Ausgabe 
20.8.1936
 
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Willy Reichert gastiert wieder in Gießen.

Hier spricht -er Hitler-Lunge!

Gold- und Silbertöne,

Die dcutfdic Rrbcitofront ' n.9.=öemeinf(haftfiraft durch freut c",

anstaltung Sonntag, finden.

Nationalsozialistische

Kriegsopferversorgung

Ortsgruppe Gießen.

in der Schmelzhütte bei---- _

erwähnten Glastafeln hineingezaubert werden. Eine Schilderung des höchst wunderbaren Verfahrens oom Sandhäuflein bis zum fertigen Mosaik würde den Rahmen dieser Darstellung sprengen.

KdF." - Burgen - Rundfahrt.

Am Sonntag, 23. August, führt die NSG.Kraft durch Freude" eine Tages-Omnibusfahrt mit Be­sichtigung der Burgen Greifenstein und Dianenburg, durch. Die Fahrt geht durch einen der schönsten Teile unserer Umgebung und führt über Gießen WetzlarLeunHofHeisterbergDianenburgEl­gershausenGreifensteinBraunfelsWetzlar zu­rück nach Gießen. Abfahrt 7.15 Uhr. Der Fahrpreis, einschließlich Mittagessen und Besichtigungen, be­trägt nur 3,20 RM. Anmeldungen zu dieser Fahrt werden noch auf der Kreisdienststelle, Schanzen­straße 18, und auf der Ortswaltung Großen-Linden entgegengenommen._____________________________

witzig wird.

Auf den Telephondrähten an der Landstraße ruhen ganze Schnüren von Schwalben, die zur Reise rüsten, ihre Jungen lehren, und, wenn sie sich allzumal erheben, den Himmel unruhig machen, der sonst stille ist. Wie Notenlinien nehmen sich die Drähte jetzt aus, und wenn die Schwalben schnüren, ist es das letzte Lied im Jahr, das auf ihnen ge­spielt wird. Nur im Winter, um Weihnachten, wenn es frostklar ist und glaskalt, werden sie zur Feier der Landschaft noch einmal wach, wenn die Aeols- harfe spielt. Sonst aber schweigen sie wie die Hecke, die himmellang diesem einsamen Dörferweg das Ge­leit gibt, und wie der oerkrautete Graben, der sich unter sie duckt.

Am Dorfrand probiert sich die Jugend mit dem ersten Drachen. Aber es will, scheint's, noch nicht recht. Der Wind hat noch nicht ausgeschlafen. Dabei will es mir scheinen, als ob die Buben erst gestern noch Stelzen liefen und die Mädchen ihre Puppen hochnahmen beim Gehenlernen.

Ist denn der Sommer so schnell vorbeigegangen, oder war dies Jahr gar keiner? War zwischen gestern und heute kein Tag? Doch, aber kein richtiger. Die Natur verschlief ihn, und die Menschen mit. Und obwohl es nichts war, das entging, hat man das Gefühl, etwas versäumt zu haben. Aber das ist eben das Leben. Wenn man meint, es recht vor sich

den Sportwettkämpfen findet eine Feierstunde auf dem Brandplatz statt, wobei Gebietsfuh- rer Brandt und Kreisleiter Dr. Hildebrandt sprechen werden!...

Sooo, haben Sie noch nicht gehört?... Dann müssen Sie unbedingt kommen.

Nicht zu vergessen übrigens, um 20 Uhr Vor- beimar sch vor dem Gebietsführer an der Um- oersität!...

Na, schätzen Sie einmal, wieviel Jungen kom­men werden!... 2000? ... 3000? ... Nein, es wer- den doch einige mehr werden! Nach den letzten Mel­dungen ungefähr 5000 Junggenossen!... Da stau­nen Sie..., bestimmt, so einen Aufmarsch haben wir schon lange nicht mehr in Gießen gehabt!...

Eintrittskarten!... Die hat jeder Hitler-Junge zu verkaufen!... 20 Pfennig das Stuck!... So, bei Ihnen ist noch keiner gewesen? Vielleicht sind schon keine mehr zu haben! So ein Bannsportfest findet doch immer guten Anklang bei den Gießenern!...

Schön, wenn Sie bange haben, Sie könnten keine Karten mehr bekommen, dann werde ich Ihnen noch welche zufenden!... Dann sehen wir uns wie­der am Sonntag, 3 0. August, nachmittags halb drei Uhr auf dem Sportplatz der Umoersi- tat!... Auf Wiedersehen!... Heil Hitler!" Hk.

Zeitschristen.

Aus der Zahl der Veröffentlichungen anläß­lich des 25. Todestages des Schöpfers der deutschen Rechtschreibung, Konrad Duden, verdient ein Erinnerungsaufsatz des Sohnes Paul im Auguft- heft derDeutschen Rundschau" (Verlag Bibliographisches Institut AG. in Leipzig) beson­dere Erwähnung. Hier ist einmal im Gegensatz zu der meist mehr historischen Bettachtungsweise von Leben und Werk Konrad Dudens durch Menschen, die zu ihm keine unmittelbare Beziehung mehr haben, die rein persönliche Erinnerung des Sohnes an den Vater, unterstützt durch Tagebuchaufzeich­nungen Konrad Dudens aus feinen Studenten­jahren, ein reizvoller Bericht gegeben, aus dem über das Persönliche hinaus ein skizzenhaft ange­deutetes Bild der Jahre um 1850 entsteht. Der Wiederkehr des 150. Todestages Friedrichs des Großen gedenkt Konrad Matschoß in derDeutschen Rundschau" durch einen Aufsatz über die Friedens­arbeit des großen Königs und an einen weiteren Gedenktag, dem 50. Todestag Wilhelm Scherers, erinnert Dietrich Seckel in einem Aufsatz über Le­ben und Werk des Gelehrten. Paul Fechter liefert eine Untersuchung über die Gefahren des Humors. Wolfgang Windelband steuert einen äußerst auf­schlußreichen Artikel über die historische Figur Na­poleon des III. bei. Der vorzügliche Roman Ger­hart PohlsDie Brüder Wagemann" erfährt eine weitere Fortsetzung. Rundschau und Literarische Rundschau bieten in gewohnt vortrefflicher Weise Gedanken zu allerlei Tagesereignissen und neuen Büchern.

Bück in ein Zauberschloß.

Deutsche Mosaittünstler am Wert.

Im Süden Berlins liegt ein Zauberland. Ob­wohl abseits vom Strom der Großstadt, ist es doch mit der Reichshauptstadt, ja mit ganz Deutschland und der Welt durch Aufträge und ausgeführte ar­beiten eng verbunden. Nähern wir uns dem Ge­lände, fo sehen wir aus frischem Baumgrün einen goldbunten Turm austauchen, der in der Sonne flimmert. Er krönt ein Schloß, wie es scheint: denn ein Kreuzgang, mit den herrlichsten Decken- und Bogenornamenten ausgelegt, umzieht einen Innen- Hof und verbindet stattliche Quer» und Langsge- bäube miteinander. Ja, es ist ein Schloß, eine Burg der Arbeit: der Turm ist ein Schornstein, der aus dem Burgkeller, einer Glasschmelze, himmelan strebt, und die Gebäude um den Hof bergen Ar­beitsstuben und -säle. Hier sind die Bereinigten Werkstätten für Mosaik und Glasmalerei auf Neu- köllner Gemarkung gelegen. Es ist das einzigartige und führende Unternehmen feiner Art nicht nur für Deutschland, sondern für die ganze Welt. Rur die italienische Mosaikkunst kann sich annähernd mit dem deutschen Werk vergleichen, was die Tech­nik, nicht aber was die Leistungsfähigkeit anbetnstt. Und unter den deutschen und ausländischen Glas - malerwerkstätten stehen diese berlinischen tn allervorderster Reihe. _ . , ,

Als besonderen Ruhm kann es der Senior chef des Hauses für sich in Anspruch nehmen, vor rund einem halben Jahrhundert in opferooller Experi- mentierardeit eine vergessene Kunst bilbnerei belebt unb für den deutschen Wirt- schaftsmarkt erschlossen zu haben. Unb ebenso hat das ihm angezweigte Unternehmen für Glasmalerei eine eingefchlafene Kunst, die erst Friedrich Wil­helm IV. unb Lubwig I. vor 100 Jahren lieber er­weckten, höchst tätigem Leben zugesuhrt.

Man ist erstaunt, beim Durchwanbern des Fabrik- fchloffes zu sehen, aus welch bescheidenem Häuflern quarzhaltigen Sanbes, gemischt mit einigen tfarben und sonstigen unscheinbaren Zutaten, hier die eier» kuchenrunben Glasflüsse entstehen, die von sorg­samer Hand in Glaswürfel zerschlagen den Mosaikbilbstoff ergeben. Wirklich wirb hier rein durch Arbeit ein Ebelstoff erzeugt: ber grundstoff­lich anspruchsvollste ist noch der, bei dem wahr­haftiges dünnes Blattgold verwertet wird; und doch ist dies erst der Beginn der Werteerzeugung, denn auf die Leistung des Künstlers und darauf, wie er mit dem Werkstoff umgeht, kommt es an.

Die Werkstätten hier haben Könner, die die Ent­würfe zu den Mosaiken anferttgen, haben Könner,

Ehrentempel auf dem Königlichen Platz in München erhielten Mosaikausstattung. Der Führer persön­lich ftiftete für das seiner Vollendung entgegen» gehendeHaus der Kunst" in München erlesene Mosaiken. Im Luftfahrtministerium erhält die Ehrenhalle Mosaikschmuck. Und gerade jetzt wird der größte Auftrag bewälttgt, der je für einen Profanbau vergeben wurde: Für den Kongreßsaal des Deutschen Museums auf der Jsarinsel ist ein Mosaikgemälde im Werden, das sich 120 Meter um den Festsaal spannen und eine Fläche von 490 Quadratmeter bedecken wird. Lagenweise werden die fertigen Mosaikabschnitte in Kisten nach Mün­chen versandt und erleben dort ihre Auferstehung an einer Stätte deutscher Kultur, der sich das Riesenmosaik als Zeugnis deutschen Schönheits­sinnes und Werkwillens prächtig eingliedern wird.

Im Gonnenschein."

Ein Jan-Kiepura-Tonfilm.

Für Jan Kiepura, den großen polnischen Tenor, hat Carmine Gallone einen neuen Tonfilm in Szene gefetzt, ber dem begnadeten Sänger reiche Gelegenheit gibt, seine herrliche Stimme zur Gel­tung zu bringen. Das musizierfreudige Wien ist ber rechte Rahmen für die Geschichte des Taxichauffeurs, der ein Opernsänger wird. Daß das keineswegs ein Sonderfall ist, zeigt die Laufbahn vieler unserer bedeutendsten Bühnenkünstler. Die Geschichte hat also auch den Vorzuglebenswahr" zu sein. Auch das ist wahr, daß ein solcher Sprung Arbeit und wieder Arbeit, Entsagung und wieder Entsagung bedeutet. Das wird auch unserem stimmbegabten Taxichauffeur als erstes klargemacht, als der Zu­fall ihn in das Heim einer kunstbegeisterten reichen Frau führt, die nun feine musikalische Ausbildung, aber auch seine gesellschaftliche Erziehung energisch in die Hand nimmt. Er möchte dem Gefängnis entfliehen, das der Ehrgeiz feiner Gönnerin um ihn errichtet hat, aber als erster großer Erfolg harter Arbeit winkt ein Engagement an der Staats­oper. Ein erster Liebesfunken glimmt zwischen beiden auf, aber als der junge Künstler hören muß, daß die schöne Frau nicht ganz selbstlos ihm ihre Gunst schenkte, sondern mit seiner Hilfe sich an ihrem geschiedenen Mann rächen wollte, ist zwischen Urnen alles aus und er kehrt in sein Chauffeur- Milieu zurück. Auch an der Seite einer kleinen Blumenoerkäuferin wird er feinen Weg zum Ruhm sich bahnen. In die Handlung geschickt eingeflochten sind Arien aus derBoheme" und namentlich ganze Szenen aus PuccinisTurandot" in einer verschwenderisch ausgestatteten Aufführung der

♦♦ Rück ständige Krankenkassenbei­träge oom Juli können nach einer Mahnung ber Allgemeinen Ortskrankenkasse für ben Kreis Gießen in unserem heutigen Anzeigenteil noch bis

Die Kriegsopfer ber Ortsgruppe Gießen ber NSKOV. fahren am Sonntag, 23. August, an den schönen Rhein. .

Abfahrt ab Gießen 7.58 Uhr bis Nieberlahnstem. Von ba ab Dampferfahrt mit Musik unter Besich­tigung ber Burgen Stolzenfels, Marksburg usw. bis Brauoach unb weiter.

Ankunft in Koblenz gegen 13 Uhr, daselbst fle- meinschaftliches Mittagessen, anschließenb Besichti­gung unter Führung von Kameraben, unb zwar Festung Ehrenbreitstein, Besichtigung ber Anlagen in Arenberg, ober Fahrt nach bem Rittersturz, ober Besichtigung bes Weinborss, ober Rundgang burch bie Stadt je nach Wahl.

Abfahrt von Koblenz 20.43 Uhr, Ankunft in Gießen 22.24 Uhr.

Sammelplatz zur Abfahrt in Gießen vor dem Bahnhof 7.30 Uhr.

Sammelplatz zur Rückfahrt ab Koblenz vor bem Bahnhof 20.15 Uhr.

Stanbquartier in Koblenz Leseverein in Koblenz, Firmungstraße 28.

Soweit wie möglich Dienstanzug ber NSKOV.

Fahrkarten können bie Stützpunkte ab Freitag mittag gegen Bezahlung auf der Geschäftsstelle in Empfang nehmen. Bis 17 Uhr müssen sämtliche Karten abgerechnet sein.

Die Stützpunktobmänner erhalten bie Fahrkarten mit bem Vermerk, in welches Abteil (numeriert) einzusteigen ist. Die Nummern sind leserlich an den Abteilen angebracht. Es wirb bringenb gebeten, genau barauf zu achten, bamit es beim Ein- unb Aussteigen keine Verzögerung gibt.

Die Transportbegleiter finb für Orbnung und Einhaltung ber Anordnungen verantwortlich.

Gießener Wochenmarktpreife.

* Gießen, 20. Aug. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, % kg 1,55 Mark, ßanbbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse B 12, ungezeichnete 10, aus­ländische 1254, Wirsing, % kg 8 bis 10, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 5 bis 8, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 5 bis 8, Bohnen, grün 12 bis 25, gelb 12 bis 25, Unterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 20 bis 30, Tomaten 25 bis 30, Zwiebeln 8 bis 10, Pilze 25 bis 30, Kartoffeln, neue, % kg 5 Pf., 50 kg 4,50 Mark, Frühäpfel, % kg 10 bis 40 Pf., Falläpfel 5 bis 8, Birnen 15 bis 30, Pfirsiche 60 bis 65, Pflaumen 20 . bis 25, Zwischen 20 bis 25, Mirabellen 25 bis 30, , Renekloden 20 bis 30, Brombeeren 35, Preiselbeeren 30 bis 40 Pf., junge Hähne 1 bis 1,10 Mark, Sup- penhühner 80 bis 90, Blumenkohl 10 bis 80, Salat 8 bis 10, Salatgurken 5 bis 25, Einmachgurken 1 bis , 3, Endivien 8 bis 15, Oberkvhlrabi 4 bis 8, Rettich ' 5 bis 10, Sellerie 20 bis 25, Radieschen, das Bün­del 10 Pf.

Wiener Staatsoper. Hier kann Jan Kiepura feinen strahlenden Tenor, der mühelos die höchsten Höhen hinausjubelt, in vollem Glanz entfalten. Auch das Schlagerlied, das dem Film den Namen gab, hat in ihm den besten Interpreten. L u l i von Hohenberg ist die Gönnerin des werdenden Sängers, schön unb elegant, voll verhaltener Leiben- schaft. Ihre glücklichere Gegenspielerin F r i e b l Czepa, ein liebes Wiener Maberl. Zwei saubere Chargen: Theo Lingen als pretentiöser Diener unb Fritz Imhoff als betriebsamer Zeitungs­oerkäufer. Ein netter Einfall ber Regie: die Jury bes Preissingens im Caf6Astoria" beim Ge­spritzten unb ber Virginia, ein gut beobachtetes Wiener Bilb. Der Aufführung im wieberer- öffneten Lichtspielhaus ging ein Kulturfilm voraus, ber schöne Silber aus bem Weferberalanb zeigte, bas gerade von uns aus zu wenig besucht wird. Die Wochenschau zeigt eine neue Bildfolge von den Olympischen Spielen.e.

Wichtiger ist es, die Anwend ungsmöglich- keit der Mosaiken anzudeuten. Dom Fußboden-, Wand- und Deckenbelag des Baderaumes, der mit seiner feuchten Luft keine Wandmalerei für längere Zeiträume duldet, bis zur Kirche, deren Erhaltung auf längste Zeiten berechnet wurde, ist Mosaik halt­barster, oielgestalttger und vornehmster Architektur- fchmuck. Aber auch ber weltliche Bau, ber feier­lichen Versammlungen bient, wird vom Mosaikbild stimmungswarm bekleidet. Das mögen einige Bei­spiele zeigen. Fast alle neuzeitlichen Mosaiken in Deutschland und zahllose des Auslandes sind hier in diesen Sälen zusammengesetzt und sorgsam auf Papier geklebt an ben Ort verschickt, wo bie fertigen Bilder in den frischen Wandmörtel gedrückt werden.

In Berlin sind u. a. die Kaiser-Wilhelm-Gedacht- niskirche und die Gedächtniskirche für Kaiser Fri^)- rich sowie die Domkuppel mit Mosaiken der Hiesi­gen Werkstätten ausgestattet, in Aachen aber das Münster unb in Stockholm berGolbene Saal bes Stadthauses, woselbst die jeweils fälligen Nobel­preise oom Könige verteilt werden. In Serbien hat Alexander von Jugoslawien eine ganz prächtige Kirche für fein Ahnenhaus auf der alten Scholle ber Väter erbaut und mit deutschen Mosaiken aus bas mürbigfte auskleiben lassen. In USA. finöen wir Bankhäuser, Bahnhöfe, Hotels, die mit diesem wirkungsvollen Raumschmuck aufs reichhaltigste ge­ziert sind. , m

Ja, unser Zaubergarten versandte seine Wunder sogar in ein orientalisches Märchenland: ein indi­scher Maharadscha ließ seinen vielkuppeligen Palast mit deutschem Mosaik als Dachbelag versehen io daß der oielturmige Riesenbau durch bie Wirkung ber deutschen Mosaikornamente in Sonnenlicht um) Mondschein, aber auch in eigens dazu angelegter elektrischer Beleuchtung, weit in die Lande fttaytt

Haben diese Auslandsaufträge auch eim Höchst fühlbare Stockung erfahren, fo dankt die Betriebs- leitung es um mehr, daß durch »-rg-bung loh­nender Arbeit im Inland- dieser werteschassende Zweig des deutschen Kunstgewerbes belästigt unS somit am Leben gehalten tmrb. Die R-lchskanM hat Mosaikdecken und Glasmalereien bestellt. Die

Der Kreisdienststelle der NSG.Kraft durch Freude" ist es gelungen, ben aus bem Vorjahr noch in bester Erinnerung stehenben Dortragsmcistcr Willy Reichert mit einer ausgewählten Künstler- schar unb völlig neuem Programm für ein einma­liges Gastspiel'nach hier zu verpflichten. Die Der- '' " mit ber Truppe Willy Reichert wird am 6. September, in ber Dolkshalle statt-

die das Bild aus ben Mosaiksteinen zusammensetzen. Daß eine feine künstlerische Einfühlung zu dieser Zusammensetzarbeit gehört, wirb uns klar, wenn mir hören, baß 15 000 Farbtöne, darunter 1000 ~ ....... !, zur Verfügung stehen, die

>ei 1300 Grad Celsius in die

Heil Hitler! ...Jawohl, Sie sind richtig Der» bunben!.. Hier spricht der Hitler-Junge!... Sie wollen wissen, ob am nächsten Sonntag BDM. unb Hitler-Jugenb gemeinsam Sportfest haben? Nein, ba täuschen Sie sich! Der Unter gau 116 bes BDM. feiert fein Untergausportfest am nächsten Sonntag 23. August! .. Ganz recht! Das Sportfest bes Bannes 116 finbet a ch t Tage später auf bem Unioerfitäts- fportplatz statt...

Wie bitte, ba können Sie n i cht zu uns kommen. Sie haben Besuch? Aber ich bitte Sie, auch Ihren Besuch wirb doch sicher unser Bannsportfest interessieren, ganz gewiß!...

Was wirbieten, fragen Sie? ... Eine ganze Menge, beinahe fo viel, baß ich Ihnen gar nicht alles am Apparat sagen kann! . Mannschafts­kämpfe der Hitler-Jugend um die beste Kamerad- schäft bes Bannes 116, Spvrtvvrfuhrungen, Zelt­bauwettkämpfe bes Jungvolkes, Sonberoorführungen ber Marinehitler-Jugenb unb ber Fliegerfchar, bas finb nur fo ein paar Vorführungen, bie ich Ihnen aufzählen kann...

Nicht wahr, bas bachte ich mir boch gleich, bah Sie fo etwas interessieren wirb!...

Was wir sonst noch veran st alten?... Nun, so viel, baß ber gane Tag ausgefullt ist! Nach

warmes Wetter burchsetzen, während bann ber Osten vorübergehenb etwas unbestänbigeres Wetter erhält.

Im weiteren Verlauf wirb in ganz Deutschlanb überroiegenb schönes, jeboch nicht ganz beftänbiges Wetter vorherrschen. Don vereinzelten starken Ge­witterregen abgesehen, werben bie Nieberschläge meistens nicht sehr bebeutenb sein.

Mit bieser Voraussage schließt bie Reihe ber dies­jährigen Zehn-Tage-Dorhersage.

Gefolgschastsappell der Sefolgschast 2/116 Sießen-Nord und Wieseck.

Nachdem nun alle Kameraden aus den Ferien zurück sind, beginnt für die Hitler-Jugend wieder der regelmäßige Dienst. Aus diesem Grunde fand am 18. August ein außerordentlicher Gefolgschafts­appell der Gefolgschaft 2/116 statt. Nach einer ein- gehenden Uniformbesichtigung durch den Gefolg­schaftsführer konnte eine sehr ordentliche Unifor­mierung festgestellt werden. Anschließend gab der Gefolgschaftsführer Richtlinien für den zukünftigen Dienst und wies hierbei hauptsächlich auf das Bann- fportfeft sowie Gebietssportfest hin. Er betonte, daß auch dieses wieder für unsere Gefolgschaft zu einem vollen Erfolg werden müsse, um damit zu doku­mentieren, daß auch die körperliche Ertüchtigung in der Hitler-Jugend außerordentlich fortgeschritten sei. Anschließend sprach der Gefolgschaftsfuhrer eini­gen Führern und Jgq. seine Anerkennung über den Dienst unb Führung in ber letzten Zeit aus. Der Appell enbete mit bem Lieb ber Hitler-Jugenb.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Der Sommer stirbt.

Frisch unb feucht streicht ber Winb über die ab- ] geernteten Stoppeln. Morgens ist er sogar schon , herbstlich kalt, unb bie Frauen auf bem ßanbe ziehen bas Kopftuch bereits enger vors Gesicht. Aber würzig ist bie Luft, unb jeher Hauch, ber vom gelbe kommt, bringt irgenb etwas von Ernte unb von Reife mit. Allenthalben gehen Distelsamen in ber Luft auf Reifen, unb bie Kinber finb hinter den filberglänzenben Fallschirmen her. Schön sieht das aus, diese majestätische Ruhe ihres Fluges unb die spielerische Selbstverständlichkeit ihres Schwe­bens. Ganz große Fahrt können sie machen, und selbst bei einer Windflaute nehmen sie noch ein halbes Gewann. Der Bauer freilich hat keinen Blick für sie: er mag sie nicht, denn gehen sie in Masse aus, gibt es Untraut fuv> nächste Jahr, und es liegt an der Witterung, ob sie dann stark zu Schaden gehen und üppig werden.

Drüben in den beiden Baumreihen gutgepflegter Fcldäpfel fingen Stieglitze und Bluthanflinge noch so laut unb ünoerbroffen, baß man meinen könnte, bas Jahr finge von vorne an. Dabei finb sie schon frisch oermaufert, unb ihr Brustgefieder leuchtet prachtvoll im Sonnenschein bes Spätsommertages. Ein hunbertköpfiger Schwarm von Ammern und Finken plünbert am Ackerrand die wolligen Köpfe ber Ackerbistel.

Zwischen ben Stoppeln sprossen bereits kleine Pflänzchen mit armselig bescheibenen kleinen gelben, roten unb blauen Blütchen hervor, unb boch ist es erst Tage her, baß bie letzten Garben hier ver- schwanben. Mäbchen unb eine alte Frau gehen mit gebücktem Rücken über das ausgebeutete Feld und sammeln Weizenähren in einen Henkelkorb. Aber er, wenn sie sich aufrecken, merkt man, wie verlassen das Feld ist. Bücken sie sich, dann übersieht man sie.

Barfüßige Buben balgen sich um rote Falläpfel im Straßengraben, unb boch wirft ber Größte ben Apfel gleich roieber fort, nachbem er ihn versucht hat. Dabei scheucht er einen Hasen auf, ber erst schnell läuft, als ob es um sein Leben ginge, bann großartig kegelt unb sich versichert, ob er nicht bas Opfer einer Sinnestäuschung war, zum Schluß aber langsam nach bem Walbe hoppelt.

Mitten in ben kurzgrasigen Wiesen sitzt ein Bus- färb. Steif wie ein Stock hockt er ba unb wartet. Man könnte meinen, es sei ein Grenzpfahl. Aber mitten in ber Wiese gibt es keine Grenzen. Die Mäuse scheinen knapp zu sein in biesem Jahr. Zu lange hat es geregnet, unb ba oerbarb ber brittc Wurf. In guten Jahren hecken bie Mäuse viermal. Diesmal aber haben sich bie Alten fvrtgemacht, unb der Bussard muß lange warten, bis ein Nager vor-

zu haben, ist es auch schon vorbei: man sieht sich nicht mit Freude, sondern meist mit Bangigkeit um. Genau so geht es mit dem Sommer. Man bemerkt den Herbst, bevor man den Sommer richtig gesehen hat, unb hat doch einen langen, langen Winter und ein ganzes hoffnungsreiches Frühjahr auf ihn ge­wartet.

Da kommt auch schon der letzte Sommermorgen. Lang hat das Grau des Nebels über ihm gelegen, bis er sich zeigt. Im Frühschein glitzern Millionen von Tauperlen an Gras unb Kraut unb Busch und Baum. Die winzigen Sommerbiamanten verwan- beln bie feinen Spinnennetze an den Hecken in hand­gearbeitete Kunstarbeit feinster Netzwirker, ein groß­artiger Webstoff mit Edelsteinen. Als es trocken wird, fliegen Löwenzahnfamen über die Wiesen. Wie Fallschirme sehen sie aus. Und als der Tag vom Mittag in den Abend gleitet, ziehen lange, zarte Fäden hinter ihnen her. Sie sind so dünn, so schwach und so silbern wie die Haare einer ge­brechlichen alten Frau: über die Flur fliegt ber Alt­weibersommer. K. R. F.

Dornotizen.

Tageskalender für Donnerstag.

Gloria-Palast (Seltersweg):Winter-Olympiade 1936". Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): ,Zm Son­nenschein".

Letzte diesjährige Zehntage-Wetter-Dorhersage.

Wettervorhersage für bie Zeil vom 20. bis 29. August 1936, herausgegeben von ber Forschungsslelle für langfristige Ditterungsvorhersage bes Reichsamtes für IDefterbienft am 19. August 1936, abenbs.

Seit bem letzten Wochenenbe herrscht in Deutsch­lanb entsprechenb ber letzten Voraussage heiteres, warmes unb vorwiegenb trockenes Wetter. Nur im Norbwesten kam es vereinzelt bereits am Mon­tag, verbreiteter am Dienstag zu gewitteriger Tätigkeit. Das bamit eingeleitete etwas unbeftän- bigere, jeboch keineswegs unfreunbliche Wetter wirb in ben nächsten Tagen Norbbeutschlanb westlich ber Ober sowie Mittelbeutschlanb beherrschen. Auch im Sübwesten ist mit gewitterigen Nieberschlägen, min- beftens mit starker Bewölkung, zu rechnen. Dagegen wirb ber Osten, Ostpreußen unb Schlesien, bas vor­wiegenb trockene Wetter behalten.

Etwa gegen Enbe dieser Woche wird sich im Westen wieder vorwiegend heiteres, trockenes und tagsüber