Ausgabe 
18.6.1936
 
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NSLB.

Geschichtliche Arbeitsgemeinschaft.

Freitag. 19. Juni, 17.30 Uhr, am Museum: Vor­trag mit Führung durch die Fränkische Abteilung.

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Volkstanzkreis. Heute abend (Donnerstag, 18. Juni) Uebungsabend. Treffpunkt 20 Uhr an der Dolkshalle.

Gesperrte llrlaubsfahrten.

Nachstehende Urlaubsfahrten sind gesperrt. Es können keine Anmeldungen mehr entgegengenom­men werden.

UF. 28 vom 26. 6. bis 3. 7. Bodensee-Meersburg. UF. 29 vom 26. 6. bis 5. 7. Schliersee.

UF. 35 vom 6. 7. bis 14. 7. Chiemgau-Priem. UF. 41 vom 22. 7. bis 30. 7. Allgäu-Pfronten. UF. 43 vom 24. 7. bis 31. 7. Schwarzwald-Todtnau. SF. 205 vom 29. 6. bis 6. 7. Norwegen. SF. 206 vom 22 7. bis 30. 7. Norwegen.

UE. 56 vom 20. 8. bis 28. 8. Schliersee.

Weitere Fahrten werden auch in Kürze wegen Ueberfüllung gesperrt werden. Anmeldungen bzw. Voranmeldungen müssen daher umgehend auf der Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, abge­geben werden.

Volkssender 1936.

Am heutigen Donnerstag, 18. Juni 1936, findet im Cafe Leib eine Rundfunkveranstaltung statt. An diesem Abend treten die HF., SA., Arbeitsdienst, Wehrmacht, NS.-Studentenbund, Werkscharen und Einzelsprecher vor das Mikrophon, um ihr Können zu zeigen. Ein Vertreter der Reichssendeleitung, sowie die Zuhörer werden entscheiden, wer die beste Leistung vollbringt. Die besten Sprecher werden dann am Sonntag in Marburg auftreten und dort wird wieder die Auswahl getroffen, wer in Berlin am Reichssender auftritt. Der Eintritt beträgt 0,20 Mark. Feder Zuhörer ist abstimmungsberechtigt. Der Abend wird sehr genußreich und interessant, so daß jedem Volksgenossen der Besuch dieses Abends dringend zu empfehlen ist.

Polizeibericht.

Festnahme eines Silllichkellsverbrechers.

Wegen Sittlichkeitsoerbrechens wurde der hier wohnhafte 56jährige Wilhelm Frank festgenom­men und unter Haftbefehl gestellt.

Eigentümer einer Armbanduhr gesucht.

Bei der Kriminalpolizei st elle Gießen wurde eine silberne Armbanduhr sichergestellt, die in der Woche nach Pfingsten in der Halle 14 der Müllerschen Badeanstalt entwendet wurde. Anzeige liegt bis jetzt nicht vor. Der Eigentümer wird er­sucht, bei der Kriminalpolizeistelle, Zimmer 71, vor­zusprechen.

Tödlicher Verkehrsunfall.

Die Kriminalpolizeistelle Gießen teilt mit:

Am 17. Juni 1936, gegen 15 Ahr, ereignete sich an der Kreuzung Ludwig- und Liebigstraße ein tödlicher Verkehrsunfall. Als der 27jährige Rudolf Spuck aus Gießen mit feinem Kleinkraftrad die Ludwigftrahe in Richtung Ludwigsplah befuhr und gerade die Liebigstraße überqueren wollte, kam aus Richtung Aulweg ein mit Backsteinen beladener Lastkraftwagen. Beide Fahrzeuge fallen nach den bisherigen Feststellungen eine größere Geschwindig­keit gehabt haben, so daß ein Zusammenstoß unver­meidlich war. Spuck kam bei dem Sturz unter den beladenen Lastwagen zu liegen und wurde von dem linken Hinterrad überfahren, wodurch der Tod auf der Stelle eintrat. Der Führer und Eigentümer des Lastwagens ist der 23jährige Albert V i e h m a n n aus Hochelheim. Die sofort eingeleiteten Ermitt­lungen über die Schuldfrage sind noch nicht abge­schlossen. Roch nicht vernommene Augenzeugen wer­den gebeten, bei der Kriminalpolizeistelle, Landgraf- Philipp-Plah 1, vorzusprechen.

Aur bestimmte Waren sürdieSommerschlußverkäufezugelaffen

Die Industrie- und Handelskammer für das Rhein-Mainische Wirtschafts­gebiet teilt mit, daß nach Anordnung des Herrn Reichswirtschaftsministers für die Abhaltung der diesjährigen Sommerschlußverkäufe nur folgende Waren zugelassen sind: Schuhwaren, Bek l eidungs gegen st ände, Textilien.

Bei Textilien sind jedoch ausgenommen: glatte (ungemusterte) weiße Wäschestoffe jeder Art einschließlich Rohnessel, Fnletts jeder Art, Hand­tücher einschließlich Küchenhandtücher. Zugelassen sind jedoch Frottierhandtücher, Küchengeschirrhand­tücher, Erstlingswäsche, glatte (ungemusterte) un­garnierte Bettwäsche, auch wenn sie mit garnierter Bettwäsche zu einer Garnitur zusammengestellt wird, Bettfedern, Kapok und sonstiges Bettenfüll, material, Matratzen, Matratzenschoner, Reform- bettcn, Bettstellen, blaue Mützen aller Art, schwarze steife Herrenhüte, schwarze weiche Herrenhüte, Be­rufskleidung. Zugelassen sind jedoch Livreen und Chauffeuranzüge, Pelze, pelzgefütterte Mäntel, Tep­piche, Brücken und Verbindungsstücke jeder Art, Läufer und Vorlagen, Fahnen und Fahnenstoffe jeder Art, Herrenschirme und -stöcke, glatte, schwarze Damenschirme, Kinderschirme, Gartenschirme.

Der Sommerschlußverkauf 1936 findet in der Zeit vom 2 7. Juli bis 8. August einschließlich statt.

Ser deutsche Seidenbau.

Ein Filmvortrag.

Eine Dormittagsoeranstaltung des Deutschen Biologenoerbandes und der O b e r h e s s i - schen Gesellschaft fürNatur-und Heil­kunde gab Gelegenheit, einen Kulturfilm von un­gewöhnlicher Güte zu sehen. Im Gloria-Palast sprach zu Aufnahmen über denDeutschen Seidenbau" Dr. Max Cretschmar von der staatlich anerkannten Versuchs- und Forschungs­anstalt für Seidenbau in Celle. Nach einem kurzen Ueberblick über die Geschichte des Seidenbaues in Deutschland, nach einer klaren Darlegung seiner biologischen und kaufmännischen Voraussetzungen folgten die vortrefflichen, vom Redner erläuterten Aufnahmen. Man sah das Weibchen des Seiden­spinners bei der Eiablage, man beobachtete das Schlüpfen der zarten Räupchen, sah sie mit ernst­hafter Gefräßigkeit die Maulbeerblätter oerttlgen, konnte ihr enormes Wachstum von Häutung zu Häutung verfolgen. Am Ende des Raupenlebens ist bann der Augenblick gekommen, wo dos Tier zum Schutz seiner Ruhe- und Umwandlungszeit den

Sie Jahresversammlung des Alice-Frauenvereins Gießen. Rückschau auf opferbereite Arbeit im Dienst der Nächstenliebe.

Einen Rechenschaftsbericht über eine umfang­reiche und stille Arbeit im Dien st o der Nächstenliebe bot die Jahresversammlung des Alice-Frauenvereins im Deutschen Roten Kreuz des Ortsvereins Gießen, die am Mittwochnachmittag im Großen Hörsaal der Universität stattfand.

Der von der

Vorsitzenden Frau Ella Giese

vorgetragene Jahresbericht war eine Ueber- sicht über die erhöhten Anforderungen an die Rot­kreuzfrauen und den stillen, selbstverständlichen Ein­satz, durch den die Erfüllung der großen Aufgaben überhaupt möglich wurde. Die Vorsitzende berichtete zunächst über die Beschaffung eines größeren Postens von Bereitschaftswäsche auf Anforderung des Inspekteurs, die in Bettwäsche für 10 Betten bestand. Späterhin wurden dann Socken, Männer­hemden, Pflegerkittel usw. geliefert, die durch den Kreisverein Gießen mit Hilfe der Ortsvereine Lich und Großen-Buseck aufgebracht wurden.

Jin Mai v. F. beteiligte sich auf Beschluß der Ar­beitsgemeinschaft die Vorsitzende an der Reichs­frauentagung in Düsseldorf, wobei sie auch die Aus­stellungFrau und Volk" besuchen konnte. Im Mai o. F. ging der erste Lehrgang für häus­liche Krankenpflege zu Ende, der von 30 Frauen und Mädchen besucht war. Der Rote-Kreuz- Tag mobilisierte alle Kräfte für die Straßensamm­lung, den Plakettenverkauf und die Listensammlung, deren Einnahmen erfreulich waren. An der Sitzung des Landesrates des Alicefrauenvereins in Darm­stadl im Juni nahm die stellvertretende Vorsitzende, Frau Schliephake, teil.

Zur großen Freude des Orlsvereins meldeten sich beim Abfchluhexamen des Samariterkurses, den Dr. S p a m e r geleitet hatte, und an dem über 30, meist der RZ.-Frauenschaft angehö- renden Teilnehmerinnen beteiligt waren, 11 zur Verpflichtung.

Der Verein stellt denjenigen, die nicht dazu in der Lage sind, die Kittel zur Verfügung und leiht auch die Verbandstaschen und Labeflaschen im Ge­brauchsfalle aus. Jetzt wird vom Verein auch ge­wünscht, daß er Lodenmäntel für die Samariterin­nen bereithält und die Brotbeutel beschafft. Da zu den Geländeübungen neuerdings auch weibliche Hilfskräfte zugezogen werden, find die Mäntel un­bedingt notwendig. Der Verein beschloß vorerst 5 anzuschaffen. Die Schutzhauben aus gummiertem Batist haben sich bei den zahlreichen Regengüssen der letzten Wochen schon bewährt.

Im Oktober begann ein neuer Samariter- kurs unter der Leitung von Sanatätsrat Dr. Schliephake. Gemeinsam mit der NS.-Frauen- schaft wurde die Kundgebung in Darmstadt mit der Reichsfrauenschaftsführerin Frau Scholz-Klink als Rednerin gut besucht.

Die schon traditionell gewordene

Ehrung der Hausangestellten,

für die ein gütiger, ungenannter Stifter die Kosten spendete und die Durchführung dem Roten Kreuz auftrug, brachte die Auszeichnung von 4 0 bis 45 verdienten Hausangestellten. Im gleichen Monat beteiligte sich der Ortsverein an einer Adoentsfeier der NS.-Frauenfchaft und des Deutschen Frauenwerks. Auch bei der Sammlung ür ältere Volksgenossen als zusätzliche Weihnachts­

bescherung konnte trotz geringer Propaganda eine reiche Ernte abgeliefert und die Verteilung der Ga­ben übernommen werden.

Der Ortsoerein bedauerte den Verlust des Sa­nitätsrates Dr. Schliephake als Lehrer für feine Kurse, der durch einen schweren Autounfall ge­zwungen wurde, die Leitung in andere Hände zu legen. Dankenswerterweise führte Prof. Dr. Brüning den Lehrkurs zu Ende und leitete auch den Sonderkurs für die Studentinnen. 3t ad) dem Examen verpflichteten sich sechs Stu­dentinnen als Samariterinnen, die zwar während ihres Studiums von den Hebungen befreit find, sich aber an der Rote-Kreuz-Samm- lung eifrig beteiligten.

Für den TNütterschulungskurs im Februar d. 3.

zeigte sich ein lobenswertes Interesse vom 36 meist berufstätigen Frauen und Mädchen.

Ein wichtiger Tag für die Rote-Kreuz-Organisa- tion war der Besuch des Inspekteurs, Generalstabs­arzt a. D. Dr. B r e ck l e, der sehr genau prüfte und besichtigte, und sich anschließend anerkennend über die Organisation äußerte.

Im März beteiligten sich zahlreiche Mitglieder an Veranstaltungen der NS.-Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerkes. Das W H W. unterstützte der Ortsverein im vergangenen Fahr durch Nahen, Flicken, Einsammeln von Pfundpaketen und den Plakettenverkauf. Die Wöchnerinnenfur- sorge versorgte hilfsbedürftige Wöchnerinnen an mindestens acht Tagen mit Mittagessen.

3m Geschäftsjahr 1935 wurden an 140 Wöch- nerinnen insgesamt 1144 Essen ausgegeben.

Außer den Mitgliedern, sagte die Vorsitzende auch all den Haufrauen, die den Ortsoerein bei dieser Aufgabe unterstützten, den herzlichsten Dank. Die

Schatzmeisterin Fran S. Wolf

erstattete den Rechenschaftsbericht, der Aufschluß über geordnete Kassenverhältnisse gab und eine Uebersicht über die Mitgliederzahl gestattete, die die 200er-Grenze überschritt und 32 Samariterin­nen aufweist. Durch eine Werbung konnten weitere 30 Mitglieder gewonnen werden.

Das Schlußwort der Vorsitzenden war der Dank an alle die Mithelferinnen in der Arbeitsgemein­schaft, an die Aerzte und Sanitäter und vor allem an die vielen Helferinnen, die in stiller Opferbereit« schäft das große Werk des Roten Kreuzes gefördert haben, so daß die gesteigerten Anforderungen über­haupt erst erfüllt werden konnten. Dir Rednerin stellte fest, daß die Rotkreuz-Frauen freudigen Her­zens die Wiedereinführung der Heeresdienstpflicht be­grüßt haben, weil das Rote Kreuz ja in erster Linie für die Wehrmacht da ist. Darum brachten sie ebenso freudig auf den Führer und Reichskanzler, der der Schirmherr des Deutschen Roten Kreuzes sei, ein dreifaches Sieg-Heil aus.

Der Direktor der Medizinischen Klinik

Univ.-Prof. Or. Uenwein

sprach dann in allgemein verständlicher Weise über KrankheitsentstehenundKrankheits- geschehe n", wofür er reichen Beifall fand. Ihm und einigen verdienten Helferinnen überreichte die Vorsitzende, Frau Giese, frische Sommerblumen als Dank und Anerkennung.

viele Kilometer langen Seidenfaden hervorbringt und in kunstvollen Windungen zum festen Gehäuse, zum Kokon, verspinnt. In dieser Wiege wird die Raupe zur Puppe, hier bildet sich der Schmetter­ling aus, der zu gegebener Zeit das selbftgeschaffene Gefängnis durchbricht. Die ausgeschlüpften Schmet­terlinge, unfähig Nahrung aufzunehmen, durch Jahrtausende lange Zucht als Hausttere auch flug­unfähig geworden, haben nur die Fortpflanzung zum Lebenszweck. Die Geschlechter finden sich, die Weibchen beginnen alsdann die Eier abzulegen und der Lebeckskreis des Seidenspinners ist ge­schlossen.

In klaren und geschmackvollen Aufnahmen wur­den im zweiten Teil des Films dann der Anbau und die Pflege der Futterpflanze, der Maulbeere, die Raupenzucht und die Verarbeitung des Kokons bis zum fertigen Faden deutscher Seide gezeigt. Als aussichtsreiche Wirtschaftsform erscheint in Deutschland der Kleinbetrieb, der als zusätzliche Tätigkeit und Erwerbsquelle für Siedler, Kleintier­züchter, Gärtner, Eisenbahner in Fraae kommt. Es gilt heute, möglichst viele Volksgenossen für diese Beteiligung an dem Aufbau der deutschen Seiden­gewinnung zu werben, sie erfahren durch die Ver­suchs- und Forschungsanstalt und durch die Reichs­fachgruppe Seidenbauer e. V. Unterstützung und Beratung in jeder Form: die sachlichen Voraus­setzungen für eine ertragreiche deutsche Seiden­raupenzucht sind also gegeben, es bedarf nur der oerstänonisvollen Mitarbeit, um in wenigen Jah­ren einen selbständigen deutschen Seidenbau in Gang zu setzen und Deutschland von der Einfuhr des für uns notwendigen Rohstoffes weitgehend unabhängig zu machen.

Nach Dankesworten des Vorsitzenden der Orts­gruppe G eßen des Deutschen Sioloßenoerbanbes an den Redner und nach einem nachdrücklichen Hin­weis auf die ftaatspolitifche Bedeutung deutschen Seidenbaues schloß die aufschlußreiche und an­regende Darbietung, und es war nur zu bedauern, daß nicht noch mehr Gießener sich dazu eingefunden hatten.

HatjedeHausfraueineDorratökammer?

In den letzten Jahrzehnten ist die früher übliche Dorratswirtschaft in den städtischen Haushalten immer mehr eingeschränkt worden. Da man sich jederzeit mit allen erwünschten Gütern in beliebi­gen Mengen an den Märkten versorgen konnte, verzichtete man auf die häusliche Dorratswirtschaft, durch die früher ein Ausgleich zwischen den Zeiten starken und schwachen Anfalls von Lebensrnitteln herbeigeführt wurde. Die Dorratsräume in den städtischen Wohnungen wurden immer stärker ver­nachlässigt, so daß heute eine Dorratswirtschaft, wie wünschen, vielfach überhaupt nicht mög-

Der Reichsbauernführer hat bereits vor einigen Monaten auf die Notwendigkeit hingewiesen, den Vorratsraumen beim Bau städtischer Wohnungen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. In einem Dor- trag aui ber JEogung des Deutschen Bauernvereins hat kürzlich der Leiter der Kommission für Wirt­

schaftspolitik der NSDAP., Bernhard Köhler, die gleiche Frage aufgegriffen. Er sprach von den Mängeln fast aller großstädtischen Wohnungen in bezug auf die Ausgestaltung der Hauswirtschaft und betonte, daß eine Wohnung ohne kühle Vorratsräume überhaupt keine Woh­nung sei. Auch in der Großstadt soll die Hausfrau Hauswirtschaft treiben können. Es handelt sich hier in der Tat um eine Frage von größter prakti­scher Bedeutung, die man nicht verm chlässigen soll. Wenn wir die Erzeugnisse der deutschen Scholle in bester Weise verwerten sollen, dann müssen wir eine vernünftige Hauswirtschaft betreiben. Diese hat aber zur Voraussetzung, daß man den Dorrats­räumen größere Aufmerksamkeit schenkt.

Sie Zehntage-Wettervorhersage.

Von der Forschungsstelle für langfristige Witte­rungsvorhersage des Reichsamtes für Wetterdienst in Bad-Homburg werden für die Zeit vom 17. Juni 1936 bis Ende August 1936 wiederum Z e h n t a g e- Dorherfagen der Oeffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Wir veröffentlichen diese Berichte, die jeweils bis zum Ende der nächsten Woche gelten, regelmäßig am Donnerstag.

Wettervorhersage für die Zeit vom 18. Juni bis 27. Juni 1936. Herausgegeben von der Forschungs- stelle für langfristige Witterungsvorhersage des Reichsamtes für Wetterdienst:

Deutschland wird in den nächsten vier bis fünf Tagen hochsommerlich warmes, vorwiegend heiteres und trockenes Wetter haben, doch muß schon ab Freitag mit dem Auftreten von örtlichen Hitze­gewittern gerechnet werden.

In der nächsten Woche tritt dann zunehmende Verschlechterung des Wassers und Abkühlung ein.

In den ersten vier Tagen wird die Sonenschein- dauer fast täglich mehr als zehn Stunden betragen. Fn den letzten fünf Tagen des Vorhersagezeit­raumes wird bewölkteres Wetter mit häufigeren Niederschlägen herrschen.

Schützt die Wälder!

Wir nähern uns dem Hochsommer und damit auch dem Zeitabschnitt der Waldbrände. Wieder ergeht an olle der Ruf, in den Wäldern Vorsicht zu üben. Ge­rade in dieser Zeit, die uns die Pflicht auferlegt, mit den heimischen Rohstoffen sparsamer denn je um­zugehen, ist es doppelte Pflicht jedes einzelnen Volksgenossen, Vorsicht und Umsicht zu üben. Leider wissen nur die wenigsten, was der deutsche Wald dem deutschen Volke bedeutet. Ein Drittel der ge­samten Fläche ist mit Wäldern bedeckt, die einen Wert von etwa 19 Milliarden Mk. darstellen. Schon aus der Wertbemessuna ergibt sich, wie kostbar der deutsche Wald ist. Er spendet jährlich 50 Millionen Kubikmeter Nutz- und Brennholz, 300 000 Arbeiter sind in unseren WKdern beschäftigt, die insgesamt eine halbe Milliarde Mark an Löhnen beziehen. Jeder Waldbrand ist nicht nur ein Rohstoffverlust, der durch kostspielige Einfuhren ersetzt werden muß, son- dem auch ein Arbeitsplatzverlust für eine mehr ober weniger größere Zahl von Arbeitern.

Daß die Waldbrande auf ein Minimum bAchriinkt werden können, geht am besten aus dep Tatsache hervor, daß zwei Drittel aller Brande auf Fahr- läsfigkeit zurückgehen. Aehnlich ist das Verhältnis bei den Brandschäden in Deutschland ganz allgeimin, die einen Jahresverlust von rund 400 bis 500 Mil- lionen Mark verursachen. So wie es unerläßlich ist, daß in jeder Stadt und jebem Dorf Feuer und Licht sorgsam bewacht werben, so unerläßlich ift es auch, in ben Wälbern alles zu vermeiden was»Walb- bränbe verursachen könnte. Der Schutz des Waldes wirb auch in biesem Jahr auf Anweisung bes Reichs- forsttneisters, des Ministerpräsidenten Goring, der SA. anvertraut, die Waldpatrouillen ausrustet und im Einvernehmen mit den Behörden für größt­mögliche Eindämmung aller Walbbrandgefahren sorgt, also namentlich auf leichtfertige Raucher achtet unb durch einen Meldedienst festgestellte Walbbrände sofort den Wehren meldet.

Gießener Dochenmarktpreise.

* G i e ß e n, 18. Juni. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Enteneier 9, Wirsing, grün, kg 10 bis 12, Weißkraut 15 bis 20, gelbe Rüben, das Bündel 10 bis 15, Spinat, % kg 15 bis 20, Römischkohl 10 bis 12, Bohnen, grün, 35 bis 40, Spargel 25 bis 55, Erbsen 25 bis 30, Mischgemüse 10 bis 12, Tomaten 40 bis 50, Zwiebeln 14 bis 15, Rhabarber 10, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,95 Mark, neue, kg 15 bis 20 Pf., Aepfel 30 bis 70, Kirschen 30 bis 45, Stachelbeeren 25, Erd­beeren 35 bis 50, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 25 bis 60, Salat 5 bis 8, Salatgurken 30 bis 40, Oberkohlrabi 8 bis 12, Rettich 10 bis 15, Radieschen, das Bündel 10 Pf.

** Erloschene S e u ch e. Die Rotlaufseuche in dem Schweinebestand des Louis Keiner in Gie­ßen, Walltorstraße 41, ist erloschen. Die Gehöft­sperre ist aufgehoben.

** Die HeimatvereinigungSchif- f e n b e r a" hat in einer kürzlich stattgefundenen Ausschußsitzung beschlossen, die für den 21. Juni vorgesehene feierliche Uebergabe des von Geh. Rat Sommer geschenkten Limesgeländes bis zum Spätsommer zu verschieben. Bezüglich der am Barbarenstein aufzustellenden Schutzhütte haben inzwischen verschiedene Besichtigungen des Gelän­des stattgefunden, auch sind die Pläne über die Herstellungsweise der Schutzhütte bereits festgelegt. Das zu verwendende Material soll der Umgebung angepaßt werden.

* Das Missionsfest d e r Lutherge- m e i n b e. Am Sonntag begeht die Puthergemeinde ihr Missionsfest. Die festliche Gemeinde wird sich bei gutem Wetter auf dem Schiffenberg im Freien, bei schlechtem Wetter im dortigen Saal versammeln. Für diejenigen, die den Weg nicht mehr gehen können, ist ein Sonderautobus bereitgestellt, der um 14 Uhr vom Ludwigsplatz ab alle die, die sich bis dahin beim Pfarramt, Ludwigsplatz 2, angemeldet haben, hinauffahren wird. Pfarrer Fleck von Frankfurt a. M. wird den Vortrag halten über: Mission und Kirche". Der Kirchenchor sowie die Gemeinde fingen die alten glaubenstarken Choräle der evangelischen Kirche und die frohen Lieder der Sommerzeit. Studenten werden einApostelspiel" aufführen, und ein kleines Orchester wird die mu­sikalischen Ohren erfreuen. Die Luthergemeinde lädt alle evangelischen Glaubensgenossen von Gie­ßen und Umgebung zu diesem Fest ein.

Schöffengericht Gießen.

In der gestrigen Sitzung befaßte sich das Gericht mit dem jüdischen Ehepaar Emil Fränkel aus Bad- Nauheim wegen Vergehens gegen das Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes. Die Angeklagten be­schäftigten noch nach Erlaß der Nürnberger Gesetze ein christliches Dienstmädchen in ihrem Haushalt. Auf Grund der gestrigen Beweisaufnahme wurde der Ehemann freigesprochen, während die Ehefrau zu 200 RM. Geldstrafe verurteilt wurde. Die Geld­strafe ist im Uneinbringlichkeitsfalle mit 40 Tagen Gefängnis zu verbüßen. Zwei weitere Sachen wur­den auf Grund des Straffreiheitsgefetzes eingestellt. Große Strafkammer Gießen.

Wie wir bereits berichteten, fetzte das Gericht am gestrigen Mittwoch die Verhandlung gegen den Paul Seeger aus Frankfurt a. M. fort. Nachdem noch etwa 6 Zeugen vernommen wurden, folgten die Plädoyers, die sich bis in die Nachmittagsstunden erstreckten. Nach etwa 2'/2stündiger Beratung ver­kündete das Gericht das Urteil, nach dem der An­geklagte wegen Betrugs und Urkunden­fälschung zu einer Gesamtgefängnis- ft r a f e von 1 Jahr 10 Monaten und wegen Beleidigung zu 2 0 0 RM. Geldstrafe verurteilt wurde. 5 Monate Gefängnis sowie die Geldstrafe gelten mit der erlittenen Untersuchungshaft als verbüßt.

In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende der Kammer aus, daß die politische Seite der Tat nicht einwandfrei nachzuweisen gewesen sei, während der wirtschaftliche Zweck, den der Angeklagte mit seinen Straftaten verfolgt hätte, während der Be­weisaufnahme klar hervorgetreten sei. Insbesondere die schweren Beleidigungen bezüglich des Bürger­meisters hätten bei der Ausmessung der Strafe weit- gehendst berücksichtigt werden müssen. Strafmil- dernd sei die Jugend des Angeklagten in Betracht ZU ziehen gewesen. In Anbetracht der Höhe der Strafe wurde der Haftbefehl aufrechterhalten.

Die Stadt Limburg baut eine Markthalle.

LPD. Limburg, 17. Juni. Die in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnene Zucht- und Nutzoiehversteigerungen in Limburg haben die Stadtverwaltung veranlaßt, den Bau einer D e r st e i g e r u n g s h a l l e zu erwägen. Der Plan wird demnächst verwirklicht und die Halle airf dem Marktplatz errichtet.

Htong

wanöerk gern.

Draußen kocht er Öen Kameraden einen feinen Or. Oetker-Pudding oder eine zünftige Puö« dingsuppe. Da lecken flr sich die Singet danachl Und dann marschiert üch's noch mal so gufk

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