Ausgabe 
20.6.1936
 
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Bitte, keine Voreingenommenheit!

ZdR. ,LLas, deutsches Gemüse"?! sagt Frau Schulze zu der Äprtäuferin im Gemüseladen,das nehme ich nicht, das ist sicher schlecht. Und woher stammen die Erdbeeren? Aus Baden? Nun, da lie- (jen sicher wieder die guten obenauf und unten die chlechten, wie wir es sa bei der deutschen Ware chon kennen!" Und so wie Frau Schulze, so den- ken leider heute noch immer zu viele deutsche Haus­frauen. Sie zehren von den Erinnerungen an frü­here, vergangene Zeiten, als es wohl vorgekommen fein mag, daß die ausländische Ware besser als die deutsche war. Aber heute ist diese Voreingenom­menheit wirklich unbegründet. Deutsches Obst.ist nicht nur ebenso gut, sondern in Geschmack und Frische ost sogar besser als das ausländische, das häufig unreif geerntet ohne Sonne während des Transports reift. Und die Gewähr, daß die deutsche Ware heute wirklich einheitlich angeliefert wird, ist auch da.

Erst vor einigen Tagen hat der Reichsnährstand genaue Anordnungen über die einzelnen Güte­klassen bei Stein- und Beerenobst er­lassen. Alles Obst, das zum Verkauf gelangt, muß genau nach diesen einheitlichen Gütevorschriften sor­tiert, verpackt und geliefert werden. Damit ist auch den Außenseitern, die immer noch schlechte unsor­tierte Ware anboten und damit den Ruf des deut­schen Angebotes herabminderten, ein Riegel vorge­schoben.

Also hinweg mit der Voreingenommenheit gegen deutsches Obst und Gemüse!

lMrenamtliche Tätigkeit vnd Aufwandsentschädigung.

LPD. .Der nationalsozialistische Staat zieht seine Bürger in großem Umfang zur ehrenamtlichen Mit­arbeit an dem Aufgaben der allgemeinen Wohl- fahrt heran. Da verdient die rechtliche Begriffsbe­stimmung des Ehrenamtes, wie sie das Reichsge­richt in einer neuen Entscheidung (II 284/35) gegeben hat, allgemeine Beachtung:

Der Begriff 'des Ehrenamtes bildet den Gegenfatz zu entlehnter Tätigkeit. Wer ehrenhalber einen Dienst versieht, soll nach der allgemeinen Auffassung für die Tätigkeit als solche eine Vergütung nicht bekommen. Wenn dem ehrenamtlich Tä­tigen eine Aufwandsentschädigung zugesagt ist, so wird darunter ve rstanden, daß ihm der Aufwand, d. h. die besonderen Ausgaben, die die Tätigkeit mit sich bringt, ersetzt werden sollen, also nicht etwa Ausgaben, die auch ohne die ehrenamtliche Tätigkeit entstanden wären. Don diesem allgemeinen Be­griff der Aufwandsentschädigung geht § 670 BGB. aus. Er hat nicht einen neuen Begriff geschaffen. Wenn die Rechtsprechung der Fassung des § 670 entnimmt, daß der Beauftragte Entschädigung für geleistete Arbeit und entgangenen Arbeitsverdienst nicht als Aufwendungen in Rechnung stellen könne, so entspricht das nur dem Grundsatz der Unentgelt­lichkeit des Auftrags unter Auslegung des Vertrags­inhalts nach den maßgebenden Bestimmungen von Treu und Glauben. Wenn trotzdem in verschiedenen Gesetzen dem ehrenamtlich Tätigen eine Entschä­digung für Zeitaufwand bewilligt wird, so handelt es sich dabei um Ausnahmen von der Regel. Ihr Ausnahmecharakter wird gerade da­durch betont, daß die betreffenden Gesetzesbestim­mungen eine Entschädigung für Zeitaufwand be­sonders einräumen.

Nach § 107 Abs. 3. des Gerichtsverfassungs­gesetzes erhalten die Handelsregister, die ihren Wohnsitz am Sitz der Kammer für Handelssachen haben, nur die notwendigen Fahrtkosten erstattet. Und wenn die Handelsrichter, die chren Wohnsitz und ihre gewerbliche Niederlassung nicht am Ge­richtssitz haben, Tage- und Uebernachtungsaelder nach der Reisekostenverordnung für die Reichsbeam­ten erhalten, so ist das nicht eine Entschädigung für die Arbeitsleistung und den Zeitaufwand, son­dern die nur der Einfachheit der Berechnung halber geleistete Gesamtentfchädigung für die Mehraus- gaben, die mit der Tätigkeit außerhalb des Wohn­sitzes erfahrungsgemäß verbunden find.

Auch die Bestimmungen der Deutschen Gemeinde­ordnung vom 30. Januar 1935 über die Höhe der Bürgermeister usw. zu gewährenden Aufwandsent­schädigungen haben keine Aenderung des Grund­satzes der Unentgeltlichkeit des Ehrenamts gebracht.

Gießener Wochenmarktpreife

* G i e ß e n , 20. Juni. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, A kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse B 10, Enteneier 9 bis 10, Wirsing, XA kg 10 bis 12, Weißkraut 15 bis 18, gelbe Rüben, das Bündel 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Bohnen, grün, 35 bis 40, Spargel 25, 40 und 50, Erbsen 25, Mischgemüse 10 bis 12, Tomaten 45 bis 50, Zwiebeln 14 bis 15, Rhabarber 10, Kar­toffeln, A kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,95 Mark, neue, V> kg 15 bis 20 Pf., Pfirsiche 60, Aepfel 30 bis 70, Kirschen 30 bis 45, Stachelbeeren 25, Erd­beeren 30 bis 50, Aprikosen 55, Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 25 bis 60, Salat 5 bis 8, Salatgurken 30 bis 40, Oberkohlrabi 8 bis 12, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 10 Pf.

** Jubiläum im Städtischen Elek­trizitätswerk. Am heutigen Samstag kann der Lagerarbeiter und Bote August Hofmann aus Rodheim an der Bieber auf eine 25jährige Tätigkeit im Dienste des Städtischen Elektrizitäts­werks Gießen zurückblicken. Der Jubilar erfreut sich sowohl bei der Leitung des Werks wie auch bei seinen Arbeitskameraden wegen feines Fleißes und feiner Gewissenhaftigkeit allgemeiner Wertschätzung. Heute morgen wurde dem Jubilaren durch den Direktor des Werks ein Dank- und Anerkennungs­schreiben des Oberbürgermeisters unserer Stadt überreicht. Die Arbeitskameraden übergaben ihm ein schönes Geschenk. Zahlreiche Glückwünsche wur­den dem verdienten Manne zuteil.

** Arbeitsjubiläum. Am gestrigen Frei­tag konnte Herr Karl Nonnenbroich, Buch­haltungsleiter bei der Firma Bänninger G. m. b. H. auf eine 25jährige Tätigkeit für fein Werk zurück­blicken. In einer schlichten Feier, zu der sich die Lei­ter der Firma und die Arbeitskameraden zusam- mengefunden hatten, wurde Herrn Nonnenbroich durch den Betriebsführer Dank und Anerkennung für die in 25 Jahren der Firma geleisteten Dienste ausgesprochen. Von verschiedenen Vertretern der Gefolgschaft wurden ebenfalls Glückwünsche bärge- bracht. Firma und Gefolgschaft ehrten ihn durch Ueberreichung von Geschenken.

** Gin Fünfundsiebzigjähriger, ©ei­nen 75. Geburtstag konnte Uhrmacher Johannes Harlos, Bahnhofstraße 65 begehen. Der aus Sterkrade im Rheinland Gebürtige, diente bei den Iler Artilleristen in Kassel und tarn um die Jahr­hundertwende nach Gießen.

* Feier der goldenen Konfirmation. Dieser Tage begingen zum erstenmal in unserer Stadt Gießener Frauen den Tag ihrer Konfir­mation vor 50 Jahren als Fest Der Erinnerung. Die Feier wurde mit einem gemeinsamen Kirch­gang und dem Empfang des heiligen Abendmahls würdig begonnen. Studienrat Unverzagt hielt eine Ansprache in Erinnerung an die erste Kon­firmation die auf den Tag genau vor 50 Jahren stattfand. Er vermochte auch noch einige Stellen aus der Predigt des damaligen Pfarrers Neumann zu wiederholen. Die Feier wurde verschönt durch Vorträge des Kirchenchors und das Orgelspiel von Lehrer Simon. Am Tage darauf wurde die Feier imSchützenhaus" in kamerad­schaftlicher Weise begangen. Frau Jrle fand herz­liche Worte der Begrüßung und hieß besonders die von auswärts gekommenen Konfirmandinnen will­kommen. Der Verstorbenen wurde durch Erheben von den Plätzen gedacht. Propst Knodt hielt eine längere Ansprache. Die Erinnerungsfeier war für alle Teilnehmerinnen ein schönes Erlebnis.

** Freiwillige Gail' sche Feuerwehr. Dieser Tage hielt die Wehr ihre dritte Hauptübung ab. Bei dieser Gelegenheit überreichte der Führer der Wehr, Oberbrandmeister Münch, dem Ober­feuerwehrmann Bender den Ehrenbrief der Wehr für 25jährige aktive Dienstzeit und hob die beson­deren Verdienste dieses eifrigen Feuerwehrmannes hervor. Zugleich führte Oberbrandmeister Münch noch aus, daß es ihm eine ganz besondgere Freude sei, im Laufe des Rechnungsjahres 1936 fünf solcher pflichtbewußten Kameraden den Ehrenbrief für 25- jährige aktive Tätigkeit überreichen zu dürfen. Beim anschließenden Kameradschaftsabend überreichteLösch- meister Goß dem Jubilar Bender im Auftrag des Steigerzuges eine wertvolle Taschenuhr mit ent­sprechender Gravierung.

** Unfälle. Ein 14jähriges Mädchen, in der Ederstraße wohnhaft, kam unglücklich zu Fall, erlitt einen Unterarmbruch sowie Hüstprellungen und mußte in die Klinik gebracht werden. Der hiesige Oberzugschaffner i. R. Georg Müller stürzte eine Treppe hinab und mußte mit Rippenquetschungen in die Klinik übergeführt werden.

** Wieder ein Unfall anderEcke Sie- bi gst raße Sudwigst raße. Am gestrigen Freitag kam es an der gefährlichen Kreuzung Liebig- straßeLudwigstraße bereits wieder zu einem Un­fall. Ein Motorradfahrer stieß mit einem Auto zu­sammen. Glücklicherweise fuhren beide Fahrzeuge mit geringerer Geschwindigkeit, so daß der Zusammenstoß nicht zu heftig ausfiel. Immerhin erlitt der Motor­

radfahrer eine Verletzung an der Stirn, die seine Ueberführung in die Klinik notwendig machte.

** Sterbefälle in der StadtGießen. In der Zeit vom 1. Juni bis 15. Juni verstorben in unserer Stadt: am 4. Juni: Wilhelm Wysk, Eisen­bahn-Obersekretär i. R., 76 Jahre alt, Gnauthstr. 1; Margarete Erb, 27 I., Rittergasse 18, und Wilhelm Reitz, Rentner, 80 I., Wiesenftraße 1. Am 7. Ium: Wilhelmine Elisabeths Stumpf, geborene Demes, 83 I., Am Nahrungsberg 37. 11. Juni: Regine Bogel, geb. Deufter, 61 I., Rodheimer Straße 34 und Friedrich Krömmelbein, Kaufmann, 55 I., Bleich­straße 14. 12. Juni: Otto Friedrich, Hausmeister, 39 I., Kirchftraße 16. 14. Juni: Johann Friedmann, Arbeiter, 58 I., Licher Straße 74. 15. Juni: Georg Gebhardt, Bauhilfsarbeiter, 40 I., Kaiserallee 121.

** Die Allgemeine Ortskranken­kasse für den Kreis G i eßen mahnt im heutigen Anzeigenteil die Beiträge für Monat Mai 1936"an und macht darauf aufmerksam, daß diese Beiträge noch bis zum 25. Juni ohne Kosten be­zahlt werden können. Auf die Bekanntmachung fei besonders hingewiesen.

** Der nächste Rindvieh °(N utzvieh °) Markt findet am kommenden Dienstag, 23. Juni, statt. Der nächste Schweinemarkt wird am Mitt­woch, 24. Juni, abgehalten. Näheres siehe heutige Anzeige.

** DerJunikäfer fliegt. Wer am sonnigen Iunimorgen den schmalen Wiesenpfad hinwandert, sieht verwundert in das hundertfältige Schwirren, Auf- und Niedersteigen der schwärmenden Junikäfer. Im Graswald der hochgewachsenen Wiese zwischen Kraut und Blumen ist ihr liebster Aufenthalt. Weil die Junikäfer in den Monaten- Juni und Juli, also um die Sommersonnenwende fliegen, werden sie auch Sonnwendkäferchen genannt. Bei starkem Auf­treten werden die kleinen Verwandten des Maikäfers schädlich, befallen Kohl, Bohnen und Ersen und tun sich auch im Erdbeerbeet gütlich. Die das Erdreich durchwühlende Larve nährt sich von Gemüsewurzeln und ist deshalb dem Gärtner und Landmann ver­haßt.

** Sonntagsrückfahrkarten aus b e- sonderem Anlaß. Zu den Marburger Festspie­len vom 20. Juni bis 19. Juli 1936 werden von allen Fahrkartenausgaben im Umkreis von 75 km von Marburg Sonntagsrückfahrkarten nach Marburg (Lahn) und Süd ausgegeben. Die Karten gelten in der Zeit vom 20. Juni bis 20. Juli jeweils zur Hin­fahrt von Samstag, 12 Uhr, bis Sonntag und zur Rückfahrt von Samstag bis Montag, 12 Uhr (späte­ster Antritt der Rückfahrt).

Oberheffen.

Diamantene Hochzeit.

Q] Lauterbach, 20. Juni. Im Kreisort H e b - l o s feiern am kommenden Montag, 22. Juni, die Eheleute Wilhelm Möller, Landwirt, und Frau Kacharine, geb. Rockel, das seltene Fest der dia­mantenen Hochzeit. Der Jubilar steht im 86., seine Lebensgefährtin im 78. Lebensjahr. Die Ehe war mit vier Kindern gesegnet, von denen aber drei früh starben, während der letzte Sohn 1914 in Rußland fiel. Der Jubilar betätigte sich in früheren Jahren in hervorragendem Maße im öffentlichen Gemeindeleben.

Aufstellung des Lauterbacher Altars im Lauterbacher Heimatmuseum.

CO Lauterbach, 20. Juni. Der aus der frühe­ren Lauterbacher Kirche stammende alte Marien- altar, ein spätgotisches Kunstwerk, das für die oberhestische Malerei des ausgehenden 15. Jahr­hunderts von Bedeutung ist, wurde nun im Hei­matmuseum aufge ft eHt; während des Win­ters war der Altar in Darmstadt restauriert und dann im Landesmuseum ausgestellt worden. Am morgigen Sonntag findet aus diesem Anlaß eine Festsitzung der beiden hiesigen Heimatgeschichte und Heimatkunst fördernden Vereine statt; damit wird der Marienaltar zur Besichtigung freigegeben.

Tödlicher Sturz vom Heuwagen.

Dorf-Gill, 20. Juni. Gestern nachmittag ereignete sich ein schwerer Unfall. Die Ehefrau des hiesigen Landwirts Heinrich Leidich, die 56jährige Frau Annemarie Leidich, stürzte vom Heuwagen auf die Erde und erlitt einen Bruch d e r Hals- Wirbelsäule. Die bedauernswerte Frau erlag der schweren Verletzung.

^egen einen Naum gerast.

LPD. Büdingen, 19. Juni. Ein schwerer Unfall ereignete sich auf der Büdinger Land­straße. Ein Kraftwagen kam in rascher Fahrt den Berg vor Büdingen herunter, als ihm in einer Kurve unerwartet ein schwerer Buldogg mit zwei Anhängern entgegenkam. Der Kraftwagen fuhr in vollem Tempo gegen einen Baum und wurde schwer beschädigt. Dem Fahrer wurde das Steuer in die Brust gedrückt; die beiden Mitfahrer erlitten Rippenquetschungen und innere Verletzungen. Die drei Ver­unglückten mußten in das Büdinger Krankenhaus eingeliefert werden.

Landkreis Gießen

- Mainzlar, 19. Juni. Vorgestern kamen aus Schwelm im Gau Westfalen-Süd 18 Kinder durch die Kinderlandverschickung der NSV. in der hiesigen Ortsgruppe an. Mainzlar erhielt zu den bereits hier befindlichen zwei Kindern noch vier hinzu; ferner erhielten Staufenberg vier und Daub- ringen zehn Kinder.

* Lollar, 20. Juni. Gestern ereignete sich hier an der Ecke Hauptstraße-Bleichstraße ein Der - kehrsunfall. Eine Radfahrerin fuhr gegen einen Personenkraftwagen, kam zu Fall und erlitt dabei leichtere Verletzungen.

§ Beuern, 20. Juni. Im hohen Alter von 77 Jahren verstarb am Donnerstagnachmittag, be­trauert von einer reichen Kinderschar, Enkeln und Urenkeln, der weit über unser Dorf hinaus be­kannte Schreinermeister Wilhelm Ranft. Mit ihm ist ein alter Handwerksmeister von echtem Schrot und Korn, der wegen seiner gediegenen Arbeit in Land und Stadt geschätzt war, zur letzten Ruhe ein­gegangen.

Y Watzenborn-Steinberg, 20. Juni. 2lm heutigen Samstag begehen die Eheleute Land­wirt Johannes Philipp und Frau Marie geb. Häuser, Gießener Straße, in seltener geistiger und körperlicher Frische das Fest dergoldenenHoch- zeit.

<D L i ch , 19. Juni. Der D e r k e h r s - und V e r- schonerungsoerein Lich hatte einen Phg. toroettberoerb ausgeschrieben. Es wurden auch einige recht schöne Aufnahmen eingeliefert, die die

Schönheiten unseres Heimatstädtchens erkennen lie­ßen. Mit Preisen konnten nachstehende Einsender bedacht werden: E. Buß, Karl Heinz Schiefer­stein und Hans Zimmer.

Kreis Büdingen.

O Nidda, 19. Juni. Infolge des seit einigen Tagen herrschenden hochsommerlichen Wetters ist das hiesige Schwimmbecken neben der neuen Turnhalle auf der Gänswiese ein überaus besuchter Ort für jung und alt. Nicht allein Kurgäste aus dem benachbarten Bad Salzhausen tummeln sich öfters hier, sondern auch andere Gäste aus der näheren Umgebung lassen sich die Gelegenheit zum Genüsse eines Freibades nicht entgehen.

tl. Mittleres Niddatal, 19. Juni. Durch die rechtzeitig erfolgten oft sehr starken Nieder­schläge zeigen die Wiesen allenthalben einen dichten Grasbestand, namentlich hat sich das erwünschte Untergras reichlich entwickelt. Wenn man auch schon hier und da auf Baumstücken, großen Gärten und Wegen zur Heuernte geschritten ist, so erfolgt die Haupternte jedoch erst von der nächsten Woche ab. Namentlich in den feuchten Niederungen haben die Gräser eine außergewöhnliche Größe erreicht, so daß sie sich mitunter gelagert haben. Der Klee ist durchaus reichlich vorhanden. Sowohl die Win­ter- und Sommerfrucht, als auch die Kar­toffeln, die zur Zeit vom Unkraut befreit und gehäufelt werden, haben sich in letzter Zeit sehr gut entwickelt. Auch die Dickwurzäcker werden ge­säubert und die Pflänzchen dort, wo der Samen durch die Maschine in die Erde gebracht wurde, vereinzelt. Mais und Flachs stehen prächtig. Der jetzt auch hier in ausgedehnterem ötuye unbebaute Raps zeigt volle Schoten, die bei allmählichen Reife entgegengehen.

* Oboer-Widders heim, 19. Juni. Der hiesige 18 Jahre alte Schmied Helmut Hofmann zog sich bei seiner Arbeit eine schwere Der- letzung der rechten Hand zu und mußte in die Chirurgische Klinik gebracht werden.

Kreis Schotten.

<xd Schotten, 19. Juni. Die Pfarramtskandi­daten Werner Huber zu Ober-Lais (beauftragt mit der Verwaltung der dortigen evangelischen Pfarrstelle), Ludwig Knieriem zu Ober-Seemen (beauftragt mit der Verwaltung der evangelischen Psarrstelle daselbst) und Friedrich Lind zu Breun­geshain (beauftragt mit der Verwaltung der Breungeshainer evangelischen Pfarrstelle) haben in Darmstadt die zweite theologische Prü­fung (Schlußprüfung) bestanden und werden dem­nächst zum Pfarramt ordiniert werden.

Kreis Alsfeld.

4s: Aus dem oberen Ohmtal, 19. Juni. Die diesjährige Gur ken ernte ist nicht sehr er­folgversprechend. Die erste Saat hat nur selten ge­keimt, die Nachsaat wird stark von den Schnecken angegriffen. Auch die Bohnen werden vielfach von diesen Schädlingen bedroht. Die Heuernte ist allenthalben in vollem Gang. Auf den Bergwiesen hat sich der Steinklee prächtig entwickelt und gibt ein sehr gutes Futter ab. Die Ernte ist zufriedenstellend ganz besonders hinsichtlich der Qualität.

Große Strafkammer Gießen.

Di- Kammer hatte sich in ihrer gestrigen Sitzung Mlt vier Sittllchkeitsverbrechen zu fassen. 9 9

Em Einwohner aus Ehringshausen wurde wegen Notzucht zu einem Jahr Gefängnis oer- urteilt unter Anrechnung von acht Monaten zwei Wochen erlittener Untersuchungshaft. Straf- mindernd wirkte der Umstand, daß der Angeklagte aus eigener Initiative unfruchtbar gemacht wurde

Wegen des gleichen Deliktes erkannte die Kam­mer gegen einen Mann aus Assenheim auf ein 3abr sechs Monate Zuchthaus unter An- red)nung von zwei Monaten Untersuchungshaft. Dem Angeklagten wurden außerdem die bürger­lichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren aberkannt. M vlKn

®n JKann aus Gleiberg wurde wegen wider­natürlicher Unzucht zu sieben Monaten Ge­fängnis verurteilt. Der Angeklagte war gestän­

dig. Das Gericht rechnete ihm daher einen Monat der erlittenen Untersuchungshaft an

Wegen Verbrechens nach § 176 Z. 3 RStGB- wurde ein weiterer Angeklagter aus Steinfurt zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hatte sich an einem vierjährigen Mod- chen unsittlich vergangen. In Anbetracht dessen, daß er erheblich geistesschwach ist, billigte ihm das Ge- richt mildernde Umstände zu und rechnete zwei Monate eine Woche der Untersuchungshaft auf.

Amtsgericht Gießen.

Wegen Uebertretunq des Impfgesetzes wurde ein Mann durch Strafbefehl mit insgesamt 30 Mark Geldstrafe belegt. Der Angeklagte hatte es unterlassen, seine beiden Kinder impfen zu lassen. Der gegen den Strafbefehl eingelegte Einspruch wurde kostenpflichtig verworfen, da der Angeklagte nicht erschienen ist.

Gute Flachsanbau-Erfolge im Westerwald.

Lpd. Vom Westerwald, 18. Juni. Der An­bau von Flachs im Rahmen der Erzeugungsschlacht hat im Westerwald starke Förderung erfahren. Die Saaten sind gut aufgegangen und haben sich trefflich entwickelt. Es ist zu erwarten, daß die Anbauver- suche, die für manchen Landwirt etwas neues be­deuten, zu einer noch größeren Verbreitung des Flachsbaues anregen, damit wieder das alte Sau» ernroort Geltung erhält:Selbstgefponnen, selbst­gemacht, ist die beste Bauerntracht."

Dillkreis.

Lpd. Herborn, 18. Juni. Ein junger Arbeiter aus Herborn, der mit seinen Arbeitskameraden einen Werkausflug nach Niederlahn st ein unternommen hatte, zog kurz entschlossen bei einem ihm in drn Weg tretenden braunen Glücksmann ein Los, das einen Treffer von 500 Mark auf­wies. Daß die Stimmung am Rhein durch diese Ueberraschung noch besonders gehoben wurde, bedarf keiner Frage.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Sonntag, den 21. Juni. 2. Sonntag nach Trinitatis.

Gießen. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfr. Trapp; Christen­lehre fällt aus; 9.30: Lic. Euler; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker. Zohanneskirche. 8: Pfarrassistent Zschau; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukasgemeinde; 9.30: Propst Knodt; 11: Kinderkirche für die Johannes- gemeinde; Pfarrassistent Wolf; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfr. Trapp. Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Anthes; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde; 10.45: Misfionskinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Steck; 14.30: Miffionsfest auf dem Schiffenberg. Pekruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Trapp. Atten-Buseck. 10: Gottesdienst; 11: Chri­stenlehre. Trohe. 13: Gottesdienst. Albach. 8.45: Gottesdienst; Kollekte. Steinbach. 10: Gottes­dienst; Kollekte. Rödgen. 10: Gottesdienst. Annerod. 12.30: Gottesdienst. Garbenteich. 10: Gottesdienst, anschließend Christenlehre. Hausen. 13: Gottesdienst. Heuchelheim. 10: Hauptgottes­dienst; Kollekte; 11: Kindergottesdienst (1. Abteilung); 13: Kindergottesdienst (2. Abteilung). Daubringen. 8.30: Gottesdienst. Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre für die weibliche Jugend. Watzen­born-Steinberg. 10.30: Kindergottesdienst; 13: Haupt­gottesdienst und Christenlehre. Lich. 8: Stifts­pfarrer Naumann; 9.30: Stiftsdechant Kahn; 12.45: Kindergottesdienst. Rieder-Bessingen. 9.30: Stifts­pfarrer Naumann. Langsdorf. 11: Hauptgottes­dienst. Bettenhaufen. 13.30: Hauptgottesdienst; Kollekte. Wünzenberg. 10.30: Gottesdienst mit Kollekte für die Ev. Frauenhilfe; 13: Christenlehre; 20.30: Frauen- und Mädchenabend. Irais-lUün- zenberg. 8.30: Gottesdienst; Christenlehre; Kollekte. Hungen. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre. Dirberg. 10: Gottesdienst; Christenlehre; Kollekte. Vettershain. 12.30: Gottesdienst; Christenlehre; Kol­lekte. Harbach. 14: Gottesdienst; Christenlehre; Kollekte.

Montag, den 22. Juni.

Gießen. Kapelle des Alten Friedhofs. 20 Uhr: Frauenhilfe.

Mittwoch, den 24. Juni.

Gießen. Sladlkirche. 20.30 Uhr: Abendandacht.

Donnerstag, den 25. Juni.

Gießen. Zohanneskirche. 20 Uhr: Bibelstunde.

Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. Sonntag, den 21. Juni. 9.30 Uhr: Erbauungsstunde; 20.30: Evangelisation. Dienstag, den 23. Juni. 20.30: Bibel- und Gebetstunde.

Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, 21. Juni. 20.30 Uhr: Evangelisationsstunde. Mittwoch, den 24. Juni. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Donnerstag, den 25. Juni. 20.30 Uhr: Jugendbundstunde.

Vaptislengemeinde, Gartenstraße 13. Sonntag, den 21. Juni. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Predigt. Donnerstag, den 25. Juni. 20.30 Uhr: Bibelstunde.

Reuapostolifche Gemeinden, Händelstraße 1 und Ederstraße 13. Sonntag, den 21. Juni. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. Mittwoch, 24. Juni. 20.30 Uhr: Gottesdienst.

Katholische Gemeinden.

Samstag, den 20. Juni.

Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte.

Sonntag, den 21. Juni. 3. Sonntag nach Pfingsten.

Sieben. 6.30 Uhr: Beichte. 7: Messe; Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Pre- digt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht; 15: Unterricht über die Firmung für die auswärtigen Firmlinge und für alle, die in der Woche nicht am Unterricht teilgenommen haben. Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. Hungen. 8: Hochamt mit Pre- digt. Laubach. 10: Hochamt mit Predigt. Lich. 10: Hochamt mit Predigt. Nidda. 8.15: Hochamt Mit Predigt. Schotten. 10.30: Hochamt mit Pre­digt.

Dienstag, Mittwoch und Donnerstag:

Gießen. 20.15 Uhr: Predigt und Andacht zur Dor- bereitung auf die Konsekration der Kirche.

veffentlicher Sonntagsdienst.

Telefon 2751, nur in dringende« Notfällen Telefon 01.

fo$02U*rroa$e: Iekf°n 2244/45« Notruf Zelt» , 5QHp,l,?oftamt! B-1chr-inkt«r Schalkrdi.nst 8 bis 21 Uhr.

MSitaa»lpo,tamti Mr Schli«bsachodhol.r 1 vis 13 Uhr.

Sanitätskolonne: Telefon 2500. Merzte: Dr. Neumann-Spengel, Dr. Mehl. Zahnarzt: Dr. Kockerbeck.

Apotheke: Pelikan-Apothek