Ausgabe 
20.10.1936
 
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Tausend Zähre Kampf gegen Sturmflut und Brandung

Oer Schriftsteller Rudolf Sirah t«

werke

Rudolph Stratz. (Scherl-Bilderdienst-M.)

ist

Wir kommen nun zu O st-Friesland. An der Nordseite ist die Brandung sehr stark und bisher wenig Land gewonnen. Sehr viel günstiger liegt es in der Leybucht an der Westküste südlich der Stadt Norden. Hier setzt man alle Hebel in Be­wegung. Die 3000 Hektar große Leybucht hofft man im Laufe der Zeit ganz dem Lande zurückzuge­winnen. Westlich der Stadt Emden wurden eben­falls im Laufe dieses Jahrhunderts zwei Polder (Kögel) von zusammen 650 Hektar geschaffen. Auch auf der Ostseite des Dollart, während die Westseite zu Holland gehört, ist Landgewinn zu erwarten. Bis jetzt liegt das Groden-Vorland nur noch zu niedrig.

Was die vorgelagerten Ost friesischen In­seln anbetrifft, so findet auch hier Anschlickung statt. Besonders auf der dem Festlande zugekehrten Südseite. Früher hat man es nicht für nötig ge­halten, diesen Landanwachs künstlich zu unter­stützen. Jetzt ist man auch hier eifrig bei der Arbeit. Auf Norderney, Borkum und Langeoog wurden gerade in letzter Zeit größere Polder ge­schaffen. Neuwerk, das vor der Elbmündung liegt und Marchboden hat, ist schon vor längeren Jahren eingedeicht und hat Bauernbevölkerung. Scharhörn, nicht weit davon, ebenfalls zu Hamburg gehörend, ist zwar größer als Neuwerk, hat aber nur Dünensand. Man bemüht sich nun, die Insel durch den bei Ebbe angewehten Sand zu erhöhen und diesen durch Zäune und Buschwerk festzuhalten. Bis jetzt ist die Insel nicht besiedelt und die Besiedelung auch noch nicht in Erwägung ge­zogen. Vielleicht kann sich dies in der Zukunft aber doch ermöglichen lassen. Einen Damm vom Fest­lande nach Neuwerk durch das Watt zu ziehen, haben die Wasserbautechniker bis jetzt abgelehnt, da sie fürchten, daß das Fahrwasser der Elbe da­durch geschädigt würde.

Engel sitzen. Das Standbild wurde zunächst vom Provinzialkonservator für Oberschlesien im Oppelner Museum untergebracht. Im Verlauf der Prüfung des Fundes wurde der Münchener Kunsthistoriker Dr. Elten um ein Gutachten angegangen, da man in dem Fund ein wertvolles Kunstwerk vermutete. Dr. Elten stellte in dem stark wiederherstellungs- bedürftigen Holzbildwerk ein Werk des berühmten Nürnberger Holzschnitzers Veit Stoß fest, das er als eines der schönsten mittelalterlichen Kunst-

Die Aufräumungsarbeiten im Neufelder Koog schreiten rüstig vorwärts. Das Wasser ist vollkom­men ab gelaufen, so daß ein schnelles Arbeiten mög» lich ist. Der Damm am Adolf-Hitler-Koog hat die Sturmflut glänzend bestanden. Er zeigt keinerlei Schaden.

bezeichnete.

Aus aller Welt

Ohne Zeilunglesen

Wenn man die Landgewinnungsarbeiten und den Landgewinn dieses Teiles unserer Nordseeküste von der Elbe bis zur Ems vergleicht mit der W e st - küste Schleswig-Hol st eins, so tritt deut­lich vor Augen, daß dort die Erfolge bei weitem größer sind, was sich hauptsächlich aus der dem W e st w i n d gerade zugekehrten Küstenrichtung er­gibt. Aber auch hier, besonders in der Leybucht, dem Dollart und an der Nordküste von Nord- Friesland, wie auf den Inseln läßt sich mit der mo­dernen Technik noch viel erreichen. Und es besteht die feste Absicht der Regierung, bei unserem Mangel an Land und landwirtschaftlich nutzbarer Fläche alles daranzusetzen, um soviel wie möglich dem Meey; abzugewinnen. Und selbst, wenn es nur ein kahles Watt mit Dünensand ist, das wir dem Meere entreißen, so ist schon dies für uns von Wert für die Zukunft. Denn man kann dieses möglicherweise durch Schlickauftrag verbessern oder man kann einen Flugplatz oder dergleichen dort anlegen. Selbst an schlechtestem Boden, um es einmal kraß auszu­drücken, haben wir Mangel. Dr. v. B.

Mehrere Todesopfer des Sturmes an der Wasserkante.

Stratz wurde 1864 in Heidelberg geboren. Er stu­dierte in Berlin, Leipzig und Göttingen und wurde 1883 Ofizier im hessischen Leibgarde-Infanterieregi­ment Nr. 115 in Darmstadt. 1887 nahm er den Abschied und widmete sich seitdem erfolgreich der Romanschriftstellerei. Eine große Reihe von Roma­nen, in denen er Deutschlands Aufstieg im 19. Jahr­hundert und Stoffe aus dem Nachkriegsleben mit gleichbleibender Gestaltungskraft behandelt, hat er veröffentlicht. Don seinen zahlreichen Büchern wur­den besonders viel gelesen:Stark wie die Mark , König und Kärrer",Das deutsche Wunder",Der Väter' Traum",Das Schiff ohne Steuer",Der Platz an der Sonne",Und wenn die Welt voll Teufel wär" undSchloß Vogelöd": einige davon haben über 100 Auflagen erlebt. In den Bänden Schwert und Feder" undReisen und Reifen" sammelte Stratz seine Lebenserinnerungen. 1929 er­schienFlammender Sumpf", ein fesselndes Werk,

qieraÜf wurde eine Anzahl f°rbenph°t°gr°ph.° scher Kleinbilder vorgesührt. Dielfach wurden st- mit starkem Beifall ob derausgezeichne en Far- b-nwiedergabe und ihrer natürlichen Wirkung auf- aenommen Die seinsten Farbtönungen oom leuch. tenden^Weih llber die Skala de- R°«-nbog°ne hm- weg bis zum tiefen Schwarz. Aufnahmen von Kindern, von See und Wald, ja von Nebel und Gegenlicht, vor allem von Blumen wurden ge­zeigt. Anschließend wurden auf einem normalen Schmalsilmgerät zwei Agfa - Calor - Filme von der Olympiade, ausgenommen bei zum Teil recht u günstigen Witterungso-rhaltn,II-n, und vom Ost^ seestrand oorgesührt, die den lebhostesten Bestall fanden und erkennen ließen, bei 9rncnrhPi, Wicklung dieses Verfahrens und bei der Ausarbe - tung eines Kopierprozesses tatsächlich mit dem deut- schen Farbenfilm aerechnet werden kann.

von einer hochstehenden römischen Kultur verteidigt, : sondern die Germanen nahmen von ihrem eigenen : Lande wieder Besitz, als sie in der Keltenzeit in unser Land eindrangen. Den zweiten Vortrag hielt der Stabsamtsführer Dr. R e i s ch l e (Berlin) überDie germanischen Grundlagen des schwäbi­schen Bauerntums". Bei den Urblutsstellen und der Urheimat beginnt die Geschichte eines Volkes, so führte Dr. Reischle aus. Das gilt auch für die Ge­schichte des schwäbischen Stammes. Sie ist, wie die aller germanischen Stämme, bis in die jüngste Gegenwart die Geschichte bäuerlicher Menschen. Bei der bäuerlichen Herkunft dieses Stammes muß da­her die Geschichtsschreibung unserer Zeit beginnen. Heute blickt der schwäbische Bauer wie alle deutschen Bauern voll Vertrauen in die Zukunft. Aufbauend auf den Rechtsgrundsätzen seiner Vorfahren hat ihm das Reichserbhofgesetz, der Reichsnährstand und die landwirtschaftliche Marktordnung wieder Besitz- und Arbeitsertrag gesichert. Säend und erntend schreitet der schwäbische Bauer über seine Scholle zum Wohle des ganzen Volkes!

Die Agfa zeigt ihren neuen Farbenfilm.

Im Haus der Deutschen Presse in Berlin zeigte die IG. Farbenindustrie vor einer interessierten Zu­hörerschaft aus dem Kreis der Tagungs- und Fach­presse ihr neues farbenphotographisches Verfahren, das auf einem rein chemischen Pro­zeß beruht. Allerdings mußte die Vorführung vor­erst auf die Projektion von Standphotos auf Nor­malfilm und von zwei Schmalfilmen beschränkt werden, da das Verfahren noch nicht so weit ent­wickelt ist, daß es bereits für Kinovorführungsfilme benutzt werden könnte. Immerhin lassen die ge­zeigten Bilder erkennen, daß im Prinzip die Lö­sung des Farbenfilms, gefunden ist. Der Fortgang der Arbeit läßt erwarten, daß auch die Geburt des Kinooorführungsfilms nur noch eine Frage der Zeit sein wird.

Der Geschäftsführer der Reichsfilmkammer, Kul­tursenator Carl Melzer, dankte der einladenden Ge ellschaft und betonte, daß die Reichsfilmkammer das größte Interesse an der technischen und künst­lerischen Entwicklung des Farbenfilms habe. Er sei besonders befriedigt, daß eine deutsche Firma auf dem Wege des Farbenfilms einen er­heblichen Schritt weitergekommen sei. Anschließend sprach Professor Dr. E g g e r t, der Leiter der wis­senschaftlichen Abteilung der Agfa, über das neue Verfahren. Er gab einen Ueberblick über die ver­schiedenen Farbfilmprozesse und schilderte hierauf die Arbeit der Agfa auf diesem Gebiet. Das neue Verfahren sei rein deutschen Ursprungs und so bil­lig, daß jeder Amateur die Möglichkeit erhalte, ohne irgendwelche Aenderungen seiner Opük bunte Bilder aufzunehmen und zu projizieren Professor Eggert beschrieb die Entwicklung des Verfahrens das sich auf das von Dr. Fischer (Berlin) 1911 gefundene und patentierte Verfahren stutzt.

Von der Agfa wurde dieses Verfahren ausgebaut. In naher Zukunst werde der Amateur bereits in der Lage sein, farbige Standaufnahmen und Schmalfilme selbst zu entwickeln, wahrend es schon aus wirtschaftlichen Gründen itp Augenblick noch Vorlieben sei diese Arbeit in einem Laboratorium vornehmen zu' lassen. Was die Entwicklung des Kinofilms anlange, so sei dies nur noch eme Frage der Zeit und der Auffassung, wie weit man hier

Der schwere Sturm, der über die Nord- und Ost­see hinwegbrauste, hat an den Küsten und auf den Inseln gewaltige Schäden angerichtet. Teilweise ist es zu Deichbrüchen gekommen, aber im allgemeinen haben die Deiche der Wucht der heranrollenden Wogen standgehalten. Besonders gut haben sich die in den letzten Jahren im Rahmen der Landge­winnung angelegten Schutzbauten bewährt. Wieder einmal dürfen wir erkennen, wie wertvoll und wie wichtig Deiche sind, die von vornherein so angelegt werden, daß sie auch dann ihre Aufgaben erfüllen können, wenn die Wassermassen mit aller- stärkstem Druck heranbrausen. Die Deiche haben den Verlust kostbarer Güter verhindert, der jedes­mal eintritt, sobald sie irgendwo brüchig werden und die Wassermassen durchlassen. Nicht nur daß Menschen und Vieh ums Leben kommen und Häufer zerstört werden, nein, die Wiesen und Aecker ver­sanden und können auf lange Zeit hinaus nicht mehr in den Dienst der Volksernährung gestellt werden.

In den meisten Aufsätzen über Landgewinnung wird von der schleswig-holsteinischen Küste berichtet. Sehr viel schwieriger wegen der andersartigen Lage ist der Kampf gegen denBlanken Hans" an unserer übrigen Nordseeküste vonder Elbe bis zur Ems. In grauer Vorzeit wird die Küste wahrscheinlich noch über die ostfriesischen Inseln hinaus gereicht haben, bis sich durch den Durch­bruch des Meeres zwischen den Kreidefelsen von Dover und Calais eine zweite Verbindung zwischen dem Atlantischen Ozean und der Nordsee auftat. Während vorher nur im Norden Zusammenhang mit dem Ozean bestand, konnte nun auch der Westwind seine Wellen durch den Aermelkanal peitschen. Die Folge war, daß die Flutverhältnisse wesentlich gesteigert wurden und die Brandung an

Man hat aber auch sehr früh begonnen, dem Meere das wieder zu entreißen, was ehemals Land gewesen ist. Aber noch immer, trotz der hochent­wickelten Wasserbautechnik, ist dies eine schwere Ar­beit. Das Land zwischen Unterelbe und Unterweser, vor allem in der Gemarkung Cuxhaven ist durch die Strömung so in Gefahr der Abspülung, daß man froh ist, durch Steindossieruny und Buhnen die jetzige Küste zu halten. Ein wenig besser steht es an der Küste von B u t j a d i n g e n aus, der vor­springenden Marchhalbinsel zwischen Wesermündung und dem Jadebusen. Beim I a d e b u s e n liegen die Verhältnisse insofern ganz besonders, als ein Reichs­gesetz aus den achtziger Jahren des vorigen Jahr­hunderts, als der Kriegshafen Wilhelms­haven angelegt wurde, weitere Eindeichungen des 166 Quadratkilometer großen Jadebusens verbietet. An und für sich findet innerhalb des Busens, beson­ders auf der West- und Südseite starke Anschlickung statt und wächst das Land von selber Auch die kleinen Inseln innerhalb des Meerbusens ließen sich erhalten und mit dem Festland verbinden. Jetzt ver­sinken sie allmählich im Meer. So können jetzt be­dauerlicherweise nur außerhalb des eigentlichen Bu­sens, wo die Anlandungsverhältnisse sehr viel schlech­ter sind, Landgewinnungsarbeiten vorgenommen werden. Westlich des Jadebusens liegt das Land Jever und westlich davon das sogenannte Har­linge r Land, das im 16. Jahrhundert zum gro­ßen Teil die Harlinger Bucht bildete, aber schon sehr bald mit großem Eifer eingedeicht wurde.

der Küste wuchs.

Die alten Chroniken sind voll von Berichten über die furchtbaren Sturmfluten, die vom 12. Jahrhundert ab all die Jahrhunderte hindurch das Land überschwemmt, die Aecker verwüstet und alles samt den Häusern hinweggespült haben. Unzählige Tausende von Menschen sollen dabei ertrunken sein. Helgoland hat ehemals, wie man geologisch nachweisen kann, mit dem Festland zusam­mengehangen. Etwa von 1300 ab ist die Ver­bindung zwischen Düne und dem hohen Teil der Insel zerrissen. 1277 bei derErsten Weihnachts­flut" wurden an der Mündung der Ems 30 Dörfer von den Fluten verschlungen, und es entstand der Dollart, der dann durch spätere Sturmfluten noch erweitert wurde. Durch die Flut von 1509 und die Antoni-Flut von 1511 wurden der Iade - busen und gleichzeitig die Harlinger Bucht westlich davon geschaffen.

Vom Jahre 1000 ab hat aber auch der Stamm der Friesen, der diese Küste vorwiegend bewohnte, den Kampf gegen seinen Feind, das sturmgepeitschte Meer ausgenommen. Während man sich früher dar­auf beschränkte, Furten oder Warften, d. h. erhöhte Erdhügel zu schaffen als Wohnung für Mensch und Vieh, wie man sie heute noch auf den Halligen antrifft, baute man jetzt Deiche. Aber wie die Berichte über die furchtbaren Sturmfluten beweisen, waren diese Deiche völlig ungenügend, um der Gewalt der Wellen zu widerstehen. Erst im 19. Jahrhundert ist die Technik des Deichbaues so weit vorgeschritten, daß die Bewohner der Marschen sicher hinter ihren Deichen wohnen können.

das den Kampf derUnterirdischen" mit dem Zaris­mus zum Gegenstand hat, ähnlich wie Stratzens RomanDer Hexenkessel", der den brodelnden Sumpf der russischen Emigration während der In­flation in Berlin vorzüglich schildert. Rudolf Stratz gehörte ohne Zweifel zu den fruchtbarsten und ae- lesensten deutschen Unterhaltungsschriftstellern. In der letzten Zeit wurde auch die (zweite) Verfilmung vonSchloß Vogelöd" viel gespielt.

Franz-Liszt-Gedenkwoche in Bayreuth.

In Anwesenheit zahlreicher führender Persönlich- keilen aus dem Reich sowie aus Ungarn begann in Bayreuth die Franz-Li st- Gedenkwoche. 235 Künstler und Künstlerinnen waren unter der Führung des Direktors der Königlich Ungarischen Oper in Budapest, Ladislaus von Markus, ein» getroffen, außerdem Staatssekretär von Jalso- v i c z k y , Ministerialrat Dr. H a a s z , der unga­rische Gesandte in Berlin, Döme von S t o j a y und der österreichische Gesandte in Berlin, Stephan T a u s ch i tz. An der Spitze der Ehrengäste aus dem Reich Reichsjustizminister Dr. G ü r t n e r, Mini­sterpräsident Siebert.

Ministerpräsident Siebert weihte das wieder­hergestellte alte Markgräfliche Theater im Rahmen einer Feierstunde. Der Ministerpräsident wies dar­auf hin, daß die Wiederherstellung des Opernhauses dem Führer zu danken sei, der den Wunsch aus­gesprochen habe, daß das Haus als Bau- und Kul­turdenkmal erhalten werde. Die musikalischen Ver­anstaltungen begannen mit einem Gastspiel der Bu­dapester Königlich Ungarischen Staatsoper mit dem Oratorium LisztsDie Legende von der Heiligen Elisabeth" (Dichtung von Otto Ro- quette). Die Aufführung bekam besonderes Gewicht durch die hohe musikalische Kultur der ungarischen Gäste. Das Orchester entfaltete unter Ianos Fe­renc s i k ein Höchstmaß an Klangschönheit und Spieldisziplin. Die Chöre, die von Vilmos R o u - b a l einstudiert waren, fielen durch den Reichtum ihres ausgeglichenen Stimmenmaterials auf. Von den Solisten feien die Darsteller derHeiligen Eli­sabeth", Anna B a t h y , und desLandgrafen Her- mann", György Losonczy, hervorgehoben.

Ein Bildwerk von Veit Stoß entdeckt.

In der kleinen Ortschaft Mühlenbach irn Kreise Oppeln wurde von einer Kommission, die gegen­wärtig in staatlichem Auftrage Oberschlesien bereist, um Baudenkmäler und Kunstwerke zu inventari­sieren, ein Aufsehen erregender Fund gemacht. Man entdeckte ein völlig übermaltes Holzstandblld, das die Mutter Gottes darstellt, zu deren Füßen zwei

Die verheerende Sturmflut, die am Sonn­tag das gesamte Küstengebiet heimsuchte, hat meh­rere Todesopfer gefordert. In einer Laube bei Geesthelle in der Nähe von Geestemünde wurde ein Mann ertrunken aufgefunden. Es soll sich um einen früheren Schiffskoch handeln, der ver­mutlich auf seinem Laubengrundstück eingeschlafen und dann in den eingedrungenen Fluten ertrunken ist. In Altenbruch, südöstlich von Cuxhaven wurde der 27jährige Sohn des Landwirts Albert R e e s ch ein Opfer der großen Ueberflutungen. Er wurde beim Abtreiben der Tiere von der Weide von einer großen Flutwelle erfaßt und davongetragen. Der 68jäyrige Landwirt Schwartau, der eine Landstelle in Dradenau bei Waltershof besitzt, wurde auf der Jagd vom Hochwasser überrascht. Er tarn vom Wege ab und stürzte in einen Graben, in dem er den Tod fand.

Im Guderhandviertel im Alten Lande ist am Sonntagnachmittag der Lühe-Deich gebro­chen. Obwohl die Einwohnerschaft stundenlang die schwächeren Deichstellen mit Sandsäcken verstärkt hatte, entstand durch den ungeheuren Wasserdruck ein Loch, das sich sofort auf mehrere Meter ver­größerte. Eine Frau Hol ff, die gerade ein auf dem Deich stehenden Haus verlassen wollte, wurde von den einbrechenden Wassermassen erfaßt und fortgerissen. Ihr Mann konnte sich an einem Baum festhalten, die Frau wurde später im Felde tot aufgefunden. Die Bevölkerung eilte söfort an die Einbruchsstellen. Don Hamburg und Stade wurden Truppen angefordert, die alsbald eintrafen. Erst nach stundenlanger Arbeit konnte die Gefahr ge­bannt werden.

teil des Schuldners, ebenso wie die Fähigkeit des Gläubigers, die ihm geschuldeten Leistungen zu empfangen. Eine Ausweitung der Erzeu­gung nach einer Neuordnung müßte die Schul­denlast vermindern, die Transferschwierigkeiten ver­ringern, und den Gläubigerländern die Anpassung erleichtern. Eine auf Expansion gerichtete Welt hat nichts zu verlieren und alles zu gewinnen, wenn sie die Regelung der Schulden der Ver- gangenhsit in Angriff nimmt, und einen Kredit- verkehr wieder aufnimmt, der die erforderlichen Sicherheiten bietet. Eine auf Abbau der Han­delshemmnisse und auf Ausweitung des Güteraustauschs gerichtete Politik, die von den Gläubigerländern eingeleitet werden müßte, würde die Aufnahmefähigkeit des Weltmark­tes rascher als die Erzeugungsfähigkeit entwickeln.

Kunst und Wissenschaft.

Reichstagung für deutsche Vorgeschichte

In Ulm begann die dritte Reichstagung des Bundes für deutsche Vorgeschichte. Der Bundesführer Professor Dr. Reinerth er­öffnete die Tagung mit einer Begrüßungsansprache und gedachte der Männer, die wie Lisch und Gustaf K o s s i n n a sich mit der deutschen Vorge- fchichtsforschung unvergängliche Verdienste erwor­ben haben, und gab bekannt, daß der Reichsbund den Gustaf Kossinna-Preis 1935/36 dem Erforscher der germanischen Himmelskunde Otto Siegfried Reuter verliehen habe. Auch wurde den noch lebenden Mitkämpfern Kossinnas Adam Günter- Koblenz und Martin Schulz e-Neuruppin der Ehrenring des Reichsbundes verliehen. Danach hielt Professor Dr. Reinerth einen bedeutungsvollen Vortrag über die süddeutsche nordisch - germanische Sendung. Wir wissen heute, so führte er u. a. aus, daß das süddeutsche Geschehen nur verständlich wird in einer rassischen Betrachtung. Süddeutschland be- zoa seine Kraft einzig und allein aus dem Norden.

Längst vor den Römern haben die Germanen das süddeutsche Land besessen. Der Limes wurde nicht

oefit es auch auf dem Lande nicfit.

ZdR. Der Landesbauernführer von K u r h e s s e n hat einen Aufruf zur Werbewoche der deutschen Presse erlassen, in dem es u. a. heißt: Eines der wichtigsten Mittel der Aufklärung und Unterrichtung ist die Tageszeitung. Vor allem der deutsche Bauer und Landwirt, der für die Sicherstellung der Er- nährung zu sorgen hat, kann nicht ohne eine Tageszeitung auskommen. Das Ernäh­rungsgebiet ist so sehr den Notwendigkeiten der Stunde unterworfen, daß ständige Unterrich­tung, mit anderen Worten Zeitunglesen, zu einer selbstverständlichen Pflicht f ü r alle Volksgenossen wird, die in der Er­nährungswirtschaft ihren Arbeitsplatz haben. Ich richte daher an alle Bauern und Landwirte und auch an die Betriebsgefolgschaft der Landwirtschaft die Aufforderung, soweit sie nicht schon zur Leser­schaft einer Tageszeitung gehören, nunmehr zum Zeitungsbezug uberzugehen. Die geringe Ausgabe für den Bezugspreis wird durch die Vorteile, die das ständige Lesen einer Zeitung nut sich bringt, doppelt ausgewogen. Also: In jedes Bauernhaus gehört eine Tageszei­tung!"

AusstellungDas deutsche Gamswild 1937 in München.

Bayern besitzt sieben Hochgebirgsjagdkreise: Berch- tesgaden, Chiemseegebirge, das Mangfallgebirge, Jsarwinkel, Werdenfels, Füssen und Sonthofen. Um einen zuverlässigen Ueberblick über den der­zeitigen Stand der Hege des G a m s w i l d e s zu bekommen und um einwandfreie Unterlagen für zukünftige Hegemaßnahmen zu erhalten, hat der Landesjägermeister von Bayern eine genaue kartei- mäßige Aufnahme der gesamten Gamswildstrecke

Der bekannte Romanschriftsteller Rudolf Stratz auf seinem Gut Lambelhof am Chiemsee nach zweitägiger Krankheit im Alter von 71 Jahren gestorben.

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