Nr. 6K Zweites Blatt
Mittwoch. <8. Mär) 1956
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Aus dem Reiche der Krau.
120000 berufstätige Frauen werden in Hessen-Nassau betreut.
NSG. Am 1. Oktober 1934 wurde durch Reichsleiter Dr. Ley das Frauenamt in der Deutschen Arbeitsfront errichtet. Wie so oft wurde die Notwendigkeit und die Zweckmäßigkeit dieses Schrittes von Außenstehenden beanstandet oder zumindest mißverstanden. Heute aber sieht jeder, daß hiermit nicht nur eine Lücke in der sozialpolitischen Arbeit der DAF. ausgefüllt, sondern daß das Frauenamt aus einer unbedingten Forderung der nationalsozialistischen Weltanschauung erstanden ist, die der berufstätigen Frau den ihr gebührenden Platz im deutschen Erwerbsleben sichern und schützen muß.
Man kann die Frage der Frauenarbeit nicht mit einem Schlagwort wie Kochtopfherrschaft oder Emanzipationsbestrebungen usw. abtun, denn hiermit berührt man nicht einmal den Kernpunkt des Problems, geschweige, daß zu seiner Lösung etwas beigetragen wird. Etwa 12 Millionen Frauen sind heute irn Wirtschaftsleben beruflich tätig. Aus dieser Tatsache ergeben sich für das Frauenamt der DAF. Aufgaben besonderer Art. Es betreut alle berufstätigen Frauen und Mädchen über 21 Jahre; die Jüngeren werden durch das Jugendamt erfaßt. Der organisatorische Aufbau reicht bis zum Betrieb, in dem das Amt durch eine Vertrauensfrau vertreten ist. In der Ortswaltung bzw. im Kreis erfolgt die Betreuung durch die Orts- oder Kreisfrauenwalterin und im Gau ist als Leiterin der Organisation eine Gaufrauenwalterin berufen.
In Hessen-Nassau werden bis jetzt etwa 120000 berufstätige Frauen durch das Frauenamt der DAF. erfaßt, wobei die Hausgehilfinnen nicht einbegriffen sind. Die Mädels und Frauen werden hier im weitesten Sinne des Wortes sozialpolitisch betreut, geschult und zur Idee der Zusammengehörigkeit erzogen nach dem Grundsatz, dem die Leiterin des Frauenamtes der DAF., Scholz-Klink Ausdruck verliehen hat in den Worten: „In Kameradschaft arbeiten und in Treue dienen."
In regelmäßigen Zeitabständen werden Schulungsabende durchgeführt, die der Aussprache dienen oder Heimabende, die dann ausschließlich dem kameradschaftlichen Zusammensein gewidmet sind und in denen gesungen, vorgelesen und vorgetragen wird oder Handarbeiten für die NSV. gemacht werden. Im Sommer wird außerdem Sport qetieben. Mit Rücksicht auf die besonderen Aufgaben der Frau wird die hauswirtschaftliche Schulung gemeinsam mit dem R e i ch s m ü t t e r d i e n st des deutschen Frauenwerks gepflegt. Sie umfaßt gleichzeitig Krankenpflege, Gesundheitspflege usw. , t .
Nicht minder wichtig ist die Wahrnehmung der sozialpolitischen Belange der weiblichen Mitglieder der DAF. Auf die Innehaltung der durch das Mütterschutzgesetz entstandenen Verpflichtungen für die Betriebsführungen wird dabei in gleicher Weise geachtet wie auf die Instandsetzung hygienischer Einrichtungen der Arbeits- und Aufenthaltsräume. Wo es erforderlich ist, z. B. bei körperlicher Nichteignung oder zu schwerer Arbeit, werden Frauen durch Männer ersetzt, während diese einer geeigneteren Beschäftigung zugeteilt werden.
Bereits heute kann das Frauenamt der DAF. auf eine ganze Reihe beachtenswerter Erfolge zurückblicken. Die unwürdigen Behausungen der Landarbeiterinnen konnten verbessert werden, Kindergärten wurden errichtet, Berufswechsel durch Umschulungen vorgenommen, Berufskurse eingerichtet, Berufsschäden behoben und gegen Berufskrankheiten erfolgreich eingeschritten.
Dadurch hat das Frauenamt der DAF. in der Praxis erwiesen, daß ihm nicht nur große Aufgaben übertragen sind, sondern daß es seine Verpflichtungen zum Wohle von Hunderttausenden berufstätiger Frauen täglich erfüllt.
Strampelsack und Lausställchen.
Don Dagmar Köhler.
Im ersten Halbjahr erfreut das Kleinkind die junge Mutter ja noch durch viel Schlaf und erlaubt ihr, unbekümmert ihrer Arbeit nachzugehen. Der kleine Haushalt bleibt im Gleise, die Mutter schleicht nur hin und wieder auf Zehenspitzen herbei, um sich entzückt von dem gesunden Tiefschlaf ihres Kindchens zu überzeugen.
Aber im dritten Vierteljahr erwachen die kleinen Lebensgeister in größerem Maße. Das Kind wälzt sich irn Bettchen hin und her, es strampelt sich bloß, liegt auf statt unter der Decke, befreit sich mit unvorstellbarer Geschicklichkeit von seinen Windeln, und die hübschen Bettschühchen und wollenen Höschen liegen neben dem Bett auf der Erde. Alle Augenblick wird die junge Mutter bei ihrer Arbeit nervös und kommt gelaufen: das Kind wird sich erkälten! Und hundertmal werden die Schühchen wieder über- aestreift. Es ist eben schwer, wenn man ein lebhaftes, gesundes Kind und keine Haushaltshilfe oder Aufsichtsperson hat.
Schaffen wir uns zur eigenen Beruhigung und im Interesse der Gesundheit des Kindes ein stummes Kindermädchen an, einen Strampelsack, den mir mit geringster Mühe selbst herstellen können. Als Material kann jeder weiche, warme, wasch- und kochfeste Stoff, der nicht verfilzt, verwendet werden, also Flanell und Flausch für die kühle Uebergangs- zcit, Baumwolle mit dünner, wärmender Auflage auf der Innenseite für die warmen Tage.
Wir brauchen zwei Stoffstücke von etwa 40 Zentimeter Breite und 60 Zentimeter Lange oder em ganzes Stück von 80 Zentimeter Breite, das zusammengefaltet wird. Kein Schnitt, nur diese gradlinigen Teile. Die Stoffstücke werden aufeinandergelegt, wobei eine der beiden Schmalseiten sauber zugesteppt wird und auch die beiden Längsseiten zugenäht werden bis auf 20 Zentimeter vom oberen Rand der zweiten Schmalseite entfernt. Die nun verbleibende Kante — also obere Schmalseite und Seitenteile, 20 Zentimeter lang — werden mit einem Bandstreisen sauber eingefaßt. Damit ist der Strampelsack eigentlich fertig. Die Schlitze links und rechts werden durch einen flachen Knopf und eine Schlinge am oberen Rand verschließbar gemacht. Man läßt die Teile so weit übergreifen, als der kindliche Körper es verlangt, doch muß reichlich Bewegungsfreiheit verbleiben. Wächst der Umfang des Kindes, so
kann man jederzeit leicht den Knopf versetzen. In der Mitte vorn wird am oberen Rand ebenfalls ein flacher Knopf befestigt, darauf wird ein festes, waschbares Band geknöpft, das über die Schultern des Kindes gelegt wird und hinten durch eine flache Schlinge am oberen Rand gezogen ist. Der Strampelsack ist leicht und weit, wärmt, ohne das Kind zu behindern, und läßt keine Decke und keine sonstigen Bekleidungsstücke vermissen.
Für kühle Tage empfieshlt es sich, einen solchen Strampelsack zu stricken — in einfachen rechten Maschen oder Netzpatentmanier — und dem Kind bei Ausfahrten anzuziehen. Das ist gesünder und zweckmäßiger als die ganze umständliche und durchaus nicht sichere „Verpackung" mit Strümpfchen und Schuhen.
Das zweite stumme Kindermädchen ist der L a u f - st a l l. Der Laufstall lehrt das Kind eins der wichtigsten Dinge: sich allein und mit sich selbst zu beschäf-
Großkarierte, weiche Wollstoffe sind in diesem Frühjahr das bevorzugte Material für Jacken und sportliche Mäntel. Und zwar wird die hellere Zacke bzw. der hellere Mantel zu einem dunklen Kleid oder Rock getragen.
Sehr flott wirkt eine knappsitzende, doppelreihige Herrenjacke aus braun-beigekarier- ter, weicher Wolle zu einem braunen Rock mit brauner Taftbluse und kleinem, braunem Strohhut. (Figur links.)
Richtig waschen!
Nach einer Feststellung des Reichskuratoriums für Wirtschaftlichkeit gehen der deutschen Volkswirtschaft jährlich nicht weniger als 400 bis 500 Millionen Mark durch unsachgemäßes Waschen verloren, teils durch Verschwendung der Waschmittel, teils durch Zerstörung des Waschgutes, dessen Wert das Reichskuratorium insgesamt auf etwa 5 Milliarden Mark schätzt. Dem Waschvorgang ist darum große Bedeutung beizumessen, nicht nur um der Ersparnis im eigenen Haushalt, sondern im Interesse der Gesamtwirtschaft, da viele Rohstoffe für Waschmittel aus dem Auslande bezogen werden müssen.
Schon mit der Aufbewahrung der gebrauchten Wäsche fängt die richtige ober die falsche Behandlung an. Nie dürfen feuchte Wäschestücke in den Aufbewahrungskorb oder -Beutel gepreßt, sondern solche Stücke müssen erst getrocknet werden. Wichtig ist auch, daß die Wäsche an einem luftigen Ort aufbewahrt wird. Hartes Wasser muß unter allen Umständen weich gemacht werden, wofür eine ganze Reihe erprobter Mittel zur Verfügung steht.' Das kalkhaltige, nicht enthärtete Wasser hinterläßt in den Wäschefasern Ablagerungen, die ihren schnellen Zerfall herbeiführen. Bei der Zubereitung der Waschlauge halte man sich streng an die Vorschriften des jeweils benutzten Wafchmit- tels, da ihnen chemische Vorgänge zugrundeliegen, die bei verschiedenen Mitteln auch verschieden vor sich gehen können. Wenn es also heißt, daß das Mittel in kaltes Wasser gebracht werden soll, ist es nicht in heißes zu geben. Auch beim Spulen der Wäsche wird oft nicht genug Sorgfalt ange- wendet. Ein bis zweimal soll stets in sehr heißem Wasser gespült werden, damit alle Seifenreste aus
Ligen! Das Kind hat ein paar ganz einfache Spielsachen, die an langen Schnüren am oberen Gitterrand befestigt sind, und kann im übrigen im Ställchen herumkriechen, liegen, sich aufrichten und spa- zieren, ohne daß die beschäftigte Mutter Unfälle befürchten muß. Wird das Laufställchen im Freien aufgestellt, so soll eine wasserdichte Unterlage straff darunter gestellt werden. Das geschieht am besten, indem man an allen vier Ecken des Tuches Schlingen befestigt, die über vier Holzpflöckchen im Rasen gelegt werden. Die Unterlage soll ringsum etwa 50 Zentimeter größer sein als das Ställchen, damit das Kind nicht durch die Stäbe greift, Gras und Erde und Steinchen exwifcht und in den Mund steckt.
Mit diesen beiden stummen Kindermädchen hat die junge Mutter schon große und wirksame Hilfe bei der Pflege und Erziehung ihres Lieblings.
Die dreiviertellange weite Jacke (in der Mitte) mit dem Raglanärmel hat zu dem großen Kragen große Stulpen und schräggeschnittene Taschen. Der besonders weite Rücken ist schräggeschnitten. Das Material ist rauher, weiß und slaschen- grünkarierter Cheviot zu einem flaschengrünen Kleid.
Dunkelbraun und blaßgelbkariert ist der schlichte Sportmantel (rechts). Seine Nähte und Aufschläge sind breit abgesteppt, die großen Taschen aufgesetzt. Der breite Gürtel und der kleine Hut sind aus braunem Wildleder. H.
der Wäschefaser herausgelöst werden. Bringt man das Waschgut in zu kühles Wasser, verhärten sie sich im Stoff, er wird grau, unansehnlich und bald brüchig. Auch ein zu starkes Wringen schadet der Wäsche.
In ihrem Bestreben, durch richtiges Waschen sich und dem Volksganzen Werte zu erhal- j ten, wird übrigens die Hausfrau von der Wissenschaft eifrig unterstützt. In der Wissenschaftlichen Zentrale für Oel- und Fettforschung (Verein deutscher Chemiker) erforscht man eingehend die Wechselbeziehungen zwischen Waschmitteln, Waschverfahren und Waschgut. Der Waschwert der Seife wird von verschiedenen Eigenschaften bedingt, von denen jede besondere Wirkungen hervorruft und die in ein Zusammenspiel gebracht werden müssen, soll der Waschvorgang erfolgreich fein. Allerdings — die Schaumkraft ist für das Waschvermögen der Seife nicht von der Bedeutung, wie allgemein angenommen wird.
Auch eine andere Laien-Meinung kann vor der wissenschaftlichen Erforschung des Waschvorganges nicht bestehen. Wir nehmen doch ohne weiteres an, daß für den Waschvorgang einzig und allein das Waschmittel maßgebend ist, und daß das Waschgut dabei der passive Teil ist, an dem das Waschmittel handelt, d. h. aus dem es den Schmutz entfernt. Tatsächlich aber beeinflußt auch die 21 r t b e r F a- s e r ben Waschvorgang. Es handelt sich babei um sehr schwierige Struktur- unb Filtrationsvorgänge, bie mit Hilfe von Röntgenstrahlen in Verbinbung mit anberen wissenschaftlichen Untersuchungsmetho- ben ermittelt wurden. Diese Entdeckung ist um so wichtiger, als durch die Herstellung immer neuer Kunstfasern auch der chemischen Wissenschaft neue Aufgaben gestellt werden, die sie im Interesse der häuslichen Praxis zu lösen sich bemüht. S.-H.
Vorratswirtschast im Haushalt.
Von M. v. Treskow, Hamburg.
„Verbrauchslenkung und häusliche Dorratswirt« schäft sind die beiden wichtigsten Pfeiler unserer Vor« ratswirtschaft." Der Kampf um unsere politische Freiheit verlangt die Unabhängigkeit von der Warenzufuhr aus fremden Staaten. Die Ernäh - rungssicherheit aus eigener Scholle ist das Ziel der Erzeugungsschlacht. Von den Hausfrauen, den Verwalterinnen eines so großen Teils des Volksoermögens, aber wird verlangt, daß sie sich durch tätige Mitarbeit für die Erzeugungsschlacht einsetzen, indem sie Verständnis dafür aufbringen, daß die „naturbedingte Erzeugung an die Jahreszeiten und die Witterungseinflüffe gebunden ist." Soweit es möglich ist, sorgt die Marktregelung für eine regelmäßige Zufuhr der Lebensmittel und ihre gerechte Verteilung. Aber es ist nun einmal fo im Leben, man nimmt das Gute hin und fragt nicht viel und tritt den Dingen erst näher, wenn Schwierigkeiten entstehen. Wenn die Lebensmittel in reicher Fülle vorhanden find, so nehmen wir es als selbstverständlich hin und achten sie erst, wenn sie knapp werden. Mancher Hausfrau ging es so in den Tagen, da wir uns aus Gründen der Marktordnung und der geringen Menge der zur Verfügung stehenden Devisen mit dem Verbrauch von Fetten einrichten mußten. Da wurde erst einmal wieder klar, wie verwöhnt wir in den letzten Jahren hinsichtlich unseres Butteroerbrauchs, was Menge und Wohlgeschmack angeht, geworden sind. Es ist kaum 60 Jahre her, als man z. B. in Holstein, das durch seine Butter berühmt ist, dazu überging, „Süßrahmbutter" herzustellen. Bis zu dieser Zeit war die Butter durchaus nicht immer von dem gleichen Wohlgeschmack und der guten Haltbarkeit, die wir heute voraussetzen. Außerdem war es üblich, Butter im Herbst in Steintöpfen aufzubewahren, damit man über die Wintermonate mit der geringeren Butterzufuhr hinwegkam. Man benutzte dazu die gute Stoppelbutter, die in den Monaten September und Oktober anfiel. Gewöhnlich wurde sie leicht eingefalzt oder sogar eingeschmolzen.
Ein solcher Fettopf spielte in der Vorratswirtschaft unserer Großmütter eine wichtige Rolle. Es gab wohlbehütete Rezepte für die Zusammensetzung bestimmter Fettmischungen, die in der Hauptsache aus Rindertalg, Schweineschmalz unb Butter bestauben. Auch Rüböl unb Leinöl würben zum Braten verwanbt, um bie Butter zu strecken. Wie ber Steintopf, so war auch bas Salz weit wichtiger in ber häuslichen Vorratswirtschast als heutzutage. Auf bem Lanbe allerbings ist bas Pökelfaß noch heute unentbehrlich. In ben städtischen Haushaltungen jedoch ersetzt die elektrische Kühlhaltung oder die regelmäßige Zufuhr von Kunsteis das Einfalzen für kürzere Dauer. Es ist aber nötig, daß die Lebensrnittel, bevor sie dem Kühlschrank anvertraut werden, auch dementsprechend behandelt werden. Sie dürfen weder in heißen, dumpfigen Räumen, noch in Zeitungspapier verpackt, längere Zeit herumliegen. Gelbe Blätter und faule Früchte sind zu entfernen. Nahrungsmittel, die leicht fremde Gerüchte annehmen, wie Butter, sind gesondert aufzubewahren. Vor allem müssen alle Nahrungsmittel, besonders Fleisch, vor Fliegen geschützt werden, damit sich später keine Madenbrut entwickeln kann. Die Entwicklung der Verpackungsindustrie unterstützt die Hausfrau in der Vorratswirtschast. Sie hat vor allem die Z e l l g l a s h a u t auf den Markt gebracht, die heute zum Verschluß der Einmachgläser gute Dienste leistet. Sie ist aber auch sehr brauchbar, wenn man schnell ein Nahrungsmittel luftdicht und fliegensicher verschließen will. Ein Bogen Heliozellpapier z. B. wird leicht angefeuchtet und über die Schüssel gepreßt, in die man die Lebensrnittel gelegt hat. So können sie später unge- waschen für längere Aufbewahrung vorbereitet werden.
Die böse Llebergangszett.
Die Hausfrau wird „frühlingsmüde".
Der Mensch ist keine Maschine, die ununterbrochen laufen kann. Einmal kommt doch der Zeitpunkt, wo die Räder sich langsamer drehen, das Arbeiten schwerer fällt und die ganze Kraft zu erschlaffen scheint. Gerade jetzt in der lieber* gangszeit zwischen Winter und Frühling, da „packt" es uns! Man wacht morgens müde auf, man bekommt den ganzen Tag das schläfrige Gefühl nicht aus dem Körper, man ist „frühlings- müd e"!
„Eine Hausfrau darf nicht müde fein!" wird energisch erklärt, und tapfer beißen unsere Frauen die Zähne zusammen und versuchen, der Frühjahrsmüdigkeit Herr zu werden. Aber die Kopfschmerzen wollen nicht weichen, und das Kreuz tut so weh. Die Füße brennen leichter als sonst! Die Maschine ist halt ein bißchen gestört, sie müßte aufgefrischt werden!
Frühlingsmüdigkeit ist keine Krankheit, sie ist eigentlich ein ganz natürlicher Vorgang: der Körper hat im Lauf des Winters allerhand Giftstoffe aufsparen können aus Mangel an Vitaminen unb Sauerstoff. Folglich muß der Körper entgiftet werden: auch die fleißige Hausfrau darf sich dem nicht entziehen. Sie muß das „Groß-Reinema- ch e n" beim eigenen Körper beginnen, bann kommt es auch bem Haushalt zugute!
Am schlimmsten aber ist es mit ben Kreuz- schmerzen! Sie haben nämlich die verschiedensten Ursachen unb sinb nicht immer ber berühmte Hexenschuß. Kreuzschmerzen werben nicht nur burch örtliche, im Kreuz unb seiner unmittelbaren Umgebung gelegene Ursachen ausgelöst, sonbern sie kommen auch sehr oft von Organen, bie mit bem Kreuz selbst gar nichts zu tun haben. Der Mensch kann nämlich nicht scharf unterscheiben, von welcher Stelle bie Schmerzen kommen, bie Organe betreffen, bie im Becken liegen. Deshalb kommt es oft vor, baß bie Kreuzschmerzen „a u s st r a h l e n d e Schmerzen" sind, unb daß man nach tieferen Gründen forschen muß, als nach einem akuten Muskelrheumatismus, den der Volksmund „Hexenschuß" nennt, und den man durch Wärme meist schnell wieder heilen Fann.
Auch die Jschiassch merze n, die durch eine Entzündung des Ischiasnerven bedingt werden, unb die so besonders gern im Frühling auftreten, können Ursachen der Kreuzschmerzen sein! Ganz junge Menschen, die noch wachsen, haben öfter
PÜR.3ACKENv™ MÄNTEL
PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS
1


