Ausgabe 
18.6.1936
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 14V Erstes Blatt

186. Jahrgang

Donnerstag, 18. Juni 1936

Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis:

Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Siesten

Postscheckkonto:

Zrankfurt am Main 11686

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitatsvuch- und Steindruckerel R.Lange in Stehen. Zchristlettung und Geschäftsstelle: schulstrahe 7

Annahme von Anzeigen für. die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Dormittags

Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text­anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.250/^ mehr.

Ermähtgte Grundpreise:

Stellen-, Vereins-, gemein­nützige Anzeigen sowie ein­spaltige Gelegenheitsanzei­gen 5 Rpf., Familienanzei­gen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B

Die Regierungskrisis in Schweden.

Don unserem di.-Äerichierstatier.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)

Stockholm, den 16. Juni 1936.

Nach monatelangem Rätselraten ist die Span­nung in Schweden gelöst worden. Die Regie­rung Per Albin Hansson, des sozialdemo­kratischen Staatsministers, der noch im vergange­nen Herbst unter vielen Ehrungen im Lande seinen 50. Geburtstag beging, ist gestürzt worden. Sie ist über die Wehrfrage gefallen und nicht etwa, wie sie aus taktischen Gründen hinzustellen oor- zog, wegen des Versagens des Reichstages in der Frage von Alterspensionen zurückgetreten.

Die schwedische Regierungsmaschine arbeitet in ständigen und auf Zeit eingesetzten Ausschüssen. Wohl ein Jahrzehnt lang hat der Heeresausschuß beider Kammern des Reichstages über eine Neu­ordnung der staatlichen Ausgaben für Heer, Flotte, Küstenartillerie und Flugwesen beraten. Wenn jetzt eine Mehraus­gabe von rund 30 Millionen Kronen gegenüber dem bisherigen Stand beschlossen worden ist, so fragt man sich mit Recht, warum um dieses Ergebnis so langwierige Kämpfe geführt worden sind. Die sozialdemokratische Partei, deren Ex­ponent ja die Regierung war, hatte schon um die Jahreswende ihre Bereitwilligkeit kund­getan, eine gemeinsame Verteidigungspolitik für das ganze Land mitzumachen. Es fei dahingestellt, ob sie diesen Beschluß aus unfreundlichen Erwägungen gegen das befreundete Deutschland faßte oder ob sie damit den immer stärker anschwellenden Wehr­willen im Volke auffangen wollte. Die Folge ihrer Einstellung war jedenfalls die, daß auch die Vertreter der Regierung im parlamentarischen Wehrausschuß zwar am eigenen Haushaltvorschlag in Höhe von zuletzt 135 Millionen Kronen fest­hielten, zugleich aber auch zusagten, sich dem Kostenvorschlag der Mittelparteien in Höhe von 148 Millionen Kronen zu beugen wozu fünf Millionen für die Uebergangszeit kamen falls nur die Finanzierung durch eine S 0 n - der ft euer auf die höheren Einkommen und Vermögen im Lande geschähe, und falls im Zuge dieser Mehrbewilligung für militärische Zwecke zugleich auch Eröhungen für die be­drängten alten Rentenempfänger be­willigt würden.

Dieser Kompromißoorschlag der Regierung ist von den übrigen Parteien schon im Ausschuß a b - gelehnt worden. Die Abstimmungen im Reichs­tag besiegelten nur die Niederlage des Kabinetts. Die Sozialdemokratie blieb in der Ersten Kammer mit 64 gegen 81 und in der Zweiten Kammer mit 107 gegen 113 Stimmen in der Minderheit. Die Regierung hatte wegen der Alterspensionen die Vertrauensfrage gestellt; sie war geflissentlich der Belastung mit wehrfeindlicher Einstellung ausge­wichen.

Im Herbst finden die Neuwahlen zur Zwei­ten Kammer des Landes statt, in der sie die Mehr­heit zu erringen hofft. Ihr taktisches Manöver aber dürfte gescheitert sein. Sie hatte nicht beachtet, daß schon ihr Wahlerfolg 1932 im wesentlichen eine Folge des Kreuger-Krachs gewesen war und daß die Wähler Stockholms ihr im März 1935 eine deutliche Absage erteilt hatten. Damals verlor sie die Mehrheit im Stadtrat der Hauptstadt. Sie hatte sich von der roten Gefühlswelle tragen lassen, die Skandinavien durchflutete. Die Zeiten haben sich geändert, weil die machtpolitischen Ver­hältnisse in der Welt andere geworden sind. Sie hatte versäumt, der Stimmung im Volke Rech­nung zu tragen, die zur Durchführung einer starken Neutralitätspolitik auch die Bereitwilligkeit zur Schaffung und zum Einsatz genügender militärischer Kräfte verlangte.

Dann aber hatte sie die Zeichen der Zeit auch auf anderem Gebiete überhört. Statt alle Stände des Landes in wirtschaftlicher Aufbauar­beit zusammenzufaffen, handelte sie nach wie vor im Geiste zersetzender Klassenkamps-Gedanken. Auch gab sie sich mit sträflicher Nachsicht gegenüber den unterwühlenden Tendenzen der K 0 m m u n i st i - schon Partei im Lande allzu viel Blößen. Schon lange war der Mißmut gegen ihre Politik gewach­sen; daß er nicht schon früher zum öffentlichen Sturm anschwoll, lag allein daran, daß die Op­position selbst Zeit zur Sammlung brauchte. Bauern, Volkspartei und Rechte hatten genug mit sich allein zu tun. Seit einem Jahr haben sie sich auf die Wahl in diesem Herbst vorbereitet. Ob sie jemals einig und imstande fein werden, eine tragkräftige Regierung zu bilden, ist die Frage der Zukunft. , . .

Wahrscheinlich werden auch in Schweden noch manche Kabinette abwirtschaften, ehe die nationale Erneuerung der Jugend ihren Ausschlag auch im politischen Leben des Landes findet.

Zur Zeit verfügt die Sozialdemokratie in der Ersten Kammer des Landes, die 150 Abge­ordnete zählt, über 65 Vertreter, in der Zweiten Kammer, die 230 Mitglieder hat, über 102. Es fehlt demnach zur Mehrheit noch eine beträchtliche Zahl. Die Regierung des persönlich liebenswür­digen, politisch verschlagenen Staatsministers Per Albin Hansson hat sich in der zweiten Halste ihrer Amtszeit nur mit Hilfe des Bauern­bundes halten können, dessen Mitgliedern sie wirtschaftliche Unterstützung zuteil werden ließ. Es ging solange gut, wie die Wirtschaftspolitik des Landes den Klassengedanken verschleierte. Es kam auch hinzu, daß Schweden nach der Ueberwindung der Kreuger-Krise durch eine nationale Kraftan­strengung vorbildlicher Art in eine Zeit des Wirt-

Einheitliche Zusammenfassung der Polizei im Reich

Reichsführer-GG. Himmler

zum Chef der deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern ernannt.

Berlin, 17. Juni. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat auf Vorschlag des Reichs­und Preußischen Ministers des Innern, Dr. Frick, zur einheitlichen Zusammenfassung der polizeilichen Aufgaben im Reich den stellvertretenden Chef der Geheimen Staatspolizei Preußens, Reichsführer-SS. Himmler, zum Chef der deutschen Po­lizei im Reichsmini ft erium des I n - nern ernannt. Der Erlaß lautet:

I. Zur einheitlichen Zusammenfassung der polizeilichen Aufgaben im Reich wird ein Chef der deutschen Polizei im Reichsmini st erium des Innern ein­gesetzt, dem zugleich die Prüfung und Bearbei­tung aller Potizeiangetegenheiten im Geschäfts­bereich des Reichs- und Preußischen Ministeri­um des Innern übertragen wird.

II. Zum Chef der deutschen Polizei im Reichs­ministerium des Innern wird der stellvertre­tende Chef der Geheimen Staatspolizei Preu­ßens, Reichsführer-SS. Heinrich Himmler, ernannt. Cr ist dem Reichs- und Preußischen Minister des Innern persönlich und unmittel­bar unterstellt. Er vertritt für seinen Geschäfts­bereich den Reichs- und Preußischen Minister des Innern in dessen Abwesenheit. Er führt die DienstbezeichnungDer Reichsführer-SS. und Ehef der deutschen Polizei im Reichsministe­rium des Innern".

III. Der Chef der deutschen Polizei im Reichs- ministerium des Innern nimmt an den Emp­fängen des Reichskabinetts teil, soweit sein Ge­schäftsbereich berührt wird.

IV. Mit der Durführung dieses Erlasses be­auftrage ich den Reichs- und Preußischen Mi- ums des Innern übertragen wird.

Reichsrninister Dr. Frick hat den Chef der deut­schen Polizei im Reichsministerium hes Innern, Himmler, mit der Leitung der Polizeiabteilung des Reichs- und Preußischen Ministeriums des Innern betraut und für den Fall feiner Abwesen­heit dem Ministerialdirektor General der Polizei D a I u e g e die Vertretung des Chefs der deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern über­tragen. Der Führerund Reichskanzler hat aus diesem Anlaß folgendes Schreiben an den Mi­nisterialdirektor General der Polizei D a l u e g e gerichtet:

Lieber Parteigenosse General Daluege!

Seit 'ber Uebernahme der Macht durch den Na­tionalsozialismus, an deren Erringung Sie in Ber­lin führend beteiligt waren, haben Sie Ihre ganze Kraft dafür eingesetzt, die deutsche Polizei zu einem schlagkräftigen Instrument des nationalsozialistischen Staates zu machen. Dies gilt insbesondere für die bisherige Landespolizei, die dank Ihrer Tätigkeit ein wertvolles Glied der deut­schen Wehrmacht werden konnte. Ihnen für Ihre Verdienste um die deutsche Polizei Dank und Anerkennung auszusprechen, ist mir ein besonderes Bedürfnis. Ich ernenne Sie zum General der Polizei.

(gez.) Adolf Hitler."

Zu der Ernennung des Reichsführers-SS. Himm­ler zum Chef der deutschen Polizei erfahren wir von unterrichteter Seite noch folgendes:

Der Reichsführer-SS. Himmler war schon bisher Kommandeur der Politischen Polizei aller deutschen Länder und stellvertretender Chef des Geheimen Staatspolizei­amtes in Preußen, dessen Chef der preußische Ministerpräsident ist. Durch die Unterstellung der gesamten deutschen Polizei unter den Reichsfuhrer-

SS. ist eine Entwicklung abgeschlossen, die nun zur Schaffung einer einheitlichen deut­schen Polizei geführt hat. In Zukunft sind so­wohl Schutzpolizei, Verwaltungspolizei, Gendar­merie als auch Kriminalpolizei und Geheime Staatspolizei in einer Hand vereinigt. Ihre Schlagkraft ist dadurch abermals erhöht. In dem SS.-Obergruppenführer Daluege, der als Ministerialdirektor im Reichs- und Preußischen

Ministerium des Innern und als Generalleutnant der Polizei schon bisher der deutschen Polizei mit Ausnahme der Geheimen Staatspolizei Vorstand, und dem SS.-Gruppenführer Heydrich, den! Vertreter des Reichsführers-SS., für das Geheime Staatspolizeiamt, hat der Reichsführer-SS. für die neue große Aufgabe zwei bewährte Mit­arbeit er, die zu feinen ältesten Mitkämpfern gehören.

9er neue Shes der deutschen Polizei.

Der Reichsführer-SS. Heinrich Himmler wurde am 7. Oktober 1900 in München geboren, wo er das Gymnasium besuchte. 1917 trat er als Fahnen­junker beim 11. Bayerischen Infanterieregiment ein. Nach dem Umsturz widmete er sich dem Stu­dium der Landwirtschaft an der Technischen Hoch­schule in München, wo er auch die landwirtschaft­liche Diplomprüfung ablegte. Als praktischer Land­wirt betätigte er sich dann vorübergehend im Waldtrudering, wo er eine kleine Geflügelwirtschaft besaß. Himmler trat bereits früh mit der Hitler- Bewegung in Berührung. Am 9. November 1923 war er Fahnenträger derReichs- k r i e g s f I a g g e" am Kriegsministerium in Mün­chen. Er wurde Geschäftsträger des Gaues Nieder­bayern, dann der Organisator der Schutz­staffeln, die sich unter feiner Leitung zum Kern der nationalsozialistischen Kampfbewegung ent­wickelten. Vom 16. Januar 1929 an leitete Himm­ler als Reichsführer die gesamten SS.-Formatio- nen, 1930 wurde er Mitglied des Reichstages und drei Jahre später kommissarischer Polizeipräsident

in München. Im April 1933 wurde er zum Kom­mandeur der Politischen Polizei in Bayern er­nannt. Am 20. April des nächsten Jahres wurde er mit der Leitung der Geheimen Staatspo­lizei in Preußen beauftragt. Damit wurden die Geheimen Staatspolizeien aller deutschen Län­der in feiner Hand vereinigt.

Schon zwei Monate nach der Uebernahme des neuen Amtes mußte er bereits die praktische Probe als Reichsführer der SS. und Leiter der gesamten Politischen Polizei in Deutschland leisten. Sein An­teil an der Niederwerfung der Röhm- Revolte und der Meuterei einiger SA.-Führer war hervorragend. Nicht vergeblich hatte Göring bei seiner Ernennung zum Leiter der Geheimen Staatspolizei erklärt, daß er in dieser Stunde einen Mann brauche, von dessen unwandelbarer Treue zum Führer er überzeugt sei. Himmler ist Preußischer Staatsrat, Mitglied der Akademie für Deutsches Recht, des Sachverständigenbeirates für Bevölkerungs- und Rassenpolitik sowie des Reichs­ausschusses für Volksgesundheit.

Mer Werte nationatsoziaWschet Grundhaltung

EineRedeRosenbergSaufderReichstagungderRG.-KulturgemeindeinMünchen

Schöner konnte der dritte Tag der Reichs- tagung der NS. -Kulturgemeinde 1936 in München nicht eingeleitet werden als durch das Gemeinschaftssingen der Tagungsteilnehmer. Es war die stimmungsvolle Vorbereitung auf die Mor­genfeier im Deutschen Museum. In dieser Feier­stunde wurde eine Kantate für Sprecher, Chor und OrchesterWir rufen das Reich" aufgeführt, deren Buch von Heinz Mertens stammt. Die Regie hatte Heinz Tietze, ebenso die musikalische Ein­richtung, die Gesamtleitung Adolf Holzapfel. Die Ausführung dieses heroischen Werkes machte auf die Zuhörer, unter denen sich Reichsleiter R 0 - f e n b e r g, Amtsleiter Stang, Reichskulturwal- ter . M 0 raller und Reichskulturabteilungsleiter Kaiser befanden, tiefen Eindruck. Eine Stunde desTages der Gemeinschaft" war dem Volkstanz gewidmet Der Vortrag von Alfred Müller- Henning, Reichsfachstellenleiter im Hauptamt der NSKG., rückte die unverständlicherweise heute noch verkannte Bedeutung des Tanzes als kulturell wichtige Festform und Äusdrucksform des Volks­tums ins rechte Licht.

Die große Ausstellungshalle auf der Theresien- höhe war Schauplatz einer bedeutsamen Kund­gebung. Reichsleiter Alfred Rosenberg und Gauleiter Staatsminister Wagner fanden mit ihren Ausführungen nachhaltiges Echo bei der be­geisterten Zuhörerschaft. Staatsminister Wagner ging auf die Schicksalsoerbundenheit der Stadt München mit der Bewegung Adolf Hitlers ein und verwies auf den Kampf gegen die Bolsche­wisten, der seinerzeit gerade in München begonnen wurde. Anschließend ergriff

Reichsleiter Alfred Rosenberg

das Wort »zu feiner RedeUm den neuen Le­be n s st i l", in der er u. a. ausführte, wie jede große Revolution sehe sich auch die nationalsoziali­stische Revolution in ihrer zweiten Phase, in der Zeit der Gestaltung, der Schicksalsfrage gegenüber, ob sie Episode sei oder tatsächlich eine neue Epoche der Geschichte einleite. Vier Werte stellte er vor allem heraus, welche die nationalsozialistische Grund­haltung gegenüber den Gedankensystemen der Ver­gangenheit immer mehr charakterisieren: Die natio­nale Ehre, soziale Gerechtigkeit, Schutz des gesunden Blutes und Kameradschaft. Er würdigte die Bedeutung dieser Werte, wobei er der vielen Tausende von Blutopfern der Bewegung gedachte und betonte, daß die Ewige Wache in Mün­chen das größte Denkmal sei, daß jemals ein Volk und ein Staat für die Idee der Kameradschaft er­richtet hat. Die Bewegung müsse den kulturellen Willen klar aus den Köpfen und Seelen des Führers und feiner Kämpfer verkünden. Dann müsse sich zeigen, ob innerhalb der politischen NSDAP, sich Kämpfer finden, die aus Liebe zu den kulturellen, geistigen und weltanschaulichen Gütern heraus den Mut besitzen, sich in den gleichen Ausleseprozeß hineinzubegeben wie die NSDAP, vor 16 Jahren, als sie den politischen Kampf begann. Aus diesen Gedanken heraus habe er den ihm vom Führer gewordenen Auftrag begriffen und sich bemüht, jene vier Grundwerte mit aller Konsequenz auf weltanschaulich-kulturellem Gebiet zu vertreten.

schaftsaufschwungs eintreten konnte. Nun aber hat sich die Wirtschaftskurve eingespielt und die Bauern glauben der Unterstützung eines sozial­demokratischen Kabinetts entraten zu können. Ihr Bruch mit dem Staatsminister Per Albin Hansson, der bis zum letzten Augenblick im Parlament mit ihnen verhandelt hat, bildet das Entscheidungsmerk­mal der Stunde. Wenn freilich jetzt ihr Führer Pehrfson die Regierungsgeschäfte zunächst bis zum Herbst übernimmt, so bleibt dennoch die Frage offen, ob die Trennung von Bauernpartei und So­zialdemokraten endgültig ist.

Mit dem Fall der roten marxistischen Regierung Schwedens ist das Dreieck gleichgeschalteter skandi­navischer Regierungen zerbrochen. Die ohnehin problematische Zusammenarbeit wird vielleicht schwieriger vonstatten gehen. Dennoch ist die Schick­salsgemeinschaft in einem natürlichen politischen und wirtschaftlichen Großraum der Zukunft stärker als die Zufälligkeit vorübergehender Kabinette.

Der Hübrernackwuchs des Reichsnährstandes.

Bauerntum und Hitlerjugend.

Frankfurt a. O., 17. Juni. (DNB.) Zum ersten Male traten die Iugendwarte des Reichsnährstandes und die Bauern­tumsreferenten der HJ. aus dem ganzen Reich zu einer zweitägigen Bauerntumstagung zu­sammen

Auf der Eröffnungssitzung im Rathaus erinnerte der Beauftragte des 'Reichsjugendführers, Oberbann­führer Bo finger, daran, daß vor zwei Jahren durch eine Vereinbarung des Reichsjugendführers und des Reichsbauernführers die Auflösung sämtlicher bäuerlichen Jugendoer­bände erfolgt sei. Heute stehe die Landju­gend geschlossen im Jungvolk und in der Hitlerjugend. Nun solle nach dem Willen des Reichsjugendführers die bäuerliche Ausrich­tung und Schulung der gesamten Führerschaft der .f>J. einoefeiH werden. Dann sprach Ministerprä­sident a. D. G r a n z 0 w über die bäuerliche Sied­lung und die Neubildung deutschen Bauerntums. Das Hauptproblem der Siedlung sei die Vertei­lung des Lebensraumes an den bäuerlichen Menschen. Während die früheren Siedlerstellen häu­fig zu klein und daher betriebsunfähig waren, ver­folge der Nationalsozialismus heute eine plan­mäßige Bauernsiedlung. Er wolle die Siedler zu unabhängigen Bauern machen. Die Versuche mit Gruppensiedlungen von Neubauern, Bauernsöhnen und jungen Landarbeitern seien erfolgreich durchge­führt worden. Diese Jungsiedlergruppen bauten sich ihren Hof von Anfang an selbst und würden dadurch unlöslich mit ihrer Scholle ver­wurzelt. Sie seien der erste Vortrupp einer neuen deutschen Siedlung, die von den kapitalistischen Sied­lungsgesellschaften losaelöst fei und auf sozia­listischer Grundlage beruhe.

Oberst Stubenrauch sprach überWehrfrei­heit und Nahrungsfreiheit". Es fei die Pflicht eines

jeden Deutschen, an der Erzeugungsschlacht mitzu­helfen, um dadurch die endgültige Nahrungsfrei­heit sicherzuftellen.

Forststudentenvon Generaloberst Görin^ ctrfoiwn.

Berlin, 17. Juni. (DNB.) Tom 9. bis 16. Juni fand in Hohenlübbigchow in der Neumark das erste Fachschaftslager der Reichsfachab­teilung F 0 rft w i r t f ch a f t der Deutschen Studen­tenschaft statt. Zum erstenmal waren deutsche Forst­studenten aus allen Teilen des Reiches, von allen deutschen forstlichen Hochschulen zu­sammen, um über den Rahmen der Hochschule hin­aus die brennenden Fragen der deutschen Forst­wirtschaft zu behandeln.

Im Rahmen der Tagung wurden die Forst- studenten von Reichsforftmeifter Göring in sei­nem Jagdhaus Karinhall empfangen. Der Reichs- forjtmeifter erinnerte daran, daß der Wald einen großen Teil des Volksver­mögens darstelle. Das bedeute für den Forstbe- amten die Lösung gewaltiger Aufgaben. Die Forst» ftubenten müßten sich deshalb mehr denn je bereits während ihrer Ausbildung der großen Ver­antwortung bewußt fein. Als Reichsjäger» meister wies Ministerpräsident Göring noch darauf hin, daß ein Forftbeamter auch unbedingt Jäger fein müsse, auch in dieser Hinsicht sollte