Handball im Kreis M lLahn-Dill)
Schuh den Vogelnestern!
-wer Schüler' lermannschajl!
und
rein
Nachdruck verboten!
40 Fortsetzung
Der junge Mann blieb stehen und lauschte dem rten Lied. Es war wie ein Willkommgruß der
Vermeidung und zur Beseitigung etwa schon vorhandener Schäden.
Den zweiten Hauptoortrag hielt Professor Dr. Löhr, Direktor der Medizinischen Universitätsklinik in Kiel. Er besprach die durch mechanische
zarten Lied. Es war wie ein Willkommgruß der Heimat. Und als er zwei Eichhörnchen auf dem Moosboden spielen sah, die seine Schritte wohl überhört haben mochten, wich er ihnen vorsichtig aus, um sie nicht zu verjagen.
der Sonn' entgegen!" sang der junge Wanderer ganz fröhlich vor sich hin.
Jetzt hob sich aus dem Sonnenglast ein Berg mit einem grauen, schloßähnlichen Gebäude. Ein Fähnlein oben flatterte fröhlich im Winde. Sehnsüchtig schaute der junge Mann hinauf. Dort war sein Ziel. Würde er alles so finden, wie er es sich erträumt? Ein tiefer Atemzug hob seine Brust.
Nach zwanzig Minuten steilen Aufstiegs stand er an der Umfassung dieses Burgschlosses. Wein rankte sich um die niedrige Mauer.
Sie war so niedrig, daß der Fremde, hoch gewachsen wie er war, hinüberspähen konnte. Und nun hielt er entzückt still. Der Anblick, der sich ihm bot, war wirklich märchenhaft. Ein Durcheinander goldgelber Küken quirlte in der warmen Sonne hin und her. In der Mitte stand ein blauäugiges, blondes Mädel mit strahlenden Augen und lachendem, rotem Mund. Jetzt kniete es nieder und griff hinein in dies wollige, goldgelbe Gequirl. Und fünf, sechs kleine Küklein piepten plötzlich auf dem buntblumigen Gartenkleid des jungen Mädchens.
„Sind Sie die Königin dieses Hühnerstaats, mein gnädiges Fräulein?"
Eine sonore Männerstimme ließ Lore Ankermann aus ihrer Verzückung emporfahren. Mit einem Ruck stand sie auf derb beschuhen Füßen. Verwirrt starrte sie in das lachende Antlitz des blonden Mannes. Sie wurde dunkelrot und dann blaß. Und dann wieder rot. Das war doch — aber nein, das war doch unmöglich.
Im ersten Augenblick hatte sie geglaubt, dies sei Pepita Arlesi. Denn der Fremde batte genau die Gesichtszüge, die sie von der Photogravhie her kannte, und die sie immer und immer wieder betrachtet batte. Aber Vepito war ja laut seiner eigenen Beschreibung brünett und braunäugig — ganz ihr Typ. So hatte si" wenigstens bisher geglaubt. Doch, wie sie nun plötzlich diesen Unbekannten sah mit den strahlenden blauen Augen und dem bell- blonden Haar — diesen Fremden, dessen Gesicb^s- züge dem Pboto Pepitos zum Verwechseln ähnlich waren, fand sie auf einmal, daß dunkel gar nicht mehr so ihr Typ war, daß sie diesen blonden Menschen geradezu entzückend fand, und daß er ganz stark auf sie wirkte, wie ein Sohn des Landes, das sie über alles liebte, wie ein Sohn ihrer deutschen Heimat.
Sie schämte sich. Was war denn nur mit ihr los? Wie konnte ein Fremder einen solchen Eindruck auf sie machen? Ein Fremder, der .nicht Pepita war, sondern nur eine gewisse Ähnlichkeit mit ihm hatte? Gewaltsam zwang sie sich, ihre Verwirrung zu verbergen. Und als der Fremde sie noch einmal fragte, lachte sie befangen auf.
„Hühnerstaat? Hübnerkinderaarten wäre zutreffender. Auf jeden Fall bin ich alles andere als
'mischen zum 1 öen Gästen
Einflüsse entstandenen Kreislaufveränderungen wies darauf hin, daß gerade bei den
Verletzungen durch stumpfe Gewalt,
Oie Tippgräfin.
Vornan von Mothilde v Stegmann.
Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin, SW 68.
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durch Schlag mit der Wagendeichsel, Hufschlag äußerlich nur ganz geringe Verletzungen am Ver-
Ehrengaft zu den Olympischen Spielen nach Berlin eingeladen. Nurmi, der seinem Vaterlande zu nicht weniaer als acht Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen in Antwerpen, Paris und Amsterdam verhalf, wird die Einladung annehmen.
Kurze Sportnotizen.
Deutsche Turner werden am Dienstag nächster Woche unter Führung des Reichssportführers eine Bulgarienreise durchführen. Im Staatstheater in Sofia werden die Deutschen im Rahmen einer Olympia-Werbeveranstaltung ihr Können zeigen.
*
Dr. Peco Säumens (K ö l n), der bekannte Fußball-Schiedsrichter, ist zur Leitung des Länderspieles Tschechoslowakei—Spanien am 26. April in Prag eingeladen worden.
Die Kreislauskrankheilen in ihrer sozialen und arbeilshygienischen Bedeutung Oer 2. Tag der Bad-7!auheimer Aerzte-Tagung.
'gestern.
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Äleini te verstehen en !>ch non Reiben soll. 'I'etzung des ' bewähren, I aPpen Sieg, ben Jugend, astsspiel. Da 'überstanden, als offen be
heimat, daß ich dich wiederhabe!, dachte der Wanderer. Auf einer kleinen Waldwiese warf er sich ins Gras und starrte glücklich in den seiden- blauen Himmel, der ihm schöner erschien als der Himmel fremder Länder, weil es das Firmament der Heimat war, das ihn grüßte.
Die Sonne kam warm durch die kleine Lichtung d>es Waldes und legte ihr Gold auf das blonde Haar des jungen Mannes. Der träumte vor sich hin. Die» er blonde Riese, mit den tiefen, blauen, strahlenden Augen, schien das Urbild seiner Heimat zu sein.
Ab und zu flog ein amüsiertes Lächeln über sein braunes, männliches Gesicht mit den festgefügten, markanten Zügen Er schien an irgend etwas sehr Reizvolle zu denken. Sonst hätte wohl kein so weicher, erwartungsvoller Zug um seinen Mund gelegen. Dom Tal her kam leiser Glockenklang. Der Träumer richtete sich auf.
Höchste Zeit!, sagte er zu sich selber. Er erhob sich, klopfte ein paar Tannennadeln von seinem Wanderanzug. Dann zog er einen Taschenspiegel jeraus und besah sich aufmerksam. Ja, alles war i.n Ordnung. Das graue Wanderjackett umfaßte bequem und doch knapp die sportliche Erscheinung. Dann zog der junge Mann eine zusammengelegte Reisemütze aus der Tasche, die er etwas schief und verwegen auf das blonde Haar setzte.
„Soweit siehst du ja ganz ordentlich aus, mein Junge!" sagte er. „Wollen nun mal schauen, ob andere auch mit mir zufrieden sind."
Aus der Brusttasche des Jacketts holte er einen Wegeplan und studierte ihn aufmerksam. Aha, es i'timmte. Hier rechts mußte ein kleiner Abkürzungsweg ihn zum Ziel führen. Er ging ein paar Schritte inks in das Tannendickicht hinein. Wirklich, da 'land schon ein Schild, das ihm den Weg wies. : Fröhlich vor sich hinpfeifend, wanderte er aufwärts. Das Vöglein oben auf dem Tannengipfel hörte mitten in seinem Trillern auf, als unten eine sonore Männerstimme die Waldeinsamkeit durchdrang.
„Wer recht in Freuden wandern will, der geh'
Große Schäden erwachsest der Vogelwelt alljährlich durch die Katzen. Es wurde einmal behauptet, daß nur solche Katzen zu Nesträubern würden, die verwildert wären oder in der Fütterung vernachlässigt würden. Dem ist jedoch nicht so. Das Vogelräubern liegt in ihrer Natur wie das Mäusefangen. Deshalb muß jede rohe Bekämpfung der Katzen abgelehnt werden. Verständnisvolles Hand-in-Hand- Arbeiten von Katzenliebhabern und Vogelschützern wird hier immer zum Erfolg führen. Neuerdings wird das „Katzenvorhemdchem' sehr empfohlen. Es ist dies ein kleines Brettchen, daß die Katze vor die Brust geschnallt bekommt. Dadurch wirb sie in keiner Weise gequält, aber am Besteigen von Bäumen und Sträuchern gehindert. Der Sächsische Pflanzenschutzdienst in Dresden läßt sich die Verbreitung sehr angelegen sein. Will man ein auf einem Baurn befindliches Vogelnest vor Katzenraub schützen, so lege man um den Stamm einen „Vogel- scyutzgürtel". Er besteht aus zugespitzten Eisendrähten, die ähnlich der Schutzvorrichtung an den Masten der elektrischen Ueberlandwerke angebracht werden. Damit sich die Menschen keinen Schäden zufügen können, bringe man sie über Mannshöhe an. Billiger kommt man indes zum Ziel, wenn man einige Schwarz- oder Weißdornreiser mit dem dornigen Geäst nach unten um den Baum legt.
Will man Höhlenbrüter auch noch gegen anderes Raubzeug, wie Elstern, Krähen oder Eichhörnchen schützen, so umhülle man die Niststätte in größerem Bogen mit weitmaschigem Draht. Die Vogeleltern lassen sich durch diese Schutzmaßnahme nicht im geringsten bei der Atzung stören.
Bad-Nauheim, 17. April. (LPD.) Die am 16. April begonnene Gemeinschaftstagung der Deut» scheu Gesellschaft für Kreislaufforschung und des Aerztlichen Ausschusses der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsschutz ist heute mit einem sehr großen Tagungsprogramm fortgesetzt worden. Nachdem gestern in erster Linie der Kreislauf in seiner Beziehung zur Umwelt und Vererbung eingehend besprochen wurde, behandelten die drei Hauptreferate des heutigen Tages Fragen der mechanischen Einflüsse der gewerblichen Vergiftungen und der elektrischen Ströme auf den Kreislauf.
Ministerialrat Professor Dr. Koelsch vom Bayrischen Institut für Arbeitsmedizin in München wies besonders auf die am häufigsten vorkommenden
Vergiftungen aus Blei» und Kohlenoxyd, durch Schädigungen in der chemischen Industrie usw. hin und gab ausführliche Anregungen zur
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men, in denen die organisatorische Durchführung der neuen Reichsbund-Aufgaben besprochen wurde.
Als Rekord anerkannt.
Nachträglich ist vorn Deutschen Schwirnrnverband die von Erwin S i e t a s am 11. März in Hamburg geschwommene Zeit (2:42) für 200 Meter Brust als deutscher Rekord anerkannt worden. Sietas selbst hat den Rekord inzwischen be- kanntlich auf 2:41,1 Min. verbessert.
Nurmi als Ehrengast beim Olympia.
Der Deutsche Olympische Ausschuß hat Paavo Nurmi, den größten Läufer aller Zeiten, als
Leider gibt es überall herrenlose Katzen, gegen die man zur Selbsthilfe greifen kann. Diese strolchenden Räuber sind für Bodenbrüter und das Niederwild eine große Gefahr. Mit Hilfe der bekannten Fallen läßt sich ein Obstgarten leicht von Katzen frei halten. Wenn man dann noch sog. „Leitpfade" anlegt, wie es Freiherr von Berlepsch in seinem Vogelschutzpark in mustergültiger Weise zeigt, läßt sich das Ziel leicht erreichen. Verzinktes Drahtgeflecht wird so gespannt, daß die Katzen, die nur ungern Gegenstände überspringen, immer zu der Fallenöffnung geleitet werden. Welcher Schaden durch wildernde Katzen angerichtet wird, erhellt am besten aus der Tatsache, daß die Poli^ei- verwaltung Berlin durch Aufstellen und Verleihen von Fangvorrichtungen den 60 000 strolchenden Nesträubern und Vogelmördern das Handwerk zu legen versucht.
Das Tierschutzgesetz von 1936 bestimmt über die Katzenfrage folgendes: Vom 15. März bis 15. August und solange der Schnee den Boden bedeckt, dürfen Grundstückseigentümer, Nutzungsberechtigte oder deren Beauftragte unbeaufsichtigte Katzen in Gärten, Friedhöfen und Anlagen fangen und in Pflege nehmen. Das Fangen ist der zuständigen Ortspolizeibehörde zu melden und innerhalb drei Tagen kann sie der Eigentümer gegen Zahlung eines Aufbewahrungsgeldes von einer Mark je angefangenen Tag abholen. Im anderen Falle ist die Katze der Polizeibehörde abzuliefern, die das Tier, ohne den Besitzer vorher zu benachrichtigen, tötet. Verboten ist das Anlocken durch Köder.
Am Sonntag beginnen die schon lange und mit -roher Spannung erwarteten Endkämpfe um He Kreismeisterschaft der Jugend- und 2. Kreis klasse. Die beteiligten Mann- Ichasten, die sich nach harten schweren Kämpfen an die Spitze der einzelnen Staffeln gesetzt haben, sind »hne Ausnahme als äußerst spielstark anzusehen itnb versprechen schon mit Rücksicht daraus äußerst jpannenbe und interessante Spiele. Es handelt sich Dabei um
Io. Mendorf (Lumda), Tu. Alsfeld, Io. Dutenhofen, Io. Grüningen und Io. kahenfurt in der 2. Kreisklasse, sowie
Io. Lang-Göns, Iv. Münchholzhausen, Io. Lützellinden und Iv. Ruttershausen
n der Jugendklasse (Katzensurt hat an der Teilnahme verzichtet).
Wer sich nun jeweils an bie Spitze setzen mirb, iann mit Sicherheit nicht vorausgesagt werden, weil lieft die Gegner in Bezug auf die Spielstärke ziemlich gleichwertig sind. Es kann sein, daß bei der Jugend Tv. Lang-Göns Sieger werden wird und haß in der 2. Kreisklasse der Tv. Dutenhofen nach ! vorne kommt. Doch das find nur Vermutungen, pie vielleicht schon nach dem ersten Spielsonntag berichtigt werden müssen.
Es werden sich am morgigen Sonntag gegenüber- i liehen:
Io. Dutenhofen — Io. Alsfeld
Io. kahenfurt — Mendorf (Lumda).
Alsfeld geht einen schweren Gang. Es ist kaum «nzunehmen, daß es zu einem Erfolg kommen wird, weil die von Dutenhofen in der letzter Zeit erzielten Ergebnisse darauf schließen lassen, daß die Mann- ichaft die besten Aussichten hat, an die Spitze zu kommen. Alsfeld dagegen hat wenig Gelegenheit gehabt, Trainingsspiele auszutragen, fo daß es auch dadurch schon im Nachteil sein wird.
Anders ist es bei dem Spiel in Katzensurt. Hier barf der Sieger wohl mit ziemlicher Sicherheit in dem Tv. Mendorf gesehen werden. Wenn sie auch Tiit Ersatz antreten müssen, so werden sie immer iod) stark genug sein, um gegen die zwar eifrigen, iber technisch nicht ganz ausgereiften Platzbesitzer die Oberhand zu behalten.
Die Jugend tritt sich wie folgt gegenüber:
Io. Ruttershausen — Iv. Lang-Göns
Io. Lützellinden — Io. Münchholzhausen.
Ruttershausen hat zwar in feiner Staffel keinen gleichwertigen Gegner gehabt. Ob es aber gegen die ur Zeit wohl beste Jugendmannschaft ankommen lann, ist kaum anzunehmen. Dazu dürfte den Jungens die erforderliche technische Reife und das nötige Zusammenspiel fehlen.
In Lützellinden wirb es trotz bes Vorteils bes tigerten Platzes nicht dazu reichen, um ben Gästen den Sieg streitig zu machen. Münchholzhausen ist mit ernsthafter Anwärter auf bie Meisterschaft.
Freundschaftsspiele.
TV. Wetzlar — TV. Münchholzhausen. Zeide Mannschaften haben reichlichen Ersatz in ihren Ueihen, so daß eine Voraussage kaum getroffen Derben kann.
TV. Hörnsheim — TV. A tz b a ch. Zwei ulte Rivalen aus den Verbandsspielen, die sich schon »ft und mit wechselndem Erfolg gegenübergeftanoen l haben, treffen in Hörnsheim aufeinander. Wir glauben nicht, daß es Atzbach, zumal es ziemlich lange pausiert hat, gelingen wird, die Oberhand zu behalten.
TV. Hochelheim — TV. Holzheim. Zu linem interessanten und spannenden Kampf dürfte iS in Hochelheim kommen. Wenn die Gäste alles «us sich herausgeben, sollte es wohl möglich sein, - u einem Erfolg zu kommen. Andererseits Darf aber nicht vergessen werden, daß Hochelheim zuhause immer einen starken Gegner abgibt, der schon mancher Mannschaft das Nachsehen gegeben hat.
Deutsche Sportführer traten am Freitag n Berlin zu einer Anzahl von Sitzungen zusam-
unglückten zu erkennen seien, daß dagegen die Verletzungen an den Kreislauforganen sehr schwerer Natur, wenn nicht sogar tödlich sein können. Er führte aus, daß gerade diese Verletzungen in der Begutachtung außerorbenttich schwer seien unb vollen Einsatz eines geschulten Arztes erforderten, um dem Kranken in jeder Weise gerecht werden zu können.
Als drittes Hauptreferat sprach Professor Schridde, der Direktor des Forschungsinstituts
eine Königin. Oder haben Sie schon eine Königskrone auf meine Haupt gesehen?"
Der junge Mann sah Lore mit einem weichen, verträumten Lächeln an. Und dies Lächeln machte sie noch verwirrter.
„Es soll Märchenprinzessinnen geben", sagte er leise, „die einer wirklichen Krone nicht bedürfen." Mit verzehrender Inbrunst traf sie fein Blick. Noch tiefer errötend, wandte sie sich ab unb strich sich bas blonbe Gelock ostentativ mit der Linken zurück. So, nun würde er wohl ihren Verlobungsring sehen und merken, daß diese Schmeicheleien durchaus fehl am Orte waren. Eigentlich hätte sie sich diesen Ton ja verbieten müssen. Aber es war trotz der gewissen Keckheit so viel Ehrerbietung in der Art des Unbekannten, daß Lore gar nicht die Kraft fand, ihn zurückzuweisen.
Der junge Mensch lächelte. Und er lächelte noch mehr, als sie jetzt mit der ganzen Würde der Schloßfrau fragte:
„Wer sind Sie eigentlich, mein Herr? Was führt Sie hierher? Sie können doch unmöglich hier heraufgeklettert sein, nur um mir Komplimente zu machen?"
Er lachte:
„Sie haben ganz richtig geraten, gnädiges Fräulein! Man hat mir die Geyerburg als angenehmen Sommeraufenthalt geschildert, und da dachte ich mir, daß ich bis zu meiner Hochzeit, die in Kürze stattfinden soll, mich hier von einem Unfall erholen könnte, der mich betroffen hat. Mein Name ist Paul Allmann."
Lore begriff nicht, warum es ihr plötzlich wie ein feiner Stich durch die Seele ging, als dieser Herr Paul Allmann von seiner bevorstehenden Hochzeit sprach.
„Jawohl, wir haben jetzt um die Herbstzeit Zimmer frei, Herr Allmann!" sagte sie. „Darf ich Sie bitten, mich auf das Zimmer zu begleiten, das ich Ihnen anweisen kann?"
Sie gin-i neben ihm. der sie unauffällig betracht tete, her. Sie begriff sich selbst nicht. Eigentlich hätte sie sich doch freuen können, daß sie jetzt, da die Reisezeit schon voriib-'r war, noch einen Gast be» kim. Und sie freute sich ja auch über den neuen Mieter. Aber als sie ihn in den Schloßturm empor führte, wo ihre besten Fremdenzimmer lagen, war immer noch dieses unsichere, verwirrte Gefühl in ihr. So ging sie auf das lebhafteste, unbekümmerte Geplauder Paul Allmanns nicht ein, sondern antwortete kurz und scheu:
„Darf ich hier vorangehen?" sagte sie. „Es ist etwas winklig hier oben, sehr romantisch. Aber vielleicht mögen Sie so etwas nicht?!"
„Ich mag alles, was hier ist!" versicherte Herr Paul Allmann mit einer Begeisterung, die nach Lores Meinung eigentlich gar nicht angebracht war,
Flaggen heraus zum Geburtstag des Führers!
Am Montag flaggen alle Dlenstgebäude z u Ehren des Führers. Die Bevölkerung wird gebeten, sich diesem Vorgehen anzuschlietzen.
Kreisleitung Wetterau.
Appelle der Wehrmacht zum Geburtstag des Führers.
Bei dem Mangel an verfügbaren Truppen finden am 20. April, dem Geburtstag des Führers, im Standort Gießen nur Appelle bei den Stäben unb Truppenteilen statt.
für Gewerbe- und Unfallkrankheiten in Dortmund, über
Unfälle, hervorgerufen durch den elektrischen Strom,
und seine Auswirkungen auf den Kreislauf. Die sich hieran anschließende rege Aussprache zeigte, wie notwendig das Wissen dieser Dinge für die Beurteilung der durch Unfälle verminderten Arbeitskraft ist, und welch ungeheure soziale Bedeutung dieser Beurteilung zukommt.
Am Nachmittag fanden, wie auch am Vortag, zahlreiche Einzeloorträge statt, die besonders interessante Fragen erörterten. Im Anschluß daran führte Dr. Kolb aus Wolfenhausen einen neuen sinnreich erdachten Apparat zur künstlichen Wiederbelebung vor, der in Fachkreisen berechtigtes Aussehen erregte. Zum Schluß fand noch in dem benachbarten Medizinischen Universitätsinstitut eine Vorführung von verschiedenen Herz- ton filmen durch Professor Dr. A. Weber- Bad-Nauheim statt. Es war dies für die Teilnehmer der Tagung eine günstige Gelegenheit, diese Originalmethode an ihrer Geburtsstätte vorgeführt zu bekommen.
Kunst und Wissenschaft.
Uraufführung der Oper „Das Fest in Budapest" von Bodo Wolf.
NSG. Der Frankfurter Komponist, Parteigenosse Dr. Bodo Wolf, dirigierte in Meiningen seine Oper „Das F e st in B u d a p e st" mit starker Leidenschaftlichkeit und hatte einen ausgezeichneten Erfolg. Die Partitur voll musikalisch wundervollen Stellen erschloß eine reiche Dramatik und eine fein empfindende Kammermusik. Wenn auch das Libretto nicht ganz die einheitliche Linie wahrt, die wir an ein Libretto stellen müssen, so verband doch Wolfs musikalischer Stil diese Unebenheiten zu einem farbigen und stark sprühenden Orchesterklang. Dieser ernsthafte Künstler hebt sich aus der Mehrzahl der zeitgenössischen Opernkomponisten durch den Ernst und die Tiefe feines künstlerischen Schaffens heraus.
Uraufführungen bei der NS.-kulturgemeinde.
NSG. Das 6. Schloßkonzert der NS.-Kultur- gemeinde in Mainz bewies, in welch hervorragendem Maße sich diese Institution bewußt ist, daß sie die Verantwortung dafür trägt, daß unsere zeitgenössischen Komponisten zu Gehör kommen. Die Vortragsfolge brachte drei Ur» und zwei Erstaufführungen. Man begann mit Johanna Senfters schönem Streichquartett in B-dur, Werk 64. Zu tiefer Innerlichkeit des Empfindens trägt der „ruhige" dritte Satz empor, während der vierte (sehr lebhaft) in befreiender Heiterkeit das Werk ausklin- gen läßt. In der Reihe der Uraufführungen folgte eine „Sonatine für Violine und Klavier" von Hans B e tz. Das nachgelassene Werk des allzu früh Ver-
Nach jeder Hausarbeit
denn er hatte ja von der Geyerburg noch nicht viel gesehen.
Sie wußte nicht, daß die Blicke des Mannes nur an ihr hingen. An ihrer schlanken Gestalt in dem Dirndlkleid, auf dessen leuchtend grünem Grund die farbigen Blumen wie der leibhaftige Sommer aufleuchteten, daß er mit tiefem Entzücken die Linie ihres braunen, festen Halses in sich aufnahm, die aus dem viereckigen Ausschnitt mit dem kleinen Spitzengekräusel aufstieg. Nun öffnete Lore die Tür zu dem Fremdenzimmer, das sie Herrn Paul Allmann zugedacht hatte.
„Hoffentlich werden Sie zufrieden sein?"
Paul Allmann nickte. Lore trat ans Fenster des Turmstübchens und öffnete es.
Der junge Mann war neben sie getreten. „Wie wundervoll, wie unendlich schön!" flüsterte er. Und jetzt begriff Lore feine Begeisterung. Denn das Bild, das sich hier oben vom Fenster bot, war wirklich überwältigend. Weit gebreitet lag das Land zu ihren Füßen. Bergketten reihten sich an Bergketten. Tiefsamtig waren die Wiesen, durchzogen von winzigen Flüßchen. Sonnenglast lag über den Wäldern, und weit hin sah man über Berg und Hügel hinweg in die fruchtbare Ebene.
„Wie schon!" wiederholte Paul Allmann.
„Ja, auch für mich gibt es nichts Schöneres als dies Stück Land hier!" meinte sie. „Aber ich glaube, nur wer es so zu allen Jahreszeiten — in allen Stimmungen kennt wie ich, hat es ganz erfaßt."
„Vielleicht genießt der es noch tiefer, der die Heimat lange entbehren mußte!" sagte Paul Allmann.
Lore sah ihn rasch an:
„Sie waren lange von Deutschland fort?" Ihr Herz tat einen jähen Schlag. So ähnelte dieser Paul Allmann also nicht nur im Aeußern ihrem unbekannten Verlobten, sondern auch darin, daß er lange aus Deutschland fort war.
Jetzt wurde Paul Allmann rot:
„Ja, ich habe lange in England gelebt!" faate er und konstatierte mit heimlicher Freude, daß Lores Gesicht ein wenig traurig wurde.
Ehe Lore noch etwas erwidern konnte, hörte sie, wie unten aus dem Wirtschaftsraum nach ihr gerufen wurde. Sie mußte hinunter. Die Arbeit wartete auf sie. So besprach sie mit dem neuen Mieter sehr schnell das Nötigste über Preis des Zimmers und Verpflegung. Paul Allmann war mit allem einverstanden. Er wußte hinterher eigentlich gar nicht mehr, m a s er besprochen hatte. Denn ihn bannten ein Paar große, scheue Mädchenaugen und ein Gesichtchen von einer Süße und Reinheit, wie er es noch nie im Leben zu sehen vermeint.
(Fortsetzung folgt!)


