eines fremden Staates in Verbindung gestanden hätten. Auch sei nicht erwiesen, daß sie die Ziele
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Aus aller Wett.
Luftschiff „Hindenburg- auf der Deutschlandfahrt.
Frankfurt a. M., 18. Juni. (DNB.
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Ein dritter präsidenischasts- kandidai in LtGA.
N e u y o r k, 17. Juni. (DNB.) Im Wahlkampf um die Präsidentenwürde erschien ein neuer Faktor. Der „Radiopriester" Pfarrer Charles C. Loughlin wird in einer über das ganze Land verbreiteten Radiorede am Freitag einen dritten Präsidentschaftskandidaten bekannt- geben. Der von ihm gegründete „Nationale Bund für soziale Gerechtigkeit", der über zehn Millionen Mitglieder zählt, könne weder für Roosevelt noch für den republikanischen Kandidaten Landon stimmen. Coughlins Anhänger haben mit den Anhängern des Dr. T o w n f e n d , der allen Personen über 65 Jahren eine Altersrente von 200 Dollar verspricht, sowie mit dem von dem ehemaligen Senator Song (Louisiana) gegründeten „Bund zur Aufteilung des Wohlstandes" eine gemeinsame Front gebildet. Die Zahl der Anhänger oller drei Organisationen wird insgesamt 20 bis 25 Millionen geschäht. Pfarrer Coughlin, der in seinen Radioreden früher allsonntäglich gegen Roosevelt wetterte, erklärte, er sei ein Feind des Wallstreet-Kapitalismus, er bekämpfe aber auch Kommunismus und Faschismus. Weiter fordert er die Verstaatlichung aller für das Gesamtwohl wichtigen Einrichtungen, besonders des Banken-, Kredit- und Währungswesens, die Kontrolle der Währung durch den Kongreß und einen besonderen Regierungschutz für die Gewerkschaften.
Oer Kattowitzer Hochverrais-Vrozeß.
spruch.) Das Luftschiff „Hindenburg" ist um 8.10 Uhr mit 52 neuen Passagieren zu einer Deutschland - Rundfahrt aufgestiegen, von 2>er es voraussichtlich in den Abendstunden zurückerwartet wird. Das Luftschiff „Graf Z e p p e - l i n" wird bereits um die Mittagszeit von seiner Südamerikafahrt auf dem Flughafen Rhein-Main ^urückerwartet. Cs ist nicht ausgeschlossen, daß sich am Spätnachmittag zum ersten Male b e i b e ß u f t = riesen gleichzeitig auf dem Frankfurter Lufthafen befinden.
Die Tieichsautobahnstrecke Hannover- Herford zum Bau freigegeben
Der Generalinspekteur für das deutsche Straßen- avesen hat die Autobahnstrecke Hannover—Herford .zum Bau freigegeben. Damit ist jetzt die g e - 1 amte Linie Köln — Berlin und darüber chinaus die Strecke bis Frankfurt (Oder) Durchgehend im Bau. Bis zum 15. August -wird, nachdem bereits der Anschluß Lehrte — Braunschweig eröffnet ist, die gesamte Strecke Hannover — Helmstedt und Magdeburg — Berlin dem Verkehr übergeben werden. Noch im September wird die Mittelöffnung der Brücke -über die Elbe geschlossen werden. Bis zum 1. Dez. -sind die Arbeiten auch auf dem Abschnitt zwischen Helmstedt und Magdeburg beendet, so daß bis Anfang des neuen Jahres dem Verkehr die gesamte Strecke von Hannover bis Berlin zur Verfügung steht.
Das Berliner Baugrubenunglück vor Bericht
9m Prozeß um das B a u g r u b e n u n g l ü ck in Berlin wurde der Baumeister Joseph Rath vernommen, der als Vertreter der Berlinischen Ballgesellschaft an den regelmäßigen Baubesprechungen teilgenommen hat. Er sollte sich äußern über die Rolle des Angeklagten Hoffmann bei diesen Besprechungen. Auf verschiedene Fragen des Vorsitzenden erklärte Rath, Hoffmann habe gesagt, er, Rath, solle die Akten genau studieren, dann würde er sehen, daß viele Prosektänderungen erfolgt seien. Aus den Akten habe er festgestellt, daß die Frage der Sicherungsträger bereits von den zuständigen 'Stellen eingehend studiert worden sei. Zwischen Hoffmann und Roth sei darüber beraten worden, wie man die Reichsbahn zur schnelleren Bereitstellung der endgültigen Baupläne veranlassen könnte, lieber alle technischen Dmge habe Noch selbst die
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Kommunistische Revolte in Kowno.
Kowno, 17. Juni. (DNB.) Bei der Beerdigung eines Sägewerksarbeiters, der den jüdischen Großunternehmer Kamber erschoß und sich gleich daraus felbst das Leben nahm, waren etwa 10 000 Arbeiter. Als die Menge den Leichenzug am Palais des litauischen Staatspräsidenten vorbeileiten wollte, Ichritt Polizei ein. Die Menge, die Sargträger mit dem Sarge voran, stürmte gegen die Beamten an. Nach einer Salve in die Luft schoß die Polizei scharf und wandte auch Tränengasbomben an. Auf dem Friedhof wurde am Grabe des Arbeiters eine regierungsfeindliche Kundgebung abgehalten, wobei die Arbeiter- fchaft u. a. auch zum Streik aufgerufen mürbe. Rufe wie „Heil Moskau", „Nieder mit dem Faschismus" und feindliche Ausrufe gegen die Regierung wurden wiederholt laut. Auch die Inter
Kattowitz, 17. Juni. (DNB.) Im Kattowitzer Hochoerratsprozeß erklärte der Vertreter der Anklage, daß die Leiter des Geheimbundes in ständi- per Verbindung mit Personen gestanden hätten, die im Interesse eines fremden Staates gehandelt hätten. Mildernde Umstände kämen nur für Angeklagte in Betracht, die sich zum polnischen Volkstum bekennen oder ihre Kinder aus Loyalitätsgründen in die polnische Schule schicken. Der Staatsanwalt verlangte gegen sieben Angeklagte aus dem § 97 des polnischen Strafgesetzes (Verrat und Verbindung mit Personen eines fremden Staates) je Zwölf Jahre schweren Kerkers, für die übrigen strenge Bestrafung wegen Hochverrats, wobei er die Höhe der Strafen dem Ermessen des Gerichtes überließ.
Der Verteidiger erklärte, bei den Angeklagten feien politische Gründe überhaupt nicht maßgebend gewesen, sondern ausschließlich das Verlangen nach Arbeit und Brot. Das belastende Material setze sich aus Angaben von Polizeispitzeln zusammen, die unglaubwürdig seien. Die Verhandlung habe nicht den geringsten Beweis dafür erbracht, daß die Angeklagten mit Personen
Entscheidungsvollmacht gehabt. Ueber die Verwen- vung alten Materials habe er, Rath, bis zum Un- gluck nichts gewußt.
Auf eine Frage nach der Verantwortlichkeit des Angeklagten Noth erklärte der Zeuge, Noch fei ibm von der Geschäftsleitung als verantwortlicher Bauführer bezeichnet worden, und das habe er ^uch aus der Art feines Verkehrs mit dem Reichsbahn-Neubauamt entnehmen müssen. Auf eine weitere Frage, warum denn der Angeklagte Hoff- mann sich überhaupt bei den Baubefprechungen beteiligt habe, gab der Zeuge die Auskunft, Hoff- mann habe sich wahrscheinlich für den Bau in der Hermann-Göring-Straße besonders interessiert, weil dort große Vermögenswerte für die Firma auf dem Spiele standen. Dem Zeugen Rath wurde vom Gericht vorgehalten, daß Noth selbst erklärt habe, der Inhalt der Baubesprechungen sei in den Niederschriften nicht richtig wiedergegeben worden. Der Zeuge drückte fein Erstaunen darüber aus, da Noth niemals seine Aktenvermerke und Nieder- schriften beanstandet habe. Noch wurde zu diesem Punkt noch einmal befragt und blieb bei feinen früheren Erklärungen. Die Verhandlung wurde vertagt.
Fest der deutschen Traube und des deutschen Weines 1936.
ZM. Wie im vergangenen Jahr findet auch diesmal vom 19. bis 2 7. September ein „Fest der deutschen Traube und des deutschen Weines 1936" statt. Diese Gemeinschaftswerbung wird einheitlich im ganzen Reich unter Führung des Reichsnährstandes gestaltet. Es ist nicht Sinn der geplanten Veranstaltung, eine Werbung für den vermehrten Alkoholverbrauch einzuleiten, sondern es handelt sich darum, den Gedanken, daß Wein ein Volksgetränk ist, Allgemeingut werden zu lassen und dadurch mitzuhelfen, daß die R e - kor d ernte des Weiniahres 19 3 5 abae - fetzt und den Winzern geholfen wird. Ob das Edelerzeugnis des deutschen Weinbaues als Tafel- trauben, als Süßmost, als Wein oder als Schaumwein verzehrt wird, ist nicht das Entscheidende, wohl aber, daß sich jeder deutsche Volksgenosse der Bedeutung der vom Weinbau lebenden Volksschichten und der im Weinbau ruhenden Werte bewußt und auch bereit ist, zu helfen. Auch dieses Mal haben der Deutsche Gemeindetag, die Deutsche Arbeitsfront, die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Weinverteiler, das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe sowie der Einzelhandel ihre Beteiligung zugesagt.
Insgesamt 60 Tote, 30 Verwundete beim Revaler Explosionsunglück.
Die Zahl der Opfer des schweren Explosionsunglücks bei Reval ist nunmehr endgültig fest- gestellt worden. 60 Personen fanden den Tod. Ihre Leichen sind zum großen Teil nicht zu erkennen. Die Zahl der Verwundeten beträgt 30. Die Rettungsarbeiten wurden besonders erschwert durch die wiederholten Explosionen, die noch nach 18 Stunden in kurzen Zeitabständen erfolgten. Das Eingreifen des Oberbefehlshabers, General Lai- d o n e r, der Truppen einsetzte, konnte die großen Pulverlager schützen. Das Staatsbegräbnis der Verunglückten wird am Freitag stattfinden. Im ganzen Lande sind sämtliche öffentliche Veranstaltungen an diesem Tage untersagt.
Mörder zum Tode verurteilt.
Vom Bielefelder Schwurgericht wurde der Wilhelm Harte n st e i n aus Minden wegen Mordes in Tateinheit mit einem Verbrechen gegen das Gesetz zur Gewährleistung des Rechtsfriedens zum Tode verurteilt. Hartenstein hatte am 14. Au- gust v. I. die Ehefrau Luise Reck, die in einem Strafverfahren gegen ihn ausgesagt hatte, in Gegen
wart ihrer kleinen Kinder durch mehrere Messerstiche ermordet. In der Urteilsbegründung heißt es u. a., daß der Angeklagte die Tat mit Vorsatz und Ueberlegung ausgeführt habe. Er habe Frau Reck niedergestochen wegen der von ihr in Erfüllung ihrer Zeugenpflicht gemachten Aussage. Hartenstein habe auch keine Reue gezeigt und außerdem noch häßliche Bemerkungen über sein Opfer gemacht.
Segelflugmodell eines Hamburger Schülers fliegt Weltrekord.
Einen bemerkenswerten Rekord stellte das kleine Segel flug model! eines 14jährigen Hamburger Schülers auf. Bei einem Wettbewerb auf der Fischbecker Heide in Hamburg ließ der Junge sein Modell, die gebräuchliche Art mit Gummizug, starten. In ruhigem Flug schwebte es davon und in die Höhe und verschwand nach einer halben Stunde in 1000 Meter Höhe in den Wolken. Später kam aus dem kleinen holsteinischen Dorf Preetz die Mel- düng, daß das Modell dort auf einer Wiese gelandet sei. Für die Bewältigung der 91,2 Kilometer langen Strecke hat das Modell drei Stunden und vierzehn Minuten gebraucht, eine Zeit und Strecke, die alle bisher von Segelflugmodellen vollbrachten Leistungen weit übertrifft und einen neuen deutschen wie auch Weltrekord darstellt.
Seinen Verletzungen erlegen.
Der 32jährige Gelderheber Paul F r e s s e n k e, der Angehöriger der SS. ist und bei der Bluttat in Wiesental bei Danzig nach einer privaten Meinungsverschiedenheit durch einen Rückenschuß lebensgefährlich verletzt wurde, ist jetzt seinen Verletzungen im Krankenhaus erlegen. Fressenke war der einzige Ernährer seiner Angehörigen.
Besuch griechischer Eisenbahner bei der Reichsbahn.
Seit einigen Wochen weilt eine Reihe leitender Beamten der griechischen Staatsbahnen im Reich, um die deutschen Eisenbahnverhä'tnisse zu studieren. Die Gäste, an ihrer Spitze der Generaldirektor der griechischen Staatsbahnen, Spyri- bonos, besuchen den Generaldirektor der deutschen Eisenbahn, Dr, Dorpmüller. An dem Empfang nehmen u. a. der Reichsverkehrsminister Frhr. v. Eltz-Rübenach, sowie Vertreter des Auswärtigen Amtes und des Reichswirtschaftsministeriums teil.
Durchfchwimmung des Großen Bell nach 17'/» Stunden aufgegeben.
Am Mittwoch versuchte die 27jährige Else Kragh aus Kopenhagen erneut den großen Belt zu durchschwimmen. Sie ging um 9.30 Uhr bei Korsör ins Wasser. Um Mitternacht war sie bereits der Küste Fünens bis auf fünf Kilometer nahe gekommen. Um 3 Uhr morgens mußte sie jedoch, also' nach 17V» Stunden, infolge von Krämpfen a u f g e b e n. Else Kragh hatte bereits im vergangenen Jahr einen ähnlichen Versuch unternommen. Damals scheiterte sie nach 16V» Stunden.
Feuer in einem dänischen Schloß.
Das Schloß Bernstorffshoej in der Nähe von Kopenhagen, das von dem Prinzen Axel, einem Vetter des dänischen Königs und Ehrenvorsitzenden des Dänischen Olympischen Komitees bewohnt wird, wurde von einem Brand heimgesucht. Das Feuer wurde von den beiden Söhnen des Prinzen und der Prinzessin Margareta, einer Schwester der verstorbenen Königin Astrid von Belgien, dadurch entdeckt, daß Rauch in ihr Zimmer drang. Durch den Brand wurde das erste Stockwerk des Gebäudes zerstört. Zur Hilfeleistung eilten etwa 200 in der Nähe kasernierte Gardisten sowie ein starkes Aufgebot Feuerwehr herbei. Nach einer Stunde war man des Brandes Herr geworden. Der größte Teil der Einrichtung konnte in Sicherheit gebracht werden.
3m Segelflugzeug über den Oeresund. ^Sperber" fliegt von Malmö nach Kopenhagen.
Von Peter siedel, Oipl.-Zng, Flugzeugführer der Deutschen Lufthansa AG.
Als Mitglied der Segelflugzeug-Expeditton des Aero-Clubs von Deutschland unter der Führung des Professors R h e i n d o r s hatte ich das Glück, als Erster Segelflüge in Schweden ausführen zu können. Arn 6. Juni ließ ich mich in Malmö um 11.25 Uhr von einem Motorflugzeug Hochschleppen. Der leichte Ostwind brachte schöne Kumuluswolken mit heran, in ungefähr 400 Meter Höhe nach fünf Minuten Schleppflug konnte ich das Schleppfeil auslösen und in einem starken Aufwind schnell Höhe gewinnen. In diesem Augenblick befand ich mich etwa 6 Kilometer südlich der Universitätsstadt Lund und gegen 15 Kilometer östlich von Malmö. Doch mein Kuinulus zog allmählich über die Wasserfläche des Oeresundes hinaus, und der aufgefrischte Wind ließ mich befürchten, daß ich bei Nachlassen des Aufwindes nicht mehr das schwedische Festland erreichen würde. So ließ ich den Kumulus weiterziehen und flog zurück gegen den Wind, um neuen Aufwind zu suchen. Nach einer Stunde Flugzeit war ich wenige Kilometer südlich von Malmö so niedrig, daß ich mich schon nach einem Landegelände umsehen mußte. Endlich fand ich den Zipfel eines schwachen Aufwindes und hielt mich daran mit der verzweifelten Energie eines Segelfliegers fest, der der Mutter Erde und damit dem sog. „Absaufen" sehr nahegekommen ist. Langsam wurde Meter für Meter Höhe zurückgewonnen. Ich begnügte mich, bescheiden geworden, mit sehr geringen Steigegeschwindigkeiten, bis ich endlich die Wolken- basis-Höhe in 1600 Meter erreichte.
In diesem Augenblick befand ich mich genau über der Küste des Oeresundes. 18 Kilometer breit dehnt sich die glitzernde Wasserfläche bis hinüber nach Kopenhagen, dessen Häusermeer ich in der klaren nordischen Luft deutlich erkennen konnte. Unten sah ich das Fährschiff von Malmö nach Kopenhagen vor der Hafeneinfahrt wenden und langsam Kure auf Kopenhagen nehmen. Anderthalb Stunden dauerte seine Fahrt. Wie wäre es, wenn ich in wenigen Minuten hinübersegelte?
Kurz entschlossen stellte ich noch einmal die genaue Richtung auf meinem Kompaß fest und ließ mich bann von dem starken Aufwind in den grauen Wolkendampf hineinziehen. Im Blindflug hielt ich den Kurs. Nach ungefähr einer Minute zeigte der Variometer „Fallen". Dann rissen die Wolkenschleier auf und ich sah unter mir die weite Wasserfläche des Oeresundes, ein Feuerschiff und einen Segler, der an Kopenhagen vorbei südwärts zur Ostsee strebte. Ein Zurück nach Malmö gab es jetzt nicht mehr. Noch lag die Insel Saltholm zwischen dem dänischen Festland und mir. Sollte irgend etwas Unerwartetes geschehen, so war als äußerste Möglichkeit die Landung auf dieser Insel möglich. Doch in 1300 Meter Höhe noch konnte ich die Insel überfliegen Sie sah wenig einladend aus. Mehr eine Sandbank mit kärglichem Grün, war sie vom Meere so zer
fressen, daß eine Landung auf ihr ein feuchtes Vergnügen geworden wäre.
Dann setzte starker Wind ein, die Auswirkung der Luftabkühlung durch die Wasserfläche des Oeresundes. Aber das konnte nicht mehr verhindern, daß ich den Flughafen K a st r u p erreichte. Noch 1100 Meter hoch, flog ich über Kastrup hinweg, fand aber keine Aufwinde und entdeckte keine Wolke am Himmel, die mich wieder zu sich Heraufziehen könnte. Langsam verlor ich Meter um Meter, während ich vergeblich nach Aufwind suchte. Nur nicht so weit vom Platz weggehen, war meine Hauptsorge. Sollte ich doch afn nächsten Tag in Malmö auf einem Flugtag Dorfliegen. Ein Schleppflug nach Malmö zurück war eine Kleinigkeit, nicht aber, wenn ich außerhalb des Flughafens von Kopenhagen landete.
Schon wollte ich die letzte Höhe verwenden, um den dänischen Fliegerkameraden einige Loopings mit bem Segelflugzeug zu zeigen, als ich einige Kilometer südöstlich vom Flughafen Kastrup einen kleinen Wolkenfetzen entstehen sah. Schnell noch einmal dorthin fliegen und versuchen, ob es nicht doch gelingt, wieder Anschluß zu finden, das war mein erster Gedanke. Ich wagte es, indem ich dauernd nach Kastrup zurückschielte. Ich komme unter der Wolke an, es geht dauernd tiefer. Ich erhielt kurze Aufwindstöße. Wenn ich sie durch eine Kurve ausnützen wollte, fiel ich wieder heraus und geriet in Abwind. So ging es eine Minute unentschieden zwischen Steigen und Fallen. Ganz auf» aeregt sah ich immer wieder zum Fluabafen Kastrup und schätzte den Gleitwinkel nach dorthin, denn der Wind trieb mich immer weiter weg. Endlich wußte ich, noch eine Kurve darfst du machen und dann mußt du zurück zur Landung.
Glück gehört nun einmal zum Segelfliegen. Diese letzte Kurve führte mich in einen stetigen Aufwind, in dem ich mit 1 Meter pro Sekunde steigen konnte. Langsam kletterte ich wieder von meinen 500 Meter hinauf auf 1000 Meter und mehr. Erst als ich wie- der in sicherer Höhe einen Augenblick aufatmen konnte, konnte ich mich darüber freuen, daß es mir gelungen war, nach dem ersten bisher durchgeführten Segelflugüber dasMeer sogar wieder Anschluß an die Wolken auf der anderen Seite zu finden. Mein Wölkchen hatte sich inzwischen zu einem schönen weißen Kumulus entwickelt. Ich wollte die Gelegenheit benutzen und Dänemarks Hauptstadt als Erster zeigen, was Segelflug ist.
Zwei, drei Wolken standen über dem Häusermeer von Kopenhagen. Nicht eher verließ ich meinen Kumulus, bis ich die ersten grauen Schwaden aus seiner Basis unter mir sah. Ich war vorsichttg ge« worden und wollte jeden Meter Höhe mitnehmen, den ich noch gewinnen konnte. Dann tastete ich mich von Wolke zu Wolke bis über b}° her Stadt.
1500 Meter doch konnte ich so längere Zeit übet Kopenhagen segeln und einen UeberbÜd gewinnen über die Schönheiten dieser Stadt am Meer.
Gegen drei Stunden war ich jetzt schon unterwegs. Der Wind hatte gedreht und wehte jetzt von Dänemark nach Schweden. Für kurze Zeit erschien ein Rückflug denkbar, jedoch bei genauer lieber- legung unmöglich. Wenn man einige Stunden gesegelt ist, sucht man vor sich selbst Gründe, um den Flug aobrechen zu können. „Du bist über den Sund geflogen und über Kopenhagen gesegelt, das sollte dir eigentlich genügen." So flog ich langsam auf Kastrup zurück und verlor, ohne diesmal innerlich beteiligt zu fein, meine so mühsam erworbene Höhe. In 500 Meter Höhe kam ich mitten über dem Flugplatz Kastrup an. Jetzt noch einige Loopings und dann landen
Aber was sehe ich da unter mir? Zwanzig, dreißig Möwen kreisen dort genau am Rande Des Flugplatzes, der direkt am Meer liegt, und gewinnen schnell an Höhe. Eine Erinnerung steigt auf. Genau so kreisten die Urubus, die Aasgeier in Süd- Amerika, über Rio de Janeiro und zeigten mir damals die Aufwinde. Jetzt wollte ich statt mit Aasgeiern, mit körnen umbie Wette segeln. Bei dem leichten Westwind zogen die Aufwinde langsam auf das Meer hinaus und mit ihnen kreisten die weißen Möwen in engem Schwarm deutlich erkennbar über der grünen Wasserfläche. In wenigen Sekunden erreichte ich die Stelle, an der ich den Aufwind vermuten mußte. Sofort zeigte das Variometer starkes Steigen an. Ich begann, wie üblich, sofort zu kurven und kreiste so mit den Möwen, die allerdings noch 200 Meter tiefer waren. So gewann ich schnell wieder die höhe von 1200 Meter. Jetzt entdeckte ich, daß an der ganzen Küste der Insel Amager entlang bis zum Hafen von Kopenhagen ähnliche Möwenschwärme kreisten. Ich befand mich ein Kilometer weit draußen über der Wasserfläche des Oeresundes. Ich nahm Kurs parallel zur Küste, um den nächsten Möwenschwarm anzufliegen. Zu meinem großen Erstaunen kam nicht der erwartete Abwind. Fast 4 Kilometer konnte ich geradeaus fliegen und hatte so wieder die Stadt ganz nahe vor mir.
Da ein starker Kumulus mitten über Kopenhagen hing, machte ich den Versuch, ihn zur Abwechslung anzufliegen. Aber da kam die Enttäuschung. Kaum flog ich landeinwärts, als starker Abwind meine Maschine rasch sinken ließ. Es war gegen alle Gesetze des Segelfluges. Allzu schnell war ich bedenklich tief über der Stadtmitte angekommen und zeigte mich so unfreiwillig deutlich sichtbar. Die Hoffnung, nach Kastrup zurückzufliegen, erschien aussichtslos. Als letzte Möglichkeit blieb eine Landung auf dem alten Militärflughafen, der ganz nahe am Hafen liegt. Was nur noch helfen konnte, waren meine Möwen. Dicht neben dem Militärflughafen liegt ein großes Trümmerfeld, auf welches anscheinend die Abfälle der Großstadt geschüttet werden. Dort wimmelte es von schneeweißen Punkten, von Möwen, die auch in großen Schwärmen darüber hin- und herflogen. Nur noch 400 Meter hoch, konnte ich die Möwen deutlich beobachten. Endlich entdeckte ich das typische Kreisen der Möwen, das nur einsetzt, wenn sie einen Aufwind gefunden haben. Vorsichtig tastete ich die Luft über diesem kreisenden Möwenschwarm ab und mit Glück fand ich einen recht stetigen Aufwind, der mich langsam wieder steigen ließ.
Während der engen Kurven konnte ich beobachten, wie zahlreiche Radfahrer und Autos auf der belebten Uferstraße stehenblieben und die Menschen gespannt meinen Wettflug mit den Möwen verfolgten. Endlich war der Rückflug nach Kastrup gesichert. In 500 Meter Höhe erreichte ich wieder den Flughafen Kastrup. Ich war fast fünf Stunden schon in der Luft. Jetzt wollte ich nur noch warten, bis mein Lufthansa-Kamerad, Flugkapitän Caspar, mit seiner Ju 52 nach Oslo ab fliegen würde. Ich freute mich auf den Augenblick, an dem sich zwei Luft-Hanseaten, der eine mit 2000 PS und der andere motorlos, einander über dem Meere begegnen würden.
Inzwischen ist es kurz nach 4.30 Uhr geworden, fünf Flugstunden sind erreicht. Das genügt mir. In 400 Meter Höhe setzte ich zum Kunstflug an, der mich schnell zur Erde hinunter bringen soll. Eine Reihe von Loopings und Turns hintereinander bringen einem schnell die Erde nahe. Noch einen Looping dicht über der Wasserfläche und danach eine Ziellandung vor dem Flughafengebäude. Ich hatte mir den Empfang nicht so herzlich vorgestellt, wie er mir bereitet wurde. Zahlreiche Herren vom dänischen Aero-Club, von den Segelfliegern und von der Presse hatten seit Stunden auf meine Landung gewartet. Unser deutscher Lufthansa-Vertreter machte mich mit den Herren der Zeitung „Politiken" bekannt, die mich zu dem Fluge beglückwünsch- ten. Jetzt erfuhr ich, welche Bedeutung meinem Fluge von den dänischen Fliegern beigemessen wurde. In Anerkennung dessen, daß ich als Erster im reinen Segelflug den Sund überflogen habe, wurde mir eröffnet, daß mir die Zeitung „Politiken" einen Sonderpreis von 1000 Kronen zuerteilen wolle.
Wetterbericht
de» Relcbswetkerdienttes. Ausgabeakt Frankfurt.
Das europäische Hochdruckgebiet hat unter weiterer Verstärkung seinen Schwerpunkt zur Nordsee verlagert und beherrscht noch vollkommen die Witterung Deutschlands, so daß sich die heitere und recht warme Witterung fortfetzt. Die weiter zunehmende Erwärmung bedingt jedoch Gewitterneigung.
Aussichten für Freitag: Meist heiter und recht warm, doch örtliche Gewitterbildung, veränderliche Winde.
Aussichten für Samstag: Fortdauer der warmen und vielfach heiteren Witterung mit Gewitterneigung.
Lufttemperaturen am 17. Juni: mittags 28,1 Grad Celsius, abends 19 Grad; am 18. Juni: morgens 18,2 Grad. Maximum 28,5 Grad, Minimum heute nacht 14,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. Juni: abends 24,7 Grad; am 18. Juni: morgens 19 Grad. — Sonnenscheindauer 14,4 Stunden.
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