innenseite ist