Ausgabe 
21.7.1936
 
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Dienstag, ri.ZuIi 1956

186. Zchrgang

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Beklemmungen in Paris.

, 21. Juli. (DNB. Funkspruch.) Das

Paris

punkt zu verschieben.

1 geschlossen werden solle, das die kommende Haupt­konferenz präjudiziere, erklärte der Außen-

, Henderson könne dessen wohl v e r -

Minister,

schäft.

Allein mit der Freizeit und Erholung ist es auch heute in allen Ländern nicht gleichmäßig bestellt. Nach der Eroberung der politischen Macht m Deutschland durch die nationalsozialistische Be­wegung gab es insofern eine Umschichtung, als nunmehr die Arbeiter der Stirn und der Faust dem Unternehmertum nicht nur gleichgestellt wur­den, sondern sogar in den Vordergrund ruckten. Es ist das Wesen des Nationalsozialismus, daß er nicht, wie der Liberalismus oder auch der Marxismus, sich an den einzelnen Menschen halt, sondern die Volksgemeinschaft als solche bewußt ordern will. Das kommt vor allem in der Ein­richtungKraft durch Freude" zum Ausdruck die dabei in der richtigen Erkenntnis gehandelt hat, daß Freizeit und Erholung nicht nur eine Pflicht darstellen, sondern auch eine volkswirtschaftliche Bedeutung ersten Ranges besitzen. Auch im faschi­stischen Italien, sowie in den angelsächsischen Lan­dern ist die sogenannteFeierabend-Bewegung mit Erfolg darin tätig, mit der Erholung selbst eine Hebung und Steigerung der sozialen Werte und Pflichten zu verbinden. Ganz anders, aber durchaus nicht vorbildlich, ist der Vorgang in Rate­rußland, denn der Umstand, daß Arbeiter in ehe- mals fürstlichen Palästen in der Krim zeitweilig untergebracht werden, geschieht nicht zur Hebung sozialer Wertgefühle, sondern ist im Gegenteil so etwas wie eine verspätete Auflehnung des Muschlt gegen die Knute. , . ..

Freizeit und Erholung sollen ebenso wie die Ar­beit selbst gehoben und geadelt sein durch Die Volksgemeinschaft, denn die Arbeit hat 'm jedem Sinne die Aufgabe, dieser Gemeinschaft zu dienen, während Freizeit und Erholung dazu be­stimmt sind, die Volksgemeinschaft sozial und sitt­lich zu erhalten und zu kräftigen. In diesem Sinne werden wohl auch die Erfahrungen auf der Tagung

ren Ausführungen mit der bevorstehenden Londoner Dreier-Besprechung, wobei die Ansicht zum Aus­druck kommt, daß sie sich nicht unter allzu günstigen Aussichten für die franzö­sische Politik anzubahnen scheine.

London fei der Ansicht, daß es besser wäre, die Dreier-Besprechung auf einen späteren Zeit-

Freizeit und Erholung.

Am 23. Juli beginnt in Hamburg die inter­nationale Tagung für Freizeit und Erholung, die unter der Schirmherrschaft der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" steht. Auf­gabe der Tagung ist der Austausch von Gedanken und Erfahrungen über die Einrichtung der Freizeit, wie über das beste und ausgiebigste Maß der Er­holung, die für die schassenden Menschen zu erret-

griffe, deren praktische Tragweite klar bezeichnet und klar begrenzt werden müsse.

Wir dürften nicht in dem Gefühl leben, daß eine Zustimmung zu den großen Grundsätzen die Folge haben könne, uns in Abenteuer zu stürzen, m denen diese und alle Grundsätze, auf denen unsere Zivilisation beruht, untergingen. Kriege seien nur zu rechtfertigen, wenn die lebenswichtigen Interessen einer Nation auf dem Spiele ständen.

Flämischer Zusammenschluß.

Gegen dasalteShstem derbelgischenPolitik.

Brüssel, 20. Juli. (DNB.) In Löwen fand am Sonntag ein bedeutungsvoller Kongreß der Flamen statt, der im Zeichen der großen flä­mischen Konzentration stand. Neben den veranstaltenden Verbänden, dem Flämisch-Katho­lischen Landbund, dem Flämisch-Katholischen Alt­akademikerverband und der Vereinigung Neu-Flan­dern waren Vertreter aller politischen und kultu-

Sie habe gezeigt, was für Fortschritte die Neu- tralitätsbestrebungen in Belgien ge- macht hätten. Alles in allem werde die Reise des Ministerpräsidenten und des Außenministers nach London nicyt gerade von sehr großem Optimismus begleitet sein.

Brüssel, 21. Juli. (DNB.) Der belgische Außen­minister Spaak entwickelte am Montag bei einem Empfang der ausländischen Presse sein außenpoli­tisches Programm. Spaak streifte die aktuellen internationalen Probleme nur mit kurzen Andeu­tungen. Dafür sprach er sich aber über die G r u nd- linien der belgischen Außenpolitik mit bemerkenswerter Klarheit und Offenheit aus. Seine Rede hat in politischen Kreisen starke Be­achtung gefunden.

In den Vordergrund seiner Ausführungen stellte Spaak den Sah, daß der belgische Außen­minister nur ausschließlich belgische Außenpolitik treiben dürfe. Der belgische Außenminister dürfe niemals die geographische Lage seines Landes außer acht lassen, das Nebeneinanderleben der Flamen und Wallonen und die verhältnismäßig beschränkte Machtstellung Belgiens. In unzwei­deutiger Formulierung lehnte der Minister außenpolitische Bindungen Belgiens, die über die eigenen Interessen des Landes hinausgehen, ab. Außerhalb seiner Grenzen habe Belgien keine politischen Interessen geltend zu machen und zu verteidigen. Dieser Grundsatz gelte natürlich nicht für die Interessen der belgischen Kongokolonie, an der Belgien nicht rühren lasse.

Belgien wünfche mit allen seinen Nachbarn in korrekten Beziehungen zu leben und habe nur den einzigen Wunsch, daß zwischen seinen Nachbarn der Friede aufrechterhalten bleibe, denn aus den Streitigkeiten seiner Nachbarn drohe Belgien Gefahr. Belgien wolle in der Zukunft nicht wie m der Vergangenheit ein Zankapfel Europas fein, sondern für alle Staaten ein Element d e r Befriedung und der Sicher hei t. Die belgische Außenpolitik müsse der tiefen Sehn­sucht der ganzen belgischen Bevölkerung entsprechen.

Im Laufe seiner Ausführungen erteilte Spaak den wirklichkeitsfremden Friedenskonftruktionen der Nachkriegszeit, namentlich dem Genfer System, eine Absage.Er zittere", so erklärte der Minister,vor dem »seltsamen Pazifismus', der nicht zögere, Krieg zu entfesseln, um feine Friedensliebe zu beweisen."

Die Grundlinien der belgischen Außenpolitik.

Eine bedeutsame Rede des belgischen Außenministers. - Absage an den pariser Kurs

Diese scharfe Verurteilung der Genfer Ideologie unterstrich Spaak noch einmal, indem er erklärte, . er verstehe nicht die Reden, in denen im ersten Teil die Schrecken des modernen Krieges geschildert würden, in deren zweiten Teil aber der Ruf nach den Waffen erhoben werde. Em Krieg sei nur dann gerechtfertigt, wenn die Le- bensinteressen eines Volkes, seine Unabhängigkeit und seine territoriale Unversehrtheit auf dem Spiele ständen.

Unter Hinweis auf die augenblicklich zur Ent­scheidung stehenden internationalen fragen er Harte der belgische Außenminister: Wenn auch nicht alle europäischen Schwierigkeiten schnell und leicht ge­löst werden können, so besteht doch fern ernstes Hindernis daß die Probleme, die für Belgien lebenswichtig sind, angeschnitten und behandelt werden. Belgien wird an allen praktischen unD realisierbaren Versuchen zur Widerhexstellung des Weltfriedens Mitarbeiten, aber Belgien verlangt nicht zuviel, wenn es in Erwartung dieses groben Werkes wünscht, daß die Ruhe und Sicherheit, auf die es ein Recht hat, gewährleistet wird.

Ist es nicht ein Fehler", fragte der Minister im weiteren Verlauf seiner Rede,die Grurckisatze der Außenpolitik einzig und allein auf die Rechtsloee, die absolut oder relativ, ideal oder lediglich human sein kann, zu gründen und das Schicksal der Volker und die Zukunft der Zivilisation auf em augen­blickliches Recht abzustellen?" Er wolle nicht d Idealismus der Männer verkleinern die nach dem Ende des Weltkrieges sich entschlossen hatten, em internationales Recht aufzubauen.

Bonbon, 20.Juli. (DNB.) 5m Unterhaus wurde am Montag wieder eine Reche von An- fr agen an Außenminister Eden Selchtet.

Der Abgeordnete Williams (Labour) fragte, ob der Außenminister einen internationalen Aus­schuß zur Untersuchung der R o h st o f f f r a g e , insbesondere in ihrer Bedeutung für Die

Kolonialfrage, einzub-ruf-n beabsichtig-, wie dies in den Vor­schlägen der Resilocarno-Machte oom 19. nl>1'

gesehen sei. Eden erwiderte, datz die Regierung die angeschnittene Frage ständiger wag _

Aus eine Frage des Abgeordneten Adams,

tim die Dreimächiekonserenz

Boischafierbesuche bei Eden.

was für Pläne zur

Revision des Völkerbundes

die Regierung auf der kommenden September- tagung vorzubringen besichtige, ®bG

er könne sich zu nichts »"pfUcht.«. Es handele sich dabei um eine sehr heikle Frage. Er wünsche keine Erklärung abzugeben die die Arbeit in Gens noch schwieriger gestalten konnte

Aus eine Frage des Abgeordneten Arthur 5) e n b e r | o n (Labour), ob Großbritannien auf der kommenden , , -

Locarno-Konferenz in Brussel

vertreten fein werde, erklärte E d e n, er könne hier- über feine Erklärung abgeben. Als Hender­son weiter verlangte, Eden solle eine Zusicherung geben, daß auf Der Vorkonferenz auf feinen n [ [ ein bindendes Abfommen ab»

Auf Die weitere Frage Des Abgeordneten Feetcher (Labour), ob Italien und Deutsch­land zur Locarno-Konferenz emgeladen worden seien und ob diese die Einladung ange­nommen hätten, erklärte Eden, daß Einladungen für eine F ü n f m ä ch t e k 0 n f e r e n z nicht aus­gegeben worden seien. Die italienische Regierung sei kürzlich von Der belgischen Regierung einge aDen worden: sie habe jeDoch Diese Einladung abgelehnt. Alle Beschlüsse Der Drei Locarno-Machte wurden den Regierungen Italiens und Deutschlands über­mittelt werden. Er hoffe, m den nächsten Tagen weitere Erklärungen abgeben zu können.

Auf die weitere Frage Feetchers, wie es mit den Verhandlungen über einen Westpakt und insbesondere über einen

westlichen Luftpakt

stehe, sagte Eden, die Angelegenheit werde zur Zeit erwogen. Er könne Daher keinerlei Er- S Äann bekannt, daß es gelungen fei, die Dardanellenfrage

neu zu regeln. Es fei zu hoffen, Daß Die neue Meerenaenkonvention noch am Montagabend pnt ,eichnet werde. Vor Der tatsächlichen Unterzeichnung wünfche er jedoch keine Erklärung abzugeben.

17 Iahre feien seitdem vergangen, und die fchänsien Träume feien verflogen. Ls fei nun­mehr zu wünschen, daß das inlernationa Recht von den über Die irdische Wirklichkeit herausragenden höhen, auf Die es von en Staatsmännern Des Jahres 1918 erhoben w Den sei, herabsteige. Wenn man Das in ter- nationale Kedjf uor einem vollkommenen, katastrophalen Zusammenbruch retten woüe. fo müsse man es reformieren. Die Volker dürsten nur solche Verpflichtungen eingehen, die sie übernehmen könnten.

Gegenüber Formeln, Die zu allgemein seien, müsse man mißtrauisch sein. M°n koime ch allen Volkern Dieselben Anstrengungen unDDieselbn Opfer verlangen, ganz gleichgültig welch j /iechte aus dem Sviel ftünDen unD wo em RonsUtt aus- br°ch- Es g-b° befandet- Interessen, die man nicht leugnen könne. Es müffe deshalb em F°f >-gung der internationalen Verpflichtungen f g

Aber es sei unvernüftig, von Den Volkern eines Kontinents zu forDern, Daß ste D°rgange. Die sich laufenDe von Kilometer weit VON ihnen entfernt abspielen, mit Demselben ^"^esse und mit Derselben Sicherheit Des Urteils betrachteten wie Die Ereignisse, Die sie selbst ?"^ngen Der unteilbare FrieDen, Der gegenseitige Beistand und Die kollektive Sicherheit seien Allgemeinbe-

entgegen Den Erwartungen Die AnkünDigung des Zeitpunktes unD Des Ortes Der Dreimächte- konfereuz nach Dem Besuch Der beiDen Bot­schafter ausgeblieben sei.

Stattdessen sei lediglich wiederholt worden. Daß die Tagung in London abgehalten werden solle, und daß Die Angelegenheit von Den betreffenden Regierungen noch erwogen werbe. Im übrigen hebt Der Berichterstatter hervor, Daß Die Bespre­chungen sich sehr eingehend mit den Formalien Der Konferenz beschäftigt hätten, insbesondere nut Der Verlautbarung, Die hinsichtlich einer künftigen Fünfmächtekonferenz ausgegeben werben solle.

Vernon B a r t l e 11 schreibt imN e w s E h ro­tt i c l e", Daß sich Die d r e i L o c a r no ma ch t e in einem Dilemma befänDen unD Großbritannien nach einem Kompromiß suche Bis jetzt sei noch feine Einigung erreicht, um Die Drei Machte zur Besprechung Der Zukunft Westeuropas zusammenzu- sühren.

Frankreich, gedrängt von Rußland, mache gel­tend, daß keine Zeit verloren werden Dürfe, DeutschlanD einzukreisen.

Das britische Kompromiß versuche, Frankreich durch die Abhaltung einer vorbereitenden Tagung mit Frankreich und Belgien zu besänftigen. Aber das Kompromiß bezwecke auch, den Deutschen durch ein Versprechen zu versichern, daß Die Dorbespre­chungen zu einer Septembertagung unter Teilnahme von Deutschland und Italien führen wurden.

dringlich gezeigt.

Um Die Jahrhundertwende war nicht nur in DeutschlanD, sondern auch in den sozial und wirt­schaftlich fortgeschrittenen Ländern nicht etwa Der AchtstunDentag Die Losung, sonDern Der 8-Uhr-La- denschluß. Der Achtstundentag galt im Maschinenzeit- alter einfach als unerreichbar, so Daß sich Die Forderung Des 8-Uhr-Ladenschlusses als Voraus­setzung für Die soziale unD sittliche Gesundung Des Volkes mehr als bescheiden ausnahm. Um diese Zeit wurde auch ein bezahlter Urlaub nicht gefordert, denn der mörderische Wettbewerb, den die Indu­strieländer sich untereinander lieferten, sah im be­zahlten Urlaub eine untragbare Erhöhung Der Er­zeugungskosten. Welche sozialen unD politischen Hemmungen und Widerstände zu überwinden waren, als Fürst Bismarck mit Der Einrichtung Der sozialen Versicherung begann, läßt sich hier nur hinweisenD erwähnen. Der WiDerstanD ging von Liberalen unD Rückschrittlern ebenso aus, wie von den Marxisten, wobei es den Marxisten besonders Darauf ankam, jeDe Verbesserung Der Soziallage Dec Arbeiter unD Angestellten zu verhinDern. NachDem Durch Verrat Die Marxisten DeutschlanD erobern konnten, geschah wenig oDer gar nichts für eine wirkliche soziale Hebung Der Arbeiter- unD Ange- stelltenschaft. Daß Die Gewerkschaftsführer mitte- gierten, nützte Den Arbeitern unD Angestellten so gut wie nichts, Denn Daß es inzwischen bezahlten Urlaub für Arbeiter und Angestellte gab, also Freizeit und Erholung, war nicht erst eine Novembererrungen-

rellen Gruppen Flanderns und verschiedene Ab­geordnete und Senatoren der flämischen Nationalisten erschienen. Der Kongreß beschloß die Schaffung einer großen flämischen Volksfront aus allen Parteien. Die Kongreßleitung erhielt die Vollmacht für die Durchführung eines Pro­gramms, das u. a. die Gründung einer großen flä­mischen Volksfront außerhalb b e-e partei­politischen Rahmens, Neuordnung von Unterricht, Kunst und Wissenschaft nach flämischen Gesichtspunkten, wirtschaftliche Annäherung an Holland, Aufhebung des geheimen französisch-belgi­schen Militärabkommens, Amnestie für die Flamen unD politisches Selbstbestimmungsrecht für Flandern vorsieht. Besonders interessant waren die Ausfüh­rungen von Professor van G o e t h e m, der außen­politisch eine scharfe Trennung von Frank­reich und absolute Unabhängigkeit und Neutralität für Belgien verlangte. Bel­gien müsse mit allen seinen Nachbarn, besonders auch mit Deutschland in freundschaft­lichen Beziehungen bleiben.

chen ist.

Wenn wir heute die gewaltige Leistung Der Ein­richtungKraft Durch FreuDe" sehen und an uns erfahren, so ist die Vorstellung nicht so einfach, Daß Die Freizeit für Die Arbeiter und Angestellten eine verhältnismäßig neue Errungenschaft ist. Noch vor einem Menschenalter geschah es selten, Daß selbst große unD größte Betriebe Den Arbeitern und An­gestellten einen Urlaub gewährten, noch seltener, Daß Dieser Urlaub bezahlt wurde. Es liegt nicht viel weiter zurück, Daß es für die Angestellten noch kei­nen Geschäfts- oder Ladenschluß gab, Der bei 19 Uhr lag, sondern es war üblich, daß sehr viele Geschäfte Den Betrieb ober ben Laden so lange wie möglich offenhielten. In ben Großstäbten behüte sich bie Labenzeit manchmal bis Mitternacht aus, wobei aber zu bemerken ist, baß nicht nur bie Angestell- ten, fonbern auch bie Unternehmer selbst so lange wie möglich tätig waren. Das alles waren Nach­wirkungen bes Beginns ber Jnbustrialisierung, einer sozialen Umschichtung also, Die mit furchtbaren Lei­ben unb Entbehrungen verknüpft war.

Besonders groß war bas soziale Elenb in Dem ßanbe, in bem bie neuzeitliche Jnbustrialisierung zuerst begann, nämlich in Englanb. Ein Elenb, bas besonders Durch Thomas Carlyle bekannt geworben ist. Auch in Deutschlanb war bie soziale Lage Der Arbeiter unb Angestellten im Zeitalter bes wirt­schaftlichen Liberalismus unb bes Aufkommens ber Jnbustrie benfbar ungünstig, zumal biefer wirt­schaftliche Liberalismus so gut wie gar kein soziales Gefühl in sich trug. Es trifft auch nicht zu, baß es etwa ber Marxismus war, ber Mittel unb Wege wies, um bie soziale Lage ber arbeitenben Klassen zu verbessern, benn der Marxismus hatte in Der Hauptsache ein politisches Ziel, nämlich Die Erobe­rung Der politischen Gewalt Durch Die proletarische Diktatur. Was unter Diesem EnDziel bes Marxis­mus zu verstehen war unb ist, hat uns Die Nutz- anroenbung bes Bolschewismus in Rußlanb ein»

ß o n b o n, 20. Juli. (DNB.) Im Zusammenhang mit ben diplomatischen Besprechungen zur Vorbe­reitung ber Dreimächtekonferenz zwischen ,, w. v---- ...... z,

Großbritannien, Frankreich unb Belgien suchte am linksgerichteteOeuvr e" beschäftigt sich in länge- Montag ber französische Botschafter m ...... ......

ßonbon (Sorbin ben englischen Außenminister Eben erneut auf, nachbem er ihn bekanntlich am Samstag bereits einmal gesprochen hatte. Nach ihm empfing Eben ben belgischen Botschafter Baron be Cartier b e Marchienne, ber gerabe aus Brüssel nach ßonbon zurückgekehrt war.

$u ben Besprechungen berichtet ber diplomatische Reuterkorresponbent, daß

Anfragen an Eden.

Erklärungen im Unterhaus zur englischen Außenpolitik.

Die französische Regierung habe schließlich leboch von England die Zusage zur Abhaltung der Kon­ferenz erlangt, unb nach ben letzten Nachrichten werbe diese am Donnerstag in London beginnen. Zum erstenmal würden sich L 6 o n Blum und Baldwin gegenübertreten.

Die diplomatischen Besprechungen der letzten Tage seien in erster Linie dem Wortlaut der amtlichen Mitteilung gewidmet gewesen, die am Schluß der Konferenz ausgegeben werden soll. Unglücklicherweise hätten diese Besprechungen zu ernsten Meinungsverschiedenheiten in der englischen und der französischen Auffassung ge­führt.

In allerletzter Minute habe wenigstens über Die erste amtliche Mitteilung Einigkeit erzielt roerDen können, Die leDiglich Die Ankündigung Der Drei- Mächte - Konferenz unD Den Wunsch, zu einer europäischen allgemeinen Entspan­nung zu gelangen, enthalten roerDe.

Auch von belgischer Seile sei eine wirksame Verstärkung nicht zu erwarten. Die Rede des belgischen Außenministers Spaak am Montagabend in Brüssel sei mehr als ent­täuschend in dieser Hinsicht gewesen.