Ausgabe 
21.7.1936
 
Einzelbild herunterladen

in Hamburg gehalten sein, zumal die Vertreter aus allen Ländern nicht nach ihrer politischen Ein­stellung ausgewählt sind, sondern im toinne der Sozialarbeit, die durch die Entwicklung der Frei­zeit und der Erholung geleistet wird. Gerade Deutschland kann auf vorbildliche Einrichtungen Hinweisen, die auch anderen Ländern nützlich sein können, wobei umgekehrt auch Deutschland die eine oder die andere Erfahrung in anderen Ländern für sich verwenden kann, lieber allem aber steht die Losung: dem schaffenden Menschen zu dienen und zu helfen!

Trauerfeier in Gdingen.

Eine Abordnung der deutschen Luftwaffe.

Gdingen, 20. Juli. Der tödlich verunglückte Inspekteur der polnischen Luftwaffe, General Orlicz-Dreszer wurde am Montag in Gdingen unter Teilnahme des polnischen Statspräsidenten und des Generalin- s p e k t e u r s der polnischen Armee in feierlichem Staatsbegräbnis mit militärischen Ehren beigesetzt.

Als Vertreter der deutschen Luftwaffe trafen Generalmajor S t u m p f f und Oberstleut­nant H a n n e s s e im Flugzeug aus Berlin ein. Außerdem nahmen der deutsche Militärattache in Warschau, Oberst von Studnitz, und sein Ver­treter, Hauptmann Koenig, an der Trauerfeier teil. Die deutsche Abordnung überbrachte im Auf­schalls von Blomberg, und des Oberbefehls­habers der Luftwaffe, Generaloberst Göring, einen Eichenkranz, der mit der Reichskriegsflagge und dem Hoheitszeichen der Luftwaffe geschmückt war. Einen weiteren Kranz legte der deutsche Kon­sul in Gdingen Hofmann im Namen der deut­schen Botschaft nieder.

Die Beisetzung erfolgte gemäß dem letzten Wil­len des verstorbenen Generals an der Steilküste bei Oxhoft.

Gespannte Lage m Palästina.

Jerusalem, 20. Juli. (DNB.) Die Lage in Palästina hat sich noch immer nicht geän­dert. Die Maßnahmen des Militärs gegen die Freischaren in den Gebirgsgegenden werden mit größerem Nachdruck durchgeführt. Die Zahl der Todesopfer bei den Aufständischen wächst weiter an. Immer häufiger kommt es zu mehrstündigen größeren Gefechten, bei denen die Eng­länder alle modernen Kampfmittel, mit Ausnahme von Gas, einsetzen. Die Aufständischen haben neuer­dings wiederholt versucht, Minen durch elek­trische Fernzündung zur Explosion zu brin­gen. Am Strande von Tel Aviv konnte der Lei­tungsdraht rechtzeitig vor der Explosion entdeckt werden. Eine Beschädigung an der Oel- Rohrleitung nach Irak bei Beisan, durch die das Oel ausströmte, konnte sofort ausgebessert wer­den. Die neueingetroffenen Truppen aus Malta, durch die die britischen Streitkräfte auf elf Bataillone verstärkt werden, wurden auf ihrem Transport einige Stunden aufgehalten, da die Eisenbahn st recke bei Tulkarm gestört worden war und erst wieder ausgebessert werden mußte. Die Niederreißung der alten Häuser in Jaffa ist am Sonntag vorläufig beendet worden. Die Mit­glieder der illegalen Kommunistischen Partei werden weiter über die Grenze a b - geschoben. Darunter befanden sich auch einige Juden aus Deutschland.

Abbau im Mittelmeergebiet.

Heimkehr nach England.

London, 20.Juli. (DNB.) Das Schlacht­schiffRodney" traf am Montag nach neun­monatiger Abwesenheit von England in Devon- port ein. DieRodney" ist bekanntlich das Schlachtschiff des Admirals der Heimatflotte. Ihre Rückkehr nach England erfolgt im Rahmen der bekannten britischen Maßnahmen zur Normali­sierung der Flotten st ärke im Mittel­meer. In Begleitung derRodney" befanden sich fünf Zerstörer.

Aus Libyen zurück.

Rom, 20. Juli. (DNB.) Bekanntlich war von maßgebender italienischer Seite in der letzten Zeit wiederholt erklärt worden, daß Italien im Ver­hältnis zu der Abberufung der englischen Flotten­verstärkungen aus dem Mittelmeer auch seine Truppenverstärkungen aus Libyen zurückziehen werde. Auch Mussolini hatte unlängst in einer Unterredung mit einem Vertreter der Hearst-Presse von neuem erklärt, daß Italien sobald wie möglich eine gewisse Anzahl Divisionen aus Libyen zurückziehen werde". Inzwischen ist der erste Rücktransport der italienischen Trup­penoerstärkungen von der ägyptisch-liby­schen Grenze am Montagabend in Genua ein« getroffen. Die Truppen gehören zu der motorisier­ten Division Trento.

Inden und Kommunismus.

Eine Mahnung

des holländischen Faschistenführers.

A m st e r ö a m, 20. Juli. (DNB.) Während einer Zusammenkunft der holländischen Fas- ciftenbemegung NSB. in Utrecht, die von mehreren tausend Personen besucht war, übte der Führer der NS.-Bewegung Mussert in einer Rede schärft Kritik an der Haltung der nieder­ländischen Regierung. Er erklärte u. a., die guten Beziehungen zum deutschen Volk, mit dem die Niederlande auf wirtschaftlichem Gebiet aufs engfte verbunden seien, seien zielbewußt zer - start worden. Dies sei eine der wichtigsten Ur­sachen für das heutige wirtschaftliche Elend in den Niederlanden. Es sei höchste Zeit, daß die Völker Europas den Haß und das Mißtrauen, das sie ge­geneinander zeigen, aufgeben und sich zusum­me n f i n d e n in einer gemeinsamen Front gegen den Kommunismus. Der Redner stellte ferner fest, daß der Weltkom­mun i s m u s durch das internationale Ju­dentum verbreitet werde. Es fei Zeit, die Juden nach ihren Taten zu beurteilen.

Heute »ifferrat in Paris.

Paris, 21. Juli. (DNB. Funkspruch.) Außen­minister D e l b o s wird sich bereits am Mittwoch­nachmittag nach London begeben. Ministerpräsi­dent Blum wird erst am Donnerstagmorgen mit dem Flugzeug nach London abreisen.

Der M i n i ft e r r a t, der am heutigen Dienstag unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik im Elyfee zusammentritt, wird sich in erster Linie mit der europäischen Lage, insbesondere mit der französischen Haltung auf der bevorstehenden Dreier-Konferenz in London beschäftigen.

Der Bürgerkrieg in Spanien.

ttndurchsichtige Lage. - Widersprechende Meldungen der spanischen Gender.

Reaierungsbericht vom Montagnachmittag.

Paris, 20. Juli. (DNB.) Das spanische Innenministerium hat gegen 14 Uhr nach­stehende amtliche Verlautbarung durch Rundfunk verbreiten lassen:

Das 1. Infanterieregiment hat sich der Regierung zur Verfügung gestellt. Im gleichen Augenblick hat General Queipo de Llano an bas Innenministe­rium telephoniert und General Mola an den Fern­sprecher gerufen. Hunderte von Offizieren sind von den regierungstreuen Truppen gefan­gen genommen worden. Eine Nachricht vom Rund­funksender in Sevilla hat aufgefangen werden kön­nen. In dieser Nachricht wird dringend die Ent­sendung eines Wasserflugzeuges für General Franco gefordert, da er die Flucht ergreifen will. In Sevilla haben die regierungstreuen Trup­pen an Boden gewonnen. Das Arbeiterviertel Triana, wo der Widerstand gut organisiert ist, steht in Verbindung mit den Behörden in Huelva, die von dem Verlauf der Ereignisse unterrichtet sind.

1000 2Hann werden durch Sonderzug von Huelva nach Sevilla enlsandl, um das Zentrum der Stadt anzugreifen, wo die Auf­ständischen sich organisiert haben.

Ein Geschwader von Bombenflugzeugen hat Cadiz bombardiert, wo der Gouverneur, umgeben von der Bürgergarde, den Aufständischen standhält. In Malaga werden die Nachrichten von der Aus­schiffung marokkanischer Truppen dementiert. Die einzige Ausschiffung von Eingeborenentruppen hat in Algeciras stattgefunden, wo sie zurückqeschlagen wurden. Im übrigen Spanien herrscht vollkommene Ruhe, ausgenommen Saragossa und Valladolid, die in den Händen der Aufständischen sind.

havas meldet aus Gibraltar, daß vier spanische Kriegsschiffe am Montagnachmittag auf der Höhe von Ceuta eingetroffen seien und die Stadt bombardierten. Aach einer anderen ha- vas-7Neldung aus hendaye an der spanisch- französischen Grenze ist die Grenze Montagnach­mittag endgültig geschlossen worden.

Nur die spanischen Grenzarbeiter, die auf fran­zösischem Boden arbeiteten, sind ermächtigt worden, in ihre auf spanischem (Bebiet liegenden Wohnun­gen zurückzukehren. Man hat sie jedoch darauf auf­merksam gemacht, daß sie am Dienstag nicht wieder über die Grenze dürften. Die bewaffneten Ar­beiter, die bisher an der Grenze den Grenzdienst unterstützten, sind vollkommen zurückgezogen wor­den. Sie haben sich zum größten Teil auf den Aus­ruf des Zivilgouverneurs von San Sebastian hin nach dorthin begeben, um die aufständischen Truppen, die von Pamplona aus im Anmarsch sind, zu bekämpfen. Sämtliche Kraftwagen sind beschlag­nahmt worden. Die Lebensmittelgeschäfte müssen nachmittags schließen. Alle anderen Geschäfte in San Sebastian sind geschlossen. Auf den großen Landstraßen haben die Arbeiter Barri­kaden errichtet, um die aufständischen Truppen besser aufhalten zu können. Nach einer weiteren in Hendaye eingelaufenen Meldung soll der Direk­tor der spanischen Nordbahn, der als Faschist be­kannt war, in Sevilla ermordet worden fein.

Der französische Grenzdienst ist wesentlich ver­stärkt worden. Zahlreiche spanische Flüchtlinge überschreiten die Grenze, vor allem Kommu­nisten und Marxisten, darunter auch der sozia­listische Abgeordnete von Jaca, der erklärt haben soll, daß die dortige Garnison in den Händen der Aufständischen sei.

Das spanische Innenministerium hat um 17 Uhr durch Rundfunk eine Verordnung erlassen, in der die bewaffneten Arbeiter aufgefordert werden, den Befehlen der Behörden zur Organisation des Kamp­fes gegen die Aufständischen unbedingt Folge zu leisten.

Nach einer Havas-Meldung aus Madrid hat sich die Garnison von Alcala de Henares, die aus Pionieren und einem Bataillon Kraftfahrern bestand, den Regierungstruppen ergeben.

Nach einer Havas-Meldung aus Tanger sind dort in der Nacht zum Montag der spanische Kreu­zerLibertad", ein Torpedoboot, ein Kanonenboot und zwei Begleitschiffe eingetroffen. Die Mann­schaften haben erklärt, daß an Bord alle Offiziere und Matrosen, die sich der Aufstandsbewegung an­schließen wollten, gefangengehalten würden. Ein Beamter der Hafenverwaltung soll festgestellt haben, daß

ein spanisches Begleitschiff von einem einfachen Matrosen befehligt wurde.

Regierung meldet Montagabend vollen Siea.

Madrid, 20. Juli. (DRV.) Die spanische Re­gierung teilte am Montagabend mit, daß der Auf st and in Madrid vollständig nie­dergeschlagen sei, und daß sich die Garnisonen von Bicalvaro de la Montana, Maria Cristina und Gotfa ergeben hätten. Die a u f st ä n d i s ch e n Flugzeuge seien von regierungstreuen Staffeln zerstreut worden und würden verfolgt. Auch in der Provinz sollen sich nach dem Bericht der Re­gierung die aufständischen Truppen in immer größerem Umfange unter­werfen.

Wie die Regierung weiter berichtet, soll die Volksfrontmiliz ihren Sieg im Mittelpunkt Madrids, in der Nähe des Innenministeriums, be­geistert gefeiert haben. Auf dem Gebäude des In­nenministeriums wurde eine republikanische Flagge gehißt, die kurz davor den Aufständischen entrissen worden war. Auf Grund eines Regierungserlasses, der durch den Rundfunk bekannt gegeben wurde, find zur Vermeidung einer Panikstimmung unter der Bevölkerung

sämtliche Bank- und Börsengeschäfte für die Dauer von 48 Stunden in ganz Spanien un­tersagt. Geldbeträge dürfen auf den Banken nur im Betrage bis zu 2000 Peseten abgehoben werden. Gleichzeitig wurde für sämtliche Zah­lungen ein Moratorium erlassen.

Der Ministerpräsident und Außenminister Giral richtete im Rundfunk einige beruhigende Worte an

die Bevölkerung und stellte fest, daß der Sieg der republikanischen Sache durch den verbrecherischen Anschlag des Militärs nicht aufgehalten werden könne. Die Regierung vertraue auf das Volk, und dieses solle sich auf die Regierung verlassen, die bis zur endgültigen Wiederherstellung der Ordnung auf ihrem Posten ausharren werde. Hinter der Regie­rung stünden die Polizei, die Marine, die Luftstreit­kräfte, die Volksfrontmiliz und der größte Teil des Landheeres. Die Regierung danke für die begeisterte Unterstützung, die das Volk in geschichtlicher Stunde der gesetzlichen Regierung entgegenbringe.

Der MadriderRundfunksender hat um 21.45 Uhr in spanischer, französischer und deutscher Sprache eine amtliche Mitteilung veröffentlicht, wonach

die Regierung die Aufslandsbewegung end­gültig niedergeschlagen habe.

Die Regierung ruft das Volk und die Soldaten auf, die Faschisten daran zu hindern, dem Volk die er­worbenen Rechte zu nehmen. Sie erklärt ferner, daß die Ordnung überall wiederher­gestellt sei.

Nach einer Havas-Meldung aus Hendaye von der spanisch-französischen Grenze soll die Rundsunk-

(Scherl-Bilderdienst-M.)

flRcriov»

MADRID

MIGlfK

ftation von Sevilla, die in den letzten beiden Tagen nur Mitteilungen der Aufständischen ver­öffentlichte, jetzt wieder amtliche Mitteilungen der spanischen Regierung senden. Die Madrider Regie­rung habe ferner bekanntgegeben, daß der General Garcia de la Herr an bei der Belagerung des Militärstützpunktes von Carabanchel (bei Ma­drid) von den Regierungstruppen getötet worden sei.

Aus Gibraltar wird gemeldet, daß ein spani­scher Torpedobootszerstörer die Stadt Couta beschieße. Von Gibraltar aus könne man be­obachten, wie die Granaten auf die Stadt fallen.

In Paris erklärt man am Montagabend entgegen anderslautenden Meldungen, daß die aus Spanien abgegangenen Züge sämtlich zur festgesetz- t e n Z e i t in der französischen Hauptstadt e i n ge­troffen seien. Reisende, die mit dem fahrplan­mäßigen französischen Flugzeug von Casablanca kommend in Toulouse eingetroffen find, berichten, daß sie in Malaga zahlreiche Brand­herde festgestellt hätten. Dagegen herrsche in

Alicante vollkommene Ruhe. Auch in Barcelona seien zahlreiche Gebäude in Brand ge­steckt worden. In der Nähe der Hafenanlagen hätten Flugzeuge die Stadt überflogen und das Marine- arfenal sowie die Artilleriekaserne, die in der Nähe des Columbus-Denkmals liegen, mit Bomben belegt.

Die Agentur Havas veröffentlicht anderer­seits eine aus Paris datierte Mitteilung, in der sie angeblich aus halbamtlichen Quellen stammende Meldungen wiedergibt, die für die spanische Regierung weniger günstig lauten. Danach sollen etwa 40 Spanier, die zum größ­ten Teil den Volksfrontparteien angehören, die französische Grenze überschritten haben und dort entwaffnet worden sein. Man habe ihnen erlaubt, sich vorläufig in dem Departement Pyrenäen aufzuhalten.

Cs bestätige sich ferner, daß spanische Frem­denlegionäre, von Marokko kommend, in Spa­nien gelandet seien und daß die Aufständischen die Städte Sevilla, Granada, Malaga, Valla­dolid und Burgos fest in den Händen hätten.

In der Mitteilung der Regierung heißt es wei­ter, daß auch die letzten Garnisonen in Cara­banchel, sowie Alcala de Henares sich ergeben hätten. Der Führer der Aufstandsbe- roegung in Madrid, General Fanjul, sei ver­haftet worden und befinde sich im Polizeipräsidium. Bei der Einnahme der Kasernen in Carabanchel sei General Garcia de la Herran tot aufgefun­den worden. Dieser habe bereits an dem mon­archistischen Aufstand im August 1932 teilgenom­men.

Die Regierung betont wiederholt, daß sie die Lage in Madrid vollkommen beherrsche, und läßt mehrfach Dekrete verlesen, durch die auf­ständische Truppenabteilungen aufgelöst und deren Soldaten entlassen werden.

Sie dankt in dem Rundfunkbericht besonders der Guardia Civil und der Guardia Asalto für ihre treue Hilfe bei der Niederwerfung der Rebellen. Die Rundfunkhörer werden aufgeforbert, für die Verbreitung der amtlichen Rundfunknachrichten zu sorgen, da nur diese die wirklich richtigen seien und von der Regierung über sämtliche spanischen Sen­der verbreitet würden. In ganz kurzer Zeit werde, so besagt der Rundfunkbericht der Regierung wei­ter, die Aufstandsbewegung niedergeworfen fein. Die Regierung fordert sodann die Bevölkerung zur Ruhe und die V o l k s f r o n t m i l i z zum Ge­horsam auf. Die letztere müsse Disziplin bewah­ren, sie dürfe ihre Kräfte nicht vergeuden und sich nicht durch faschistische Dachschützen provozieren lassen: ferner solle sie jederzeit nur unter der Lei­tung der Behörden handeln.

Zahlreiche Führer des Aufstandes sollen sich auf der Flucht befinden. Die Lage in Sevilla bessere sich von Stunde zu Stunde; auch die Aufstands­herde in Valladolid und Saragossa würden sich bald ergeben. Die Truppen in Alcala de Henea- res, die sich unterworfen hätten, seien nach Madrid in Begleitung von Miliz und mit erhobener F a u ft marschiert.

Schließlich teilt die Regierung mit, daß nach ihr zugegangenen Mitteilungen aus Lissabon General Sanjurjo auf dem Wege nach Svanien mit dem Flugzeug tödlich verunglückt sei.

Der Verband der Eisenbahnarbeiter fordert im Rundfunk zur Ausnahme der Arbeit auf; ein Fern­bleiben von der Arbeit sei nur denen gestattet, die besondere Aufgaben erfüllen müßten.

Mobilmachung in den besetzten Gebieten." ©er Staatspräsident in der Hand der Aufständischen?

Clffabon, 21. Juli. (DRB. Funkfpruch.) Rach einem hier vorliegenden Bericht hat der Sender in Sevilla bekanntgegeben, daß das Hauptquar­tier der Aufständischen eine allgemeine Mobilmachung sowie die Einziehung aller Wehrdien st fähigen in den von den Aufständischen besetzten Provinzen ange­ordnet hat. In einer Rundfunkmitteilung des Sen­ders Madrid und Barcelona hat die Madrider Regierung die Zivilbevölkerung und die Sturm­scharen aufgefordert, den Marsch der Auf- ständischen auf Madrid zu verhindern. Die Regierung behauptet erneut, Herr der Situation zu sein. 3n Madrid ereignen sich fortwährend Schießereien, die von den Regierungsgegnern

zur Erhöhung des Wirrwarrs verursacht werden.

Zu dem tödlichen Anfall des in Lissabon in Ver­bannung lebenden spanischen Generals Sanjurjo wird noch bekannt, daß er auf die Rachricht von dem Aufstand in Spanien im Flugzeug in fein Vaterland zurückkehren wollte. Das Flugzeug st ü r z t e jedoch kurz nach dem Start a b und ge­riet in Brand, Sanjurjo kam so ums Leben, während der spanische Pilot lebensgefähr­lich verletzt wurde.

Rach einem vom Sender Cordoba aufgefange­nen und bisher unbestätigten Funkspruch soll sich der spanische Staatspräsident Azana in San­tander angeblich in der Gefangenschaft der Aufständischen befinden.

Berichte von Menstagfrüh.

Paris, 21. Juli. (DNB. Funkspruch.) Während am Montagabend über dem Sender S e - villa eine Verlautbarung der spanischen Regierung verbreitet wurde, die die Auf­ständischen zur Uebergabe auffordert, verbreitet der gleiche Sender heute in den frü­hen Morgenstunden, wie Havas meldet, eine Mitteilung der Aufständischen, in der alle Nachrichten der spanischen Re­gierung über eine Niederschlagung des Auf­standes dementiert werden. Am Dienstagmor­gen wurde ferner von dem Sender Sevilla ein Aufruf des Generals Franco verbreitet, in dem zwar der Widerstand der Regierung zugegeben, im übrigen aber gleichfalls die von Madrid ver­breiteten Nachrichten als unzutreffend be­zeichnet werden. In dem Aufruf heißt es dann weiter, daß sich das Regiment Covadonga gewei­gert habe, der Regierung 41 0 0 0 Gewehre zur Bewaffnung der roten Miliz zur Verfügung zu stellen, und daß der Flughafen Cuatro-Dientos durch ein Artillerie-Regi­ment besetzt worden sei.

Der Sender Sevilla verbreitete gestern um 21.30 Uhr ein Communiqu6 der Regierung, in dem den Aufständischen eine Frist zurUeber- g ab e bis heute gegeben wird. Außerdem wur­den der Zivilgarde und den Offizieren befohlen, sich wieder auf ihre P o st e n zu be­geben. Der Bürgermeister von Sevilla hat die Le­bensmittel- und Fleischergeschäfte aufgefordert, am Dienstag wieder zu öffnen, um die Lebensmittel­versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.

Nach einem Havas-Bericht soll der Aufstand von dem verbannten General Sanjurjo, der jetzt bei einem Flugzeugunfall ums Leben gekommen ist, ausgegangen sein. Außerdem seien leitend bei der Durchführung des Militärausstandes beteiligt die Generale von Marokko und Süd- s p a ni e n , der General M o l a und Oberst R u d a und der General Godes, der in Barcelona einen Mißerfolg erlitten, habe. Das Ziel, das die Auf­ständischen erstrebten, sei eine vorübergehende Diktatur, unter der Neuwahlen zu einer korporativen Volksvertretung durchgeführt werden sollten.

Moskau schattet sich ein.

Lissabon, 21. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Nachricht von der Gefangennahme Aza­na s wird vom Sender Madrid energisch demen­tiert.

Die Zivilbevölkerung wurde aufgefordert, nach 20 Ahr die Häuser nicht mehr zu verlassen, da auf später auf der Straße angetroffene Per­sonen geschossen werde würde. Obwohl die Madrider Regierung in ihren Rundfunkver­lautbarungen erklärt, alles in der Hand zu haben, ist die Lage noch durchaus unübersichtlich.

Der Sender von Sevilla gibt bekannt, daß sich die Besatzung des am Vigo liegenden Kreuzers Don Jaime" den Aufständischen angeschlossen habe. Aus den verschiedenen Rundsunkmeldungen geht ferner übereinstimmend hervor, daß es m