Ausgabe 
18.9.1936
 
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1. August eine

dem

unter

Hambu I IchuWff de s am Donner

der Regierung eingeleiteten Schlichtungsver­handlungen im Arbeitsstreik in der Silier

Paris, 17. Sept. (DNB.) Ministerpräsident Leon Blum führte in einer Rundfunkrede u. <u aus: Frankreich habe in seiner riesigen Mehrheit seine Anhänglichkeit an die U e berlieserungen der Französischen Revolution gewahrt. In diesem Sinne sei der frar^ösische Staat ein de­mokratischer Staat. Die Geschichte des letz­ten Jahrhunderts habe bewiesen, daß die demokra­tischen Regime mindestens ebenso stabil gewesen seien, wie die Regierungssysteme, die auf der All­macht eines Mannes beruhten, selbst wenn diese Allmacht durch ein Genie zum Ausdruck gekommen sei. Seit drei Monaten habe die Regierung sehr wichtige soziale Reformen in Gang gebracht. Sie habe es getan, ohne daß auch nur ein einziger Zu­sammenstoß (!) zwischen den Bürgern erfolgt sei, ohne daß auch nur ein einziges Mal die Ordnung auf der Straße gestört (!!), ohne daß auch nur eine Einrichtung umgestoßen, ohne daß auch nur ein Bürger beraubt worden sei. So werde es, glaubt der Ministerpräsident prophezeien zu können, eben­falls morgen sein, und er schließt daraus, daß De­mokratie das Gegenteil der Anarchie sei.

Obgleich Frankreich sein volles Vertrauen in seine Jahrhunderte alte Werbekraft behalten habe, beab­sichtige es nicht, irgendeinem Volk die Grundsätze, die es für die weisesten und gerechtesten halte, vor­zuschreiben. Frankreich achte ihre Souveränität ebenso, wie es seiner Souveränität zur Achtung verhelfen wolle. Frankreich wolle m i t a l l e n V ö l- kern der Welt in Frieden leben, gleich, wie ihr inneres Regime sei. Frankreich bemühe sich, gegenüber allen Völkern der Welt d i e K o nflikts- Ursachen, die eines Tages Quellen eines Krieges fein könnten, zu vermindern. Der französische Friede habe für die Völker die Freiheit, über sich selbst zu bestimmen, zur Voraussetzung. Er setze die Gleichberechtigung zwischen den Staaten, ob sie groß oder klein seien, voraus, ebenso wie zwischen den Einzelwesen. Er setze die Brüderlichkeit, d. h. die allmähliche Ausschaltung des Krieges, bie Soli­darität gegen den Angreifer, die mora­lische and materielle Abrüstung voraus. Frank­reich sei bestrebt, den Völkerbundssatzungen immer mehr Kraft und Wirksamkeit zu verleihen. Frankreich bemühe sich, den gegenseitigen Beistand zu organi­sieren und den Rüstungswettlauf anzuhalten.

Die Geschichte zeige, daß ein wirklicher und fester Frieden weder auf der Ungerechtigkeit noch auf dem Egoismus beruhen könne. Die Berücksichtigung des gegenwärtigen Zustandes der Welt veranlasse jeden aufrichtigen Beobachter" zu der Auffassung, daß der einzige, wirkliche und beste Friede der allge­meine Friede sei, und daß die einzigen gangbaren Lösungen (!) der europäischen Probleme allge­meine Regelungen feien. Der Frieden müsse allgemein fein, da der Krieg allgemein wäre. Dies begründete Blum mit der Behauptung, daß es eben keinen einzigen bewaffneten Streit im gegen­wärtigen Europa gebe, den man zu beschränken glauben könnte.. Diese Ueberzeugung drücke die Regierung aus, wenn sie von der kollektiven .Sich schalt uni) von dem unteilbaren

Frieden spreche. Diese Ueberzeugung habe die Regierung, wenn sie ihre Treue zu den abgeschlosse­nen Pakten bekräftige, und wenn sie gleichzeitig ihre feste Absicht kund tue, sie auszudehnen bis zu einer universellen Organisa­tion. Dieser Friedenswille werd/ von dem fran­zösischen Volk einmütig empfunden. Aber ebenso, wie es einmütig den Frieden wolle, wäre es mor­gen gleich wie zu allen Stunden seiner Geschichte einig, wenn es sich darum handeln sollte, d i e Sicherheit des Vaterlandes zu gewähr­leisten und erst recht, wenn es darum ginge, fein

beschlossen worden fei, b i e revolutionär« Agitation in Frankreich z u verstärken Die Kominterntagung habe beschlossen, zahl' reiche Ausländer nach Frankreich entsenden. Alles hänge augenblicklich davon ab, weit die Sowjets die innerpolttische Zersetzung* Frankreich bereits als genügend fortge' schritten erachteten. Ihr Vorhaben sei, do« Sowjetsystem in Frankreich einzuführen. Del marxistische Gewerkschaftsverband EGT. soll nci einer gewissen Reinigung für diese Aufgabe M einzige Organisation werden. Die Reise von Thoi/I nach Moskau sei daher von besonderer Wichtigkeit denn durch Thorez werde wahrscheinlich die!« neue Moskauer Anordnung, die die volutionierung technisch in Gang setzen solle, na<t Paris gebracht werden.

ter General Ascencio eine vernichtende Niederlage beizubringen. Die roten Truppeen sollen 508 Tote, darunter 5 Offiziere und zahlreiche Gefangene verloren haben. Unter den Gefangenen befinde sich der Sohn Generals Ascentios. In die Hände der Nationalisten sei ferner zahlreiches Kriegsmaterial, darunter zwei Panzerwagen, und eine vollständige Flakbatterie aefallen. Der Kom­mandant der Streitkräfte der Madrider Regierung, Riguelm, fei wegen des Fehlfchlagens feiner Offensive vor dasV o l k s g e r i ch t" in Madrid gestellt und verurteilt worden. General Franco meldet, daß feine Truppen bei Toledo neuer­lich beträchtlich v o r g e ft o ß e n feien und ein Ge­schütz sowie zwei Funkapparate erbeuten konnten. Ferner soll es gelungen sein, vier rote Flie­ger abzuschießen. Im Alkazar de San Juan in Andalusien haben nationalistische Flugzeuge den Flughafen und das Benzindepot der Roten mit Brandbomben belegt. Drei Flugzeuge seien zerstört und der ungefähr 5000 Liter Benzin fassende Tank in Brand gesetzt worden.

Dampfer ,,Bestes mit 616 Flücht­lingen in der Gironde-Mündung.

P a u i l l a c (Gironde-Mündung), 18. September. (DNB.) Der deutsche DampferBessel" traf am Donnerstagabend in der Gironde-Mündung mit

616 Flüchtlingen, darunter neun deutsche, Staatsangehörigen aus Bilbao all Bord, ein. Die übrigen 607 Flüchtlinge sind Aus­länder, unter ihnen 54 Franzosen, 459 Spanier, 10 Oesterreicher, 26 Argentinier, 32 Kubaner, außer« dem Italiener, Amerikaner, Belgier, Schweden usw. Dieser Transport war der erste, der nach den neuen Anordnungen der französischen Regierung nicht mehr in die Häfen St. Jean de Luz und Bayonne geleitet wurde, sondern in die Gironde-Mündung. Es muß hervorgehoben werden, daß die französi. scheu Behörden und die Gendarmen sich mit be­sonderer Hilfsbereitschaft dieses ersten Flüchtlings« transportes angenommen haben, der in ihr Gebiet geleitet wurde. DampferBesfel" wurde am Pier vom deutschen Konsul in Bordeaux emp. fangen, der sofort die deutschen Flüchtlinge in seine Obhut nahm, aber auch den übrigen Flüchtlingen in jeder Weise zur Seite stand. Die Flüchtlinge klagten über großen Lebensmittelmangel in Bilbao und ließen sich die Kommisbrotstullen auf der Besfel" gut schmecken. Der jüngste Flüchtling war ein 120 Tage altes Kind.

Sevilla, 17. Sept. (DNB.) Das Pressebüro der 2. Division der Militärgruppe in Sevilla ver­öffentlicht Einzelheiten über das Wüten der kom­munistischen Horden.

In G u a d-a l c a n a l wurde 41 Einwohnsr er­mordet. Zum Teil wurden sie hinterrücks auf der Straße erschossen und zum Teil aus den Wohnun­gen verschleppt, zusammengebunden, in die Nähe des Friedhofes gebracht und dort erschossen. Bei vielen trat der Tod erst nach Stunden ein. In Lora del Rio begann das Blutbad der marxistischen Hor­den damit, daß der Polizeihauptmann auf das Rat­haus bestellt wurde. Auf dem Rathausplatz wurde er beschossen. Von 18 Kugeln durchbohrt, brach er tot zusammen. An diesen Mord schloß sich dann ein zügelloses Hinfrachten zahlreicher männlicher Einwohner an, so daß viele Familien aller männlichen Mitglieder beraubt wur­den. Bereits am 23. Juli hatten die Kommunisten damit begonnen, alle Kirchen undKapellen niederzubrennen und die Geistlichen einzu­kerkern. Die vom Revolutionskomitee zum Tode verurteilten Einwohner mußten auf dem Friedhof ihre eigenen Gräber ausheben und wurden dann an deren Rand gestellt. Die vertierten Horden gaben Salven auf die Beine der Unglück­lichen ab, so daß sie in die Gräber hinein-

Die Wiener Dreierkonferenz.

Die italienische Außenpolitik tritt in eint neue aktive Phase ein".

Rom, 17. Sept. (DNB.) Im Zusammenha^ mit der Wiener Zusammenkunft der Außenminisie-' Italiens, Oesterreichs und Ungarns kündigtGiK nale d'Jtalia" an, daß die italienische Außenpoliü in eine neue aktive Phase trete. Es fön*11 nur wiederholt werden, daßder politische tlff lienisch-österreichisch-ungarifche Verein", der butf das deutsch-österreichische Uebereinfommen und W praktische italienisch-deutsche Freundschaftspolitik gänzt werde, weder einen Block bilde, w irgendeine Oppositionstendenz Vielmehr könnte man ihn in großen Linien in r nen Rahmen der regionalen Verstands g u n g e n stellen, die von Frankreich und der M nen Entente befürwortet werden.

Die Wiener Zusammenkunft gehe von den rew' stijcherr Feststellungen der verschiedenen P*c'

Textilindustrie haben am Donnerstag z u einem Abschluß geführt. Nach fast 30ftünbiger Be­ratung zwischen den Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist schließlich am späten Abend des Donnerstag doch noch eine Einigung z u - stände gekommen. Es wurde ein Abkommen ausgearbeitet, das die Wahl von Ver­trauensmännern der verschiedenen Betriebs­zweige eines Werkes oorsieht. Diese Vertrauens­männer der Belegschaft sollen von der Werkslei­tung stets zur Aussprache empfangen werden, und ihre Bezahlung soll dem mittleren Lohne ihrer Arbeitskategorien entsprechen. Weiter sieht das

Gebiet zu verteidigen. Frankreich wäre einig, um gegen jeden Druck oder jeden Einspruch die volle Freiheit seiner Entschlüsse aufrechtzuerhalten. Frankreich wolle niemand zwingen, werde sich aber weder mittelbar noch unmittelbar von irgendjemand zwingen lassen. In dieser Auffassung wolle Fran!« reich in die bevorstehenden internationalen 23er« Handlungen gehen. Diesenneuen Beitrag" nach jo viel Beiträgen alten oder neuen Datums beabsich tigte es zu dem notwendigen Friedenswerk zu leisten.

Abkommen rückwirkend vom Lohnerhöhung für alle

Frankreichs Außenpolitik.

Eine Rundfunkansprache des Ministerpräsidenten Leon Blum

Durchschnitt liegenden Löh ne vor. Eine weitere allgemeine Lohnerhöhung von 6 v. H. soll am 1. Oktober in Kraft treten. Außerdem soll ein ständiger Ausschuß eingesetzt werden, um der Aufgabe, die Löhne den Le­benshaltungskosten anzugleichen. Ein Schlichtungsausschuß soll in Zukunft für die sofortige Beilegung aller Arbeitskonflikte ge - schaffen werden. Vergeltungsmaßnahmen von der einen oder der anderen Seite dürfen nicht ergriffen werden.

Diese Einigung zwischen Arbeitgebern und Ar­beitnehmern konnte jedoch erst erzielt werden, nach­dem Ministerpräsident Blum im Namen der Re­gierung den Arbeitgebern noch einmal die unbedingte Versicherung gegeben hatte, daß e r - neute Fabrikbesetzungen und Still­legungen der Textilwerke im Silier Industrie- gebiet nicht geduldet werden würden.

Vor einem kommunistischen Generalangriff.

Thorez hott neue Anweisungen aus Moskau

Paris, 18. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Figaro" wirft dis Frage auf, ob der Generalsekre-

Die Einwohnerschaft ganzer Städte hingemordet

Augenzeugenberichte aus der Provinz Sevilla.

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anerkennend

Einigung im französischen Tertitarbeiterstreik

Blum verspricht, Fabrikbesehungen künftig nicht zu dulden.

würden, weil die Juden die deutschen Fahrzeuge boykottierten. Tatsächlich habe dieser Boykott genau d i e entgegengesetzte Wirkung gehabt. Gerade weil sich die Juden geweigert hätten, mit den großen deutschen Dampfern zu fahren, bestünden die reichen und wohlhabenden Christen Englands und Amerikas darauf, auf diesen Schiffen zu reifen. Die Deutschen, so schließt die Glosse derEvening Standard", stellen heute im transatlantischen Passagiergeschäft einenRekord auf.

Veamtenschlendnan in Sowjetrußland.

Petroleumzug in Flammen.

Moskau, 17. Sept. (DNB.) Wie diePrawda" aus Rostow meldet, ereignete sich auf der Strecke nach Baku durch den Zusammenstoß einer Sokomotive mit einem Petroleumzug ein ent­setzliches Brandunglück, dem zahlreiche Men­schenleben zum Opfer fielen. Entgegen den bestehen­den Vorschriften und trotz mehrmaliger Warnung durch den Streckenwärter ließ der Führer einer Ma- növrierlokomotive diese auf einer blockierten Strecke halten. Ein Petroleumzug, der diese Strecke befuhr, stieß auf die Sokomotive. Dabei geriet der Zug in Brand und mehrere Oeltanks gingen in d i e Luft. Das Feuer {prang auf einen auf dem Nebengleis haltenden Zug über, von dem drei Wagen der dritten Klaffe verbrannten. Da erst aus den nächstgelegenen kau­kasischen Städten die Feuerwehren Herbeigeholt wer­den mußten, kamen viele Reisende in den Flammen um. Obwohl der schuldige Lokomotiv- führer mit seiner Maschine auf dem verbotenen Gleis hielt, hatte auch der Streckenwärter nichts unternommen, um den Petroleumzug rechtzeitig zum Halten zu bringen. Lieber die Zahl der Opfer wird bisher Stillschweigen bewahrt.

Moskaus Wühlarbeit in Litauen

DieBolksfront"als Mittel kommunistischer

Zersetzungstaktik.

K o w n o, 17. Sept. (DNB.) Der Chef des litaui­schen Sicherheitswesens, Povilaitis, hat im Rundfunk und in Versammlungen über die Tätig­keit der Kommunisten in Sitauen gesprochen. Auch die litauische kommunistische Partei habe Anwei­sungen aus Moskau erhalten, mit den Sozialdemokraten und Volkssozialisten in Verbin­dung zu treten, um eineVolksfront" zu bil­den. Parteien und Organisationen, die sich der Volksfront anschließen wollten, könnten auch st i 11 e Teilhaber" werden! Die Presse brauche nur auf den Nutzen derVolksfronten" für das Volk in anderen Sündern hinzuweisen. Die Kommu­nisten forderten nicht, daß die Sozialisten ihre Kritik an der kommunistischen Sehre aufgeben, ebenso wie sie sich das Recht vorbehielten, die Sehre der mit ihnen gehenden Organisationen zu kritisieren. Die Kritik müsse sich' nur in Grenzen bewegen, die nicht ein einheitliches Vorgehen gegen den Fa­schismus gefährden. Die Kommunisten hätten von der Komintern die Anweisung erhalten, nicht bei den Parteispitzen, sondern bei den breiten Massen der anderen sozialistischen Parteien an- zufangen und insbesondere auch die Stuben» t e n heranzuziehen. Tatsächlich hätten sich einige jüdische Stubentenorganifationen

stürzten. Obwohl die Unglücklichen fast alle n o ch am Leben waren, wurden die Gräber sofort zugeschüttet. Aus der verkrampften Haltunz der Leichen tonnten die nationalen Truppen bei den Wiederaus-grabungen feststellen, daß sie erst nach langen, furchtbaren Qualen verschieden waren. Bei diesen Morden mußten andere z u s e h e n , dir später auf dieselbe grausame Weise ermordet mür­ben. Ganze Familien würben mit unvorstellbarer Roheit hingerichtet. Man tötete am ersten Tag ein Kinb, am zweiten ein andreres und dann nachein­ander an jedem Tag so fort die ganze Fami« He, so daß die Qual der lleberlebenben ins llner« rneßliche gesteigert würbe. Insgesamt sind in dm Städtchen 138 Personen ermordet worden, darunter 20 Polizeibeamte. Alle diese Schilderungen stammen von Augenzeugen.

In der inzwischen von den nationalistischen Trup­pen befreiten Stadt Baena (Provinz Cordoba) sind im Altersheim acht Insassen im Alter von 65 bis 87 Jahren von der roten Miliz durch A xt- hiebe getötet worden. Auf die gleiche Weife haben die entmenschten Horden ferner eine 79jäh« rige Nonne sowie mehrere Kinder im Alter van drei bis sieben Jahren hingemordet. Bis zur Ein­nahme durch die Nationalisten sind in der kleinen Stadt 91 Einwohner dem roten Terror zum Opfer gefallen.

«jsvoük Aufbau gestellt we garn und Kationen ten und übereinst'n bühne **n

London, 18. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die blutige Herrschaft der kommunistischen Mordbanden in Malaga wird in einem Sonderbericht desDaily Telegraph" geschildert. Die Hinmetzelung der Ein­wohner, die sich nicht offen zu derSache der Ar­beiter" bekennen, ist inkleine Tötungen undor gariif ierte Tötungen" eingeteilt worden. Außerdem erschießen die Kommunisten jedesmal, wenn Flugzeuge der Nationalisten Bom­ben auf die Stadt abwerfen, 4 8 Geiseln. Die Tatsache, daß seit zwei Wochen keine Luftangriffe mehr unternommen worden sind, wird auf diese Racheakte zugeführt. Die Opfer derkleinen Tötun­gen" find diejenigen, die von den Mordbanden i n - folge privater Streitigkeiten oder ge­ringfügiger Vergehen, wie der Nichtzahlung von Privatschulden, ausgesucht werden. Ein Gläubiger, der das ihm geschuldete Geld nicht erhalten hat, kann mit mehreren bewaffneten Freunden in der Wohnung seines Schuldners erscheinen, chn zu einem geeigneten offenen Platz bringen und ihm dort durch den Kopf schießen. Voruberkom- mende wagen es nicht, stehen zu bleiben oder auch nur das geringste Zeichen des Erstaunens ober bes Schreckens zu zeigen. Dieorganisierten Tötungen" werben von einem ber zahllosenSicherheits- ausfchüffe" burchgeführt, die bie Runde durch die Gefängnisse machen, täglich 4 0 oder 5 0 Opfer herausholen und sie erschießen gewöhnlich in der Nähe des Friedhofes, aber manchmal auch im Geschäftsviertel. Die Leichen werden stundenlang liegen gelassen, bevor sie von denBegräbnislastwagen" zu Gruben am Rande ber Stabt gebracht werben. Mehrere Jugenb- liche, von benen keiner über 16 Jahre alt war, würben erschossen, weil sie als Faschisten be­trachtet wurden.

Währenb ber Luftangriffe war es üblich, baß Tausenbe von Leuten in bie Umgebung der Stabt flüchteten, sobalb sich die Flugzeuge der Nationalisten näherten. Dem wurde burch kommu­nistische Patrouillen ein Enbe gemacht, die eine Kette um d i e Stadt bilden und jeden n i e d e r s ch i e h e n, ber sich in Sicherheit bringen will. Es ereigneten sich Greueltaten, die beinahe über das Glaubhafte hinausgehen. So war es nicht ungewöhnlich, zu beobachten, wie ein jungerFrei­williger" bie Ohren eines Opfers aus ber Ta fch e z o g und sie feinen Freunden zeigte, mit denen er im überfüllten Kaffee faß. In den letzten Wochen war es allgemein üblich, Benzin- Fannen über Opfer auszugießen und sie mit Streichhölzern anzuzünden. Der sogenannte öffentliche Sicherheitsausschuß" hat angekündigt, baß alle noch lebenben Nichtkommuni- ft e n getötet werben würben, wenn bie Natio­nalisten heranmarfchierten.

Schwere Niederlage der Noten bei Talavera.

Lissabon, 18. Sept. (DNB. Funkspruch.) Ge­neral Queipo be Llano gab bekannt, baß es ben nationalen Truppen bei Talavera gelungen fei, ben Streitkräften ber Mabrider Regierung um

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derVolksfront" angefchloffen und versucht, auch andere linksgerichtete Studenten­organisationen zu gewinnen, jedoch ohne Erfolg.

Povilaitis legte dann noch dar, daß in L i t tauen kein natürlicher Boden für eine solcheVolksfront" gegeben fei. Die Fabrikarbeiter machten in Litauen nur einen kleinen Bruchteil der Bevölkerung aus und die Drahtzieher derVolksfront"-Bestrebungen, die Juden, nur insgesamt 7 v. H. Von den litauischen Kommunisten seien 53 v. H. Juden und darunter wieder 25 v. H. Jüdinnen. Der Nationalismus werde nur dann gegen den Marxismus siegen, wenn er eine größere Aktivität gegen ihn entwickele.

Kommunismuspazifistisch" getarnt.

Die Taktik der Komintern in Polen.

Warschau, 18. Sept. (DNB. Funkspruch.) Expreß Poranny" weist darauf hin, daß in den kürzlich beschlagnahmten kommunistischen Archiven eine Fülle von Berichten über pazifistische Ver­sammlungen gefunden worden fei. Die Nachprüfung habe ergeben, daß die kommunistische Partei allent­halben Kundgebungen veranstaltet hat, bei denen entsprechende Entschließungen angenommen worden feien. Es habe sich gezeigt, daß viele Veranstalter und Teilnehmer solcher Antikriegsoersammlungen gar nicht gewußt haben, daß die Versamm­lungen von kommuni st ischer Seite ver­anlaßt wurden. So fei in Czenstochau das Ver­sammlungslokal durch den Verband der pol­nischen Reservisten zur Verfügung gestellt worden, und in Wilna fjabe sich sogar e i n (3 e i ft= licher mit einer großen Anzahl seiner gläubigen Gemeindemitglieder unter ben Unterzeichnern bes angeblich pazifistischen und tatsäch­lich kommuni st ischen Versammlungsbeschlus- ses befunben. Auf bem Umwege über bie Anti­kriegsagitation seien kommunistische Kreise in eine ganze Reihe polnischer Organisationen eingebrungen und haben bork beherrschenben Einfluß ge­wonnen.

Moskaus Telephonbetriebe an 124. Stelle.

NSG. lieber bie Entwicklung des Moskauer Telephonbetriebes kann man in ber offiziösen Jswestija" vom 16.8.1936 (Nr. 190) u. a. folgen­des lesen:... Das Bestreben zahlreicher Behorben unb Unternehmen, sich einen Fernfprechanfchluß legen zu lassen, bleibt in ber Mehrzahl der Fälle erfolglos. Was bie Bürger Moskaus anbe­langt, so ist für jie bie Anschaffung eines Fern­sprechers für persönliche Benutzung fast ganz ausgeschlossen. In Moskau müssen die Fern­sprechapparate bis auf den heutigen Tag buchstäb­lich nach einem bestimmten Plan ver­teilt werden. Wie weit Mosau in der Entwick­lung seines Fernsprechbetriebes zurückgeblieben ist, Ist daraus zu ersehen, daß von 130 Welt­städten mit einer Bevölkerung von über 200 000 bie Stadt Moskau an 124. Stelle steht. Laut statistischen Angaben vom Jahr 1935 kommen in Moskau auf j e 100 Einwohner nur 3,3 Fernsprecher, während es in Washington und San Franzisko 35, in Chikago 25, in Paris 14.4 ufw. sind..

Oie rote Bluiherrschast in Malaga.

Flüchttinge erzählen von unvorstellbaren Grausamkeiten der Kommunisten

Paris, 18. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die von I tär der kommunistischen Partei T h o r e z mit neuen ~ ..... ~ ' ' ' ' - Anweisungen aus Moskau zurückkommen werde

- Das Blatt glaubt zu wissen, daß bereits auf btt letzten Kominterntagung in Moskau Ende August

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