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nun der deutsche Forststuden? eine bessere Aus» b i 1 b u n g erfahren.

Am Schluß des Lagers legte Generalforstmeister v. Keudell eindringlich dar, daß die glückliche Verbindung von Nützlichem und Schönen im deut­schen Wald erst durch die politische Voraussetzung, durch die Tat des Führers, ermöglicht sei.

Lleberseeischer Wanderungs­und Reiseverkehr.

Berlin, 17. Juni. (DNB.) Im 1. Vierteljahr 1936 sind 2522 Reichsdeutsche nach Uebersee ausgewandert gegen 2362 im 1. Vierteljahr 1935. Die Zahl der Auswanderer aus Bayern und Württemberg die sonst verhältnis­mäßig groß ist und ebenso aus Sachsen war geringer, die der Auswanderer aus Hamburg und hauptsächlich aus Preußen dagegen größer als in der entsprechenden Zeit des Vorjahres. In Preußen entfallen allein 9 3 v. S). der Auswanderer auf Berlin und Hes­sen-Nassau mit Frankfurt am M. Die Ver­einigten Staaten von Amerika nahmen 1774 oder 70 v. H. aller Auswanderer auf. Nach Argentinien und Brasilien wanderten rund 600 Personen aus. Außer den reichsdeutschen Auswanderern wurden über reichsdeutsche Häfen 1305 ausländische Auswanderer befördert gegen 1063 im 1. Vierteljahr 1935. Die Inanspruch­nahme reichsdeutscher Häfen durch Ausländer nimmt seit Beginn 19 35 zu

Der gesamte überseeische Ausreiseverkehr über Hamburg und Bremen (Auswanderer und übrige Ausreisende) war mit 15 248 Personen im 1. Vierteljahr dieses Jahres um 11 v. H. größer als in dem des Vorjahres, der entsprechende Ein­reiseverkehr (11 383 Einreisende) etwas gerin­ger. Unter den Ausreisenden aus dem Deut­schen Reich überwogen die Reichsdeutschen recht er­heblich (7491 ober 73 v. H.), unter ben Einreisen­den in das Deutsche Reich waren fast zur Hälfte Ausländer (4352).

Gesondert von diesem Verkehr wurden im Be­richtszeitraum in Hamburg und Bremen 4772 T o u r i st e n (Teilnehmer an So-nderfahrten, Rund- unb Gesellschaftsreisende), darunter 3935 Reichs­deutsche, und 3798Kraft durch Freude"°Reisende erfaßt.

Beisetzung des GA.-Mannes Defkowski in Danz'g.

Danzig, 17. Juni. (DNB.) Stabschef Lutze traf in Danzig ein, um an der Beisetzung des von politischen Gegnern ermordeten SA.-Mannes Gün­ther Defkowski teilzunehmen. Der Stabschef fuhr zum Hause der Danziger Arbeitsfront, wo der tote SA.-Mann aufgebahrt war. Taufende waren bereits in den Vormittgsftunden an dem Sarg vor­übergezogen, um dem toten Kämpfer des Führers den letzten Gruß zu entbieten. Die Teilnahme der Danziger Bevölkerung kommt auch in der reichen Trauerbeflaggung der ganzen Stadt zum Ausdruck. Am frühen Nachmittag setzte sich der Trauer­zug in Bewegung. Zwischen den Spalieren der na­tionalsozialistischen Gliederungen, hinten denen eine unübersehbare Menschenmenge Günther Defkowski die letzte Ehre erwies, ging es zum Barbara- Friedhof, wo die Beisetzung erfolgte.

Vor der mit einer großen Hakenkreuzfahne ver­kleideten Friedhofskapelle, zu deren beiden Seiten zipsi Opferflammen loderten, fand zunächst die kirchliche Feier statt. Pfarrer L i p s k i bezeichnete das Opfer Günther Deskowskis als eine Mahnung für uns alle zur Treue zu Volk und Führer. Nach dem Gebet trugen Kameraden des Toten ben Sarg zur Grabstätte und senkten ihn unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden hinab. Gauleiter F o r ft e r gedachte dann des opfervollen Weges, den die NSDAP, für das Deutschtum Danzigs gehen müsse. Der SA.-Mann Günther Defkowski ist als Opfer der gleichen Kreise gefallen, die 1918 Deutschland in den Abgrund stürzten und 15 Jahre lang das deutsche Volk verdarben und verhetzten.

Stabschef Lutze sagte: Es gebe nichts Schlim­meres als den Kampf der Volksgenossen unterein­ander. Seitdem wir im Reich die Macht besitzen, herrscht Ruhe und Ordnung. Wir wollen die deutsche Volksgemeinschaft. Dafür hat auch Deskowski gekämpft, und dafür ist er gestorben. Seitdem der Führer die ersten Toten der Bewegung aus dunkler Gruft herausgeholt zur Unsterblichkeit der Ewigen Wache, wissen wir, daß unsere Toten und ihr Geist ewig in uns marschieren. Mit den WortenIch bringe Dir, Günther Deskowski, zum Abschied die letzten Grüße Deines Führers", legte der Stabschef den Kranz des Führers am Grahe nieder.

Die beiden von marxistischen Verbrechern er­schossenen Danziger SS. - Männer Ern st Ludwig und Paul Fressenke werden am Donnerstagnachmittag auf dem Barbarafriedhof in Danzig gemeinsam beigesetzt werden. Reichs- führer-SS. Himmler wird an der Irauerfeier teilnehmen.

Der GUtlichkeitsprozeß gegen Franziskanerbrüder. Koblenz, 17.Juni. (DNB.) In dem Sittlich- keitsprozeß gegen die Franziskanerbrüder stand der 49 Jahre alte Franziskanerbruder Heinrich Floßdorf (Bruder Emanuel) vom Krankenhaus St. Marienwörth in Bad Kreuznach vor den Rich­tern. Der Angeklagte ist 1886 in Bonn geboren und in seiner Jugend einmal wegen Diebstahls vor­bestraft. Er wird beschuldigt, mit drei anderen Franziskanerbrüdern in den Jahren 1929 bis 1935 widernatürliche Unzucht getrieben zu haben. Der Angeklagte gab an, daß er mit 21 Jahren im Juni 1908 in das Franziskanerkloster eingetreten sei. Gr habe aktiv gedient und sei in der Champagne- schlacht 1915 durch einen Granatsplitter schwer ver- rounbet worben.

Nach Ausschluß der Oeffentlichkeit gaben als Zeugen drei Franziskanerbrüder, wäh- renb der Angeklagte hartnäckig leugnete, die Straf­taten zu. Bemerkenswert für die Zustande in den Franziskanerklöstern ist die Aussage des Bruders Tarcisius, der seinem Vor st eher einen Fall meldete und darauf die Antwort erhielt, er hätte diese Meldung doch nicht machen sollen. Derartige Dinge gingen keinen etwas a n.

Der Staatsanwalt erklärte, der Angeklagte fei einer der verstocktesten Sünder, da er alles abzu­leugnen versuche. Die Ordensleitung habe bei der Aufdeckung des Vergehens vollkommen versagt. Das einzige, was auf eine Anzeige hin geschehen fei, wäre gewesen, daß man dem Betreffenden bedeutet hätte, er solle schweigen. Der Staatsanwalt bean­tragte 2 Jahre Gefängnis. Das Urteil lautete

auf eine Gefängnisstrafe von 2 Jahren, wobei vier Monate der erlittenen Untersuchungshaft auf die Strafe angerechnet wurden.

Weiter stand der ehemalige Franziskanerbruder Heinrich Dresse! (Bruder Nicomedes) vor der Großen Strafkammer unter der Anschuldigung, in den Franziskaner-Niederlassungen in Köln, Wald­breitbach und Bad Kreuznach sich der widernatür­lichen Unzucht schuldig gemacht zu haben. Dresse!, der 1902 geboren ist, fft im Jahre 1933 infolge die­ser Vorkommnisse aus dem Kloster ausgeschieden. Der Staatsanwalt betonte, Bruder Nicomedes habe

größtenteils aus sexueller Not infolge der unnatür­lichen Einsperrung im Kloster gehandelt. Da er früh Waise geworden und es ihm im Leben schlecht ergangen sei, habe er die Hoffnung gehabt, daß im Kloster etwas Rechtes aus ihm werden tonne. Die Ordensleitung habe allerdings jede Festigkeit vermissen lassen, und Nicomedes sei et n Opfer dieser Institution geworden. Das Urteil lautete entsprechend dem Antrag des Staats­anwalts auf ein Jahr acht Monate Gefängnis un­ter Anrechnung der Untersuchungshaft.

Der neue Botschafter Brasiliens beim Führer.

Berlin, 17. Juni. (DNB.) Nachdem die beider­seitigen diplomatischen Vertretungen Deutschlands und Brasiliens in Botschaften umgewan­delt worden sind, empfing der Führer und Reichskanzler den bisherigen brasilianischen Gesandten Jos6 Joaquim de Lima o Silva M o - n i z de Aragao, zur Entgegennahme seines Be­glaubigungsschreibens als erster Botschafter der Vereinigten Staaten von Brasilien in Deutschland. Der neue Botschafter wurde unter dem üblichen Ze­remoniell durch ben Ches bes Protokolls von ber brasilianischen Botschaft im Kraftwagen des Füh­rers zumHaufe des Reichspräsidenten" geleitet. Eine Ehrenkompanie mit Musik im Ehrenhof des Reichspräsidentenhauses präsentierte beim Eintref­fen und bei der Abfahrt des Botschafters, wobei Die Musik den Präsentiermarsch spielte. An dem Empfang nahm außer der Umgebung des Führers und Reichskanzlers der Reichsminister des Auswär­tigen, Freiherr von Neurath, teil.

Der Botschafter Moniz de Aragao richtete bei Ueberreidjung seines erneuten Beglaubigungsschrei­bens an den Führer und Reichskanzler eine Rede in portugiesischer Sprache, in ber es u. a. hieß:

Ich fühle mich besonders geehrt und glücklich, Eurer Exzellenz von neuem Die tief empfundenen Freundschaftsgefühle zum Ausdruck bringen zu können, die mein Land dem deutschen Volke ent­gegenbringt, sowie die große Beachtung, die die brasilianische Regierung den ausgezeichneten Be­ziehungen zwischen unseren beiden Ländern schenkt. Ich weiß, daß die Erhöhung zur obersten Kategorie der diplomatischen Vertretungen ein Beweis ist für den Wert, den Brasilien und Deutschland den ge­genseitigen Beziehungen beilegen. Eure Exzellenz möae versichert sein, daß ich an den Erfolg meiner Aufgaben meine besten Kräfte setzten werde. Ich

kann Eurer Exzellenz die Versicherung geben, daß meine Regierung sich ständig bemüht, die Bande, die uns verbinden, enger zu knüpfen, in der Er­kenntnis der Notwendigkeit, unsere Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Politik, der Wirtschaft, des Handels und der Kultur auszugestalten, besonders hinsichtlich der Verteidigung der Ordnung und der Grundlagen unserer Zivilisation.

Der Reichskanzler antwortete u. a. folgendes: Ich begrüße Sie herzlich als den ersten Botschafter Ihres Landes in Deutschland. Es erfüllt mich mit Genugtuung, feststellen zu können, daß sich die Be­ziehungen zwischen unseren Ländern auf politischem, kulturellem und wirtschaftlichem Gebiete gut ge­staltet haben und daß sich insbesondere der Wa­renaustausch zwischen unseren beiden Staaten in den letzten Jahren in steigendem Maße günstig entwickelt hat. Es ist mein und der Reichsregierung lebhafter Wunsch, die mannigfachen Verbindungen zwischen unseren Ländern die in ber bebeutenben Zahl deutsch st ämmiger Bür­ger Brasiliens ein wertvolles Bindemittel bil­deten, zum Nutzen beider Völker auszubauen. Mit Befriedigung habe ich den gleichen Wunsch auch Ihren Worten entnehmen können. Die Erhebung ber beiberfeitigen Gesanbtschaften zu Botschaften ist ein äußeres Zeichen für dieses Bestreben, in dem Brasilien und Deutschland einig sind.

Nach dem Empfang begab sich der Führer i n b e n Ehrenhof besHauses bes Reichspräsibenten" und schritt bort unter den Klängen des Präsentier­marsches und der Nationalhymnen die Front b e r E h r e n k o m p a n i e ab. Die in ber Wilhelm- straße versammelte zahlreiche Menge brach in stür­mische Kundgebungen aus, für die der Führer freundlich dankte.

Heute die Gauktiousfrage im Unterhaus

Sturm der GanktionSfreunde.

London, 18.Juni. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenblätter stehen im Zeichen ber heutigen Un- terhaus-Aussprache, in der die Reaierung ihren Be­schluß, die Sanktionen aufzuheben, ver­teidigen wird. Nachdem die Regierung und die ihr nahestehende Presse die öffentliche Meinung sorg­fältig auf die Beendigung der Sühnemaßnahmen vorbereitet hat, besteht kein Zweifel mehr, daß das Parlament ihre Stellungnahme bil­ligen wird. Andererseits hat die Opposition ihr schwerstes Geschütz aufgefahren, um die Regie­rung wegen ihres Sanktionsbeschlusses in schärfster Weise anzugreifen. Bereits am Mittwochabend wur­den die Wandelgänge des Unterhauses von rund 200 weiblichen Mitgliedern der libe­ralen Partei buchstäblich gestürmt. Sie leg­ten ben Oppositionsabgeordneten dringend nahe, sich für die Aufrechterhaltung der Sanktionen einzu­setzen. Weitere Kundgebungen von der Galerie des Unterhauses werden für die Aussprache am Donnerstagnachmittag angekündigt. 24 Mitglieder der sog. Völkerbundsgruppe faßten am Mittwochabend im Unterhaus eine Entschließung, in der die Fortsetzung oder Verstärkung der Sank­tionen gefordert wird, bis Italien einer für den Völkerbund annehmbaren Regelung des Abessinien- Streitfalles zustimmen würde. Die Entschließung wurde u. a. von Lord Cecil, Lord Allen os Hurtwood und Sir Walter Sagten angenom­men.

Daily Telegraph" bemüht sich erneut, den Be­schluß des englischen Kabinetts zu rechtfertigen. Wenn die Regierung die Aushebung der Sanktio­nen in Genf unterstütze, bann bedeute dieseA n - nähme bes Unvermeidlichen" keinen Tadel für irgendeinen einzelnen Minister, am wenigsten für Eden, der durchweg ber Vorkämp­fer des mutigen Versuchs, den Rechtszustand in der internationalen Politik herzustellen, gewesen sei. Heute sei Mut erforderlich, um zuzugeben, daß die Aufrechterhaltung der Sanktionen, nachdem sie

Abessinien nicht retten konnten, feinem großen Zweck mehr habe. Wenn das britische Volk nunmehr die Beendigung der Sühnemahnahmen als unvermeidlich annehme, so deshalb, weil es völlig klar geworden fei, daß ihre Fortsetzung keine kollektive Unter st Ützungim Völ­kerbund finden würde.

ImNews Chronicle" schreibt Vernon Bartlett: Wenn Eden sich entschlossen habe, nicht zurück­zutreten, so sei das auf seine Ueberzeugung zurück­zuführen, daß der Völkerbund dem Zusammenbruch nicht so nahe sei, wie die meisten seiner Kollegen glaubten, vielleicht sogar wünschten. Das bedeute vielleicht, daß Eden der Forderung, Italien wie­der als alten Freund z u begrüßen. Widerstand leisten werde. Diese Forderung würde von Leuten gestellt, die glaubten, daß Italien bereit sei, sich an der neuen Einkreisungs- Politik zu beteiligen. In ben gleichen Kreisen arbeite man aber auch mit dem häßlichen Argu­ment, daß Italien den Engländern mehrere Millionen Pfund schulde, zu deren Rück­zahlung es bewogen werden müsse. Eden sei daher einem sehr starken Druck ausgesetzt, um ihn zu einer Politik zu bewegen, die eine noch schlimmere Niederlage der Völkerbundsgrundsätze bedeuten würde.

Der Negus während der Äölkerbunder- tagung in Genf.

London, 18. Juni. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Mitteilung ber abessinischen Gesandtschaft wird sich der N e g u s während der Dölkerbundstagung Ende Juni in Genf aufhalten: er wird jedoch der Versammlung nicht persönlich beiwoh­nen. Der Negus reift heute mit feinen beiden Söh» nen und feiner Tochter sowie mit dem abessinischen Gesandten nach Schottland, wo er sich einige Tage zur Erholung auf einem Schloß in der Nähe von Glasgow aufhalten wird.

Die Spannung in China.

Japan verhandelt mit Mdchina

P e i p i n g, 18. Juni. (DNB.) Die maßgebenden chinesischen und japanischen Politiker in Nord­china haben sich völlig unerwartet, teilweise im Sonderzug von Peiping nach Tientsin be­geben, wo Verhandlungen erwartet werden. Es be­steht Grund zu der Annahme, daß man auf ja­panischer Seite versuchen wird, folgende Zu­geständnisse von ben Chinesen zu erreichen: 1. militärische Ueberwachunq der chinesischen 29. Armee durch japanische Offiziere, 2. japanische Ein­flußnahme auf die Verkehrs- und Wirtschaftspolitik Nordchinas durch eine japanische Anleihe, deren Verwendung scharf überwacht wird, 3. per­soneller und organisatorischer Umbau des Ho- pei-Tschachar-Regierungsausschusses, der diesen der Aufsicht der Nankinger Zentralregie­rung entziehen und seine Annäherungen an die au ton ome O st-Hopei-Negierung herbei­fuhren soll.

Der japanische Wunsch nach beschleunigter Füh- lungnabme dürfte wahrscheinlich die Folge von Be. uchen des Generals Tschentiaoyan, eines be- sonderen Vertrauensmannes bes Marschalls Tschiangkaischek, so wie bes O a n i t s ch i h, eines Vertrauensmanns ber gegen Tschiangkaischek unb 3apan vorgehenden Kwangsi-Führer in Pei- ping sein. Die Lage wirb erschwert burch bie Hal- tung der S t u d e n t e n s ch a f t, bie an verschiede­nen Hochschulen beschlossen hat, den von den Be­hörden des Hopei-Tschachar-Regierungsausschusses erlassenen Auflosungsbeschlusses für alle Etüden- tenoereimgungen nicht zu beachten und in den io t r e i f zu treten, sowie bie Offiziere unb ©Ölha­

fen der 29. Armee zum Kampf gegen Japan aufzurufen.

Was will der Süden?

® d) op 9b a i, 18. Juni. (Dftafienbienft des DNB. - Funkspruch.) Nach einer Meldung aus Hongkong breitet sich bie Unzufriedenheit über das Vorgehen ber Provinz Kwangsi unter ben militärischen Führern ber Kwantung - Armee immer mehr aus. Fünf Divisionskommanbeure haben bereits ihr Ab- schiebsgesuch eingereicht. Zu schweren Zusammen­stößen zwischen Zivilbevölkerung unb Mi- litar kam es in ber Nähe von Wutschou im Eüd- often von Kwangsi. Hier widersetzten sich drei Dör- fer den Z mang sausfjebungen. Die Bewoh­ner steckten bie Kommanbantur in Brand und e r - morbeten mehrere Offiziere. Die Un- nihen wurden erst nach schwerem Kampf mit den Dorfbewohnern unterdrückt.

General P e i t s ch u n g h s i, ber Oberbefehls- W^ n?ks/^^'btreikräfte hat ben General , J n 9 t o 9 u a n zum Kommanbeur ber 1. Äroangfi-DiDifion ernannt. Wengtschooyuan bat im Sabre 1932 die Wusung-Forts heldenhaft gegen ÖU Japaner verteidigt Aus feiner Ernennung ergibt eine Verschärfung des Kurses der Provinz Kwangsi. Die f i n a n z i e 11 e n Schwierigkei en Kwantungs sind erheblich. Die Provinz verlangt Unterstützung durch Nanking unb Zusammenarbeit m ?eJ. ontliapamschen Bewegung als Vorbebingung emer Einigung bes Landes. Ferner mirb Die Verschiebung der auf den 12. November einberufenen Nationalversammlung zur Reform der Landesverfassung verlangt. f rm

Oer 18 Juni.

ßin Meilenstein auf dem Wege zum Frieden.

Vor Jahresfrist wurde bas d e u t sch - eng - liscbe Flottenabkommen geschlossen. Ohne große Vorrede, ohne zeitraubende Konferenzen, ohne Streit und ohne Verstimmungen. Innerhalb einer verhältnismäßig kurzen Zeit waren sich beide Staa. ten über die vom Führer angebotene Verhältnis- uffer einig. Der Vertrag stand, so sehr auch von der Seine her noch in letzter Minute versucht wurde, die Engländer vom Verständigungsweg ab- zubringen. Das Bestreben der Franzosen hatte allerdings gute Gründe. Ob Deutschland künftig zehn, fünfunddreißig oder fünfzig Prozent der eng­lischen Flottenstärke für sich beanspruchen wurde, war ihnen völlig gleichgültig. Für sie kam es ledig­lich darauf an zu verhindern, daß Deutschland als gleichberechtigte Nation durch die Eng­länder behandelt und daß durch diese Abmachung das Versailler Diktat in hohem Bogen über Bord geworfen würde. Beides hat man in Paris nicht verhindern können. Nachdem der Führer in feiner großen Rede vom 21. Mai ben Engländern erkärt hatte, daß Deutschland weder die Ansicht noch das Vermögen habe, in eine Flöt- tenrioaiität einzutreten und daß Deutschland der Notwendigkeit eines ausreichenden Schutzes des Britischen' Weltreiches anerkenne, allerdings auch für sich den notwendigen Schutz feiner kon­tinentalen Existenz in Anspruch nehme, war, wie sich Botschafter von Ribbentrop später im Zusammenhang mit dem Flottenabkommen ausdrückte, das Eis gebrochen. Die Engländer er­kannten die sich ihnen bietende Chance für ben deutsch-englischen Frieden genau wie zuvor die Po­len die Bedeutung bes vom Führer angebotenen Zehnjahrespaktes für den deutsch-polnischen Frie­den erfaßten. Man griff zu. Das Flottenabkommen wurde zwischen absolut gleichberechtigten Mächten abgeschlossen, von Versailles war keine Rede mehr.

Mit diesem Abkommen ist eine Europa belastende Sorge beseitigt worden. Wieder müssen wir die Frage aufwerfen, warum nicht auch andere eu­ropäische Nationen mit uns den gleichen Weg beschreiten. Mit Sammelabkommen, bas hat die Nachkriegsgeschichte gelehrt, kommen wir boch nicht weiter. Der erste große Kollektivvertrag, bas Ver­sailler Diktat, hat sich nicht nur als eine Niete, sondern als ein Verhängnis für Europa unb bie ganze Welt herausgestellt. Noch einmal wirb niemand diese Richtung einschlagen. Also wirb man den anderen Weg des direkten Aus­gleiches zu wählen haben, der sicherer zum Ziele führt unb die Beteiligten, wie es Der deutsch-evg- lische Vertrag zeigt, sofort zufrieden stellen. Dank ber sowjetrussischen Umtriebe in Europa haben sich bie für ben europäischen Frieden vornehmlich in Frage kommenden Staaten allerdings bisher davon abhalten lassen, das zu tun, was bas einzig Ver­nünftige ist unb zu bem sich bereits England unb Polen bekannt haben. Im Schmollwinkel sitzen, aus bem Hinterhalt heraus intrigieren, friebensftörenb wirken bas alles ist ganz gensiß nicht geeignet, in den Völkern die Hoffnung zu erwecken, daß wir auf der Straße zum europäischen Frieden bald einen neuen Meilenstein erreichen werden. Aber niemand wird bestreiten können, daß der Führer in den wenigen Jahren seiner außenpolitischen Tätigkeit für Europa unb bie Welt mehr getan hat als es biefes Europa und diese Welt in den letzten zwanzig Jahren zuvor tat. Das zu unterstreichen wollen wir am Jahrestage der Unterzeichnung des Londoner Flottenabkommens nicht vergessen, mögen auch dank der Wühlereien der bem Frieben feindselig gegenüberstehenden Kräfte die Wolken über Europa noch so düster unb schwer hängen. Die Sonne des Friedens wird dennoch eines Tages scheinen. Und wenn sie wie­der scheint, dann hat der Führer an ber Zer­streuung biefer unheilschweren Wolken bas Haupt- verdienst.

Der Streik in Belgien.

Eine Vereinbarung nach Pariser Muster.

Brüssel, 17. Juni. (DNB^) Unter bem Vorsitz des Ministerpräsidenten van Seeland fand eine Beratung der Arbeitgeber- unb Arbeit- n e h m e r - V e r t r e t er statt, um eine Grundlage für eine Beendigung ber Streiks zu fin­den. Es kam eine Vereinbarung zustande, die folgendes vorsieht:

1. Eine allgemeine Lohnerhöhung auf der Grundlage eines täglichen Mindestlohnes von 32 Franken:

2. bezahlter Urlaub von mindestens sechs Tagen:

3. Sicherung der Gewerkschaftsorgani­sationsfreiheit:

4. grundsätzliche Einführung der 4 0stündig en Arbeitswoche in den Industrien, in denen be- sonders schwierige und gesundheitsgefährdende Ar­beitsbedingungen vorliegen.

Die Arbeitgeber- unb Arbeitnehmer-Vertreter, die an der Sitzung teilnahmen, haben sich verpflichtet, diese Vereinbarung ihren Vereinigungen zu emp- fehlen. Ministerpräsident van Zeeland erstattete dem Kabinett Bericht und gab zuversichtlich der Hoffnung Ausdruck, daß die zwischen den Arbeit­geber- und Arbeitnehmer-Vertretern getroffene Der- einbarung eine Gntf pannung öer Lage führen werde. In Regierungskreisen ist man öer Meinung, daß schon in den nächsten Tagen auf Ibrunb dieser Vereinbarung die Streiks beendet werden können. Der Brüsseler Gewerk- ! 5 a Ui? b ,u n & bat allerdings beschlossen, die amt­liche Mitteilung der Regierung nicht zu be­achten, vielmehr die Brüsseler Arbeiter aufzu­fordern, sich der Streikbewegung anzuschließen. Die Streikbewegung hat sich bereits auf die Provinz t baNt ausgedehnt. In einem Werk für elek­trische Konstruktionen in Ruysbroeck wurde die Ar­beit emgeftellt. Eine Gruppe von 500 Streikenden bat versucht, auch die übrigen Werke in den Streik zu ziehen. Bei den Kleinbahnen der Provinz Bra­bant macht sich ebenfalls eine Streikbewegung be-

18 koreanische Kommunisten zum Tode verurteilt.

0 k io , 18 Juni. (DNB. Dftafienbienft.) Das Oberste Gericht m Keijo verurteilte am Donnerstag

®runÖ einerJBeftimmung des Sondergesetzes far öffentliche Sicherheit 18 kommunistisch» , J r £a,n e ch To d e und zwei weitere zu fünf­zehn Jahren Gefängnis. Damit ist ber große Prozeß gegen jene Kommunistengruppe beenbet worden, die im letzten Jahr wegen eines Puts chver- |U£$es verhaftet worden war.