aussetzung der Marktordnung ist somit eine zentrale Dorratswirtfchaft. Der Aufruf zur Erzeugungs- kchlacht im November 1934 konnte nur erfolgen, weil durch die vorangegangene Marktordnung die Voraussetzung für eine Erzeugungsschlacht geschaffen war. Auch auf wirtschaftlichem Gebiet sind große Erfolge nur durch Zurückstellung des Eigennutzes hinter den Gemeinnutz zu erreichen. Da das deutsche Landvolk nach diesem Gesetz zur Erzeugungsschlacht angetreten ist, wird der endgültige Erfolg nicht aus« bleiben. Man wird dann eines Tages feststellen, daß die Erzeugungsschlacht nicht nur die Unabhängigkeit Deutschlands in der Nahrungsmittelversorgung des deutschen Volkes erkämpft bat, sondern daß die Erzeugungsschlacht auch eine s o - zialistifche Tat war.
ReichSbauernführer R. W. DarrS
eröffnete dann die 3 Reichsnährstandsausstellung mit einer längeren Rede, in der er u. a. folgendes ausführte: Das landwirtschaftliche Ausstellungswesen hat in Deutschland einen langen und dornenreichen Weg zurücklegen müssen, ehe es sich seinem Zwecke entsprechend in vollem Umfange auswirken konnte. Praktisch ist eine solche Auswirkung aber erst im Dritten Reich möglich geworden. In der Nachkriegszeit wurden die Grundgedanken Eyths, die im Lehrmäßigen und nicht i m M e s s e- mäßigen in der Gemeinschafts - und nicht in der Einzelwerbung bestanden, wesentlich vernachlässigt. Daher habe ich diese Gedanken wieder in den Vordergrund gestellt. Ich konnte also hier in eigenen Lehrschauen auch das Bäuerlich- Weltanschauliche Herausstellen. Das Landvolk wird seine Mission für den nationalsozialistischen Staat als Blutsquell und Ernährer des Volkes auf Generationen und Jahrhunderte hinaus nur dann erfüllen können, wenn es sein Denken vom Materiellen zum Ideellen umstellt.
In der A u s st e l l u n g s w e r b u n g bin ich auch bewußt einen neuen Weg gegangen, indem ich hier in Frankfurt zum ersten Male die Freiland-Lehrschau in Form eines wirklichen Bauernhofes aus Hessen zeige. Das Belehrende in seiner natürlichsten Form und Art wirkt immer am stärksten auf den Besucher, denn eine landwirtschaftliche Ausstellung würde keinen Wert haben, wenn sie diesen Grundgedanken für die Zukunft unbeachtet ließe. Um diesen hessischen Bauernhof gruppieren sich die Acker- und Grünlandflächen; alles ist Teilgebiet dieser großen Schau, die überwiegend im Zeichen der Erzeugungsschlacht steht. Mit der deutschen Erzeugungsschlacht, die ihre großen Reserven nur aus dem Bauernhof selbst herausholen kann, soll hier in Form der Gegenüberstellung von schlecht und gut, falsch und richtig, die Wirkung der Anwendung agrartechnischer Maßnahmen auf dem Hofe gezeigt werden
Eine Lehrschau „Marktordnung" behandelt im Zusammenhang mit der Erzeugungsschlacht die wesentlichsten Fragen der gegenwärtigen Markt- Gestaltung aller in den Sektor des Reichsnährstandes fallenden Produkte. Auch hier geht die Ausstellung erstmals einen neuen Weg, indem an einer Gruppe von Rindern, als „lebender Marktzettel" die Preisbildung auf dem Schlachtvieh- mar k t klar und deutlich gezeigt wird.
Das Haus bes Reichsnährstandes zeigt alle Zweige des gewaltigen Aufgabengebietes dieser Selbstoerwaltungsorganisation. Ich habe schon betont, daß das Landvolk ohne Pflege des Bäuerlich- Weltanschaulichen zu den gewaltigen Leistungen nicht fähig wäre, die es dem Volksganzen gegenüber zu erfüllen hat. Deshalb werde ich auf jeder Ausstellung des Reichsnährstandes immer wieder auch im Werbemäßigen diese Gedanken in den Vordergrund stellen, denn Bluterbe verpflichtet.
Frankfurt a. M. ist die R e i ch s h a n d w e r k e r - st a d t. Bauer und Handwerker haben immer schon in steter Verbundenheit zueinander gestanden. Deshalb wird auch erstmalig die historische Entwicklung der Zünfte als Vorläufer einer nationalsozialistischen Marktordnung dargelegt, um bann noch die Stellung des Landvolkes und seiner Erzeugungswerte innerhalb der ganzen deutschen Volkswirtschaft unter Beweis zu stellen.
Auf dieser Ausstellung wird erstmals das neue Beurteilungs -und Richtverfahren für Rinder angewandt, das wesentlich vereinfacht ist, und bei dem Körperbau und Leistung des Tieres wie 1:1 stehen. Ich werde es nach Bewährung auch für alle sonstigen Tierschauen des Reichsnährstandes bzw. seiner Auchtervereinigungen zur Pflicht machen. Diese Maßnahme wird sich als notwendiges Glied der Lrzeugungsschlacht grundlegend auswirken in der ganzen Rinderzucht, bei der bisher der Färb- und Körperformalismus und nicht die Leistung lmvordergrund standen. Ich stehe aber auch nicht an, zu erklären, daß ich das Prinzip der Leistung bei der Beurteilung auch aus die anderen Tierarten ausdehnen werde, wie ich es vor kurzem erst in der Pferdezucht veranlaßte.
Angesichts der Begrenztheit unseres Bodens müssen wir mit weniger Tieren zu höheren Lei st ungen kommen. Damit aber keine Verengung der menschlichen Ernährungsbasis eintritt, ist eine weitere erhebliche Steigerung der Futtererzeugung auf den vorhandenen und hierfür besonders geeigneten Futterflächen notwendig. Dazu muß eine Ausdehnung des Zwischenfruchtbaues treten. Ich werde hierbei alle Maßnahmen unterstützen, die der Erzeugung eiweißhaltiger 5t raftfuttermittel im Inland dienen. Ich darf dabei als erfreulich feststellen, daß beispielsweise durch den Gärfutterbehälterbau allein 1935 1,5 Millionen Kubikmeter Futterraum für die zusätzliche Ernährung von 400 000 Kühen mit Grün- futter im Winter zur Verfügung gestellt werden konnten. Selbstverständlich ist eine bessere Ausnutzung des vorhandenen Futters durch leistungsfähigere Tiere Voraus- fetzung. Daß wir dies können, zeigt die Entwicklung der letzten Jahre. Denn trotz verringerter Kraftfuttermitteleinfuhr ist es doch möglich gewesen, die tierische Leistung annähernd auf gleicher Höhe zu halten, wie in den Jahren mit hoher Kraftfuttermitteleinfuhr. Das auf der eigenen Scholle gewonnene wirtschaftseigene Futter hat die Grundlage einer bodenständigen Tier- zücht und Tierhaltung zu bilden. Die im landwirtschaftlichen Betrieb vorhandenen Tiere müssen zu der Scholle passen, auf der sie gehalten werden; sie müffen futterdankbar sein und insbesondere imstande, die vorhandenen wirtschaftseigenen Futtermittel gut auszunutzen.
In der nächsten Zeit werde ich mein Augenmerk gerade im Rahmen der Erzeugungsschlacht der Förderung der Landeskultur zuwenden.
Segrüßmgsabend im Römer
Blick aus der Vogelperspektive auf die Ausstellung. — (DNB.)
Die Steigerung der Leistungen auf den vorhandenen Kulturböden und die entsprechende Betriebsumstellung würde nämlich nicht ausreichen, um den Nah- rungs- und Rohstoffbedarf einer wachsenden Bevölkerung und einer Industrie zu decken, deren Roh- tofsbasis bisher zum erheblichen Teil im Ausland liegt. Daher müßen wir uns durch Bodenver- befjerungen im Inland d i e zusätzliche Fläche schaffen, die uns fehlt. Neulandgewinnung großen Umfanges muß den Verlust ausgleichen Helen, den uns das Versailler Diktat zufügte, das uns bekannllich ein Siebentel unserer Bodenfläche raubte. Es wird nicht genügen, wenn das Meliorationswesen allein durch die öffentlichen Organe und durch den Arbeitsdienst betrieben wird. Die Melioration muß vielmehr vom Hof aus in viel stärkerem Maße zur Anwendung kommen.
Die Parole: „Kampf dem Verderb" ist lärker in bäuerliche und hausfrauliche Kreise zu tragen. Der jährlich geschätzte Verlust von Über einer Milliarde Reichsmark, der infolge mangelhafter Lagerung und Aufbewahrung bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen auf dem Hof und in der Stadt entsteht, verlangt gebieterisch eine Verringerung. Ich beabsichtige in dieser Beziehung auf dem Gebiete der ländlichen Frauenschulen durch-
Einen Stich des gleichen Meisters, eine heimkehrende Bauernfamilie darstellend, überreichte der Oberbürgermeister dem Reichsobmann des Reichsnährstandes, Bauern Weinberg. Weitere Ehrengaben erhielten der Verwaltungsamtsführer Freiherr von Kanne, der Landesbauernführer Dr. Wagner, Major Mayer-Schalburg, Stabsleiter Hans van Swinderen und Abteilungsleiter Dr. Bäcker. Oberbürgermeister Dr. Krebs schloß feine Rede mit den Versen: „So schaffen wir alle an unserem Glück, mit Hebel und Pflug und Spaten, Deutschland heißt unser Meisterstück, Herrgott, es muß geraten."
ReichSbauernführer ü. W. Darre
dankte in herzlichen Worten dem Oberbürgermeister für den überaus freundlichen Empfang und führte
sodann u. a. weiter aus: Frankfurt a. M. ist sa nicht nur ein Mittelpunkt des Weltverkehrs und des Welthandels. Nein, diese Stadt ist daneben auch Träger einer anderen stolzen Ueberlieferung: jener Ueberlieferung, die der Stadt des deutschen Handwerks ihren Ehrennamen eingebracht hat. Wer hier die Ausdrucksformen vollendeter Handwerkskultur in sich aufnimmt, der empfindet von selbst, daß es hier nicht der Geist einzelner gewesen ist, der dieser Kultur sein Gepräge gegeben hat. Wir haben das Ziel, eine neue Form zu finden und damit Form und Inhalt unseres Lebens wieder miteinander in Einklang zu bringen. Die Lösung dieser Aufgabe haben wir in die Hand genommen, getragen von dem durch Adolf Hitler wieder erstandenen Gemeinschaftsgedanken. Und in der vordersten Front fanden sich wieder diejenigen zusammen, in deren Reihen schon auf Grund her geschichtlichen Entwicklung der Gemeinschaftsgedanke in erster Linie lebendig war: das deutsche Landvolk und das deutsche Handwerk. Im Landvolk und im Handwerk gab es noch den echten Unternehmer, das heißt, den verantwortlichen Betriebsführer, der für eigene Rechnung wirtschaftet. Er weiß, daß über der Verantwortung für den eigenen Betrieb, für die eigene Gefolgschaft die Verantwortung für unser gesamtes Volk steht. Deshalb trat von der Seite der Ernährungswirtschaft neben die ständische Ordnung die Ordnung der Märkte. Sie stellte auf einer dem modernen Wirtschaftsleben entsprechenden höheren Stufe den Gedanken der Zusammenarbeit aller Wirtschaftsgruppen zum Zwecke der völkischen Bedarfsdeckung in den Vordergrund.
Daß diese Folgerung in der Marktordnung des Nationalsozialismus gezogen wurde, bedeutet somit die endgültige Wiederher st ellungd er Gemeinschaft des deutschen Landvolkes mit dem deutschen Handwerk. Wenn der Bauer bas zur Versorgung unseres Volkes notroenbige Getreide schafft und das Handwerk durch den Müller und Bäcker die Verarbeitung dieses Getreides zum täglichen Brot übernimmt, so arbeiten sie alle an der Erfüllung einer Ausgabe. Geordneter Absatz, geordnete Preise und Preisspannen geben ihnen die Sicherheit, daß sie diese Aufgabe erfüllen können. Sie beide fühlen sich wiederum als Glieder einer höheren Einheit, und diese Einheit ist das deutsche Volk.
Im historischen Kaisersaal des Römers begrüßte am Sonntagabend die Stadt Frankfurt a. M. den Reichsbauernführer Reichsminister R. Walther Darr 6, die Mitglieder des Reichsbauernrates und eine Reihe von Ehrengästen, darunter Gauleiter Sprenger, zahlreiche ausländische Bauernvertreter.
OberbürgermeisterStaatsratOr.Krebs erinnerte daran, daß der Begründer der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, Max E y t h, mit seiner ersten Ausstellung ebenfalls in Frankfurt vor die Oeffentlichkeit getreten ist. Die Verbundenheit zwischen Reichsnährstand und Stadt finde ihre historische Wurzel in der Wesenart der Stadt Frank» urt a. M.; denn Frankfurt sei feinem Ursprung iach eine Bauern st adt gewesen. In Frank- urt habe sich eine glückliche Mischung von Handwerker- und Bauernkultur erhalten. Die hohen Dächer der Bürgerhäuser und der öffentlichen Gebäude zeigten sehr oft, daß sich hinter ihren hohen Giebeln die Kornböden übereinanber» tapelten, unb ebenso haben bie Frankfurter ihre Häuser in die Erbe hineingebaut, um dort die Weinernten zu bergen. Heute noch gebe es in Frankfurt 48 Erbhöfe, 300 sonstige Höfe, deren Besitzer ihren Lebensunterhalt vorwiegend aus der Landwirtschaft ziehen, und etwa 460 Gemüsebaubetriebe. Frankfurt »esitze ferner eine weltbekannte. Obstbauzucht mit rund 500 000 Obstbäumen und sogar Weinberge mitten in der Stadt, am Lohrberg. Auch bas Nationalgetränk des Frankfurters, den „Aeppelwoi", könne man hier nennen. Die Hoffnung fei berechtigt, daß die Ausstellung einen großen Erfolg erzielen werde. — Oberbürgermeister Dr. Krebs richtete sodann an den Reichsbauernführer die Bitte, die Stadt Frankfurt a. M. im Laufe der kommenden Jahre mit einer großen Reichsgarten- chau und mit einer Wiederholung dieser Leistungschau zu beehren. Zum Ausdruck des Dankes und der Verbundenheit mit dem Reichsbauernführer und damit auch mit dem gesamten Bauernstände Überreichte Oberbürgermeister Dr. Krebs sodann dem Reichsbauernsührer das von dem Altmeister B o e h l e gemalte Bildnis eines Bauern.
greifende Reformen, die eine zweckmäßige Erziehung unserer künftigen Landfrau sicherstellen. Eine zur Erzielung des Gesamterfolges nicht zu unterschätzende Rolle spielt die Der» stärkte Maschinenanwendung, nicht um Menschen zu ersetzen, sondern um ihnen die schwere Landarbeit zu erleichtern.
Die dritte Reichsnährstandsausstellung ist wieder ein Schritt weiter zum erstrebten Ziel. Sie will der weltanschaulichen und wirtschaftspolitischen Aufklärung dienen, damit das Landvolk lernt, welche Aufgaben ihm gestellt sind und wie es diese zu meistern hat. Wir wollen auf diesem Wege weiter- arbeiten, stets eingedenk des Grundsatzes, der für unsere Reichsnährstands-Ausstellung bereits historisch geworden ist: Das Bessere ist des Guten Feind. Die Ausstellung ist hiermit eröffnet. Ich bitte Sie nach altem nationalsozialistischem Brauch des Mannes zu gedenken, dem wir alles verdanken: Unserem Führer Adolf Hitler ein dreifaches Sieg-Heil!
Die Gäste nahmen zusammen mit dem Reichs- bauernführer einen Rundgang durch das inzwischen von Zehntausenden von Bauern belebte Ausstellungsgelände vor, der erst in den Nachmittags- ftunben fein Ende fand.
Oer Deutsche Luristeutag in Leipzig.
Leipzig, 16. Mai. (DNB.) In der mit den Symbolen des Reiches und der Deutschen Rechts- ront würdig geschmückten größten Messehalle Leipzigs eröffnete der Reichsjuristenführer, Reichs- mmifter Dr. Frank, den Deutschen Iuristentag 1936, der mit der 5. Reichstagung des Bundes Nationalsozialistischer deutscher Juristen verbunden ist. Zahlreiche Ehrengäste waren zu der Heerschau der deutschen Juristen gekommen Die Teilnehmerzahl nahmhafter ausländischer Juristen und des Diplomatischen Korps hat sich gegenüber dem Juristentag 1933 erheblich vergrößert.
Reichsminister Dr. Frank eröffnete den Juristentag. Nach Begrüßungsworten des Reichsstatthalters Mutschmann ergriff als Erster, stürmisch begrüßt,
der Stellvertreter des Führers
Reichsminister Heß, das Wort.
Der Führer nimmt stärksten Anteil an den Tagungen deutscher Juristen, zumal wenn es der Sinn dieser Zusammenkünfte ist, durch Jdeenaus- tausch bie beutsche Rechtspflege immer mehr bem Wesen bes Nationalsozialismus anzugleichen. Es ist selbstverstänblich für bie nationalsozialistische Bewegung gemäß ihrer Weltanschauung bem Rechtsgedanken stets stärkste Förderung angedeihen zu lassen, ja das Recht als einen der wesentlichsten Diener der Gemeinschaft des Volkes anzusehen. Denn im Mittelpunkt der nationalsozialistischen Weltanschauung steht das Volk, dessen Zusammenleben das Recht regelt und ordnet. Ohne Recht entsteht das Chaos, aus dem Chaos der Untergang des Volkes. Um bie Mission der Regelung unb Ordnung bes Zusammenlebens ber einzelnen bes Volkes, ber Einglieberung ber Teile in bie Gemeinschaft zu erfüllen, muß das Recht aus bem Geiste biefer Gemeinschaft, b. h. ausdem Geiste bes Volkes heraus geformt werben. Es muß bem Geiste bes Staates als ber Institution bes Gemeinschaftslebens entsprechen.
Der Geist unseres Staates ist aber heute endlich ber Geist unseres beutfdjen Volkes. Der Führer hat bas im Unterbewußtsein unseres Volkes jchlummernbe Wesen wieber geweckt. Er ist bie Inkarnation bes Geistes unseres Volkes. Je mehr ber Geist bes Volkes in ber neuen beutschen Rechtspflege seinen Ausdruck findet, desto mehr fühlt sich das Volk nicht nur mit feinem Recht, sondern gerade auch mit dem Staate selbst verbunden. Denn auf kaum einem anderen Gebiete tritt der Staat bem Volk so einbrucksvoll ge» gegenüber wie auf bem bes Rechts.
Der Wandlung des Volkes muh die Wandlung des Rechts folgen. Je mehr sich die Gesetzgebung in der Linie des Volksgeistes bewegt, desto seltener wird die Belastung des Rechts In die Er- schelnung treten, well Raum gegeben ist für das Wachsen und das Angleichen des Rechts an die Zeit mit den wechselnden Lebensbedürf
nissen des Volkes. Je mehr Spielraum freigegeben wird für das Ermessen des Richters, desto mehr vermag dieser in der Rechtsprechung auch der Grundthefe des Nationalsozialismus, nach der Einordnung des einzelnen in das Gesamtinteresse besteht, nachzukommen.
Je mehr bie Form über bas Wesen dominiert, desto eher kann mit Vorbedacht, ohne daß gegen die Form verstoßen wird, gegen den Geist des Gesetzes vergangen werben. Aus bie Festlegung ber großen n a t i o n a l s o z i a l i st i s ch.e n Linie kommt es uns an in ber Rechtsprechung, wie es in ber Gesetzgebung nicht etwa wesentlich ist, daß vor Abfassung jebes Paragraphen der Wille bes Volkes erfaßt wirb, fonbern baß ber (Bei ft bes 93 o I f e s bie Richtung angibt. Der Gesetzgeber han- belt als schöpferischer Mensch unb somit fußenb auf ber Einzelpersonlichkeit, beren Erkenntnisse burch bie Gesetzgebung ins Leben umgesetzt werben.
Der Richter sott, um echter Volksrichter zu sein, nicht enger Jurist, sondern in e r ft e r Linie Mensch und in erster Linie Volksgenosse sein. Unb er soll die Sprache sprechen und in seinem Urteil vor allem die Sprache schreiben, welche die Sprache des Volkes ist, die das Volk versteht. Er soll in seiner Sprache schon volksverbunden sein als Ausübender der nach Treitschke politischen
Rechtsprechung, wie der Politiker selbst in seiner Sprache volksverbunden sein muß. Der Richter sott ebenso wie nach dem Verstand, nach seinem Gefühl richten, nach dem Gefühl nicht so sehr im Sinne des Mitfühlens, sondern im Sinne des Linfühlens. Der Richter soll im Richten frei ge ft alten können, frei gestalten können seinen Richterspruch und damit auf die Dauer das Recht, welches ja auf den Erfahrungen der Rechtsprechung fußen soll.
Laufende Dolksaufklärung unb Dolkserziehung burch die nationalsozialistische Bewegung ist die Ur- fache, daß das Volk selbst harte Gesetze als notwendig empfindet, so wie die gleiche Ursache bie besonders für bas Ausland unerklärliche Tatsache erhellt, daß unser Volk die Regierung eines einzelnen nicht als Diktatur, sondern als eine Volksregierung empfindet, während es die Regierung des vorhergegangenen parlamentarischen Systems, die eine Volksregierung darftellen sollte, immer mehr als volksfremd, ja schließlich als diktatorisch empfand.
Beim Recht wie bei der Staatsführung insgesamt ist ausschlaggebend nichtdie Form, sondern das Wesen. Das Wesen aber sowohl des nationalsozialistischen Rechts wie der nationalsozialisti- schen Staatsführung ist es, d e m Volke zu die. nen und im Volke zu wurzeln unb bamit als Dolksrecht und Dolksregierung empfunden zu werden.
Mchsiustizminister Dr. Gürtner
erinnerte an bie Worte, mit benen er am 30. September 1933 von berfelben Stelle aus zu ben beutschen Juristen gesprochen habe. Damals habe er heroorgehoben, daß ber Juristentag in eine Zeit einer großen Schicksalswenbe unseres Volkes falle. Diese Wenbe unseres Schicksals sei darin zu erblicken, bah das beutsche Volk zu einem neuen völkischen Gemein scha ftsgefühl erwachte.' „Wenn mir bamals vom Werden unb Anfang sprachen, so können wir heute nach brei Jahren von Errungenschaft unb Besitz sprechen. Was auf bem Gebiete der Gesetzgebung in diesen drei Jahren im einzelnen geleistet woroen ist, das sind gerade die Teile der Gesetzgebung, die am wenigsten mit nationalsozialistischem Denken vereinbar gewesen sind und die sofort unb unmittelbar biejem neuen Denken unb neuen Fühlen angepaßt werben mußten. Ich erinnere Sie nur an den Schutz des Volkes vor Verrätern unb Gewohnheits- Verbrechern, an bie Umgestaltung ber Zivilprozesse, an bie Neugestaltung des Erfinderrechts.
Die Ausgabe, bie bem Richter unb feinen Mithelfern gestellt sei, sei bie größte, die einem Menschen überhaupt gestellt werden könne: das Ringen um Wahrheit unb Recht. Dies erforbert ben Einsatz bes ganzen Menschen. Möge biefe machtvolle Kundgebung bem deutschen Volke einmal zu
jeder Zeit zum Bewußtsein bringen, welche Bedeutung bas Recht für das Leben eines Volkes überhaupt hat, und möge sie zum andern dem deutschen Volke auch eine deutliche Vorstellung von bem Ernst geben, mit bem wir an unsere Aufgabe herantreten, von bem Ernst bes Ringens um Wahrheit unb Recht, bas ja auf bem Boben jener sittlichen Grunbauffassung ruht, bie der Führer dem deutschen Volke vorgezeigt und in ihm wieder lebendlgHgemacht hat."
Sodann bekundete im Namen unb im Auftrage bes Reichsleiters der DAF., Dr. Ley, Hauptamtsleiter Klaus Selzner, die Verbundenheit der DAF. mit dem Bunde nationalsozialistischer deutscher Juristen.
Reichsminister Frank
ergriff sodann bas Wort, um zur Eröffnung des Deutschen Iuristentages die Bekenntnisse abzulegen, bie ber Veranstaltung Ziel unb Zweck geben.
Dr. Frank betonte emleitenb, daß bie nationalsozialistischen Juristen als die treuen Hüter ber unsterblichen Ibee bes Nationalsozialismus nicht als akademische Sonderstandesbewegung bem Volk gegenüberftänben, fonbern bie schlichte, kameradschaftlich geschlossene Kampfgruppe


