Ausgabe 
17.12.1936
 
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Donnerstag, 17. Dezember 1956

186. Zahrgang

Nr. 295 Erstes Statt

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Kachln am Goldenen Hom.

Aus London kommt die Meldung, daß Bespre - chungen zwischen England und der Türkei ausgenommen worden sind, um die Türkei in das Londoner Flottenabkommen von 1936

Das deutsch-englische Gespräch.

Zur 3ReÖe Ribbentrops vor der Anglo-German Fellowship.

einzugliedern. Don enalischer Seite wird in dieser Angelegenheit betont, oaß die Verhandlungen auf den Wunsch der Regierung von Ankara zurückzu- sühren seien. Man ist vielleicht geneigt, die Bedeu- deutung dieser Flottenverhandlungen zu unter­schätzen, da Kampfkraft und Zahl der türkischen Kriegsschiffe nicht sehr erheblich sind, aber als Teil­ausschnitt der gesamten seepolitischen Auseinander­setzungen im Mittelmeer sind sie doch sehr wichtig.

Die Machtverhältnisse im Mittelländischen Meer sind seit dem Schock des abessinischen Krieges noch immer nicht geklärt. Die beiden Hauptmächte Eng­land und Italien haben zwar das Bedürfnis nach einer Stabilisierung, wobei vor allem die ita­lienische Regierung im Interesse einer ungestörten Aufbauarbeit in Ostafrika auf eine friedliche Rege­lung des Mittelmeer-Problems angewiesen zu sein scheint. Aber die Besprechungen, Die seit vielen Wochen unter der Hand in Rom und London statt­sanden und die sich mit der Vorbereitung eines eng­lisch-italienischen Mittelmeer-Abkommens befaßten, sind durch neue Ereignisse immer wieder ins Stocken geraten.

Besonders durch die Verschärfungdes spa­nischen Konflikts droht eine neue Verschie­bung der machtpolitischen Verhältnisse im westlichen Mittelmeer, und Frankreich hat sich diese Si­tuation zunutze gemacht, um den Engländern einen Eeneralbeistand für alle Ernstfälle anzubieten, also nicht nur für die Sicherung der festländischen Gren­zen sondern auch zur Verteidigung der überseeischen Besitzungen und Stützpunkte. Frankreich erwartet dafür natürlich die Gegengarantie Eng­lands bezüglich der französischen Ueberseev-'rbin- dungen. Mit anderen Worten: Das französische Bündnisangebot denn um etwas anderes han­delt es sich trotz der unklaren und abschwächenden Auslastungen Edens nicht richtet sich also nicht nur gegen Deutschland, sondern mindestens ebenso sehr gegen Italien und seine Herrschaft im Mittel­meer

In diesem weiteren Zusammenhang gesehen, be­anspruchen die englisch-türkischen Verhandlungen ein besonderes Interesse. Denn die Türkei stellt nach dem Abkommen von Montreux, das im Sommer dieses Jahres das Reich am Bosporus von allen Entmilitarisierungsbestimmungen befreite und das zugleich der sowjetrussischen Kriegs­flotte den Weg ins Mittelmeer öffnete, einen militärpolitischen Faktor von höchstem Rang dar. Die Freundschaft zwischen Moskau und Ankara, das die Entscheidung über die Durchfahrt fremder Kriegsschiffe durch die Dardanellen in der Hand hat trägt im Sinne von Montreux schon jetzt ihre Früchte.' Man denke nur an das Auftauchen sowiet- russischer U-Bootflottillen an der spanischen Mittel­meerküste und an die Folgen die sich aus einer wei­teren Zuspitzung der spanischen Krise ergeben könnten.

Welche Mittel besitzt nun die Türkei, um ihre Flottenpolitik durchzusetzen, um ihre Rolle als Wächter am Goldenen Horn zu spielen? Das alte Osmanische Reich hatte wegen der riesigen Aus­dehnung seines Landgebietes auch eine recht gute Kriegsflotte aufgebaut, aber die Neuzeit brachte dem türkischen Flottenbau schwere Rückschläge. Erst der Weltkrieg hatte wieder ein Autteben der türkischen Flottenpolitik zur Folge. Durch die Er­werbung der deutschen SchiffeSoeben" und Breslau" konnte die Türkei eine hervorragende Rolle bei der Verteidigung der Meerengen gegen englische und französische Durchbruchsoersuche spie­len. Die ehemaligeSoeben", deren Heimathafen einst Kiel war und die jetztYawus Selim" heißt, ist auch heute noch das Rückgrat der türkischen Flotte-, sie ist gegenwärtig noch immer das mäch­tigste Kriegsschiff im östlichen Mittelmeer. Durch ihre Wasserverdrängung von 23 000 Tonnen und durch ihre Bewaffnung mit 28-Zentimeter-Artillerie entwickelt sie eine Feuerkraft, der bisher kein an­derer Staat im östlichen Mittelmeer etwas Gleich­wertiges entgegenzusetzen hat. Nach einer Statistik aus dem vorigen Jahr besitzt die Türkei außerdem noch zwei überalterte leichte Kreuzer, die schon aus dem Jahre 1903 stammen und die zusammen etwa 7000 Tonnen Wasserverdrängung haben, ferner vier moderne und zwei veraltete Zerstörer, fünf neuere 1^-Boote aus den Jahren 1927 bis 1931, außerdem einige Minenleger, Torpedoboote, Kanonenboote, Wachboote, Motorschnellboote, Schulschiife und Jach­ten die zum großen Teil ebenfalls veraltet sind. Der türkische Kriegsschiffsbestand ist also, im ganzen gesehen, bescheiden zu nennen, auch wenn man an­nimmt, daß im letzten Jahr einige Schiffe durch Neubauten ersetzt oder verbessert worden sind.

Die künftige Richtung des türkischen Flottenbaues ist durch die geographische Lage des Landes be­stimmt. Die Türkei hat nur 2400 Kilometer Fest­landgrenze, dagegen über ^000 Kilometer Seegrenze. Da nun einerseits die Wirtschafts­kraft der Türkei nicht übermäßig stark ist und andererseits der Regierung an einer expansiven Politik nichts liegt, muß die türkische Flotten­politik vor allem auf eine Verteidigung der langen Seeküste abgestellt sein, sie muß im­stande sein, den Angriff fremder Großkampf schiffe abzuwehren, sowie den Transport von feindlichen Landungstruppen zu verhindern. Die Herstellung von schnellen, kleinen Flottenemheiten wird also stets das bevorzugte Ziel des türkischen Flotten­baues sein. Im übrigen übernehmen den Schutz der Küste und der Meerengen Minensperren und Ar­tilleriestellungen in der früher entmilitarisierten Zone. Dazu kommt außerdem der Ausbau der

Wenn die Staatsmänner schweigen, weil das Schweigen als eine diplomatische Kunst gilt, obschon es manchmal nur über eine Verlegenheit hinweg­hilft, so reden die Völker hinüber und herüber In England gibt es eine Vereinigung Anglo- German Fellowsh i p, die es sich zur Auf­gabe gemacht hat, die grundsätzlichen und jeweils gegebenen Fragen, die beide Völker angehen, zu prüfen. Das ist ein nützliches Beginnen, zumal das Verhältnis zwischen Deutschland und England zum Teil noch immer unter den Nachwehen des Großen Krieges leidet. Zu diesen Nachwehen gehört auch der Versailler Vertrag, den so, wie er ursprünglich war, heute bestimmt kein englischer Staatsmann mehr unterschreiben würde. Nun hat die Anglo- German Fellowship in London ein Essen veran ml- tet, bei der Engländer von Rang sowie der deutsche Botschafter von Ribbentrop das Wort er­griffen. Wesentlich ist dabei zunächst, das Verhält­nis Deutschland - England so zu sehen, wie das gemeinsame Belange erfordern, Belange übrigens, die nicht darauf abgestellt sind, wer den größeren oder geringeren Vorteil davon hat, sondern die nicht nur den beiden Völkern, sondern Europa und der ganzen Menschheit dienen.

Es hat einmal eine Zeit gegeben sie liegt noch gar nicht so fern! in der England im Kampf gegen den Bolschewismus im Vordertreffen stand. Jeder Engländer kennt Winston Churchill als den Staatsmann, der sich als Minister des Innern verpflichtet fühlte, seiner Partei, den Konservativen, in einem Wahlfeldzug dadurch einen Auftrieb zu geben, daß er einen Brief veröffentlichen ließ, als dessen Verfasser der inzwischen erschossene Bolsche­wist Sinowjew bezeichnet wurde. In diesem Bries wurden Anweisungen gegeben, um die bri­tische Wehrmacht zu Wasser, zu Lande und in der Luft bolschewistisch zu verseuchen, offenbar deshalb, weil die Komintern damals gerade im Zuge war, in Indien und China die britische Herrschaft oder Vorzugsstellung zu unterwühlen. Damals wurde in London die räterussische Handelsvertretung auf Be­fehl der englischen Regierung geschlossen und gründ­lich durchsucht. Es kam zutäge, daß es die Ko­mintern war, die die englischen Bergarbeiter auch finanziell in dem Generalstreik unterstützte, der, hätte er noch länger gedauert, Englands wirt­schaftliche Stellung entscheidend geschwächt haben würde. Die Schwächung war auch so groß genug, denn trotz aller Zubußen hat der englische Berg­bau damals verlorene Kohlenmärkte nur zum Teil wiedergewinnen können. Immerhin, zu jener Zeit wäre England für einen gemeinsamen Feldzug aegen den Bolschewismus zu haben gewesen, weil für England damals der Bolschewismus der Tod­feind Nr. 1 war.

Gewiß, die Zeiten ändern sich und wir mit ihnen, was nicht nur ein lateinischer Klassiker zuerst nie­dergeschrieben hat, sondern was auch seitdem die Erfahrung aller Völker und Zeiten durch die Jahrhunderte gewesen ist. Nur herrscht darüber kein Streit, daß der Bolschewismus eine Gefahr ist, aber es besteht keine Einigkeit darüber, daß es gegen eine gemeinsame und unveränderlich große Gefahr

Krtegshäsen, vor allem Smyrnas, das gegen­wärtig wieder zum hauptsächlichsten Flottenstütz­punkt und zum Schutz der Meerengeneinfahrt aus­ersehen ist. Alle diese Rüstungsmaßnahmen machen zusammen mit den schnellen Zerstörern und (l-Booten, die im Jnselgewirr des Aegäischen Mee­res einen sehr gefährlichen Gegner darstellen, die Türkei zu einer Macht, um deren Freundschaft oder Bundesgenossenschaft es sich wohl zu werben lohnt. Seit die Türkei in Montreux ihre Handlungsfrei­heit zurückgewann, ist sie wieder der unbestrittene Wächter am Goldenen Horn. Für die machtpolitische Auseinandersetzung im Mittelmeer ist diese Tatsache von höchster Bedeutung. Ev.

Neutrale Beobachter für Alexandrette.

Genf, 16. Dez. (DNB.) Der Völkerbunds­rat hat den Bericht des schwedischen Außenmini­sters Sandler über die e l n st w e i l i g e n Maß­nahmen im französisch-türkischen Streit um Alexandrette und Antiochien bei Stimmenthaltung des türkischen Außenministers angenommen. Danach werden sobald wie möglich drei neu­trale Beobachter in das Sandschak Alexan­drette entsandt. Frankreich hat sich verpflichtet, so­fort nach Ankunft der Beobachter die Truppen- verstärkungen rückgängig zu machen, die vor kurzem im Sandschak Alexandrette vorgenom­men wurden Weiter verpflichtet sich Frankreich, die Ratifizierung des französisch-syrischen Vertrages solange a u s z u s e tz e n , bis der Rat sich über eine grundsätzliche Stellungnahme zu der Streitfrage ausgesprochen hat. Die Beobachter, de­ren Auftrag Ende Januar 1937 abläuft, haben sich lediglich über die Lage zu unterrichten und auf dem Laufenden zu halten, um' gegebenenfalls dem Rat berichten zu können Eine Prüfung des Streit­falles selbst, eine Untersuchung über die jüngsten Vorgänge in Alexandrette und Antiochien sowie überhaupt ein unmittelbares Eingreifen sind aus­drücklich ausgeschlossen. Im übrigen wird davon Kenntnis genommen, daß Frankreich und die Tür­kei die sachliche Prüfung des Streits auf die Januartagung des Rates verschieben und in

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Wie wir gestern schon ausführlich berichten konnten, veranstaltete zu Ehren des deutschen Botschafters von Ribbentrop die Anglo-German Fellowship im Grosvenor-Hotel unter dem Vorsitz von Lord Mount Temple einen großen Empfang, an dem zahlreiche Persönlichkeiten der Politik und Wirtschaft teilnahmen. Im Mittelpunkt des Abends standen die Ansprachen des früheren englischen Luftfahrtministers Lord Londonderry und des deutschen Botschafters von Ribbentrop, den man hier neben Lord Mount Temple (rechts) und der Herzogin von Wellington sieht. (Astociated-Preß-M.)

keine wechselnde Taktik geben darf. Wenn es eng­lische Auffassung ist, selbst Gewaltverträge durch Ver­handlungen abzuändern, so wird diese Auffassung nicht von Moskau geteill, denn Moskau will der europäischen Politik die Formel von der Unteil­barkeit des Friedens aufzwingen. Das ge­schieht nicht nur mit diplomatischen Mitteln, das geschieht nicht nur durch die bolschewistische Ver­seuchung des Völkerbundes, es geschieht auch durch die bolschewistische Politik, die unter anberm ihren Ausdruck in der tatsächlichen Abschließung des räterussischen Marktes findet. Daß Räte-Rußland über ein ungeheures Gebiet verfügt, in dem alle möglichen Rohstoffe vorhanden find, trifft zu. Aber gerade weil es die Politik Moskaus ist, durch das Außenhandelsmonopol den russischen Markt abzuschließen, also auch die Rohstoffe, stei­gert sie auf der anderen Seite die wirtschaftliche Unsicherheit.

Gerade diese Taktik Moskaus, die nicht nach Tag und Stunde beurteilt werden darf, sondern über lange Zeiträume hinweggesehen werden muß, hat die Frage nach Kolonien oder allgemein zugäng­lichen Rohstoffgebieten aufgeworfen und verschärft. Es ift nichts daran zu ändern, daß die durchindustrialisierten Völker Europas Rohstoffe oder die Verfügung über Rohstoffe so notwendig gebrauchen, wie Brot und Fleisch und Gemüse zum Leben. Wird mit diesen Rohstoffen gegeizt, weil

nicht alle Industriestaaten Europas gleichzeitig auch über große Kolonialreiche verfügen, so entstehen Spannungen, die zunächst einmal die wirt­schaftliche und politische Unruhe steigern müssen. Das ist auch das Ziel der politischen Taktik Mos­kaus, denn je größer und schärfer die Spannungen zwischen denkapitalistischen" undfaschistischen" Mächten sind, desto größer ist der Vorteil für den Bolschewismus. Es ist unverkennbar, daß es das Ziel der räterussischen Politik ist, das Rätereich wirtschaftlich und finanziell unabhängig und sich selbst genügsam zu machen, um so die übervölker­ten Industrieländer in Europa und Amerika, schließ­lich auch im Fernen Ollen um die noch verfügbaren Rohstoffe sich gegenseitig Niederkämpfen zu lasten. Dies Ziel steht fest, aber die Mittel, mit denen es erreicht werden soll, wechseln von Zeit zu Zeit, je nachdem die politische Stimmung in den einzel­nen Großmächten für oder gegen Moskau um» schlägt. Hier zeigt sich aber auch, welch ungeheure Bedeutung es für die Menschheit hat, daß die über­völkerten Industrieländer in der Lage bleiben, alle Rohstoffe heranzuschaffen oder darüber zu ver­fügen, die für die wirtschaftliche und soziale Ent­wicklung, die für den geistigen und seelischen Fort­schritt der Menschheit in irgendeiner Form unent­behrlich sind. Wenn die Anglo-German Fellowll;ip die Aussprache hierüber weiter fortsetzt, so wird, das für beide Völker ein Vortell sein.

der Zwischenzett unmittelbar Besprechungen in enger Fühlungnahme mit dem Berichterstatter führen wollen.

Der türkische Außenminister begründete seine Stimmenthaltung damit, daß die Entsendung von Beobachtern unzulänglich sei. Die Türkei habe die völlige Neutralisierung des strittigen Gebietes vorgeschlagen, damit die Atmosphäre nicht wieder durch Zwangsmaßnahmen gestört werde. Sie wäre bereit gewesen, auch auf türkischem Ge­biet eine Untersuchung zuzulassen. Dieser Vorschlag sei von Frankreich ebenso abgelehnt worden wie der andere, den Beobachterausschuß durch ein fran­zösisches und ein türkisches Mitglied zu ergänzen. Bei der jetzigen Regelung seien die Beobachter ganz auf die Auskünfte der örtlichen Behör- d e n angewiesen, die für die Zwischenfälle verant­wortlich seien.

Die Re'chsbohttt auf den deutschen Strömen.

Eine internationale Ueberwachnng überholt und gegenstandslos.

Berlin, 16. Dez. (DNB.) Staatssekretär Koe­nigs vom Reichsverkehrsministerium sprach m Halle über die Ablösung des Reiches von den internationalen Stromkommissionen Die Frage, welches Regime nunmehr auf den deutschen Wasserstraßen gelten solle, beantwortete er mit der Gegenfrage, welches Regime denn auf den an­deren Verkehrswegen, wie Eisenbahn, Landstraßen, Reichsautobahnen, Seehäfen. Luft­wegen gelte. Er wies nach, daß der zwischenstaat­liche Verkehr auf der Schiene, auf den Straßen (Kraftfahrzeugverkehr), in den Seehäfen und m der Luftfahrt durch staatsvertratzliche Vereinbarungen mit den beteiligten Mächten geregelt fei, ohne daß irgendein internationales Ueberwachungskomitee für die Aufrechterhaltung der Freiheit und der Gleich­behandlung in diesen Verkehren eingesetzt worden sei.

Die Frage, welches Regime auf den deutschen

Wasserstraßen gelten solle, sei nur verständlich aus der hundertjährigen Entwicklung seit dem Wie­ner Kongreß, welche ein besonderes Völker­recht für die Binnenwasserstraßen habe entstehen lassen, das aber tatsächlich entbehrlich fei. Man habe übersehen, daß die Binnenschifiahrt im Laufe des vergangenen Jahrhunderts und bis heute durch Eisenbahnen, Kraftfahrzeuge und die Lufttahrt in ihrer Bedeutung zurückgedrängt worden fei, und man habe nicht erkannt, daß der zwischenstaatliche Verkehr auf den anderen Verkehrsmitteln völker­rechtlich geregelt ist, ohne daß besondere inter­nationale Kommissionen notwendig gewesen wären. Das künftige Regime auf den deutschen Wasser­straßen werde bestimmt durch die Erklärung der Reichsregierung, daß die Schiffahrt auf den deut­schen Wasserstraßen den Schiffen aller mit dem Deutschen Reich in Frieden leben­den Staaten offen stehe. Der Weg zur Ver­ständigung mit anderen Staaten führt nicht über Diskriminierung und äußeren Zwang. Eine frucht­bare Mitarbeit an dem Ausbau und an der Ent­wicklung des Verkehrs auf den mitteleuropäischen Strömen ist nur möglich, wenn alle Staaten a l s freie, unabhängige und in ihrer Ehre nicht angetastete Völker dem Fortschritt des Handels und dem Gedanken des Friedens die­nen können.

(?ven Hedin schreibt ein Buch über das neue Deutschland.

Stockholm, 16. Dez. (DNB.) Sven Hedin er­klärte, daß er die Absicht habe, über das neue Deutschland ein Buch zu schreiben. Seit dem 1. Oktober habe er in Deutschland geweilt und in dieser Zeit etwa 14 000 Kilometer zurück­gelegt, und zwar im Kraftwagen. Er habe von Ostpreußen bis zum Rheinland eine Reihe von Städten, Einrichtungen und Arbeitsplätzen gründlich besichtigt, lieber feine Eindrücke sagt der schwedische Forscher u. a.:Ich habe ein ftarfes und selbständiges Deutschland geftmden, gleich stark und sich seiner Macht bewußt wie vor 1914, ein neues Land, das mit Optimismus in die Zukunft schaut. Ich habe neue Sachen und neue soziale Einrichtungen kennengelernt. Ich habe den