Ausgabe 
18.5.1936
 
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aussetzung der Marktordnung ist somit eine zentrale Dorratswirtfchaft. Der Aufruf zur Erzeugungs- kchlacht im November 1934 konnte nur erfolgen, weil durch die vorangegangene Marktordnung die Vor­aussetzung für eine Erzeugungsschlacht geschaffen war. Auch auf wirtschaftlichem Gebiet sind große Erfolge nur durch Zurückstellung des Eigennutzes hinter den Gemeinnutz zu erreichen. Da das deutsche Landvolk nach diesem Gesetz zur Erzeugungsschlacht angetreten ist, wird der endgültige Erfolg nicht aus« bleiben. Man wird dann eines Tages feststellen, daß die Erzeugungsschlacht nicht nur die Unabhän­gigkeit Deutschlands in der Nahrungs­mittelversorgung des deutschen Volkes erkämpft bat, sondern daß die Erzeugungsschlacht auch eine s o - zialistifche Tat war.

ReichSbauernführer R. W. DarrS

eröffnete dann die 3 Reichsnährstandsausstellung mit einer längeren Rede, in der er u. a. folgendes ausführte: Das landwirtschaftliche Ausstellungs­wesen hat in Deutschland einen langen und dornen­reichen Weg zurücklegen müssen, ehe es sich seinem Zwecke entsprechend in vollem Umfange auswirken konnte. Praktisch ist eine solche Auswirkung aber erst im Dritten Reich möglich geworden. In der Nachkriegszeit wurden die Grundgedanken Eyths, die im Lehrmäßigen und nicht i m M e s s e- mäßigen in der Gemeinschafts - und nicht in der Einzelwerbung bestanden, wesentlich vernachlässigt. Daher habe ich diese Gedanken wie­der in den Vordergrund gestellt. Ich konnte also hier in eigenen Lehrschauen auch das Bäuerlich- Weltanschauliche Herausstellen. Das Landvolk wird seine Mission für den nationalsozialistischen Staat als Blutsquell und Ernährer des Volkes auf Gene­rationen und Jahrhunderte hinaus nur dann er­füllen können, wenn es sein Denken vom Mate­riellen zum Ideellen umstellt.

In der A u s st e l l u n g s w e r b u n g bin ich auch bewußt einen neuen Weg gegangen, indem ich hier in Frankfurt zum ersten Male die Frei­land-Lehrschau in Form eines wirklichen Bauernhofes aus Hessen zeige. Das Be­lehrende in seiner natürlichsten Form und Art wirkt immer am stärksten auf den Besucher, denn eine landwirtschaftliche Ausstellung würde keinen Wert haben, wenn sie diesen Grundgedanken für die Zu­kunft unbeachtet ließe. Um diesen hessischen Bauern­hof gruppieren sich die Acker- und Grünlandflächen; alles ist Teilgebiet dieser großen Schau, die über­wiegend im Zeichen der Erzeugungsschlacht steht. Mit der deutschen Erzeugungsschlacht, die ihre gro­ßen Reserven nur aus dem Bauernhof selbst her­ausholen kann, soll hier in Form der Gegenüber­stellung von schlecht und gut, falsch und richtig, die Wirkung der Anwendung agrar­technischer Maßnahmen auf dem Hofe ge­zeigt werden

Eine LehrschauMarktordnung" behandelt im Zusammenhang mit der Erzeugungsschlacht die wesentlichsten Fragen der gegenwärtigen Markt- Gestaltung aller in den Sektor des Reichsnährstandes fallenden Produkte. Auch hier geht die Ausstellung erstmals einen neuen Weg, indem an einer Gruppe von Rindern, alslebender Marktzettel" die Preisbildung auf dem Schlachtvieh- mar k t klar und deutlich gezeigt wird.

Das Haus bes Reichsnährstandes zeigt alle Zweige des gewaltigen Aufgabengebietes dieser Selbstoerwaltungsorganisation. Ich habe schon be­tont, daß das Landvolk ohne Pflege des Bäuerlich- Weltanschaulichen zu den gewaltigen Leistungen nicht fähig wäre, die es dem Volksganzen gegenüber zu erfüllen hat. Deshalb werde ich auf jeder Ausstel­lung des Reichsnährstandes immer wieder auch im Werbemäßigen diese Gedanken in den Vordergrund stellen, denn Bluterbe verpflichtet.

Frankfurt a. M. ist die R e i ch s h a n d w e r k e r - st a d t. Bauer und Handwerker haben immer schon in steter Verbundenheit zueinander gestanden. Des­halb wird auch erstmalig die historische Entwicklung der Zünfte als Vorläufer einer nationalsozialisti­schen Marktordnung dargelegt, um bann noch die Stellung des Landvolkes und seiner Erzeugungs­werte innerhalb der ganzen deutschen Volkswirt­schaft unter Beweis zu stellen.

Auf dieser Ausstellung wird erstmals das neue Beurteilungs -und Richtverfahren für Rinder angewandt, das wesentlich ver­einfacht ist, und bei dem Körperbau und Leistung des Tieres wie 1:1 stehen. Ich werde es nach Bewährung auch für alle sonstigen Tierschauen des Reichsnährstandes bzw. seiner Auchtervereinigungen zur Pflicht machen. Diese Maßnahme wird sich als notwendiges Glied der Lrzeugungsschlacht grundlegend aus­wirken in der ganzen Rinderzucht, bei der bis­her der Färb- und Körperformalismus und nicht die Leistung lmvordergrund standen. Ich stehe aber auch nicht an, zu erklären, daß ich das Prinzip der Leistung bei der Beurteilung auch aus die anderen Tierarten ausdehnen werde, wie ich es vor kurzem erst in der Pferde­zucht veranlaßte.

Angesichts der Begrenztheit unseres Bodens müs­sen wir mit weniger Tieren zu höheren Lei st ungen kommen. Damit aber keine Ver­engung der menschlichen Ernährungsbasis eintritt, ist eine weitere erhebliche Steigerung der Futter­erzeugung auf den vorhandenen und hierfür be­sonders geeigneten Futterflächen notwendig. Dazu muß eine Ausdehnung des Zwischenfruchtbaues tre­ten. Ich werde hierbei alle Maßnahmen unter­stützen, die der Erzeugung eiweißhaltiger 5t raftfuttermittel im Inland dienen. Ich darf dabei als erfreulich feststellen, daß bei­spielsweise durch den Gärfutterbehälterbau allein 1935 1,5 Millionen Kubikmeter Futterraum für die zusätzliche Ernährung von 400 000 Kühen mit Grün- futter im Winter zur Verfügung gestellt werden konnten. Selbstverständlich ist eine bessere Aus­nutzung des vorhandenen Futters durch leistungsfähigere Tiere Voraus- fetzung. Daß wir dies können, zeigt die Entwick­lung der letzten Jahre. Denn trotz verringerter Kraftfuttermitteleinfuhr ist es doch möglich ge­wesen, die tierische Leistung annähernd auf gleicher Höhe zu halten, wie in den Jahren mit hoher Kraftfuttermitteleinfuhr. Das auf der eigenen Scholle gewonnene wirtschaftseigene Fut­ter hat die Grundlage einer bodenständigen Tier- zücht und Tierhaltung zu bilden. Die im landwirt­schaftlichen Betrieb vorhandenen Tiere müssen zu der Scholle passen, auf der sie gehalten werden; sie müffen futterdankbar sein und insbesondere im­stande, die vorhandenen wirtschaftseigenen Futter­mittel gut auszunutzen.

In der nächsten Zeit werde ich mein Augenmerk gerade im Rahmen der Erzeugungsschlacht der Förderung der Landeskultur zuwenden.

Segrüßmgsabend im Römer

Blick aus der Vogelperspektive auf die Ausstellung. (DNB.)

Die Steigerung der Leistungen auf den vorhandenen Kulturböden und die entsprechende Betriebsumstel­lung würde nämlich nicht ausreichen, um den Nah- rungs- und Rohstoffbedarf einer wachsenden Be­völkerung und einer Industrie zu decken, deren Roh- tofsbasis bisher zum erheblichen Teil im Ausland liegt. Daher müßen wir uns durch Bodenver- befjerungen im Inland d i e zusätzliche Fläche schaffen, die uns fehlt. Neulandgewinnung großen Umfanges muß den Verlust ausgleichen Hel­en, den uns das Versailler Diktat zufügte, das uns bekannllich ein Siebentel unserer Bodenfläche raubte. Es wird nicht genügen, wenn das Meliorations­wesen allein durch die öffentlichen Organe und durch den Arbeitsdienst betrieben wird. Die Melioration muß vielmehr vom Hof aus in viel stärkerem Maße zur Anwendung kommen.

Die Parole:Kampf dem Verderb" ist lärker in bäuerliche und hausfrauliche Kreise zu tragen. Der jährlich geschätzte Verlust von Über einer Milliarde Reichsmark, der infolge mangel­hafter Lagerung und Aufbewahrung bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen auf dem Hof und in der Stadt entsteht, verlangt gebieterisch eine Verringerung. Ich beabsichtige in dieser Beziehung auf dem Gebiete der ländlichen Frauenschulen durch-

Einen Stich des gleichen Meisters, eine heimkeh­rende Bauernfamilie darstellend, überreichte der Oberbürgermeister dem Reichsobmann des Reichs­nährstandes, Bauern Weinberg. Weitere Ehren­gaben erhielten der Verwaltungsamtsführer Frei­herr von Kanne, der Landesbauernführer Dr. Wagner, Major Mayer-Schalburg, Stabs­leiter Hans van Swinderen und Abteilungs­leiter Dr. Bäcker. Oberbürgermeister Dr. Krebs schloß feine Rede mit den Versen:So schaffen wir alle an unserem Glück, mit Hebel und Pflug und Spaten, Deutschland heißt unser Meisterstück, Herr­gott, es muß geraten."

ReichSbauernführer ü. W. Darre

dankte in herzlichen Worten dem Oberbürgermeister für den überaus freundlichen Empfang und führte

sodann u. a. weiter aus: Frankfurt a. M. ist sa nicht nur ein Mittelpunkt des Weltverkehrs und des Welthandels. Nein, diese Stadt ist daneben auch Träger einer anderen stolzen Ueberlieferung: jener Ueberlieferung, die der Stadt des deutschen Handwerks ihren Ehrennamen eingebracht hat. Wer hier die Ausdrucksformen vollendeter Hand­werkskultur in sich aufnimmt, der empfindet von selbst, daß es hier nicht der Geist einzelner gewesen ist, der dieser Kultur sein Gepräge gegeben hat. Wir haben das Ziel, eine neue Form zu fin­den und damit Form und Inhalt unseres Lebens wieder miteinander in Einklang zu bringen. Die Lösung dieser Aufgabe haben wir in die Hand ge­nommen, getragen von dem durch Adolf Hitler wieder erstandenen Gemeinschaftsgedanken. Und in der vordersten Front fanden sich wieder diejenigen zusammen, in deren Reihen schon auf Grund her geschichtlichen Entwicklung der Gemeinschaftsgedanke in erster Linie lebendig war: das deutsche Landvolk und das deutsche Handwerk. Im Landvolk und im Handwerk gab es noch den echten Unternehmer, das heißt, den verant­wortlichen Betriebsführer, der für eigene Rechnung wirtschaftet. Er weiß, daß über der Verantwortung für den eigenen Betrieb, für die eigene Gefolgschaft die Verantwortung für unser gesamtes Volk steht. Deshalb trat von der Seite der Ernährungswirtschaft neben die ständische Ord­nung die Ordnung der Märkte. Sie stellte auf einer dem modernen Wirtschaftsleben entsprechenden höheren Stufe den Gedanken der Zusammenarbeit aller Wirtschaftsgruppen zum Zwecke der völkischen Bedarfsdeckung in den Vordergrund.

Daß diese Folgerung in der Marktordnung des Nationalsozialismus gezogen wurde, bedeutet somit die endgültige Wiederher st ellungd er Gemeinschaft des deutschen Landvolkes mit dem deutschen Handwerk. Wenn der Bauer bas zur Versorgung unseres Volkes notroenbige Getreide schafft und das Handwerk durch den Müller und Bäcker die Verarbeitung dieses Getreides zum täg­lichen Brot übernimmt, so arbeiten sie alle an der Erfüllung einer Ausgabe. Geordneter Absatz, ge­ordnete Preise und Preisspannen geben ihnen die Sicherheit, daß sie diese Aufgabe erfüllen können. Sie beide fühlen sich wiederum als Glieder einer höheren Einheit, und diese Einheit ist das deutsche Volk.

Im historischen Kaisersaal des Römers begrüßte am Sonntagabend die Stadt Frankfurt a. M. den Reichsbauernführer Reichsminister R. Walther Darr 6, die Mitglieder des Reichsbauernrates und eine Reihe von Ehrengästen, darunter Gauleiter Sprenger, zahlreiche ausländische Bauernver­treter.

OberbürgermeisterStaatsratOr.Krebs erinnerte daran, daß der Begründer der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, Max E y t h, mit seiner ersten Ausstellung ebenfalls in Frankfurt vor die Oeffentlichkeit getreten ist. Die Verbundenheit zwischen Reichsnährstand und Stadt finde ihre histo­rische Wurzel in der Wesenart der Stadt Frank» urt a. M.; denn Frankfurt sei feinem Ursprung iach eine Bauern st adt gewesen. In Frank- urt habe sich eine glückliche Mischung von Handwerker- und Bauernkultur erhal­ten. Die hohen Dächer der Bürgerhäuser und der öffentlichen Gebäude zeigten sehr oft, daß sich hinter ihren hohen Giebeln die Kornböden übereinanber» tapelten, unb ebenso haben bie Frankfurter ihre Häuser in die Erbe hineingebaut, um dort die Wein­ernten zu bergen. Heute noch gebe es in Frankfurt 48 Erbhöfe, 300 sonstige Höfe, deren Besitzer ihren Lebensunterhalt vorwiegend aus der Landwirtschaft ziehen, und etwa 460 Gemüsebaubetriebe. Frankfurt »esitze ferner eine weltbekannte. Obstbauzucht mit rund 500 000 Obstbäumen und sogar Weinberge mitten in der Stadt, am Lohrberg. Auch bas Na­tionalgetränk des Frankfurters, denAeppelwoi", könne man hier nennen. Die Hoffnung fei berech­tigt, daß die Ausstellung einen großen Erfolg er­zielen werde. Oberbürgermeister Dr. Krebs rich­tete sodann an den Reichsbauernführer die Bitte, die Stadt Frankfurt a. M. im Laufe der kommen­den Jahre mit einer großen Reichsgarten- chau und mit einer Wiederholung dieser Leistungs­chau zu beehren. Zum Ausdruck des Dankes und der Verbundenheit mit dem Reichsbauernführer und damit auch mit dem gesamten Bauernstände Überreichte Oberbürgermeister Dr. Krebs sodann dem Reichsbauernsührer das von dem Altmeister B o e h l e gemalte Bildnis eines Bauern.

greifende Reformen, die eine zweckmäßige Er­ziehung unserer künftigen Landfrau sicherstellen. Eine zur Erzielung des Gesamterfolges nicht zu unterschätzende Rolle spielt die Der» stärkte Maschinenanwendung, nicht um Menschen zu ersetzen, sondern um ihnen die schwere Landarbeit zu erleichtern.

Die dritte Reichsnährstandsausstellung ist wieder ein Schritt weiter zum erstrebten Ziel. Sie will der weltanschaulichen und wirtschaftspolitischen Auf­klärung dienen, damit das Landvolk lernt, welche Aufgaben ihm gestellt sind und wie es diese zu meistern hat. Wir wollen auf diesem Wege weiter- arbeiten, stets eingedenk des Grundsatzes, der für unsere Reichsnährstands-Ausstellung bereits histo­risch geworden ist: Das Bessere ist des Guten Feind. Die Ausstellung ist hiermit eröffnet. Ich bitte Sie nach altem nationalsozialistischem Brauch des Mannes zu gedenken, dem wir alles verdanken: Unserem Führer Adolf Hitler ein dreifaches Sieg-Heil!

Die Gäste nahmen zusammen mit dem Reichs- bauernführer einen Rundgang durch das inzwischen von Zehntausenden von Bauern belebte Ausstel­lungsgelände vor, der erst in den Nachmittags- ftunben fein Ende fand.

Oer Deutsche Luristeutag in Leipzig.

Leipzig, 16. Mai. (DNB.) In der mit den Symbolen des Reiches und der Deutschen Rechts- ront würdig geschmückten größten Messehalle Leip­zigs eröffnete der Reichsjuristenführer, Reichs- mmifter Dr. Frank, den Deutschen Iuristentag 1936, der mit der 5. Reichstagung des Bundes Na­tionalsozialistischer deutscher Juristen verbunden ist. Zahlreiche Ehrengäste waren zu der Heerschau der deutschen Juristen gekommen Die Teilnehmerzahl nahmhafter ausländischer Juristen und des Diplo­matischen Korps hat sich gegenüber dem Juristen­tag 1933 erheblich vergrößert.

Reichsminister Dr. Frank eröffnete den Ju­ristentag. Nach Begrüßungsworten des Reichsstatt­halters Mutschmann ergriff als Erster, stürmisch begrüßt,

der Stellvertreter des Führers

Reichsminister Heß, das Wort.

Der Führer nimmt stärksten Anteil an den Ta­gungen deutscher Juristen, zumal wenn es der Sinn dieser Zusammenkünfte ist, durch Jdeenaus- tausch bie beutsche Rechtspflege immer mehr bem Wesen bes Nationalsozialismus anzugleichen. Es ist selbstverstänblich für bie nationalsozialistische Be­wegung gemäß ihrer Weltanschauung bem Rechts­gedanken stets stärkste Förderung angedeihen zu lassen, ja das Recht als einen der wesentlichsten Diener der Gemeinschaft des Volkes anzusehen. Denn im Mittelpunkt der nationalsozialistischen Weltanschauung steht das Volk, dessen Zusam­menleben das Recht regelt und ordnet. Ohne Recht entsteht das Chaos, aus dem Chaos der Un­tergang des Volkes. Um bie Mission der Regelung unb Ordnung bes Zusammenlebens ber einzelnen bes Volkes, ber Einglieberung ber Teile in bie Ge­meinschaft zu erfüllen, muß das Recht aus bem Geiste biefer Gemeinschaft, b. h. ausdem Geiste bes Volkes heraus geformt werben. Es muß bem Geiste bes Staates als ber Institution bes Gemeinschaftslebens entsprechen.

Der Geist unseres Staates ist aber heute end­lich ber Geist unseres beutfdjen Volkes. Der Führer hat bas im Unterbewußtsein unseres Volkes jchlummernbe Wesen wieber geweckt. Er ist bie Inkarnation bes Geistes unseres Volkes. Je mehr ber Geist bes Volkes in ber neuen beutschen Rechtspflege seinen Ausdruck findet, desto mehr fühlt sich das Volk nicht nur mit feinem Recht, son­dern gerade auch mit dem Staate selbst verbunden. Denn auf kaum einem anderen Ge­biete tritt der Staat bem Volk so einbrucksvoll ge» gegenüber wie auf bem bes Rechts.

Der Wandlung des Volkes muh die Wandlung des Rechts folgen. Je mehr sich die Gesetzgebung in der Linie des Volksgeistes bewegt, desto sel­tener wird die Belastung des Rechts In die Er- schelnung treten, well Raum gegeben ist für das Wachsen und das Angleichen des Rechts an die Zeit mit den wechselnden Lebensbedürf­

nissen des Volkes. Je mehr Spielraum freige­geben wird für das Ermessen des Richters, desto mehr vermag dieser in der Rechtsprechung auch der Grundthefe des Nationalsozialismus, nach der Einordnung des einzelnen in das Ge­samtinteresse besteht, nachzukommen.

Je mehr bie Form über bas Wesen dominiert, desto eher kann mit Vorbedacht, ohne daß gegen die Form verstoßen wird, gegen den Geist des Gesetzes vergangen werben. Aus bie Festlegung ber großen n a t i o n a l s o z i a l i st i s ch.e n Linie kommt es uns an in ber Rechtsprechung, wie es in ber Gesetzgebung nicht etwa wesentlich ist, daß vor Abfassung jebes Paragraphen der Wille bes Vol­kes erfaßt wirb, fonbern baß ber (Bei ft bes 93 o I f e s bie Richtung angibt. Der Gesetzgeber han- belt als schöpferischer Mensch unb somit fußenb auf ber Einzelpersonlichkeit, beren Erkenntnisse burch bie Gesetzgebung ins Leben umgesetzt werben.

Der Richter sott, um echter Volksrichter zu sein, nicht enger Jurist, sondern in e r ft e r Linie Mensch und in erster Linie Volks­genosse sein. Unb er soll die Sprache sprechen und in seinem Urteil vor allem die Sprache schreiben, welche die Sprache des Volkes ist, die das Volk versteht. Er soll in seiner Sprache schon volksverbunden sein als Ausübender der nach Treitschke politischen

Rechtsprechung, wie der Politiker selbst in seiner Sprache volksverbunden sein muß. Der Rich­ter sott ebenso wie nach dem Verstand, nach seinem Gefühl richten, nach dem Gefühl nicht so sehr im Sinne des Mitfühlens, sondern im Sinne des Linfühlens. Der Rich­ter soll im Richten frei ge ft alten können, frei gestalten können seinen Richterspruch und damit auf die Dauer das Recht, welches ja auf den Erfahrungen der Rechtsprechung fußen soll.

Laufende Dolksaufklärung unb Dolkserziehung burch die nationalsozialistische Bewegung ist die Ur- fache, daß das Volk selbst harte Gesetze als not­wendig empfindet, so wie die gleiche Ursache bie besonders für bas Ausland unerklärliche Tatsache erhellt, daß unser Volk die Regierung eines einzel­nen nicht als Diktatur, sondern als eine Volks­regierung empfindet, während es die Regierung des vorhergegangenen parlamentarischen Systems, die eine Volksregierung darftellen sollte, immer mehr als volksfremd, ja schließlich als diktatorisch empfand.

Beim Recht wie bei der Staatsführung insgesamt ist ausschlaggebend nichtdie Form, sondern das Wesen. Das Wesen aber sowohl des natio­nalsozialistischen Rechts wie der nationalsozialisti- schen Staatsführung ist es, d e m Volke zu die. nen und im Volke zu wurzeln unb bamit als Dolksrecht und Dolksregierung empfunden zu werden.

Mchsiustizminister Dr. Gürtner

erinnerte an bie Worte, mit benen er am 30. Sep­tember 1933 von berfelben Stelle aus zu ben beut­schen Juristen gesprochen habe. Damals habe er heroorgehoben, daß ber Juristentag in eine Zeit einer großen Schicksalswenbe unseres Volkes falle. Diese Wenbe unseres Schicksals sei darin zu erblicken, bah das beutsche Volk zu einem neuen völkischen Gemein scha ftsgefühl erwachte.' Wenn mir bamals vom Werden unb Anfang sprachen, so können wir heute nach brei Jahren von Errungenschaft unb Besitz sprechen. Was auf bem Gebiete der Gesetzgebung in diesen drei Jahren im einzelnen geleistet woroen ist, das sind gerade die Teile der Gesetzgebung, die am wenigsten mit nationalsozialistischem Denken vereinbar ge­wesen sind und die sofort unb unmittelbar biejem neuen Denken unb neuen Fühlen angepaßt werben mußten. Ich erinnere Sie nur an den Schutz des Volkes vor Verrätern unb Gewohnheits- Verbrechern, an bie Umgestaltung ber Zivilprozesse, an bie Neugestaltung des Erfinderrechts.

Die Ausgabe, bie bem Richter unb feinen Mit­helfern gestellt sei, sei bie größte, die einem Men­schen überhaupt gestellt werden könne: das Rin­gen um Wahrheit unb Recht. Dies erforbert ben Einsatz bes ganzen Menschen. Möge biefe macht­volle Kundgebung bem deutschen Volke einmal zu

jeder Zeit zum Bewußtsein bringen, welche Bedeu­tung bas Recht für das Leben eines Volkes über­haupt hat, und möge sie zum andern dem deutschen Volke auch eine deutliche Vorstellung von bem Ernst geben, mit bem wir an unsere Aufgabe herantreten, von bem Ernst bes Ringens um Wahrheit unb Recht, bas ja auf bem Boben jener sittlichen Grunbauffassung ruht, bie der Füh­rer dem deutschen Volke vorgezeigt und in ihm wieder lebendlgHgemacht hat."

Sodann bekundete im Namen unb im Auftrage bes Reichsleiters der DAF., Dr. Ley, Hauptamts­leiter Klaus Selzner, die Verbundenheit der DAF. mit dem Bunde nationalsozialistischer deut­scher Juristen.

Reichsminister Frank

ergriff sodann bas Wort, um zur Eröffnung des Deutschen Iuristentages die Bekenntnisse abzulegen, bie ber Veranstaltung Ziel unb Zweck geben.

Dr. Frank betonte emleitenb, daß bie national­sozialistischen Juristen als die treuen Hüter ber un­sterblichen Ibee bes Nationalsozialismus nicht als akademische Sonderstandesbewegung bem Volk gegenüberftänben, fonbern bie schlichte, kame­radschaftlich geschlossene Kampfgruppe