Ausgabe 
18.8.1936
 
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anzutreffen. Wer Pilze sammelt, sollte nur solche Arten nehmen, die ihm sicher als eßbar bekannt sind. Ist er über die Genießbarkeit im geringsten Zweifel, so wende er sich an eine Pilzberatungs­stelle. Allgemein gültige Erkennungszeichen und Prüfungsmittel zur Unterscheidung von eßbaren und giftigen Pilzen gibt es nicht. Weder das Vor­handensein von Milchsaft oder die klebrige Beschaf­fenheit des Hutes, noch die Braunfärbung eines in das Pilzgericht getauchten Löffels oder die Ver­färbung einer mitgekochten Zwiebel deuten auf An­wesenheit von Giftpilzen. Allein die genaue Kennt­nis der besonderen Merkmale der einzelnen eßbaren und der giftigen Pilze schützt vor schädlichen Fol­gen des Pilzgenusses. Besonders hüte man sich vor den gefährlichsten aller Giftpilze, den Knollen­blätterschwämmen, von denen der grüne Knollen­blätterschwamm (Amanita phalloides), der statt einiger eßbarer grüner Täublingsarten oder statt des eßbaren Grünlings gesammelt wird, die meisten tödlichen Vergiftungen verursacht. In den letzten Jahren sind zahlreiche Vergiftungen auch durch den Pantherpilz verursacht worden, der statt des eß­baren Perlpilzes gesammelt wurde.

Um die Kenntnis der Pilze zu verbreiten und damit der Gefahr der Pilzvergiftung nach Mög­lichkeit entgegenzuarbeiten, hat das Reichsgesund­heitsamt einen Ueberblick über die wichtigsten eß­baren und schädlichen Pilze im Pilzmerkblatt ge­geben, das unter Mitwirkung des Botanischen Mu­seums in Berlin-Dahlem und der Deutschen Ge­sellschaft für Pilzkunde bearbeitet ist und durch den Buchhandel bezogen werden kann. (Preis 90 Pf.)

Zeigen sich nach dem Genuß von Pilzen Erschei­nungen, die den Verdacht einer Vergiftung erregen, so versäume man keine Zeit, für ärztliche Hilf^ zu sorgen. Bis solche zur Stelle ist, muß man sich be­mühen, das Gift aus dem Magen zu entfernen. Falls Erbrechen nicht bereits erfolgt ist, rufe man es dadurch hervor, daß ein Finger tief in den Rachen gesteckt wird. Die schädliche Wirkung des Genusses giftiger Pilze äußert sich gewöhnlich nach einigen Stunden, bei den Knollenblätterschwämmen trifft sie meist erst nach 8 bis 40 Stunden ein. Hilfe kommt bei der Erkrankung nach Genuß von Knol­lenblätterschwämmen vielfach zu spät.

Oie Lehrer in der Front der Arbeit.

Der Gauobmann des RS.-Lehrerbundes, Mini­sterialrat Ringshausen, teilt mit: Zwischen dem RS.-Lehrerbund und der RS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude" ist am 1. Juni 1936 ein Ab­kommen geschlossen worden, wonach der RS.- Lehrerbund körperschaftlich der RS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude" beigetreten ist. Dadurch ge­langen alle Mitglieder des RS.-Lehrerbundes, ohne persönlich eine weitere Mitgliedschaft erwerben zu müssen, in den vollen und ungeschmälerten Genuß aller Vergünstigungen der RS.-GemeinschaftKraft durch Freude" beim Besuch von Theatern, Kon­zerten, von Ferienreisen, Wanderungen und allen sonstigenKraft-durch-Freude"-Leistungen. Allein die Tatsache dieser zukünftigen Gemeinschaftsarbeit hat noch einen viel tieferen Sinn. Welche Bedeu­tung der nationalsozialistische Staat dem Lehrer zu­mißt, ergibt sich daraus, daß er ihm sein kostbarstes Gut, die Jugend, anoertraut hat. Zu dieser ihm auferlegten heiligen Verpflichtung, die einen ganzen Mann erfordert, tritt durch das neue Abkommen eine weitere wesentliche Aufgabe, Brückenbauer der Volksgemeinschaft zu sein im Geben und Emp- sangen des Erlebens der Arbeit. So werden sich auf der Ebene des Feierabends der Lehrer und der Arbeiter der Stirn und der Faust verstehen, ergänzen und wertschätzen lernen. Aus dieser Ver­bindung aber werden neue geistige und moralische Kräfte zum Nutzen des gesamten Volkstums heran­reifen.

Reichskolonialbund, Ortsverband »Gießens

Der Reichskolonialbund, Ortsverband Gießen teilt uns mit: Rach Gründung des Reichskolonial­bundes unter Führung des Generals Ritter von Epp hat sich dieVereinigung für koloniale Wie­dergewinnung" in Gießen aufgelöst und führt seit­dem den NamenReichskolonialbund, Ortsverband Gießen". Die Geschäftsstelle befindet sich imBurg­hof" (früher Caf6 Ebel) im Burggraben.

Gießener Dochenmarktpreise.

* Gießen, 18. Aug. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, % kg 1,55 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, inländische, Klasse B 12, Klasse C 11%, aus­ländische, Holländer 12%, Wirsing, % kg 8 bis 10, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün 15 bis 20, gelb 20 bis 25, Erbsen 15 bis 30, Tomaten 25 bis 30, Zwiebeln 8 bis 10, Pilze 20 bis 25, Kartoffeln, neue, % kg 5 Pf., 50 kg 4,50 Mark, Frühäpfel, % kg 15 bis 40 Pf., Falläpfel 6 bis 8, Birnen 15 bis 30, Pfirsiche 60 bis 65, Pflaumen 20 bis 25, Zwetschen 20 bis 25, Mirabellen 25 bis 32, Renekloden 25 bis 30, Brombeeren 35, Preiselbeeren 30 bis 40, Jo­hannisbeeren 12 bis 15 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Blumenkohl, das Stück 10 bis 70, Salat 8 bis IQ, Salatgurken 5 bis 25, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 8 bis 15, Ober­kohlrabi 4 bis 8, Rettich, 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 10 Pf.

** In d.en Ruhe st and versetzt. Am vorgestri­gen 16. August konnte der beim hiesigen Postamt tätige Postsekretär Karl Rohrbach, wohnhaft Bruchstraße 19, aus eine 45 jährige Dienstzeit zurückblicken. Am 1. September wird der in lang­jährigen, treuen Diensten bewährte Beamte wegen Erreichens der Altersgrenze in den Ruhestand treten.

** Straßensperre. Die Polizeidirektion Gie­ßen teilt uns mit: Wegen Vornahme von Umbau­arbeiten an dem Steg über die Oberhes­sische Eisenbahn nach der Friedrich­straße wird dieser auf die Dauer von drei Wochen für jeglichen Verkehr gesperrt. Die aufgestellten Sperrschilder sind zu beachten.

** Rettungsschwimmer. Die Deutsche Le­bensrettungs-Gesellschaft erstrebt bekanntlich, jeden Deutschen zu einem Schwimmer und insbesondere zu einem Rettungsschwimmer zu machen. Diesem Ziele dienen u. a. auch die Prüfungen im Rettungs­schwimmen. Im Bezirk Oberhessen und besonders in Gießen haben seit 1. April d. I. 93 Teilnehmer an den Ausbildungskursen, darunter drei weibliche, die Grundscheinprüfung abgelegt. Insbesondere waren es Studenten, Junglehrer und Angehörige der Marine-HI., die sich dieser Prüfung unterzogen. Der schwierigen Prüfung zur Erwerbung des Lei­stungsscheins unterzogen sich 19 Prüflinge; es waren dies aus Gießen: Willi Mehler, Erich Krä­mer, Erwin Engelbach, Bernhard Roth, Heinz Moe-

Vereidigung beim Ergänzungs-Vataillon 53.

Gestern Nachmittag wurden auf dem Platze vor der Unterkunft des hiesigen Ergänzungs-Batail­lons 53 die Soldaten des neuen Kurses auf den Führer und Obersten Befehlshaber der deutschen Wehrmacht Adolf Hitler vereidigt.

Im großen Viereck hatten die Kompanien Auf­stellung genommen, alle Männer in tadellosen Uni­formen mit dem Stahlhelm, auf dem Platze und unmittelbar vor dem geschmückten Rednerpult stan­den einige Waffen als symbolische Zeichen.

Nachdem dem Bataillonskommandeur, Major Junker, die angetretenen Mannschaften gemel­det waren, er die Soldaten begrüßt hatte und der Antwortruf kraftvoll über den Platz hallte, schritt der Kommandeur die Fronten ab.

Oie Ansprache der Geistlichen.

Nach dem ChoralLobe den Herren" hielt der evangelische Militärgeistliche, Pfarrer A u s f e l d, eine Predigt, in der er auf die Heiligkeit des Eides und auf die Größe der soldatischen Pflichten hin- wies und betonte, daß nur ein guter Christ auch ein guter Streiter und Soldat sein könne.

Für die Angehörigen der katholischen Konfession im Bataillone sprach Kaplan D e u st e r, der eben­falls zur höchsten soldatischen Pflichterfüllung auf­forderte und aller Versuchung zu widerstehen gebot, die sich gegen den geschworenen Eid und gegen die Ehre richten.

Nachdem die Worte der Geistlichen jeweils durch Choräle (Großer Gott, wir loben Dich" undNie­derländisches Dankgebet") beschlossen worden waren, hielt der

Aataillonskommandeur Major Junker

eine von herzlichem kameradschaftlichem Geiste ge, tragene Ansprache. Er erinnerte die Schützen des Bataillons zunächst an den gewaltigen Eindruck der Olympischen Spiele und an die erhebende Schlußfeier dieses weltbewegenden Ereignisses. Aus den großen deutschen Erfolgen der Spitzenleistungen von Wenigen müßten nun in der künftigen Arbeit aller die gebotenen Folgerungen für die Allgemein­heit unseres Volkes gezogen werden. Sodann wies er die jungen Kameraden, die zur Eidesleistung auf den Führer des Volkes und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht angetreten waren, in eindringlichen Worten darauf hin, daß sie durch diesen Eid mit ihrem ganzen Sein, ihrem körperlichen Vermögen, ihrem seelischen Erleben und ihrer geistigen Fähig­keit sich an die Person des Führers binden, der Deutschland zur Größe, zur Selbstbesinnung, zum inneren und dadurch auch zum äußeren Frieden emporführen will. Er bezeichnete weiterhin die Feier der militärischen Vereidigung als eine Weihe­stunde, als einen Markstein im Erdenwallen der Soldaten, die sich der Würde bewußt sein müßten, daß

dieses Gelöbnis ihnen auch Verpflichtungen auferlege, die nicht leicht zu nehmen feien, und die ihnen das stolze Recht geben, sich als wehr­fähige deutsche Männer zu fühlen und sich

Waffenträgeer der Ration zu nennen.

Im weiteren Verlaufe seiner packenden Ansprache wies der Kommandeur seine Soldaten darauf hin, daß sie sich restlos und mit heiligem Ernst der Auf­gabe hingeben müßten, die der Truppe gestellt sei, nämlich aus ihnen in kurzer Zeit kampfkräftige, feldverwendungsfähige Soldaten des deutschen Vol­kes zu machen, auf die das Vaterland in der Stunde der Not und Gefahr, die natürlich niemand herbeisehnen, sich verlassen könne. Die Aufgabe sei groß, schön und würdig und könne nur gelöst wer­den in vollem Zusammenklang zwischen Lehrern und Schülern. Der Kommandeur forderte seine Sol­daten auf, immer volles Vertrauen zu ihren Aus­bildern zu haben und stets nur die Tatsachen der militärischen Ausbildung zu sich sprechen zu lassen

in dem Bewußtsein der Vornehmheit des Soldaten­tums.

Er belonle weiter mit Rachdruck, daß für den Soldaten allein entscheidend sei die soldatische Leistung und die charakterliche Eignung, daß keinerlei Protektionswirtschaft bei der Truppe geduldet werde, daß in der Uniform des Sol­daten alle gleichberechtigt seien, ob nun einer Arbeiter der Faust und der Stirn, ob er Ober­präsident oder Laufbursche fein möge, daß ein­zig und allein nur das bessere Soldatentum ent­scheide.

Weiterhin erinnerte Major Junker an die un­vergeßlichen Tage des August 1914 und an den Hel­denkampf unseres Volkes gegen eine Welt von Fein­den, bei dem drei Werte des deutschen Volkes mäch­tig hervortraten:

die schicksalhafte Gemeinschaft des Volkes, die bedingungslose Opferbereitschaft des einzelnen, die unauflösliche Kameradschaft des Frontkrie­gers im Leben und im Sterben.

Der Frontsoldat Adolf Hitler habe aus diesen Werten sein Reich geschaffen, nachdem die jämmer­lichen Jahre der Nachkriegszeit alle diese ethischen Werte zu verschütten drohten. Adolf Hitler habe klar die Bedeutung eines alten Sprichworts der Römer erkannt:Wenn du den Frieden willst, halte dich zum Kriege bereit", und er sei der Mann, dem die Soldaten es zu dan­ken hätten, daß sie zu dieser Vereidigung bereit­stünden, und nunmehr in der Lage seien,

praktisch vom Wehrrecht des freien deutschen Mannes Gebrauch zu machen, indem sie sich mit ganzem herzen der Ausbildung im Waffen­dienst hingeben.

Sodann erinnerte der Kommandeur an die gro­ßen Tage des deutschen Vormarsches in West und Ost von 1914, an den unvergeßlichen 16. August 1870, an dem die deutschen Soldaten die franzö­sische Armee Bazaines in Metz einschlossen, die Taten beim Todesritt von Mars-la-Tour, die ge­waltige Schlacht von St. Privat und Gravelotte, ferner an die 150. Wiederkehr des Todestages Friedrichs des Großen, der am 17. August 1786 seine Augen für immer schloß. Friedrich der Große, an dessen Sarg unser Führer Adolf Hitler 1933 vor dem greisen Feldmarschall von Hindenburg symbolisch das Dritte Reich begann, wirke heute noch befruchtend auf unsere Gemeinschaft. Er war ein König vom Scheitel bis zur Sohle, ein absoluter Monarch und ein Nationalsozialist im reinsten Sinne. Sein Worte:Ich bin der erste Diener des Staates" habe er dem ganzen Volke ein ganzes Leben lang vorgelebt.

Preußentum und preußisches, später auch deut­sches Soldatentum seien Begriffe, die sich decken. 3n diesem Geiste solle die Ausbildung der Soldaten erfolgen.

Wenn alle Männer des Bataillons in diesem Geiste ihre Aufgabe restlos erfassen und erfüllen würden, dann könnten sie nach Ablauf ihrer zweimonatigen Dienstpflicht in die Heimat ziehen mit dem stolzen Bewußtsein: Das lernte ich und tat ich für Deutschland!

Oie Vereidigung.

Nach dieser Ansprache nahm der Bataillonskom­mandeur die Vereidigung vor. Er sprach die Eidesformel vor, die von' den Soldaten gemeinsam bei erhobener Schwurhand nachgesprochen wurde.

Mit dreifachemSieg-Heil!" auf den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht Adolf Hitler und mit den Nationalhymnen fand die Feier ihren Abschluß.

Nach einem Vorbeimarsch am Bataillonskom­mandeur rückten die Soldaten wieder in die Unter­kunft ein.

Hausarbeiten und beschäftigt sich darüber hinaus mit Strickarbeiten. Den Gießener Anzeiger, den Jig schon über 60 Jahre bezieht, liest sie noch täglich!

wg. Großen-Buseck, 17. Aug. Die nach bec Einweihung unseres Schwimmbades an dieser gemeinnützigen Anlage noch zu leistenden Arbeite, sind nunmehr beendet. Außer dem Bade, das 35 Meter lang und 12 Meter breit ist, wurde noch eine Sport- und Liegewiese geschaffen, ferner wurden die Dämme zu beiden Seiten des Bade^ bis zur gleichen Höhe aufgeschüttet und mit Grün eingesät. Die Auffüllarbeiten wurden durch kosten, freie Anfuhr des Materials durch unsere Land, wirte sehr gefördert. Der Zugangsweg zum Bade wurde mit Zementplatten belegt, die zu beiden (Sei. ten mit Rasenflächen umgeben sind. Ferner wurde» zwei Rosenbeete angelegt. Im Bade selbst wurde» die Anlagen am Springturm für Schwimmer wej. ter ausgebaut und neben der Nichtschwimmerabtej, lung noch eine Brausevorrichtung geschaffen. Selbst, verständlich wurden auch für die Sauberhaltuna des Wassers alle erforderlichen Vorkehrungen gc, troffen. Die gesamte Schwimmbadanlage wurde mit einer Einfriedigung versehen, so daß das Bad nach jeder Richtung hin neuzeitlichen Erfordernis, sen entspricht, zumal auch die Benutzungpreise sehr niedrig bemessen sind. Mit diesem Werk hat unsere Gemeindeverwaltung auf dem Gebiete der Gesund, heitsfürsorge in unserer Gemeinde eine hervor­ragende Tat vollbracht, die der allgemeinen, dank- baren Anerkennung wert ist.

Lollar, 17. Aug. Am gestrigen Sonntag be- gann auf dem hiesigen SchießstandAn den drei Wäldchen" das diesjährige Preisschießen, das alljährlich von der Kriegerkameradfchasi Lollar veranstaltet wird. Das Schießen wird sich auf vier Sonntage erstrecken. In Anbetracht der vielen schönen Preise, die den Siegern als Belohnung winken, ist auch diesmal wieder das Interesse an der Veranstaltung groß. Nachdem sich endlich da- Wetter gebessert hat, ist man eifrig damit beschäftigt, die bereits seit einiger Zeit geschnittene und infolge der Witterung noch nicht eingeholte Frucht unter Dach und Fach zu bringen. Obwohl man alle verfüg, baren Arbeitskräfte heranholt und auch den Sonntag teilweise zum Einfahren benutzte, steht in unserer Gegend noch viel Getreide auf dem Feld. Seit ein paar Tagen hört man auch wieder das Brummen der Dreschmaschine bis tief in die Nacht hinein.

I Ruttershausen, 17. Aug. Das bereits be. gonnene Preisschießen wurde gestern fort­gesetzt. Unter reger Beteiligung wurden im Wett­kampf um die Preise beachtliche Leistungen erzielt.

00 Klein-Linden, 17. Aug. Am Samstag­abend hielt der Turnverein Klein-Linden 18 8 9 im Turnerheim eine Mitgliederversammlung ab. Vereinsführer Karl Weiß teilte u. a. mit, daß sich am Kreisvolksturnfest, das am kommenden Sonntag in Kinzenbach stattfindet, 35 Turner und Turnerinnen des Vereins beteiligen werden. Der Vereinsführer erläuterte ferner die Ausführung^ bestimmungen über den von jedem Turner zu be­nutzenden Ausweis des Reichsbundes für Leibes. Übungen. Um ein inniges Zusammenarbeiten zwilchen den Fußballabteilungen und dem Vereinsvorstand zu gewährleisten, wurde Turnbruder Fritz Wel­ler als Verbindungsmann bestimmt. Das Mb- turnen des Vereins soll am 20. September durch- geführt werden.

+ Großen-Linden, 17. Aug. Der Zweig­ne r ei nHüttenberg" vom VHC. unter­nahm am gestrigen Sonntag eine Tageswanderung nach Braunfels. Am frühen Morgen erfolgte der Abmarsch von Großen-Linden nach Du teuren. Von dort brachte die Bahn die zahlreichen Teil­nehmer nach Station Braunfels. Hier wurde der untere Hexbergweg eingeschlagen, der durch wunder­schönen Wald führte, vorbei am Wildunger Stein und der Ottilienhöhe, von der man einen wunder­schönen Ausblick auf die umliegenden Höhen und Täler hatte. An den Teichen vor Braunfels wurde Mittagsrast gehalten und abgekocht. Nach Besichti­gung des Schlosses und der Stadt führte der Rück­weg durch den schönen Wald nach Wetzlar. Der Rückweg ging wieder von Dutenhofen nach Großen- Linden. Es war trotz der Hitze eine schöne Wanderung.

* Lang-Göns, 17. Aug. Nachdem die Zim­merleute das Gebälk am neuen Fasel st all ausgestellt hatten, wurde nach altem schönen Handwerkerbrauch im GasthausZum Schwa­nen" das Richtfest gefeiert. Daran nahmen die Handwerker und die Gemeindebeamten teil. Bürger­meister Wenzel wies in einer Ansprache auf die Bedeutung des Neubaues hin und zog einige Ver­gleiche mit der früheren Gemeindepolitik.

00 Eberstadt, 16. Aug. Bei der Ernte­arbeit auf dem Felde kam der 15 Jahre alte Sohn des hiesigen Landwirts Heinrich Görlach, als die Pferde unvermutet a n z 0 g e n und dadurch den Bindemäher in Gang setzten, mit einem Fuß in das Messe r ge tri ebe der Maschine. Dabei wurde der junge Mann an der Sehne des Fußes von dem Messer so erheblich verletzt, daß die Ueberführung des Bedauerns­werten nach erster ärztlicher Hilfeleistung in Lict in die Chirurgische Klinik in Gießen erforderlich wurde.

csd Eberstadt, 17. Aug. Der Schuhmacher- meister H. Görlach von hier beging am gestrigen Sonntag in körperlicher und geistiger Frische seinen 73. Geburtstag. Am heutigen Tage wurde der Zimmermeister i. R. K. Alles in voller Rüstigkeit 78 Jahre alt. Beide Jubilars nehmen noch regsten Anteil an den Geschehnissen unserer Zeit und sind langjährige Leser des Gießener Anzeigers.

Hungen, 17. Aug. Die Meisterprüfung bestanden Hermann Schmidt von hier im Buch' binderhandwerk und Otto L e i d n e r von hier im Glaserhandwerk. Das Fest der Silbernen Hochzeit begingen am heutigen Montag, 17. Au­gust, der Bergmann Karl Roth und Ehefrau Pauline, geborene Schuld.

* Grünberg, 17. Aug. Ein Verkehrsun­fall ereignete sich am gestrigen Sonntagoormistng auf der Landstraße GießenGrünberg in der 5W des Straßenabzweigs nach Göbelnrod. Dort W ein Radfahrer aus Göbelnrod unmittelbar vor einem Personenauto aus Gießen, beide fud' ren in Richtung Grünberg. An dem Abzweig nach Göbelnrod wollte der bis dahin scharf rechts gefad' rene Radler nach links über die Landstraße W überfahren, um nach Göbelnrod zu kommen, ohne jedoch ein Ausweichzeichen zu aeben. Er geriet >N' folgedessen ganz dicht an das hinter ihm fahrenoe Auto heran, dessen Lenker durch scharfes Auswen chen nach rechts den Zusammenstoß zwar zu vel' meiden suchte, aber doch nicht soweit zur Seite langte, daß der Radfahrer unversehrt blieb. wurde von der Türklinke an der linken Seite oe» Autos gefaßt, wobei er besonders am Gesäß eine größere Wunde erlitt und zum Sturz kam, so dav er auch eine Gehirnerschütterung davontrug. Der Verunglückte wurde nach Hause gebracht und bestN' det sich dort in ärztlicher Behandlung.

fer, Christian Haller, Georg Corell, Paul Krämer und Erika Bettinqhausen, außerdem Bernhard Funk (Friedberg), Ludwig Deubel (Rainrod-Schot- ten), Erwin Belling (Weiterstadt), Willi Müller (Weilburg), Otto ©cgmibt (Aßlar), Friedrich August Rinw (Heuchelheim), Fritz Lang (Darmstadt), Otto Grund (Pfungstadt), Heinz Reuter (Windecken) und Marie Camillscheg (Völklingen-Saar). Den Lehr- schein mit goldener Nadel erwarben sich Karl Bel­ler (Butzbach), Franz Lotz und Walter Appel, beide zu Gießen. Die Lehrscheininhaber stellen sich ehren­amtlich in den Dienst der edlen Sache und sind so­mit berechtigt, Prüfungen abzunehmen. Der Be­zirk Oberhessen wird demnächst wieder neue Lehr­kurse abhalten und erwartet dazu rege Beteiligung aller Volksgenossen.

** Die Gesellenprüfung f ü r Herren­schneider betrifft eine Bekanntmachung der Her­renschneider-Innung für Stadt und Kreis Gießen in unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien auf die Anzeige besonders hingewiesen.

** Kindergärtnerinnen viel gesucht. Während bis 1935 ein starkes Ueberangebot an Kin­dergärtnerinnen, Hortnerinnen und Jugendleiterin­nen vorhanden war, hat sich die Lage, wie der Deut­sche Verband für Ausbildungsstätten für evangelische Kinderpflege mitteilt, seitdem vollkommen verändert. Die Nachfrage nach evangelischen Kindergärtnerinnen für Kindergärten, Heime usw. ist augenblicklich so stark, daß fast alle Angebote unberücksichtigt bleiben müssen. Auch die Schülerinnen der evangelischen Ausbildungsstätten für Kinderpflege, die bis zum Herbst entlassen werden, sind zum größten Teil schon vergeben.

** (Sterbefälle in Gießen. In der Zeit vom 1. bis 15. August verstürben in Gießen: 3. Au­gust Heinrich Nicolaus, 73 Jahre, Stephanstraße 29; 3. August Georg Kruse, 68 Jahre, Weserstraße 16; 6. August Martin Wilhelm Schmidt, 31 Jahre, Les- singstraße 8; 6. August Heinrich Schmieder, 75 Jahre, Marktstraße 30; 7. August Ludwig Klotz, 80 Jahre, Landmannstr. 14; 7. August Anna Rieb, geb. Görig, 61 Jahre, Kaplansgasse 23; 7. August Käthe Marie Hohl, 6 Jahre, Teufelslustgärtchen 18; 8. August Elisabeth Hinkler, geb. Wtßner, 79 Jahre, Hindenburgwall 12; 8. August Frieda Uhr, geb. Welter, 45 Jahre, Ludwigsplatz 9; 8. August Karl Kunkel, 69 Jahre, Liebigstraße 84; 8. August Hein­rich Selbst, 79 Jahre, Plockstraße 14; 9. August Anna Römer, geb. Ferber, 51 Jahre, Sonnenstr. 1; 9. Aug. Katharine Sarnrn, geb. Hofmann 71 Jahre, Neustadt 11; 9. August Karl Zimmer, 49 Jahre, Karl-Vogt-Straße 8; 9. August Leni Brehm, 40 Jahre, Am Nahrungsberg 10; 9. August Prof. Dr. Walter König, 76 Jahre, Hofmannstraße 11; 9. Au­gust Karl Klemmrath, 68 Jahre, Eichweg 2; 11. Au­gust Georg Flörke, 75 Jahre, Karl-Vogt-Straße 9.

Oberhessen.

Große Flachsrösterei in Oberheffen.

LPD. Stockheim (Oberhessen), 17. Aug. Die Bäuerliche Hauptgenossenschaft in Frankfurt a. M. richtet gegenwärtig in Stockheim eine neue Flachsrösterei ein, die man wohl als eine der größten Flachsrösten Deutsch­lands bezeichnen kann. Die Arbeiten sind soweit gediehen, daß die Inbetriebnahme in etwa vier Wochen erfolgen kann.

Im Gebiet der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, das den Volksstaat Hessen und den Regierungs­bezirk Wiesbaden umfaßt, hat sich der Anbau von Flachs in den letzten Jahren außerordentlich aus­gedehnt. Die Anbaufläche ist in drei Jah­ren von 15 0 auf 1100 Hektar gestiegen. Sie hat damit allerdings noch nicht die Anbau­fläche erreicht, die in den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts für den Flachs Ver­wendung fand und die über 2000 Hektar betrug.

Bei der neuen Flachsrösterei in Stockheim handelt es sich um eine ehemalige Zuckerfabrik. Neben ver­hältnismäßig geringen baulichen Veränderungen im Innern waren es im großen und ganzen nur die verschiedenen Maschinen, die beschafft und ein- ge*baut werden mußten. Nach Inbetriebnahme der Fabrik werden hier etwa 15 0 V 0 lksgen 0 s - fen dauernd Beschäftigung finden.

Bereits die diesjährige Ernte, die jetzt vor dem Abschluß steht, soll hier verarbeitet werden. Die Abnahme des Flachsstrohes beginnt in den nächsten Tagen, in einer Halle der Fabrik lagern bereits die ersten Vorräte. Das Flachsstroh wird von der Röste gegen Barzahlung übernommen.

Gängertreffen in Garbenteich.

* Garbenteich, 17. Aug. Wie im vergange­nen Jahre in Klein-Linden, so treffen sich am kom­menden Sonntag die unter der Leitung des weit über die Grenzen der engeren Heimat bekannten Chormeisters Harnisch (Steinberg) stehenden GesangvereineGermania" Steinbach,Ger­mania" Watzenborn,Eintracht" Steinberg, Sän- gervereinigung Klein-Linden und Gesangverein Frohsinn" Garbenteich zum geselligen Beisammen­sein. In Anbetracht der künstlerischen Gesangsdar­bietungen dürfte sich die Veranstaltung zu einem außergewöhnlichen Genuß und Bekenntnis für das deutsche Lied gestalten.

Landkreis Gießen.

* Wieseck, 17. August. Unsere Mitbürgerin Marie Sommerlao konnte gestern in körper­licher und geistiger Rüstigkeit ihren 87. Geburts- t a g feiern. Die alte Frau verrichtet noch ihre

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