Ausgabe 
20.10.1936
 
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Vorstandssitzung im Gleidergverein

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Gießener Skiläufer rösten für den Winker.

Generalversammlung des Skiklubs Gießen. Rückblick und Ausblick.

tungsmuslk. 15: Volk und Wirtschaft. Deutsche Kohle führend in der Welt. 15.15: Kinderfunk: Die Nelke. Ein Funkspiel nach dem Märchen von Grimm. 16: 1. Unterhaltungskonzert. 2. Kleine Musik. 17.30: Adolf Lüdevitz, der erste Kolonialdeutsche. Zu seinem 50. Todestag. 17.45: Auf großer Fahrt in Krieg und Frieden. Neue Marinebücher. 18: Kon­zert. 19:Kilometerstein 40". Funkbericht von einer Straßenkreuzung. 19.30: Kleines Inter­mezzo. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Ta­gesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Großes Un­terhaltungskonzert des Rundfunkorchesters mit In­strumental-Solisten. 22: Nachrichten. 22.15: Nach­richten aus dem Sendebezirk. Nachrichten der DAF. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert:

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Debussy. 17.30:Herbstsonne über Strom und Wald." Ein Streifzug durch das Land der jungen Weser. 18: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 19.45: Kampf dem Verderb. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. 20.45: Schubert-Konzert. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sende­bezirk. 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert.

Donnerstag. 22. Oktober.

6 Uhr: Choral; Morgenspruch; Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10: Schulfunk: Volksliedsingen. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nach­richten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittags­konzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Neue Unterhal-

Rundfunkprogramm.

Mittwoch. 21. Oktober.

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Der Gießener Goethe-Bund in Vortragsgemein­schaft mit dem Kaufmännischen Verein rüstet zu neuer Arbeit. Die Vorarbeiten für den Veranstal­tungsplan 1936/37 sind abgeschlossen, ein auserlese­nes und vielseitiges Vortragsprogramm konnte zu­sammengestellt werden.

Zn diesem Jahre steht wieder eine Reihe von vier Vorlesungen von Dichtern im Mit­telpunkt der Vortragsfolge. Zur Eröffnung und zu­gleich als Kundgebung aus Anlaß derWoche des Deutschen Buches 1936" ist eine Dichterstunde mit den beiden hervorragenden österreichischen Dichtern Robert H o h l b a u m und Joses W e i n h e b e r angesetzt worden. Robert Höhlbaum, der das Schick­sal twes Grenzlanddeutschen menschlich zu tragen hatte und dichterisch zu gestalten wußte, nimmt im Schrifttum Oesterreichs eine besondere Stellung ein. Josef Weinhebe-r, der erst in jüngster Zeit bekannt­geworden ist, ausgezeichnet mit dem Mozartpreis, ist einer der größten Lyriker der Gegenwart. Es folgt eine Vorlesung von Edwin Erich Dwin- g e r , der bereits vor einigenJahren Gast des Goethe- Bundes war und der zu unseren stärksten Dichter­persönlichkeiten gehört. Der dritte Dichterabend die- es Winters wird eine Frau an den Vortragstisch ührpn: Josefa Berens Totenohl, die Ver- asserin der großen BauernromaneFrau Magda­lene" und derFemhof". Zum Abschluß der Dichter­reihe liest voraussichtlich Josef Magnus Weh­ner, bekannt vor allem durch seine gewaltigen KriegsromaneSieben vor Verdun" undStadt und Festung Belgerad".

Sechs Vortragsabende sollen den Blick in die Welt weiten und das Allgemeinwissen bereichern. Kapi­tänleutnant a. D. Freiherr von Buttlar- Brandenfels, ein mutiger Wikinger der Lüfte, wird seinen LichtbildervortragVier Jahre im Zep­pelin gegen den Feind" nachholen, den er vor zwei Jahren infolge eines Flugunfalles absagen mußte. Expeditionsleiter CurtBackeberg wird in einem SchmalfilmvortragKreuz und quer durch Süd­amerika" einen interessanten Bildbericht geben.

gen wurden in verdienter Weise mit lebhaftem Bei­fall ausgenommen, wodurch dem Jubiläumsverein zugleich ein neuer Beweis der Anerkennung für fein und seines Chormeisters Groß vortreffliches Wirken gegeben wurde.

Nach den Darbietungen des feftgebenben Ver­eins und der Kapelle übermittelte Bürgermeister Professor Dr. Hamm im Namen der Stadt Gie­ßen dem Jubiläumsverein herzliche Glückwünsche zu seiner Jubelfeier und wohlverdiente Anerken­nung für fein bisheriges Wirken; er würdigte da­bei insbesondere auch die verdienstvolle Mitarbeit der Sänger bei der Ausgestaltung zahlreicher Ver­anstaltungen im Laufe der Jahre unb die dadurch bekundete Bereitschaft zum kulturellen Dienst am Volk. Herr Schwarz als Vertreter des Land- schaftsbur.des Volkstum und Heimat schloß seinen Glückwünschen noch besonderen Dank für die Mit­wirkung des Großschen Männerchors bei den Der- anstaltüngen der Ortsgruppe Gießen des Land- fchaftsbundes Volkstum unb Heimat an. «Sänger» kreiswalter Müller gab den herzlichen Wünschen ber Sängerschaft des Sängerkreises Gießen Aus- bruck unb betonte die große Aufgabe, die von den Sängern im Dienste des deutschen Liedes für unser Volk unb seinen kulturellen Aufbau erfüllt werbe. Herr Haas vom GesangvereinHeiterkeit" Anne­rod wies besonders auf die Verbundenheit der bei­den Vereine hin und überbrachte mit den Glück­wünschen zugleich eine Fahnenschleife für den Ju­biläumsverein. Der durch anderweitige Inanspruch­nahme erst später erschienene Ortsgruppenleiter von Gießen-Nord, H. Thomas, verband mit seinen Glückwünschen einen kurzen Rückblick und Ausblick auf die Sängerarbeit, wobei er insbesondere be­tonte, daß im neuen Reich die Pflege der Sänger- ideale besser und leichter als früher möglich fei.

Anschließend erfreute der GesangvereinHeiter­keit" Gießen durch zwei schöne Chorvorträge, in weiterer Folge die übrigen auswärtigen Bruder­vereine durch ihre gesanglichen Darbietungen in hohem Maße. Die Zuhörer nahmen diese schönen Gaben zur Bereicherung der Jubiläumsfeier mit starkem Beifall auf. Die auswärtigen Gastvereme wurden bei ihren Darbietungen von Chormeister Groß geleitet, dessen verdienstvollem Wirken ber Beifall ber Zuhörer in hohem Maße mit zukam. Der weitere Verlauf bes Abenbs brachte noch man­cherlei gesellige Unterhaltung, wobei insbesonbere humorvolle Darbietungen von Sangesfreunben aus Niebergirmes viel Freube bereiteten. Der Abenb nahm in allen Teilen einen prächtigen Verlauf, ber für bie Wertschätzung ber Sänger bes Großschen Männerchors einbrucksvoll Zeugnis ablegte. Es wäre nur zu wünschen gewesen, baß sich neben ben vielen Sängern unb ihren Angehörigen auch noch erheblich mehr Nicht-Sänger eingefunben hätten, um sich bei dieser Gelegenheit von der vorbildlichen Sänger­arbeit im Dienste des deutschen Liedes im Rahmen eines kräftig aufstrebenden Gesangvereins zu über­zeugen.

6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: _ . konzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gym­nastik. 8.30: Werkskonzert. 10: Schulfunk. 11: Haus­frau, hör zu! 11.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nach­richten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sende­bezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 14.20:Die schöne Stimme" (XXII). Rudolf Gerlach. 15: Volk und Wirtschaft. Deutsche Rohstoffe (2): Schafwolle und Altwolle. 15.15: Dichterstimmen aus Kurhessen. 15.40: Der Dramatiker Kurt Langenbeck. Ein Vor­trag. 16: Unterhaltungskonzert. 16.50: Blinder Eifer vi i .... r.....* n . f . TI P »Aw Cx T ah Ai

Der Goethe-Vuni) im Vorlragswinier 1936/37

Bon Or. Otto Henning.

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In Erwartung der Winterherrlichkeit.

Der Skiklub Gießen vereinigte gestern einen Teil feiner Kameradinnen unb Kameraden zur General­versammlung im Hotel Prinz Carl. Der Abend war allerdings nur zu einem Teil den geschäftlichen Dingen gewidmet. Vielmehr erhielten die Besucher dieses Abends einen Vorgeschmack ber kommenden Winterfreuden, die in diesem Jahre reichlicher aus- fallen sollen, wie im vergangenen Winter. Die Skiläufer erwarten für dieses Jahr, entsprechend den Mutmaßungen ber WetterprophetenSchnee in rauhen Mengen".

Im Geiste versetzten einige Filme, die zur Vor­führung gelangten, in bie Herrlichkeiten der Winter­welt, bie sich nun auch balb wieder unseren hei­mischen Skiläufern eröffnen soll. Kamerad A l t - haus zeigte Bildstreifen aus dem Walsertal und von Garmisch-Partenkirchen unb auch bie Skiläufer in dieser Wunderwelt des Schnees, auf mehr oder weniger beherrschten Brettern. Ein Film vom Ju­gend-Skikurs im Walsertal, ber unsere heimischen Skisportler im Bild zeigte, interessierte befonbers.

Der Jahresbericht.

Der Abend brachte in kurzer Fassung auch einen Jahresbericht, der Rückschau hielt auf das vergan- gene Jahr, aber auch den Ausblick eröffnete für das was kommen sollte. Vereinsführer Althaus er­innerte an die Olympischen Winter- und an die Sommerspiele, die uns Ereignisse zu sehen gaben, wie wir sie in den zehn Jahren zusammen genom­men nicht wieder erleben könnten. Sowohl in Gar­misch-Partenkirchen, wie auch in Berlin war unser Gießener Skiklub zahlreich vertreten und die Mit-

Generalmajor a. D., Universitätsprofessor Dr. Karl Haushofer, einer unserer bedeutendsten Geo­politiker, wird in diesem Winter über das Thema Deutsche Geopolitik" sprechen. Professor Walter, deutscher Austauschprofessor in Schweden, in unse­rer Stadt bereits bestens bekannt durch seine aus­gezeichneten deutschen Heimatvorträge, hat sich dies­mal das Thema seines LichtbildervortragesDeutsch­land. Vom deutschen Menschen, vom deutschen Land unb bem beutschen Wesen" gewählt. Vortragsmeister Emil Kühne, besten Ruf als einer unserer besten Sprechkünstler ebenfalls in Gießen bekannt ist, wird Wilhelm Busch sprechen und damit einen Abend beschaulicher Freude und besinnlicher Ein­kehr vermitteln. Zum Abschluß dieser Vortragsreihe spricht der Wehrwissenschaftler Prof. Dr. Frauen- h o l z (München) überDeutsche Kriegsgeschichte von den Urzeiten bis zur Gegenwart". Es bedarf keines besonderen Hinweises, daß gerade dieser Vor­tragsabend in unserer Stadt, bie von jeher mit bem beutschen Solbatenturn und der deutschen Wehrmacht eng verbunden ist, besonderes Interesse finden wird.

Eine besondere Ueberraschung für jung und alt wird das Gastspiel des weltberühmten Ivo Puhonnys - Marionetten - Thea­ters bedeuten. Ivo Puhonny und sein Mitarbeiter Direktor Ehlert sind Meister der Marionette. Das Spiel ber Puppen wirb, wie überall, bie Zuschauer unwiberstehlich in ben Bann ziehen.

Mit diesem ausgezeichneten Vortragsprogramm will unb wirb ber Goethe-Bund seine zahlreichen Freunde und Vortragsbesucher nach des Tages Mü­hen und Lasten für Stunden den Alltag vergessen lassen. Die Vortragsbesucher sollen in seinem Kreis Stunden der Erholung verleben, und aus den Quel­len deutschen Wesens und deutschen Kulturschaffens neue Kraft unb neues Wissen für bie tägliche Be­rufsarbeit schöpfen.

Der Goethe-Bund ruft alle Volksgenossen unserer Stabt zur tätigen Mitarbeit und zu regem Vortrags­besuch auf!

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Verein führte im September 1935 die Gautagung bes Fachamtes Skilauf im Gau 12/13 durch. Per- schiedene Lichtbildervorträge wurden gehalten, Film­vorführungen hielten das Interesse am Skilauf auch zu anderer Jahreszeit denn im Winter wach. Mit großer Aufmerksamkeit war besonders der Film des Skiklubs Gießen von den Olympischen Winter­spielen aufgenommen worden.

An sportlichen Ereignissen war ber Winter 1935/36 sehr arm. Es herrschte fast chronischer Schnee- mangel. Nur vom 8. Dezember bis Weihnachten etwa hielt die Schneeherrlichkeil an, im Februar gab es einige Sportmöglichkeit unb zwei schöne Märzsonntage konnten auf Skiern auf dem Hohe- rodskopf verbracht werden. An der traditionellen Jugendskifahrt in das Walsertal nahm wiederum eine Reihe der Jugendlichen des Vereins teil. Ver­pflegung, Organifatton und Unterbringung für die­sen Kursus wurden vom Deutschen Skiverband als mustergültig anerkannt. Eine stattliche Anzahl von Mitgliedern beteiligte sich an Fahrten in das All­gäu, in die Dolomiten und in das Arlberggebiet.

Im Sommer unb Herbst 1935 war auf bem Uni- verfttätsfportplatz norbereitenbes Training durch- geführt worben. Kostenlose Trockenskikurse würben veranstaltet, an benen sich jeber Volksgenosse betei­ligen konnte. Schließlich erinnerte Kamerad Althaus noch an die Reichsfachschaftstagung in Wiesbaden, an der auch Gießener Skiläufer teilnahmen.

Nach einer weiteren Filmvorführung erstattete der Schriftführer unb Rechner Fritz Dörfner ben Kassenbericht, ber bei einem Betrag von 2039,88 in Einnahmen unb Ausgaben bei einem Kassenbestand von 498,08 Mark abschließt. Dem Rechner wurde für feine überaus exakte und aufopferungsvolle Arbeit

betont werden, daß zu jeder Zeit, auch gelegent­lich der Schulungslehrgänge, der Zutritt zur Burg jedem offen sieht, und daß in keinerlei Weife die Erholung und Ruhe suchenden Gäste in ihrer Gemütlichkeit gestört werden.

Die Burg verbinde aufs beste das Alte mit dem Neuen, welche Erkenntnis längst zahlreichen Glei- bergfreunden zum Bewußtsein gekommen ist.

Ober-Bauinspektor Mohr machte dann Mittei­lung über die Voranschläge für die Instandsetzung des Kaisersaales, Ausbesserung im Bergfried, ber nörblichen Ringmauer, bes Fußbodens auf bem Philippsturm, an bem Altan bes Nassauer Baues unb sonstigem.

lieber bie Kassenlage referierte Schrift- unb Kas­senführer Praß, ber u. a. eine beträchtliche Sen­kung ber Umbauschulden bekanntgab, was möglich gewesen sei durch bie Treue ber Mitglieder unb bie Zuschüsse ber Körperschaften. Daß ber Mitglieder- ftanb in feiner Höhe erhalten geblieben :ft, zeuge von ber Heimatverbundenheit ber Volksgenossen, ihnen allen gebühre öffentlicher Dank. Verantwor­tungsbewußte Arbeit habe Großes an unb in ber Burg geleistet, so baß ber Verein mit Stolz bie Schwelle in bas zweite Jahrhunbert seines Be­stehens überschreiten kann.

In eingehenber Aussprache, in ber insonberheit Bürgermeister Schmib 1 - Krofborf banfensroerte Anregungen gab, würbe bie Instandsetzung bes Zufahrtsweges zur Burg von ber Linbe ab festgelegt, wovon bie Autofahrer mit großer Freube Kenntnis nehmen werben. Die Steine zur Wegdeckung stellt entgegenfommenber Weife bie Ge- meinbe Krofdorf-Gleiberg.

Zur nächstjährigen Hundertjahrfeier des Ver­eins konnte die einheitliche Auffassung feffge- stellt werden, daß man von einer offiziellen Feier des 1000jährigen Bestehens der Burg felbst absieht, da das Gründungsjahr der ersten Burganlage nicht genau festliegt, zumal schon in der karolingerzeil die Gleiberghöhe besiedelt war. (Wan rechnet allgemein die Entstehung des ältesten viereckigen Turmes in die Zeit von 910 bis 940.) Zur Ausgestaltung der lOOjähri- gen Vereinsfeier machte Lehrer Praß Vor­schläge dahingehend, die Feier in schlichter, volkstümlicher Weife aufzuziehen, fo daß alle Volkskreife auf ihre Rechnung kämen. Je ein Abend in Gießen und Krofdorf-Gleiberg und Sonntags ein Volksfest auf der Burg im Monat Mai 1937 mit entsprechender Ausgestaltung dürfte in eindringlicher Weife den alten, schönen Gleiberg in seiner vollen Bedeutung und damit die Verdienste des Vereins in den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses rücken. Lin Ausschuß von Gießener und Krofdorfer Volksgenossen wird die nötigen Vorbereitungen In die Hand nehmen und alles aufs beste ein- leilen.

Mit der Bitte an die Anwesenden, bei allen Ge­legenheiten für das Wohl des Gleibergs einzutreten und vor allem dem Verein neue Freunde zuzu- führen, schloß der Vereinsführer die eindrucksvolle Sitzung, nachdem er zuvor mit einem dreifachen Sieg-Heil des Führers gedacht hatte.

Arn Samstagabend beging der Großf che Männerchor in Gießen bei zahlreichem Be­such im Saale des Caf6 Leib bie Feier feines . 90 jährigen Bestehens. Zu der Veranstal­tung waren aus Gießen ber Bauer'sche Gesangver­ein unb ber GesangvereinHeiterkeit" erschienen, ferner nahmen sämtliche unter ber Leitung von Musiklehrer Groß stehenden Gesangvereine aus der Umgegend nämlich Heiterkeit" (Annerod), Sängeroereinigung (Wieseck), Turn- unb Gesang­verein (Lollar),Germania" (Kroborf),Con­corbia" (Nieder-Girmes) unbLieberkranz" (Wald- girmes) an ber Feier teil. Der Gießener Turn­verein von 1846, ber am gleichen Tage sein 90. Stiftungsfest beging, begrüßte feinen gleichalterigen Kameraden, den Groß'schen Männerchor, durch ein Telegramm.

Die Kapelle Krengel leitete ben Abenb mit WagnersEinzug der Gäste auf ber Wartburg" in feiner Weise ein, anschließend erfreute sie durch den Vortrag derFestouvertüre" von C. M. von Weber. Nach einem Prolog, gesprochen von Fräu­lein Böhling, unb einem weiteren Musikstück, sprach ber Vereinsvorsitzende H. Ph. Heiß. Er be­grüßte bie Ehrengäste, von denen als Vertreter ber Partei ber Ortsgruppenleiter von Gießen-Nord H. Thomas unb von Gießen-Mitte Pg. Weber zugegen waren, ferner als Vertreter der Stadt Gießen Bürgermeister Prof. Dr. Hamm, als Vertreter bes Lanbschaftsbunbes Volkstum und Heimat Herrn Schwarz, als Vertreter bes Sän- gerkreises Gießen ben Sängerkreis-Walter Mül­ler, außerdem die vorerwähnten Brudervereine aus Gießen unb Umgegenb.

Der Vorsitzende gab weiter einen kurzen Rück­blick auf die Geschichte des Vereins, wobei er ins­besondere den Zusammenschluß der Gesangvereine Harmonie" (gegründet 1846),Gemütlichkeit" (1885) undConcordia" (1864) im September 1933 her­vorhob. Mit besonderer Genugtuung erwähnte er dabei, daß die beteiligte Sängerschaft sich der Be­deutung dieses Zusammenschlusses für die künftige Arbeit zur Pflege des deutschen Liebes in vollem Maße bewußt gewesen sei und einftimmig ben Gründungstag des ältesten Stammvereins, des Ge­sangvereinsHarmonie" von 1846, als Ausgangs­punkt des zusammengeschlossenen Vereins ange­nommen habe. Bei der Festlegung des Namens des Vereins habe man sich bewußt dahin ent­schlossen, den Namen des Chormeisters Groß, der chon lange Jahre dieConcordia" geleitet hatte, als Vereinsnamen zu verwenden und mit der BezeichnungGrohs ch e r Männer chor Gießen" dem Dank an ben Chormeister für feine verdienstvolle Tätigkeit Ausdruck zu geben. Der Verein wird es, wie feit 1933 stets als seine be­sondere Aufgabe ansehen, in bester Weise Dienst für bas beutsche Lied zu leisten, dabei die Liebe zum Volkstum, Heimat unb Vaterland auch durch das Lied zu verbreitern und zu vertiefen. Diese kulturelle Arbeit könne jetzt mit um st größerer Freude bereitet werden, als im Dritten 9t ei cf) ber Sänger und fein ideelles Wirken hoher emgeföafct würden als in den Jahren vor der Machtüber­nahme. Mit einem Aufruf, allezeit diese kulturelle Arbeit ber deutschen Sängerschaft zu fordern, schloß der Redner seine Ansprache.

Im weiteren Verlaufe ber .ffeler erfreute ber Ju­biläums-Verein burch eine Reihe prächtiger Gesangs­vorträge, bei denen in erfreulicher Weise das Volks­lied stark im Vordergründe st°"d und diese Tatsache erkennen ließ, daß ber Verein sich der Pflege des Dolksliedgutes in ausgezeichneter Weste armimmt. Die Kapelle Krengel erfreute durch die schon^Wieder- gäbe ber Einleitung zum dritten Akt aus b£n ,,2Heti fterfingern", sowie der Phantasie aus ber OperLa Traviata", ferner burch ein Potpourri unb einen Marsch. Als Solist gab Herr S ch war z l o s e burch ein prächtiges Trompetensolo erneut Zeugnis seines großen musikalischer

Zu Nutz unb Frommen unserer 1000 Jahre alten schönen Heimatburg Gleiberg hielt ber Vorstand bes Gleibergvereins im Beisein weiterer Heimatfreunde am gestrigen Montag imgemalt Stübche" auf ber Burg eine eindrucksvolle Be­sprechung ab, ber wir folgendes, bie Allgemeinheit Interessierendes entnehmen:

Der Vereinsführer Direktor M e n t e n, Kinzen­bach, begrüßte bie Anwesenden, insonderheit bie Vertreter ber Partei, der Stadt Gießen und ande­rer Körperschaften unb bie Presse. Er verband da­mit ben Dank bes Vereins an bie Stadt Gießen, den Kreis Gießen, bie Provinz Oberhessen unb den Kreis Wetzlar, deren lausende jährliche Geldzu- schüsse wesentlich zur Vollendung dringender Arbei­ten in der Burg beitragen würden. Die eingehend überlegte Frage, ob bie B u r g w i r t s ch a s t mit ober ohne Landwirtschaft geführt werben müsse, sei dahin geklärt worben, baß im Interesse eines geregelten Wirtschaftsbetriebes vorerst bie Landwirtschaft beibehatten werden müsse. Dement» prechend mußte, um bem Verlangen bes Feuer- unb Luftschutzes Rechnung zu tragen, ber Albertus- bau von ber Lagerung der Heu-, Stroh- unb Holz- Vorräte frei werben, was den Bau einer Not- cheune erforderte. Die Mittel hierzu brachte ber Verein aus eigener Kaffe in Verbindung mit einem Zuschuß ber Kreise Gießen und Wetzlar auf. Eine weitere Ausgabe entftanb durch die Anschaffung dreier großer Oefen, zwei für ben Kaisersaal und einen für bie Bauernstube, weil in biefen Räumen bie fünfzig Jahre alten Oefen nur mangelhaft heizten. Auch der Küchenherd war vollkommen ab­gängig, weshalb ein anderer man wählte aus Ersparnisgründen einen noch gut gebrauchten beschafft werden mußte. Außerdem wurden wieder erhebliche Geldmittel für Ausbesserung ber Ruine verwendet.

Eine Besichtigung der Burganlage durch den Regierungspräsidenten und den Konservator für Denkmalspflege brachte dem Verein hohe Anerkennung für den guten Zustand des Mauerwerks und der Gebäude.

Noch nicht erledigt ist bie Instandsetzung des großen Kaise-rsaals, wo Holzwerk und Decke, mssonderheit die zahlreichen Fenster ber Erneuerung bedürfen. Das soll aber bis zum Spätfrühjahr in Ordnung gebracht werden, um bie Gäste zur Hundertjahr­feier in würdigem Raum empfangen zu können. Doch feien hierzu die Geldmittel zu beschaffen. Auch ein neuer Ofen für das Luxemburger Zimmer ist noch nötig.

Das Schulungslager, in dem zur Zeit einige Kurz-Schulungen für Amtswalter des Kreises Wetz­lar laufen, erweist sich mit feinen 25 Betten manch­mal zu klein. Für freundliche Aushilfe des studen­tischen Kameradschaftshauses in Gießen mit feh- lenden Betten, die im Luxemburger Zimmer auf ge­schlagen werden, sprach der Referent herzlichen Dank aus. Gesuche um Bewilligung der Kosten für die Herrichtung des Stockwerks über dem Lager zu Schlafräumen laufen zur Zeit bei dem Reichsstatt­halter, Reichsminister Dr. Frank und Oberpräsi­denten der Provinz Hessen-Nassau. Aus Vereins­mitteln kann diese Aufgabe nicht gelost werden.

Vornehmste Ausgabe des Vereins bleibe nach wie vor die Erhaltung der Burg für die Be­völkerung. Es mutz immer und immer wieder