Ausgabe 
19.8.1936
 
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und französische Kriegswaffen gefunden worden, was beweise, daß Angehörige dieser Staa­ten mit den Marxisten gegen die Befreier Spaniens kämpften. Die Insel -Ibiza ist die einzige Insel der Balearengruppe, die unter dem roten Terror zu leiden hatte. Die kleine militärische Besatzung von 50 Mann konnte den bewaffneten Horden der «uf der Insel ausgeschifften Marxisten nicht stand­halten. Die ganze Besatzung wurde er­mordet, desgleichen eine Anzahl der Inselbewoh­ner, darunter ein Geistlicher, der mit Bajonet­ten gekreuzigt wurde. Die Ausländer wurden von dem deutschen TorpedobootL e o p a r b" ge­rettet.

Die rote Miliz schießt mit Gasgranaten.

P a r i s, 18. Aug. (DNB.) lieber die Verwendung von Giftgas durch die rote Miliz im spanischen Bür­gerkrieg berichtet Hcwas aus Burgos, daß am Mon­tag bei San Rafael (Guadrama) im Verlauf einer heftigen Beschießung die Roten die ersten Gasgranaten geschossen hätten. General Mola habe erklärt:Diese Scheußlichkeit muß festgestellt werden. Man möge wissen, daß auchwir über Gas verfügen, aber wir haben nie auch nur eine Sekunde daran gedacht, Gas gegen Spanier anzu­wenden." In Burgos herrsche über die Anwendung von Giftgas durch die roten Streitkräfte Empörung. In der Militärgruppe vertrete man die Ansicht, daß das Gasbombardement ein neuer Beweis dafür sei, daß die spanische Regierung vor dem Ende stehe, und daß die Nationalisten einen wirklichen Kreuzzug gegen die Barbarei führten.

Sowjetrussisches Benzin für die spanische Dolksfrontregierung.

B u k a r e st, 18. Aug. (DNB.) Wie aus Con- stanza gemeldet wird, hat der spanische Petroleum­dampferR e m e d i o s", der dort seit dem 6. Aug. liegt, um eine Benzinladung von 6500 Tonnen für Spanien an Bord zu nehmen, Weisung erhalten, auf die rumänische Ladung zu verzichten und sich sofort nach Batum zu begeben. Er soll dort sowjetrussisches Benzin verladen. Die Ladung ist für die Streitkräfte der spanischen Linksregierung bestimmt. Wie verlautet, hat die Sowjetregierung bedeutende Vergünstigungen für Belieferung der spanischen Regierungstruppen mit Petroleumprodukten eingeräumt.

Oer Kall Salengro.

Dementis, die niemand glaubt.

Paris, 18. Aug. (DNB.) Das Dementi, das das französische Innenministerium im Zusammen­hang mit den Erklärungen des Innen­ministers in Ljlle veröffentlichte, hat die Pa­riser Rechtspresse nicht überzeugt. DieAction Fran^aise" erklärt, daß die Dementis des Innen­ministers alle das unvermeidliche Schicksal hätten, niemals geglaubt zu werden. Die Dumm­heiten, die der Innenminister am Sonntag in Lille ausgesprochen habe, seien unvorsichtig und gefähr­lich. Die verzweifelten Klagen des Außenministers hätten wahrscheinlich wesentlich zur Abfassung die­ses Dementis beigetragen. Salengro bilde sich ein, daß die Bevölkerung Deutschlands und Oesterreichs ihre Freiheit" verloren habe. Die nationalen Mehrheiten seien jedoch bei den Wahlen wesent- l i ch stärker gewesen als die der französischen Volksfront. Deutschland habe gewählt, und wenn die Wahl in Frankreich heilig sei, dann gelte das auch für Deutschland. Außerdem müsse man sich fragen, was denn vom moralischen Gesichts­punkt des Innenministers aus die ungeheuerliche Knebelung der Volksrechte bedeute, die durch Lenin, Trotzki, Stalin und Bela K h u n durchgeführt worden fei. Wenn Völker das Haupt gesenkt und ein Joch auf sich genommen hätten, dann doch nur dort. Sowjetrußland ertrage heute noch die Herrschaft einer schwachen Minder­heit, angeführt durch die Armee der Juden. Das Gold Moskaus habe die französischen Massen unter Bedingungen wählen lassen, die sowohl ihre Frei­heit als auch die Ehre derjenigen beschmutzten, die sie anführten. Die Frage sei aber, ob Salengro selbst frei fein oder ob ihn die Juden des Ka­binetts nicht in einen Käfig gefetzt hätten, wie Lud­wig XL es mit einem gewissen Kardinal gemacht haben soll.

Oie Oürre in Amerika.

500000 Farmer unterstützungsberechtigt.

Washington, 18. Aug. (DNB.) Die furcht­bare Lage der F arm er im Mittelwesten geht aus dem Ergebnis der nunmehr beendeten Untersuchung in den Dürregebieten hervor. Danach werden infolge der andauernden Dürre im Mittel­westen und in Teilen der Südstaaten 500000 bis 600 000 Farmerfamilien oder etwa 2,3 Millionen Menschen im nächsten Winter außer den Arbeits­losen in den Städten unter st ützungsbedürf- t i g sein. Die Kosten hierfür werden auf mindestens hundert Millionen Dollar geschätzt. Da der bisherige Hilfsfonds nicht ausreichen dürfte, wird die Regie­rung von dem im Januar zusammentretenden Kon­greß zusätzlich Unterstützungsmittel anfordern müs­sen. Die Bundesregierung unterstützt zur Zeit 146 000 Farmerfamilien in den Dürregebieten. Laut Untersuchung werden in manchen Staaten bis zum Herbst über d i e Hälfte der Be­völkerung in Nord- und Süddakota, Wyoming und Montana sogar 75 v. H. der gesamten Land­bevölkerung auf staatliche Unterstützung angewiesen sein.

Deutscher Kraftwagen in Palästina von Juden beschaffen.

Jerusalem, 18. Aug. (DNB.) Aus der Straße zwischen Jerusalem und Jaffa wurde ein deutscher Kraftwagen, der deutlich erkennbar den Hakenkreuzwimpel führte, von einem entgegenkommenden mit Juden besetzten Wagen beschossen. Glücklicherweise sind bei diesem Ueberfaü Menschen nicht zu Schaden gekommen, obwohl einige Schüsse den Kraftwagen trafen. Die ständigen Unruhen in Palästina haben an ver­schiedenen Orten wieder mehrereTodesopser unter der arabischen und jüdischen Bevölkerung gefordert. Eine Reihe von Personen wurde außer­dem verwundet. Der Flugverkehr zwischen Jaffa und Tel Aviv wurde e i n g e ft e H t. In Tiberias wurde der Ausnahmezustand verhängt. In Jaffa-Tel Aviv wurden drei jüdische Frauen erschossen, darunter eine Krankenschwester. Auch aus verschiedenen anderen Orten Palästinas werden neue Bluttaten gemeldet, die mehrere Tote und Verwundeten forderten. Auch neue Sabotageakte sind vorgekommen. In Tel Aviv wurden abermals fünf jüdische Kommunisten feftgenommen.

Deutsche Kriegsschiffe im Ausland.

Don Oberleutnant (MA(A Giese.

Die Entsendung unserer Panzerschiffe, Kreuzer und Torpedoboote nach Spanien, um dort die Interessen deutscher Reichsangehöriger vor lieber» ariffen zu schützen, das Leben und Eigentum deut­scher Volksgenossen zu sichern, lenkt die Erinnerung zurück an frühere Ereignisse ähnlicher Art, bei denen das Reich zu gleichen Maßnahmen gezwungen war. Bereits unter Friedrich dem Großen waren preußische Schiffe nach O st - a f i e n gekommen, um dort die Interessen der von ihm gegründeten ostasiatischen Kompanie zu ver­treten. Aber erst 1859 traten wiederum nach langer Pause preußische Schiffe unter der schwarzen Adlerflagge die Ausreise nach Uebersee, diesmal n a ch I a p a n , an. Es war ein kleines Geschwader, bestehend aus der DampffregatteA r k o n a", der SegelfregatteTheti s", dem SchonerF r a u e n= l o d" und dem TransportschiffEI b e". Ein, was die Schiffstypen anbetraf, sehr verschiedenartig zu­sammengestelltes Geschwader, aber immerhin die erste geschlossene preußische Auslandschiffsformation. Die Reise hatte vollen Erfolg, die alten Verbindun­gen wurden gefestigt, neue mit Siam auf der Rück­reise angeknüpft, das deutsche Ansehen, überall wo­hin die Schisse kamen, gefördert. Leider blieb auch ein schmerzlicher Verlust nicht aus, da der kleine SchonerFrauen lob" im Taifun im Gelben Meer sank.

Auch in den nachfolgenden Jahren findet man Schiffe der preußischen, und seit 1871 der deutschen Kriegsmarine zur Wahrung der deutschen Inter­essen im Ausland. 1872 finden wir die Korvetten V i n e t a" undGazelle" vor Haiti, um die Anerkennung deutscher Rechte durchzusetzen. Ein Jahr später stehen das PanzerschiffFriedrich Carl" und die FregatteE l i s a b e t h" an der spanischen Küste, wo sie die deutschen Inter­essen während der damaligen dort tobenden Bürger- kämpse tatkräfttg wahrnahmen. 1876 finden wir zum zweiten Male einen deutschen Kriegsschiffver­band, diesmal ein geschlossenes Kreuzerge­schwader unter Admiral Gras Monts in £) ft a f i e n , um die chinesische Regierung zu zwin­gen, den Seeräubern das Handwerk zu legen. Zu gleicher Zeit waren vier Panzerschiffe im Mi11elmeer, um die deutschen Interessen bei den Aufständischen in Saloniki zu verteidigen.

Mehr als zehn Jahre konnten unsere Auslands­chiffe danach, von kleinen Zwischenfällen abgesehen, in Uebersee ihren friedlichen Aufgaben nachgehen, ehe es wiederum nötig wurde, sie in ernsthafter Weise einzusetzen. Diesmal im Jahre 1889 ging es nicht allein um die Wahrung deutscher Rechte. Als 1889 ein starker deutscher Geschwaderoerband a n d i e o ft afrikanische Küste entsandt wurde, da geschah es, um dort eine Blockade zur Bekämp­fung des überhandnehmenden Sklavenhan­dels durchzuführen, eine Aufgabe, die die ganze Welt anging. Der Ausgang des 19. Jahrhunderts sieht starke deutsche Flottenstreitkräfte in Ost- a f i e n. 1897 wird eine besondere Kreuzerdivision ausgestellt, die entscheidenden Anteil an der B e - fitzergreifung Kiautschous nimmt. Auch die Chinakämpfe 1900 bis 1901 sehen die deutschen Kriegsschiffe in vorderster Front.Ilti s" beschießt die Takuforts, das deutsche Marinelan­dungskorps unter Kapitän zur See von Use­dom, dem späteren Admiral und Verteidiger der Dardanellen im Weltkrieg, schlägt das alliierte De­tachement, das die internationalen Niederlassungen in Peking von den Boxern befreien soll, in bluti­gem Gefecht aus schwerster Gefahr heraus. Damals fiel der bekannte Ausspruch:The Germans t o t h e fron t, mit dem der englische Admiral Seymour die deutschen Marinettuppen zum Ent­satz herbeirief.

Besonders unruhige Zeiten herrschten in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts in den übersee­ischen Gebieten. Ueberall flackerten Aufstände auf, galt es, die deutschen Interessen gegen fremde Ueber- griffe zu schützen. So in Venezuela im Jahre 1902, wo ein deutsches Geschader in Gemeinschaft mit britischen Kriegsschiffen die Küste blockieren und

verschiedentlich auch mit den Waffen vorgehen mußte. 1904 brach in Südwestafrika der Herero-Auf ft and aus, an dessen Nieder­werfung die Kriegsmarine ebenfalls durch ein Lan­dungskorps und durch das I. und II. Seebataillon beteiligt war. 1911 standen deutsche Kriegsschiffe vor der Insel P o n a p e in der Südsee, um das durch einen Aufstand gefährdete deutsche Ansehen wieder­herzustellen. Dann wurde es ruhiger und unsere Auslandschisse konnten ihren eigentlichen, ftiedlichen Zwecken dienenden Aufgaben nachgehen. Im August 1914 aber flammte der Weltkrieg auf, der unsere Marine vor ganz neue Ausgaben stellte. Der Ausgang des Weltkrieges sah den ruhmvollen Untergang unserer Flotte bei Scapa Flow.

Die jetzigen spanischen Bürgerkämpfe machen es nach langen Jahrzehnten zum ersten Male wieder nötig, deutsche Kriegsschiffe zum Schutze des Lebens und Eigentums deutscher Volks­genossen im Ausland einzusetzen, eine Aufgabe, der sie sich im Interesse unserer dortigen Volks­genossen in der gleichen einsatzbereiten und nach­drücklichen Form unterziehen wie es deutsche Kriegsschiffe, wie wir es aus Vorhergehendem sehen, sett jeher getan haben.

Ablösung her in Spanien befindlichen dkuffchen Kriegsschiffe.

Berlin, 18. Aug. (DNB.) Das Oberkommando der Kriegsmarine beabsichttgt, unsere in Spanien befindlichen Kriegsschiffe, die feit dem 26. Juli ohne Ruhepause den Schutz unserer gefährdeten Volks­genossen wirksam durchgeführt haben, durch frische Streitkräfte unter hem Kommando des Befehlshabers der Aufklärungsstreitkräfte Admiral Böhm ablösen zu lassen. Der an der Nordküste eingesetzte KreuzerKöln" mit den TorpedobootenS e e a d l e r" undA l b a t r o s" wird durch KreuzerL e i p z i g" und die Tor­pedobooteI a g u a r" undW o l f" ersetzt wer­den. Den Dienst der an der Süd- und Südostküste befindlichen PanzerschiffeDeutschland"Ad­miral Scheer" und der BooteL e o p a r d", ,L u ch s" werden KreuzerNürnberg" als Flaggschiff des Admirals Böhm, ferner Panzerschiff Admiral Graf S p e e" und die vierte Tor­pedobootsflottille, bestehend ausGreif",Falke", C o n b o r" undM ö v e" übernehmen. Die ad- gelöften Streitkräfte werden Anfang Sep­tember in ihren Heimathäfen zurückerwartet.

200 MchllilW durch deutsche Flugzeuge geborgen.

Berlin, 18. Aug. (DNB.) An der Abbeförde­rung der deutschen Volksgenossen aus Spanien wirken neben den Schiffen vor allem die Flugzeuge der Deutschen Lufthansa mit. Trotz der be­sonders schwierigen Lage in Barcelona und Ma­drid ist der planmäßige Luftverkehr zwi­schen Stuttgart, Marseille, Barcelona und Madrid während der ganzen Dauer des Bürgerkrieges fast durchweg regelmäßig durchgeführt worden. Die Ab­beförderung aller Flüchtlinge war allein auf dem Eisenbahnwege nach Alicante nicht möglich. Da­her entschloß sich die Lufthansa, einen Sonder- flugdienst zwischen Madrid und Alicante ein­zurichten. Drei- bis viermal täglich flogen die großen dreimotorigen Junkers Ju 52 auf der 360 Kilometer langen Strecke MadridAlicante hin und zurück und brachten viele deutsche Volksgenoffen in Sicher­heit. Die Einsatzfreudigkeit und Opferbereitschaft aller Flugzeugführer, Flugmafchinisten und Flug­funker, die bei mehr als 40 Grad Hitze vom Mor­gengrauen bis zum Dunkelwerden unermüdlich ihren schweren Dienst tun, verdient hohes Lob, da auf allen diesen Flügen hohe Gebirgszüge überwunden werden müssen. Insgesamt sind bis zum 17. Aug. annähernd 700 Flüchtlinge oon der Deutschen Lufthansa aus Madrid und Bar­celona geborgen worden.

Italienische Gäste in Kassel.

Empfang der Olympia-Auswahlmannschaft.

Kassel, 19. Aug. (DNB. Funkspruch.) Diens­tagabend fand anläßlich des Besuches der italieni­schen Olympiaauswahlmannschaften in Kassel ein Empfang beim Oberpräsidenten Prinz Philipp von Hessen im Bellevue-Schloß statt, zu dem sich außer den italienischen Olympiakämpfern u. a. folgende italienische Ehrengäste eingefunden hatten: Grä­fin Calvi di Bergolo, Prinzessin von Sa­voyen, Tochter des Königs von Italien-, der itali­enische Botschafter in Berlin, Prof. Dr. Atto- l i c o ; der italienische Generalkonsul in Frankfurt am Main, Marchese A. Ferrante mit Gat­tin; der italienische Mannschaftsführer Vizepräsi­dent Dr. Mauro; der Obmann der italienischen Fußballmannschaft Commandatore Vittorio Bo zz o, sowie einige Mitglieder der Sektion Kassel der faschistischen Parteiorganisation. Von deutscher Seite waren neben dem Oberpräsidenten und seiner Gattin Prinzessin Mafalda, u. a. anwesend Gauleiter Staatsrat W e i n r i ch , Vertreter des Heeres, der Behörden, der Kunst und Wissenschaft.

Oberpräsident Prinz Philipp von Hessen begrüßte die italienischen Gäste. Ich hoffe, so fuhr er fort, daß Sie nach den heutigen Freundschaftsspielen in Kas­sel eine gute Erinnerung an Kassel mit in ihre Hei­mat nehmen werden. Ihre Heimat ist uns beson­ders nahe, da wir auch das Gefühl haben, daß un­sere Freundschaft erwidert wird. Wir werden mit allen Ländern zusammengehen, die uns v e r - stehen und verstehen wollen. Davon kön­nen wir bei Italien überzeugt sein. Der Oberprä­sident überreichte dann dem Botschafter Dr. Atto- lico eine Erinnerungsplakette mit dem Bild des Führers und Reichskanzlers. Auch den Führer der italienischen Mannschaft und den ak­tiven italienischen Sportlern wurden Olympiaerin­nerungsplaketten überreicht. Der italienische Mann­schaftsführer Vizepräsident Dr. Mauro dankte für die freundliche Aufnahme in Kassel. Auch Bot­schafter Dr. Attolico dankte in herzlichen Worten.

Vegeisterter Empfang der ungarischen Olympiamannschaft.

Budapest, 18. Aug. (DNB.) Die aus Berlin heimkehrende ungarische Olympiamann­schaft, die den dritten Platz unter den beteiligten 52 Nationen erworben hatte, wurde in Budapest

von der Regierung, der Hauptstadt, sportlichen und gesellschaftlichen Vereinigungen und einer unge­heuren Menschenmenge empfangen. Die Gefeierten wurden fortgeriffen, man drückte ihnen die Hände, küßte und umarmte sie. Im Namen des Reichs­verwesers und der Regierung richtete Kultusmini­ster H o m a n n eine Ansprache an die Mannschaft, in der er daraus hinwies, daß die ungarischen Olympiateilnehmer in Berlin der ganzen ungarischen Nation Ruhm und Ehre verschafft hätten. Der Sieg sei ein Sieg des ungarischen Willens und Könnens, ein Sieg der Kultur, Kraft und Disziplin der unga­rischen Nation. Nach der Begrüßung durch den Bürgermeister von Budapest marschierte der Triumphzug nach dem Heldengedenkstein, wo der ungarische Sieger im 100-Meter-Krcurl- schwimmen, C s i k, den Kranz, mit dem die Fahne der ungarischen Mannschaft in Berlin bekränzt worden war, auf dem Gedenkstein niederlegte. Auf den zum Heldengedenkstein führenden Straßen standen Hunderttausende Spalier.

Der Führer und Reichskanzler erhiett vom Vertreter der königlich ungarischen Regierung und Präsidenten des Ungarischen Olympischen Komitees, Herrn Cornelius von Kelemen, folgendes Telegramm:Beim Verlassen der deut­schen Grenze gedenkt die ungarische Olympiamann­schaft ttefgerührt der unvergeßlichen Berliner Olym­piade. Genehmigen Ew. Exzellenz den Ausdruck unserer tief st en Bewunderung und herz­lichen Glückwünsche für die großartigen ße iftun g e n , mit welchen Deutschland die olym­pische Idee erfolgreich gefördert hat. Wir denken mit aufrichtigstem Dank an die liebevolle Ausnahme und treue Freundschaft, welche wir Ungarn in Deutschland stets gefunden haben."

Schach-Olympiahe München 1936.

Die zweite Runde im Schacholympia brachte eine der wichtigsten Begegnungen des Länderwettkamp- fes, nämlich das Treffen zwischen den Favoriten Polen und Jugoslawien. Bis zur Mittags­pause war hier nur eine Partie beendet; sie schloß unentschieden. Deutschland hatte in Frank­reich einen allzu starken Gegner. Es hat den Wettkampf mit dem Abbruchergebnis 5:3 bereits gewonnen. Die Sensation war der Blitzsieg Dr. R o e b I s (Nürnberg) über den Franzosen R o -

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Ein Bild vom Saal des Ausstellungsgebäudes in München, in dem 210 Schachmeister aus 21 Nationen spielen. (Scherl-Bilderdienst-M.)

metti am vierten Brett. In einer Cambridge- Springverteidigung leistete sich Rometti einen klei­nen Fehler, den Dr. Roedl in bestechender Weise zum raschen Gewinn ausnützte. Schon nach zwölf Zügen mußte Rometti die Waffen strecken. Am elften Brett wurde der Kampf Ahues-Betpa- der, ein Samengambit, in ziemlich schwer zu be­urteilender Stellung abgebrochen. Als Nachziehen­der gewann Carls (Bremen) in einer königs­indischen Partie gegen Gibaud durch scharfen Angriff am Damenflügel. Auch 91 eil ft ab zwang feinen Gegner Oerepeux durch ideenreiches Mittelspiel zur Aufgabe. S a e m i f ch (Berlin), der gegen Jung die schwarzen Steine führte, vertei- diate sich in einer Art Zweispringerspiel äußerst geschickt, riß bald den Angriff an sich und siegte dann verhältnismäßig rasch. Ernst (Gelsenkirchen) lieferte gegen Bary ein sehr seines Pofitionsspiel und gewann ebenso wie Michel (Nürnberg) gegen 21 n gl ar os, dieser allerdings erst nach hartem Kampf im Endspiel, noch vor der Mittagspause. Die Partie Heinicke-Garotti mußte in un­klarer Stellung abgebrochen werden. Brasilien verlor am zweiten Brett durch Charlier gegen Steiner. Steiner erwiderte die indische Partie des Ungarn ziemlich scharf und leitete einen hefti­gen Angriff ein, dem Charlier nicht gewachsen war. Am vierten Brett verlor H. A. Carlos gegen ® er eben ziemlich rasch in einer spanischen Par­tie. Auch am siebenten Brett behielt Ungarn die Oberhand. Die anderen Partien wurden abgebro­chen. Es war überraschend, wie gut sich Brasilien gegen die stark favorisierten Ungarn verteidigte. Ergebnisse beim Abbruch: Ungarn Brasilien 3:0, Italien Estland Rumänien Nor­

wegen 1:0, Tschechoslowakei Bulgarien 6:0, Schweiz Schweden 0:3. Polen Jugoslawien 7i : Vi, Deutschland Frankreich 5:0, Lettland gegen Holland 0:2, Island Oesterreich 1:1, Litauen Dänemark 0:2.

Ewiger Wald.

Reisende, die aus England oder Italien kommen, werden sich, wenn sie nicht schon sehr abgebrüht sind, kurz nach der Ueberschreitung der deutschen Grenze wieder glücklich fühlen:Gott fei Dank, endlich wieder ein Stück deutschen Waldes!" Sie sind genügtem geworden. Es muß nicht gerade ein Stück Wald im Riesengebirge oder im Harz oder im Schwarzwald fein; sie sind auch mit märkischem Walde zufrieden, selbst wenn sie ein Stück durch­wandern, in dem in den bekannten regelmäßigen und engen Abständen künftiges Grubenholz heran­wächst. Ohne Wald ist deutsches Fühlen im Grunde unmöglich, der Christbaum ist ein Symbol dieses natürlich gegebenen Tatbestandes geworden. Die Reden auf der Settiner Tagung des Deut­schen Forst Vereins haben in Verbindung mit der AusstellungDeutscher Wald deutsches Volk" die Einzelprobleme der Forst­wirtschaft wieder dem deutschen Volk nähergebracht. Die Chemie des Holzes beginnt, sich fast ebenbürtig neben der Chemie der Kohle zu ent­wickeln. Die vielfältigen neuen Gebrauchsformen des Holzes von der Zellwollerzeugung über die Verga­sung und Gewinnung von Holzsprit bis zur Pa­piererzeugung sind wenigstens in allergröbsten Um­rissen bekannt. Die Bedeutung des Holzes als Roh­stoff hat neben die gefühlsmäßige Wertung des Waldes eine ganz neue technische Bewer­tung gesetzt. Und damit auch den Zwang, ein Höch stmaß von Ergiebigkeit in der Forst- unb Holzwirtschaft zu erreichen. Die Staatswälder, die 32,7 v. H. des gesamten deutschen Waldbestandes ausmachen, erzielen einen Ertrag von 5,1 Festmeter auf den Hektar; der Waldbefitz der Gemeinden, Stiftungen und Genossenschaften, der 19,5 v. H. der Waldfläche ausmacht, hat einen Ertrag von 4,3 Festmeter. Rund 48 v.H. des Waldes befin­den sich also in Privat be sitz, wobei der Groß­besitz 4,6 und der Kleinbesitz nur 2,4 Festmeter Holz auf den Hektar erzielt. Auf diese Tatbestände ist schon von Adolf Wagner eindringlich hingewiesen worden. Der technische Zwang zur Ertragssteige­rung ist dabei durchaus vereinbar mit einer Ver­schönerung des Waldes und insbesondere auch der Waldwege. Man kann einem Revier sehr wohl an­sehen, ob der Oberförster bei gleicher Geschäfts­tüchtigkeit auch für die seelischen und kulturellen Werte des Waldes, auf die Reichsforstmeister Göring in Stettin jetzt so eindringlich hingewie- fen hat, ein lebendiges Empfinden hat.

HneueenglischeMilitärLustgeschwaber

London, 19. Aug. (DNB. Funkspruch.) Im Rahmen des großen Aufrüstungsprogramms müssen, wieDaily Telegraph" hervorhebt, in den nächsten 35 Wochen noch 47 neue Militärluftge­schwader geschaffen werden. Bis Ende März 1937 wird die englische Luftflotte um 71 Geschwader verstärkt sein. Seit 1. August sind bereits 4 neue Geschwader gebtl- b e t worden.