Einzelbild herunterladen

Übertragung von Kolonien an den Völkerbund stehe hier nicht zur Erörterung. Was gesichert wer­den müsse, sei die Bürgschaft einer offe­nen Tür für den Handel, den Kauf von R o h st o f f e n und für einen Anteil an den Kon­zessionen und Regierungsaufträgen. Schon ein sol­cher Vorschlag würde von bedeutender psychologi­scher Wirkung in Deutschland sein.

Buxton beschäftigt sich weiter mit der Frage einer möglichen Gebietsübertragung, wo­bei er von der Deutschland zugefügten Erniedrigung und der beleidigenden Art spricht, in der es seiner Kolonien beraubt worden sei. Das Gebiet, das Deutschland mit einem großen Teil seines Bedarfes an Kaffee, Tabak und Gummi versorgen könnte, sei K a m e r u n. In England führe man ständig das Argument an. koloniale Aenderungen bedeuteten keine wirkliche Lösung der wirtschaftlichen Bedürfnisse Deutschlands, es müsse aber gefragt werden, ob ein solches Verhalten sich mit der ge­sunden englischen Ueberlieferung in Einklang brin­gen lasse, einen begründeten Anspruch nicht abzulehnen. Auch in diesem späten Stadium würde ein Zugeständnis noch von Nutzen sein. Untätigkeit wäre hier vielleicht verhängnisvoll.

Ras 3mru hat sich ergeben.

Der letzte Widerstand in Westabessinien zerschlagen.

Rom, 17. Dez. (DNB.) Bei der Besetzung und planmäßigen Säuberung von Westabessinien ist nunmehr den drei in diesem Gebiet operierenden Abteilungen der entscheidende Schlag gegen den letzten noch im Kampf liegenden abessinischen Würdenträger, den früheren Ras I m r u, gelun­gen. 800 Bewaffnete wurden zur Uebergabe ge­zwungen, 1500 Gewehre und fünf Maschinenge­wehre den Italienern ausgeliefert. Imru erklärte dem italienischen Kommando, daß er sich mit seiner ganzen Gefolgschaft ergebe. Damit ist der letzte systematische Widerstand in Westabessinien zerschla­gen, und die italienischen Abteilungen werden nun­mehr innerhalb weniger Tage die äußerste Westgrenze von Äthiopien erreichen können. Die italienische Presse betont, daß Imru zu den engsten Mitarbeitern des Negus gehörte und immer einer der hartnäckigsten Gegner Ita­liens war, obwohl er seinerzeit nach dem Zwi­schenfall von Ual-Ual dem Negus in der richtigen Erkenntnis, das er Italien nicht gewachsen sei, zum Frieden geraten habe. Eine von Harrar nach S ü d w e st e n vorstoßende Abteilung hat nach mehrwöchigen Operationen in Ci ul ul den Haupt­mann Cannonieri, der dort am 9.Juni in Gefangenschaft geraten war, wieder befreit.

Tschiangkaischek wohlauf.

Der erste Augenzeugenbericht aus Sianfu.

Berlin, 17. Dez. (DNB.) Der australische Journalist Donald, einer der vertrautesten Rat­geber des Marschalls Tschiangkaischek, hat von Si- anfu aus der Zentralregierung in Nanking zum zweiten Male telegraphisch mitgeteilt, daß Marschall Tschiangkaischek sich in Sianfu wohlauf be­findet.

Nach dem ersten Augenzeugenbericht über die Gefangennahme des Marschalls in Hua- chinchih, einem Kurort in der Nähe der Provin­zialhauptstadt Sianfu umstellten revoltierende Truppen Tschanghsueliangs das Auto Tschiangkaischeks, der sich gerade nach Sianfu zu­rückbegeben wollte. Obwohl dje Leibwache des Mar­schalls einen Sckmtzring um Tschiangkaischek bildete, mußte sie sich schließlich ergeben, nachdem viele der Soldaten gefallen und verwundet waren. Nur dem Kommandeur der 13. Division, der sich in Beglei­tung des Marschalls befand, gelang es, nach Sieny- ang zu entkommen. Er alarmierte sofort die dort stehende Nanking-Division, so daß drei Stun­den später ein Angriff Tschanghsueliangs auf Sieny- ang erfolgreich abgeschlagen werden konnte.

Das 34. Regiment, das Tschanahsueliang beordert hatte, den Vormarsch der Nanking-Truvven auf- Fuhalten, wurde bei Tungkman an der Mündung des Weiho in den Gelben Fluß nach heftigem Ge­fecht z u r ü ck g e s ch l a g e n. Die 105. und 106. Division, die vom Norden zu Hilfe kommen sollten, sind auf die Seite der Regierungssoldaten über­getreten. Die Stärke der Nankingtruppen um Sianfu beträgt jetzt 17 Divisionen mit über 200 Bomben- und Jagdflugzeugen.

Frankreichs $inan»nof

Zwei Drittel des .Haushalts für den Schuldendienst.

Paris, 18.Dez. (DNB. Funkspruch.) In der Kammer übte der frühere Finanzminister Paul R e y n a u d hefttge Krittk am Haushalt. Es fei nicht zu bezweifeln, daß seit der Frankenabwertung eine gewisse Belebung des Arbeitsmarktes festzu­stellen fei, aber sie fei bei weitem nicht f o groß, wie man bei einer 33prozentigen Abwer­tung habe erwarten dürfen. Es fei auch ein selt­sames Schauspiel, daß die Marxisten in Frankreich den Kapitalisten als Zins für Staatspapiere das Doppelte zahlten wie die Konservativen in Eng­land. Das ganze liebel komme von der Preis­steigerung, nichts stehe den Interessen der Ar­beiter mehr entgegen als eine Geldentwertung.

Finanzminister Vincent Auriol erklärte: Die für öffentliche Arbeiten ausgegebenen Milliarden kämen im Kreislauf der Wirtschaft wieder zum Vorschein. Der Außenhandel belebe sich. Vom Sev- tember bis November sei die Ausfuhr von 1870 Millionen auf 2250 Millionen gestiegen. Vom Haus­halt blieben nur 34 v. H. für Verwaltungs- und soziale Zwecke sowie für das geistige Leben Frank­reichs übrig, 66 v. H. würden für den öf­fentlichen Schuldendienst in Anspruch genommen. Es sei unmöglich, die Steuern zu erhöhen. Man könne aber auch nicht einfach 16 Milliarden streichen, die erst das Leben des Landes ermöglichten. Man werfe der Regierung vor, daß sie die Löhne und Gehälter erhöht habe und d i e Preise steigen lasse. Aber die Rufe des Elends seien stärker als die wirtschaftlichen Berechnungen Es sei ein Verbrechen, von einer neuen Abwertung zu sprechen. DieMänner der Lüge", die sich einen Fehlbetrag von 30 Mil­liarden errechneten und die Wiederherstellung des Vertrauens forderten, suchten in Wahrheit durch ihre Ungenauigkeiten eine finanzielle Panik 3U schaffen. Dieses Jahr der Weltausstellung müsse für Frankreich das Jahr der wirtschaftlichen Wie­derbelebung werden.

Paris, 18. Dez. (DNB. Funkspruch.) In Lyon kam es zu ernsten Zusammenstößen anläßlich einer Versammlung der französischen Volks­

partei D o r i o t s. Die marxistischen Gegner Doriots hielten in weitem Umkreis des Versamm­lungslokals die Straßenzüge besetzt und kameti bald mit der Polizei ins Handgemenge, wobei zahlreiche Revolverschüsse gewechselt wurden. Zahlreiche Personen erlitten Verletzungen, unter ihnen vier Angehörige der Polizei. Auf einen Krankenwagen, der Verletzte ins Hospi­tal bringen wollte, wurde von Kommunisten ge­schossen. Ein die Verletzten begleitender Feuer­wehrmann wurde durch eine Kugel am Kopf ge­troffen.

Der französische Dauernführer Dorgörrs verhaftet.

Paris, 18. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der Bau­ernführer Dorgeres, der einen regen Anteil an der Durchführung des Liefer st reiks für Gemüse in Paris nimmt, ist am Donnerstag­abend verhaftet worden, als er sich nach den Markthallen begeben wollte.

Bewaffnete Horden fallen plötzlich in ein Kaffee­haus ein und zwingen die anwesenden Gäste mit öer Pistole in der Hand Schützengräben aufzuwer­fen. Wer solchem Trupp begegnet, muß sich wohl oder übel anschließen. DieseAngeworbenen" wer­den mit Vorliebe zu exponierten Stellungen ge­führt, so daß viele von ihnen, die den Kämpfen vollkommen fern stehen, und deren Sympathie be­stimmt nicht bei den roten Verbrechern ist, für diese ihr Leben lassen müssen. Das unrühmlich bekannte Verteidigungskomitee" leitet ein Gene­ral Kleber, dem sich die roten Verbrecher aus Moskau verschrieben haben. Kleber tat sich bei den damaligen Kommunistenkämpfen in Ungarn als rechte Hand des Juden Bela Khun hervor.

Die H ntermänner des roten Terrors tn Spanien.

Wo bleibt das Vertrauen?

Seltsame Begründung der französischen Aufrüstung.

Paris, 17. Dez. (DNB.) Jrn Exekutivausschuß der Radikalsozialistijchen Partei gab der Vorsitzende des Auswärtigen Kammerausschusses, M i st l e r , einen Ueberblid über die internationale Lage. Er bemerkte zum französisch - sowjetrussi­schen Pakt, daß es nicht von Frankreich ab= hänge, wenn dieser Pakt in Osteuropa nicht die Ausweitung gefunden habe, die seine Urheber wünschten. (?) Der Pakt fei gegen niemand gerichtet. Man wolle jedoch nicht, daß er sich in irgendein automatisches System verwandle, das Frankreich die Kontrolle seiner Verantwortlichkeit entzöge. Bei seinem Rundblick über die verschiede­nen Länder kam Mistler auch auf die beiden Staa­ten,mit denen die Beziehungen nicht so" seien, wie man wünschen könne", Italien und Deutschland. Es gäbe keine Gründe für eine tiefgreifende Feindschaft zwischen Frankreich und Italien. Er hoffe, daß es möglich sei, dem Pro­blem der diplomatischen Nichtvertretung Frankreichs in Rom ein Ende zu machen. Im übrigen glaube er nicht an ein vollkommenes Abkommen zwischen Deutschland und Italien. Frankreich müsse großen Wert auf die italienische Freundschaft legen. Es vergesse nicht die Tage von 1915.

Mit Deutschland verbinde Frankreich kein Schriftstück mehr. Von Locarno sei in der Tat nichts übriggeblieben. Deutschland habe zahlreiche wirt­schaftliche Verhandlungen angeschnitten, aber zwi­schen Deutschland und Frankreich sei bas Problem nicht wirtschaftlicher Art, sondern es sei ein Pro­blem bes Vertrauens. Deutschlanb mache gegenwärtig gewaltige militärische Anstrengungen. In vollem Frieben herrsche bei ihm eine Kriegs­wirtschaft. Alles gehe vor sich, als wenn Deutsch­land binnen kurzem bereit sein wolle. Vielleicht habe es noch keine Entscheidung getroffen. Aber Frankreich könne gegenüber biefem offenkundigen Willen nicht blind bleiben. Frankreich müsse b e - reit und stark sein, nicht um zu kämpfen, sondern um nicht zum Kampfe gezwungen zu sein.

Verteidigungsminister D a l a d i e r sagte, daß niemals im Ministerrat davon die Rede gewesen sei, die zweijährige Dienstzeit herabzusetzen.'solange die internationalen Umstände das nicht gestatteten. Ebensowenig habe eine Verminderung der Rüstungs­ausgaben in Frage gestanden. Der gegenwärtige Militärdienst sichere Frankreich eine A r - m e e von 600000 Mann, davon 150 000 Mann in Nordafrika und 50 000 Mann in den übrigen Kolonien, wobei er sich allerdings von den über in die Millionen gehenden Reserven Frankreichs ausschwieg. Deutschland besitze eine Ar­mee von 800 000 Mann, zu der man noch 200 000

in den Madrid«

Augenzeugenberichte et

London, 18. Dez. (DNB. Funkspruch.) lieber die grauenhaften Zustände in dem vom bolschewi­stischen Pöbel beherrschten Madrid gibt der Bericht von britischen Unterhaus-Abgeordneten Aufschluß, die kürzlich die spanische Hauptstadt, Barcelona und andere Zentten des Bürgerkrieges besuchten. Die Abordnung bestand aus drei Angehörigen der Labour-Party, zwei Konservattven und einem Liberalen.

Zn dem Bericht heißt es u. a.: In den offiziellen Gefängnissen sollen sich 1'4 0 0 0 Personen be­finden, von denen die Mehrheit bereits seit Monaten eingekerkert ist, ohne daß man ihnen bisher den Prozeß gemacht oder auch nur die gegen sie erhobenen Beschuldigungen mitgeteilt hätte. Ohne Rücksicht auf Alter und G e - schlecht sind die auf denschwarzen Listen" stehenden Personen verhaftet worden, selbst dann, wenn sie sich bereits seit zehn Jahren von der Polittk ferngehalten haben. Es gibt viele Personen, die von einem Gefängnis in ein ande­res gebracht werden sollten, die aber niemals am Bestimmungsort eintrafen und von denen man nie wieder etwas gehört hat. In anderen Fällen find Gefangene nach dem Verlassen des Gefängnisses erschossen worden. Bewaffnete Männer drangen in die Gefängnisse ein, stießen die Wachen beiseite und bemächtigten sich der Ge­fangenen, deren Leichen später häufig am Straßen­rand gefunden wurden mit an der Brust befestigten Zetteln mit Aufichriften wieVerräter" oder Faschist".

Bezeichnend für die geradezu furchtbaren Zu­stände in den Straßen Madrids ist die Feststellung, daß es die Gefangenen trotz alledem noch vorzie­hen in den Gefängnissen z u bleiben. Denn ein Teil hätte hier "eine, wenn auch geringe Chance für sein Leben statt der hem­mungslosen Mord lu st des Pöbels aus- geliefert zu sein, der die Freigelassenen, besonders bei weiteren Siegen der nationalen Truppen, bis auf den letzten Mann niedermetzeln würde. Andere Gefängnisse werden als ,.G e Heimgefäng­nisse" von gewissen Organisationen beaufsichtigt. Es ist schwer zu sagen, was sich hinter deren Mauern abspielt. Die sechs Abgeordneten fordern, daß eine internationale Aktion zur Räumung Madrids von der Zivilbe­völkerung eingeleitet werden möge.

Erfolglose bolschewistische Angriffe.

Salamanca, 18. Dez. (DNB. Funkspruch.) Vvm Sonderberichterstatter des DNB. Im Heeres­bericht des Obersten Befehlshabers von Salamanca wird ein unter Einsatz von Tank und Artillerie durchgeführter bolschewistischer Angriff an der Guadalayara-Front gemeldet, der aber ohne Schwierigkeit von den nationalen Trup­pen habe a b g e w e h r t werden können. Die Roten hätten sich mit schweren Verlusten zurück­ziehen müssen. Auch in Asturien hätten die Kommunisten einen verzweifelten Angriff auf die

Mann Arbeitsdienst und 50 000 Mann Schupo zähle. Auch Italien habe eine starke Armee.

Für Frankreich handele es sich darum, die Unan­tastbarkeit seines Bodens zu erhalten. Es müßten daher die notwendigen Opfer gebracht werden, da­mit der Krieg sich nicht innerhalb der französischen Grenzen abspiele. Gewiß gebe es Reserven, aber man müsse auch an die Möglichkeit eines plötz­lichen Angriffs durch motorisierte Kräfte denken. Solange Frankreichs friedlicher Appell an alle Völ­ker nicht gehört werde, müsse Frankreich dafür sor­gen, daß es nicht leichte Beute von Nationen werde, die auf der Lauer lägen. Daladier oerftieg sich dann zu folgenden Worten:Wir müssen stark sein, da­mit kein Abenteurer die gefährlichen Hirngespinste von vor 1914 wieder aufnehmen kann. Wir müs­sen die Stärke mit unseren eiegenen Mitteln sicher­stellen. Darüber lasse ich niemals mit mir handeln, niemals!"

*

Was Mistler und Daladier über das deutsch- französische Verhältnis gesprochen haben, ist im Grunde genommen nichts Neues, nichts, was von den bekannten Ansichten Frankreichs zu diesem Thema abweicht. Dennoch möchten wir einige Sätze nicht unkommentiert lassen, weil sie gewisse Dinge falsch darstellen. Sie meinen, das deutsch-französische Problem sei eine Frage des Vertrauens, womit sie vollkommen Recht haben. Jedoch stellten sie dann die Dinge so dar, als ob Deutschland auf­rüste, damit es möglich raschbereit" sei. Dem­gegenüber müsse Frankreich stark sein, nicht um zu kämpfen, sondern um zu verhindern, daß es zum Kampf gezwungen werde. Diese Formulierung sieht so aus, als ob Deutschland der böse Feind Frank­reichs sei, dem man mißtrauen müsse. Wenn eine Nation Grund hat, einer Nachbarnation zu miß­trauen, dann ist das Deutschland. Wer hat denn unter Bruch der Vorfriedensversprechungen das Versailler Instrument geschaffen? Wer hat mit der Völkerbundsidee gröblich Mißbrauch getrieben? Wer ist in das Ruhr­gebiet eingebrochen? Wer hat D"utschland finan­ziell und wirtschaftlich ruiniert? Wer hat unaus­gesetzt mit Sanktionen gedroht und sie auch angewandt? Wer hat, um einen Fall aus der jüngsten Zeit zu nennen, das Bündnis mit den Bolschewisten geschlossen? Wir haben ganz gewiß allen Anlaß, von einem fehlenden Ver­trauen, zerstört durch die französische Politik, zu svrechen. Wenn wir unter diesen Umständen be­strebt sind, auch stark zu sein, dann ebenfalls nicht, um andere anzugreifen, sondern uns davor zu bewahren, kämpfen zu müssen.

f tr k

Gefängnissen

scher Parlamentarier.

nationalen Stellungen versucht. Auch hier hätten sich die Roten nicht durchsetzen können.

O e deutschen Seeftreitkräste in den spanischen Gewässern.

Berlin, 17. Dez. (DNB.) Der KreuzerN ü ru­ber g ", mit dem Befehlshaber der Aufklärungs­streitkräfte Konteradmiral Boehm an Bord, ist kürzlich durch das PanzerschiffAdmiral Graf S p e e" abgelöst worden und hat die Heimreise angetreten. An Bord des Panzerschiffes Admiral Graf Svee hat sich der Befehlshaber der Panzer­schiffe Konteradmiral von F i s ch e l eingeschifft. Auch die Boote Jaguar, Wolf, Iltis und Tiger der 111. Torpedobootsflottille befinden sich zur Zeit auf dem Heimmarsch nach Deutschland.

Verzweifelte Lage in Madrid.

Salamanca, 18. Dez. (DNB. Funkspruch.) Ein ausländischer Kaufmann, der sich bis zum 5. Dezember in der spanischen Hauptstadt ausgehal- ten hat, berichtet, daß die augenblickliche Lage m Madrid verzweifelt ist. Die wenigen Lebens­rnittel, die über einige noch offene Straßen von Valencia und Barcelona, genau wie Kriegsmaterial nach Madrid hereinkommen, reichen bei wei­tem nicht aus. Milch, Eier und Fleisch sind überhaupt nicht zu haben. In den Straßen sieht man von vor 7 Uhr morgens bis in den späten Nachmittag hinein Frauen und Kinder zu Hun­derten vor den Geschäften Schlange stehen, um kleine Rationen Eßwaren zu bekommen. Für die Jugend macht sich vor allem der Mangel an Milch bemerkbar. Die Säuglingssterblichkeit nimmt rapide zu. Trotz der Einführung von L e - bensmittelfarten bekommen die Einwoh­ner die darauf verzeichneten Eßwaren nicht zu kau­fen, da überhaupt keine Lager mehr be­stehen. Schlimm ist auch die K o h l e n n o t. Die­jenigen, die sich noch im Sommer einen genügenden Vorrat angeschafft hatten, müssen jetzt erleben, daß die Kommunisten die Kohlenvorräte für sich be­schlagnahmen. Die Bevölkerung geht allmäh­lich dazu über, Möbel und sonstige Gebrauchsgegen­stände zu verbrennen.

Mit Bekanntgabe der neutralen Zonen, in die General Franco der nicht kämpfenden Ma­drider Zivilbevölkerung, Frauen und Kinder, einzu­ziehen empfahl, hatten die MadriderBehörden" nichts eiligeres zu tun, als s i ch selbst dort in Sicherheit zu bringen. Gesindel in irgend welchen Uniformen, das sichMiliz" nennt, durchzieht grö­lend und singend die Straßen. Haussuchungen mit anschließender Ermordung sind nach wie vor an der Tagesordnung. Wehrlose Ge­fangene zu foltern und zu zerstümmeln, gehören xumSport" der jüdisch-bolschewistischen Anführer. Die Verteidigungsarbeiten vor den To­ren Madrids werden Passanten und Kaffee- hausgaftenauferlegt".

Eingeständnisse spanischer Freimaurer.

Berlin, 17. Dez. (DNB.) DerDeutsche Dien ft" schreibt: Es ist nicht leicht, über die Um­triebe der Freimaurerei authentisches Material her­beizubringen. Die Freimaurerei agiert hinter dichten Nebelschleiern. Es gibt aber Momente, wo sie gezwungen ist, den Schleier etwas zu lüften, so jetzt eben in Spanien. Es ist bekannt, daß in der Regel nur vermögende und einflußreiche Leute der Ehre" teilhaftig werden, alsBrüder" Aufnahme zu finden. Solche Leute sind aber in den Augen des Proletariats" nichts anderes als verhaßteBour­geois". Auch in Spanien muß das die Masse der Roten, die natürlich von der engen Verfilzung ihrer Führer" und Drahtzieher mit der Freimaurerei nichts weiß, empfunden haben. Jedenfalls hielt es die spanische Freimaurerei für nötig, den Beweis zu erbringen, daß sie den marxistischen Mas­sen freundlich gesonnen sei. In der Zei­tungA B C" vom 20. Oktober dieses Jahres, die, wie alle Blätter im roten Gebiet, von bolschewisti­schen Arbeiterräten Herausgegeben wird, findet sich nachfolgende Erklärung:

Die augenblickliche Lage Spaniens ist so außer­ordentlich und tragisch, daß wir uns gezwungen sehen, unser übliches Schweigen $u brechen. Die spanische Freimaurerei ift völlig, total und absolut auf der Seite der Volksfront, auf der Seite der legalen Regierung und gegen den Faschismus."

In einer anderen TageszeitunaE l Dia G r a f i c o", Barcelona, vom 15. Oktober, führen die Freimaurer eine noch offenere Sprache:Dank der weisen Voraussicht der Freimaurer war ein großer Teil der Kommandos in derGuardia civil" und derGuardia de asalfo" (von der Re­publik einens geschaffene Polizeitruppe) schon vor dem 18. August in den Händen zuverlässi­ge r Republikaner. Freimaurer waren es, die es erreichten, daß der größte Teil der Kriegs- s ch i f f e sich auf die Seite der Volksfront stellte und die aufständischen Offiziere gefangen setzte. Frei­maurer waren die Flieger, die sich an die Spitze unserer Luftflotte stellten. Die Führer unserer meisten Heeresabteilungen sind Freimaurer. Freimaurer sind in der Mehrzahl diejenigen, die in der Presse, auf dem Red­nerpodium. vor dem Mikrophon das Feuer in Glut halten. Freimaurer auch die, welche den Sieg in der Etappe (!) vorbereiten helfen. Freimaurer endlich jene, die im Ans­tande (!) sich ein setz en, daß die Neutralität aufgegeben wird."Freimaurer waren es, die ..." ein Selbsterzeuanis der Freimaurer über ihre enge Zusammenarbeit mit dem Bolsche­wismus, ihre systematische Vorbereitung und Un­terstützung der roten Terrorherrschaft, wie es offe­ner und zynischer nicht gedacht werden kann. Die beiden Erklärungen im , ABE" undEl dia Gra- fico" sind Dokumente, die die bekannte internatio­nale Verfilzung von Judo-Bolschewismus und jüdisch geleiteter Freimaurerei einwandfrei beweisen.

Oie Armeesprache in Belgi-n.

Die Flamen setzen Zweisprachigkeit durch.

Brüssel, 17. Dez. (DNB.) Der Minister für die Landesverteidigung, Generalleutnant Denis, hat in der Kammer den Gesetzentwurf über den Sprachengebrauch in der Armee ein- gebracht. Mit diesem Gesetzentwurf kommt die Re­gierung hauptsächlich, einer Forderung der Flamen nach, die, nachdem sie die Gleichberechtigung ihrer Ansprüche im Unterrichtswesen, in der Verwaltung und im Gerichtswesen durchgesetzt hatten, seit eini­ger Zeit bestrebt waren, dem flämischen Volksteil auch in der Armee zu seinem Recht zu verhelfen. In dem Gesetzentwurf ist vorgesehen, daß d i e Offiziere, die meist nur das Französische be­herrschen, künfiig beide Landessprachen sprechen müssen. Die Lehrgänge auf der Mili­tärschule sollen künftig zweisprachig sein. Der Verkehr mit den einzelnen Schülern erfolgt i n der Muttersprache. Für die Zukunft find eigene flämische und wallonische Re­gimenter vorgesehen. Befehle, Kommandos, Ausbildung und Verwaltung erfolgen ausschließlich in der Sprache der betreffenden Einheit, so daß künftig der Zustand beseitigt wird, daß bei den Fla- men Mannschaften und Offiziere sich nicht verstan­den. Der Gesetzentwurf sieht ein Ueberaangsreaime bis zum Jahre 1938 vor, in dem die Bildung der nach der Muttersprache getrennten Regimenter durchgeführt wird.

Kleine politische Nachrichten.

In Ostoberschlesien wurden mehrere reichsdeutsche Zeitungen beschlag­nahmt, so die in B<mthen «O.-S.) ersch-inende Ostdeutsche Morgenpost", derOberschlesische Wan- derer" in Gleiwitz und dasBerliner Tageblatt", wegen des Berichtes über die Hauptversammlung bes polnischen Westoerbandes in Kattowitz, der neue Maßnahmen gegen das Deutschtum in Ost­oberschlesien verlangte.

*

WieDaily Telegraph" berichtet, planen die ara­bischen Anführer einen neuen Ausstand in Palästina, entweder am Tage der Abreise der britischen Untersuchungskommission oder der Nebi Musah-Festlichkeiten, da an diesem Tage der reli­giöse Fanatismus feinen Höhepunkt erreichen werde. Von dem nach dem Irak geflüchteten F a u z i Bey werde eifriger Waffenschmuggel betrieben.

*

Der rumänische Außenminister Antonescu hatte in Paris mit Außenminister Delbos, dem Generalstabschef G a m e I i n , dem ßuftfahrtmmi» fter C o t und dem Verteidigungsminister Dala­dier Besprechungen über die diplomatische und militärische Rolle der Kleinen Entente m Mittel- und Osteuropa und die Ausrüstung der nirnäntfchen Armee. Die enge Zusammenarbeit der Kleinen Entente und Frankreich wurde nach allen Richtun-gen hin untersucht.