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Dienstag, 18. Februar 1956
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Nr. 41 Zweites Blatt
Gießener Wintersportler in Garmisch-Partenkirchen.
Schon seit langer Zeit planten die Skiläufer unseres Gaugebietes (Gau XII/XIH im Deutschen Skioerband) eine Fahrt zu den Olympischen Winterspielen. Diese Fahrt wurde in der Form eines Iugend-Skikursus Wirklichkeit. Oberhessische Ski- jugend, Gießener Skiläufer erlebten die Olympischen Winterspiele. Am gestrigen Montaa kehrten sie zurück. Reiches Erleben brachte allen die Teilnahme an den großen Tagen von Garmisch-Partenkirchen. Sie lernten größte sportliche Leistungen kennen, sahen mit offenen Augen und Sinnen die Herrlichkeiten des Werdenselser Landes, lernten aber auch bie große Welt in den Vertretern vieler Nationen kennen. Aus der Fülle der Eindrücke sei einiges wiedergegeben.
Hauptquartier-Pfeifferalm am Wank.
Die 27 zum großen Teil jugendlichen Skiläuferinnen und -läufer, die in dem Kursus zusammen- iefaßt waren, fanden für die Dauer der Winter- piele auf der Pfeifferalm am Wank, der Sonnen- eite des Berges über Garmisch-Partenkirchen, ein sang oorherbestelltes Quartier. Alle, die dabei waren, ordneten sich willig der disziplinierten sport- kameradschaftlichen Gemeinschaft ein. Extrawürste gab es nicht? Auf Alkohol und Tabak mußte verzichtet werden. Dafür gab es ja auch andere Erlebnisse! Stunden der Hochstimmung und der Be- geisteruna!
Die Pfeifferalm, etwa 1100 Meter hoch gelegen, bot gute Verpflegung und Unterkunft, außerdem
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den großen Vorzug, in einer viertelstündigen Abfahrt die denkwürdigen Kampfstätten zu erreichen. Der Aufstieg zur Alm dauerte zwar eine Stunde, aber niemanden war es zuviel. Die Abfahrt, durchaus nicht leicht, war, wie auch der Aufstieg, gute Trainingsgelegenheit.
Auf dem Wank und vor der Pfeifferalmhutte lernten die Gießener Skiläufer interessante Leute kennen: die Norweger! Birger Ruud, Konnin- gen, Per Fossum, Alf Andersen, Arne B. Christiansen und andere. Sie alle trainierten am Wank, saßen manchmal an der Pfeifferalm und fangen ihre nordischen Volkslieder in zwingendem Rhythmus, aber weniger melodisch, fast wild, wikingerhast. Birger Ruud lernten sie näher kennen. Er steht täglich in einem Sportartikelgeschäft tmb verkauft. Er tat es auch während der Winterspiele!
Es gab manche schöne Stunde auf der Pfeifferalmterrasse mit dem Blick tief in das Tal, hinüber Rur Zugspitze, hinunter auf Garmisch-Partenkirchen. Mancher der Teilnehmer, der die Alpen dabei zum «ersten Male sah, lernte sie nun kennen in schönster winterlicher Pracht. Der Kursus führte alle Teilnehmer in schöner Kameradschaft zusammen. In Karl A l t h a u s (Gießen), dem Gaujugendskiwart, hatten sie einen erfahrenen Führer und Berater. Dei aller Bedeutsamkeit der Ereignisse wurde vom kursusgemäßen Leben nicht abgegangen. Es sollte fa auch gelernt werden.
Mancherlei Vergünstigungen waren dem Kursus über den Skiklub und das Olympische Komitee zuteil geworden: erheblich ermäßigte Eintrittspreise zu den Olympia-Veranstaltungen, bevorzugter Platz unmittelbar vor der Pressetribüne, Photo- und Filmerlaubnis u. a. m. Ein tüchtiger Platzausweis in der Hand des Kursusführers Alt- Haus, lautend für 27 Personen, gestattete ihnen, die Wettbewerbe aus größter Nähe zu verfolgen.
Training nicht vergessen -
Die Skiläufer unserer Heimat waren sich klar, daß die Zeit auch zum Training auszunützen war. Und da stellten sie sich schwere Aufgaben! Vor allem brachten etwa 15 der guten Läufer die Neuner-Abfahrt je zweimal hinter sich, jene schwierige Strecke, auf der die ersten goldenen Medaillen von Christi Cranz und Franz P f n ü r errungen wurden. Die Oberhessen mußten dabei erfahren, daß die Olympia-Abfahrts- und Torlaufstrecke eine Harte mnb Kraft des Durchstehens erforderten, wie sie im 'Vogelsberg, im Taunus und in der Rhön einfach fiar nicht erworben werden können. Um so mehr konnten unsere heimischen Läufer die phantastischen Leistungen der deutschen Olympia-Sieger auf diesen Strecfctn ermessen. Jedermann war sich dabei dessen bewußt, daß die Läufer aus den Mittelgebirgen noch sehr viel lernen müßten, wenn sie es je den Söhnen der Alpen gleichtun wollten.
Mit denkbar größtem Interesse hatten die oberhessischen Läufer, wir ihren eigenen Versuchen auf ber Neuner-Strecke, die Kämpfe im Abfahrts- und Torlauf verfolgt. Alle waren sie begeistert von all dem, was sich ba an Mut, Gewandtheit, Kraft und Stehvermögen darbot.
Mit Kuhglocken bei den Eishockey-Kämpfen.
Selbstverständlich wurde auch den rasanten Eishockeykämpfen alle Aufmerksamkeit entgegengebracht.
Da bei einem solchen Eishockeykampf die Angriffstimmung eine große Rolle spielt, hatten sich unsere oberhessischen Zuschauer zur Aufmunterung der deutschen Mannschaft etwas Besonderes ausgedacht. Sie brachten nämlich Kuhglocken mit uno verursachten damit erhebliche Geräusche. Bei den nächten Kämpfen ahmten viele andere Zuschauer das originelle Beispiel nach. Solange allerdings nur, bis man sich von feiten der Kampfleitung entschlie- ;en mußte, durch den Lautsprecher bekanntzugeben, daß die Kuhglocken beiseite gestellt werden sollen...
Mit großem Interesse verfolgten die Gießener auch das Training und das Probeschießen auf Ballons durch die Militärpatrouillen. Dem 18-Kilometer- Langlauf, dem Patrouillenlauf, dem Skimarathon gehörte ebenfalls viel Aufmerksamkeit und auch da gewann man überall jene starken Eindrücke, aber auch gleichzeitig die beispielhafte Anschauung der großen Willensäußerungen der Besten im Reiche des Wintersports, die mit den heroischen Kämpfen stets verbunden waren.
Die großen Erlebnisse waren auch für unsere oberhessischen Skiläufer die Eröffnungs- und die Schlußfeier. Kaum einer vermochte sich den starken Eindrücken zu verschließen, die hier auf jeden der Zuschauer zustürmten. Besonders ergreifend und erhebend gestaltete sich trotz Sturm und Schnee der Einzug der Nationen, kaum weniger tark war das Erlebnis der Schlußfeier. Einige der Kursusteilnehmer brachten die große Freude mit nach Hause, den Führer Adolf Hitler und seinen Stellvertreter Rudolf Heß nicht nur aus nächster Nähe zu sehen, sondern ihnen auch die Hand drücken zu dürfen. Ja, einige kamen sogar zu Autogrammen. Selbstverständlich brachte mancher der jugendlichen Kursusteilnehmer den Namenszug bekannter olympischer Kämpfer auf Bildern und Postkarten mit.
Ein Höhepunkt war ferner die unvergeßliche Fahrt zur Zugspitze. Auch hierzu gab es eine wesentliche Fahrpreisermäßigung. Auf dem Zugspitzplatt wurde gelaufen, geübt und alle Herrlichkeit der Winterwelt genossen. Auch dem Münchener Haus wurde ein kurzer Besuch abgestattet. Die routinierteren Läufer be- chlossen den Ausflug auf die Zugspitze mit einer Abfahrt zur Knorrhütte.
lleberall mit Kamera und Hilmapparat.
Bei allem schönen Erleben in diesen Tagen wurde aber auch derer gedacht, der vielen Mitglieder des Gießener Skiklubs, die nicht dabei sein konnten. Für sie sollte etwas besonders Schönes mit nach Hause gebracht werden. Manche Kamera war zu diesem Zweck mitgenommen worden. Sogar eine Schmalfilmkamera Auf 200 Meter 16 mm Schmalfilm wurden Aufnahmen von der Landschaft gemacht, von den Werdenselser Bauern in ihren Trachten, besonders aber von den Wettbewerben der Winterspiele, von den großen Feiern, von dem kameradschaftlichen Leben auf der Pfeifferalm und vieles andere mehr. Da die Gießener einen so glänzenden Platz zugewiesen erhalten hatten, konnten sie den Ereignissen auch photographisch aus nächster Nähe folgen. Der „Operateur" des Gießener Skiklubs stand dabei häufig Seite an Seite mit den „Filmkanonen" Leni R i e f e n st a h l und Sepp All - g e i e r. Der Film wird voraussichtlich in zwei ober drei Wochen in unserer Stadt zur Aufführung gelangen und einiges von dem Nacherleben lassen, was die Kursusteilnehmer unmittelbar in sich aufnehmen konnten. Auf diesen Film, der durch das gesprochene Wort ergänzt werden wird (Karl A l t - Haus) darf man gespannt sein.
Neben den Skiläufern unserer engeren Heimat wurden auch die Eisschützen des Gießener Eisvereins Zeugen der großen Ereignisse der olympischen Winterspiele. Darüber hinaus traten aber die Eisschützen unserer Stadt auch in verschiedenen Wettbewerben hervor. Die Moarschaft trat bereits zu Ende Januar die Reise in das Werdenselser Land an und quartierte sich für die ganze Dauer ihres Aufenthaltes in Mittenwald ein. Es wurde ihnen durch den Eisstockklub Mittenwald eine außerordentlich gastliche Aufnahme zuteil. Im Gasthaus „Alpenrose" waren sie sehr gut untergebracht.
Bei den Deutschen Eisschieß- Meisterschaften.
Vor allem beteiligten sich die Gießener Eisschützen, die »Moarschaft Schonebohm, Müller-Leu tert, Klarl, Dr. Pfeffer und W. Mohr, zunächst an den Deutschen Eisschieß-Mei- sterschaften. Dieser Wettbewerb stand allerdings unter einem sehr unglücklichen Stern! Das Wetter spielte den Sportlern einen bösen Streich! Es regnete ununterbrochen bis zum Morgen des 1. Februars. An diesem Vormittag sollten die Kämpfe ausgetragen werden! Gegen 8 Uhr hatte sich das Wetter geändert. Es schneite! Der deutsche Eis- schießwart Dötsch, der für die Austragung der Wettbewerbe verantwortlich war, bestimmte, daß die Meisterschaften ausgetragen werden sollten. So marschierten denn die Eisschützen, 19 Moarschaften stark, mit Musik das Laintal hinauf, zum idyllischen Lautersee, der etwa in 1000 Meter Höhe, 200 Meter über Mittenwald liegt. Die Eisverhältnisse waren, das war nicht schwer festzustellen, trostlos! Eine dicke wässrige Suppe bedeckte die Eisfläche. Regen und Schnee hatten sich herzlich verbunden. Aber trotzdem wurde um den Meisterschaftstitel gekämpft!
Von den 19 Moarschaften waren 16 von bayerischen Vereinen gestellt. Die übrigen drei Moarschaften stellte G i e^ß e n, Frankfurt a. 2R. unb Altona. . .. ,
Die Mittel- und Norddeutschen hatten in diesem Kampfe gegen die Bayern einen schweren Stand, denn die Einheimischen wußten sich mit dem schlechten Eis auf eine ganz besonders raffinierte Technik abzufinden. Erstens warfen sie den Eisstock zunächst einmal 15 Meter weit in der Luft (das machte ihnen kaum jemand von den Gästen nach) und dann gaben sie ihm gar noch eine scharfe drehende
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Beobachtungen und Erfahrungen nebenbei.
Die Kursusfahrt brachte auch einige interessante Beobachtungen und Erfahrungen. Zunächst stellten unsere „Zünftigen" fachmännisch fest, daß die Großen im Reiche des Skisports fast durchweg die Kandahar-Bindung benützen. An dem Rest eines gebrochenen japanischen Stiers, den der Kursus- leiter mit nach Gießen brachte, konnte man eine neuartige Stahlkantenbefestigung studieren. Die Oberhessen mußten ihrerseits einiges „Kleinholz" verzeichnen, das sich aus dem oft raschen Wechsel der Schneeverhältnisse (Eis, Harsch, Pulver usw.) ergab. Im übrigen waren die Skier fast sämtlicher Kursusteilnehmer durch die harten Abfahrten schwer mitgenommen und es erwies sich, daß lediglich Stahlkanten bestehen konnten. Ferner hatten einige Mitglieder der Expedition unter Erkältungserscheinungen zu leiden; einige gewöhnten sich nur sehr allmählich an die dünne Luft auf der Pfeifferalm und litten — besonders die Skiläuferinnen — kurze Zeit unter Gemütsdepressionen. Aber über all das half die Kameradschaft, die Sonne und die im Grunde doch urgefunbe Bewegung in freier reiner Luft hinweg.
Noch ganz im Banne der erhebenden Schlußfeier traten die oberhefsischen Kursusteilnehmer unb Schlachtenbummler ber Olympischen Winterspiele noch am Sonntagabenb bie Rückreise von Garmisch aus an. lieber München Würzburg unb Frankfurt am Main führte bie Omnibusfahrt. Am Nachmittag bes gestrigen Montags kehrten sie nach Gießen zurück, überreich an Einbrücken, an großen Erlebnissen, gebräunt von ber kraftvollen Wintersonne über Schnee, in reiner Luft, etwas mübe sicherlich auch, aber alle boch herzlich glücklich barüber, bei biesem größten Wintersportereignis babei gewesen zu sein, bas uns voraussichtlich auf Jahrzehnte hinaus auf beutfchem Boben nicht mehr befchieben fein wirb.
Bewegung, so baß sich ber Stock leichter burch das Gemisch von Schnee unb Wasser hindurcharbeitete. Noch nie waren unter so schlechten Verhältnissen bie Meisterschaften ausgetragen worden! Die Länge vom Wurfplatz bis zum Zielfeld war babei schon von 40 auf 36 Meter verkürzt worben. Die Norb- beutschen, bie Frankfurter unb bie Gießener hatten trotzbem alle Mühe, bas Zielfeld überhaupt zu erreichen. Den bayerischen Mannschaften war so ber Sieg nicht streitig zu machen. Sie erwiesen sich als absolut überlegen unb behaupteten sich sämtlich vor ben Gästen aus Mittel- unb Norbdeutschlanb. Die Gießener Eisschützen schnitten babei noch am besten ab, inbem sie sich vor Frankfurt unb Altona an 17. Stelle placieren konnten. Den Sieger stellte ber Eisschießklub Spiegelau, ber bie besten Weitschützen in seinen Reihen hatte.
In ber abschließenben Siegerehrung gab ber Wettkampfleiter seiner besonberen Freude darüber Ausdruck, daß die Nord- und Mitteldeutschen den Wettbewerb in so sportlicher Weise bestritten, obwohl gerade für sie die Eisverhältnisse die denkbar ungünstigsten gewesen seien.
Das in Verbindung mit den Meisterschaften vorgesehene Weit- und Zielschießen konnte
nicht ftattfinben. Bei den Frauen, bei denen sich Moarschaften von Altona, Zwiesel und Frank- urt a. M. gegenüberstanden, sicherten sich die Altonaer Frauen den Sieg.
Die Zeit vom 2. bis zum 6. Februar, dem Beginn der Olympischen Winterspiele in Garmisch- Partenkirchen verbrachten die Gießener Eisschützen mit Wanderfahrten auf Skiern in die herrliche Umgebung von Mittenwald. Der Kranzberg, der Lauter- und ber Ferchensee würben aufgesucht. Dabei hatten sie Gelegenheit, bie Militärpatrouillen bei ihren Schießübungen zu beobachten unb im Training zu sehen.
3m internationalen Wettbewerb.
Arn 9. unb 10. Februar fanben bann im Rahmen ber Olympischen Winterspiele als Vorführungswettbewerbe, Wettkämpfe im Eisschießen tatt, an benen sich bie Gießener ebenfalls beteiligten. Die Kämpfe würben auf bem Rießer See ausgetragen. Am ersten Tag herrschten babei glänzende Eisverhältnisse, so daß sich die Gießener recht gut behaupten und gute Ergebnisse erzielen konnten. Im Internationalen Eisschieß-Wettbewerb standen sich je drei Mannschaften der Tschechoslowakei, Oesterreichs und Deutschlands gegenüber. Die Oester- reicher gewannen mit großer Überlegenheit sowohl das Mannschafts-Eisschießen als auch das Einzelschießen. Zwei Oesterreicher placierten sich im Weitschießen mit den phantastischen Ergebnissen von 155 und 153 Meter an erster Stelle. Der zweite Tag, 10. Februar, brachte leider wieder einen Wetterumschwung. Es schneite. Das Eis wurde stumpf! Das war ber Austragung ber nationalen Wettbewerbe wenig günstig. Vor allem bie Gießener, bie glattes Eis gewohnt finb, fanben sich roieber schwer bamit ab. Nachbem sie am Vortag unb bei glattem Eis bereits fünf Spiele gewinnen konnten unb bie Bayern bereits einen Sieg ber Mittelbeutfchen befürchteten, würben bie Gießener burch ben Schneefall in ihren Leistungen zurückgeworfen. Die Bayern roanbten hier roieber, wie in Mittenwalb ihre Luftrvurf- unb Drehtechnik an unb bekamen so roieber bas Heft in bie Hanb. Gießen konnte im Enbergebnis nur ben 11. Platz belegen, lagen bamit aber immer noch vor Frankfurt a. M., Altona unb Aschaffenburg.
Unb boch schöne Erfolge.
Das anschließenbe Weitschießen litt ebenfalls unter bem stumpfen Eis und die erzielten Weiten reichten lange nicht an die des Vortages heran. Klar!, der die Gießener im Weitfchießen würdig vertrat, kam allerdings trotz aller Schwierigkeiten zu einem großen Erfolg. Mit der beachtlichen Weite von 8 8 Meter konnte er einen sehr ehrenvollen 4. Platz belegen. Dr. Pfeffer konnte sich im Einzel-Ziel-Schießen mit einem günstigen 8. Platz sehr befriedigend behaupten.
Wenn auch ben Gießener Eisschützen bei ihrem Auftreten im Werbenfelser Lanb unter ben gegebenen Verhältnissen erste Siege versagt bleiben mußten, so bürfen sie mit ben erzielten Ergebnissen doch zufrieden sein.
Täglicher Besuch ber olympischen Wettkämpfe.
Die Eisschützen unseres Gießener Eisvereins ließen es sich selbstverständlich nicht nehmen, fast alle olympischen Wettkämpfe mitzuerleben. Täglich fuhren sie die 18 Kilometer von Mittenwald bis Garmisch, um Zeugen der Kämpfe zu sein. Am Abend kehrten sie jeweils zurück. Jeden Tag waren sie unterwegs und erlebten so die olympischen Winterspiele in vielen Einzelheiten, die ihnen bleibende Erinnerungen sein werden.
Nacht-Suchfahrt 1936
ber ASKK.-Motorgruppe Hessen.
Nach ber erfolgreichen Beenbigung bes Sportjahres 1935 eröffnet Die Motorgruppe Hessen bes NSKK. bas Sportjahr 1936 mit einer interessanten Nacht-Suchfahrt am 29. Februar / 1. März 1936. Als Startorte finb Frankfurt — Worms — Fulba — Kassel unb Siegen festgelegt worben. Die Fahrer werden von diesen ©tarierten aus auf ihre zehnstündige nächtliche Suchfahrt geschickt werden, um im Morgengrauen am 1. März 1936 in Nauheim das Ziel zu erreichen.
In früheren Jahren wurde diese Fahrt auf vor- geschriebenen Strecken ausgefahren. In diesem Jahre werden die Fahrer ihren Weg durch die Nacht selbst suchen müssen. Daß nicht nur die Hauptorte unseres Gebietes angefahren werden müssen, ist wohl selbstverständlich. Schon das Aufsuchen der Kontrollorte und noch viel mehr das Anfahren wird die Fahrer vor schwierige Aufgaben stellen, zumal, wenn der bis jetzt ausgebliebene Winter noch feinen Einzug halten sollte.
Die Ergebnisse der letzten Fahrten hatten aber gezeigt, daß die sportbegeisterten Fahrer so geschult sind, daß auch schwierige Ausgaben gestellt werden können. Allerdings wird bei den Aufgaben immer
Zu unseren Bildern.
Rechts: Siesta auf der Terrasse der Pfeifferalmhütte. — Oben links: Bender-Ho- herodskopf vor einem ber typischen „Marterln". — Oben rechts: Inmitten der herrlichen Alpenlandschaft.
(Aufnahmen [3]: Skiklub Gießen.)
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Gießener Gisschnhen in Mittenwald und ans dem Rießer See.


