storbenen laßt uns seinen Verlust doppelt schwerlich empfinden: besonders der langsame Satz ist von ergreifender Schönheit und Ausdruckskraft. Die dritte Uraufführung brachte Walter Zacherts reizvolles „Quintett" für Flöte und Streichquartett, op. 53, zu Gehör. Das aparte Werk fesselte vor allem durch seine prägnante Kürze: da steht keine Note zu viel! Die Konzentration ist ungemein stark. Zacherts Fähigkeit, mit wenigen Takten unendlich viel zu
sagen, dokumentiert sich in dem prächtig erfühlten Adagio ebenso wie in dem in köstlicher Laune vorüberhuschenden Scherzo. Sehr fein auch das abschließende Rondo. Ferner enthielt das Programm die Erstaufführungen einer „Kammersuite" für Flöte, Violine, Viola und Violoncello, op. 37 von Hans Oskar Hiege und eines Streichquartetts, Werk 13, von Hans Fleischer.
Winterwetter über unserer Heimat.
Schneetreiben und Sturm. —Kraftwagen blieben im Schnee stecken. Schwere Schäden in Gärten und Wäldern.
Lpd. In der Nacht zum Freitag setzte auch in unserem Gau überall starker Wettersturz ein, der in vielen Gegenden nach anfänglichen Regenfällen, besonders in unseren heimatlichen Gebirgen ein starkesSchneetrei- b e n zur Folge hatte. Schwere Schäden in Gärten, Anlagen und Wäldern, besonders aber an den blühenden Obstbäumen, sind die Folgen dieses plötzlich wieder eintretenden Winterwetters.
Soweit es sich bisher überblicken läßt, scheint besonders der
Taunus stark heimgesucht worden zu sein. Auf dem Großen Feldberg lagen gegen Mittag bei etwa 5 Grad
Kälte 30 Zentimeter Schnee. Auch aus den umliegenden Orten tref- Eulenkopf im Schnee. — (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.)
fen Meldungen über der
artige Schneemassen ein. Auf der Landstraße zwischen Bad - Schmalbach und Holzhausen lag der Schnee so hoch, daß mehrere Kraftwagen st ecken blieben und ausgeschaufelt werden mußten. Durch den starken Wirbelsturm wurden zahlreiche Bäume entwurzelt und umgeworfen, so daß die Straßen oft auf längere Zeit gesperrt waren. Viele Orte waren ohne Telephonverbindung, da die umstürzenden Bäume die Leitungen zerstört hatten. Durch die verhältnismäßig große Kälte dürften die Baumblüten allenthalben stark gelitten haben, so daß große Schäden erwartet werden. Auch im
Odenwald
gingen starke Schneemassen nieder, die insbesondere in den Gärten und Wäldern bedeutenden Schaden anrichteten. Der Schnee lag stellenweise 10 bis 20 Zentimeter hoch. Zahlreiche Leitungen wurden durch umstürzende Bäume gestört. Aus dem
Vogelsberg
nächst starke Regengüsse niedergingen, die sich gegen Morgen in Schnee verwandelten Das Schneetreiben hielt bis gegen Mittag an und verursachte so Schneehöhen von durchschnittlich 15 Zentimeter. Die Temperatur betrug selbst noch am Mittag etwa 5 Grad unter Null. Von nennenswerten Schäden ist bisher nichts bekannt. In der Gegend von
Heidelberg
wurden im Tal Schneehöhen zwischen 10 und 20 Zentimeter, auf den Bergen aber von 30 bis 50 Zentimeter verzeichnet. Die Anlage in der Leopold- ftraße war zeitweise für den Fährverkehr gesperrt, da infolge der niederbrechenden Aeste Lebensgefahr bestand. Der Schaden läßt sich noch nicht absehen. Er wird sich vor allem danach richten, ob der Wettersturz in seinen schlimmsten Auswirkungen vorüber ist oder ob noch Frostnächte folgen. In den Wäldern scheint erheblicher Schaden durch Schneebruch entstanden zu sein.
wird berichtet, daß in der Nacht zum Freitag zu-
iU:
as gibt es Neues in der Medizm?
Vorträge auf dem Chirurgen-Kongreß in Berlin.
Aus dem Chirurg en-Kongreß in Berlin berichtete u. a. Prof. Jaki (Debreczm) über das Funktionieren der Leber bei der Ueberwindung chirurgischer Eingriffe. Prof. Baumann (Mak- bürg) hat gebräuchliche Herzmittel in ihrer Wirkung auf die Leber nach Operationen in Zusammenhang mit Kochsalzinfusionen in die Blutbahn und Zusatz von Traubenzucker beobachtet. Prof. Ientzei (Genf) berichtete über Fälle schwerer Störungen durch Drüsen mit innerer Sekretion (Schilddrüse, Nebenniere und Darm) und erfolgreiche Behandlung durch totale Entfernung. Prof. H. Krauß (Berlin) über erfolgreiche Operation eines gefährdeten Kindes, bei dem ein Pankreas- adenom den Zuckerstoffwechsel schwer gestört hatte. Prof. Block (Berlin) sprach über Erfahrungen mit dem neuen Blutstillungsmittel „Tufson" zur örtlichen Anwendung. Pröf. Erb (Königsberg) zeigte einen neuen Apparat zur Blutübertragung aus Bernstein
Payr (Leipzig) wies an eigenen Beobachtungen nach, daß operative Dauerheilungen von Krebs, die sich über 10, 20, 30 Jahre erstrecken, heute keine Seltenheit mehr sind. Prof. König (Würzburg) betonte, es sei unverantwortlich, wenn unbefugte Behandler mit marktschreierischer Reklame Kranke mit beginnendem Krebs an sich zögen Dadurch werde mit Kurpfuscherei, die völlig wertlos sei, die günstige Zeitspanne verpaßt, in'der der Chirurg dem Kranken mit Wahrscheinlichkeit eine Dauerheilung in Aussicht stellen könne. Prof. Hintze (Berlin) wies auf Beziehungen zwischen entwicklungsgeschichtlich bedingter Anlage und äußerer Reizung hinsichtlich der Krebsentstehung hin. Prof. Bauer (Breslau) stellte fest, unsere Kenntnisse von Krebs berechtigten nicht dazu, der Erblichkeit des Krebses eine therapeutisch und prophylaktisch wesentliche Bedeutung beizumessen. Prof. Meyer-Burgdorff (Stettin) zeigte eine Anzahl von Bildern seltener umfangreicher Krebse, die mit Erfolg operiert wurden.
Geheimrat S a u e r b r u ch (Berlin) lieferte einen interessanten Bericht über verschiedene seltene Krankheitsbilder mit Krankenvorstellungen. Er stellte u. a. Kranke nach Operationen des Schädelinneren vor. Technische wichtige und interessante Vorschläge bei Lungenoperationen machten Prof. Schoemaker (Den Haag) und Prof. Killian (Freiburg). Prof. W. Fick (Berlin) stellte die Frage, ob nur ein freibeweglicher nichtverwachsener Oberlappen der Lunge bei Herausnahme des Unterlappens den freien Raum ausfüllen könne. Die Frage müsse bejaht werden. Prof. W e r w a t h (Danzig) lobte die Auffüllung des freien Bauchraumes mit Luft in Fällen von Lungentuberkulose. Das Schlußwort hielt Geheimrat Sauerbruch (Berlin). Er betonte die Notwendigkeit einer mehrzeitigen Operation bei der Herausnahme eines Lungenlappens oder der ganzen Lunge, da die Ergebnisse gegenüber der einzeitigen Operation bedeutend besser seien.
Professor Rieder (Hamburg) berichtete über den heutigen Stand der verhältnismäßig noch jun
gen S y m p a t h i c u s ch l r u r g i e. Operationen am sympathischen Nervensystem smd schon fast für alle Krankheitsbilder vorgeschlagen worden. Sie sind aber kein Allheilmittel, sondern es» bedarf einer besonders sorgfältigen Indlkations-L stellunq, um mit Sympathlcusoperationen gute; Erfolge zu erzielen Daß solche möglich sind, stehtl heute auf Grund der bisher gesammelten Ersah- runqen fest. Heber die Erfolge bei verschiedenen nervös bedingten schweren Herzerkrankungen laßt sich ein abschließendes Urteil noch nicht abgeben. Etwa gleiche Ergebnisse hat Professor Leriche (Straßburg) erzielt, der in französischer Sprache über 1199 von ihm selbst durchgefuhrte Sympathi- cusoperationen berichtete. Auch er warnt davor, in der Sympathicuschirurgie ein Allheilmittel zu ( sehen. Sie ist mehr eine Methode zur Behandlung von Gefäßerkrankungen als zur Behandlung von Nervenleiden. Die Ausführungen des französischen Gastes wurden mit großem Beifall aufgenommen. !
In der Aussprache nahmen Professor Paßler (Heidelberg), H i e r t (Heidelberg), Lehmann (Hannover) und E. W. L e x e r (Freiburg) aus ihrer eigenen Praxis zu den Darlegungen der Vorredner über Sympathicuschirurgie Stellung. Die Professoren Madlener (Düsseldorf), Dietrich Schneider (Breslau) und Härtel (Berlin) be- : richteten ebenfalls über ihre Erfahrungen und Heilmethoden.
Die Professoren Käppis (Würzburg), Rieder (Hamburg), Holst (Oslo), Kremer (Bee- litz-Heilstätten) und Löwen (Königsberg) erörterten die Behandlung von Rückenmark- und. Lungenerkrankungen
Devisenschieber im Ordenskleid zu hohen Strafen verurteilt.
Wegen Devisenvergehens hatten sich zwei Geistliche des bayerischen Kapuzinerordens vor dem Schöffengericht in Traunstein (Oberbayern) zu verantworten. Der 46jährige Heinrich W o l f a r t (Pater Eduard) hatte am 17. Februar 1932 30 000 MK heimlich nach Blieskastel im Saarland gebracht, von wo aus die Gelder ins Ausland gingen. Im November 1932 wurde von Wolfart eine weiters Summe von 17 000 Mark nach dem Ausland verschoben, wobei ihm der Ordensanqehörige Otto Fries (Pater Cornelius) und ein Pater Keftel halfen. Pater Keftel ist seit der Saarabstimmung flüchtig. Wolfart verteidigte sich damit, daß er Inflation und Kommunismus habe kommen sehen. Der Staatsanwalt hielt ihm entgegen, daß gerade die Geldschiebungen ins Ausland dem nur Dor- spanndienfte geleistet hätten. Das Urteil lautete gegen Wolfart auf 2 Jahre 9 Monate Zuchthaus unter Anrechnung der Untersuchungshaft und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren. Außerdem wurde auf eine Geldstrafe in Höhe von 50 000 Mark erkannt. Pater Otto Fries wurde zu einem Jahr Gefängnis und zu 20 000 Mark Geldstrafe verurteilt- Für die Geldstrafe haftet der Bayerische Kapuzinerorden.
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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
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Nachruf!
Am 17. April 1936 starb an den Folgen eines Schlaganfalles, nachdem er längere Zeit leidend war. unser Berufskamerad
Herr Dr. med. Friedrich Kunz
in Allendorf a. d. Lumda
Seit vielen fahren übte er in Allendorf die Tätigkeit eines praktischen Arztes aus und hat es verstanden, die Würdigung und Anerkennung der Bevölkerung und seiner Berufskollegen zu erwerben. — Er wird bei der Ärzteschaft Oberhessens in dauerndem Andenken bleiben
Im Namen der Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands, Bezirksstelle Giefeen und des Wirtschaftlichen Verbands der Ärzte für die Provinz Oberhessen. E V.
Wir beklagen den Heimgang unseres lieben Altersgenossen
Herrn Jobs. Schmidt dem wir ein ehrendes Andenken bewahren werden. Die Beerdigung findet Samstag vormittag 11 Uhr statt. 24oiD Gießen, 17. April 1936. Der Vorstand.
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Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Damm: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den BießenerAnzeiger
Die Beerdigung findet Sonntag, den 19. April, nachmittags
um 3 Uhr statt
In tiefer Trauer:
Familie Wilhelm Volk
nebst Angehörigen.
Danksagung
Für die uns beim Heimgang unseres lieben Ent
schlafenen
Herrn Friedrich Kohlweyer
in so reichem Maße erwiesene Teilnahme, für die
vielen Kranzspenden und Beileidsbezeugungen sagen wir herzlichen Dank.
Frau Marie Kohlweyer und Kinder.
Gießen, den 18. Apnl 1936.
Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher
Teilnahme während der Krankheit und bei dem
Heimgang unserer lieben Entschlafenen sagen wir
unseren innigsten Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Ernst Balser.
Wieseck. den 18. April 1936
Heute abend 10 Uhr entschlief sanft unser lieber Vater.
Schwiegervater und Großvater
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Die nächsten Viehmärkte in Gießen finden statt: Dienstag, den 21. April 1936: Rindvieh- (Ruß.
v»eh ) Markt. Auftriebszeit von 7.30 bis 8.30
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RUttwoch, den 22. April 1936: Schweinemarkt.
Auftriebszeit von 8 bis 9 Uhr vormittags.
Auf dem Rindviehmarkt wird sämtliches Vieh gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft.
Gießen, den 18. April 1936.
________Der Oberbürgermeister: Ritter.
Verdingung
Die Vorprosilierungs- und Pflasterarbeiten sowie die Gossensteinpflasterstein-, Schotter-, Splitt-, Grundbaustein-, Sand- und Zementlieferung für die Kleinpflasterherstellung auf Reichsstraße 276, Abt.: Ortsdurchfahrt Flensungen (4200 qm) und Ortsdurchfahrt Freienseen (3700 qm) sind sofort — nach Losen getrennt — zu vergeben. 2489D
Angebotsvordrucke werden — solange der Vorrat reicht — von unserem Amt, Gießen, Hitlerwall 371, abgegeben, wo auch die Bedingungen zur Einsicht offenliegen und auf Wunsch ein zweites Angebotsformular gegen Gebühr von 0,50 RM. erhältlich ist.
Angebote sind, für jedes Los getrennt, in einem verschlossenen, mit entsprechender Aufschrift versehenen Umschlag bis
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