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Aus aller Welt.

scharrt und erst nach etwa drei Monaten auf dem Acker vergraben.

Kunst und ^Äist'enschast.

Riesige Schneefälle in West- und Süddeutschland.

Im Bezirk der Reichsbahndirektion Kassel sind ungeheure Schnee massen niedergegangen, die stellenweise das Einsetzen von Schneepflügen notwendig machten. Auf der Strecke Brilon- WaldKorbach ist ein Personenzug in zwei Meter hohem Schnee st ecken geblieben. Der heftige Sturm behinderte die Freilegungs­arbeiten. Auch auf anderen Strecken haben fast sämtliche Züge durch starken Schneefall und den heftigen Sturm mehr oder weniger große Ver- fpätungen erlitten. Der Berkehr auf den Land­straßen ist vollständig lahmgelegt.

In der Nacht zum Freitag trat im Schwarzwald ein plötzlicher Witterungsumschlag ein. Be­reits am Donnerstagabend sing es an zu regnen. In den folgenden Stunden fiel die Temperatur immer mehr und Freitag früh waren die Täler und Höhen des Schwarzwaldes in eine Schnee­decke gehüllt. Im Tal bewegten sich die Tempe­raturen um den Nullpunkt, während der Schau- insland 3 Grad und der Feldberg 4 Grad meldeten. Die Schneehöhe erreichte im Gebirge in den höchsten Lagen 10 bis 20 Zentimeter.

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Nach einem starken Föhneinbruch erfolgte in der Nacht zum Freitag ein Witterungsumschlag im Allgäu, der einen gewaltigen Schneesturm brachte. Er schuf auch im Tal wieder eine Schnee­decke von 5 Zentimeter. Am Freitagvormittag war das Thermometer auf den Gefrierpunkt gesunken. Der Schneesturm hat zu empfindlichen Verkehrs- störungen geführt. Zahlreiche Fernlastzüge sind auf der Strecke steckengeblieben. Leider hat der Schneesturm auch ein Todesopfer gefordert. Der 60 Jahre alte Brotfahrer K r o h n e r aus Rottach befand sich mit seinem Gespann unterwegs nach Hertnagel. Infolge schlechter Sicht, die auf den Schneesturm zurückzuführen war, geriet der Wagen über die Böschung und stürzte um. Der Lenker kam unter den Wagen zu liegen. Bis man den alten Mann auffand, war der Tod durch Er­sticken eingetreten.

lieber den Witterungsumschlag in unserer enge­ren Heimat wird im provinziellen Teil des Blattes berichtet.

Eine Gruppe ausländischer Schüler, die sich in Deutschland zu Besuch aufhält, unternahm trotz schlechten Wetters eine Wanderung in das Schau- insland-Gebiet. Im Laufe des Tages blieb die Gruppe, die unter der Führung eines ausländischen Lehrers stand, im dichten Nebel und später in einem Schneesturm stecken. Die 12- bis 14jäh- rigen Schüler irrten den ganzen Tag umher, bis sie schließlich abends den Ort Hofgrund erreichten. Vier Jungens waren infolge der Strapazen so er­schöpft, daß sie starben; zwei andere wurden in ernstem Zustande in die Freiburger Klinik ein­geliefert.

Immer noch Sturm an der Adria.

Das Hochwasser in Venedig hielt am Frei­tagabend immer noch die tiefer gelegenen Punkte der Stadt überschwemmt. Die Sturmflut verursachte in den Kaufläden sehr großen Schaden. In der

Umgebung der Lagune von Venedig hat die Sturm­flut vor allem in den Obst- und Gemüsegärten große Verwüstungen angerichtet. In der Lagune von Grado wurden mehrere Fischerhütten durch den Sturm zerstört. Die Insel Grado selbst stand fast durchweg einen halben Meter unter Wasser. Viele Fischerboote kamen in Gefahr. Die Schiff­fahrt liegt völlig still. Das Unwetter hält, wenn auch mit verminderter Stärke, an. Am nord­östlichen Ufer der Adria wütete ebenfalls der Sturm. Bei Abazzia kamen zwei Personen ums Leben. Man vermutet, daß es sich um Schmuggler handelt.

Die eigene Frau ermordet und vergraben.

Am Karfreitag wurde in der Camper Feldmark bei Stade (Bez. Hamburg) auf einem Acker eine weibliche Leiche gefunden, die dort vor längerer Zeit eingegraben worden war. Es gelang der Kri­minalpolizei jetzt, die Leiche als die der Ehefrau Breuer aus Stade-Campe zu ermitteln, die seit Juli 1934 vermißt wurde. Ihr Ehemann gestand unter dem Druck der Beweismittel nach anfäng­lichem Leugnen ein, seine Frau während eines Streites erdrosselt zu haben. Die Leiche hat er zunächst auf seinem Grundstück im Hühnerstall ver-

Jleue Frobenius-Expeditiou nach Nordspanien.

Nachdem mit der 12. Reise im vergangenen Jahre die erste Periode der Frobenius-Expedi- Honen, die der Erforschung der afrikanischen Kulturen galt, abgeschlossen wurde, brechen in diesen Tagen zum ersten Mal die Wagen der neuen Ex­peditionsunternehmung, die unter dem Namen Deutschlands Umwelt" sich die Erforschung der Weltkulturen zum Ziel gesetzt hat, zu einer For­schungsreise auf. Der besondere Zweck dieser Fahrt ist das Studium und die Aufnahme vorgeschichtlicher Felsbilder in den Höhlen Nordspaniens.

Verschlechterung

im Befinden des Komponisten Respighi.

Im Befinden des bekannten italienischen Kom­ponisten R e s p i g h i, der seit Monaten an schwerer Sepsis leidet, ist in den letzten Tagen eine solche Verschlechterung eingetreten, daß die Aerzte das schlimmste befürchten. Respighi, Mitglied der Königlichen Akademie von Italien, hat sich mit seinem musikalischen Schaffen weit über die Gren­zen Italiens hinaus einen Namen erworben.

Neues für den Dücheriifch.

Ulrich Sander: Bauern, Fischer und Soldaten Preis in Ganzl. 4,80 Mark. Propylaen-Verlag, Berlin. (44) Ulrich Sander ist 1892 in Anklam (Vorpommern) geboren. Mit die­ser Landschaft, mit den Bodden, Buchten und In­seln ist Sander blutsmäßig verbunden. 1914 geht er als Fahnenjunker eines Pionier-Bataillons in den Krieg. Dann steht er ein Jahr im Grenzschutz. In den Jahren 1919 bis 1925 ist er im Landbund tätig. 1926 fängt er als kleiner Büdner an der hinterpommerschen Küste ganz von vorne an. Als einer der ganz wenigen hat er bereits 1922 auf einer selbstgegründeten Bauernhochschule die Haken­kreuzfahne gehißt. 1893 wird er zum Leiter der neu- gegründeten nationalpolitischen Erziehungsanstalt in Potsdam berufen. Heute lebt Ulrich Sander als freier Schriftsteller auf eigenem Grund und Boden an der Ostsee. In seinem neuen Buch hat Sander eine Reihe seiner kleineren und größeren Novellen zusammengestellt. Die Menschen dieser Erzählungen tragen ihr Schicksal in ihrem Blut. Es find die Männer und Frauen, Burschen, Mädchen und Kin­der der norddeutschen Tiefebene vom Rhein bis zum Belt, deren Entwicklung keineswegs immer ge­rade, schlicht und zielbewußt verläuft, die aber alle den Maßstab für ihr Tun und Lassen ausschließlich aus sich selbst holen können. Sie kennen die Zähig­keit härtester Arbeit ebenso, wie die Lust an Fest und Fröhlichkeit, den Rausch des duftenden Dünen- Sommers, wie die fressende Gewalt des Meeres. So leben diese Menschen in der Weite und Schwere des platten Landes und der strengen Küste ihr schweigsames, oft absonderliches aber stets hochge­spanntes und natürliches Leben.

T rost bei Goethe" nennt sich ein biblio­phil ausgeftattetes, schmales Bändchen (86 Seiten mit zehn Bildern und einer Handschrift), das, her­ausgegeben von Heinrich Tieck, bei der I. G.

Speidel'fchen Verlagsbuchhandlung, Wien IX und Leipzig C 1. erschienen ist. (61) EinBuch zum Schenken", wie in der Tat verlockend und mit gutem Grunde auf dem Schutzumschlag zu lesen ist, einBuch des Trostes, der Freude, der Liebe, der Lebenskunst und des guten Glücks". Goethe selber schrieb (im Oktober 1811) das Motto: Gott giebt die Nüsse, aber beißt sie nicht auf. Der Inhalt: Goethe- sche Lebensweisheit in Vers und Prosa von überall­her; das Ganze also ein weltlicher Katechismus, ein Vademecum ... für alle Lebenslagen, wenn man es recht verstehen will, für Goethefreunde und Gvethe- fenner und solche, die es werden wollen. (Diese ins­besondere würden übrigens wahrscheinlich ein kurze Quellenangabe bei jeder Stelle begrüßt haben.) Die beigegebenen Bilder führen auf eine sinnvolle Weise in die klassische weimarische Welt ein; man findet da nicht nur das Gartenhaus und das Stielerfche Porträt, sondern auch etwa einen Blick in Goethes Bibliothek, die wundervolle Gesichtsmaske aus dem Jahre 1807 (abgenommen von Weißer) und, so reiz­voll wie rührend, ein Bild der schlafenden Chri­stiane, gezeichnet von Goethe. Das geschmackvolle Bändchen sei der Aufmerksamkeit aller Bücher­freunde empfohlen.y

A. von Schell: Kampf gegenPanzer- mögen. Gerhard Stalling Verlag, Oldenburg i. O., Berlin. Preis: broschiert "2,60 Mark, Ganzleinen 3,20 Mark. (60) Wenn die Apostel des ge­panzerten Motorfahrzeugs mit ihrer Annahme recht haben, daß dieses schon in naher Zukunft Allein­herrscher auf den Schlachtfeldern fein wird, so braucht man sich über die Panzerabwehr nicht mehr lange den Kopf zu zerbrechen. Wo nur noch Panzer gegen Panzer kämpft, hat die Frage, wie der Un- gepanzerte sich gegen Panzer schützen soll, ihren Inhalt verloren. Noch aber bestehen alle Heere in ihrer Masse aus ungepanzerter Infanterie und Ar­

tillerie, und solange dies so ist, wird auch dis Frage der Panzerabwehr an Wichtigkeit von kaum einer anderen übertroffen. Es ist daher verdienst­voll, daß in fyer vorliegenden Schrift von einem Major im Generalstab der Versuch gemacht wird, die Frage der Panzerabwehr im Zusammenhang zu behandeln. Kampfgrundsätze für die Panzer­abwehrverbände abzuleiten und die Mitwirkung der anderen Waffen Infanterie, Artillerie, Pio­niere und Flieger bei der Abwehr von Panzern darzustellen. Des Verfassers klar entwickelte Ge­danken erscheinen wohl geeignet, als Grundlage für praktische Erprobung zu dienen. Aber auch für jeden, der sich über den gesteigerten Aufgabenkreis eines modernen Heeres unterrichten will, wird das Buch von besonderem Interesse fein.

RundfunkUroaramm.

Dienstag, 21. April.

6 Uhr: Choral; Morgenspruch; Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9.15: Morgenmusik aus Konstanz. 10: Schulfunk. 10.45: Nur Freiburg: Nachrichten. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskon- zert I. 13: Nachrichten. Anschließend Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Das Phänomen der Stimme (I). Benjamino Gigli. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Die deutsche Frau.Es war einmal ..." Deutsche Volks­märchen und ihre tiefere Bedeutung für jung und alt. Eine Hörfolge. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: Schallplattenkonzert. 18: Unterhaltungskonzert. 19: Scheherazade. Sinfonische Dichtung von Rimsky Korsakoff. 19.45: Der Tagesspiegel des Reichssen­ders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Jedes Mäd­chen schwärmt für die Marine. Ein Unterhaltungs­konzert. 21.30: Europäisches Konzert. 22.10: Nach­richten. 22.25: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Unterhaltungs- und Volksmusik. 24 bis 2: Nachtmusik.

Wetten bericht

des Reichswetterdlenstes. Ausgabeort Frankfurt.

Der über Deutschland zur Entwicklung gekommene Sturmwirbel, dessen Zentrum heute früh über Meck­lenburg liegt, hatte gerade in unserem Gebiet kata­strophale Auswirkungen im Gefolge. Es wurden nicht nur außerordentlich ergiebige Niederschlags­mengen (vielfach mehr als vierzig Liter Wasser pro Quadratmeter) erreicht, sondern auch durch Schnee­fälle und Sturmböen große Schäden angerichtet. Mit der weiter Nordwärtsverlagerung des Wirbels läßt fein Einfluß auf unser Wetter nach.

Aussichten für Sonntag: Witterungs- befferung mit zeitweiligem Aufreißen der Bewöl­kung und Abnahme der Schauerneigung, nachts Frostgefahr, doch tagsüber wieder milder, ab- flauende westliche Winde.

Aussichten für Montag: Weiter fort­schreitende Witterungsbessening und Erwärmung.

Lufttemperaturen am 17. April: mittags 1,1 Grab Celsius, abends 3 Grad; am 18. April: morgens 3,4 Grad Celsius. Maximum 8,9 Grad, Minimum heute nacht 1,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. April: abends 5 Grad; am 18. April: mor­gens 4,3 Grad Celsius. Niederschläge 22,1 mm.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr Samstagnach- mittag geschloffen.

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