Ausgabe 
20.8.1936
 
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zum Z5. August ohne Kosten bezahlt werden. Auf die heutige Anzeige sei besonders hingewiesen.

** Unfall. Der 23jährige Walter Germer von hier, Buddestraße, der mit dem Motorrad unterwegs war, stürzte und zog sich erhebliche Fleischverletzun- gen am rechten Bein zu. Der Verunglückte mußte in ärztliche Behandlung gebracht werden.

** 90 Jahre Turnverein von 1846 Gießen. Man schreibt uns: Der Turnverein von 1846 begeht am 11. und 12. Oktober die Feier seines 90jährigen Bestehens. Als Auftakt hierzu findet be­reits am Samstag, 22. August, auf der Pulvermühle ein Sommernachtsfest statt. Schwimmer und Paddler des Vereins werden bei Beleuchtung des Lahnufers mit Schwimmvorführungen usw. diesen Abend ein­leiten. (Siehe heutige Anzeige.)

Nundfunkprogramm.

Freitag, 21. August.

6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen: Vom Rhein zur Donau. 10: Schulfunk: Ein Deutscher gräbt Troja aus. 11: Haus­frau, hör zu! 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Hörer, schaiket euch ein, jetzt startet Frankfurt am Main! 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Wetterbericht. 14: Nachrichten. 14.^: Nicht, daß wir euch vergessen hätten! Wunschkonzert. 15: Volk und Wirtschaft. Deutsche Wasserstraßen. Vom Rhein zur Donau. 15.15: Südwestdeutsche Erzähler. 16: Um die Liebe. 17: Musik für zwei Klaviere. 17.30: Auf der Walz! 18: Musik zum Feierabend. 19: Ringsendung

Kassel, Freiburg, Trier, Frankfurt: Schwer beladen zieht der Wagen ... Ländlicher Frohsinn um die Ernte. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Sinfonie Nr. 2 in C-moll von Anton Bruckner. 21.10: Unterhaltungsmusik. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.20: Sportschau der Woche. 22.45: Unterhaltungskonzert des Landesorchesters Gau Württemberg-Hohenzol- lern. 24 bis 2: Nachtmusik.

Samstag, 22. August.

6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Fröhlich klingt's zur Morgenstunde. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.45: Auf zum Staatsjugendtag: HJ.-Sport. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Gaunachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Bun- tes Wochenende. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 14: Nachrichten. 14.10: Vor lauter Freude könnt' ich heute ...! 15.15: Volk und Wirtschaft. Allerlei Neuigkeiten, Zeitangabe, Wlrt- schaftsmeldungen. 15.30: HJ.-Funk: Der Kampf um den Froschweiher. 16: Froher Funk für alt und jung. Lachendes Leben. Ein vergnügter Nachmittag. 18: SA. musiziert. 18.45: 1200 Jahre Hersfeld. Ein Be­richt anläßlich der Festwoche der Zwölfhundertjahr­feier der ältesten Stadt Kurhessens. 19: Romantische Abendmusik anläßlich der Zwölfhundertjahrfeier der Stadt Hersfeld. 19.40: Wochenschau. 19.55: Ruf der Jugend. 20: Nachrichten. 20.10: Ein bunter Kranz ums Deutsche Eck. Feucht-fröhliche Bilder von Rhein und Mosel. 22: Nachrichten (auch aus dem Sende­bezirk). 22.20: Stegreifsendung des Zeitfunks. 22.30: ... und morgen ist Sonntag! 24 bis 2: Nachtmusik.

Richtige pflege -es Fahrrades!

In Deutschland gibt es 17 Millionen Volksge­nossen, die ein Fahrrad besitzen. Also jeder vierte Deutsche fährt Rad. Es gibt auch kaum ein prak­tischeres und billigeres Verkehrsmittel als das treue Stahlrößlein. Zu allen Jahreszeiten können wir es benutzen. Es braucht keinen Hafer, kein Benzin. Nur etwas Pflege verlangt es.

Und wie oft wird hier gesündigt! Hand aufs Herz! Werden die Räder bei diesem Regenwetter nicht sehr oft einfach in die Ecke gestellt und blei­ben naß und verschmutzt stehen, bis wir sie wieder gebrauchen? Wer seine Augen aufmacht, sieht manchmal Räder auf der Straße stehen, die dem Besitzer wahrlich kein gutes Zeugnis ausftellen. Und dabei ist die'Pflege des Rades gar nicht so schwie­rig. Wir haben nur Vorteile, wenn wir ein biß­chen Sorgfalt auf unser Rad verwenden. Deshalb sei hier an einige praktische Ratschläge erinnert.

Stelle dein Rad nie in die pralle Sonne, denn das schadet den Reifen. Beim Deien der Naben sorge dafür, daß kein Del auf die Gummimäntel fällt. Niemals stelle dein Rad auf die feuchte Erde. Hast du keinen Ständer, dann hänge es ein­fach an die Decke des Raumes. Sorge auch dafür, daß bei Nichtgebrauch immer Luft in den Schläu­chen ist.

Wenn du in einen Schuhnagel gefahren bist und die Luft entweicht, dann denke nicht, das kleine Stückchen nach Hause kann ich noch fahren, sondern steige gleich ab und bezeichne dir mit einem Tin­tenstift die verletzte Stelle. In aller Ruhe kannst du dann dein Rad zu Hause flicken. Bist du aber auf großer Fahrt, so ziehst du den Nagel heraus und flickst gleich.

Merkst du beim Fahren, daß die Luft langsam entweicht, dann prüfe zunächst, ob das Ventil- schläuchlein in OrDnung ist. Du schraubst den Deckel ab und tupfst mit deinem Finger, den du vorher

mit Speichel benetzt hast, auf die Oeffnung. Zeigt sich eine Luftblase, dann ist der Schaden rasch be­hoben. Du brauchst nur ein neues Dentilschläuch- lein einzusetzen. Gibt es kein Luftbläschen, so ist das Loch im Schlauch. In den meisten Fällen bleibt dir nichts anderes übrig, als den Mantel abzuneh­men und den Schlauch herauszuziehen. Er wird ein wenig aufgepumpt und durch Wasser gezogen. An der verletzten Stelle zeigen sich Luftbläschen. Ist kein Wasser zur Hand, so führst du den Schlauch ganz langsam am Dhr vorbei. Das Geräusch der austretenden Luft zeigt das Loch an.

Zunächst wird nun der Schlauch gut abgetrocknet, die verletzte Stelle abgerieben und mit Gummi­lösung bestrichen. Ein kleiner Gummiflicken wird ebenso abgerieben und mit Gummilösung versehen. Aber den Flicken legst du erst auf, wenn die Gum­milösung ganz trocken geworden ist. Dann drückst du fest an. In den meisten Fällen wird der Fehler gemacht, daß der Gummiflicken aufgesetzt wird, wenn die Lösung noch nicht trocken ist. Dann hält er aber nicht.

Kommst du in ein Reaenwetter, so trocknest du das Rad zu Hause vorsichtig ab. Ein wollener Lap­pen tut hier gute Dienste. Ist viel Schmutz am Rad, dann nimmst du zuerst einen nassen Schwamm und entfernst den Schmutz. Die vernickelten Teile des Rades werden von Zeit zu Zeit leicht eingefettet Die Kette wird, wenn sie rostig ge­worden ist, über Nacht in Petroleum gelegt, darauf trocken gerieben und gut eingeölt.

Bist du kein Fachmann, dann versuche nie, das Tretlager oder gar den Freilauf auseinaüderzuneh- men. Du richtest nur Unheil an, denn größere Män­gel kann nur der Fahrradhändler beseitigen.

Behandeln wir unser Rad mit etwas Liebe und Sorgfalt, jo werden wir immer Freude an dem Stahlroß yaben. Rr.

Adolf-Hiller-Marsch 1936.

LPD. Frankfurt a. M., 19. Aug. Nachdem die aus weiter gelegenen Gebieten kommenden Bannfahnen der Hitler-Jugend schon vor einer Reihe von Tagen den Marsch nach Nürnberg zum Parteitag ausgenommen haben, folgten die­sem Beispiel heute auch die 18 Bannfahnen der Hitler fugend des Gaues Hessen- Nassau. Sie wurden auf dem Dpernplatz nach einer erhebenden Kundgebung vom Gebietsführer der HI., Dberbannführer Brandt, in Marsch ge­setzt, nachdem dieser in einer eindrucksvollen An­sprache die Bedeutung dieses Marsches vor Augen geführt hatte, der ein Bekenntnis der HI. zum Führer und damit zum deutschen Volke sei. In einem großen offenen Viereck war der ganze Stand­ort Frankfurt der HI. ausgestellt, und alle Gliede­rungen der Partei waren durch Ehrenformationen vertreten. Nach einleitenden Musikstücken der HJ.- Kapelle und Fanfarenklängen gab ihnen in Ver­tretung des Gauleiters dessen Adjutant Dberbann­führer S t ö t) r herzliche Geleitworte mit auf den Weg. Die gleiche Fahne, die in den vergangenen Tagen während der Olympischen Spiele in Berlin

so oft am Siegesmast emporgestiegen sei, werde jetzt aus Nord und Dst und West nach dem Süden getragen, nach der Stadt der Reichsparteitage, als das Symbol des Willens und des Wollens der HI.Ähr könnt Euch auf dem Marsch nach Nürn­berg", so sagte Dberbannführer Stöhr,immer vor Augen halten, daß mit Euch die ganze Partei, ja das ganze Volk marschiert".

Der Abschiedsfeier wohnte auch eine Gruppe von 30 italienischen Sportstudenten bei, die sich gegen­wärtig auf Einladung der Reichsjugendleitung auf einer Deutschlandfahrt befindet.

Dann marschierten die Fahnenträger und die Begleitmannschaft unter klingendem Spiel durch die Straßen und hinaus vor die Stadt, wo auf den Bürgerwiesen im Stadtwald das Zeltlager zur er­sten Uebernachtung aufgeschlagen wurde. Morgen aeht es weiter unter der Führung von Unterbann­führer S ch e f f a u e r nach Nürnberg zu, das die Fahnenabordnung nach einem Marsch von 19 Tagen erreichen wird. Am 8. September rücken dann sämt- liche Bannfahnen der HI. aus dem ganzen Reiche geschlossen in Nürnberg ein.

Hochbetrieb im Flughafen Rhein-Main.

60 Prozent Derkehrszuwachs der Lufthansa.

Lpd. Frankfurt a. M., 19. Aug. Wenn auch die Hauptreise- und Ferienzeit sich ihrem Ende nähert, so steht der neue Flughafen Rhein-Main nach wie vor im Zeichen eines äußerst regen Luft- reiseverkehrs. Die 38 tagsüber hier landenden und startenden ' Verkehrsflugzeuge sind nahezu aus­nahmslos voll besetzt. Ganz besonders die nach Ber­lin, Hamburg, München und Köln führenden Li­nien weisen eine Besetzung auf, welche die Ver­kehrsziffern des Vorjahres weit übertrifft.

3n den Monaten Mai bis Juli 1936 erhöhte

sich die Zahl der von Frankfurt abfliegenden

Passagiere insgesamt um 60 v. h., auf einigen

Strecken wurden sogar Steigerungsziffern von

70 und 80 v. h. erreicht!

Das verstärkte Platzangebot, das durch Einsatz größerer Flugzeuge, Doppelführung und Neuein­richtung von Flugkursen bewirkt wurde, wurde vorn Reiseverkehr nicht nur voll beansprucht, son­dern darüber hinaus eine wesentlich höhere Aus­nutzungsziffer gegenüber den Vorjahren erzielt.

In Der überraschend kurzen Zeit von nur zwei Jahren nahm der Fluggast-Abgangsoerkehr aus dem Rhein-Main-Gebiet um 130 v. H. zu. Dieser Aufschwung ist um so beachtlicher, als die Zahl der Olugkilorneter sich nur um einen Bruchteil dieser requensfteigerung erhöhte. Aus der Tatsache, daß der Ankunftsverkehrnur" um etwa 90 v. H. an­stieg, daß somit unser Flughafen einenAusfuhr­überschuß" an Fluggästen aufmeift, darf man schlie­ßen, daß gerade im Rhein-Main-Gebiet das Inter­esse am Flugverkehr besonders gestiegen ist.

Die Inbetriebnahme des neuen Zentralflug­hafens hat auch in den Nachbarftädten unseres Gaues neuen Verkehr geweckt; so entsendet z. V. Darmstadt wesentlich mehr Fluggäste als im Vorjahr.

Mit eine Folge des starken Engländerbesuches im Rhein-Main-Geoiet ist die überraschend hohe Zahl der Passagebuchungen nach London. Auch die skan­dinavischen Hauptstädte sind in diesem Sommer oft begehrte Reiseziele.

Ein erfreulicher Beweis für die Fortschritte, welche die rhein-mainische Wirtschaft in ihrem Be­mühen um die Steigerung der Ausfuhr verzeichnen kann, ist das starke Anwachsen der im Luftexpreß- gutverkehr von Frankfurt abgefertigten Güter.

Im Juni und Juli wurden je rd. 1000 Kilo­gramm mehr mit den Flugzeugen, vorwiegend auf den Nachtstrecken nach England, Belgien,

Frankreich und Skandinavien, abbefördert.

Auch die eingehenden Sendungen, meist hochwer­tige Rohstoffe und Halbfabrikate, zeigen mengen­mäßig eine erhebliche Zunahme gegenüber Dem Vorjahre.

Nicht unerwähnt sei schließlich, daß auch der Luftpostverkehr in stetem Ansteigen begriffen ist. Sowohl den Linien des innereuropäischen Luft­postdienstes, wie den jeweils am Donnerstag von Frankfurt aus startenden Schnellflugzeugen der deutschen Fluglinie nach Rio de JaneiroBuenos AiresSantiago führt die heimische Geschäftswelt ansehnliche und steigende Postmengen zu.

Oberheffen.

Autofahrer durch leichtsinnigen Motor­radler verunglückt.

+ Grünberg, 19. Aug. Der hiesige Kaus- mann August Leineweber erlitt in der Nähe von Bad Mergentheim einen Autounfall. Mit seiner Frau und den Schwiegereltern seines Sohnes war er nach einem Besuche bei diesem in Nürnberg auf der Heimfahrt begriffen. Der Unfall wurde durch einen Motorradfahrer, der erst einige Tage Motorrad fuhr, verursacht. Dem Auto ent­gegenfahrend, versuchte der Motorradfahrer eine Drehung auszuführen, ohne ein Zeichen zu geben. Um dem unvermeidlichen Zusammenstoß zu ent­gehen, bog Herr Leineweber, der als sicherer und ruhiger Autofahrer bekannt ist, stark nach rechts aus. Dabei prallte das Auto an einem Straßen­stein ab uni) stieß heftig gegen einen Baum. Die vier Insassen erlitten dabei Verletzungen, die zwar nicht ernster Art sind, aber doch ihre Auf­nahme in ein Krankenhaus nötig machten. Das Auto wurde schwer beschädigt.

Dom Erntewagen gestürzt.

* Burkhards (Kreis Schotten), 19.Aug. Heute ereignete sich hier ein schwerer Unfall. Der 63jährige Landwirt Ludwig Ernst Kaiser st iirzte von einem Erntewagen, geriet dabei unter einen zweiten angehängten Wagen und wurde überfahren. Der bedauernswerte Mann mutzte mit i n n e r e n V e r l e tz u n g e n in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden.

Scheune mit der Ernte verbrannt.

Unter-Widdersheim (Kreis Büdingen), 20. Aug. In der S ch e u n e des Landwirts Albrecht Schneider brach am gestrigen Mittwochnachmit- tag auf bis jetzt noch ungeklärte Weise Feuer aus, das trotz eifriger Löscharbeit mehrerer Feuer­wehren die Scheune mit der bisher geborgenen Getreideernte, die Stallungen und einige Nebengebäude vernichtete. Das Vieh konnte zum Glück rechtzeitig gerettet werden, ferner war es den Feuerwehren möglich, das Wohnhaus zu erhalten. Die Ermittlungen der Gendarmerie über die Brandursache sind noch im Gange.

Einbrecher,arbeiten" im Kreis Alsfeld.

* Billertshausen (Kreis Alsfeld), 19. Aug. Am Montagnachmittag hatte ein Einbrecher in unserem Orte die Frechheit, am hellen Tage, kurz nach 16 Uhr, durch ein rückwärtiges Fenster in das Wohnhaus des Bürgermeisters Merlau einzu st eigen. Der Einbrecher durch­suchte mehrere Wohnräume und brach dabei auch einen Schrank auf, sand aber glücklicherweise den darin au'fbewahrten Erlös aus einem Schweine­verkauf nicht. Dann hielt der Täter weiter Umschau in dem Hause und kam dabei schließlich in Das Amtszimmer des Bürgermeisters, wo er den Schreibtisch aufbrach und daraus 1 5 Mark Bargeld und einiges Büromaterial stahl. In diesem Augenblick wurde von einem Besucher, der den mit feiner Familie auf dem Felde weilenden Bürgermeister sprechen wollte, an das Hoftor ge­klopft, wodurch der Einbrecher verscheucht wurde und schleunigst von der rückwärtigen Seite des Hauses aus auf einem Fahrrad die Flucht er­griff. Da am Samstag bereits in Obergleen und am Sonntag in Ruhlkirchen, die nicht weit von unserem Drte entfernt liegen, Ein­brecher am Werk gewesen waren und dort in mehereren Häusern unliebsame Besuche abgestattet hatten, bringt man diese Taten miteinander in Ver­bindung und nimmt an, daß es sich hierbei an­scheinend um eine Einbrechergesellschaft handelt. Die Ermittlungen der Polizei sind eifrig im Gange.

Landkreis Gießen.

* Großen-Buseck, 19. Aug. Der im Ruhe­stand lebende Förster Christoph Wagner von hier kam so unglücklich zu Fall, daß er eine erhebliche Knieverletzung erlitt und nach Gießen in ärzt­liche Behandlung gebracht werden muhte.

* Reiskirchen, 19.Aug. Die hiesige 83jährige Witwe Katharine S ch n e i d e r zog sich durch einen unglücklichen Sturz eine sch w e r e Huftver« letzung zu und mußte in die Klinik nach Gießen gebracht werden.

* Lich, 19. Aug. Infolge Herzschlags ver. schied gestern um die Mittagsstunde der Lehrer i. R. Ernst Jakob im Alter von 70 Jahren, 4 Monaten und 11 Tagen. Als junger Schulamtsan« Wärter aus dem Frankenlande nach Hessen über« getreten, wirkte er mehrere Jahrzehnte segensreich in unserer Provinz, zuletzt in Dem Nachbarorte Ober-Bessingen. Seinen Ruhesitz nahm er vor zwei Jahren in unferm ihm liebgewordenen Städtchen. Sein rastlos tätiger Geist ließ ihn aber nicht die wohlverdiente Ruhe genießen. Im Auftrage der Stadt Darmstadt übte er die ihm schon vor einer Reihe von Jahren übertragene Fürsoraetätigkeit an gefährdeten Jugendlichen beiderlei Geschlechts bis zu seinem Lebensende aus. Sie wurde vor einigen Wochen durch Aufnahme in ein Gießener Krankenhaus unterbrochen, wo er sich einer schwe­ren Operation unterziehen mußte. Obgleich diese als wohlgelungen bezeichnet werden konnte und be­rechtigte Hoffnung auf völlige Genesung zuließ, haben ihre Folgen nun doch seinen Tod herbeige­führt. Mit seinen nächsten Angehörigen trauert eine große Schar von Freunden und Bekannten um den allzeit hilfsbereiten und gütigen Menschen und treuen Deutschen. Sie werden ihm über das Grab hinaus ein ehrendes Andenken bewahren.

cZ Villingen, 18. Aug. Die Ehefrau des Maurers Rudolf Sauerwein stürzte heute nachmittag bei dem Landwirt Hugo D ö l l von einem hoch beladenen Fruchtwagen ad. Die bedauernswerte junge Frau erlitt dabei einen Arm­bruch, außerdem klagt sie noch über heftige Schmer­zen im Rücken.

Kreis Alsfeld.

^Alsfeld, 19. Aug. Die von Der Stadtverwal­tung vor zwei Jahren begonnene Kleinsiedlung inderRamdach wird in diesem Jahre fortgesetzt. Zu den bereits dort vorhandenen 14 Siedlungs­häusern kommen in diesem Herbst weitere 9 Sied­lungshäuser hinzu. Bauherrin ist die Oemeinnühige Eigenheim-, Spar- und Wohnungsbau-Aktiengesell­schaft in Frankfurt a. M. Für nächstes Jahr ist eine Fortsetzung der Siedlung durch Erwerb von weite­rem Siedlungsgelände in Aussicht genommen.

Alsfeld, 19.Aug. Bei den gegenwärtig im Gange befindlichen Pflasterungsarbeiten amGrab- born", dem ältesten Teil der früheren Siedlung der Stadt, wurde wieder ein interessanter Fund gemacht. Es handelt sich um einen soa. Siegburger Trichterkrug, dessen Herstellung etwa zwischen den Jahren 1600 und 1680 liegt. Der Krug, Der eine Höhe von nur 12,5 cm aufmeift, mag als Schmuck­gegenstand gedient haben. Das Gefäß ist durch drei Medaillons verziert. Das Fundstück wurde dem Hei­matmuseum des hiesigen Geschichts- und Altertums­vereins überwiesen. Die hiesige Volksbank, die nach der Uebernahme der früheren hiesigen Filiale der Commerz- und Privat-Bank vor Der Not- wenDigkeit einer Vergrößerung ihrer Geschäftsräume steht, hat einen Erweiterungsbau im An­schluß an ihr Bankgebäude in der HindenburgstrsA- in Angriff genommen.

cv> Alsfeld, 20. Aug. Infolge der Bemühun- gen der hiesigen Stadtverwaltung ist es möglich geworden, daß auch im kommenden Herbst und Winter wiederum zwei Opern-G ast spiele der Deutschen Musikbühne Berlin der NS. - Kultur gemeinde in Alsfeld stattfinden. Zur Aufführung sind vorgesehen die Mozart-Oper Die Hochzeit des Figaro" undDer Barbier von Sevilla" von Rossini, Das Gipfelwerk der italie­nischen Buffo-Oper. Die Deutsche Musikbühne gastiert seit dem Jahre 1932 regelmäßig in Alsfeld, und ihre Opern-Aufführungen erfreuen sich hier des größten Interesses. Die erste Aufführung findet im Oktober, der zweite Opemabenb im Januar statt. Außerdem wird der hiesige Ortsverband Der NS- Kulturgemeinde unter Mitwirkung der Gießener Hochschulgesellschaft im kommenden Winter eine Reihe von Vorträgen veranstalten.

Schafbockversteigerung in Wehlar.

* Wetzlar, 19. Aug. (Eigenbericht.) Der Lan­desverband der Schafzüchter in Hes­sen-Nassau hielt in diesem Jahre eine zweite Schafbockoersteigerung für den nassauischen Bezirk in Wetzlar ab, Die verhältnismäßig gut beschickt mar. In Der Markthalle hatten sich sehr viele Käufer und Interessenten eingefunben, die sehr gutes Zucht­material an Vatertieren Des deutschen schwarzköpfi­gen Fleischschafes vorgeführt bekamen. Von den aufgetriebenen 58 auf der ersten Versteigerung in Gießen waren es 74 Schafböcken konnten 19 mit Preisen bedacht werden. Die Preisrichter, Land- wirtschaftsrat Dr. L i n n e n k o h l, Kassel, und Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner, Gießen, stellten hinsichtlich der Formen und Leistungen der Böcke, namentlich in bezug auf die Wolleiftungen, erhebliche Anforoerungen. In erster Linie waren Schafböcke aus den Zuchten Der Schäfereien Nieder- Kleen, LützellinDen und Ehringshausen aufgetrieben.

Tierzuchtinspektor Dr. lornebe, Biedenkopf, wies noch einmal Darauf hin, daß diese Veranstal­tung Die letzte Schafbockoersteigerung ist, zu der noch einmal Lammböcke zur Versteigerung zuge- lafsen wurden. In Zukunft werden nur noch Jähr­linge zur Auktion kommen. Er gab weiterhin be­kannt, daß die Landesbauernschaft für Die mit Dem 1. Preis ausgezeichneten Böcke 20 RM., für Die mit Dem 2. Preis 15 und für die mit dem 3. Preis ausgestatteten Tiere 10 RM. Zuschuß gewährt. Gleichzeitig bewilligte Die Landesbauernschaft für Die in ihrem Bereich bleibenden Vatertiere einen weiteren Zuschuß von 30 v. H.

Die Versteigerung brachte in Anbetracht der vor­geschrittenen Deckzeit, wodurch nicht mehr so viele Böcke benötigt werden, ein recht befriedigendes Er­gebnis. In ihrem Erfolg rechtfertigte sie die Auf­munterung des Tierzuchtinspektors Dr. T o r n e d e zu erhöhter Zuchtleistung und besserer Auslese. Es gab flotte Angebote und guten Umsatz, wenn auch für einen Teil Der Tiere keine Käufer da waren. Der größte Teil der Böcke blieb im Gebiete Des Tierzuchtamtes, sehr viele Tiere rourDen aber auch in Den Oderlahnkreis und nach Limburg verkauft. Dualitätstiere waren stark bevorzugt, was sich auch in den besseren Preisen für die mit einem ersten Preise ausgezeichneten Tiere erwies. Diese 6 Vater­tiere wurden mit zusammen 1350 Mark versteigert und erzielten einen Durchschnittspreis von 225 Mk. Den Spitzenpreis überhaupt erzielte der Züchter

Friedrich Schäfer aus Lützellinden für einen mit dem Is-Preis ausgezeichneten Schafbock, der für 320 Mark an die Schäferei Hörnsheim verkauft wurde. Durchweg wurden gute Mittelpreise, die eine Anschaffung guter Datertiere erleichtern, be­zahlt. Der Durchschnittspreis lag wesentlich unter Der Höhe Des Durchschnittspreises Der Gießener Veranstaltung, wie alle Preise Der Wetzlarer Auk­tion nicht Die Höhe Der ersten Versteigerung er­reichten. Während in Gießen die Mittelpreise zwi­schen 150 bis 190 Mk. lagen und der Durchschnitts­preis 181,80 Mark betrug, erreichten die Mittel­preise auf dieser Wetzlarer Auktion nur 120 bis 170 Mark und der Durchschnittspreis nur rund 153 Mark. Der Gesamtumsatz betrug etwa 6500, in Gießen rund 12 000 Mark.

prämilerungsergebniffe:

12-Preis Friedrich Schäfer, Lützellinden. Ib-Preis Louis Engel, Niederkleen. Ic-Preis Heinrich Eifen- hardt, Niederkleen.-Preis Friedrich Hahn, Burg­solms. le-Preis Friedrich Messerschmidt, Nieder­kleen. Il-Preis Reinhard Christ, Hirzenhain, Züchter (Besitzer: H. Wagner, Lixfeld).

22-Preis Johs. Meier Wwe., Niederkleen. 2b« Preis Wilh. Glaum, Niederkleen. 2c-Preis Wilh. Gatzert, Niederkleen. 2ck-Preis Fritz Herbel, Stein­dorf. 2e-Preis Karl Messerschmidt, Ehringshausen. 2k-Preis Johs. Meier Wwe., Niederkleen.

32-Preis Friedrich Zorb II., Hochelheim. 3b-Preis Heinrich Eisenhardt, Niederkleen. 3c-Preis Heinrich Müller, Ehringshausen.-Preis Wilh. 21. Her­mann, Hirzenhain. 3e-Preis Karl Nern II., Nieder­kleen. 3f-Preis Anton Hartmann, Hochelheim. 3g1 Preis Wilh. Hofmann, Ehringshausen.

Kreis Wetzlar.

(3 W i ß ma r, 19. Aug. Die Gemeinde hatte zur Flachsspende auch ein Stück Flachs angebaut, wozu der Landwirt H. Stroh das geeignete Stück Land gegen Austausch zur Verfügung stellte. Am Samstag wurde nun der Flachs vom Jungvolk und BDM. geerntet, wobei Hauptlehrer Wagner mit« half und Die erforderlichen Anweisungen gab. Am Sonntag hielt die hiesige Kriegerkame« r a d s ch a f t auf Dem neuen Schießstand ein Preisschießen ab, das an den beiden nächsten Sonntagen fortgesetzt wird.

ch Dutenhofen, 18. Aug. Am Sonntag hielt der hiesige Turn-und Sportverein auf dem