des Landes verursachte Frankreich weit mehr Kosten, als sich wirtschaftlich herausholen ließ. Die syrischen Städte wurden ein unsicheres Pflaster für Nie französischen Soldaten und im Hinterland war tne französische Herrschaft immer fragwürdiger geworden. Der Beschluß des Kabinetts Blum, das Mandat über Syrien aufzugeben, ist deshalb keine Ueberraschung. Die Parteien der Linken, die jetzt ans Ruder gekommen find, waren nie Freunde des syrischen Mandats. Freilich militärische Stützpunkte scheint nach dem englischen Beispiel im Irak auch Frankreich sich in dem unabhängigen Syrien sichern zu wollen. Ob diese Bemühung der beiden Großmächte, dem arabischen Freiheitsstreben zwar durch Gewährung gewisser Rechte entgegenzukommen, aber die tatsächliche Herrschaft durch Garnisonen und Flugplätze fest in der Hand zu behalten, auf die Dauer die unter dem magischen Einfluß des unabhängigen Wahabitenreichs Ibn Sauds gewaltig anschwellende panarabische Bewegung in ihrem Streben nach Einheit und Unabhängigkeit wird aufhalten können, das erscheint allerdings äußerst fraglich. Der mittlere Osten ist in Bewegung geraten und niemand weiß heute zu sagen, wie sich hier einmal das Weltbild unter dem Einfluß des panarabischen Gedankens verschieben wird.
Dr. Schaches Balkanreise.
Ein deutliches Wort
an die Gläubiger Deutschlands.
Budapest, 19. Juni. (DNB.) Reichsbankpräsident Dr. Schacht verlas der Presse eine Erklärung, in der er u. a. folgendes ausführte: Es scheint mir merkwürdig, daß jeder Versuch Deutschlands, die internationale Wirtschaftslage zu beleben, sofort mit irgendwelchen politischen Motiven verdächtigt wird. Ich möchte deshalb daran erinnern, daß Deutschland und andere Länder durch die Friedensdiktate und die darauf folgenden Ereignisse in eine internationale Schuldenlast verstrickt worden sind, die nur durch eine Erhöhung des Warenexports abgetragen werden kann. Wenn man nun jeden Versuch der Schuldnerländer durch einen gesteigerten Warenverkehr ihre und ihrer Gläubiger Lage zu verbessern, bekrittelt und verdächtigt, so darf ich die Gegenfrage stellen, ob denn die Gläubigerländer bereit wären, auf ihre Schuldenforderungen an Deutschland zu verzichten. Eines von beiden kann man nämlich nur tun. Man kann entweder nur sagen, du mußt bezahlen und deshalb verdienen, oder du darfst nicht verdienen und brauch st nicht zu bezahlen.
Die Märkte unserer Gläubigerländer stehen leider Gottes uns in immer geringerem Maße zur Verfügung, obgleich diese Länder eigentlich das größte Interesse haben sollten, uns ihre Märkte zu öffnen. Wenn nun Deutschland sich nach solchen Wirtschaftsverbindungen umsieht, wo die wirtschaftlichen Interessen und Absichten sich mit seinen eigenen glücklich ergänzen, so kann nur Dummheit oder Bosheit ein solches deutsches Bestreben be/ argwöhnen. Wenn es aber in einer gewissen Presse übel vermerkt wird, daß möglicherweise die wirtschaftspolitischen Beziehungen, die uns mit diesem Teil Europas verbinden, auch in politischer Hinsicht -freundschaftlichere Einstellung herbeiführen könnten, so möchte ich diese Presse einmal fragen, ob ihr das unerwünscht ist. Ich weiß mich jedenfalls mit dem deutschen Volke einig in dem Wunsche, daß unsere politischen Beziehungen sich nach allen Richtungen hin freund- l i ch entwickeln, sogar zu den Ländern, deren Presse solche Unüberlegtheiten in die Welt setzt.
D?e sudeiendeutsche Giaais- ouffassung
Eger, 19. Juni. (DNB.) Auf der Hauptversammlung der Sudetendeutschen Partei erklärte Dr. Walter Brand, an Stelle der liberalen Demokratie muß die organische Demokratie treten, die die völkischen Gemeinschaften als über den einzenlen stehende Einheit anerkennt. Also müsse an Stelle des heutigen tschechoslowakischen Staatszentralismus, der zur Lösung der Nationalitätenfrage nicht fähig ist, einorganischerAuf. bau treten, der sich auf die Volkskörper- schäften stützt. Der Vorsitzende des Parlamentarischen Klubs der Partei, Karl Hermann Frank, wies darauf hin, daß die tschechoslowakische Außenpolitik sich eindeutig auf die Seite Sowjet r u ß l a n d s stelle. Eine Völkerordnung, auf Volksordnungen begründet, muß gefunden werden, die das heilige Lebensrecht der Völker wahrt, das die Völker leben und wachsen läßt, so wie sie gus Gottes Hand hervorgegangen sind: das ist der Traum vom Weltfrieden!
Der Gitilichkeitsprozeß gegen dieFranziskanerbrüder.
Koblenz, 19. Juni. (DRB.) In dem großen Sittlichkeitsprozeß gegen die Franziskanerbrüder stand der 29 Jahre alte Bruder Markus Auerbach (mit Brudernamen Constantin) vor der Großen Strafkammer Aus den Angaben des Angeklag- ten und aus der Vernehmung der drei Zeugen ergibt sich, daß Bruder Constantin bis zur Ablegung seines Gelübdes in mehreren Fällen mit anderen Ordensbrüdern Unzucht getrieben hat, wobei es sich jedoch um als verjährt geltende Delikte handelt. Weitere Fälle hingegen konnten dem Angeklagten nicht mit Sicherheit nachgewiesen werden. Das Gericht erkannte demgemäß auf Freispruch und sofortige Haftentlassung.
Die zweite Verhandlung befaßte sich mit den Straftaten des Bruders Hovert Eisenhauer (Bruder Diedrich), der heute 30 Jahre alt ist und dem Orden noch angehört.
Bruder Diedrich ist von Beruf Koch und kam am 17. April 1932 ins Kloster. Im Mai 1935 legte er die ewigen Gelübde ab. Er hat sich bereits vor seinem Eintritt ins Kloster des öfteren homosexuell betätigt. Bruder Diedrich hat sich in der scheußlichsten Weise an Klosterbrüdern vergangen. Der Staatsanwalt führte aus, wenn von gewisser Seite behauptet werde, es handele sich bei Den hier verhandelten Dingen um harmlose Sachen, die in den Klöstern längst abgestellt seien, bann sei diese Verhandlung der eindeutige Beweis für das Gegenteil. Roch in einer Zeit, da bereits feftftanb, daß in den Klöstern diese schmutzigen Dinge umfangreich betrieben wurden, haoe der Angeklagte sich in der scheußlichsten Weise an anderen Brüdern vergangen. Eine aroße Schuld trage hier der Orden, der den Angeklagten als Bruder einfach ausgenommen habe, ohne sich um fein Vorleben zu kümmern. Das Urteil lautete auf eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr. Mit Rücksicht auf das Geständnis des Angeklagten wurde der größte Teil der Untersuchungshaft auf die Strafe angerechnet.
Das deuisch-englische Gespräch.
Oer Fragebogen.
Don unserer Berliner Schriffleiiung.
Berlin, 20. Juni 1936.
Außenminister Eden und Ministerpräsident Baldwin haben sich in ihren großen Unterhaus- reben auch in erheblichem Ausmaß mit Deutschland beschäftigt. Es ist nicht ganz ersichtlich, was sie zu dieser Verkoppelung bewog: es sei denn die Ungeduld darüber, daß die britische Regierung noch immer nicht im Besitz der beutschenAnt- wort auf b en englischen Fragebogen vom 8. Mai 1936 ist. Ein großer Teil ber Rebe Ebens bezieht sich bann auch auf ben englischen Fragebogen unb d.e erwartete beutsche Antwort. Eben wieberholte babei bie bereits in bem Fragebogen gemachte Feststellung, baß bie britischen Fragen wegen einiger „Unklarheiten" in bem deutschen Friedensplan vom 31. März notwendig geworden seien. Auch das britische Blaubuch, auf das jetzt Deutschland mit einer Dokumentensammlung über den Locarnovertrag geantwortet hat, ist in ber Eben-Rede erwähnt worben, unb zwar als Zeugnis britischen Verständigungs- unb Ausgleichswillens mit Deutschlanb.
Wir wollen mit den Engländern über den dokumentarischen Wert des Blaubuches nicht streiten, da es sich dabei doch mehr um eine historische Angelegenheit handelt. Was aber den Fragebogen anbetrifft, so möchten wir doch einige knappe Feststellungen machen. Dieser Fragebogen, ein nicht ganz glückliches Gemisch von positiven und negativen Feststellungen, ist das Ergebnis von Beratungen ber Locarnomächte, bie am 12. April in Genf ftattgefunben hatten. Damals würbe Eng- lanb von Frankreich unb Belgien beauftragt, einige Erhebungen über bas Ausmaß und über bie Bedeutung des deutschen Friebensplanes anzustellen. Fünf Wochen hat es bann gebauert, bis bas Foreign Office soweit mar, biefe Erhebungen in Form eines Schreibens bes britischen Außenministers an ben britischen Botschafter in Berlin fertigzustellen. Sir Eric P h i p p s würbe angewiesen, eine Unterrebung mit bem beutschen Reichskanzler nachzusuchen unb die in seiner Anweisung enthaltenen Erklärungen abzugeben. Da ber Reichskanzler aber erst später in Berlin eintraf, kam die Unterredung zwischen ihm und Sir Eric Phipps er st am 14. Mai zustande. Dennoch griff die britische Regierung zu bem ungewöhnlichen Mittel, ben Fragebogen bereits am 8. Mai zu veröffentlichen, ohne sich bie Zustimmung Deutschlanbs zu sichern. Deutschlanb blieb gar nichts anbere übrig, als nach ber gleichen Methode zu verfahren, da sonst die Oeffentlichkeit von Paris aus informiert worden wäre.
Wir stellen also fest, daß von der Ueberreichung bes britischen Fragebogens an ben beutschen Führer unb Reichskanzler am 14. Mai bis heute noch nicht einmal volle fünf Wochen verstrichen sinb. also weniger Zeit, als bas Foreign Office zu feiner Fertig
stellung gebrauchte. Alle Klagen ber englischen Presse über eine Verzögerung ber beutschen Antwort erscheinen demnach unangebracht. Aber von diesen technischen unb zeitlichen Umstänben ganz abgesehen, ist bie Methobe bes Fragestellens minbestens u n - zweckmäßig: hauptsächlich bann, wenn sie in Formen gekleibet wird, bie eine verzweifelte Ähnlichkeit mit denjenigen Formen haben, in denen d.e ehemaligen Sieger bes Weltkrieges bis 1933 mit Deutschlanb verkehrten! Daß man in Englanb selbst Darüber nicht einer Meinung ist, zeigt ein Aussatz ber „Times", in dem dargelegt wird, daß die Absicht keines Landes durch ein Kreuzverhör auf bem Papier zufriebenstellenb festgestellt werben könnte. Auch sei es niemanbem nützlich, öffentliche Versprechungen bes guten Benehmens als ein Vorspiel zu einer Konferenz zu verlangen. Ein solches Ersuchen würbe ben Wunsch nach Beratungen keineswegs fördern und die Versprechungen in diesem Fall entweder wertlos oder überflüssig sein. Nur Besprechungen selb st könnten beweisen, ob eine grundlegende Gegnerschaft zwischen den britischen unb ben beutschen Zielen vorhanben sei.
Das sinb vernünftige Ausführungen, bie man auch gern von ber Ministerbank des Unterhauses gehört hätte. Es blieb bann Stanley Baldwin Vorbehalten, bie Worte Ebens burch seine urbane Sprache abzumilbern. Wir stellen gern fest, baß boch ein kleiner Unterschieb besteht zwischen bem Wort Baldwins, daß bie Grenzen Englanbs am Rhein lägen, unb ben Ausführungen, bie er am Donnerstag im Unterhaus machte. Balbwin will bie engste Zusam-
Das Ende de
ßonbon, 20. Juni. (DNB. Funkspruch.) „Mor- ning Post" meldet, sowohl die französische wie bie Sowjetregierung hätten mitgeteilt, daß sie mit bem britischen Beschluß überein ft immten. Man erwarte, daß bie meisten europäischen Staaten eine Aufhebung ber Sanktionen befürworteten. Auch von der Kleinen Entente werde kein ernstlicher Widerstand erwartet.
„Daily Telegraph" meldet, wenn ber englische Beschluß von Den übrigen Dölkerbunbsstaaten a n - genommen werbe, bann werbe ber Genfer Verbinbungsausschuß einen Zeitpunkt für ein gemeinsames Vorgehen aller in Frage kommenden Regierungen festsetzen. England sei der Ansicht, daß die verschiedenen Ein- unb Ausfuhrverbote, sobald eine Vereinbarung dies zulasse, aufgehoben werden sollen. Wahrscheinlich könnten bie Sanktionen bis Mitte näch - ft en Monats völlig beseitigt sein. Jedoch werde es noch einige Schwierigkeiten geben, bevor Der normale englisch-italienische Häut'?! wieder ausgenommen werben könne. Die britische Regierung
menarbeit zwischen England, Deutschland unb Frankreich. Nichts anberes hat Botschafter von Ribbentrop genau vor einem Jahre ben Vertretern ber Reuter» unb Havas-Agenturen erklärt.
„DaltS Jliail" für sofortige »er- ffändigmg mit Deutschland.
ßonbon, 20. Juni. (DNB. Funkspruch.) Unter ber Ueberschrist „Eine große Gelegenheit" forbert bas Rothermereblatt „Daily Mail" bie Regierung auf, sich nach Aufhebung ber Sühnemaßnahmen ber Wieberherstellung ber europais ch e n Stabilität zuzuwenben. Die Regierung bürfe die Gelegenheit, die sich jetzt biete, nicht verstreichen lassen, ohne energische Schritte zu einer umfassenden Verständigung mit Deutschland unb Italien zu tun. Es bürfe keine Zeit verloren gehen, bie Verbindung mit Berlin wieder herzustellen. Baldwin und Eden hätten in ber Unterhaus-Aussprache ihrem Wunsch nach einer Zusammenarbeit mit Deutschlanb für ben Frieben Ausbruck gegeben. Deutschland unb Italien seien bie Pfeiler ber Orbnung in Mittel- unb Sübeuropa. Ihr burchschlagen- ber Erfolg bei der Unterdrückung ber Bolschewisie- rung stehe in glücklichem Gegensatz zu ber Lage in Spanien, Frankreich, Belgien unb einigen anberen ßänbern. Sowohl Deutschlanb wie Italien würben mit äußerster Spannkraft unb Wirtschaftlichkeit regiert.
r Sanktionen.
habe zu diesem Zweck einen Plan ausgearbeitet ber u. a. große Anhäufung italienischer Schulden an britische Geschäftsleute berücksichtige.
Auch Frankreich für Aushebung der Sanftionen.
Paris, 19. Juni. (DNB.) Der Ministerrat tagte erneut unter bem Vorsitz bes Präsibenten ber Republik. Die amtliche Mitteilung barüber besagt, baß Außenminister Delbos seinen Kollegen einen Ueberblick über bie Probleme, bie auf ber kommenden Genfer Tagung zur Erörterung stehen werden, gegeben hat. Die Regierung, bie bem Prinzip ber kollektiven Hanblung treu bleibe, werbe sich j e b e r Entscheibung,bie von ben Staaten bes Völkerbunbes angenommen werben sollte, an« schließen. Unterrichtet über ben augenblicklichen Stand ber Sanktionen hält es bie Regierung für richtig, ihre Aufhebung anzunehmen. Ministerpräsident Blum hat den italienischen Botschafter C e r u 11 i über bie Entscheidung des Ministerrats unterrichtet.
Dritte Reichsiagung der Nordischen GeseUschast.
ß ü b e rf, 19. Juni. (DNB.) Die 3. Reichstagung ber Norbischen Gesellschaft würbe in ber ßübeder Stabthalle eröffnet. Zu ber Eröffnungsfeier hatten sich Vertreter bes Reiches unb ber ßänber, ber Reichsleitung, der Partei, die Mitglieder des lübeckischen Senats sowie zahlreiche führende Per- sönlichkeiten aus Staat, Partei und Wehrmacht, aus Kunst, Wissenschaft unb Wirtschaft eingefunben. Ferner bemerkte man Vertreter ber Gesandtschaften unb viele hervorragenbe Männer der norbischen ßänber sowie bie ßeiter ber Kontore ber Norbischen Gesellschaft aus bem ganzen Reich.
Nach ber Aufführung ber „Saga" bes finnischen Komponisten Jean Sibelius burch das Symphonieorchester ßübetf hielt ber Präsibent bes lübeckischen Senats unb Vorsitzenbe ber Norbischen Gesellschaft, Bürgermeister Dr. Drechsler, Die Begrüßungsansprache. Er sprach bie Hoffnung aus, baß in der Anwesenheit der nahezu 700 Gäste aus dem Norden ein Zeichen bes fortschreitenben gegenseitigen Verstänbnisses gesehen werben könne.
Der Leiter ber Abteilung Horb im Außenpolitischen Amt ber NSDAP.» Thilo von Trotha, sprach bann über „Das Persön- lichkeitsgefühl beim norbischen Menschen". Es Dürfte wohl nicht zu weit gehen, so führte er u. a. aus, wenn wir die Behauptung aufstellen, daß bas Bewußtsein bes Einzelhoss jedem norbischen Menschen im Blute liege, unb baß bem« zufolge durch Rassenanlagen, Umwelteinflüsse unb Ueberlieferungen in allen norbischen Menschen, nicht nur der skandinavischen ßänber, ein Selbstänbig- keitsbewußtsein, ein Herrengefühl unb auch ein E i n s a m k e i t s b e b Ü r f n i s vorhanben fei, bas stärker als bei sämtlichen anderen Völkern unb Rassen ausgeprägt sei. Wahre Demokratie habe ben norbischen Menschen stets bie Gleichheit der Persönlichkeiten bedeutet innerhalb einer freiwilligen, selbstgeschaffenen, aber bindenden Gemeinschaft. Das Persönlichkeitsgefühl bes nordischen Menschen habe, unterstützt von seinem außerordentlichen Dr» ganijationsoermögen, alle jene freiheitlichen Gemeinschaftsformen heroorgebracht, die die germanischen Völker auf den so hohen Stand ihrer Kultur hinaufgeführt haben.
Ministerialdirektor Dr. med. Gütt vom Reichsministerium des Innern sprach sodann über „Ausartung burch Familienpflege".
Alle norb- unb westeuropäischen Völker, so betonte er, gehen, volksbiologisch gesehen, bem Abgrunb entgegen. Währenb um bie Jahrhundertwende noch jebe vierte Ehe an ber jährlichen Geburtenzahl beteiligt war, war es im Jahre 1933 nur noch jebe 14. Ehe. Die Zahl ber ßebenbgeborenen sank von 1900 bis 1933 in Deutschlanb von runb zwei Millionen auf unter eine Million ab. Der Nationalsozialismus sieht es baher als feine größte Aufgabe an, bie Ausartung unb Bestanberha11una ber deutschen Familie zu gewährleisten. Volk unb Rasse haben im Mittelpunkt ber Staatspolitik zu stehen! Der Staat kann aber nicht alles tun. Familienpflege unb Familiensinn sind Probleme, bie nur von ben Einzelnen selbst gelöft werben können. Familienpflege läßt sich aber nicht ohne bie Frau treiben. Gerade bie Frau werde sich wieder auf sich selbst besinnen müssen. Sie werde selbstbewußt zu ben Erkenntnissen unserer germani» ichen Vorfahren von ber Heiligkeit ber Ehe unb ber bofjen Auffassung ber Sittlichkeit zurückfinben müssen. Es müsse unser Streben fein, unsere Jugenb zur Achtung der Geschlechter vor einander und zur Rein
erhaltung bes Erb- unb Rassengutes zu erziehen, benn eine Ausartung ist nur durch geeignete Gattenwahl möglich. Wähle du deinen Gefährten und Gatten aus gleichgearteter unb erbgesunder Sippe! Die Rassenpflege bes Staates bebeutet lediglich Schutz vor Vermischung mit frembem Blut. Rassenpflege des einzelnen dagegen bedeutet „Aufstellen eines Rassenideals" eines „Schönheitsideals", bem er nachzustreben gewillt ist. Die rasseverwanbten Völker, befonbers bes norbischen Kulturkreises, sollen wissen, daß sie miteinanber verwanbt unb neue Banbe erwünscht sinb. Nie wieber barf es einen Kampf zwischen norbisch - germanischen Völkern geben.
Heber ben norbischen Gebanken in ber beutschen Wohlfahrtspflege sprach Hauptamtsteiter hilgenfelbt.
Norbisches soziales Denken geht, wie alle anderen ßebensäufjerungen nordischer Kultur, von bem Primat ber Ehre, von ber Verantwortung unb ber Pflicht zur Selbsthilfe aus. Die nationalsozialistische Wohlfahrtspflege will ben nordischen Gebanken ber Selbsthilfe wieber als Grunbsatz ber beutschen Wohlfahrtspflege anerkannt wissen. Sie verlangt, daß ber einzelne erst bann bie Stellen ber Wohlfahrtspflege um Hilfe angeht, wenn seine Familie ihm nicht mehr zu helfen vermag. Die nationalsozialistische Wohlfahrtspflege Hilst als Vertreter ber beutschen Volksgemeinschaft durch befonbere Maßnahmen baran mit, bie Grund- lagen für eine gesunde und leistungsfähige Familie der Zukunft zu schaffen. Die nordische Erkenntnis von der Bedeutung der Frau hat zur Errichtung des Hilfswerkes „M utter und Kind" geführt. In der gleichen Richtung einer Stärkung ber deutschen Familie liegt bie gesunbheitsfürsorge- rische Maßnahme ber Verwanbtenverschickung. Dem beutschen Kinbe, seiner Gesunbheit unb seiner Verwurzelung mit ber beutschen Heimat soll bie Kinberlanbverschickung bienen. Der Be
treuung erziehungsbebürftiaer unb gefährdeter Jugendlicher gilt bie Jugendhilfe. Daneben stehen unzählige anbere gesundheitsfürsorgerische Einrichtungen wie Tuberkulose-Hilsswerk, Bettenbeschaffung unb Erwachsenen-Verschickung. So ist das Grundprinzip neuer deutscher Wohlfahrtspflege bie Stärkung ber Volkskraft, nicht bie Fürsorge.
Vier Jahrtausende nordischer Baukunst
In ber 7OO-Jahrhalle am Holstentor würbe die Ausstellung „Haus unb H o f im nordisch- germanischen Ku-lturkreis" — „Vier Jahrtausende nordischer Baukunst" des Reichsbundes für deutsche Vorgeschichte und der Nordischen Gesellschaft durch den Leiter des Reichsbundes, Professor Reinerth (Berlin), in Anwesenheit von Vertretern bes Staates, ber Partei, der Wehrmacht unb ber Wissenschaft sowie zahlreicher Tagungsteilnehmer aus bem In- und Auslände eröffnet. Professor Reinerth betonte, daß ber Holzbau den gediegensten Ausdruck nordischen Kulturschaffens und zugleich bas Kennzeichen bes norbischen Vorstoßes nach dem Süden darstelle. Die alte Volkskunde sah im Holzbau nur Das „gesunkene Kulturgut" eines lediglich aus lateinischen unb griechischen Quellen schöpfenden Humanismus. Wir wissen, baß es zur Zeit Der alten Römer in Deutschlanb große Gehöfte gab, bie mit ihren breischiffigen Hallen dem niedersächsischen Bauernhaus in nichts nachstanden, unb daß bie indogermanischen Väter ihre zweiräumigen, rechteckigen Giebelhäuser als Zeichen sicherer Landnahme in Süddeutschland unb weit barüber hinaus errichteten. In überzeugender Schau, ohne die Brille ber Völkerkunbe unb Dem Humanismus wirb unser Blick in die früheste Zeit zurückgelenkt unb ruht im Norden, in der Urheimat des Holzbaues. Nordleute errichteten auf griechi- schem Boden das Haus mit der säulengestützten Vorhalle, die älteste Form bes griechischen Tempels.
Der neue Kurs in Schweden.
Das Programm des
Stockholm, 19. Juni. (DNB.) Die neue schwedische Regierung ist gebildet unb würbe von König Gustav bestätigt. Sie ist bie e r ft e Regierung bes Bauernbundes. Don ben elf Regierungsmitgliebern gehören fünf bem Reichstag an. Die übrigen Minister finb Beamten- unb Fachkreisen entnommen. Ministerpräsident unb ßanbwirtschaftsminister ist Axel Pehr- s o n - Bramsstorp. Minister bes Aeußeren Prozessor Westman, Verteibigungsminister Janne Nissan.
„Stockholms Tibingen" erklärt bie neue Regierung als einen persönlichen Erfolg bes Staatsministers, zumal es seiner vorsichtigen unb energi» fdjen Politik in ber letzten Zeit gelungen sei, seinen Vorgänger zu stürzen unb sich selbst in bie Bresche 3u schlagen. Staatsminister Pehrsson, ber im
^en5iaf,r steht, ist Besitzer im süblichen Teil Schwebens. 1924 würbe er zum erstenmal von ben Agrariern in den Reichstag entsandt. Er hat sich besonders auf bem Gebiete ber Stützungspolitik für Die ßanb wirtschaft hervor- getan. Der neue Außenminister, Professor W e st - man, ist 60 Jahre alt unb ist seit 29 Jahren
Bauem-Kabinetts.
Professor für Rechtsgeschichte in Upsala. 1914 war er kurze Zeit Kultusminister. Aus seiner Feber stammt eines ber besten Geschichtswerke über bie ■8erfa[fung Schwebens. Da er wiederholt fein ßanb im Völkerbund vertreten hat, gilt er auch als be- fonberer Kenner ber Genfer Politik. Er ist seit vielen Jahren Vorsitzenber bes Bauernbundes in ber Ersten Kammer des Reichstages. Als stärkster Mann bes Kabinetts wirb ber 1885 geborene neue ■rt?r57i.Lifter Bischof Anbrae angesehen. Er ist seit 1927 Professor für Religionsgeschichte unö würbe im vergangenen Jahr Bischof von ßin- foping. 1913 hat er in ber schwedischen Akabemie bie Nachfolge von Bischof Soderblom angetreten. Er hat mehrere hervorragenb religionsgeschichtliche Werke geschrieben unb gilt befonbers als Derfech- ter einer Reform bes Unterrichtswesens, namentlich ber höheren Anstalten. Er ist einer Der besten Redner bes ßanbes.
Die Regierung hat in ihrer ersten Sitzung die Reg l e r u n g s e r k l ä r u n g festgelegt. Darin y/ßt n5 $u B^inn, daß bie gespannte p o H* titje Lage, in der sich die ganze Welt wie auch Schweden befinde, eine Beunruhigung füf
Fran' Das Rie Paris, Hirte Fin° fiaanzpE Lobe h°b Jeamien, ‘ fcjioere ß «ch sei das« mU'/L*
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Die Regien «listiger Schm liefet 3* ton Frankren labe nicht bie vlisieren, ab Sanken ui leiten. Auch ' Aelbsatze zteuerre ter Steuerbt Eintreibung itnauslaufen. Nrberte fta; kapital tötei Sie Regierur
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Paris. Bewegung i| »mz weiter ren Proi Streiks Irbeiter be Iizza be| nen im Sti ftn Geschcifi Wen besetz ri(er Wa feute beigele ferkelt' kn. vdM zKrrn noch ianbe getoi Massenversc |eber aner auf eine bt i etzen.
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