Mittwoch, (9. August (936
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Ur. 195 Drittes Blatt
.nregungs-
- Hitler-Marsch 1936 der Hitlerjugend
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Aus der Provinzialhauptstadt
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teil wurde herzliche Worte des Dankes waren auch umzustülpen und mit einem sauberen Taschenttich. dem Fürsten zu Ysenburg und Büdingen gewidmet, s zipsel das Kohle. oder^Sandkorn^wegzuwischem
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gab hierauf das Kommando zur Flaggenhissung auf der Kaserne und hielt dann eine Ansprache, in der er zunächst die zahlreichen Gäste, die Einwoh- nerschaft der Stadt Büdingen und die Abordnungen der Arbeiterschaft herzlich willkommen hieß. Sein besonderer Gruß galt dem Vertreter des lei« der am Erscheinen verhinderten Gauleiters Sprenger, Gauschatzmeister E cf, sowie dem Kreisleiter des Kreises Büdingen, G ö r n e r t. Er wies au das gute Verhältnis hin, das zwischen Partei und Wehrmacht herrsche und dankte dann auch den Vertretern der Behörden, insbesondere dem Bürgermeister der Stadt Büdingen, für die starke Unterstützung, die dem Bataillon hier bisher stets zu-
stellen. Bei Brustquetschungen: auf die Seite legen, die der Verletzte selber wählt.
Blähungen: Fenchel- oder Pfefferminztee.
Bauchschmerzen (Verdacht auf Blinddarmentzündung): Heiße Tücher, Wärmflasche auf den Leib, keine abführenden oder stopfenden Mittel. Bettruhe. Bei plötzlichem, starkem Einsetzen, Verfall der Gesichtszüge: sofort Liegetransport ms
Fremdkörper im Auge: Nicht reiben; leicht verbinden, falls es nicht gelingt, das Oberlid
Oie erste Hilfe.
Bei Unfällen und plötzlichen Erkrankungen muß man sofort wissen, was zu tun und zu lassen ist, bis der Arzt emtrifst. Die Ratschläge, die wir im nachstehenden folgen lassen, können den Arzt natür- lich nicht in allen Fällen ersetzen. Je früher der Kranke in sachgemäße Behandlung kommt, desto größer ist die Aussicht auf schnelle und gründliche Heilung. Bei leichterem Unwohlsein und bei geringfügigen Verletzungen gebrauche man zunächst die hier angeführten Mittel.
Gehirnerschütterung: Größte Sorgfalt beim Transport (wo angängig, liegen lassen bis der Arzt kommt). Kopf stützen, so daß er sich nicht bewegt.
Bataillon seinen Einzug in die neue Kaserne. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Obersten Befehlshaber der Wehrmacht, den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, beschloß der Kommandeur seine Ansprache. Gemeinsam wurden dann zu den Klän- gen des Musikkorps das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied gesungen.
Oer AusNang.
Die Feier fand ihren schönen militärischen Abschluß mit einem Vorbeimarsch des Batail- Ions vor dem Kommandeur. Der schneidige Vorbei- marsch wurde von den vielen Gästen mit Aufmerk- samkeit und großer Freude an dem vorzüglichen Auftreten der Truppe verfolgt.
Im Anschluß daran war jedermann Gelegenheit gegeben, die vorbildlichen Einrichtungen der Kaserne zu besichtigen und sich davon zu überzeu- gen, daß die Soldaten in dem neuen Heim ausgezeichnet untergebracht sind.
Schließlich fand noch ein Platzkonzert des Musik- korps des Bataillons statt.
Oer Hellseher.
Von Zrank $. Braun.
Lilius liefe die Zeitung sinken. „Nein", sagte er, „ich mag diese Hellseher nicht. Alles fauler Zauber. " Brendel hob den Kopf und sah den Freund an. „Wieso?" meinte er, „wie kommst du darauf? Stehl etwas darüber in der Zeitung?"
„Natürlich. Eine grofee Anzeige. Es kommt wie- der jo eilt Mann in unsere Stadt und hält am nächsten Samstag einen Demonstrationsoortrag. So steht es hier angekündigt."
Ach ..." sagte Brendel; er sah gedankenvoll m fein Bierglas. Dann schien ihm ein Gedanke zu kommen, und er erkundigte sich lebhafter: „Wie heißt der Mann?" .,. , r,-
„Er nennt sich, wie er in Wirklichkeit bestimmt nicht heißt, Karsani, der deutsche Yoghi So etwas sollte es eigentlich nicht mehr geben, finde ich.
,Ach ..." sagte Brendel noch einmal, „6er gute Karsani kommt." Er lächelte dünn und war an eine
der ich das Taschentuch und meine Karte darin gegeben hatte."
Lilius starrte ihn an. Dann ging ein Leuchten über sein Gesicht. „Brendel", sagte er, „wir gehen bestimmt zu dem Vortrag Karsanis! Ob der Mann noch dieselben Experimente macht? Dann laß mich bitte auf die Bühne gehen. Weißt du, ich kann und kann hier sonst nicht die richtige Damenbekanntschaft machen."
Das letzte Aufgebot.
Von O. G. Ioerster.
Joachim Nettelbeck, der , Brave Bürger von Kol- berg", fuhr 1786 mit seinem Schiff „König von Preußen" nach Lissabon. Als sie drei Tage unterwegs waren, begann der Kapitän an Teufelsspuk zu glauben. Denn immer, wenn er nach dem Mittagessen an den Kajütenschrank ging, um sich einen Schluck Rotwein zu gönnen, fand er eine bereits geleerte Flasche darin.
Das war der Grund dafür, daß der Kapitän Net- telbeck eines Tages die Brücke zu ungewohnter Stunde verließ und sich hinter dem Schrank in der Kajüte versteckte.
Er hatte Glück. Denn auf einmal öffnete sich Die Tür und herein trat der Koch, öffnete vorsichtig, den Schrank, holte eine Flasche hervor, entkorkte sie und sprach: „Es werden hiermit aufgeboten zum ersten, zum zweiten und zum letzten Male die Jungfrau Barbara Rötlich aus Burgund und der Schisfskoch Fritz Weinsauf aus Hamburg. Wenn kein Einspruch erfolgt, kann die Trauung sofort vollzogen werden."
Nach diesem Spruch setzte der Koch die Flasche an den Mund und trank sie mit einem gewaltigen Zug leer.
Nettelbeck ließ den Koch gehen, ohne sich bemerk- bar zu machen. Dann aber ging er an Deck und ließ ihn rufen.
Der Koch trat herzu und betrachtete mißtrauisch das Tauende in Nettelbecks Faust. Aber der Kapitän hielt zunächst eine kleine Ansprache.
„Es werden hiermit aufgeboten", sagte er, „zum ersten, zum zweiten und zum letzten Male die Jungfrau Barbara Schmerzhaft aus Hanf und der Schisfskoch Fritz Weinsauf aus Hamburg. Wenn kein Widerspruch erfolgt, kann die Trauung sogleich vollzogen werden."
Damit hob Nettelbeck das Tauende — aber m diesem Augenblick schrie der Koch: „Halt? 2ch erhebe Einspruch, da ich schon mit der Jungfrau Rötlich getraut bin!"
Nettelbeck liefe verblüfft den Arm sinken. Und da er Spaß verstand, wurde die Trauung wirklich aufgehoben. „Fritz Weinsauf" aber mußte ein feierliches Versprechen ablegen, sich in Zukunft nur mit Jungfrau Maria Milde aus Trinkwasser trauen zu lassen.
Ich tat Karsani den Gefallen. Als wir vor der Reihe anlangten, in der ich mit Hecht gesessen hatte, zuckte ich ein wenig mit der Hand. Karsani triumphierte merklich. Er stürzte sich förmlich auf Hecht.
Stehen Sie bitte auf, forderte er. So, danke sehr. — Er fingerte an Hecht herum. Die Uhr, nein. Eine Nadel hinter dem Rockaufschlag? Auch nicht! Die Brieftasche ... aha, ich zuckte zusammen. Kar- fani riß die Brieftasche an sich. Hecht machte eine Bewegung, sie zurückzubekommen, aber Karsani hielt sie schon hoch. „Die Brieftasche!" rief er froh- lockend.
Derzechung, sagte ich, nicht ganz ... Er tat mir leib. Ich wollte ihn nicht blamieren und dachte schon, ihn sacht von Hecht wegzubugsieren, aber diesen Karsani hatte das Gedankenlesen rettungslos gepackt. Er las falsch, aber er las laut. „Etwas in dieser Brieftasche!" versicherte er und begann das Leder aufzuklappen. „Ein Brief, nicht wahr?"
Hecht reckte die Arme. „Das führt zu weit!" be- gehrte er auf. „Ich bitte denn doch ..."
Aber Karsani liefe sich keinesfalls bitten. Er sah seinen nahen Sieg. Er war eisern verrannt. „Ich oll diesen Brief vorlesen, nicht wahr?" rief er und sah mich an. Mir blieb die Luft weg. Was war denn das für eine Schrift auf dem bläulichen Papier, das er mir da unter die Nase hielt? Ich sah Hecht an. Der war erblaßt. Gab es so etwas. „Ja, vorlesen!" rief ich.
Pscht, machte Karsani ärgerlich, das hatte ich doch bereits erraten! Er reckte sich. Liebster Peter, las er, ich glaube, du mußt vorsichtiger fein. Brendel hat etwas gemerkt. Daß wir uns treffen, ahnt er natürlich nicht, aber bitte Hute dich vor ihm. Er ist jähzornig. Deine Dich liebende Ursel.
Danke! rief ich, das genügt. Sie haben Ihre Aufgabe gelöst, Herr Karsani.
Das Publikum lachte, verstand Spaß und applau» inerte. Herr Karsani lief zur Bühne zurück. Ich aber drehte mich um und — ob mich em Lichtreflex täuschte oder ob Hecht wirklich lachte — der schon in Ursels Brief angekündigte Jähzorn blühte hoch auf Es gab ein knallendes Geräusch, das aber in dem Applaus für den Hellseher unter ging Nur die Nachbarn sahen, wie Hecht meine fünf Finger für den Bruchteil einer Sekunde auf seiner linken Backe hatte. Dann verliefe ich das Lokal."
Lilius lachte leise. „Hecht hat dich dann gefordert und dabei hattest du Pech, nicht wahr? Die Tief- quart ist von ihm?"
„Ja", sagte Brendel.
„Nun, und die Dame Ursel?"
„Da mufet du den Hecht gelegentlich fragen. Ich habe sie nicht wiedergesehen. Ich hatte ja zum Glück gleich Ersatz und kam nicht dazu, um sie zu trauern. Denn das blonde Fräulein rief an und kam zum Stelldichein."
„Was für ein blondes Fräulein?
„Mann, bist du degriftsstutzig. Die nette Dame,
Erbach
Amorbach
'*!•& mar dazumal mit Mffeffor stecht -ul b„ freundet, dem langen Hecht von der Staatsanw l schäft, weißt du? Eines Abends f(f)Ienöerten mir durch die Breite Straße, da fallt uns em Plakat auf, das ähnlich wie diese Anzeige m dem er Zei- iung Karsanis Auftreten anfunöigte. Wir verglichen das Datum, wir stellten die Zeit fest, wenn wir uns beeilten, konnten wir zur Erstellung zu- rechtkommen. Aufrichtig gesagt: Hecht wollte gar nicht so recht. Aber ich beredete ihn, und er kam mit mir. k ,
Als wir in dem Lokal anlangten, war es doch etwas später geworden, als wir gerechnet hatten. Karsani hatte 'seine Einleitungsrede schon gehalten und ging gerade zu einigen Experimenten Über.
NeusesjRcT
Einzug in die Kaserne in Büdingen
(Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.)
standen. v _ ,
Zahlreiche Gäste aus der Partei und der Wehr- macht benachbarter Standorte nahmen teil, cm Ehrensturm der SA. war mit Fahne erschienen, die Behörden der Stadt und des Kreises waren zahlreich vertreten.
Pünktlich zur festgesetzten Zeit betrat der Batail- lonskommandeur, Oberstleutnant Theurich, den Platz, nahm die Meldung entgegen und schritt die Fronten seines Bataillons ab. Dann betrat
Regierungsbaumeister Eisenhardt, Gießen
die geschmückte Rednertribüne und hielt eine kurze Ansprache, in der er zunächst verschiedene Einzel- heilen aus der Entwicklung des Kasernenbaues in Büdingen bekanntgab. Er dankte den vielen Ar- beitskameraden der Stirn und der Faust, die an dem Bau mithalfen, dankte weiter den engeren Mitarbeitern und gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Arbeit an diesem Werk nicht so betrachtet werden möge, als habe es sich lediglich um „Broterwerb" gehandelt; vielmehr müsse jeder der Dielen, die hier mit Hand anlegten, es sich als eine Ehre anrechnen, an diesen Bauten mitgeholfen zu haben. Mit Worten des Dankes an den Führer, dem die Entstehung auch dieses Werkes zu verdanken fei, mit herzlichen Grußworten an die Truppe, der diese Kaserne Heim sein solle, beschloß er seine Ansprache. Sodann übergab er den Schlüssel zu der Kaserne dem Kommandeur des Bataillons mit besten Wim- schen für Einzug und Zuhausesein. Der Bataillonskommandeur
Oberstleutnant Theurich
♦ Büdingen, 19. Aug. Gestern um die Mit- taqsstunde konnten die Truppen unseres hiesigen MG - Bataillons ihren Einzug in die neue Kaserne halten. Die Mannschaften waren auf dem Platz angetreten, der unmittelbar an die Kaserne anjchliefet, sie bildeten ein großes offenes Viereck und harrten in tadelloser Ausrichtung der Feierlichkeit, die dem Einzug in die Kaserne üoranging. Tausende von Einwohnern der Stadt Büdingen wohnten auf dem terrassenförmigen Platz zwischen Hauptgebäude und Kasernenhof der Feier bei.
Im Glanz des hochsommerlichen Tages bot sich den Augen ein prächtiges Bild: die in hellem Farbton gehaltenen Kasernenbauten boten einen freund- lichen Anblick, der gesteigert wurde durch die Schönheit des landschaftlichen, bergigen Hintergrundes. Das Licht der Sonne blitzte m den In- ftrumenten des Musikkorps, die sommerlich gekleidete Zuschauermenge erschien wie ein festlicher Rahmen, während die Soldaten in eherner Front
der — selbst alter Soldat — das Bataillon nach besten Kräften und in großzügiger Weise unter» tützte. Der Kommandeur rühmte dann die herrliche landschaftliche Lage der Kaserne, die sicherlich mit zu den schönsten unseres Vaterlandes zähle. Auch er dankte all denen, die das Werk schaffen halfen, der Bauleitung, den Technikern, den Polieren und den Arbeitern, vor allem aber auch dem Regierungs- baurat ® e i fe l e r und den Regierungsbaumeistern Eisenhardt. und B o t h e.
Das Bataillon werde für die schönen Bauten dadurch zu danken wissen, daß es mit aller Kraft an der Erfüllung der ihm zugewiesenen Aufgaben arbeite, seine Kampfkraft stähle und sich au höchster Einsatzbereitschaft für das Vaterland heranbilde. Im nationalsozialistischen Geiste des Dienstes für die Gemeinschaft des deutschen Volkes halte das
Kalkspritzer oder Tintenstift: Lider auseinander- ziehen, reichlich mit Wasser spülen.
Fremdkörper in der Nase: Durch Mund einatmen, durch Nase kräftig ausatmen.
Herzkrämpfe: Laues, allmählich heifeeres Hand- oder Fußbad, am besten mit Senfmehl, Ad- reiben der Herzgegend mit Franzbranntwein oder Essig, Baldriantropfen, Fernhalten von Aufregung, Zuspruch an den Kranken.
Hexenschuß: Heifee Umschläge, Bettruhe.
Hinken (plötzliches): Kein Versuch zu gehen; ruhig verhalten, am besten liegen.
Brechdurchfall: Warme Leibumschlage; nichts essen oder trinken, Mundspülen gegen DuiJt. Rizinusöl, sofern noch Nahrungsreste im Stuhl, ein Kinderlöffel bei Kindern, ein Eßlöffel bei Er- wachsenen. Kein stopfendes Mittel.
Brustschmerzen: Heifee Umschläge, Senf- teig ober Alkoholumschlag auf die schmerzende Stelle. Liegt ein Rippenbruch vor, dann kräftige Umwicklung des Bustkorbes, um ihn möglichst ruhig zu
fani hervorragende und verblüffende erfolge, habe ihn in Köln vor einem Jahr getroffen, zählte ich dir nie die Geschichte? Nein Auch Namen Ursel kennst du nicht?"
„Mit einer Dame dieses Namens warft glaube ich, einmal verlobt?"
„Verlobt ist übertrieben. Es jag damals Verlobung in der Luft, das ist richtig, aber da Karsani, der Hellseher dazwifchen. ^' seither achte id) öiefe Leute hoch Sie können -mrklich Sr lächelte dünn; aber Lilius wurde aus b cfem Lächeln nicht [lug. „Erzähle mal! forderte er
Erinnerung verloren.
„Kennst du den Mann?" forschte Lilius vorstch- tig, ehe er sich zu weiteren Werturteilen über die Kunst des Hellsehens verleiten liefe
Brendel nickte. „Karsani ist eine Klasse für st ch , sagte er trocken. „Du mufet unbedingt zu dem Vor- trag gehen. Hast du eine Braut?
„Was hat das damit zu tun? Ich habe übrigens keine, wenn dich das beruhigt."
„Mit meiner Beruhigung hat das nichts zu tun, Lilius, aber es ist schade. Mit Brauten erzielt 5tah Irini hernnrrnnenhp und verblüffende Erfolge. Ich
Einrenkungsversuche!
Die vorstehenden Ratschläge sind nur als erste Behelfs- und Vorbeugungsmaßnahmen anzusehen. Dringend muß davor gewarnt werden, den Arzt zu spät oder gar nicht herbeizuru en. Qs ist vielmehr unbedingt erforderlich, bei allen Unglücks- oder Erkrankungsfällen schleunigst die Hilfe des Arztes in Anspruch zu nehmen, wenn man Schlimmes vermeiden will.
Dornotizen.
Tageskalender für Mittwoch.
Gloria-Palast, Seltersweg: Winter-Olympiade in Garmisch-Partenkirchen 1936, „Jugend der Welt , dazu „Sport und Soldaten". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Im Sonnenschein" — Pulver- mühle: 8 Uhr Militärkonzert, ausgefuhrt vom Musik- korps des MG.-Bataillons Nr. 2, Leitung Feldwebel Nickel.
143 Tote, 4273 Verletzte!
DRV. Der Reichs- und Preufeifche Verkehrs- miniffer gibt bekannt, bafe in der vergangenen Woche im Reiche
143 Tote und 4273 Verletzte
als Opfer des Strafeenverkehrs zu beklagen find.
Provinzialausschuß Sitzung.
Der Provinzialausschuß der Provinz Oberhessen entschied als Verwaltungsgerichtshof in seiner Sitzung vom 15. August folgendes:
Dem Max Walldorf in Gießen war durch Bescheid des Kreisamts Gießen vom ?6. Marz 1936 der Wandergewerbeschein für 1936 Kj. zum Handel mit Sparheizplatten und Haushaltungsgegenständen abgelehnt worden mit der Begründung, daß der Kläger vor der Machtübernahme zu den schärfsten Gegnern der NSDAP, gehörte, sich
wollen Sic einen guten Einöcudt modien?
Legen Sie Wert auf ein gepfleg-. les Aussehen? Dann sollten Sie Nivea-Zahnpasta benutzen. Def außerordentlich feine Putzkörpef schont den Zahnschmelz und] reinigt gründlich. Regelmäßige: Pflege mit Nivea-Zahnpasta er-J hält die Zähne weiß und gesundj
Krankenhaus. , r m
Innerliche Blutung: Nach stumpfen Verlegungen, Sturz, Stoß: möglichst rascher Abtransport des äußerst hinfälligen, unruhigen oder halb ohnmächtigen Kranken unter Vermeidung aller Eingriffe, auch keine Darreichung von Anregungs- Mitteln, um nicht erneute Blutungen hervorzurusen.
Mogenkrarnpf: Feuchte ober trockene heifee Umschläge, Kamillentee ober Pfefferminztee.
Nierenkolik: Bettruhe, nichts essen oder ttinken, heifee Umschläge ober Heizkissen in die Kreuzgegenb, beifees Bab.
Schüttelfrost:- Bettruhe, Warmfiasche ober warme Tücher, Temperatur messen. Heifeen Linden- blütentee ober sonst heifees Getränk.
Insektenstich: Betupfen mit Salmiakgeist, kühle Packung; möglichst ben Stachel entfernen. Bei Stich in Munb ober Hals sofort ben Arzt rufen.
Verrenkungen unb Verstauchungen: Umwickeln mit elastischen Binden; schienen; keine
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Ich will dich nicht mit diesen Schilderungen lang, weilen. Du kennst das sicherlich alles genau so gut wie ich selber. Er liefe beispielsweise eine Kette bilden, — und die Leute hatten plötzlich steife Arme. Dann hypnotisierte er ein bleichsüchtiges Mädchen, bas mir wie bie Tochter seiner Zimmerwirtin schien; unb nach einigem Hin und Her kam er zum zweiten Teil seines Abends. Er wollte Gedanken lesen und Hellsehen.
Hecht langweilte sich bereits rechtschaffen, und es war eigentlich nur, um den Freund aufzumuntern und zur Anteilnahme zu zwingen, bafe ich mich meldete, als Karsani einen Herrn auf die Bühne bat.
Karsani empfing mich mit einem Händedruck. Er versicherte mir unaufgefordert, er sei ein ernster Künstler und gedenke nicht, mich zur Zielscheibe billiger Witze zu machen. Ich nickte befriedigt.
Dieser Herr, den ich vorher nie in meinem Leben gesehen habe, erklärte Karsani, wird mit Ihnen, meine Herrschaften, ein Experiment ausdenken, und zwar derart, bafe Sie irgend etwas, was diesem Herrn gehört, irgendwo im Saal oder bei einer Person verstecken; die Uhr, die Brieftasche, ein Geldstück, einen Nina, — kurz: was Sie wollen. Ich gehe währenddessen hinaus, zwei Herren können mich begleiten und aufpassen, bafe ich nichts erfahre von dem, was im Saal geschieht und auch nichts hören kann.
Er verbeugte sich, sah mich prüfend an, meine Uhr, meine Hände — und ging hinaus. Als sich die Tür hinter ihm geschlossen hatte, zog ich ein kleines Seidentuch aus der äufeeren Brusttasche und ging damit zu einer netten jungen Dame, die in der zweiten Reihe neben ihrer Mama safe. „Meine Gnädigste", sagte ich, „würden Sie das Tuch in Ihre Handtasche tun? Ich glaube, das wäre schon ein ganz schönes Rätselraten für Herrn xarfani.
Das schöne Fräulein tat es, wobei ein leichtes Rot ihr in die Schläfen stieg. Es stand ihr reizend.
Herr Karsani wurde wieder hereingerufen. Er sah mich wiederum aufmerksam an. Meine Uhr war noch da, auch mein Siegelring. Die beiden Teile suchte er also gar nicht erst. Ich denke mir, fein Mißgeschick liefe darauf tippen, daß ich meine Brieftasche weggegeben hatte. Diese Hellseher verfügen über eine gewisse Logik. Grinern wildfremden Menschen würde ich meine Brieftasche nicht gegeben haben, kalkulierte er. Er mochte gesehen haben, bafe ich mich mit meutern Nachbar unter- halten hatte. Demnach war dieser langeMann mem Freund. Demnach hatte der wahrscheinlich die Brief- tasche. Demnach war sein Weg vorgezeichnet Er packte mich beim Handgelenk. Denken ete f*arf an den versteckten Gegenstand, forderte er. Jawohl, ^Er^z^a ‘tos, als ob es hinter ihm brenne. Mit wehenden Rockschöfeen segelte er durch> die Nechen. Keinen Blick schenkte er der blonden, "etten Dame, die mein Tuch hatte. Lediglich Assessor Hecht interessierte ihn.
j*^oßA/ertheim\ f Sr^fouber- L .
cQ£ bischofsheim


