Ausgabe 
20.1.1936
 
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eine große Chance, als Erben vier Meter vorm Tor freistehend, den Ball erhielt. Aber, anstatt zu schießen, gab er zu Schorge, desfen Schuß von einem Verteidiger abgefangen wurde. Weiter wogte der Kampf auf und ab. Beide Mannschaften er­zwangen Ecken, die aber zu keinen Erfolgen führ­ten. In der Mitte der ersten Halbzeit machte ein Verteidiger des Gastgebers Hand im Strafraum. Den fälligen Elfmeter verwandelte Szponick unhalt­bar. Jetzt stürmten die Gastgeber unter Einsatz aller Kräfte gegen das Gießener Tor und kurz vor Halbzeit gelang, durch den einzigen Fehler von Helcher, der Ausgleich. Dieser hatte einen Fern­schuß abgefangen und als er beim Abschlag den Ball zu Boden warf, blieb dieser im Schlamm stecken. Ein ©inner Stürmer erfaßte die Situation und schoß zum Ausgleich ein. Kurz darauf war Halbzeit.

Nach Wiederbeginn waren die Gastgeber den Gießenern überlegen. Die Gäste mußten sich auf ein­zelne Durchbrüche beschränken, die öfter gefährlich waren, aber zu keinen Toren führten. Auf der Gegenseite waren die ©inner glücklicher. Bei einer Flanke sprang der Ball Lehrmund an die Hand, den gegebenen Elfmeter schossen die Platzbesitzer zur F'.hrung ein. Es war klar, daß die Gießener Hin­termannschaft dem Druck des Gastgebers auf die Dauer nicht standhalten könnt, und so kam, was kommen mußte. Der Halblinke der ©inner erhöhte auf 3:1, und der Linksaußen stellte durch ein viertes Tor das Endergebnis her.

Zur Mannschaftskritik fei nur gesagt, daß Knauß, von dem man es am allerwenigsten erwartet hatte, und Erben glatte Versager waren.

Die 2. Mannschaft verlor in Rodheim mit 4:2 Toren. Die Gießener Spieler konnten sich infolge ihrer körperlichen Schwere auf dem glatten Boden nicht durchsetzen und mußten den eifrigen Gast­gebern den Sieg überlassen. Die 3. Mannschaft wartete vergeblich auf die Gäste aus Grüningen. Das Spiel der 1. Jugend wurde in letzter Stunde abgesetzt.

Fußbal'-Ei-aebniffe Der Dezirksklasse.

Frohnhausen 1900 Gießen 4:3.

Sinn VfB-Reichsbahn Gießen 4:1. W.-Steinberg Bissenberg 1:3.

Niedergirmes SB. 05 Wehlar 0:1.

Dem Spielverlauf nach hätten die 1900er in Frohnhausen ein Unentschieden verdient. Die VfBer verloren höher, als erwartet. Durch ihre Niederlage fielen sie auf den 6. Tabellenplatz zurück. Watzen­born-Steinberg und Niedergirmes sind durch den Verlust ihrer Spiele vor dem Abstieg nicht mehr zu retten.

Borussia Fulda Tabellenführer in Jlorbfyefkn. Meisterschaftsspiele im Gau Nordhessen.

Der wichtigste Kampf der Meisterschaftsspiele der Gauliga Nordhessen am Sonntag war die Begeg­nung in Fulda zwischen den beiden ersten Gau­meistern, Borussia Fulda und Hanau 93, die als Vorentscheidung der Meisterschaft in Nordhessen" galt. Der Altmeister Borussia Fulda, auf eigenem Platz äußerst gefährlich und nur schwer zu schlagen, befand sich in ausgezeichneter Form und behielt diesmal knapp mit 1:0 (1:0) das bessere Ende für sich. Mit 21:7 Punkten stehen die Fuldaer nun­mehr auch an der Tabellenspitze vor Hanau 93 mit 19:7. Hessen Bad Hersfeld ist nun anscheinend ganz aus dem Meisterschaftsendkampf ausgeschaltet, denn dieHessen" verloren beim VW. Friedberg mit nicht weniger als 5:0 (3:0) Toren. Etwas über­raschend kam auch der Neuling VfB.-Kurhessen

Marburg zu Hause über Kassel 03 zu einem 3:2- (2:1)-Sieg. Der SV. Bad Nauheim dürste nun end­gültig dem Abstieg verfallen sein, da er in Kassel gegen Kurhessen 2:1 (2:0) unterlag. Kurhessen Kas­sel ist durch diesen doppelten Punktgewinn der Ge­fahrenzone etwas entrückt, aber vor dem Abstieg noch keineswegs gerettet. *

Gau Südwest: FSV. Frankfurt Wor- matia Worms 2:3 (2:2); Union Niederrad Ein­

tracht Frankfurt 0:0; FV. Saarbrücken Borussia Neunkirchen 2:0 (0:0); FK. Pirmasens Phönix Ludwigshafen 2:1 (0:1); Opel RüsselsheimKickers Offenbach 2:3 (2:2).

Gau Bayern: 1. FC. Nürnberg Wacker München 2:0 (0:0); 1860 München BC. Augs­burg 2:1 (1:0); FC. München Bayern München 0:5 (0:3); 1. FC. 05 Schweinfurth 1. FC. Bay­reuth 2:1 (2:0).

Deutsche Skilneisierschasten in Oberstdorf.

Willi Doaner Kombinationssieger im Lang- und Sprunglauf.

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Die Sieger von Oberstdorf. Jrn Bilde links: Christel Cranz, die Siegerin im Abfahrtslauf der Frauen, und Hans Pfnür, der den Abfahrts- und Torlauf gewann. Bild rechts: Toni Zeller (mit der Startnummer), der Ueberrafchungsfieger im 18-Kilorneter-Langlauf, neben feinem großen Gegner Willy Bogner (im Bilde rechts), der sich den Titel des Deutschen Meister 1936 holte.

Daß das Meisterschaftsspringen auf der Schrat- tenberg-Schanze bei Oberstdorf am Sonntag glatt und ohne Zwischenfall vor sich gehen konnte, war dem Arbeitsdienst Sonthofen zu danken, der in rund 3000 Arbeitsstunden innerhalb zweier Tage 1200 Kubikmeter Schnee aus dem Oy-Tal heranholte und die Meisterschafts-Schanze bis auf die Minute fix und fertig in Schuß hatte. So kamen 6000 Zu­schauer zu dem Erlebnis schöner Titelsprünge, bei denen sich Willi Bogner durch einen fünften Platz den ®efamtfieg in der Kombination Lang- und Sprunglauf und damit den vielbegehrten Titel eines Deutschen Meisters 1 9 3 6 holte Bei dem Spezial springen war Franz Haselberger (Traunstein) überlegen, doch blieb ihm der Jungmanne Paul Krauß (Jo- hann-Georgenstadt) dicht auf

Nach einem Eröffnungssprung von Randmond Sörensen (Norwegen) gingen zunächst die 5 5 Kombinations-Springer mit verkürztem Anlauf über die Schanze. Max Fischer (Wangen),

Deutscher Meister 1933, sprang in schöner Haltung 52 Meter, Gumpold 50 Meter und Franz Reiser saubere 56 Meter Toni Eisgruber kam bei 50 Me­ter auf. A. Hechenberger bei 45 Meter und Willi Bogner sehr sicher bei 51 Meter.

3m zweiten Gang wartete eigentlich alles nur auf Bogner, der in schönem Stil 53 Meter be­wältigte und damit den Sieg in der Tasche hatte.

Die Spezialspringer nahmen dann den vollen Anlauf. Sörensen begann hier mit einem 64er außer Wettbewerb, gefolgt von Haselberger, der glatt auf 63 Meter kam. Max Meine! über­sprang mit 65 Meter den kritischen Punkt, Kratzer schaffte im Knick-Stil 58 Meter. Hans Marr er­reichte mit 66 Meter die bis dahin größte Weite, A Stoll stand sicher 65 Meter, während der Jung­manne Paul Krauß in vorbildlichem Stil bei 63 Me­ter aufsetzte. Toni Bader stürzte im ersten Durch­gang, Günther Adolf landete bei 63 Meter.

Im zweiten Gang fiel bann die Entscheidung schon im ersten Sprung.

Der Gast Sörensen hatte zunächst 66 Meter nicht stehen können, Franz Haselberger aber kam in kühnem Flug auf 67 Meter. Das war die größte Weite des Tages und gleich- zeitig der Sieg für den Traunsteiner.

Meine! flog in guter Haltung auf 64 Meter, ebenso Loisl Kratzer. Kirnpfbeck schaffte im zweiten Durch, gang 65 Meter, die gleiche Weite holte unter ftür« Wischern Jubel der Jungmanne Paul Krauß, der damit überlegener Sieger seiner Klasse und in der Gesamtwertung der Note nach Zweiter wurde.

Der Gesamteindruck des Springens war der denk» bar beste. Man darf auch für die Olympischen Spiele zu unseren Vertretern im Springen volles Vei> trauen haben.

Das Frankfurter Reitturnier.

Das dritte Frankfurter Festhallen-Reitturnier am Samstag und Sonntag war wieder ein großer Erfolg. An beiden Tagen war der Besuch außer­ordentlich stark und die einzelnen Konkurrenzen, besonders aber auch die Schaunummern, sanden reichen Beifall. Das bedeutendste Ereignis des ersten Abends war das Jagdspringen der Klasse M um denPreis des Oberprasidenten", den sich der Altmeister der deutschen Springreiter, W. S p i 1 l n e r (Berlin), auf Konsul Seests (Mannheim) Hannoveraner FuchsFlinker" holte, ? nachdem vorher schon Frau von Opel auf Ahoy", G. Lange (München) aufTorpille" und SA.-Sturmführer Wangmann (Saar- brücken) aufRichthofen" ohne Fehler über die 16 schwierigen Sprünge gekommen waren. Die Wiesbadener HI. hatte durch Reiter wie E h r ck e und Kron schöne Erfolge. Ehrcke hatte zuvor das Springen der Klasse L um denPreis des Gau- leiters Sprenger" gewonnen. Der Fahrwettbewerb der Einspänner ließ bei den schweren Pferden nie einen Zweifel am Sieg des überragendenZaube- rer", den Landesstallmeister Dr. D e n ck e r vor­führte.

Am Sonntag kamen zunächst die SA.-, SS.- und HJ.-Reiter in einem Patrouillen-Springen zur Geltung, wobei die Wiesbadener Jungens wieder­um den Sieg davonttugen. Die Eignungsprüfung für Gespanne gewann in der ersten Abteilung der Pfungstädter Fahrsport-Pionier Nungesser mit den wundervollen FüchsenAlice" undFriedel". Den andern Wettbewerb beendete H. Weber jr. mitWeser" undServus" siegreich vor den mäch­tigen schwarzbraunen HengstenSoeben" und Zauberer", die Landesstallmeister Dr. 2) e n cf er prächtig zur Geltung brachte. Die Eignungsprüfung für Reitpferde fand bei den Zuschauern großen Anklang durch die Temperamentsprobe, die mit einem ständig hupenden Auto und mit einem Musikzug vorgenommen wurde. Einzelne Pferde erwiesen sich dabei sehr unruhig, die meisten blieben aber lammfromm stehen. Sieger bei den leichten Pferden wurde Sattelmeister Eckhardt mit Cortez", bei den schweren Pferden bekam die Goldene Schleife Polizeihauptmann a. D. Rettig auf Dr. August WienandsFahnentreue". In der Jagdpferde - Eignungsprüfung sah man mehrere schneidige Jagd-Galopps. Sieger blieb hier Gustav Lange (München) mitColumbus".

Große Begeisterung lösten an beiden Tagen die Schaunummern aus. Die SA. zeigte einen schwung­vollen Einsatz aus der Kampfzeit, die SS. eine fein ausgerichtete Quadrille mit Lanzen und die HI., Reiterbuben aus Frankfurt und Wiesbaden, führte eine Voltigier-Gruppe und eine Reit- und Fahrquadrille vor.

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