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Frankreichs Schuldenlast.
Das Riesenausmatz der Kapitalflucht.
Paris, 19. Juni. (DNB.) In der Kammer erklärte Finanzminister Vincont - Auriol das Fnanzprogramm der voraufgegangenen Legislaturperiode habe den ehemaligen Frontkämpfern, den samten, den Gemeinden und den Rentnern schwere Einschränkungen auferlegt. Dennoch sei das erhoffte Gleichgewicht nichther- g?stellt worden. Der Fehlbetrag könne für 1936 Äif sechs bis sieben Milliarden beziffert werden. He schwebende Schuld sei um 20 Milliarden auf 66 Milliarden gestiegen. Der Betrag, der von den Franzosen seit Januar 1935 nach drm Ausland verbrachten Kapitalien Herbe auf 26 Milliarden geschätzt. Der Betrag der gehorteten Banknoten dürste sich auf 30 Milliarden belaufen. Im ganzen fehlten also der französischen Wirtschaft französische Kapitalien in Höhe von 60 Milliarden Franken.
Die Regierung werde Sparer zur Zeichnung kurz- sristiger Schuldscheine aufrufen. Bis zum Abschluß dieser Zeichnung werde die Regierung bei der Bank von Frankreich ihr Konto überziehen. Die Regierung Hobe nicht die Absicht, die privaten Banken zu nationalisieren, aber sie werde die Kontrolle der Banken und der Aktiengesellschaften in die Wege leiten. Auch denke sie an die Herabsetzung des Eeldsatzes zur Belebung der Wirtschaft. Die Steuerreform werde auf eine Vereinfachung btr Steuerbestimmungen und aus eine Strenge Eintreibung der übersichtlich geordneten Steuern hinauslaufen. Die von kommunistischer Seite geforderte Kapitalabgabe würde das blutarme Kapital töten. Das Land müsse sich selbst retten. 2ie Regierung könne nur den Weg angeben.
Der Streik flaut weiter ab.
Paris. 20. Juni. (DRB. Funkspr.) Die Streikbewegung ist sowohl in Paris als auch in der Provinz weiter im Abflauen begriffen. Rur in eini- aen Provinz st ädten sind am Freitag neue Streiks ausgebrochen. So haben in B r e st die Arbeiter der Stadt die Arbeit niedergelegt; in Nizza befinden sich sämtliche Derkehrsunterneh- Jen im Streit. In Straßburg haben die gro- rn Geschäfte geschlossen und sind von den Ange- ?Ilten besetzt worden. Der Aufstand in den P a - ckser Warenhäusern soll angeblich noch beute beigelegt werden. Die Streikgefahr im Pariser Elektrizitätswerk konnte behoben werden. Obgleich zwischen Arbeitnehmern und Arbeit- aebern noch keine endgültige Uebereinstimmung zustande gekommen ist, haben die Arbeiter in einer Massenversammlung den guten Willen der Arbeitgeber anerkannt und beschlossen, in der Hoffnung auf eine baldige Einsicht die Arbeit fortzusetzen.
Kleine politische Rachrichten.
Der Führer und Reichskanzler hat an Geheimrat Dr. Hugenberg folgendes Glück- llunfchtelegramm gesandt: „Zu Ihrem heutigen 71. Geburtstage sende ich Ihnen in Erinnerung an gemeinsame Arbeit im Dienste der Wieder- erneuerung des deutschen Volkes herzlichste Glückwünsche. Adolf Hitler."
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Gauleiter Erich Koch, der Oberpräsident der Provinz Ostpreußen, beging am Freitag seinen 40 Geburtstag. Der Führer und Reichskanzler sandte dem Gauleiter aus diesem Anlaß folgendes Glückwunschtelegramm: „Zu Ihrem 4". Geburtstage sende Ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche. Ich hoffe, daß Ihre bewährte Arbeitskraft noch lange Jahre der Partei und dem Paterland zur Verfügung steht. In alter Kampf- o-rbundenheit Ihr Adolf Hitler."
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Am Freitagvormittag traf das Panzerschiff „Deutschland" mit dem Chef der Linienschiffe Admiral Carls an Bord zu einem sechstägigen Besuch in der dänischen Haupt st adt ein. das Schiff machte an der Langelinie-Mole in unmittelbarer Nähe des englischen Kreuzers „F r o - bisher" fest, der bis Sonntag in Kopenhagen bleibt.
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In Berlin wurde von dem französischen Botschafter Francois Poncet und dem Ministerialrat im Reichsfinanzministerium Vogels ein Abkommen über die Versorgungsbezüge der ehemaligen Beamten der Regierungskommission des S a a r g e b i e t s mit französischer Staatsangehörigkeit unterzeichnet.
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Im Zuge der vorgesehenen periodischen deutsch- polnischen Pressebesprechungen hatte die polnische Regierung den Abteilungsleiter im panischen Außenmini terium, S k i w s k i, sowie den Ministerialrat Zale ki nach Berlin entsandt, um d e sich aus den deut ch-polnischen Presseabkommen gebenden laufenden Fragen zu besprechen. Beider- ffits wurde mit Befriedigung festgestellt, daß der e ngescklagene Weg zu g u t e n E r g e b n i s s e n ge- fl hrt habe und beide Teile es weiterhin als ihre Aufgabe betrachten werden, ihren Einfluß im Sinne dlr Fortentwicklung des gegenseitigen Verständnisses arch fernerhin nachdrücklich geltend zu machen.
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Die Internationale A r b e i t s k o n f e- rsnz in Genf hat den Abkommensentwurf über die Einführung der40-Stunden-Woche i n der Textilindustrie gegen die Stimmen der Arbeitgeber und einiger Regierungsoertreter darunter Englands und der Schweiz, angenommen.
erhalten und zu entwickeln und die nationale !lbständigkeit zu schützen. Infolgedessen sei die entrn Negierung entschlossen, den kürzlich vorn Reichstag lern.; angenommenen Beschluß über die Verstärkung ' der Landesverteidigung, den die Regierung als Ausdruck des bestimmten Willens des schwedischen Volkes zur Verteidigung seiner Unabhängigkeit ansehe, durchzuführen. Die Erklärung betonte ferner, daß die Regierung eine ihrer ersten Aufgaben darin sehe, alle Bemühungen zu fördern, die die nationale Wirtschaft stärken und entwickeln und den Warenaustausch mit den anderen Ländern erleichtern könnten. Die Regierung sehe fernerhin in der Hebung der Landwirtschaft den Hauptbestandteil ihrer wirtschaftlichen und sozialen Politik unö alle zu diesem Zweck getroffenen Maßnahmen |eien das einzige Mittel, der Entvölkerung d s Landes Einhalt zu gebieten.
Aus aller Well.
Lin neuer Stern
auch auf dem Königstuhl festgestellt.
Zu der aus Potsdam gemeldeten Entdeckung eines neuen Sterns wird von der Sternwarte auf dem Königstuhl bei Heidelberg mitge- teilt: Am Donnerstag, um 22.10 Uhr Weltzeit — 23.10 Uhr MEZ. — wurde auf der Königstuhlsternwarte bei Heidelberg durch den Astronomen Kurt H i m p e l ein heller neuer Stern im Stern- bild L a c e r t a entdeckt. Der Stern befand sich ungefähr drei Grad südöstlich des Sterns Delta im Sternbild Cepheus. Er war zur Zeit der Entdeckung zwischen dritter und vierter Größe. Die Meldung wurde von der Sternwarte Körfigstuhl sofort telegraphisch an die astronomische Zentrale in Kiel weitergegeben.
Dritter Deutscher Apothekertag in Stuttgart.
Die deutsche A p o t h e k e r s ch a f t veranstaltet in diesen Tagen in Stuttgart ihren 3. Kongreß seit der Machtübernahme. Die Reihe der Veranstaltungen und Fachtagungen wurde mit einer Feier auf dem Hohen Staufen eröffnet. Der württembergische Innen- und Wirtschaftsminister Dr. Schmid eröffnete die Apothekermesse. Reichsapothekerführer Schmierer-Berlin begrüßte die Teilnehmer und gab einen Ueberblick über die Entwicklung des deutschen Apothekerstandes und insbesondere über dessen Vereinheitlichung nach der Machtübernahme. Anschließend wurde die Ausstellung „Aus deutschen Apotheken" eröffnet, die einen vielfältigen Ueberblick über Wesen und Entwicklung der deutschen Apotheke in den letzten 700 Jahren gibt. Unter den Ausstellungsgegenständen befindet sich auch ein schwerer eiserner Mörser aus der Feldapotheke Friedrichs des Großen, den die deutsche Apothekerschaft dem Führer geschenkt hat. Die deutsche Apothekerschaft hat die Absicht, in Zusammenarbeit mit Universitäsprofessor Dr. H ä f l i g e r - Basel, dem Begründer der pharmazeutischen Museumskunde, ein deutsches Apotheken-Museum zu gründen, um damit die Erhaltung wertvoller Gegenstände zu sichern.
Eine Frau durchschwimmt den Großen Belt.
Der früheren dänischen Meisterschwimmerin, der jetzigen Schwimmlehrerin Lilly Andersen, gelang es, den Großen Belt zu durchschwimmen. Um 4.30 Uhr ging sie am Freitag bei Korsoer ins Wasser und stieg um 12.45 Uhr bei Knudshoved an Land. Sie hat die etwa 18 Kilometer lange Strecke zwischen den Inseln Seeland und Fünen in etwa 7 Stunden 45 Minuten durchschwommen.
LZ „Hindenburg" nach Nordamerika gestartet.
Das Luftschiff „Hindenburg" ist am Freitag um 21.50 Uhr in Frankfurt mit vollbesetzten Kabinen zu seiner dritten Nordamerikafahrt gestartet.
Die Adolf-Baude völlig vernichtet.
Am Freitagvormittag war der bereits gemeldete Brand der Adolf-Baude im Riesengebirge infolge des Wassermangels noch immer nicht gelöscht. Die Baude selbst ist nicht zu retten. Nur der neue Anbau konnte vor großem Schaden bewahrt werden. Unfälle ereigneten sich nicht. Der Schaden wird auf etwa 1,5 Millionen Kronen geschätzt.
»Herzogin Cecttie" wieder flott.
Das berühmte Segelschiff „Herzogin Ceci l i e", das ursprünglich unter deutscher Flagge fuhr und vor einigen Jahren nach Finnland verkauft wurde, wurde am Freitag, nachdem es zwei Monate lang auf einem Felsen in der Nähe von Salcomba an der Südküste von Deoonshire (Südengland) festgesessen hatte, wieder flottgemacht und in den Hafen von Salcomba geschleppt.
Dreizehn amerikanische Schulkinder
bei einem Ausflug ums Leben gekommen.
Eine Schulklasse der Städtischen Schule von Ma- chiag im Maine-Staat (USA.) hatte eine Motorbootfahrt auf dem Gardener-See unternommen. Aus noch nicht geklärten Gründen kenterte plötzlich das Boot, so daß 15 Schulkinder in das Wasser stürzten. Ein großer Teil der Kinder konnte nicht schwimmen. Viele versuchten, sich an dem gekenterten Boot über Wasser zu halten. Ehe Hilfe zur Stelle war, waren jedoch 13 der jungen Menschen in den Fluten untergegangen. Den vereinten Bemühungen sofort alarmierter Rettungsmannschaften gelang es in kurzer Zeit, sämtliche Kinder an Land zu schaffen. Wiederbelebungsversuche hatten jedoch nur bei zweien Erfolg. 13 Kinder waren bereits t o t.
Lin Sind am Eisenzaun aufgespießl.
In Idar Oberstein fiel ein zehnjäbriger Junge beim Spiel in einen eisernen Staketenzaun, der auf einem tieserliegenden Grundstück an der Straße entlangläuft. Dem Jungen drang eine Eisenspitze in die Bauchhöhle und verletzte ihn schwer.
Wetterbericht
des Belchswetterdiensles. Ausgabeort Frankfurt.
Die starke Erwärmung des europäischen Fest- landes, die sich in größere Höhen herauf bemerkbar macht, hat jetzt den Abbau des hohen Luftdrucks eingeleitet. Durch die entstandene schwache und gleichförmige Luftdruckverteilung wird bei Fortdauer der 'heißen Witterung die Ausbildung von Wärmetiefs und damit das Auftreten gewittriger (Störungen mehr als bisher begünstigt. Letzteres wird aber vorerst den Schonwettercharakter noch keinen nachhaltigen Abbruch tun. .
Aussichten für Sonntag: Noch vielfach heiter, dann zunächst Auftreten gewittriger (Störungen, sehr warm und schwül, noch vorwiegend östliche Winde. „ .
Aussichten für Montag: Warmes und schwüles Wetter mit gewittrigen Storungen
Lufttemperaturen am 19. Ium: mittags 30,4 Grad Celsius, abends ".3,6 Grad; am 20. Juni: morgens 17,1 Grad. Maximum 31 Grad, Minimum heute nacht 13,1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. Juni: abends 23,4 Grad; am 20. Juni: morgens 19,8 Grad. — Sonnenscheindauer 14,4 Stunden.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil i. 93.: f). Q. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 36: 9760. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange,K.-G., sämtlich in Gießen.
Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.


