Ausgabe 
20.10.1936
 
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reits b n 5 Flugzeug nach Sevilla. Dort einige Stunden Aufenthalt unter fast afrikanischer Sonne und wieder im Flugzeug zurück nach Salamanca. Aber dieser landschaftlich einzig­artige Flug quer durch Spanien, der zum Teil über das Gebiet der Roten führte, entzieht sich der Berichterstattung, denn nach den Aufregungen der letzten Tage habe ich im Ledersessel, eingewiegt vom Gebrumm der drei Motoren, tief geschlafen.

Azana in Barcelona.

Völliges Chaos in Katalonien.

Paris, 20. Okt. (DNB.) Der Präsident des roten Spaniens, Azana, ist in Barcelona eingetrof­fen, wo er eine Unterredung mit dem Präsidenten von Katalonien, Companys, hatte. Der Ma­drider Arbeitsminister befand sich bereits in Bar­celona. Der Aufenhalt Azanas in Barcelona scheint von längerer Dauer zu sein. In einer Mittei­lung der katalanischen Generalidad wird d i eU m- armung" der beidenStaatsoberhäup- t e r" als Beweis dafür hingestellt, daß diebeiden iberischen Völker" in unverbrüchlicher Treueden Kampf um die Freiheit" fortzusetzen gedenken.

Ein aus Barcelona in Burgos eingetroffener Flüchtling berichtet, daß dieRegierung" von Ka­talonien völlig machtlos sei und nicht ver­hindern könne, ' daß rote Horden fortgesetzt Raubzüge in Privathäuser unternähmen und diese nach der Ausräuberung häufig noch a n - zündeten. In Katalonien seien von den Anar­chisten zahlreiche Hofbesitzer gefesselt und lebend verbrannt worden. Die Waf­feneinfuhr nach Katalonien über die französische Grenze soll immer noch fortgesetzt wer­den.

Asturische Bergarbeiter in Sowjetrußland zum Bürger­kriegausgebildet".

London, 19. Okt. (DNB.) Der Evening Stan­dard veröffentlicht einen Bericht, der als ein Beweis dafür gelten kann, daß die kommunistischen Ma­chenschaften in Spanien von langer Hand vorbereitet worden sind. Im Jahre 1934 habe die 3. Internationale in Moskau kurz nach der Unterdrückung des Aufstandes kommunistischer Bergarbeiter in Asturien etwa 100 Rädels­führer dieser Revolte nach Sowjetrußland zu Ausbildungszwecken eingeladen. Diese Leute sol­len im Sommer dieses Jahres nach Spanien zurückgekehrt sein. Sie erhielten Befehle, an Bord der spanischen Kriegsschiffe kommunisti- s ch e Z e l l e n zu bilden. Bei Beginn der nationalen Erhebung organisierten diese Asturier den bewaff­neten Aufstand, der mit der massenweisen Er­mordung der Offiziere begann Als die Lage für die asturischen Bergarbeiter, die Oviedo belagerten, kritisch wurde, verließen die roten Rä­delsführer ihre Schiffe, um ihren bedrängten Gesin­nungsgenossen an der Front zu Hilfe zu eilen.

JNaffenverhafiuuaen von Frauen

London, 20. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der Sonderberichterstatter derTimes" in Valencia mel­det, die Marxisten in Madrid machten neuerdings Jagd auf Frauen. In der vergangenen Woche seien in einem Madrider Stadtviertel annähernd tausend Frauen verhaftet und in zwei beschlagnahmte Häuser untergebracht worden. Ihren Gatten und Söhnen werde nicht erlaubt ihnen zu helfen. Es sei möglich, daß die Marxisten beabsich­tigen, die verhafteten Frauen im Falle einer Be­lagerung Madrids als Geiseln zu verwenden. An der spanischen Grenze und in allen Seehäfen sei die Parole ausgegeben worden, daß keine spanische Frau Spanien verlassen dürfe. DieTimes" schreibt, es würde eine kata­strophale Wirkung auf die Meinung des Auslandes haben, wenn diesen verhafteten Frauen ein Leid geschähe.

Oie letzten Kirchen in Sowjet­ruhland vor der Zerstörung.

Warschau,». Okt. (DNB.) Nach demF ü n s- jahresplan der Gottlosen" sollen im näch­sten Jahr sämtliche Kirchen und Gebets­häuser vom russischen Boden ver­schwinden. Im alten Rußland gab es allein etwa 120 000 orthodoxe Gotteshäuser. Bis jetzt wurden mehr als die Hälfte von ihnen zerstört, die anderen wurden in Klubs für Gottlose, in Theater, Läden, Speicher und Badeanstalten um- gewandelt. Im Jahre 1937 sollen auch die Kirchen vernichtet werden, die bisher wegen ihres hohen künstlerischen und geschichtlichen Wertes erhalten blieben. Diese barbarischen Ankündigungen erklären sich daraus, daß in letzter Zeit überall ein wach­sendes Bedürfnis der unterdrückten Bevölke­rung nach religiöser Betätigung festge­stellt wurde. Vor allem auf dem Lande sollen sich die Bauern trotz aller Verfolgungen und Stra­fen immer wieder zu geheimen religiösen Feiern zu­sammenfinden. Weil sich die Leiter der Gottlosenbe­wegung auf die antireligiöse Haltung der Bevölke­rung nicht verlassen können, haben sie die Leitung des Vernichtungswerkes an den Gotteshäusern über­all in die Hände von Fremden gelegt. Zumeist sind damit natürlich Juden betraut worden.

Französischer Bauernführer verhaftet.

Protestkundgebung in der Pariser Markthalle.

Paris, 20. Okt. (DNB. Funkspruch.) Anhänger der Antifaschi st ischen Bauernpartei veranstalteten in der Großmarkthalle von Paris eine Protestkundgebung gegen das Verbot einer Versammlung. Polizei mußte aufgeboten werden, um die Zufuhr von Lebensmitteln und Gemüse zu sichern. Der Bauernführer Dorgöres verlangte vom Präfekten empfangen zu werden, um die Frei­lassung der in der Markthalle verhafteten Partei- angehörigen zu verlangen. Der Präfekt weigerte sich, Dorgöres zu empfangen, worauf dieser er­klärte, er werde solange im Vorzimmer des Präfek­ten bleiben, bis dieser ihn vorgelassen habe. Der Bauernführer und sein Mitarbeiter machten es sich darauf in den im Vorzimmer stehenden Sesseln be­quem. Nach kurzer Zeit ließ der Polizeipräsident den Bauernführer verhaften und zur nächsten Polizeiwache bringen.

Wieder Brotpreiserhöhung in Paris.

Paris, 20. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der Brot­preis für ein Kilogramm Weißbrot wird mit Wir­kung vom 1. November in Paris erneut um

Der italienische Außenminister wird heute in Berlin erwartet.

durch ein Militärbündnis mit dem Bolschewismus die Vorherrschaft über Europa, wie die Franzosen sie verstehen, zu sichern, ohne zu ahnen, daß ge­rade dadurch die Grundlagen Europas auf das schwerste erschüttert wurden. Demgegenüber blieb Deutschland nichts anders übrig, als den Versailler Vertrag zu zerbrechen. Auch die italienische Politik zeigte, daß der Drang nach einer gerechteren Ver­teilung der Rohstoffquellen, nach einer Auflockerung des europäischen Gefüges, das in den Unfriedens- verträaen starr und unbeweglich gemacht worden war, daß diese Dynamik entwicklungsgeschichtlich den wahren Interessen Europas entspricht. Sie wird auf die Dauer zum Frieden führen und sieg­reich bleiben, während die alten politischen Metho­den zum Absterben verurteilt sind. Da das neue Deutschland den Frieden will, aber die Gleichbe­rechtigung als logische Voraussetzung aller Ver­handlungen über einen echteren Friedenszustand als den tückischen Frieden der Unfriedensoerträge erstrebt, hat die nationalsozialistische Politik manche Berührungspunkte mit der Politik jener Staaten, die ähnliche Ziele verfolgen. Die Zeiten sind vorbei, da die Politik einer Macht oder Machtgruppe ganz Europa beherrschte, da diese Machtgruppe in Versailles über das Kernvolk Europas die Fesseln des Diktats warf. Deutschland ist unter dem Führer wieder erstarkt, und die anderen Mächte werden damit rechnen müssen.

Graf Ciano gehört zu den Staatsmännern, die die Mission des neuen europäischen Gedankens des­halb erfaßt haben, weil sie unbeschwert sind von den Schlingen, die die alle politische Mechode über

alle zu werfen pflegt, die in ihr aufgewachsen sind. Der Graf ist heute der jüngste Staatsmann Euro­pas er ist im Jahre 1903 in Livorno geboren aber er hat gezeigt, daß gerade die Frische zu­gleich Hand in Hand geht mit einer Kenntnis des diplomatischen Dienstes und der Beziehungen der Völker, die ihn zu einem erfolgreichen Gegenspieler der alten Mächte macht. Er ist seit 1925 im ita­lienischen Auslanddienst, heiratete die Tochter des Duce, Edda, die im Juni 1936 Deutschland besuchte, und war Generalkonsul in Schanghai, wo er sich während der chinesisch-japanischen Auseinander­setzungen mit seiner Gattin, die ihrem Gemahl mittlerweile zwei Kinder geboren hatte, gerade wäh­rend der Beschießung dieser Stadt hervortrat. Dann ging er im Jahre 1933 zur Weltwirtschaftskonferenz nach London, wurde darauf Propagandaminister, meldete sich im August 1935 als Flieger zur abessi­nischen Front, führte dort schwierige Erkundungs­flüge aus und wurde im Juni 1936 mit dem Posten des Außenministers, den der Duce abgab, betraut. Seitdem leitet er die italienische Außenpolitik in einem Sinne, der anttbolschewisttsch ist, aber gleich­zeitig das Bestreben zeigt, alle Nationen Europas zu einer neuen Front des gemeinsamen Friedens- zustandes zusammenzuführen. Der Vertiefung der Beziehungen Italiens zu Deutschland, der Neuord­nung Europas ist sein Berliner Besuch gewidmet, und seit dem Abkommen mit Oestererich die Schat­ten zwischen Berlin und Wien gewichen sind, die gleichzeitig unser Verhältnis zu Italien trübten, ist die Bahn frei für eine Politik, aus der ein neues und friedlicheres Europa sich abzeichnet.

VekrWgmig gemeinsamer Lebensarbeit bas Ziel des Berliner Besuchs.

Rom, 19. Okt. (DNB.) Zu der Reise des italienischen Außenministers nach Berlin schreibt Giornale d'Jtalia": Die Besprechungen des Gra­fen Ciano in Deutschland strebten konstruktive Ziele zur Realisierung einiger fester Punkte in den Be­ziehungen der beiden Länder wie in den allgemei­nen Beziehungen Europas an. Sie hätten zur Grundlage die Verwandtschaft der Regime das Zusammentreffen der Interessen der beiden Länder in vielen wesentlichen Problemen, die Parallelität vieler ihrer Positionen in Europa, die Festigkeit ihrer inneren nationalen Organe, die es ihnen er­laubten, auch ihre politischen Ziele festzulegen und sie vom Wechsel der parlamentarischen Jahreszeiten nicht beeinflussen zu lassen.

Die Begegnung bezwecke weder Blockbildung noch Einschüchterungsversuche, sie wolle eine Bekräf­tigung des Friedens sein, den Italien unter Aufbietung aller seiner produktiven Kräfte dem Imperium geben wolle, und den Deutschland für die Fortsetzung seines gigantischen inneren Aufbau­werkes benötige. Beide Länder hätten d i e gleiche realistische Auffassung vom Frieden, der vom Grundsatz der internationalen Gerechtigkeit und des tatsächlichen Gleichgewichts der Kräfte und der Interessen getragen werde.

Die Rückkehr Belgiens zu einer klassischen Neutralität werde weitgehende Rückwirkungen auf die internationalen Beziehungen haben. Der Grundsatz des Locarno-Gedankens sei im Begriff, Schiffbruch zu erleiden. Auch das'Völ­kerbundsproblem, so weit es die kollektive Sicherheit betreffe, habe sich erneut verschärft. Deutschland habe den Völkerbund endgültig verlas­sen, Italien habe seine Mitarbeit de facto wenn auch noch nicht de jure eingestellt. Das Fernbleiben beider Großmächte gehe auf die gleiche Art von Gründen zurück, nämlich auf eine unausrottbare Verständnislosigkeit des Genfer Institutes für die ßebensintereffen beider Staaten. Weitere Momente der europäischen Unordnung seien in den Ereig­nissen in Spanien und in dem lärmen­den Auftreten Sowjetrußlands im Londoner Nichteinmischungskomitee sowie in der immer mehr um sich greifenden f 0 m m u n i ft i f cf) e n Zersetzung zu sehen. Dem gegenüber wollen die starken und gesunden Völker aktiven Wider st and aus ihrer Verteidigungslinie leisten. Es sei nur natürlich, wenn diese Nationen bei der Abwicklung ihrer täglichen Aufgaben und Arbeiten zufammenhielten. Das sei auch zwischen Italien und Deutschland der Fall.

Berlin, 19. Okt. (DNB.) Der italienische Außenminister Graf Ciano wird am Dienstag­nachmittag als Gast der Reichsregierung zum Besuch des Reichsauhenminislers Freiherrn von Neurath in Berlin eintreffen. 3n Beglei­tung des italienischen Staatsmannes befinden sich der Generaldirektor für die europäischen Ange-

ch

legenheiten Gesandter B u t i, der Generaldirektor iir die allgemeinen Angelegenheiten Gesandter Graf Bifetti, der Generaldirektor für den Dienst der ausländischen Presse Cornm. Grazzi, oroie der persönliche Referent des Außenministers Cornm. A n f u f 0. 3m Anschluß an einen mehr­tägigen Aufenthalt in der Reichshauptstadt wird sich Graf Ciano nach Süddeutfchland begeben, um einer Einladung des Führers und Reichskanzlers zu folgen.

Graf Galeazzo Ciano bei Conti Coriellazzo, der Außenminister des faschisttschen Italiens, Schwiegersohn des Duce, wirb bei seinem Besuch in Deutschlanb auch von ber deutschen Oeffentlich- keit herzlich begrüßt werden, benn er ist ber Typ bes fortschrittlichen Staatsmannes, ber aus ben ab­gelebten Dingen bie Folgerungen gezogen hat unb ich hinwenbet zu einer Neuordnung ber europäischen Verhältnisse. Europa steht im Umbruch, steht kurz vor ber Entscheibung, ob es ich ber alles zerstörenben Art bes Weltbolschewis- mus und ber Weltrevolutionierung verschreiben will ober ob es seine heiligsten Güter in alle Zukunft baburch sichert, baß es'biefer Anarchie Tobfeinb ist unb sich als solchen erklärt. Gerade bie Ereignisse ber letzten Jahre haben gezeigt, wie sich bie Ent- cheibung anspinnt. Die Staatsmänner ber alten Fasson hatten von Genf aus Europa beherrschen wollen. Mit ihrer bemokratisch-marxistischen Jbeo- logie versuchten sie, bie Unfriebensoerträge zu ver­ewigen, unb gleichzeitig ging Frankreich baran,

10 Centimes erhöht. Dies ist in wenigen Monaten bereits bie britte Erhöhung. Sie ist weniger eine Auswirkung ber Weizenpreiserhöhung bas Mehl stammt noch aus vorjähriger Ernte als vielmehr burch bie Lohnerhöhungen unb sozialen Gesetze bebingt. DerJour bezeichnet bie neue Verteuerung bes Brotes als ein weiteres Geschenk ber Volksfront- Regierung"

Stortinawahlen in Norwegen

Oslo, 20. Okt. (DNB.) Die Wahlen zum norwegischen Storting haben bei einer bisher unbekannten Wahlbeteiligung stattgefunben. Nach ben bisher vorliegenden Ergebnissen kann an­genommen werden, bah bie marxistische Arbei­terpartei von ben 150 Sitzen bes Stortings wahrscheinlich 71 gegenüber bisher 69 Sitzen er­halten wirb, so baß sie auch im neuen Parlament nicht bie Mehrheit haben wirb. Die Konservativen Haden voraussichtlich 5 Sitze gewonnen, bie Agra­rier bagegen 5 unb bie Liberalen 2 verloren. Die Nationale Sammlungspartei ist gegen­über ber Wahl von 1933 zurückgegangen unb wirb auch im neuen Storting keinen S i tz erhalten.

langeberWehrmacht involkstümlicher Weise burch Bilb unb Wort in ber Oesfentlichkeit zu vertreten. Sie roenbet sich an ben Solbaten, ber sich über alle wichtigen Ereignisse innerhalb ber Wehrmacht laufenb unterrichten soll, sie wenbet sich aber gleichzeitig an alle Deutschen, um über bie neue Wehrmacht, ihren Ausbau, ihre Organisa­tion, Bewaffnung unb Ausbilbung, über bas Leben bes Solbaten in allen brei Wehrmachtsteilen Auf­klärung zu geben. Ihr Inhalt wirb sich ferner auf Ueberlieferungspflege, Berichterstattung über frembe Wehrmächte unb gute Solbatenerzählungen er­strecken. Die Herstellung ber Zeitschrift einschl. Schrift- leitunq unb Verlag liegt in Hänben bes Verlages Die Wehrmacht" GmbH. Als Hauptschriftleiter ist Dr. Richarb Jügler bestellt worben. Der Preis ber Zeitschrift beträgt bei Monatsbezug 0,50 Mk., bas Einzelheft kostet 0,25 Mark.

Meine voti#ifd>c Tiadh lebten

Der Führer besichtigte mit bem Reichs- jugenbsührer von Schirach bie am Sonntag ein- ge'weihte Abolf-Hitler-Jugenbher berge im Berchtesgabener Lanb. Bei bieser Ge­legenheit sprach ber Führer seine volle Siner«

fennuna für bie vorbilblichen Leistungen des Deutschen Jugenbherbergswerkes aus.

Der diesjährige vierte Reichsbauerntag findet vom 2 3. bis 2 9. November in der Reichsbauernstadt Goslar statt. Der Reichs- bauernführer wird, obwohl seine schwere Sportunfallverletzung noch nicht ausgeheilt ist, am 29. November (Sonntag) auf der Schlußoeranstal- tung das Wort ergreifen.

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Staatssekretär General der Flieger Milch ist von Mussolini empfangen worden. Anschließend be­sichtigten die deutschen Offiziere Pompeji und mach­ten eine Fahrt auf ben Vesuv. Staatssekretär Milch begab sich am Montag nach Oberitalien, wo der Turiner Militärflugplatz und der Flug­zeugmotorenbau ber Fiatwerke besucht würben.

Der Reichsführer SS. und Ches ber deutschen Polizei Himmler traf in Rom ein. Zu feiner Be­grüßung waren Staatssekretär Buffarini- G u i d i, ber Chef ber italienischen Polizei, Senator B 0 c ch i n i, ber Präfekt von Rom unb ber deutsche Botschafter von Hassel auf dem Flughafen zu­gegen.

Wege zum Wiederaufbau des Weltmarkts

Empfehlungen der Internationalen Handelskammer.

Gegen Wucherer und Dolksschädlinge.

LPD. Koblenz, 19. Okt. Die ßanbesftelle Koblenz-Trier teilt u. a. mit: Nachdem erst unlängst einzelne Personen wegen Ueberschreitens der Höchstpreise in Schutzhast genommen wurden, mußte heute ber jüdische Metzgermeister und Vieh­händler Karl Schweitzer in Altenahr ver­haftet werben, weil er in ben letzten Monaten in größerem Umfange sein Monatskontingent an Schlachtvieh überschritten und beim Ankauf von Schlachtvieh gegen bie vom Deutschen Viehhanbelsverband im Interesse ber Volksernäh­rung erlassenen Vorschriften verstoßen hat. Außerdem hat er beim Kleinverkauf bie f e st ge­setzten Höch st preise nicht eingehalten. Auch gegen einen ß a n b ro i r t aus Lötzbeuern würbe die S ch u tz h a f t verhängt, weil er beim Verkauf eines Schlachtschweines die Höchstpreise in­sofern überschritten hatte, als er für jedes Pfund ßebendgewicht 7 Pf. Ueberpreis forderte und außer­dem den Verkauf davon abhängig machte, daß das Tier anstatt in nüchternem, in gefüttertem Zustande gewogen wurde Er hatte weiterhin ben Verkauf bavon abhängig gemacht, baß ber Metzgermeister ihn ein Geschenk von 10 Mark mache und jedem seiner Kinder eine Fleischwurst gebe. Das strenge Durchgreifen der Verwaltungsbehörde beweist so­mit, daß der nationalsozialistische Staat mit un­erbittlicher Härte in jedem Einzelfall im Interesse der Allgemeinheit drakonisch b um­greifen wird

Oie Wehrmacht."

Eine neue Ha>bmonatszeitschrist.

Berlin,». Okt. (DNB.) Das R e i ch s k r i e g s. minifteriumgibtbetannt: Anfang Novem­ber 1936 erscheint erstmalig im VerlagD i e W e h r- m a ch t" GmbH., Berlin w 8, Kronenstraße 37, bie illustrierte HalbmonatszeitschriftDie Wehrmacht". Die Herausgabe erfolgt burch das Reichskriegsmini' fterium. Die Zeitschrift hat bie Aufgabe, die Be-

Paris, 19. Okt. (Fwd.) Der Verwaltungsrat ber IHK., bem von beutscher Seite bie Herren Abr. Fro- roein, Dr. O. Chr. Fischer, K. Freiherr von Schrö- ber, Dr. F. Häricke unb Dr. G. Riebberg angehören, veröffentlicht eine Erklärung, berzufolge er Die Zeit für gekommen hält, um bie zur Beschränkung bes Güteraustausches getroffenen Maß­nahmen unb Zollerhöhungen allmählich z u beseitigen. Ohne planvolles Zusammenwir­ken würbe bie angeftrebte Währungsstabilität u n - t e r h ö h 11 werben. Die Folge bavon wäre bie Ge­fahr weiterer Abwertung unb einer Verschär­fung bes Wirtschaftskrieges, woburch nicht nur bie wirtschaftliche Wieberbelebung, sondern auch bie Erhaltung bes Friebens ernstlich bebroht würben. Der Verwaltungsrat empfiehlt als ersten Schritt zur Verbesserung ber politischen unb wirt­schaftlichen Beziehungen u. a.: Den Abschluß mehrseitiger Hanbelsverträge, bie bem Beitritt aller Staaten offenstehen unb bem inter­nationalen Güteraustausch neuen Antrieb geben. Die systematische Einführung ber Meistbegün- ft i g u n g s f i a u f e L Die Abschaffung ber Einfuhrkontingente mittels mehrseitiger Abkommen, fobalb burch Maßnahmen auf bem Ge­biete ber Währung ber Weg für ben enbgültigen Wieberaufbau bes Welthanbels geebnet worben ist. Uebergangsroeife Einführung vonZollkontingen­ten" an Stelle ber Einfuhrkontingente. Regionalab­kommen unb Gruppenverträge, soweit sie auf Aus­weitung bes Hanbels unb Befrisbung ber Völker gerichtet finb. Die Anpassung berjenigen Währun- g e n an angemessene Paritäten, beren Wechselkurse in keinem Verhältnis mehr zur ßage ber Zahlungs­bilanz, ber Relation zwischen Gestehungskosten unb Verkaufspreisen im Vergleich zu anberen ßänbern unb ber Struktur ber inneren Verschiebung stehen. Verzicht auf Abwertung zum Zwecke des internatio­

nalen Wettbewerbs, Sicherung ber Wechselkurse nach Anpassung an bie Notwenbigkeiten ber einzelnen ßänber, Ausschaltung ber saisonmäßigen Währungs- schwankungen, Anerkennung ber Notwenbigkeit eines möglichst raschen Ueberganges zu einem stabileren System. Allmähliche Abschaffung der De­visenkontrolle unb ber Clearings, in bem Maße, in bem bas Problem ber internationalen Derschulbung geregelt, ber internationale Kre- bitverkehr roieber belebt unb bie ungeregelten Ka- pitalverschiebungen beschränkt finb.

Im Anschluß an die Verwaltungsratssitzung wurde eine Erklärung veröffentlicht, in ber Präsi- bent ber HJK., Dr. F- H- F e n t e n e r van V l i f \ i n g e n , über bie Schlußfolgerungen ber herangezogenen Wirtschaftssachverständigen berich­tete: Politik, Derschulbung, Währung und Handel müssen als Teile bes großen Problems bes Wie­beraufbaus bes Weltmarktes betrachtet werden. Der Zugang von Rohstoffen fetzt bie Fähigkeit zum Absatz ber Fertig­waren voraus. Der Absatz von Agrar­produkten bedingt seinerseits wiederum bas Recht bes Zuganges zu ben Märkten ber Jndustrielänber. Kein einziges Problem kann für sich allein gelöst werben. Solange das Ver­trauen nicht wieberhergestellt ist, und bi es ist vor allem eine Frage ber internationalen Oe- rechtigkeit, kann es keine Sicherheit geben. Solange das Gefühl der Sicherheit fehlt, wird auch das verhängnisvolle Wettrüsten nicht a u f h ö r e n. Die Wiederherstellung des Vertrauens hängt in erster Linie von einer Rege­lung der politischen Probleme ab. Eine solche Regelung verlangt notwendigerweise die Zu­sammenarbeit der Staaten. Die polittsche Un­sicherheit, das Währungschaos und der übertriebene Protektionismus beeinträchtigen die Zahlungsfähig-