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Schlummernde Kräfte der Heimatscholle
Aus derTätigleit derOeutschenRentenbank-Kreditanstaltin derArbeitsbeschaffung
Zahlreich und vielseitig sind die Aufgaben, die in der Arbeitsschlacht zu lösen sind. Der nationalsozialistische Charakter dieser Maßnahmen tritt besonders bei der Arbeitsbeschaffung im engeren Sinne und hier wieder beiden Arbeiten zur Bodenverbesserung zutage. Im Bereich der deutschen Landwirtschaft boten sich erhebliche Möglichkeiten, eine im Verhältnis zu den aufgewendeten Mitteln besonders große Entlastung des Arbeitsmarktes zu erreichen, gleichzeitig aber im Sinne der dringend notwendigen Erzeugungssteigerung beträchtliche wirtschaftliche Werte zu schaffen.
Der Deutschen Rentenbank-Kredttanstalt als landwirtschaftlicher Zentralbank und als größtem landwirtschaftlichem Meliorationskreditinstitut fiel die Aufgabe zu, die für diese Zwecke bereitgestellten öffentlichen Mittel aus dem Papen-Programm, dem Sofort-Programm und dem Reinhardt-Programm in Höhe von rund 350 Millionen Mark zu verteilen.
Ausschlaggebend für die Bewilligung oder Ablehnung der Anträge war die Entscheidung eines gemischten Kreditausschusses. Dieser hatte sich an die Richtlinien zu halten, nach denen die durch die Kredite der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt zu fördernden Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen volkswirtschaftlich wertvoll, arbeitsmarktpolitisch zusätzlich sowie landwirtschaftlich zweckmäßig sein mußten. Dabei wurden erfaßt landwirtschaftliche Meliorationen, Folgeeinrichtungen, Bach- und Flußregulierungen, Ent- und Bewässerungen, Eindeichungen, der Ausbau ländlicher Wege und Straßen bis zur Grenze der Kreischaussee, Zusammenlegungen (Feldbereinigungen), der Ausbau von ländlichen Siedlungswegen sowie schließlich Aufforstungen. Die Bearbeitung der Kreditanträge war deshalb besonders schwierig, weil die gründliche Prüfung sowie die Anpassung an die gültigen Vorschriften nicht zu Verzögerungen führen durfte. Gerade bei diesen Arbeiten hat sich die Deutsche Rentenbank-Kreditanstalt wieder als die gegebene Stelle für die Durchführung derart wichtiger und umfangreicher Aufgaben erwiesen. Man wird dies daran erkennen, daß in der kurzen Zeit bis Anfang April 1934 über nahezu 10 500 Anträge Beschluß gefaßt worden ist. Die bei der Bearbeitung der Kreditanträge anfallenden Unterlagen sind dann von der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt nahestehenden Landwirtschaftlichen Betriebsprüfungsstelle statistisch bearbeitet worden. Die dabei gewonnenen Ergebnisse werden jetzt in einer aufschlußreichen Schrift „Die Deutscke Rentenbank- Kreditanstalt im Dienste der Arbeitsbeschaffung" veröffentlicht.
Daraus geht hervor, daß als Träger der Arbeit bzw. als Kreditnehmer 6 Gruppen zu unterscheiden sind, nämlich Reich, Länder, Provinzen, Kreise, Gemeinden sowie Meliorationsgenossenschaften und Verbände. Hierbei stehen die Gemeinden mit 58,8 v. H. aller Anträge und die Genossenschaften mit 20,7 v. H. weit über der Beteiligung der übrigen Gruppen. Die Unterlagen sind f'rner gegliedert nach Wirtschaftsgebieten (Ostdeutschland, Westdeutschland, Süddeutschland) und nach der Höhe der auf die einzelnen Vorhaben entfallenden Kreditbeträge. Der bäuerliche Charakter der gesamten Maßnahmen kommt darin zum Ausdruck, daß mehr als zwei Drittel aller Vorhaben auf Kredite unter 25 000 Mark entfallen, während bei Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen anderer Stellen teilweise überhaupt nur Kreditobjekte von mehr als 20 000 Mark in Frage kamen. Bei den kleinen und mittleren Vorhaben, also bis zu einer Höhe von 25- bis 50 000 Mark sind vorwiegend bäuerliche Gemeinden und bäuerliche Genossenschaften oftmals mit einer großen Anzahl von Mitgliedern beteiligt gewesen. Infolgedessen sind die über die Deutsche Rentenbank Kreditanstalt geleiteten Ar
beitsbeschaffungskredite einer verhältnismäßig großen Zahl bäuerlicher Betriebe zugute gekommen. Richt selten haben durch eine einzige Maßnahme z. B. eine von einer Gemeinde durchgeführte Bachre- aulierung, die vielleicht einen Kredit von 20 000 Mark erforderte, eine große Anzahl Bauern gute Wiesen erhalten. Die großen Maßnahmen umfaßten zumeist die Landgewinnungsarbeiten an der schleswig-holsteinischen Westküste und die großen Oedlandkultioierungen, bei denen landwirtschaftlich wertvolles Neuland für die Neubildung deutschen Bauerntums gewonnen und durch die Neusiedlung eine Befruchtung des Wirtschafts- und Arbeitsmarktes auf lange Sicht erzielt wird.
Der Umfang der Kredite war in den drei Wirtschaftsgebieten verschieden. Das gleiche gilt von den einzelnen Verwendungszwecken. Die für Boden- verbesserungen im engeren Sinne gewährten Arbeitsbeschaffungskredite kamen einer Fläche von insgesamt rund 360 000 Hektar zugute. Dies entspricht nahezu der Gesamtfläche des Landes Braunschweig. Dabei entfallen 32 v. H. der vorteilhabenden Fläche auf den Osten, 57 v. H. auf den Westen und 11 v. H. auf den Süden. Das Tempo der im nationalsozialistischen Deutschland durchgeführten Bodenverbesserungsarbeiten kann man daran ermessen, daß in ungefähr zwei Jahren rund 8 4 0 0 0 Hektar Moor und Oedland urbar gemacht wurden, während nach zuverlässigen Schätzungen von 1914 bis 1930 nur 290 000 Hektar kultiviert wurden. Die flächenmäßig größten Moor- und Oedlandkultivierungen sind i m Westen von Hannover mit rund 33100 Hektar, im Süden von Hessen mit 113200 Hektar und im Osten von Brandenburg mit 17 400 Hektar ausgeführt, bzw. in Ausführung begriffen.
Von den Ackerdrainage-Arbeiten entfällt der arößte Teil, nämlich 53 v. H., auf den Osten, es folgen der Westen mit 37 v. H. und der Süden mit 10 v. H. Dabei haben im Osten Niederschlesien und Pommern mit zusammen rund 22 600 Hektar bei weitem den größten Anteil. Auch die Regulierung von Wasserläufen und der Wegebau spielen eine wichtige Rolle. Allein die Wegebauten würden eine Strecke von rund 6150 Kilometer ergeben, also so lang sein wie der Seeweg von Hamburg nach Neuyork. Die Kredite für A u f forst u n g e n sind an den Gesamtmitteln gemessen mit nur 3,1 v. H. verhältnismäßig gering. Im Vordergründe stehen hier jene Gebiete, die im letzten Jahrzehnt durch Forl-Eulen und Nonnenfraß besonders gelitten haben: Brandenburg, Mecklenburg, Niederschlesien und Grenzmark. Wasserleitungsbauten wurden in erster Linie in Hannover mit 55 v. H. vorgenommen.
Schließlich sei noch ein Wort über die Grün- landmeliorationen gesagt, denen im Hinblick auf die im Rahmen der Erzeugungsschlacht angestrebte Vermehrung unserer Eiweißfuttergewinnung besondere Bedeutung zukommt. Verbessert wurden hier mehr als 200 000 Hektar, also über 50 v. H. der von den Meliorationen überhaupt erfaßten Fläche. An der Spitze steht dabei das Wirtschaftsgebiet Westdeutschland mit 66 v. H., es folgen Ostdeutschland mit 28 v. H. und Südeutschland mit 6 v. H. Dabei entfallen allein auf Hannover 91700 Hektar, auf Brandenburg 24 900 Hektar, Pommern 19 400 Hektar, die Provinz Sachsen 17 200 Hektar und Schleswig Holstein 10 500 Hektar. Dieser Ueberblick zeigt, in welchem Umfange es möglich gewesen ist, bisher ungenutzte Werte in den Dienst der Aufbauarbeit zu stellen. Die Arbeitsbeschaffungspolitik und die nationalsozialistische Bauernpolitik bieten die Gewähr dafür, daß auf diesem Wege fortgefahren wird. Dr. K. H.
Austausch Gegen diese ungarischen Erzeugnisse eine verstärkte Einfuhr deutscher Fertig - iabrikate. Der ungarische Handelsminister ist in Berlin als Vertreter einer befreundeten Nation auf jenes Entgegenkommen gestoßen, das auch materiell auf die günstige Gestaltung der deutschungarischen Handelsverflechtung gegründet ist.
MeGaiischuleHeffen-Mffau.
Von Willi JRuher, Gamchulungsleiter.
NSG. Kaum ein anderes Gebiet kann die Auswirkung nationalsozialistischer Führung so deutlich dokumentieren als das Rhein-Main-Gebiet. Mit feinen 3 Millionen ist es im deutschen Gesamt- raum ein besonders wichtiges Kraftfeld — durchzogen von zwei großen Kraftlinien, dem Rhein und Main —, das durch hochentwickelte Industrien und ein gesundes Bauerntum, durch eine fleißige und fähige Bevölkerung ein Beispiel deutscher Arbeit und deutscher Leistung ist. Auch hier lagen, dank Ser Parteienherrschaft des Weimarer Staates, seiner Ziellosigkeit und Schwäche, jahrelang die Kräfte brach, Arbeitslosenheere und tote Fabrikhallen, entmutigte und Willensschwäche Menschen ohne jede gemeinsame Aufgabe und Bindung, führerlose Massen ohne Einsatz, das sind die Tatsachen, die uns aus jener Zeit nur allzu bekannt geworden sind.
Bis dann der Nationalsozialismus das Volk von einet Letargie befreite, die es zum Untergang führen mußte. Männer kämpften auch in diesem Gebiet den Kampf Adolf Hitlers, rissen den Glauben an die eigne Kraft wieder hoch, zerstörten den unseligen Bruderkrieg und schufen eine große Front der schaffenden Deutschen, steckten die kalten Oefen wieder an und trieben mit ihrer Feuerkraft die tausend Räder unserer Wirtschaft. So kam das Leben, die Arbeit, die Kraft und Lebensfreude wieder zu dem Volke. Waren es neue Gesetze, neue Wirtschaftsprogramme, günstige Verhältnisse, die nun auf einmal, wie im ganzen Vaterland, so auch in unserem Gau das entmutigte Volk zu neuem Schaffen führten? Nein, Männer waren es, Führer aus der Bewegung Adolf Hitlers! Alles, was nun geschaffen wurde, war von ihrem Geist getragen, ihre Persönlichkeit band die sonst widerstrebenden Kräfte an eine große Aufgabe, ihr Vorbild führte die Massen immer wieder zum Einsatz an die Front der Arbeit und des Aufbaues. Immer sind es Männer gewesen, die Geschichte machten, und auch in unseren Tagen ist von Männern der nationalsozialistischen Bewegung ein Werk geschaffen, das einmal als das große deutsche Wunder in die Geschichte unseres Volkes eingehen wird.
Wenn vom Aufbau im Rhein-Main-Gebiet gesprochen wird, muß auch eine Einrichtung Erwähnung finden, die der Gauleiter geschaffen hat, mit der Aufgabe, daß aus ihr das politische Führertum hervorgehe, das allein den nationalsozialistischen Aufbau garantieren kann. Im ersten Jahre nationalsozialistischer Führung wurde die Gauschule Hessen-Nassau gegründet. Seit dieser Zeit verlassen monatlich 50 Politische Leiter die Lehrgänge dieser Schule, um an der politischen Front ihren Dienst weiter zu tun. Sie sind es, die als verantwortungsbewußte Männer lange Kampfjahre hindurch die Idee Adolf Hitlers gepredigt haben und nun d i e Führung des neuen Deutschland darstellen. Nicht solche, die etwa draußen versagt haben, werden zu den Lehrgängen Unberufen, die Schule ist keine Krückenfabrik für politisch Lahme! Man muß in der Praxis des Lebens schon eine Leistung hinter sich haben, um das Recht zum Besuch der Führerschule zu haben, denn hier sollen Führer ausgebildet werden, für hohe und höchste Führerstellen der Partei und des Staates. Auch das ist für die nationalsozialistische Haltung typisch, daß wir nicht mit einer einmaligen Leistung uns begnügen, sondern das Führertum der nationalsozialistischen Bewegung jederzeit unter Beweis stellen wollen.
Zwei Aufgaben der Führerschulen seien allen voraus gestellt:
1. Die einheitliche Durchdringung der gesamten Führerschaft der Bewegung mit den Postulaten der nationalsozialistischen Weltanschauung, die jede politische, wirtschaftliche, kulturelle oder sonstige Aufgabe einheitlich bestimmen, und
2. die durch das nationalsozialistische Prinzip der Leistung bedingte Auslese zur Führung der Besten und ihre Zusammenfassung in der politischen Führung der Partei.
Dieser zweifachen Aufgabenstellung ist der gesamte Lehr- und Ausbildungsplan der Schule angegliedert. Die Grundlagen nationalsozialistischer Weltanschauung, die Anerkennung von Blut und Boden als Grundlagen unseres völkischen Daseins, das nationalsozialistische Führerprinzip und die G e - folgfchaftstreue, das große Gesetz, unter dem alle stehen: „Gemeinnutz geht vor Eigen- n u tz", der nationalsozialistische Ehrstandpunkt und das Prinzip der Leistungsgemein- schäft, die unbedingte Treue zum Führer, das sind die weltanschaulichen Fundamente, die in den Unterrichtsstunden an erster Stelle behandelt werden und deren Richtigkeit noch besonders durch bie Behandlung der deutschen Geschichte erhärtet wird.
Außer diesen grundlegenden weltanschaulichen Fragen werden die aus ihnen abgeleiteten praktischen politischen Forderungen der einzelnen .Hoheitsgebieten von ihren Trägern im Gau, den Gauamtsleitern, behandelt. Die Richtigkeit einer Idee wird nur dann bewiesen, wenn sie in der Lage ist, die Volksgemeinschaft und ihre Arbeit tatsächlich zu Gestalten So bleibt das in der Schule gelehrte nicht trockenes Wissen, sondern erfährt durch die aus der Schule hervorgehenden politischen Leiter in den Gemeinschaften des Volkes, die sie führen und betreuen, eine lebendige Verkörperung. Daß während der vierwöchigen Kurse das Gesetz der nationalsozialistischen Kameradschaft über allen steht, daß die Lehrgänge selbst das Bild einer wirklichen Volksgemeinschaft bilden, (der Bauer, der Arbeiter, der Landrat und der Angestellte, der Betriebsführer und das Gefolgschaftsmitglied, der Handwerker und der Akademiker finden sich selbstverständlich als nationalsozialistische Kampfgenossen zusammen), das ist im nationalsozialistischen Staat eine Selbstverständlichkeit und bedarf hier keiner näheren Ausführungen mehr.
Die von uns geforderte systematische Führerauslese wird besonders dadurch unterstrichen, daß dem Besuch der Gauschule, die Teilnahme an einem Lehrgang d e r Kreisschule als erste Stufe der Führerschulung vorausgeht, daß weiterhin demjenigen, dem ein fester Charakter, ausgesprochene Führereigenschaften und durch fleißige Arbeit er> worbene Fähigkeiten eigen sind, nach dem Besuch der Gauschule die weitere Ausbildung auf den
Führerschulen des Reiches ermöglicht wird, so daß er nach dieser Ausbildung höhere Führerstellen ausfüllen kann. Hierdurch sichert sich die Partei bewußt nicht nur eine dauernd gleichmäßig geschulte und zur Leistung angespornte Führerschaft, sondern gleichzeitig einen gesunden Nachwuchs für die Führerschicht aus den jungen Kräften des Volkes.
Es entspricht dem Wesen der nationalsozialistischen Weltanschauung, daß ihre Träger nicht nur geistig geschult sind, sondern auch in ihrem äußeren Auftreten und in ihrer Haltung die Sauberkeit und disziplinierte Starke der Idee als die politischen Soldaten Adolf Hitlers verkörpern. Daher nehmen Leibesübungen und Sport, Ordnungs- und Geländedienst einen weiteren Teil des Lehrplans in Anspruch und sorgen damit für einen gesunden Ausgleich der geistigen und körperlichen Arbeit. So ist die Gauschule Hessen-Nassau nicht nur ein wesentlicher Teil der politischen Arbeit, son- dern auch ein lebendiges Beispiel für den Erfolg einer systematischen Erziehungsarbeit und einer zielbewußten Führung. Aus dieser Schule gehen die Männer als Glaubens- und Jdeenträger der nationalsozialistischen Weltanschauung für den ganzen Gau hervor, zu denen das Volk mit feinen Sorgen und Nöten kommt, um Hilfe zu finden. Ihre Entscheidungen müssen klar aus ihrer nationalsozialistischen Haltung gefällt werden, wenn es fein muß, müssen sie hart und unerbittlich sein können, aber mit einer grenzenlosen Liebe müssen sie dem letzten ihrer Volksgenossen helfen. Diese Männer bestimmen das Gesicht eines Gaues, der vom Gauleiter bis zum letzten Blockleiter der Bewegung nur einen Dienst kennt, den für Volk und Führer. So feien auch an dieser Stelle zum Schluß die Worte angeführt, die der Gauleiter der Schule bei ihrer Eröffnung mit auf den Weg gab und die für alle Zeiten Richtschnur für unsre Arbeit fein sollen: „Wir können heute nichts besseres tun, als die neue Führerschule dem Geist des Nationalsozialismus, dem Geist des Führers zu weihen. In diesem Geist soll hier geschaffen werden."
Aeichsgründungstag
und Tag der nationalen Erhebung an den Hochscku'en
Berlin, 18. Jan. (DNB.) Reichsminister Rust ordnet an: Der 1 8. 3a nuar als Reichsgründungstag und der 30. I a n u ar als Tag der nationalen Erhebung liegen zeitlich so nahe zusammen, daß es unzweckmäßig ist, an jedem der beiden Tage eine besondere akademische Feier abzuhalten. Ich ordne deshalb an, daß künftig beide Feierlichkeiten zusammengelegt werden und am 30. Januar des Jahres stattzufinden haben. Für die Ausgestaltung und Durchsührung dieser akademischen Feier im Sinne der Ausrichtung auf das Dritte Reich ist mir b e-r Rektor (Direktor) persönlich
verantwortlich. Ein starres Festhalten an den altgewohnten Formen dieser Feier ist nicht erforderlich. Von Ansprachen einzelner Studierender ist ab» zusehen. Ein Chargieren vonKorporatio- nen entfällt; dagegen ist das geschlossene Auftreten weltanschaulich ausgerichteter Studentengruppen (z. B. NSDStB., Amtsleiter der DSt., Kameradschaftshausgruppen) sowie das Führen von Fahnen der Bewegung im Rahmen des Einmarsches zu ermöglichen. Der 30. Januar ist dies academicus. Zur gleichen Stunde, in der die akademische Feier statt- findet, dürfen andere parallele Feiern von Teilkörperschaften der Universität (Hochschule) nicht abgehalten werden.
Reichstaaung der Naiurärzie.
Eine Ansprache des Reichsärzteführers.
Berlin, 18. Jan. (DNB.) Auf der 3. Reichstagung der Naturärzte im Landwehrkasino legte der Reichsärzteführer Dr. Wagner seine Stellungnahme zur art- und naturgemäßen Heilkunde dar, zu der er aus innerer Ueberzeugung aus der Erfahrung in feiner Praxis gekommen fei, weil er feftgeftellt habe, daß man mit den allgemeinen schulmedizinischen Methoden nicht immer den erwünschten Erfolg habe. Aber auch im Interesse der Aerzteschaft selbst und des deutschen Volkes müsse sich der Arzt wieder mehr der biologischen Medizin zuwenden. Die viel besprochene Krise in der Medizin werde überwunden, wenn sich die gesamte Aerzteschaft wieder mit den naturgemäßen Behandlungsmethoden bekannt mache, denen das Volk fein Vertrauen zugewendet habe.
Der Reichsärzteführer wies dann auf die bisher zu diesem Zweck getroffenen Maßnahmen, die E r - richtung von Lehrstühlen, Kliniken und Krankenhäusern für naturgemäße Heilkunde und die Durchführung von Lehrkurfen für die Aerzteschaft hin. Es sei für ihn ein Erlebnis gewesen, auf einem solchen Kurs in Dresden festzustellen, daß dieser zu 9 0 v. H. von alten praktischen Aerzten b e - sucht war, die voll des Lobes erklärten, vieles gelernt zu haben, was ihnen bisher unbekannt oder verfälscht baraeboten worden war. Es gehe nicht an, daß die führende Aerzteschaft den Fragen der Naturheilkunde gegenüber abseits stehe und sie verneine. Der Vorwurf gegen die Volksheiloerbände, daß sie von Laien und Heilpraktikanten geführt würden, sei so lange gegenstandslos, wie die Aerzteschaft es ablehne, in sie hineinzugehen. Wüßte die Aerzteschaft um die naturgemäße Heilkunde und verstünde sie, in der Sprache des Volkes zu sprechen, so werde sie in diesen Verbänden mit offenen Armen empfangen.
Im Dritten Reich seien dem Arzt große Aufgaben gestellt. Die Voraussetzung, daß sie die Aerzteschaft erfüllen könne, fei die, daß das Volk wieder Vertrauen zu dem Arzt habe. Mit Nach
druck hob der Reichsarztefübrer hervor, daß er eine einseitige Stellungnahme ablehne. Für ibn komme es darauf an, eine Synthese zwischen der gesamten Medizin und der Naturheilkunde zu finden. Er sei entschlossen, diesen Weg, den er bis! gen habe, allen Widerständen zum ! und entschlossen weiterzugehen.
Amerikas Neutralität.
Von Konteradmiral a. O Gadow
Die amerikanische Regierung hatte bereits am 5. Oktober eine Kundgebung erlassen, die als grundsätzliche Abkehr von ihrer historischen Politik der Vertretung aktiver neutraler Rechte zu bewerten war. Die gegenwärtige Ge- fttzgebung, stark unterstrichen durch die Botschuft Roosevelts vom 3. Januar, setzt diese Richtung fort und zieht den Schlußstrich unter ein wichtiges weltgeschichtliches Kapitel.
Neutralität, wie die Vereinigten Staaten sie feit dem Tode Washingtons aufgefaßt haben, bestand in dem unbehinderten Recht, mit kriegführenden Mächten Handel zu treiben nach Gefallen, mit Ausnahme von Kriegsbann- roare. Dieser Anspruch brachte sie schon während der navoleonischen Kolonialsperre in Konflikt mit England, der zu dem Kriege von 1812 führte, viel Bitterkeit hinterließ und beiläufig die Begründung der amerikanischen Seemacht zur Folge hatte. Im Sezessionskrieg 1861 bis 1865 waren die Nordstaaten keineswegs geneigt, dem neutralen England ähnliche Rechte zugunsten der Südstaaten zuzugestehen, die sie nicht als kriegführende Macht, sondern als einen rebellischen Landesteil anzusehen verlangten. Jedoch fehlte es an militärischer Macht, die eigene Auffassung durchzudrücken, und dasselbe wiederholte sich im Weltkrieg.
Es kann nicht bestritten werden, daß die amerikanische Regierung 1914—1916 einen erbitterten Notenkrieg mit England um ihre neutralen Rechte ebenso führte wie mit Deutschland, obgleich der Historiker weiß, daß diesen Protesten nicht die gleiche Bedeutung innewohnte, wie den an uns gerichteten, und daß der amerikanische Botschafter in London dafür sorgte, ihnen ihre Schärfe zu nehmen. Als Deutschland wegen der einseitigen Bevorzugung der Verbündeten mit Kriegslieferungen Einspruch erhob, wurde ihm von Präsident Wilson erwidert: „Es ist Sache der Kriegführenden, die Zufuhren zu ihrem Gegner zu hindern". Als dies versucht wurde in Gestalt des U-Boot-Krieges, der uns fast allein dazu auf Verfügung stand, erzeugte dies die größte Feindseligkeit mit dem bekannten Endergebnis des Eintritts Amerikas in den Krieg. England gegenüber erhob Amerika Einspruch wegen der gesperrten Seegebiete, wegen des Untersuchungs- Zwanges für alle nach Europa gehenden Ladungen (verbunden mit Geschäftsspionage), wegen Rationierung der Deutschland benachbarten Neutralen, zusammen in über 50 diplomatischen Noten, um dann 1917 den Umschwung zu vollziehen und sich die englische Kriegspraxis voll zu eigen zu machen.
Nach dem Kriege wollte es bann scheinen, als wenn Amerika zur alten „Freiheit der Meere" zurück- strebe. Es war die Rede von einer Neuaufstel» luncj eines See- und Prisenrechtes, aber diese Ansätze versandeten. Die USA. hatten Geschmack gefunden an eigener Seegewalt, die als Gegengewicht gegen die englische Selbstherrlichkeit entstanden war, und sahen Möglichkeiten voraus, wo sie auf ähnliche Seerechtsgrundsätze angewiesen sein könnten, wie England im Weltkriege.
Den Anstoß zur Revision dieses ganzen Systems gab biß Untersuchung ber Senatskommt s s i o n N y e gegen Rustungsschacher, Korruption unb Kriegstreiberei burch Rüstungsfirmen in Derbinbung mit amtlichen Stellen. Im September 1934 beginnens beckte biese sehr rabikale unb erstaunlich antikapitalistische Kommission einen der- artigen Sumpf auf, baß selbst Häuser wie Morgan unb Dupont in Schrecken gerieten. Unglaubliche Dinge zogen vorüber: Rüstungsschieber, bie ohne Kapital in wenigen Monaten Hunderttausende Der- bienten, wie der Mexikaner Miranda, tätige Werbearbeit von Diplomaten, Armee- und Marinestellen für Waffenabsatz privater Firmen, in Spanien, Südamerika, in Polen, in der Türkei. Preisgabe militärischer Geheimnisse für privaten Gewinn und vieles mehr. Der Skandal wurde so groß, auch erhoben auswärtige Regierungen Einspruch, daß das Ministerium um Schonzeit bitten mußte. Heute gehen die Untersuchungen weiter und erfassen das Weltkriegsgeschäft. Was man schon wußte: daß die Kreditgebung Morgans für englisch-französische Kriegsbestellungen die Großfinanz von Wallstreet mit Ruin bedrohte, wenn Amerika dem Krieg fernblieb ober bie Verbünbeten ihn verloren, baß Regierung unb Lanb unter ben Druck bicfer Drohung gesetzt würben, bie ben Ruin ber spekulativen Bankiers mit bem „ber ganzen amerikanischen Wirtschaft" frech gleichsetzte, — bas wirb jetzt aktenmäßig bewiesen. Hoffentlich zur Belehrung berjenigen Historiker, bie immer noch ben Kriegseintritt Amerikas allein auf ben U-Bootskrieg und die „Verletzung neutraler Rechte" zurückführen möchten. Es wirb, wie ber Ausschuß erklärt, gezeigt werben, „baß bie ganze Neutralität Amerikas unter bem Druck ber Bankiers z u - sammengebrochen ist, unb baß bas Volk ahnungslos war". Das babei auf Wilson fallenbe Licht wirb gleichfalls genügen, bas Bild feines „Jbealismus" unb seiner „Sendung" enb- gültig zu vervollstänbigen.
Die künftig geplante Neutralität Amerikas wirb anders aussehen und dem Motto des Senators Nye entsprechen: „Es hat sich gezeigt, daß es ein schlechtes Geschäft fein kann, überall in ber Welt feinen Dollars bewaffnet n a ch z u l a u f e n". Das Kriegsgeschäft mit feinem Nettoverlust von 50 Milliarben Schulden der Verbündeten und bem Zusammenbruch einer Weltwirtschaft soll für Amerika verschwinden. Dieser Teil des Testaments Washingtons: „Dehnt unsere Handelsbeziehungen aus, ohne euch in die Händel der anderen zu mischen" wird neu interpretiert, wahrscheinlich zum ersten Male im Sinne des Urhebers. Ausfuhrverbot für alle Kriegsware, nach Entscheidung des Präsidenten, kein Flaggenschutz für amerikanische Schiffe und Personen im Kriegs- gebiet, keine Kredite ober Schiffe für Kriegführenbe, keine Häfen für ihre Kriegsfchisfe. Das ist bas Programm. Wie sind feine Wirkungen?
Der gegenwärtige Konfliktsfall steht noch nicht im Zeichen ber äußersten Neutralitätsstrenge, bie jenes Programm der Senatskommission vorsieht, jonbern im Zeichen bes amtlichen Gesetzentwurfs. Italien erhält sein Del wie nach Friedensbedarf. Das ist nicht viel, aber etwas, und da Rumänien und Rußland ähnlich verfahren können und eine Menge kleinerer Produzenten in Mexiko, Vene
ter elngefchla-


