Ausgabe 
20.6.1936
 
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Nr. 142 viertes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Samstag. 2V. Juni 1036

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DasDeutsche Iugendfest 1936"

3ugenb im sportlichen Leistungskampf.

Das Sonnwendfeuer, der Höhepunkt des Deutschen Jugendfestes.

schärfster Kritiker..

Ehre erachten

Übungen Schulen.

stoße aufgerichtet haben. Die Jugend wird sich um die Holzstöße scharen, in die das Feuer der Fackeln fahren soll, daß die Flam­men im Nu hell auflodern und weit in das Land leuchten. Und es werden jene schönen gläubigen Lieder erklingen, die in ihrem Rhythmus und mit ihren ernsten Worten im Geiste zurückführen in die Zeit der Altvorderen, de­ren schönen Brauch die deutsche Menschheit der Gegenwart übernahm als ein Vermächtnis, das den Blick in die Vergangen­heit zurückschweifen läßt, wie es ihn auch in die Zukunft führt.

Mit den Sonnwendfeiern wird die Siegerehrung verbunden fein, die sich in der weihevollen Stunde am Feuer besonders wür­dig gestalten dürfte.

führt. Innerhalb unserer Stadt konnte man die Schüler der Berufsschulen öfters auf Oswaldsgarten im Wettkampf beobachten. Mehrere Schulen kämpf­ten auf dem Mtv.-Platz, andere auf dem Unioerfi- tätssportplatz usw. Die Sieger in den Einzelwett­kämpfen werden mit Siegernadeln bedacht.

Leistung ist das Lebensgesetz der Hitler-Jugend! Kaum ist der Reichsberufswettkampf verrauscht, tre­ten sie alle wieder an, Jungen und Mädel. Das Deutsche Jugendfest 1936 soll beweisen, daß geistige und körperliche Erziehung in innigem Zusammen­hang stehen, soll beweisen, daß die HI. mit Recht die Schule der Nation genannt wird. Das Deutsche Jugendfest schließt sich würdig dem Bekennt­nis des deutschen Volkes vom 29. März an. Die Welt

.......> im Reichsbund für Leibesübungen. Die Mannschaften, die als die besten aus den Wett­bewerben hervorgehen, werden mit Ehrenurkunden ausgezeichnet, die die Unterschrift des Führers tragen. Um diese Urkunden zu kämpfen und kämpfen zu dürfen, werden jeder Junge und jedes Mädel als

mäßig wenig in Erscheinung. Aber auf den Sport­plätzen unserer Stadt herrschte reges Leben und sportliches Treiben. Die Klassen und Schulen rück­ten meist geschlossen an und trugen auf den Wett- kampfplätzen bie Emzelwettbewerbe aus. Von jedem Schüler und jeder Schülerin wurden drei Uebungen verlangt: ein Lauf, ein Ball- bzw. Keu­lenwurf und ein Weitsprung. Den Kampfrichtern waren umfangreiche Leistungstabellen an die Hand gegeben, in denen jede erzielte Sekunde im Lauf und jeder erzielte Zentimeter mehr oder weniger in Punktbewertung umgesetzt war. Sorgfältige Vor­arbeit war hier geleistet worden (einheitlich für das ganze Reich). Die Kampfrichter, in der Hauptsache die Lehrkräfte der Schulen, konnten so auf das genaueste die Leistungen werten und verzeichnen, o daß jedem Kinde, jedem Mädel und Jungen Ge­rechtigkeit widerfuhr. Keine Frage, daß die Jugend mit Begeisterung bei der Sache war! Kaum konnte man erwarten, den Ball oder die Keule in die Hand zu bekommen, zum Lauf über 60 Meter (die Aelteren über 100 Meter) oder zum Weit- sprung zu starten.

Es ist etwas Schönes und Großartiges um das Deutsche Jugendfest". Das Fest, das weniger ein Fest als solches sein soll, denn eine Leistungs- Prüfung. Großartig deshalb, weil die ganze deutsche Jugend im Alter von 10 bis 18 Jahren daran beteiligt ist, weil das Bewußtsein, daß auf allen deutschen Sportplätzen, oder auf allen Schul­höfen, sofern sie geräumig genug sind, Wettkämpfe ausaetragen werden. Stolz machen muß, daß etwas

Hitler-Jugend treibt Leibesübungen; überall auf den Sportplätzen herrscht in diesen Tagen reges Leben.

Unter der Fahne schreiten wir ...

(Aufnahmen: 4 Reichsbildstelle der HI., 1 Scherl-Bilderdienst, 1 Neuner, Gießener Anzeiger.)

Im gemeinsamen Zusammenwirken aller Kräfte wird auch dasDeutsche Jugendfest 1936" allen Teilnehmern ein Erlebnis werden in dem Bewußt­sein, mit der eigenen Leistung beigetragen zu haben und mit dem tieferen Bewußtsein, Glied zu sein in der großen Gemeinschaft und in der Kette der Generationen, aus der der einzelne nicht zu lösen ist.

Darüber hinaus und gerade im Jahre 1936, dem Jahre der Olympischen Spiele in Deutschland, er­halten die Kämpfe der Jugend besondere Bedeutung. Aus dieser Jugend sollen und werden dereinst Olym­piakämpfer heranwachsen, und zwar sicherer als in der Vergangenheit, da den Leibesübungen in unse­rem Vaterland noch nicht jene sorgsame Pflege der Leibesübung zuteil wurde, wie es heute der Fall ist.

So ist auch hier, so wie überall, Deutschlands Jugend die deutsche Hoffnung!

mag diesen Wettkampf als Beweis unseres Friedens­willens hinnehmen. Darüber hinaus ist das Deutsche Jugendfest ein sichtbares Zeichen der Einigkeit und mit Stolz stellen wir fest, daß in keinem anderen Land der Erde die Jugend so geschlossen anzutreten imstande ist. Nicht zuletzt aber erzieht das Deutsche Jugendfest zum Einsatz für die Gemein- f ch a f t. Deshalb wurde auch die Form des M a n n jchaftsmehrkampfes gewählt. Jeder Junge, jedes Mädel soll sich zur höchsten Leistung aufraffen für seine Mannschaft.

Die neun Jungen und ihr Führer, die jeweils als Mannschaft im Wettbewerb stehen, müssen eins sein. Keiner darf sich auf die Leistung des anderen ver­lassen. Den höchsten Preis, die Ehrenurkunde des Führers, trägt die Mannschaft davon, und nicht der einzelne, Junge oder Mädel. Für besondere Einzelleistungen gibt es freilich die Siegernadel. Darum muß es höchstes Ziel der Mannschaft sein, Urkunde und Siegernadel zu erringen

Die HI. stellt sich immer größere Aufgaben und erfüllt sie mit derselben Zähigkeit wie die, die uns das Leben selbst anferlegt.

Jungvolk zeltet

derartiges überhaupt möglich ift Möglich dank der großen Initiative, die immer vom Führer ihren Ausgangspunkt hat und ungeheuer in die Breite zu wirken vermag. Es lohnt, sich die Mühe zu machen und sich vorzustellen, daß in ganz Deutschland jeder Junge und jedes Mädel deut­schen Bluts in den Tagen vom 8. bis zum gestrigen 19. Juni zum Wettkampf antrat, einen Lauf, einen Wurf und einen Weitsprung bestritt und jede einzelne Leistung, schriftlich festgehalten, in Punkte umgewertet wurde, um schließlich zur Fest­stellung des leistungsfähigsten Jungen oder Mädel gesichtet und verglichen zu werden. Unendliche Fülle der organisatorischen Arbeit, der Schreibarbeit! Hundert, tausend, Zehn- und Hunderttausend ja Millionen der Einzelleistungen im ganzen Reich! Wo sonst auf der Welt findet man diese Konzen­tration der Kraft, wo auch nur den Willen 311 einer solchen Ueberschau?! Wohl nur in Deutschland! Wo diese Exaktheit der Planung und Durchführung? Sicherlich auch nur in Deutschland!

Keine Arbeit, wenn sie der Jugend des Dritten Reiches dient, durch die die deutsche Jugend ge­fördert wird, ist jemals vergeblich geleistet! Die be­rufenen Helier an diesem großen Werk Ns"er- 2ugend Schule und Reichsbund für Leibes­übungen haben bisher alle Tatkraft eingesetzt und werden es auch für die letzten und bedeut­samsten Tage desDeutschen Jugendfestes tim ohne Forderung nach Dank und Anerkennung!

So wie am Samstag das Jungvolk und die Jungmädel, so bestreiten am Sonntag Hitler-Jugend und BDM. die Mannschastsrnehrkämpfe. Die Wett­kämpfe der Mädchen werden durchweg auf dem Unioersitätssportplatz ausgetragen. Die männliche Jugend bestreitet ihre Kämpfe auf den anderen Sportplätzen. Voraussichtlich werden mit den Mannschaftsmehrkämpfen auch Sondervorführungen einzelner Kameradschaften verbunden sein.

Das Kampfgericht für den Sonntag stellen die

Wer Gelegenheit fand, diesen Wettkämpfen in der Gemeinschaft der Schulklasse beizuwohnen, wird be­merk haben, daß einer dem anderen es zuvor zu tun bemüht war. Der gesunde Gedanke des Kamp­es trat in den Vordergrund. Die Jugend selbst war dabei ihr eigener und schärfster Kritiker. Interessant zu beobachten, wie rr1- oroeit sie nicht im Sportverein auf den rationel­len Lauf, Wurf und Sprung trainiert ist, jeder Wettkämpfer anders läuft, anders zum Wurf oder zum Sprung ansetzt und springt. Die Ergebnisse waren infolgedessen ebenso unterschiedlich wie das äußere Bild, das sich bot. Immerhin: die Ergeb­nisse in der Gesamtheit waren gut. Manches ange­nehm überraschende Ergebnis wurde auch von der Landjugend erzielt. Im Vorteil dürften aber zwei­fellos immer jene Jugendlichen fein, die neben Der Leibesübung in der Schule, in ihren Kameradschaf­ten der HI oder in den Sportvereinen trainieren. Ein endgültiges Urteil über die Ergebnisse in den Einzelkämpfen ist noch nicht möglich. Die Emzel- wurden von den Volks- und Höheren wie auch in den Berufsschulen durchge-

Der heutige Samstag und der morgige Sonntag stellen den Höhepunkt der gesamten Veranstaltung und die eigentlichen Tage des Jugendfestes dar. Heute treten das Jungvolk und die Jungmädel zu Mannschaftswettbewerben an, die von allen Ein­heiten bis zum Abend abgeschlossen werden sollen. Der einzelne kämpft dabei nicht für sich, sondern für seine Kameradschaft, für sein Fähnlein. Jeder hat seine Leistung in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen. Das Kampfgericht stellt zu dem Tage des Jungvolks die Schule.

Das Deutsche Jugendfest wird einen Abschluß finden, wie er schöner und glücklicher nicht gedacht werden kann. Die Juaend wird auf die Höhen unserer schönen oberhessischen Heimat marschieren, auf denen fleißige Hände schon zuvor hohe Holz-

Die Einzelwettkämpfe als ein Teil der gesamten Veranstaltung traten nach außen hin Verhältnis-

Das beliebte Römische Rennen, eine schöne Geschicklichkeitsübung.

Ein lustiger, immer wieder von den Jungvolkpimpfen gern geübter Sport.