sonders von Eichhörnchen und Hähern verzehrt wird: da viele Kerne beim Aufspeichern von den Tieren vergessen und beim Verschleppen verloren werden, ist dies eine sehr wirksame Methode, um die Samen weithin zu zerstreuen. Bei Aepfeln und Birnen wird zum gleichen Zweck das obere Ende des Blütenstieles in das schmackhafte Fruchtfleisch umgebildet. Dieses wird vor allem von Vögeln verzehrt und verschleppt, wobei die im Gehäuse verborgenen Kerne — also die Samen — verstreut
werden. Im übrigen ist auch hier die Haltbarkeit und Schmackhaftigkeit unserer guten Aepfel und Birnen erst durch jahrtausendealte Züchtung aus den wilden Holzäpfeln und Holzbirnen erzielt worden. Auch jetzt noch trägt ja ein Baum, der aus dem Samen edler Sorten aufgegangen ist, mehr oder minder Holzäpfel und -birnen und muß erst durch „Propfen" mit Reisern guter Sorten veredelt werden.
Oberheffen.
Männergesangverein „Harmonie" Watzenborn-Steinberg.
* Watzenborn-Steinberg, 16. Roo. Am verganHenen Samstag fand im Saale der Gastwirtschaft „Ludwigshöhe" eine für den Sängerkreis Gießen denkwürdige Versammlung statt. Der seit 1906 bestehende Männergesangoerein „Harmonie", der seine Tätigkeit seit dem Jahre 1933 eingestellt hatte, wurde neu gegründet und Sangesbruder Schäfer, Watzenborn-Steinberg mit der Führung der „Harmonie" beauftragt. Sangesbruder Becker begrüßte alle erschienenen Sänger der ehemaligen „Harmonie" und sein besonderer Gruß galt dem Kreiswalter Müller, Gießen, dem Kreispresse- wart Geil fuß, dem Vertreter der Gemeinde Watzenborn-Steinberg, Bürgermeister Schäfer, dem Ortsgruppenleiter Philipp und den Vereinsführern der vier anderen Männergesangvereine von Watzenborn-Steinberg. Sodann nahm der Kreisführer die Neugründüng des Vereins vor und führte in seiner Ansprache aus: „Nachdem nun der Gesangverein „Harmonie" neu erstanden ist, richte ich an die Sänger die Mahnung, in Zukunft wieder treu zu dem hohen deutschen Kulturgut, dem deutschen Liede, zu stehen. Die Gesangvereine haben die Jahre von 1918 bis zur Wiedergeburt des deutschen Vaterlandes in zäher Arbeit zum Liede gestanden, haben alles Fremde ferngehalten und damit dem deutschen Volke die Wesensart seines Liedes, in erster Linie seines Volksliedes, erhalten. Diese Erhaltung und weitere Pflege des deutschen Liedes ist auch unsere Aufgabe für die Zukunft. Ich weiß, so betonte der Kreiswalter, daß es schwer sein rpird, nachdem der Verein drei Jahre geruht hat, neu aufzubauen und sich den Platz zu erringen, den er in dem sangesfrohen Watzenborn-Steinberg einnehmen muß. Alle Kräfte sind daher anzuspannen um dies zu erreichen. Ganz besonders freut es mich, in ihren Reihen soviel Jugend zu sehen, denn gerade die Jugend ist es, die wir in unseren Vereinen brauchen, damit sich das edle Erbgut des deutschen Liedes weiterpflanze von Generation zu Generation. Und fo wünsche ich dem neuen Gesangverein alles Gute für seine kommenden Arbeitsjahre."
Nachdem der Kreiswalter den Vereinsführer Schäfer durch Handschlag verpflichtet hatte, überreichte er den Hakenkreuzwimpel zur steten Mahnung der Arbeit für unser deutsches Vaterland. Sodann richtete der Ortsgruppenleiter ermahnende
Worte an die Sängerschaft und gab der Hoffnung auf gute Zusammenarbeit Ausdruck.
Bürgermeister Schäfer überbrachte die besten Wünsche der Gemeinde, für den neuen Verein und führte weiter u. a. aus, daß er sich freue, nunmehr in feiner Gemeinde den fünften Männergesangoerein begrüßen zu können. Mit Stolz erfülle es ihn, sagen zu können, daß eine Gemeinde von 750 Familien 770 Sänger habe. Das sei für ihn als Oberhaupt der Gemeinde eine besondere Freude, denn wo das Lied wohne, da seien auch treue deutsche Menschen, die mit ehrlichem Willen mithelfen an dem Aufbauwerk unseres Führers. Die gesanglichen Leistungen der Sänger von Watzenborn-Steinberg seien nicht nur bekannt in der engeren Heimat, sondern auch weit über ihre Grenzen hinaus.
Der Vereinsführer des Männergesangoereins „Liederkranz" dankte im Namen aller anwesenden Vereinsführer für die Einladung und versprach, mit dem neuen Bruderverein in gute Beziehungen und edlen Wettstreit treten zu wollen, zum Wohle des deutschen Liedes. Der Kreiswalter gedachte am Schlüsse noch des Führers und mit dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied fand der Gründungsakt sein Ende.
In fröhlicher Sängerkameradschaft und bei manchem Liede blieben die Sänger noch lange beisammen. Nun wird in der „Harmonie" wieder neues Leben einziehen und der 75 Sänger zählende Chor, unter seinem Chorleiter Burger, ein wichtiges Glied des Sängerkreises Gießen und somit des Deutschen Sängerbundes werden.
Landkreis Gießen.
00 Klein-Linden, 16. Nov. Unser Kirchendiener Karl Rinn konnte am Sonntag sein dreißigjähriges Jubiläum als Kirchendiener feiern. Von vielen Seiten wurden dem allseits beliebten Jubilar Ehrungen dargebracht. Im Hauptgottesdienft gedachte Pfarrer König des Jubilars. Am Nachmittag erschien der Männergesangoerein „Harmonie", zu dessen langjährigen Mitgliedern Herr Rinn zählt, und ehrte den Jubilar durch den Vortrag einiger Lieder. Vorstandsmitglied Heinrich Diehl übermittelte die Glückwünsche des Vereins. Zu den Gratulanten zählten auch der Kirchenvorstand, der Posaunenchor und der Frauen- und Mädchenchor, die am Sonntagabend Herrn Rinn gemeinsam ein Ständchen brachten. Pfarrer König, als Vorsitzender der beiden Chöre, überbrachte deren Glückwünsche und die der gesamten Kirchengemeinde. Er erwähnte
u. a., daß der Jubilar unter der Amtstätigkeit von elf Pfarrern tätig gewesen war und bei 966 Taufen und 495 Trauungen mitgewirkt habe. 568 Gemeindegliedern hatte er in seiner langen Tätigkeit zu Grabe geläutet. Als äußeres Zeichen der Dankbarkeit überreichte der Ortsgeistliche Herrn Rinn ein Bild vom Altar unserer Kirche. Ferner verlas Pfarrer König ein Glückwunschschreiben des Vertreters der Landeskirche, Propst Knodt (Gießen). Das Dekanat Gießen hatte durch Dekan Sattler (Wieseck) seine Glückwünsche übersandt. Tief gerührt sprach Herr Rinn allen seinen Dank aus. Möge es ihm beschieden sein, noch viele Jahre das Amt eines Kirchendieners in unserer Gemeinde zu versehen.
00 Klein-Linden, 16. Nov. Im Saale des Turnerheims hielt am Samstagabend die hiesige Spar - und Darlehenskasse, die nach Verschmelzung mit dem ehemaligen Spar- und Darlehenskassenverein Raiffeisen seit Anfang August die einzige Sparkasse unseres Dorfes ist, ihre außerordentliche Generalversammlung ab. Bürgermeister Fischer als Auftichtsratsvorsitzender gab zunächst einen kurzen Ueberblicf über die Geschäftslage des Warenumsatzes in der Verkaufsstelle des ehemaligen Raiffeisen-Vereins. Er betonte, daß der Warenumsatz in der Verkaufsstelle trotz des Zusammenschlusses beider Institute in den verflossenen Monaten weiter zurückgegangen fei. Um einer finanziellen Schädigung der Mitglieder vorzubeugen, habe der Vorstand der Kasse beschlossen, das Anwesen in der Kirchstraße samt der Verkaufsstelle zu verkaufen. Schreinermeister Wilhelm Fey als Direktor der Kasse gab ergänzende Erläuterungen, worauf der einstimmige Beschluß gefaßt wurde, das Anwesen zu verkaufen. Mitglied Karl Schmidt, Wagnermeister in der Frankfurter Straße, erwarb das Anwesen durch Kauf. Die Verkaufsstelle wird damit aufgehoben, geht aber als private Verkaufsstelle durch Verpachtung des neuen Besitzers an den seitherigen Leiter der Verkaufsstelle, Kaufmann Wilhelm Fourier über, der auch die gesamten Warenbestände käuflich erwirbt. Die Generalversammlung stimmte noch einer Aenderung des Paragraphen 21 der Satzung zu, wonach im Aufsichtsrat der Kasse in Zukunft 9, statt seither 6 Mitglieder, sitzen. Ferner wurde noch beschlossen, die Urkunden und Akten des früheren Raiffeisenvereins dem Mitglied Otto Hahn zur Aufbewahrung zu übergeben.
wg. Großen-Buseck, 17. Nov. Nächsten Donnerstag, 19. November, feiern Bäckermeister Otto Reuter und seine Ehefrau Elisabethe, geb. Rühl, Alten-Busecker Straße wohnhaft, ferner Gemeinde-Faselwärter Heinrich Balser und Ehefrau Elisabethe, geb. Merz, wohnhaft Anger, das Fest der silbernen Hochzeit. — Nächsten Mittwoch, 18. November, feiert der älteste Einwohner unserer Gemeinde, Weichensteller i. R. Konrad Walter, Zeilstraße 53, seinen 92. Geburts - t a g. Der Jubilar nimmt noch regen Anteil an den Geschehnissen unserer Zeit. — Am gleichen Tage feiert Frau Marie Wagner, geb. Pfeffer, Wwe., Oberpforte 15, ihren 8 0. Geburtstag.
* Treis a. d. Lumda, 16. Nov. Am Samstag gegen 21.45 Uhr fuhr ein Personenauto aus
Lollar, dessen Lenker kurz vor unserem Orte elney entgegenkommenden Auto ausweichen wollte uni dabei einen vom Sturm herabgerissenen Ast eine, Baumes nicht bemerkte, gegen einen Baum. Der Kraftwagen wurde dabei beschädigt, die Per. fönen blieben zum Glück unverletzt.
* Albach, 16. Nov. Der hiesige Turnver, e i n feierte am Samstagabend in einfacher, wüt- diger Form das Fest feines 25jährigen Be> stehens, wobei besonders die noch lebendem Gründer des Vereins und sein Ehrenpräsident, Leh, rer G r o h, durch den derzeitigen Vereinsleiter Johann Heinrich Schäfer, geehrt wurden.
+ Albach , 17. Nov. Am 19. November feiern der Landwirt, Ortsbauernführer, Gemeinderechnei und Mitglied des Kirchenvorstandes Otto Zim, m e r und seine Ehefrau Auguste, geborene Balser, das Fest der silbernen Hochzeit. An den gleichen Tage wurden vor 25 Jahren noch zwei weitere Paare in der Kirche zu Albach getraut, eins ist nach Steinbach verzogen, von dem zweiten ist der Mann Wilhelm Weisensee am 13. Auguh 1915 im Argonnerwald gefallen und die Witwr Katharina Weisensee, geborene Braun, ist von hiei nach Reiskirchen verzogen.
5 Steinbach, 17. Nov. Am 19. Novembe, feiern die Eheleute Maurer Emil Karl Schwalb und Anna, geb. Bender, das Fest der silbernen Hochzeit.
= Göbelnrod, 16. Nov. In unserem Drft fand dieser Tage eine Verdunkelungsübunq statt. Die Einwohner leisteten den Anweisungen sorgfältig Folge, so daß die Uebung einen befriedigenden Verlauf nahm. Eine öffentliche Kritik in Rathaussaal schloß die Uebung ab. Eine weiten und größer angelegte Verdunkelung soll im Januar stattfinden.
* Watzenborn-Steinberg, 16. Nov. Aut der Landstraße Grüningen-Steinber^ sind zur Zeit Ausbesserungsarbeiten im Gange. Da außer dem jetzt verwandten Straßenbaumaterial weiteres Flickmaterial für die Straße vorgesehen ist, kann mit einer Waldigen Beseitigung der Schlag, löcher gerechnet werden.
cv> Eberstadt, 16. Nov. Der von den hiesiger Bauern gezogene Flachs konnte dieser Tage aö- geliefert werden. Es waren 80 Zentner geerntet worden. Drei hochbeladene Leiterwagen konnten m die Fabrik nach Bellersheim gebracht werden. — In letzter Zeit wird häufig darüber geklagt, daß Schnecken und Mäuse in den Roggenfelder^ großen Schaden anrichten. Viele Aecker hoben so sehr gelitten, daß sie umgesät werden mußten
ch Ober-Bessingen, 16. Nov. Bei der am Freitag und Samstag durchgeführten Treibjagt in den Gemarkungen Ober-Bessingen—Nonnenroch und Ober-Bessingen—Ettingshausen wurden 30 Hasen und 3 Füchse zur Strecke gebracht. Während oet Jagd wurden auch Wildschweine an verschiedenen Stellen gesehen, allerdings konnten sie nicht zum Abschuß gebracht werden.
Kreis Wetzlar.
* Wißmar, 17. Nov. Unser Mitbürger Llldwig B e st und seine Ehefrau Katharine, geb. Rinn, feiern heute das Fest der Silberhochzeit.
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