in Hamburg gehalten sein, zumal die Vertreter aus allen Ländern nicht nach ihrer politischen Einstellung ausgewählt sind, sondern im toinne der Sozialarbeit, die durch die Entwicklung der Freizeit und der Erholung geleistet wird. Gerade Deutschland kann auf vorbildliche Einrichtungen Hinweisen, die auch anderen Ländern nützlich sein können, wobei umgekehrt auch Deutschland die eine oder die andere Erfahrung in anderen Ländern für sich verwenden kann, lieber allem aber steht die Losung: dem schaffenden Menschen zu dienen und zu helfen!
Trauerfeier in Gdingen.
Eine Abordnung der deutschen Luftwaffe.
Gdingen, 20. Juli. Der tödlich verunglückte Inspekteur der polnischen Luftwaffe, General Orlicz-Dreszer wurde am Montag in Gdingen unter Teilnahme des polnischen Statspräsidenten und des Generalin- s p e k t e u r s der polnischen Armee in feierlichem Staatsbegräbnis mit militärischen Ehren beigesetzt.
Als Vertreter der deutschen Luftwaffe trafen Generalmajor S t u m p f f und Oberstleutnant H a n n e s s e im Flugzeug aus Berlin ein. Außerdem nahmen der deutsche Militärattache in Warschau, Oberst von Studnitz, und sein Vertreter, Hauptmann Koenig, an der Trauerfeier teil. Die deutsche Abordnung überbrachte im Aufschalls von Blomberg, und des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Generaloberst Göring, einen Eichenkranz, der mit der Reichskriegsflagge und dem Hoheitszeichen der Luftwaffe geschmückt war. Einen weiteren Kranz legte der deutsche Konsul in Gdingen Hofmann im Namen der deutschen Botschaft nieder.
Die Beisetzung erfolgte gemäß dem letzten Willen des verstorbenen Generals an der Steilküste bei Oxhoft.
Gespannte Lage m Palästina.
Jerusalem, 20. Juli. (DNB.) Die Lage in Palästina hat sich noch immer nicht geändert. Die Maßnahmen des Militärs gegen die Freischaren in den Gebirgsgegenden werden mit größerem Nachdruck durchgeführt. Die Zahl der Todesopfer bei den Aufständischen wächst weiter an. Immer häufiger kommt es zu mehrstündigen größeren Gefechten, bei denen die Engländer alle modernen Kampfmittel, mit Ausnahme von Gas, einsetzen. Die Aufständischen haben neuerdings wiederholt versucht, Minen durch elektrische Fernzündung zur Explosion zu bringen. Am Strande von Tel Aviv konnte der Leitungsdraht rechtzeitig vor der Explosion entdeckt werden. Eine Beschädigung an der Oel- Rohrleitung nach Irak bei Beisan, durch die das Oel ausströmte, konnte sofort ausgebessert werden. Die neueingetroffenen Truppen aus Malta, durch die die britischen Streitkräfte auf elf Bataillone verstärkt werden, wurden auf ihrem Transport einige Stunden aufgehalten, da die Eisenbahn st recke bei Tulkarm gestört worden war und erst wieder ausgebessert werden mußte. Die Niederreißung der alten Häuser in Jaffa ist am Sonntag vorläufig beendet worden. Die Mitglieder der illegalen Kommunistischen Partei werden weiter über die Grenze a b - geschoben. Darunter befanden sich auch einige Juden aus Deutschland.
Abbau im Mittelmeergebiet.
Heimkehr nach England.
London, 20.Juli. (DNB.) Das Schlachtschiff „Rodney" traf am Montag nach neunmonatiger Abwesenheit von England in Devon- port ein. Die „Rodney" ist bekanntlich das Schlachtschiff des Admirals der Heimatflotte. Ihre Rückkehr nach England erfolgt im Rahmen der bekannten britischen Maßnahmen zur Normalisierung der Flotten st ärke im Mittelmeer. In Begleitung der „Rodney" befanden sich fünf Zerstörer.
Aus Libyen zurück.
Rom, 20. Juli. (DNB.) Bekanntlich war von maßgebender italienischer Seite in der letzten Zeit wiederholt erklärt worden, daß Italien im Verhältnis zu der Abberufung der englischen Flottenverstärkungen aus dem Mittelmeer auch seine Truppenverstärkungen aus Libyen zurückziehen werde. Auch Mussolini hatte unlängst in einer Unterredung mit einem Vertreter der Hearst-Presse von neuem erklärt, daß Italien „sobald wie möglich eine gewisse Anzahl Divisionen aus Libyen zurückziehen werde". Inzwischen ist der erste Rücktransport der italienischen Truppenoerstärkungen von der ägyptisch-libyschen Grenze am Montagabend in Genua ein« getroffen. Die Truppen gehören zu der motorisierten Division Trento.
Inden und Kommunismus.
Eine Mahnung
des holländischen Faschistenführers.
A m st e r ö a m, 20. Juli. (DNB.) Während einer Zusammenkunft der holländischen Fas- ciftenbemegung NSB. in Utrecht, die von mehreren tausend Personen besucht war, übte der Führer der NS.-Bewegung Mussert in einer Rede schärft Kritik an der Haltung der niederländischen Regierung. Er erklärte u. a., die guten Beziehungen zum deutschen Volk, mit dem die Niederlande auf wirtschaftlichem Gebiet aufs engfte verbunden seien, seien zielbewußt zer - start worden. Dies sei eine der wichtigsten Ursachen für das heutige wirtschaftliche Elend in den Niederlanden. Es sei höchste Zeit, daß die Völker Europas den Haß und das Mißtrauen, das sie gegeneinander zeigen, aufgeben und sich zusumme n f i n d e n in einer gemeinsamen Front gegen den Kommunismus. Der Redner stellte ferner fest, daß der Weltkommun i s m u s durch das internationale Judentum verbreitet werde. Es fei Zeit, die Juden nach ihren Taten zu beurteilen.
Heute »ifferrat in Paris.
Paris, 21. Juli. (DNB. Funkspruch.) Außenminister D e l b o s wird sich bereits am Mittwochnachmittag nach London begeben. Ministerpräsident Blum wird erst am Donnerstagmorgen mit dem Flugzeug nach London abreisen.
Der M i n i ft e r r a t, der am heutigen Dienstag unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik im Elyfee zusammentritt, wird sich in erster Linie mit der europäischen Lage, insbesondere mit der französischen Haltung auf der bevorstehenden Dreier-Konferenz in London beschäftigen.
Der Bürgerkrieg in Spanien.
ttndurchsichtige Lage. - Widersprechende Meldungen der spanischen Gender.
Reaierungsbericht vom Montagnachmittag.
Paris, 20. Juli. (DNB.) Das spanische Innenministerium hat gegen 14 Uhr nachstehende amtliche Verlautbarung durch Rundfunk verbreiten lassen:
Das 1. Infanterieregiment hat sich der Regierung zur Verfügung gestellt. Im gleichen Augenblick hat General Queipo de Llano an bas Innenministerium telephoniert und General Mola an den Fernsprecher gerufen. Hunderte von Offizieren sind von den regierungstreuen Truppen gefangen genommen worden. Eine Nachricht vom Rundfunksender in Sevilla hat aufgefangen werden können. In dieser Nachricht wird dringend die Entsendung eines Wasserflugzeuges für General Franco gefordert, da er die Flucht ergreifen will. In Sevilla haben die regierungstreuen Truppen an Boden gewonnen. Das Arbeiterviertel Triana, wo der Widerstand gut organisiert ist, steht in Verbindung mit den Behörden in Huelva, die von dem Verlauf der Ereignisse unterrichtet sind.
1000 2Hann werden durch Sonderzug von Huelva nach Sevilla enlsandl, um das Zentrum der Stadt anzugreifen, wo die Aufständischen sich organisiert haben.
Ein Geschwader von Bombenflugzeugen hat Cadiz bombardiert, wo der Gouverneur, umgeben von der Bürgergarde, den Aufständischen standhält. In Malaga werden die Nachrichten von der Ausschiffung marokkanischer Truppen dementiert. Die einzige Ausschiffung von Eingeborenentruppen hat in Algeciras stattgefunden, wo sie zurückqeschlagen wurden. Im übrigen Spanien herrscht vollkommene Ruhe, ausgenommen Saragossa und Valladolid, die in den Händen der Aufständischen sind.
havas meldet aus Gibraltar, daß vier spanische Kriegsschiffe am Montagnachmittag auf der Höhe von Ceuta eingetroffen seien und die Stadt bombardierten. Aach einer anderen ha- vas-7Neldung aus hendaye an der spanisch- französischen Grenze ist die Grenze Montagnachmittag endgültig geschlossen worden.
Nur die spanischen Grenzarbeiter, die auf französischem Boden arbeiteten, sind ermächtigt worden, in ihre auf spanischem (Bebiet liegenden Wohnungen zurückzukehren. Man hat sie jedoch darauf aufmerksam gemacht, daß sie am Dienstag nicht wieder über die Grenze dürften. Die bewaffneten Arbeiter, die bisher an der Grenze den Grenzdienst unterstützten, sind vollkommen zurückgezogen worden. Sie haben sich zum größten Teil auf den Ausruf des Zivilgouverneurs von San Sebastian hin nach dorthin begeben, um die aufständischen Truppen, die von Pamplona aus im Anmarsch sind, zu bekämpfen. Sämtliche Kraftwagen sind beschlagnahmt worden. Die Lebensmittelgeschäfte müssen nachmittags schließen. Alle anderen Geschäfte in San Sebastian sind geschlossen. Auf den großen Landstraßen haben die Arbeiter Barrikaden errichtet, um die aufständischen Truppen besser aufhalten zu können. Nach einer weiteren in Hendaye eingelaufenen Meldung soll der Direktor der spanischen Nordbahn, der als Faschist bekannt war, in Sevilla ermordet worden fein.
Der französische Grenzdienst ist wesentlich verstärkt worden. Zahlreiche spanische Flüchtlinge überschreiten die Grenze, vor allem Kommunisten und Marxisten, darunter auch der sozialistische Abgeordnete von Jaca, der erklärt haben soll, daß die dortige Garnison in den Händen der Aufständischen sei.
Das spanische Innenministerium hat um 17 Uhr durch Rundfunk eine Verordnung erlassen, in der die bewaffneten Arbeiter aufgefordert werden, den Befehlen der Behörden zur Organisation des Kampfes gegen die Aufständischen unbedingt Folge zu leisten.
Nach einer Havas-Meldung aus Madrid hat sich die Garnison von Alcala de Henares, die aus Pionieren und einem Bataillon Kraftfahrern bestand, den Regierungstruppen ergeben.
Nach einer Havas-Meldung aus Tanger sind dort in der Nacht zum Montag der spanische Kreuzer „Libertad", ein Torpedoboot, ein Kanonenboot und zwei Begleitschiffe eingetroffen. Die Mannschaften haben erklärt, daß an Bord alle Offiziere und Matrosen, die sich der Aufstandsbewegung anschließen wollten, gefangengehalten würden. Ein Beamter der Hafenverwaltung soll festgestellt haben, daß
ein spanisches Begleitschiff von einem einfachen Matrosen befehligt wurde.
Regierung meldet Montagabend vollen Siea.
Madrid, 20. Juli. (DRV.) Die spanische Regierung teilte am Montagabend mit, daß der Auf st and in Madrid vollständig niedergeschlagen sei, und daß sich die Garnisonen von Bicalvaro de la Montana, Maria Cristina und Gotfa ergeben hätten. Die a u f st ä n d i s ch e n Flugzeuge seien von regierungstreuen Staffeln zerstreut worden und würden verfolgt. Auch in der Provinz sollen sich nach dem Bericht der Regierung die aufständischen Truppen in immer größerem Umfange unterwerfen.
Wie die Regierung weiter berichtet, soll die Volksfrontmiliz ihren Sieg im Mittelpunkt Madrids, in der Nähe des Innenministeriums, begeistert gefeiert haben. Auf dem Gebäude des Innenministeriums wurde eine republikanische Flagge gehißt, die kurz davor den Aufständischen entrissen worden war. Auf Grund eines Regierungserlasses, der durch den Rundfunk bekannt gegeben wurde, find zur Vermeidung einer Panikstimmung unter der Bevölkerung
sämtliche Bank- und Börsengeschäfte für die Dauer von 48 Stunden in ganz Spanien untersagt. Geldbeträge dürfen auf den Banken nur im Betrage bis zu 2000 Peseten abgehoben werden. Gleichzeitig wurde für sämtliche Zahlungen ein Moratorium erlassen.
Der Ministerpräsident und Außenminister Giral richtete im Rundfunk einige beruhigende Worte an
die Bevölkerung und stellte fest, daß der Sieg der republikanischen Sache durch den verbrecherischen Anschlag des Militärs nicht aufgehalten werden könne. Die Regierung vertraue auf das Volk, und dieses solle sich auf die Regierung verlassen, die bis zur endgültigen Wiederherstellung der Ordnung auf ihrem Posten ausharren werde. Hinter der Regierung stünden die Polizei, die Marine, die Luftstreitkräfte, die Volksfrontmiliz und der größte Teil des Landheeres. Die Regierung danke für die begeisterte Unterstützung, die das Volk in geschichtlicher Stunde der gesetzlichen Regierung entgegenbringe.
Der MadriderRundfunksender hat um 21.45 Uhr in spanischer, französischer und deutscher Sprache eine amtliche Mitteilung veröffentlicht, wonach
die Regierung die Aufslandsbewegung endgültig niedergeschlagen habe.
Die Regierung ruft das Volk und die Soldaten auf, die Faschisten daran zu hindern, dem Volk die erworbenen Rechte zu nehmen. Sie erklärt ferner, daß die Ordnung überall wiederhergestellt sei.
Nach einer Havas-Meldung aus Hendaye von der spanisch-französischen Grenze soll die Rundsunk-
(Scherl-Bilderdienst-M.)
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• MADRID
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ftation von Sevilla, die in den letzten beiden Tagen nur Mitteilungen der Aufständischen veröffentlichte, jetzt wieder amtliche Mitteilungen der spanischen Regierung senden. Die Madrider Regierung habe ferner bekanntgegeben, daß der General Garcia de la Herr an bei der Belagerung des Militärstützpunktes von Carabanchel (bei Madrid) von den Regierungstruppen getötet worden sei.
Aus Gibraltar wird gemeldet, daß ein spanischer Torpedobootszerstörer die Stadt Couta beschieße. Von Gibraltar aus könne man beobachten, wie die Granaten auf die Stadt fallen.
In Paris erklärt man am Montagabend entgegen anderslautenden Meldungen, daß die aus Spanien abgegangenen Züge sämtlich zur festgesetz- t e n Z e i t in der französischen Hauptstadt e i n getroffen seien. Reisende, die mit dem fahrplanmäßigen französischen Flugzeug von Casablanca kommend in Toulouse eingetroffen find, berichten, daß sie in Malaga zahlreiche Brandherde festgestellt hätten. Dagegen herrsche in
Alicante vollkommene Ruhe. Auch in Barcelona seien zahlreiche Gebäude in Brand gesteckt worden. In der Nähe der Hafenanlagen hätten Flugzeuge die Stadt überflogen und das Marine- arfenal sowie die Artilleriekaserne, die in der Nähe des Columbus-Denkmals liegen, mit Bomben belegt.
Die Agentur Havas veröffentlicht andererseits eine aus Paris datierte Mitteilung, in der sie angeblich aus halbamtlichen Quellen stammende Meldungen wiedergibt, die für die spanische Regierung weniger günstig lauten. Danach sollen etwa 40 Spanier, die zum größten Teil den Volksfrontparteien angehören, die französische Grenze überschritten haben und dort entwaffnet worden sein. Man habe ihnen erlaubt, sich vorläufig in dem Departement Pyrenäen aufzuhalten.
Cs bestätige sich ferner, daß spanische Fremdenlegionäre, von Marokko kommend, in Spanien gelandet seien und daß die Aufständischen die Städte Sevilla, Granada, Malaga, Valladolid und Burgos fest in den Händen hätten.
In der Mitteilung der Regierung heißt es weiter, daß auch die letzten Garnisonen in Carabanchel, sowie Alcala de Henares sich ergeben hätten. Der Führer der Aufstandsbe- roegung in Madrid, General Fanjul, sei verhaftet worden und befinde sich im Polizeipräsidium. Bei der Einnahme der Kasernen in Carabanchel sei General Garcia de la Herran tot aufgefunden worden. Dieser habe bereits an dem monarchistischen Aufstand im August 1932 teilgenommen.
Die Regierung betont wiederholt, daß sie die Lage in Madrid vollkommen beherrsche, und läßt mehrfach Dekrete verlesen, durch die aufständische Truppenabteilungen aufgelöst und deren Soldaten entlassen werden.
Sie dankt in dem Rundfunkbericht besonders der Guardia Civil und der Guardia Asalto für ihre treue Hilfe bei der Niederwerfung der Rebellen. Die Rundfunkhörer werden aufgeforbert, für die Verbreitung der amtlichen Rundfunknachrichten zu sorgen, da nur diese die wirklich richtigen seien und von der Regierung über sämtliche spanischen Sender verbreitet würden. In ganz kurzer Zeit werde, so besagt der Rundfunkbericht der Regierung weiter, die Aufstandsbewegung niedergeworfen fein. Die Regierung fordert sodann die Bevölkerung zur Ruhe und die V o l k s f r o n t m i l i z zum Gehorsam auf. Die letztere müsse Disziplin bewahren, sie dürfe ihre Kräfte nicht vergeuden und sich nicht durch faschistische Dachschützen provozieren lassen: ferner solle sie jederzeit nur unter der Leitung der Behörden handeln.
Zahlreiche Führer des Aufstandes sollen sich auf der Flucht befinden. Die Lage in Sevilla bessere sich von Stunde zu Stunde; auch die Aufstandsherde in Valladolid und Saragossa würden sich bald ergeben. Die Truppen in Alcala de Henea- res, die sich unterworfen hätten, seien nach Madrid in Begleitung von Miliz und mit erhobener F a u ft marschiert.
Schließlich teilt die Regierung mit, daß nach ihr zugegangenen Mitteilungen aus Lissabon General Sanjurjo auf dem Wege nach Svanien mit dem Flugzeug tödlich verunglückt sei.
Der Verband der Eisenbahnarbeiter fordert im Rundfunk zur Ausnahme der Arbeit auf; ein Fernbleiben von der Arbeit sei nur denen gestattet, die besondere Aufgaben erfüllen müßten.
„Mobilmachung in den besetzten Gebieten." ©er Staatspräsident in der Hand der Aufständischen?
Clffabon, 21. Juli. (DRB. Funkfpruch.) Rach einem hier vorliegenden Bericht hat der Sender in Sevilla bekanntgegeben, daß das Hauptquartier der Aufständischen eine allgemeine Mobilmachung sowie die Einziehung aller Wehrdien st fähigen in den von den Aufständischen besetzten Provinzen angeordnet hat. In einer Rundfunkmitteilung des Senders Madrid und Barcelona hat die Madrider Regierung die Zivilbevölkerung und die Sturmscharen aufgefordert, den Marsch der Auf- ständischen auf Madrid zu verhindern. Die Regierung behauptet erneut, Herr der Situation zu sein. 3n Madrid ereignen sich fortwährend Schießereien, die von den Regierungsgegnern
zur Erhöhung des Wirrwarrs verursacht werden.
Zu dem tödlichen Anfall des in Lissabon in Verbannung lebenden spanischen Generals Sanjurjo wird noch bekannt, daß er auf die Rachricht von dem Aufstand in Spanien im Flugzeug in fein Vaterland zurückkehren wollte. Das Flugzeug st ü r z t e jedoch kurz nach dem Start a b und geriet in Brand, Sanjurjo kam so ums Leben, während der spanische Pilot lebensgefährlich verletzt wurde.
Rach einem vom Sender Cordoba aufgefangenen und bisher unbestätigten Funkspruch soll sich der spanische Staatspräsident Azana in Santander angeblich in der Gefangenschaft der Aufständischen befinden.
Berichte von Menstagfrüh.
Paris, 21. Juli. (DNB. Funkspruch.) Während am Montagabend über dem Sender S e - villa eine Verlautbarung der spanischen Regierung verbreitet wurde, die die Aufständischen zur Uebergabe auffordert, verbreitet der gleiche Sender heute in den frühen Morgenstunden, wie Havas meldet, eine Mitteilung der Aufständischen, in der alle Nachrichten der spanischen Regierung über eine Niederschlagung des Aufstandes dementiert werden. Am Dienstagmorgen wurde ferner von dem Sender Sevilla ein Aufruf des Generals Franco verbreitet, in dem zwar der Widerstand der Regierung zugegeben, im übrigen aber gleichfalls die von Madrid verbreiteten Nachrichten als unzutreffend bezeichnet werden. In dem Aufruf heißt es dann weiter, daß sich das Regiment Covadonga geweigert habe, der Regierung 41 0 0 0 Gewehre zur Bewaffnung der roten Miliz zur Verfügung zu stellen, und daß der Flughafen Cuatro-Dientos durch ein Artillerie-Regiment besetzt worden sei.
Der Sender Sevilla verbreitete gestern um 21.30 Uhr ein Communiqu6 der Regierung, in dem den Aufständischen eine Frist zurUeber- g ab e bis heute gegeben wird. Außerdem wurden der Zivilgarde und den Offizieren befohlen, sich wieder auf ihre P o st e n zu begeben. Der Bürgermeister von Sevilla hat die Lebensmittel- und Fleischergeschäfte aufgefordert, am Dienstag wieder zu öffnen, um die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung sicherzustellen.
Nach einem Havas-Bericht soll der Aufstand von dem verbannten General Sanjurjo, der jetzt bei einem Flugzeugunfall ums Leben gekommen ist, ausgegangen sein. Außerdem seien leitend bei der Durchführung des Militärausstandes beteiligt die Generale von Marokko und Süd- s p a ni e n , der General M o l a und Oberst R u d a und der General Godes, der in Barcelona einen Mißerfolg erlitten, habe. Das Ziel, das die Aufständischen erstrebten, sei eine vorübergehende Diktatur, unter der Neuwahlen zu einer korporativen Volksvertretung durchgeführt werden sollten.
Moskau schattet sich ein.
Lissabon, 21. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Nachricht von der Gefangennahme Azana s wird vom Sender Madrid energisch dementiert.
Die Zivilbevölkerung wurde aufgefordert, nach 20 Ahr die Häuser nicht mehr zu verlassen, da auf später auf der Straße angetroffene Personen geschossen werde würde. Obwohl die Madrider Regierung in ihren Rundfunkverlautbarungen erklärt, alles in der Hand zu haben, ist die Lage noch durchaus unübersichtlich.
Der Sender von Sevilla gibt bekannt, daß sich die Besatzung des am Vigo liegenden Kreuzers „Don Jaime" den Aufständischen angeschlossen habe. Aus den verschiedenen Rundsunkmeldungen geht ferner übereinstimmend hervor, daß es m


