als Hetzer und Volksaufwiegler betätigt habe und somit die Befürchtung gerechtfertigt sei, daß er sein Gewerbe zu staatsfeindlichen Zwecken mißbrauchen werde. Die von Walldorf gegen diesen Bescheid erhobene Klage wurde als unbegründet kostenpflichtig abaewiesen. Die Kosten wurden dem Kläger unter Zugrundelegung eines Streitwerts von 500 Mark zur Last gesetzt.
Die Entscheidung auf die Klage des Bezirksfürsorgeoerbandes Stadt Frankfurt a. M. gegen den Bezirksfürsorgeverband Kreis Friedberg auf Erstattung von Krankenhauskosten für Reinhold Voigt aus Groß-Karben wurde zum Zwecke weiterer Beweisaufnahmen ausgesetzt.
Genaue Briefanschriften.
Die Deutsche Reichspost klagt aufs neue, daß ihr immer noch sehr viele Postsendungen mit mangelhafter Anschrift zur Beförderung übergeben und dadurch in der Ueberkunft verzögert werden. Die Anschrift muß deutlich, richtig und vollständig sein, wenn die Sendungen schnell befördert und unverzögert zugestellt werden sollen. Bei Sendungen nach Orten mit mehreren Zustell-Postanstalten, wie Berlin, Hamburg, München, Frankfurt a. M. usw. darf neben der Ortsbezeichnung der Ortsbezirk (NO., Süd usw.), sowie die Nummer der Zustellpostanstalt, bei Vororten die Vorortsbezeichnung nicht fehlen. Bei Landorten soll die Zustell- oder Leitpostanstalt angegeben werden, z. B. Allendorf, Post Katzenelnbogen (Taunus) oder Allendorf über Gießen.
An den Verzögerungen, die durch mangelhafte Anschrift eintreten, tragen vielfach auch die Empfänger die Schuld, weil sie auf ihren abgehenden Sendungen den Ortsbezirk, die Nummer der Zu- stellpostanstalt usw. nicht angeben. Die Briefversender sollten daher streng darauf halten, daß diese wichtigen Angaben nicht vergessen werden und daß auch die Anschrift ihrer abgehenden Briefe immer den eingangs erwähnten Erfordernissen entspricht. Sie ersparen dadurch sich und den Empfängern Verdruß und der Deutschen Reichspost viel Mühe und Arbeit uni) — zum allgemeinen Nutzen — auch Ausgaben.
Anstößiges Benehmen bei einer KdF.- Fahrt als EntlaffungSgrund.
NSG. Ein Landesarbeitsgericht hat kürzlich in einem Urteil ausgesprochen, daß derjenige, der eine „Kraft-durch-Freude"-Fahrt mitmache, sich so zu benehmen habe, wie es einem deutschen Arbeiter zukomme; wer hiergegen verstoße, könne u. U. auch fristlos entlassen werden.
Im vorliegenden Fall hatte sich ein Fahrtteilnehmer' derart benommen, daß er das Ansehen und den Ruf der Gefolgschaft des Betriebes geschädigt hatte; er war deswegen fristlos entlassen worden. Die hiergegen erhobene Klage wurde abgewiesen mit der Begründung, daß dem Betriebsführer nicht zugemutet werden könne, einen Arbeiter zu be- schäfttgen, der sich in seiner Einstellung zum Staat, zum Volk und der Betriebsgemeinschaft als Schädling erweise.
Daraus folgt, daß auch das Verhalten außer Dienst nicht nur einen wichtigen Grund im Sinne des § 626 BGB. bilden, sondern daß es auch die Entlassung rechtfertigen kann, wenn es sich um einen schweren Verstoß handelt. Ein solcher Verstoß liegt hier vor. Die „Kraft-durch-Freude"-Fahrten sind nicht nur Vergnügungsfahrten, sondern einer der Wege zur Verwirklichung der Volksgemeinschaft. Wer eine solche Fahrt mirmacht, muß wissen, daß er sich so zu benehmen hat, wie es einem echten deutschen Arbeiter zukommt, der stolz auf seinen Betrieb und den darin herrschenden Gemeinschaftsgeist ist. Erregt sein Verhalten Anstoß, dann schädigt er den Betrieb und dessen Ansehen erheblich. Das ist für die Entlassung das Entscheidende.
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** Gefechtsschießen im Lumdatal. Die 1. Kompanie des Maschinengewehr-Bataillons 2 hält am 25. August in der Zeit von 6 bis 16 Uhr ein Gefechtsschießen mit dem MG.-Zug bei K esse l b a ch und Geilshausen ab. Feuerstellungen: südlich Kesselbach mit Schußrichtung nach Süden und nordwestlich Geilshausen mit Schußrichtung nach Südwesten. Der gesamte Raum innerhalb der Ortschaften Kesselbach, Londorf, Beuern, Bersrod, Reinhardshain, Geilshausen, Odenhausen, Kesselbach ist gefährdet und wird gesperrt. (Straßen ausschließlich.) Die Straße Beuern—Geilshausen wird überschossen und ist für die Dauer des Schießens gesperrt. Umleitung über Allertshausen—Londorf oder Bersrod—Reinhardshain. Den Weisungen der Absperrposten ist Folge zu leisten. Sie sind zur Festnahme aus Gründen der Sicherheit für das Leben berechtigt, falls ihren Anordnungen zuwidergehandelt wird. Die Beendigung des Schießens wird den Bürgermeistern der oben genannten Gemeinden durch den Sicherheitsoffizier der Truppe angezeigt.
** Landstraßensperre bei Wolfersheim. Wegen Ausführung von Gleisarbeiten wird die Landstraße Wölfersheim—Berstadt am Bahnübergang Kilometer 13,92 der Strecke Friedberg- Hungen von 6 bis 13 Uhr am 20. August für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Beienheim, Reichelsheim, Bingenheim, Echzell.
** Städtische Grummetgras - Versteigerung. Im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes kündigt der Oberbürgermeister eine Grum- metgras-Dersteigerung der Stadt Gießen auf Montag, 24. August, an. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen.
** Freie Lehrer st ekle. Erledigt ist eine weitere Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Steinbach (Kreis Gießen). Mietwohnung ist vorhanden. Bewerber müssen seit mindestens acht Jahren die Prüfung abgelegt und eine Anwärterdienstzeit von mindestens fünf Jahren zurückgelegt haben.
** Zusammen st oß zweier Motorrad- l e r. Am gestrigen Dienstagnachmittag stießen an der Ecke Ludwigstraße-Bismarckstraße zwei Motorradfahrer zusammen. Dabei wurde einer der Fahrer, ein junger Mann aus Gießen, am Bein so erheblich verletzt, daß er von der Sanitätskolonne der Chirurgischen Klinik zugeführt werden mußte.
Rundfunkprogramm.
Mittwoch, 19. August.
12 Uhr: Blasmusik. 13: Bunte Platte. 13.45: Neueste Nachrichten. 14: Allerlei — von zwei bis drei! 15: Jungmädel singen Handwerkerlieder. 15.30: Musikalisch-poetische Weltreise. Eine bunte, geographische Hörfolge rund um den Globus. 16: Musik am Nachmittag. 18: Kammermusik. 19: Es dunkelt schon in der Heide. Musik in der Dämmerstunde. 20: Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes. 20.10: Stunde der jungen Nation. 20.30: Willy Steiner spielt. 20.50: Tänze aus aller Welt. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.15: Deutschlandecho.
Aus Gau-Odemheim—ein guter Wein!
Der deutsche Wein wird Volksgetränk. — Dom 19. bis 27. September der deutschen Traube und des Weines".—Gießen erhält 30000 Liter Patenwein aus Gau-Odernheim.
Ob man von Norden oder Süden, von Westen oder Osten in den rhein-mainischen Paradiesgarten kommt, immer umfaßt der Zauber der Romantik den Wanderer und läßt ihn nicht mehr los. Es ist nun schon so: Hier sind die ruhigen Orte zum Ausruhen. Hier läßt der gar edle Tropfen deutschen Rebenblutes das Herz höher schlagen. An den Mauern, aus den Gärten rankt sich der Wein empor oder sollst am Pfahl in endlos geraden Reihen angebunden, säumt die Hänge und Wege wie ein einziges unübersehbares Heer grüngewirkter Pallisaden im Sonnenglast. „O Herr, laß Herbst werden!" So seufzt man bei diesem Anblick unwillkürlich auf, Herbst für neuen Wein und neue Lieder zum Preise dieses aesegneten und schönen Landes, zum Preise seines fröhlichen, aufgeschlossenen Menschenschlages, mit dem es sich gut Freund sein läßt allzeit und immerdar.
Wer Erholung an Leib und Seele wünscht, der möge auch einmal Haltmachen auf dem Petersberg. Von seinem Gipfel aus genießt er eine selten schöne Aussicht bis hinüber zu den blauen Bergen, dem Hunsrück, der Haardt und der Bergstraße, während anderseits das Silberband des stolzen deutschen Rheinstromes zu ihm hinübergrüßt. Am Südwestfuße des Berges liegt seit ungefähr 1500 Jahren die
einstige Freie Reichsstadt Odernheim, der heutige Marktflecken Gau-Odernheim.
Gau-Odernheim ist Knotenpunkt der Bahnstrecken Mainz—Bodenheim—Alzey und Worms— Osthofen—Gau-Odernheim. Die nächste Schiffahrtsstation ist der 14 Kilometer entfernte Weinort Nierstein.
Die Weinbaufläche beträgt ungefähr 160 Hektar, davon sind 90 v. H. Weißwein. Die bekannteren Lagen für Weißwein sind: Petersberg, Schallenberg, Tiefenthal, Hippel, Fuchsloch; für Rotwein: Tiefen- thal, Göldingen, Oelberg.
Der durchschnittliche Jahresertrag ist 11 000 Hektoliter Weißwein, 3000 Hektoliter Rotwein. An Maische werden zirka 10 v. H. verkauft, die am Platze eingelegt werden. In letzter Zeit werden auch Süßmostanlagen errichtet. Es wird ein angenehmer, kräftiger Quautätswein mit lieblichem Bukett erzielt, der vor den anderen bekannten Rheinweinsorten nicht zurückzustehen braucht. Es ist ein edler Tropfen, der hier schon seit Jahrhunderten wächst.
Möge dieser Sonnenschein aus Gau-Odernheim in der Wein-Patenstadt Gießen ebenso schöne und erinnerungsfrohe Stunden hervorzaubern, wie er es an Ort und Stelle tut.
Das Studium der Lluiversität Gießen.
Oie Mathematik.
Wenn ein Erstsemestriger die Universität bezieht, ist er zunächst oft verwirrt durch die Mannigfaltig- keit der dargebotenen Vorlesungen, Hebungen und Praktika, die er in den Vorlesungsverzeichnissen an- gekündigt findet, und er steht dann ratlos vor den Fragen: Welche Vorlesungen muß ich hören? Was wird von mir verlangt? Wo fange ich an? Schon für die Wahl des Studiums ist es entscheidend, daß der zukünftige Student sich ein einigermaßen klar umrittenes Bild von den Anforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten des Studiums und von der Stätte seiner weiteren Tätigkeit zu machen vermag. Diese Zeilen mögen dazu dienen, dem Leser in kurzen Andeutungen eine Darstellung der mathematischen Arbeit an unserer Universität zu geben.
Es ist unmöglich, mit einem fertigen „Fahrplan" für das Studium der reinen und der angewandten Mathematik aufzuwarten, denn einmal besteht das Studium nicht in dem pflichtmäßigen Anhören einer Reihe von Vorlesungen, zum andern hat jeder Student die Freiheit, sich je nach Neigung und Fertigkeit im Hinblick auf den von ihm erstrebten Beruf fein Studium selbständig zu gestalten. Don den Dozenten und Assistenten wird er immer wieder im Laufe seines Studiums gern beraten werden. Jedoch gibt es einen gewissen Kreis von Einführungsvorlesungen mit zugehörigen Uebungen, deren Besuch für jeden Mathematikstudierenden als erster Schritt unerläßlich ist. Er findet sie an erster Stelle unter den in den Vorlesungsverzeichnissen nach ihrem Schwierigkeitsgrad angeordneten Vorlesungen angeführt unter den Bezeichnungen: Differential- und Integralrechnung, Analytische Geometrie, Algebra, Determinanten, Darstellende Geometrie, und dazu die Anfängerpraktika. Er ist mit der Erarbeitung dieses Rüstzeuges während der ersten Semester vollauf beschäftigt. Gerade auf die tätige Teilnahme an den Anfängerpraktika muß besonderer
Wert gelegt werden. Hier und auch in den Vorlesungen wird er auf die wichtigen Anwendungen seiner Wissenschaft in der Praxis geführt, und er sollte vom Beginn seines Studiums an sein Augenmerk besonders auf diese Anwendungen richten.
Nach der Aneignung dieses elementaren Rüstzeuges verfolgt der Studierende, von feinen Lehrern und älteren Kameraden beraten, je nach Berufsabsicht feine besonderen Neigungen und ist aleichzeitia um einen guten Gesamtüberblick über seine Wissenschaft bemüht. Besondere Vorlesungen und Uebungen über Dersicherunasmathematik, Statik, Festigkeitslehre, Geodäsie, Wayrscheinlichkeits- und Ausgleichungsrechnung, Wehrmathematik, mctthe- matifche Vererbungslehre, die in regelmäßigen Abständen an unserer Landesuniversttät stattfinden, geben ihm immer wieder Gelegenheit, sich nach den verschiedensten Richtungen hin auszubilden, und er hat damit die Möglichkeit, sich aus einer Fülle der heute dem mathematisch Geschulten offenstehenden Berufsmöglichkeiten auf den seinen Fähigkeiten und Wünschen entsprechenden Beruf vorzubereiten.
Don vornherein tritt der junge Student als Glied der mathematischen Fachabteilung der Studentenschaft in den enaen Kreis der Mathematik-Sfuden- ten und findet yier in den Arbeitskreisen und im geselligen Verkehr, auf Lagern und Besichtigungsfahrten Anschluß an gleichsemestrige und ältere Kameraden. Vom dritten Semester an stehen ihm die großen und freundlichen Arbeitsräume des Mathematischen Seminars im Seminarhaus Bismarckstraße 16 mit einer außerordentlich umfangreichen und wertvollen Bibliothek zur Verfügung. Im Vorlesungsgebäude befindet sich eine schöne Sammlung mathematischer Modelle.
Kurz: In der schon so oft mit Recht gerühmten kleinen Universitätsstadt Gießen findet der Mathematikstudierende alle Einrichtungen, die einem fruchtbaren Studium günstig sind und eine angenehme Ausbildungszeit gewährleisten.
Oberheffen.
Bei der Feldarbeit vom Blitz getroffen.
LPD. A l s f e l d , 18. Aug. Am Montagnachmittag zog über die Gemarkung Solms-Ilsdorf ein schweres Gewitter. Die auf dem Feld arbeitenden Bauern wollten schnell noch möglichst viel Frucht ins Trockene bringen. Aber noch ehe der Regen begonnen hatte, schlug ein Blitz in eine Gruppe arbeitender Bauern und traf die junge Frau Emmi Heintz. Die Bäuerin wurde durch den Blitzschlag am ganzen Körper gelähmt. Hinter dem Ohr sind ihr außerdem die Haare verbrannt worden.
CanöfrPie Gießen
* Lollar, 19.Aug. Der Bezirk Lollar im NS.-Lehrerbund hält am kommenden Samstag, 22. August, um 14.30 Uhr bei Zecher in Staufenberg eine Vezirksversammlung ab. Daran anschließend tagt die Arbeitsgemeinschaft „Volksschule".
wg. Großen-Buseck, 18. Aug. Die Ernte- arbeiten gehen hier, begünstigt durch das schöne Wetter der letzten Tage, ihrem Ende entgegen. Roggen und Gerste sind schon unter Dach und Fach gebracht, der Hafer und der Weizen werden gegenwärtig eingefahren. Eine Anzahl Arbeitsdienstmänner aus dem Lager in Gießen ist bei der Einbringung der Ernte hier tätig. Auch die beiden letzten Sonntage standen in unserem Dorfe im Zeichen der Ernte. Schon in den frühen Morgenstunden rollten die schwerbeladenen Wagen dem Dorfe zu. Hierbei hatten sich BDM., NS.-Frauenschaft, HI., ferner Volksgenossen und Dolksgenossin- nen von der NS.-Volkswohlfahrt, die im letzten Winter vom Winterhilfswerk betreut wurden, den Bauern zur Einbringung der Ernte in uneigennütziger Weise zur Verfügung gestellt. Seit vergangener Woche hat auch die zweite Dreschmaschine in unserem Dorfe ihre Tätigkeit ausgenommen. Reges Treiben herrscht auf den beiden öffentlichen Dreschplätzen von früh morgens bis spät in die Nacht hinein. Mit dem Scheunendrusch dürste im Laufe der nächsten Woche begonnen werden. Auch bei der Flachsernte stellten sich Jungmädel und Mitglieder der NS.-Frauenschaft zur Verfügung, um die sehr mit Arbeit überbürdeten Bauern zu unterstützen. Hierbei halfen sie fleißig beim Rupfen des Flachses mit und nahmen so einen Teil der recht zeitraubenden Trbeit dem Bauern ab.
§ Allendorf a. d. Lumda, 18. Aua. Am Sonntag beging unsere Mitbürgerin Elisabeths Paulus, geb. Leyerer, in geistiger und körperlicher Frische im Kreise ihrer Kinder, Enkel und Urenkel die Feier ihres 91. Geburtstages. Die Greisin, die schon lange Jahre im Witwenstande lebt, nimmt noch an allen Geschehnissen unserer Stadt regen Anteil. Ebenso ist sie noch unermüdlich tätig, besonders im Verrichten häuslicher Arbeiten. Von auswärtigen Freunden, Verwandten und Bekannten sowohl, als auch aus der hiesigen Einwohnerschaft wurden der Jubilarin zahlreiche Ehrungen zuteil.
(D Allendorf a. d. Lumda, 17. Aug. Von einem großen Verlust wurde ein hiesiger kleiner Landwirt betroffen. Als der Mann am Samstag gegen Feierabend mit feinem Gespann auf dem Heimweg begriffen war, wurde eine der beiden Kühe am Ortseingang von Allendorf von einem Herzschlag betroffen, an bepi sie nach etwa zwei bis drei Minuten verendete. Der Verlust ist um so größer, als das wertvolle Tier einige Tage vor dem Kalben stand. — Nachdem vor einiger Zeit durch die Ortsschelle bekanntgegeben worden war, daß zwischen dem 1. und 20. August ein Probealarm der Freiwilligen und der Pflichtfeuerwehr stattfinden sollte, fand diese Uebung in der vergangenen Nacht statt. Morgens gegen 3.30 Uhr riefen die Signale die Feuerwehrmänner zusammen, und es waren kaum 10 bis 12 Minuten verstrichen, als diese fast vollzählig am Spritzenhaus versammelt waren. Der hierauf Dorgenommene Brandangriff auf das hiesige Rathaus, bei dem auch die hiesige Motorspritze in Tätigkeit trat, wurde exakt durchgeführt und ließ die Schlagfertigkeit unserer Wehr erkennen.
# Allertshausen, 17. Aug. Bei den Drescharbeiten, die gegenwärtig in unserem Dorfe rege im Gange sind, zeigt sich das erfreuliche Ergebnis, daß der Ertrag der Körnerernte besser ist, als man bisher allgemein angenommen hatte. Unsere Landwirte sind mit diesem Ausfall der Fruchternte sehr zufrieden.
VWatzenborn-Steinberg,18. Aug. Dor der Prüfungskommission für die. Provinz Oberhessen in Gießen legten sechs hiesige Handwerker in diesem Jahre ihre Meisterprüfung mit Erfolg ab. Es sind dies: Schmiedemeister Friedrich Schmitt, Steinhauermeister Karl Seipp, Schneidermeister Alwin Lecke, Metzgermeister Richard Philipp sowie die Weißbindermeister Otto D a m a s k y und Ernst Happel.
)) Lang-Göns, 17. Aug. In unserer Gemeinde gibt es rund 25 Kartoffelsaatgut. Züchter. Zur Zeit bieten die Felder einen überaus erfreulichen Anblick. Alle Sorten, darunter in der Hauptsache die gute Speisekartoffel „Industrie", die aber vom Jahre 1940 ab verschwinden soll, da sie nicht krebsfest ist, zeigen einen vorzüglichen Stand. Die Ernte wird sicher sehr gut werden, wenn nur jetzt trockenes Wetter eintritt, denn das Land ist voll Feuchtigkeit, und die Kartoffelsträu- cher bedecken es so dicht, daß kein Sonnenstrahl durchdringen kann. Die Blätter über dem Boden beginnen schon hier und da zu faulen. Die Mehrzahl der hiesigen Kartoffelzüchter unternahm unter Führung von Landwirtschaftsrat Dr. Mathes eine Besichtigungsfahrt nach Starkenburg und Rheinhessen, um die dortigen Saatgutfelder in Augenschein zu nehmen. Auch die dortigen Aecker zeigten gesunde schöne Stauden, doch wird — nach Ansicht der Kartoffelzüchter — der Stand in Ober- Hessen nirgend übertroffen. Das ist auch in der Bauernschaft Hessens bekannt, und die Nachfrage nach Saatgut aus der Lang-Gönfer Gemarkung wächst daher von Jahr zu Jahr.
eo Langsdorf, 18.Aug. Unser Dorf hat am Sonntag und Montag wieder seine altüberlieferte Kirmes gefeiert. Sie findet seit dem Ende des 16. Jahrhunderts unverändert an dem näm- lichen Termin statt, am Sonntag nach Hippolytus. An diesem Tage wurde 1582 im Solms-Braunfelser Land das reformierte Bekenntnis eingeführt und dabei die Reste der Erbuntertänigkeit aufgehoben. Es war also ein so großer Freudentag, daß die Erinnerung an ihn sich in der verweltlichten Form der Kirmes bis heute erhalten hat. Wiewohl auch dieses Volksfest dem Gestaltwandel aller Dinae unterworfen ist, blieb es umgeben von einer Reihe von alten Bräuchen, deren ursprünglicher Sinn nicht mehr festgestellt werden kann. Der Kirmes» montag freilich hatte heuer nicht das festliche Aussehen wie sonst: da in unserer Gemeinde Sonntags auch in diesem Jahre nicht gearbeitet wurde, konnte man den Montag bei den Erntearbeiten nicht entbehren. Man überließ darum der Jugend ihre Kir- mesfreube, während die älteren Leute auf dem Acker tätig waren. Mit dem Ende dieser Woche hofft man, günstige Witterung vorausgesetzt, mit dem Bergen der Getreideernte in der Hauptsache fertig zu fein. Die lange Regenperiode hat an der Frucht bisher nur wenig Schaden getan, nur ganz wenig ist sie ausgewachsen. — Wenn man aus den bisherigen Vordruschen schließen darf, wird das Ergebnis der Getreideernte ein mittleres fein. Auch bei uns sind eine Anzahl Arbeitsdienstmän» ner bei den Bauern untergebracht, die sich als wertvolle Helfer erwiesen haben.
Kreis Büdingen.
8 Nidda, 18.Aug. Der im Frühjahr erfolgten Anregung des Obst- und Gartenbauvereins für den Kreis Büdingen zur Anlegung von Blumenschmuck an Fenstern, Balkonen, Tor- und Hauseingängen, sowie Vorgärten hat man weitgehend Folge geleistet, wie eine Kommission gestern feststellen konnte. Bei der Bewertung wurde in Rücksicht gezogen: Pflanzenwahl und Farbenwirkung, Reichhaltigkeit, allgemeine Pflege und Gesamteindruck. Neben der vielfach festgestellten Höchstpunktzahl, nämlich 25, konnte der Blumenschmuck an sehr vielen Häusern annähernd bewertet werden. Im Spätherbst soll bei einer Versammlung aller Blumenfreunde eine Auszeichnung von guten Leistungen erfolgen. Für diesen Zweck stehen bereits genügend Geldmittel zur Verfügung, welche die Beschaffung von Blumen, Blattpflanzen und bergt, ermöglichen.
Kreis Schotten.
(D Schotten, 17. Aug. Die hiesige Schützen- g e s e l l s ch a f t hielt in Anwesenheit des Ortsgruppenleiters der NSDAP., Wilhelm Z e s ch k y , ihre Mitgliederversammlung ab, um eine Umgruppierung des Vorstandes vorzunehmen, da der langjährige Vorsitzende, Schützenmeister Wilh. N eu • mann, infolge beruflicher Überlastung sich genötigt gesehen hatte, sein Amt niederzulegen. Nach trefflichen Worten des Ortsgruppenleiters, in denen er auf die vaterländische Bedeutung des Schießsportes hinwies und besonders betonte, daß jedem einigermaßen dazu geeigneten Volksgenossen die Möglichkeit zur Ausübung dieses schönen Sportes gegeben werden müsse, wurde unter einmütiger Zu- ftimmung Louis (Süffel als neuer Schützenmeister bestimmt und zu seinen Mitarbeitern in die Leitung der Schützengesellschaft die Schützen Adam Carl, Otto Z e s ch k y , Karl Neumann und Aug. Göbel berufen. Außerdem wurde beschlossen, in Zukunft auch bas Schießen mit Wehrmannbüch, sen unb mit Pistolen einzuführen unb bie hierzu erforderlichen Waffen anzuschaffen. Ortsgruppe/?- leiter Zeschky brachte zum Schluß der anregend verlaufenen Versammlung das Sieg-Heil auf den Führer aus.
LPD. Schotten, 18. Aug. Ein Radfahrer, der einen abschüssigen Feldweg auf die Provinzialstraße Rudingshain—Schotten in erheblicher Geschwindigkeit hinabfuhr, rannte in ein auf der Haupt- straße fahrendes Personenauto. Der Anprall war so heftig, daß der Radfahrer über bie Motorhaube hinweg in bie Windschutzscheibe ge• schleudert wurde. Während der Kraftwagenfahrer unverletzt blieb, erlitt der Radfahrer schwere Schnittwunden am Kopf und eine Gehirnerschütterung. Er mußte in das Kreiskrankenhaus nach Schotten gebracht werden.
Kreis Alsfeld. •
T Mücke, 17. Aug. Oonnta^sfarten, die um ein Drittel des Fahrpreises billiger sind, als die gewöhnlichen Tageskarten, werden Samstags nur von 12 Uhr ab ausgegeben. Auf eine Eingabe an bas Reichsbahn-Verkehrsamt Gießen würbe für die Station Mücke eine Ausnahme gemacht und genehmigt, daß schon zu dem Zuge, der 11.28 Uhr bie Station Mücke verläßt, Sonntagskarten ausgegeben würben. Don ben Orten, bie von Mücke die Fahrt nach Gießen und weiter beginnen, wurde das Entgegenkommen der Eisenbahndirektion dankbar begrüßt. Um so mehr war man enttäuscht, als plötzlich die Vergünstigung aufgehoben wurde. Eine erneute Eingabe des Ortsgruppenleiters des Zweigvereins DHC. Mücke, der Ortsoorftänbe und her Ortsbauernführer an bas Reichsbahn-Verkehrsamt, in welcher bie Annehmlichkeiten unb Vorzüge ber früheren Ausgabe ber Sonntagskarten bargelegt würben, hatte ben Erfolg, baß auch fernerhin die frühere Einrichtung beibehalten wurde. Sonntags- farten können also in Mücke schon Samstags zu dem Zuge, der 11.28 Uhr die Station verläßt, gelöst werden.
*!* Ruppertenrod, 17. Aug. Wie seit einiger Zeit in unserem Nachbarorte Ober-Ohmen, so ist nunmehr auch hier der K e u ch h u st e n unter ben Kinbern aufgetreten. Bis jetzt finb besonders kleinere Kinder bis zum Alter von fünf Jahren davon betroffen worden. Der Krankheitsverlaus ist bisher gutartig gewesen.
TtunöfunTproaromm.
Donnerstag, 20. August.
6 bis 8 Uhr: Musik in der Frühe. Dazwischen 6.30 bis 6.45 Ubr Frühgymnastik und 7 bis 7.15 Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8: Solistisches Musizieren. 9: Zur Unterhaltung. 10: Volkslieder — Volkstänze. 11: Unterhaltungsmusik. 12 bis 13.45: Musik am Mittag. 13.45: Neueste Nachrichten. 14: Allerlei — von zwei bis drei! 15: Dichter, die den Sport besingen. 15.20: Das Waldbaur- Kerpely-Quartett spielt. 16: Musik am Nachmittag. 18: Blasmusik. 19: Lieb mich — im Dreiviertel» Takt! 20: Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes. 20.10: Großer bunter Preisrätsel-Wettbewerb des Deutschlandsenders: Alle Hörer raten mit. Zwei Stunden Kopfzerbrechen mit viel Musik, Gesang und lustigen Ueberraschungen. 22: Wetter-, Tagesund Sportnachrichten. 22.15: Deutschlandecho.


