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die damals beim unglücklichen Ende des Weltkrieges geglaubt batten, dein Geist deutschen Soldatentums einen entscheidenden (Schlag versetzt und den Wehr­aedanken in Deutschlano erstickt zu haben, sie alle bat die in der Sieghaftigkeit unseres Volkstums be­ruhende Soldatenehre und die trotz des Krie­ges nicht gebrochene Kraft der Nation Lüaen gestraft. Gerade heute fetzt sich immer stärker wieoer im deutschen Volke das Bewußtsein durch, in seiner Armee die hohe Schule der Nation zu besitzen. Der Staatsführer des neuen Deutschlands, der schon zuvor in den nationalsozialistischen Organisationen volitisch-weltanschaulich gefestigt wurde, erhält in Der Wehrmacht seine letzte Prägung. In den Reihen der feldgrauen Bataillone muß ihm die Volksge­meinschaft und das kämpferische Zusam­mengehörigkeitsgefühl aller zum Erleb­nis werden, hier muß ihm aber auch die notwendige Härte gegeben werden, Mut und stets einsatzbereite Entschlossenheit, denn nur im Besitz dieser Eigen­schaften kann der deutsche Mensch den Anforderun­gen gerecht werden, die der Existenzkampf von Volk und Nation heute an ihn stellen. Die harte solda­tische Pflichterfüllung ist ihm aber zugleich eine freudige Aufgabe im Sinne des Soldatenkönigs Friedrichs des Großen, der den preußischen Pflicht- begriff schuf:I ch die n".

Im Hinblick auf ihre Aufgabe ist die Wehr­macht in der Tat nach dem Wort des Führers die hohe Schule der Nation und die Cha­rakterschule des Deutschen. Derjenige, der ehrenvoll durch die Wehrmacht gegangen tft, besitzt erst die erhärteten Voraussetzungen dafür, daß er auf dem Posten, auf den ihn das Schicksal innerhalb seines deutschen Vaterlandes stellt, seine Aufgabe und Pflicht so erfüllt, wie es zum Wohle der deutschen Volksgemeinschaft und der nationalen Belange notwendig ist. Von diesem Blickpunkt aus betrachtet, stellt die deutsche Wehrmacht ein wirk­liches Instrument des Friedens dar, wenn­gleich ihre Hauptaufgabe naturgemäß darin besteht, jederzeit einem etwaigen feindlichen Ueberfall höchste militärisch-soldatische Leistungsfähigkeit entgegen­setzen zu können. Aber indem die Wehrmacht diese

doppelte Aufgabe wahrnimmt, erzieht sie das deutsche Volk zu einem Geist, der, würde er auch außerhalb Deutschlands sich durchsetzen, nur der Förderung wahrer und aufrichtiger Verständigung dienlich sein könnte.

In der deutschen Armee wird keineswegs etwa eine bewußte Geringschätzung anderer Heere und anderer Völker mit andern Einrichtungen gepflegt. So, wie die heutigen Führer der Wehrmacht, die fast ausnahmslos auf den Schlachtfeldern des Welt­krieges gestanden haben, das Erlebnis des Front soldatentums der jungen deutschen Mannschaft jetzt vermitteln, so ist ihnen auch un­vergessen geblieben die Achtung der Gegner unter­vergessen geblieben die Achtung der Gegner untereinander, die angesichts heldenmütiger Tapferkeit hüben wie drüben ein unsichtbares Band von Graben zu Graben knüpfte, eine Achtung, die allein in den Beziehungen der einstigen Kriegsgegner zueinander die Voraussetzung gedeihlicher Zusammen­arbeit und des beständigen Friedens ist, so wie es die Frontsoldaten als letzten Sinn ihres Kampfes empfanden.

Der deutsche Soldat achtet französische Tapferkeit und Zähigkeit ebenso, wie der Franzose deutsches Heldentum und deutsche soldatische Leistung aner­kennt. Das Opfer der Millionen des Weltkrieges wäre umsonst gewesen, würde man heute erneut eine alte Gegensätzlichkeit schüren und bewußt zur Feindschaft erziehen. Deutschland, dessen neu erstandenes Heer einzig und allein der Siche­rung des Friedens dient, geht hier mit vor­bildlichem Beispiel voran. Jüngst noch hat der Führer das Gerede von der deutsch-fran­zösischen Erbfeindschaft als Unsinn be­zeichnet, und wenn Frankreich und das übrige Aus­land die Aufrichtigkeit des deutschen Beispiels an­erkennen würden und das Prinzip der militärischen gegenseitigen Achtung auch auf das politische Gebiet mit der notwendigen Berücksichtigung des Erfor­dernisse nationaler Ehre übertrügen, dann wäre dieser letztlich aus dem Fronterlebnis des Welt­krieges erwachsende Fortschritt für die Zukunft Europas von unermeßlichem Wert.

Panik bei einer Truppenparade in Spanien.

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Am fünften Jahrestage der Gründung der spanischen Republik fand in Madrid eine große Truppen­parade statt, an der der" stellvertretende Staatspräsident, Mitglieder der Regierung und das Diploma­tische Korps teilnahmen. Während der Veranstaltung platzten plötzlich dicht vor der Loge des stellver­tretenden Staatspräsidenten Feuerwerkskörper. Es entstand eine furchtbare Panik, da die Zuschauer einen Bombenanschlag vermuteten. Diesen Augenblick hat unser Bild festgehalten. Man sieht die Truppen, wie sie eine enge Kette um die Präsidentenloge ziehen. In der Aufregung fielen auch einige Schüsse, durch die verschiedene Personen verletzt wurden. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Riesiger Brückenbau für den berliner Ring her ReiKsaniobabn.

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Der Groß-Berliner Ring der Reichsautobahn, der in etwa 20 bis 30 Kilometer Entfernung rund um die Reichshauptstadt führt, überquert, von Rüdersdorf kommend, bei Kalkberge das Kalkseetal. Man sieht auf unserem Bilde einige turmähnliche Gerüste emporragen, die den Verlauf der künftigen Brücke über das Tal kennzeichnen, und die zum Bau der Brückenpfeiler dienen. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Der faschistische Siaai vor feiner Vollendung.

Von unserem römischen E.-Korrespondenien.

Rom, Mitte April.

Der kühne Bau, den Mussolini auf dem Trüm­merfeld des liberalen Staates errichtete, geht seiner Vollendung entgegen. Sieben Jahre lang dauerte das Niederreißen, doppelt so viel Zeit beanspruchte das neue Bauwerk, und bis seine Bewohner sich darin so heimisch fühlen werden, daß sie die un­ruhigen Tage der Bauzeit mit ihren bald freudi­gen, bald zwangsläufigen Umstellungen vergessen, mag noch viel Wasser den Tiber hinabfließen. Aber es ist nun doch so weit, daß man das Dach sieht und daran gehen kann, sich mit dem veränderten Haushalt zu beschäftigen.

Es brauchte einen Krieg, um den Plan für einen faschistischen Staat entwerfen zu können, und einem Kriege sollte es vorbehalten bleiben, dem Baumeister den letzten guten Gedanken einzu­geben. Man kann sagen, daß es der Völkerbund mar, der dem autoritären Staat den letzten Schliff gab, denn erst die Sanktionen öffneten Mus­solini die Augen darüber, welche Unterlassungs­sünden er begangen hatte. Erst der Völkerbunds­krieg verhalf ihm und damit Dicfcn anderen Völkern! zu der Erkenntnis, daß die Selbst­herrlichkeit eines Staates eine Lebensnotwendigkeit ist, fo lange es keinen wahren Bund der Völker gibt, der die Kanonen, die Kriegsschiffe und die Grenzschranken überflüssig macht. Üeber die Autarkie gingen noch im vorigen Jahre die Meinungen aus­einander, die Weisheit von Genf machte dem Streit ein Ende. Selbst wenn ein Volk aus lauter Helden bestände, könnte es unter dem Druck der Völker­bundssperre, hinter dem Aushungerungsring zu­grunde gehen. Der Völkerbund stützte seine geniale Idee allerdings gerade auf diese Möglichkeit, indem er damit rechnete, selbst eine Großmacht werde vor einer solchen Drohung zurückschrecken. In der Praxis aber kam es gerade umgekehrt: die bela­gerte Großmacht drehte den Spieß um, schritt zu Gegensanktionen und machte sich unabhängig. Die

Sanktionen führten unmittelbar zur Autarkie.

Und das nicht nur auf wirtschaftlichem, sondern auch auf politischem Gebiet. Italien war da­mit aus bindenden Verträgen, wie dem Locarno­pakt, automatisch ausgeschaltet, sofern man nicht als Richtschnur die Absurdität aufstellen und verlangen wollte, ein sanktionierter Staat solle sich an Sank­tionen gegen einen anderen Staat beteiligen. Die wunderbar ausgedachte Falle war nun zwar zuge­schnappt, aber wer darin saß, das war der Fallen­steller selber.

Daß ein Volk vor allem die Brotfreiheit brauche, das hatte Mussolini aus der Aushungerung der Mittelmächte gelernt. Eine seiner ersten Auf­gaben sah er daher in der Bekämpfung der Ndh- rungsforgen für den Kriegsfall und mit der Getreideschlacht erreichte er sein Ziel. Ohne diesen Sieg hätte er den afrikanischen Feldzug kaum führen können, jedenfalls wäre die Belagerungs­drohung viel ernster geworden. Die im November von 52 Staaten verhängte Ein- und Ausfuhrsperre für lebensnotwendige Gebrauchsmittel zwingt 'e- doch Italien, sich a u ch auf allen andern Gebieten unabhängig zu machen, Selbstve l-r- ger zu werden. Und wenn ihm das gelingt, roo der Duce nicht zweifelt, so haben die Sankt, n

tatsächlich -allen Staaten geschadet und nur r i

genützt: dem sanktionierten. Die Volksweisheit hat solche Vorgänge allerdings schon lange vor ©en( t= fannt, wenn sie das Sprichwort aufstellte-. Wer an­deren eine Grube gräbt...

Die Frage ist nun die, ob Italien auch kann, was es will. Eine hundertprozentige Autonomie auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet hält auch Mussolini nicht für durchführbar, doch genügt es ihm ebenz mit einer annähernden Selbstän-

Schleussner kM

mii1 Garantieschein

Märchenfahrt in Indien.

Von Hermann Hesse.

Mit einer geliebten Frau möchte ich den Weg noch einmal machen, den ich gestern von Palembang aus in den kleinen, schmalen Prouw gefahren bin. Es war das Hübscheste, was ich in dieser merk­würdigen Landschaft von Urwald und Sumpf er­lebt habe.

Wir fuhren in dem leichten, schwankenden Böt­chen, das keine Handbreit Tiefgang hat und darum das kleinste Rinnsal noch befahren kann, eines der schmalen braunen Seitenflüßchen oder Bachbetten hinauf, gegen Abend n^ch mit der Flut. Es gibt unzählige solche Seitenflüßchen, eigentlich sind sie alle nur zufällig Naturkanäle im Sumpfurwald, und ihre Strömung wird, obwohl wir beinah hun­dert Kilometer vom Meere entfernt sind, ganz von Flut und Ebbe regiert.

Da war zwischen den zerstreut liegenden Pfahl­hütten das gewohnte, unschuldig bewegte Leben: Netzfischerei jeder Art, worin die Malayen ebenso wie im Vogelfängen und im Rudern wahre Meister sind, nacktes, schreiendes Kindergewimmel, kleine schwimmende Kaufläden auf Flößen, wo Soda­wasser und Syrup geboten wird, leise rufende Ver­käufer von Koranen und von winzig kleinen mo­hammedanischen Andachtsbüchlein, badende Buben. Streitende sieht man hier sehr selten. Betrunkene niemals. Auch wo Lärm und Ausgelassenheit zu hören sind, sind sie kindlich und freundlich.

Gemächlich fuhren wir weiter, wie auf einem breiten Bache, der aber allmählich schmaler und seichter wurde, je mehr wir von d^n Hütten weg in den eigentlichen Wald kamen. Die Hütten wur­den seltener und hörten auf, und ebenso die Palm­bäume. Sumpf und Busch umgab uns grün und schweigend. Bäume standen da und dort am Ufer und im Wasser selbst. Sie wurden unmerklich zahl­reicher, streckten tausendfältige Wurzelstelzen nach uns aus, und über uns wob sich dichter und dichter ein grüngraues Netz und Gewölbe von Laub, Ge­äst und Schlinggewächsen. Bald war kein Baum mehr einzeln zu erkennen, jeder hing mit Wurzeln und Luftwurzeln, mit Aesten, Zweigen und zahllo­sen Schlingpflanzen in die anderen verstrickt und verwoben, alle von hundert Farnen, von hängen­den Lianen und anderen Schmarotzerpflanzen ge­meinsam umarmt und verbunden.

In dieser grünen dämmernden und wunderbar lautlosen Wildnis flog zuweilen farbenblitzend ein Eisvogel auf, einer der häufigsten Vögel dieser Landschaft, oder grau huschend eine kleine lang­halsige Schnepfe ober schwarz und weiß wie eine Elster der fette, amselartige Singvogel des Urwal­

des, ober es schwang sich in den langen Strähnen der Schlingpflanzen ein großes rotbraunes Eich­horn, leuchtete auf und war verschwunden, sonst war kein Laut und kein Leben da als das innige, brütende, leise gärende Wachsen, Atmen und Jn- einanberbrängen bes bieten Baumgewölbes. Der Bach, oft kaum noch breiter als unser Boot, be­schrieb jeden Augenblick einen neuen, launenhaften Bogen, jedes Gefühl für Richtung, für Maße und Entfernungen ging uns bald auf dieser Märchen- fahr verloren, betroffen und still glitten wir laut­los durch eine wirre, grüne Ewigkeit dahin, vom Baumgewirre dicht überwölkt, von großblättrigen fetten Wasserpflanzen umbrängt, unb jeder von uns saß stumm unb staunte, und keiner dachte daran, ob und wann und auf welche Weise dieser Zauber wieder könnte gebrochen werden. Ich weiß auch wirklich nicht zu sagen, ob er eine Stunde oder zwei, ober vier Stunben, ober nur eine halbe ge­bauert hat.

Unterbrochen würbe er unversehens unb er­schreckens so baß wir alle zusammenzuckten, durch ein wildes, vielstimmiges Gebrüll über unseren Köpfen und durch heftiges Schwanken der Aeste und Wipfel, und alsbald glotzte eine Familie von großen grauen Affen uns an, beleidigt unb ge­stört burch unser Einbringen. Wir hielten an unb blieben regungslos, bie Tiere beobachteten uns sehr scharf unb böse, einige aus größter Nähe, dann begannen sie wieder zu spielen und sich zu jagen, und während wir den Schreck vergaßen unb be- rounbernb zusahen, fand sich ein zweite Familie dazu, unb roieber eine, bis über uns bas Dickicht von großen, langschwänzigen, grauen Affen wim­meltet

Zuweilen erinnerten sie sich unser, schauten plötz­lich erbost unb mißtrauisch auf uns herunter, schno­ben zornig aus den flachen Nasen unb knurrten wie Kettenhunbe, und am Ende saßen da über unfern geduckten Köpfen wohl hundert und mehr von den Tieren, schnoben unb fletschten vorgereckt bie Zähne gegen uns. Da gab unser Palembanger Freunb uns lautlos ein roarnenbes Zeichen mit bem Finger, ein Zeichen, das ich noch nie gesehen hatte unb bas ich im Augenblick verstaub unb vollkom­men befolgte. Wir hielten uns totenstill unb regungslos und hüteten uns, auch nur an einen Ast zu strei­fen. Denn eine Stunde vor Palembang in Sumpf unb Busch von einem Affenvolk erwürgt zu wer­ben, war eine Vorstellung die keinem von uns gefiel.

Sehr vorsichtig, genial in jeder Bewegung, tauchte unser Malaye sein kurzes, leichtes Ruber ein, unb still unb gebückt fuhren wir sorgsam roieber unfern Weg zurück, unter allen Affen unb unter den vie­len in einanber verschlungenen Bäumen durch, bann an ben auftauchenden Hütten, Plamblatt-Dächern

unb Zäunen vorüber. Und als wir endlich, noch ganz gebannt, ben großen Strom roieber erreicht hatten, war bie Sonne schon untergegangen unb aus ber rasch einbrechenben Nacht glänzte bie zauberhafte Stadt Palembang zu beiden Seiten des gewaltigen Wassers mit tausend schwachen kleinen Lichtern herüber.

Amy hat Pech.

Diesmal ist es Mrs. Amy M o l l i s o n nicht ge­glückt, einen neuen Rekord für den Flug von Lon­don nach Kapstadt aufzustellen, nachdem sie ihn vier Jahre besessen unb kürzlich durch ben Flug von Tommy Rose verloren hatte. Aber von ihrem kühnen Unternehmen sind noch einige Einzelheiten zu berichten. Die Fliegerin wurde schon in der Nacht zum 3. April am Flughafen Gravesend von einer großen Menschenmenge erwartet, als sie end­lich in ber Morgenfrühe erschien. Eine schlanke Ge­stalt in bunklem Schneiberkostüm, Heller Hembbluse, grauem, in flotter Schleife gebundenen Schal. Sie wurde von ber zahlreich versammelten Menge freudig begrüßt unb dankte lächelnd, wenn auch etwas zerstreut. Dann kletterte sie in ihren 200-HP- Percival-Gull-Monoplane, unb währenb sie noch einmal hinauswinkte, glänzten ihre großen golde­nen Zigeunerohrringe in ber Sonne. Sie trug keine Mütze auf dem schmalen dunklen Knaben­kopf. Als einzigen Mundvorrat hatte sie ein paar Butterbrote und eine Thermosflasche mit Kaffee mit. Die erste Landung machte Amy Mollison nach zwölfstündigem, trotz schlechtester Wetterverhältnisse glänzenden Flug auf dem Flugplatz südlich von Golomb Bechar in ber Wüste Sahara. Währenb ihres zweistünbigen Aufenthalts verlor die Fliege­rin viel Zeit, um mit ben Beamten ber Trans- Sahara-Gesellschaft über ihre Reise zu verhandeln. Diese Herren fanden es zu gewagt, einer Frau bie Erlaubnis zu dem abenteuerlichen Flug über die Wüste zu geben. Amy Mollison aber bat so in­ständig, weiterfliegen zu dürfen, nachdem sie bereits den Beweis ihres Mutes und ihrer Geschicklichkeit durch ben zwölfftündigen ununterbrochenen Flug gebracht hatte, baß die Herren bie Zustimmung end­lich erteilten. So wurde die Maschine mit Betriebs­stoff versehen, Amy Mollison erquickte sich durch einen leichten Imbiß, schüttelte den Beamten die Hand unb bestieg ihr Flugzeug. Kaum war sie auf- gestiegen, als bas Geräusch ber Propeller ver­stummte und das Flugzeug sich überschlug und zu Boden stürzte. Glücklicherweise war bie Fliegerin mit einem Schock unb einigen leichten Verletzungen wie burch ein Wunber bavongekommen. Ihre ganze Sorge galt ber Maschine, b'e erheblich gelitten hatte; tin Flügel und der umere TeU des. Flug­

zeuges waren stark beschädigt. Als es sich heraus- stellte, daß die Reparatur längere Zeit beanspruchen würde, stürzten Amy Mollison die Tränen aus ben Augen. Sie wußte genau, baß es diesmal mit bem Rekorbflug vorbei war.Ich werbe warten, bis mein Fluazeug in Drbnung ist und dann wieder nach England zurückkehren , erklärte sie seufzend den Technikern und nahm ihr Gepäck heraus. Es war inzwischen ganz dunkel geworden. Langsam wanderte bie Fliegerin in die nächtliche Wüste hin­aus, ber kleinen Stadt zu, deren Lichter eine Meile von dem Flugplatz entfernt auftauchten...

Zeitschristen.

Sie Kun ft", Monatshefte für Malerei, Plastik unb Wohnkultur. (Verlag Bruckmann, München), macht uns in ihrem April-Heft bekannt mit bem jungen aufwärtsstrebenben Malertalent Fritz Heibingsfeld. Meister der Malerei und Zei­chenkunst, ein Gebiet, das dem künstlerischen Aus­drucksvermögen wohl den weitesten Spielraum läßt, werden bem Leser auch in den reichbebilder­ten AufsätzenFranz Wiegeles Gruppendildnisse", Der Maler Werner Peiner" undDer arme Mann",Eine Bildfolge von Willy Fries" nahe gebracht. Von besonderem Reiz ist der Bericht über bie AusstellungIranische Wanbmalerei bes 17. Jahrhunderts". Der zweite Teil bes Heftes über Wohnkultur enthält:Wohnhäuser mittleren unb kleineren Typs" von Architekt Franz Schreiber, Winterthur,Neue Möbel ber Deutschen Werk­stätten AG. Hellerau" mit reizvollen Modellen und Zimmereinrichtungen,Aus neuen Gärten von Victor Calles, Köln". An die Hausfrau wendet sich der Aufsatz von Eugenie von GarvensWas hast du deinen Zimmerblumen zu bieten", eine humor­volle PlaudereiKetzerische Gedanken" von Dr. von Holleben beschließt die Fülle interessanter Dar­bietungen.

Zum 200. Todestag des Prinzen Eugen von Savoyen berichtet Alfons von Czibulka im neuen Heft derIllustrirtenZeitun g" (I. I. Weber, Leipzig) über Leben und Taten bes genialen Felb- herrn. Der ausführliche Beitrag ist mit hervorragen- ben Silbern aus bem Leben unb ber Umwelt bes eblen Ritters" ausgestattet. Ein wenig bekanntes Porträt des Führers nach einem Gemälde von C. Jos. Bauer erscheint anläßlich des 47. Geburtstages Adolf Hitlers als ganzseitiger Kunstbruck. Das frucht­bare Lanb Schleswig-Holstein wirb in herrlichen Aufnahmen bem Beschauer nähergebracht. Aus ber Fülle ber übrigen Beiträge sei noch bie SerieTiere im Hotel" herausgegriffen. Auch bie Ereignisse bes Tages sowie Mobe, Theater unb Literatur sind in diesem vielseitigen Heft eingehend berücksichtigt.