blieben sie von dem gewaltigen Beben verschont. Auch von unseren Haustieren wurde Aehnliches be- Lauptet. Aus Italien kennen wir eine ganze Reihe ähnlicher und einwandfrei verbürgter Fälle. So fingen kurz vor der Zerstörung Messinas im Jahre 1738 alle Hunde des gesamten Beben- und Randgebietes an, in höchster Rasest zu jaulen und zu heulen, so daß viele Besitzer ihre Hunde töteten, weil sie wähnten, eine Art Tollwutseuche habe die Hunde plötzlich überfallen. Wenige Stunden später war Messina nicht mehr, und heulende Hunde, die vorher geflohen waren, irrten verstört über seinen Trümmern umher. Ein ebenso krasses Naturphänomen vollzog sich vor der Stadt Concepcion in Chile, unmittelbar vor der Zerstörung. Ganz unvermittelt, ohne das Sturm oder Gewitter im Anzug waren, erschienen plötzlich bei klarstem Himmel Riesenscharen von Seevögeln über der Stadt, so daß sich der Himmel verfinsterte, schrien sich heiser, daß die Bevölkerung erschrak, und flogen wie ein einziger, in einen riesigen Wirbel zusammengeballter Schrecken anzusehen, dem Binnenlande zu. Noch nie im Leben war so eine Massenflucht von Seevögeln aus ihrem Element ins verderbenbringende Binnenland gesehen oder begreiflich geworden. Zwei Stunden später rauchte der Stadtbrand über den Trümmern des restlos vernichteten Concepcion.
Auch astronomisch sensible Tiere gibt es, wenn wir einem Bericht Schaumburgs glauben dürfen, der uns vom Hokkovogel berichtet, daß er jedesmal, wenn das „Kreuz des Südens" den Meridian überschreitet, in wildes Rufen ausbricht, einerlei, ob das zum frühen Abend oder zum frühen Morgen geschieht, und daß der ganze Wald dann widerhallt vom Geschrei dieser einen Vogelart.
Zum Schluß soll noch kurz von eigenen W^ Propheten die Rede sein. Mistkäfer zum Beispiel sind hervorragende Wetterkünder. Wer hat nicht schon beobachtet, wie sie in hellen Haufen abends
aus ihren Erdlöchern kommen, um sich auf die Suche nach gefallenen Tieren zu ihrer Totengräberarbeit zu begeben. Dabei muß es nicht allemal eine Tierleiche fein, auf die sie allerdings besonders erpicht sind, im großen ganzen sind es sehr anspruchslose Tiere, die mit allem vorlieb nehmen, was überhaupt nur genießbar ist, und ihre Genügsamkeit steht in dem sonst so gefräßigen Jnsektenleben einzig da. Haben sie glücklich etwas Ansprechendes gefunden, so schaffen sie es unverzüglich unter die Erde, und im Nu sind ganze Kolonnen an dieser Wühlarbeit beteiligt. Auf diese Weise verschwindet während einer arbeitsreichen Nacht jeglicher Unrat von den Wegen des Waldes und Feldes. Aber — und jetzt kommt ihre Wetterkunde zu Ehren —, nur dann, wenn das Wetter beständig bleibt, können wir auf ihre Straßenreinigerarbeit rechnen. Seht Regen und Kälte bevor, dann bleiben die Käfer in ihren Löchern, und man hat beobachtet, daß dieses geschlossene Wegbleiben von einer vielleicht schon seit Nächten begonnenen Arbeit so plötzlich erfolgen kann, daß noch nichts auf einen Witterungsumschwung hindeutet, der Himmel also noch klar und unverändert ist und die Nacht genau so wie die Nächte zuvor. Trotzdem wird, noch bevor der Tag graut, der Regen da sein, oder, wenn es zuvor Tau war, nun der Reif. Aber auch umgekehrt sind sie zuverlässig: sieht der Abend nach Regen aus, hänaen die Wolken tief und liegt viel Feuchtigkeit in der Luft, dann kann man sich bestimmt daraus verlassen, daß es nicht regnen wird, wenn der Mistkäfer zu gleicher Zeit an die Nachtschicht geht. Aehnlich wie er verhalten sich auch die Regenwürmer, die schon vor Beginn des Regens ihren Marsch nach oben beginnen, wenn der Boden nicht durch lange Trockenverioden zu hart geworden ist, denn Regenwürmer wollen wandern im Gras, wenn die Sommernacht warmen Regen gibt.
K. R. F.
Wirtschaft.
Der An- und Verkauf
von Zndustnecierste oder -Hafer.
Fwd. Die Sonderbestimmungen für Jndustrie- getreiöe sind auf Grund der Anordnung der HV. der Deutschen Getreidewirtjchaft mit sofortiger Wirkung in Kraft getreten. Der An- und Verkauf von Jndustriegerste ober -Hafer zu anderen als Futterzwecken ist danach nur in Verbindung mit besonderen Bezugsscheinen zulässig. Von Getreide einer bestimmten Ernte ist dabei nicht die Rede, so daß selbstverständlich auch Industriegerste bzw. -Hafer vorjähriger Ernte auf Bezugsscheine gekauft werden kann. Das dürfte aber nur möglich sein bei (Betreibe, bas noch beim Erzeuger lagert.
Bezüglich Gerste ober Hafer, für die im vorigen Gttreidewirtschaftsjahr Freistellung zu Jndustrie- zwecken erfolgt war, ist diese Freistellung, sofern die Lieferung an den Verarbeitungsbetrieb vor Erlaß der neuen Anordnung noch nicht erfüllt war, unwirksam geworden. Mit Wirkung vom Zeitpunkt des Inkrastttretens der neuen Anordnung ist der An- und Verkauf von Gerste und Hafer zu anderen als zu Futterzwecken nur noch in Verbindung mit besonderen Bezugsscheinen zulässig. Solche Gerste oder solcher Hafer ist also wiederum nur noch zu Futterzwecken zu verwenden.
Schlußscheine
für den Umsatz von 7!uh- und Zuchtvieh.
Der Beauftragte des Reichsnährstandes zur Regelung des Verkehrs mit Zucht- und Nutzvieh hat eine Anordnung Nr. 2 über die Einführung von Schlußscheinen über den Umsatz von Nutz- und Zuchtvieh erlassen. Danach ist für jeden Umsatz von Nutz- und Zuchtvieh, der auf einer Absatzoeran- staltung ober außerhalb einer solchen burch Verkauf ober Tausch zustanbekommt, ein Schlußschein auszustellen, außer für Schafe in Herben und Ferkel. Erwirbt ein Käufer ein Tier mit ber Absicht der Weiterveräußerung, so ist er verpflichtet, ben Schlußschein bis zum Weiterverkauf bes erworbenen Tieres aufzubewahren und beim Weiterverkauf für bie richtige Eintragung ber Nummer des Schlußscheines in den dann auszustellenden neuen Schlußschein zu sorgen. Diese Anordnung tritt mit dem 1. Oktober 1936 in Kraft, und zwar zunächst für sämtliche Pferde, soweit sie nicht auf Schlacht- viehmärkten umgesetzt werden, und für sämtliches Rindvieh, das nicht als Schlachtvieh zum Zwecke der Schlachtung innerhalb einer Woche veräußert wird. Der Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Anordnung für die übrigen Nutz- und Zuchtvieharten wird mit dem für diese zu verwendenden Schlußscheinmuster zur gegebenen Zeit bekanntgegeben werden. Non dieser Anordnung ausgenommen sind lediglich Umsätze von gekörten und angeförten Vatertieren, die durch besondere Anordnung erfaßt werden, sowie solche Umsätze von Rindvieh von Hof zu Hof, bei denen der Käufer des Tier für den
Eigenbedarf erwirbt und keine Vermittlung Dritter vorliegt.
Schweinemarkt in Gießen.
Der gestrige Schweinemarkt in Gießen war mit 102 Ferkeln beschickt. Es kosteten 5 bis 6 Wochen alte Ferkel 16 bis 18 RM., 6 bis 8 Wochen alte Tiere 19 bis 23 NM., 8 bis 10 Wochen alte 25 bis 30 RM. Das Geschäft verlief schleppend, es verblieb großer Ueberstand.
*
* Umtauschangebot der Hessischen Eisenbahn-AG., Darmstadt. Die Hessische Eisenbahn AG. Darmstadt bietet ben inländischen Besitzern ihrer 6,5proz. Schweizer Franken-Anleihe Umtausch an. Für je 1000 Schweizer Franken 6,5proz. Obligationen werben 800 RM. 4,5proz. neue Reichsmarkschulbverschreibungen angeboten. Die Frist zur Annahme des Umtauschangebotes endet am 10. Oktober 1936.
Mein-Mainische Börse.
Beruhigt.
Frankfurt a. M., 16. Sept. Die Börse brachte am Aktienmarkt zu den ersten Notierungen überwiegend leichte Erholungen. Die Stimmung war nach den gestrigen, z. T. empfindlichen Abschwächungen beruhigt. Es lagen auf ber ermäßigten Grunblage einige Rückkäufe vom Publikum vor, auch bie Kulisse beteiligte sich mit kleinen Deckungen. Das Geschäft war jedoch sehr klein, auch bie Besserungen hielten sich in verhältnismäßig engen Grenzen. Am Montanmarkt betrugen bie Erhöhungen durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H., Rheinstahl unb Harpener gewannen je 1,25 v. H., bagegen gaben Hoesch noch 0,50 v. H. nach; man erwartet mit Interesse bie bevorstehenbe Bilanzsitzung. IG.-Farben setzten 1 v. H. höher ein, ließen aber nach bem ersten Kurs um 0,25 v. H. auf 162,50 nach. Elektropapiere lagen still, AEG., Bekula unb Licht unb Kraft zogen bis 0,50 an, Schuckert unv. 152,50. Etwas Nachfrage fanben Zellstoffwerte, Aschaffenburg 128 (127,25), Waldhof 153,75 (152,25). Kunstseide Aku bei etwas größeren Umsätzen 1 v. H. höher mit 71,50. Maschinen- und Montanwerte kamen 0,25 bis 0,50 v. H. höher zur Notiz, ferner gewannen Metallgesellschaft 1 v. H., Rheinmetall 0,25 v. H., dagegen lagen Deutscher Eisenhandel 0 75 v. H., Deuttch-Atlanten-Telegraph 1,50 v. H. schwächer, auch Reichsbank 1,50 v. H. unter dem Frankfurter Schlußkurs von gestern, aber 0,65 v. H. über dem von Berlin. Nach den ersten Notierungen bröckelten Montanwerte etwas ab.
Der Rentenmarkt war freundlich. Kommunal - Umschuldung 88 40 (88,35), Städte-Altbesitz 115,75 (115.65), Reichs-Altbesitz 115, auch bie übrigen Werte behauptet. Von Auslanbsrenten 4proz. Rumänen 6.2750 (6.25). Im Freiverkehr blieben österr.-ungar. Vorkriegswerte beachtet, bie Umsätze waren jeboch geringer. 3proz. Steg von 1895 7,70, F-Lombarden 6,40 (6), Oesterr.-Ungar. Bank
Pfandbriefe 4,90 bis 5,05 (4,90), „gute" Wiener Schätze 5,75 (5,25).
In der zweiten Börsenstunde war die Haltung am Aktienmarkt auf die im Herbst stattftn- denden deutsch-französischen Handelsvertrags-Verhandlungen wieder etwas fester, so daß die vorübergehend eingetretenen leichten Rückgänge zumeist wieder ausgeglichen wurden. Das Geschäft vermochte sich aber kaum zu beleben. Von den später notierten Werten büßten BMW. 2,13 v. H. auf 132,90 ein.
Am Rentenmarkt zogen 3prozentige Steg im Freiverkehr bei lebhafteren Umsätzen auf 8,40 nach 7,70 an, auch andere Balkanwerte waren höher. Von den mit amtlicher Notiz erhöhten sich 4proz. Steg von 1883 auf 19,25 (17,50) bei 25 v. H. Zuteilung, 5proz. Bosnier Eisenbahn 13,40 (13).
Im Freiverkehr galten Adlerwerke 102, Pokorny 110,50, Wayß und Freytag 120, Leder Rothe StA. 90,75, do. VA. 102, Kali Wintershall 122, Rastatter Waggon 12,50. Tagesgeld weiter etwas leichter mit 3 (3,25) v. H.
Abendbörse still.
Im Abendbörsenverkehr zeigte sich Zurückhaltung, die Umsätze waren allgemein sehr klein. Vereinzelt erfolgten seitens der Kulisse kleine Glattstellungen, die aber die Kurse nur wenig beeinflußten. Im großen und ganzen blieb die Haltung gegen den Berliner Schluß etwa behauptet. Etwa abgeschwächt waren Aschaffenburger Zellstoff mit 126,75 (127,50), ferner Muag 0,40 v. H. niedriger mit 117. Montan- werte blieben voll behauptet, Hoesch etwas höher mit 107,25 (107). Aku von der rückläufigen holländischen Kunstseidenausfuhr kursmäßig wenig beeinflußt, aber doch erheblich ruhiger; Kurs 71 (71,25). Am deutschen Rentenmarkt war es still, die Kurse blieben behauptet. Kommunal-Umschuldung fanden bei 88,45—88,50 etwas Interesse. Im Freiverkehr zeigte sich Angebot in österr.-ungar. Vorkriegswerten, 3proz. Steg von 1895 ermäßigten sich noch etwas unter den niedrigeren Nachbörsenstand auf 8 (8,25), 4proz. Steg von 1883 gingen auf 18,50—18—18,25 (heute mittag amtlich 19,25) zurück. Auch Oesterr.-Ungar. Bank-Pfandbriefe waren angeboten und fielen auf 4,30 nach 4,50, „gute" Wiener Schätze nannte man mit 5,65—5,90.
U. a. notierten: Altbesitz 114,90, Schutzgebietsan- leihe-Zertif. 11,05, 6proz. IG. Farben 127, 6proz. Krupp 103,25, 4proz. Lemberg Czernowitz 6,65, 4proz. Ungarn Kronen 2,35, 5proz. Rumänen 7,45, 4proz. Rumänen 6,40, 3,5proz. Schweiz. Bundesbahn 232, Commerzbank 99,75, DD.-Bank 97,75, Dresdner Bank 97,75, Buderus 110, Harpener 132, Ilse Genuß 134, Mannesmann 105, Hoesch 107,25, Verein. Stahl 105,25, Aku 71, AEG. 35,75, Bekula 154,50, Bemberg- 87, Conti Gummi 170, Daimler 115,75, Deutsche Erdöl 130, Scheideanstalt 273, Deutsche Linoleum 165,50, Licht & Kraft 153,75.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 16. Sept. Es notierten in Mark ((Betreibe je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm): Weizen W13 199, W16 202, W19
206, W 20 208, Roggen R12 162, R 15 165, R 18 169, R19 171 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Braugerste 215 bis 230, Futterhafer —. Weizenmehl Type 790 W13 27,90, W16 28, W 19 28, W 20 28,35, Rog. genmehl Type 997 R12 22,45, R 15 22,80, R18 23,30, R 19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,50. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 9 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Soyaschrot —, Palm- kuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 16,25 bis 16,50, Trockenschnitzel —, Heu 4,50 bis 5,00, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 2,00. Tendenz: ruhig.
Frankfurter Obst- und Gemüsemackt.
Frankfurt a. M., 15. Sept. Gemüse: Sehr starkes Angebot von Blumenkohl, Eskarol, Kopfsalat, Rotkraut, Tomaten, Weißkraut und Wirsing, von Bohnen und Gurken nachlassend. Geschäft langsam, Preise unverändert. U. a. notierten: Blu n- kohl 10 bis 30, Busch-Bohnen 6 bis 8, Stangen- Bohnen 9 bis 12, Wachs-Bohnen 10 bis 12, Eskarol 3 bis 7, Salat-Gurken 12 bis 20, Einmach- Gurken 100 St. Essig 0,65 bis 1,00, do. Salz 1,00 bis 1,30, Karotten 4 bis 5, gelbe Kartoffeln 2,90 bis 3.10, Kohlrabi 3 bis 4, Kopfsalat 4 bis 7, Lauch 2 bis 5, Meerrettich 45 bis 50, Pfifferlinge 35 bis 40, Rettich Bdl. 8 bis 10, St. 5 bis 12, Römischkohl 4 bis 5, Rote Rüben 4 bis 5, Rotkraut 2% bis 4, Sellerie j. n. Gr. 5 bis 30, Spinat (Blätter) 8 bis 9, do. Wurzel 7 bis 10, Tomaten 4 bis 8, Weißkraut 2 bis 3, Wirsing 3 bis 4, Zwiebeln (Gärtner) 5,00, do. Pfälzer und Sachsen 4,30 bis 5,00, Perl-Zwiebeln 15 bis 18 holl.
Obst und Südfrüchte: Gute Zufuhren von Aepfeln, Birnen und Zwetschen, sonst genügend. Nachfrage befriedigend. Preise für Pfirsiche merklich höher, auch Zwetschen etwas höher. Ausländisches Trauben- und Pfirsichangebot gering, Preise höher, Verkauf lebhaft. U. a. notierten: Äepfel 12 bis 22, Koch-Aepfel 7 bis 10, Fall-Aepfel 4 bis 5, Goldparmänen 30 bis 35 bulg., 25 bis 30 ital., Bananen 12^-k^-Kiste netto I 6,00, II 4,50 (Kam.), Westind. 6,50, Bras. 5,00 bis 5,50, Birnen I 20 bis 25, II 10 bis 18, Kochbirnen 5 bis 8, Gellert I 22 bis 25, II 16 bis 20, Brombeeren 25 bis 30, Erdbeeren 70 bis 80, Melonen 25 bis 30, Pfirsiche I 30 bis 35, II 24 bis 28, 40 bis 48 ital., Preiselbeeren 20 bis 30 Schwed., Quitten 22 bis 24, Trauben netto 45 bis 50 holl., 25 bis 28 ital., 23 bis 27 ungar., 25 bis 28 jugosl., Walnüsse 32 bis 42, Zwetschen 7 bis 9.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a.M., 17. Sept. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 49 Rinder (4 Ochsen, 36 Kühe, 9 Färsen), 754 Kälber, 301 Schafe, 195 Schweine. Es kosteten: Kälber: 60 bis 93 Mark, Hümmel 58 bis 65, Schafe 52 bis 58, Schweine 51 bis 57 Mark. Marktverlauf: Rinder und Schweine zugeteilt, Kälber mittelmäßig, Hämmsl und Schafe lebhaft.
Weiterhin günstige Arbeitsmarktlage.
Oie Entwicklung des Arbeitseinsatzes im Monat August im Bezirk des Landesarbeitsamtes Hessen.
LPD. Frankfurt a. M., 14. Sept. Die Pressestelle des Arbeitsamtes Hessen teilt mit:
Im August hat sich der Arbeitseinsatz auch weiterhin günstig entwickelt. Sowohl die von der Saison abhängigen, als auch die von der Konjunktur beeinflußten Wirtschaftszweige haben zusätzliche Arbeitskräfte in großer Zahl eingestellt.
Insgesamt ist die Zahl der Arbeitslosen um 7565 oder 9,1 v. H. des Standes von Ende Juli zurückgegangen. Bei den 17 Arbeitsämtern im Landesarbeitsamtsbezirk Hessen waren Ende August nur noch 75 279 Arbeitslose gemeldet. Damit ist die Arbeitslosigkeit bereits um rund 10 000 unter den Tiefstand im Juni des Jahres 1929 (rund 85 400 Arbeitslose) gesunken.
Während Ende Januar 1933 auf 1000 Einwohner 84,8 Arbeitslose entfielen, waren es Ende August d. I. nur noch 19,2 auf 1000 Einwohner. Unter den 75 279 Arbeitslosen befanden sich 11221 oder 14,9 v. H. Frauen. Bezirklich war die Entwicklung in den einzelnen Arbeitsamtsbezirken verschieden. Während die Abnahme in den Arbeitsamtsbezirken Darmstadt, Frankfurt, Kassel, Mainz, Niederlahn- stein und Wiesbaden den Durchschnitt des Arbeitsamtsbezirks (9,1 v. H.) nicht erreichte, lag sie in den Arbeitsamtsbezirken Dillenburg, Fulda, Hersfeld, Gießen und Marburg ganz erheblich über diesem Durchschnitt.
Wie im Vormonat konnte auch im August in der Gruppe „Eisen- und Metallerzeugung und -Verarbeitung" der Arbeitseinsatz verstärkt werden (Abnahme der Zahl der Arbeitslosen rund 1200). In der Berufsgruppe „Holz- unb Schnittstofsgewerbe"
wurden 727, in der Gruppe „Ledererzeugung und -Verarbeitung" 524 Arbeitslose weniger gezählt als am Beginn des Berichtsmonats. Von den Saison- berufen trat insbesondere die Landwirtschaft, die für die Einbringung der Ernte zahlreiche Arbeiks- fräfte benötigte, mit großen Anforderungen hervor. Auch im Baugewerbe wurde der Arbeitseinsatz weiter verstärkt, was durch eine Abnahme der arbeitslosen Baufacharbeiter um 475 und der Bauhilfsarbeiter um 632 zum Ausdruck kommt. Die Zahl der arbeitslosen Angestellten ging im Laufe des Berichtsmonats um rund 300 zurück. ,
Ende August wurden in der Arbeitslosenversicherung 8918, in der krisenfürforge 35 220 hauptunterstühungsempfänger gezählt. Die Zahl der hauptunterstühungsempfänger in beiden Unterftühungseinrichtungen zusammen ist demnach von 47 816 um 3678 auf 44 138 zurückgegangen.
Die Zahl der anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen sank gleichzeittg um 849 auf 17 374. Notstandsarbeiter wurden Ende August nur noch 4935 beschäftigt gegenüber 5287 am 31. Juli.
Die Jndustrie- und Handelskammer Gießen
gibt Auskunft: 749: Einzahlungskurse für Postanweisungen nach dem Ausland. — 750: Spa- nisches Ausfuhrverbot für Lebensrnittel, Rohstoffe, pharmazeutische und chemische Erzeugnisse. — 751: Anordnung BG 13 der Ueberwachungsstelle für Baumwollgarne und -gewebe (Einkaufsbewilligung).
752: Anordnung ZV 6 der Ueberwachungsstelle für Seide, Kunstseide und Zellwolle (Herstellung von Gespinsten aus Baumwolle und Zellwolle).
Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlosjenen Dividende an. — Retchsbankdtskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H.
'jianriun a. 2)1.
JJcriin
Schluß- kurS
Schlußt. Abend- börle
Schluß- kurs
Swlußl. Mittag- börte
öatum |
15 9
16.9
15 9
16.9
6% Teuifche üleidisaiiieihe o. lyz;
101,4
101,4
101,4
101,4
4% -leuticbtf Reichsam. von 1934
98,13
98,13
98,13
98,13
6%% Vming-Anwihe von 1930 . Teulictze Ant.-Ablos.-Echuld mti
102,25
102,25
101,8
Auslo,.-Rechten ............
4%% TeuHdje Neichspostschatzan
115
114,9
115
115
Weisungen von 19:11, 1 4’/i% ehern. 8% Hessischer Volks
100,2
99,9
100,13
100
ftaat 1929 lrückzahlb. 102%)
<%% ehem.8°/„ Hessische Landes
98,75
98,75
98,75
—
bam Darmstadt Gold R 12
97
97
97
6‘/z% eljein. 4%% $ei|. Landes
Hnpothekenbank DarmstadtLiau
*¥i°o ehern. 8% Darmst. Komm
100,75
100,75
—
—
Lanoesb.Golbichuldverichr 81. t> Lberhesten Provinz-Anleihe mi'
93,4
93,4
—
—
Ausloi.-Rechten ............
Deutsche Komm. Sammelabl. An
127
127,5
—
—
leihe Serie 1 mit Ausloj.-Rechten */i% et)em.8% Franks. Hyp.-Dan!
120,25
120,25
120,5
120,65
Goldpse. 15 unkündbar bis 1935
97
97
6Yt% ehern. 4'/2% Franks. Hyp.
—
Aank-Liqu.-Pfandbriese......
b-/r°/o ehern. 4%% Rheinische
100,5
100,65
—
—
Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse. ...
4‘4% ehern. 8% Pr. Landespfand.
oriefanstalt, Pfandbriefe R. 19
100,65
100,75
100,75
100,75
97,5
97,5
97,5
97,5
4’/i% ehern. 7% Pr. Landespfand
briesanst., Gold Komm. Cbl.20
Steuergutsch.Berrechnunask. 34-38
109,65
109,6s1
95 109,7
95
109,7
4% Oesterretchtsche Goldrente...
33
4,20% Lesterreichische Stlberrente
3,13
3,13
3,13
3,13
9,35
8,8
4% Ungarische Goldrente.......
9,4
9,3
4% Ungarische Staatsrente v. 1910
8,85
8,8
8,8
4-/r% desgl. von 1913..........
6% abgest. Goldmexikaner von 99
8,8
8,9
8,85
13,5
13,5
13/75
4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe
Serie t.....................
•—
—
—
9
Frankiurta.M.
Berlin
Schlußkurs
Schluvi. Abend« bön-
Schlußkurs
Schluß!. Millag. bör>e
Datum
15-9.
16-9
15 9
16.9.
4
% oesgr. ne 11..........
_
_
_
9,05
5% Runiän. vercinh. Rente v. 1903
7,4
7,45
7,5
7,55
4
'/r%Rumau.vereinh.Rentev.i9iS
10,65
10,9
10,75
11,13
4% Rumänische vercinh. Rente
6,25
6,4
6,3
6,4
2
y4% Anatolier............
43,75
44
43,25
44,75
Hamburg-Amerika-Paket ..
ü
13,5
13,75
13,75
13,65
Hamburg-Sudam. Dampfschiff .
0
38,75
Norddeutscher Lloyd .........
0
14
13,9
14,5
14
A.G. für Verkehrswesen Akt. ..
0
114
113,75
113.9
Berliner Handelsgesellschaft ..
6
121
121
121
Commerz, und Privat-Bank ...
4
99,75
99,75
99,75
99,75
Deutsche Bant und Dtsconto-
Gesellschaft...........
4
98
97,75
98
97,5
Dresdner Bank..............
98,5
181,9
Reichsbank ................
Ur
184
?82?5
97,75
181,5
A.E.G......................
35,5
Bekula.....................
8
153,5
?54?5
153 75
^54^5
Elektr. Lieferungsgesellschaft...
6
126,75
127
127
128
Licht und Kraft .............
7
150
153,75
149,25
154
Felten & Guilleaume.........
4
130,75
130
130,5
12<L5
Gesellsch.f.Elektr.Unlernehmung. 6
134
133,5
134
133,65
Rhemrscke Elektrizität ........
6
—
—
Rhein. Wests. Elektr..........
6
128,9
128,75
128,25
128,13
Schuckert L Co...............
6
152,5
153
152,5
152,75
Siemens & Halske............
8
189
187,5
186,5
187,75
LahmeyerLEo..............
7
143,25
143
142,25
143
Deutsche Erdöl ..............
4
128
130
127™
130
€
arpener................. 2%
130,5
132
130,5
132
£
oesch Eisen—Köln-Neuessen ..
3
106,75
107,25
106,5
107
Ise Bergbau ...............
6
Ife Bergbau Genüsse........
6
135
134
135,5
I34
löcknerwerke ...............
3
109
110
108,5
110
Mannesmann-Röhren........
8
103,9
105
104
105
Srantrun a. M.
Berlin
Schluß- kurü
Schlutzl. Abendbörse
Schlußkurs ■
Schluß!. Mittag- dörse
Dalum
15-9.
16.9
15.9-
16.9.
Mansseider Bergbau.......
6N
—
_
153
152,5
Kokswerke................
.. 6
—
_
129,75
129
Rheinische Braunkohlen ....
. 12
—
223,13
223
224
Rheinstahl ................
.. 4
138
140
138
140
Bereinigte Stahlwerke......
»'/,
104
105.25
104
105,25
Otavi Minen .............
.. O
33,75
33,4
32,75
33
Kaliwerke Aschersleben......
.. 6
122,25
120,75
122,25
120,25
Kaliwerke Westeregeln......
.. 5
119
119
119,5
119,5
Kaliwerke Salzdetfurth .....
176
176
176,5
176
I. G. Farben-Jnbustrte.....
.. ?
161,75
163
161,9
163,13
Scheideanstalt.............
.. 9
273
273
Goldschmidt ..............
.. 5
114,25
114
113,75
114
Rütgerswerle .............
.. 6
130
129
128,5
128,5
Metallgesellschaft...........
.. 6
131,25
132,25
131,25
132,25
Philipp Holzmann.........
.. 4
128
128,25
128
128,5
Zementwerk Heidelberg ....
.. 7
144
144
Cementwerk Karlstadt.......
-- 6
156
156
Schultheis Patzenhofer .....
.. 4
_
_
102,75
103,25
Aku lAllgemeine Kunstseide)
.. O
70,5
71
70,25
71,25
Bemberg................
.. 6
87
87
865
87
Zellstoff Waldhof ..........
.. 6
152,25
153,5
152,25
153,5
Zellstoff Aschaffenburg .....
.. O
127,25j
126,75,
126,65
127,5
Dessauer Gas .............
r
104,25
116,25
166,5
103,75
116
165
Daimler Motoren..........
115,75
166
115,75
165,5
Deutsche Linoleum.........
.. 8
Orenstein & Koppel ........
.. O
82
82
51,65
Westdeutsche Kaufhof.......
.. O
51,75
51,5
51,4
Chade....................
.. s
411
198
411,5
198
412
199
409,5
196
Accumulatoren-Fabrik......
. 12
Conti-Gummi.............
. 11
171
170
171
170
Gritzner..................
.. O
34,5
34,13
34,5
34,13
Matnkraftwerke Höchst a.M..
.. 4
Süddeutscher Zucker.......
. 10
205,65
205
205
205
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2IL
Banknoten.
15-September
16. September
Amtliche Notierung
Amtliche
Notierung
Geld
I 25nef
Geld
Srief
jueno» titti
0,708
0,712
0,706
0,710
Brüssel ....
42,02
42,10
42,00
42,08
Rio de Jan.
0,148
0,150
0,147
0,149
Sofia.....
3,047
3,053
3,047
3,053
Kopenhagen
56,23
56,35
56,17
56,29
Danzig ....
47,04
47,14
47,04
47,14
London....
12,595
12,625
12,58
12,61
Helstngfors.
Paris .....
5,554
5,566
5,549
5,561
16,37
16,41
16,37
16,41
Holland ...
168,75
169,09
168,72
169,06
Italien....
19,57
19,61
19,57
19,61
Japan .....
'Fngoslawlen
0,736
0,738
0,735
0,737
5,654
5,666
5,654
5,666
Oslo..... :
63,30
63,42
63,22
63,34
Wien......
48,95
49,05
48,95
49,05
Lissabon...
Stockholm..
11,44
11,46
11,43
11,45
64,94
65,06
64,87
64,99
Lchweiz ...
81,01
81,17
80,97
81,13
Lpanien...
28,97
29,03
28,97
29,03
Prag......
Budapest ..
10,275
10,295
10,265
10,285
Reuyork ...
2,488
2,492
2,487
2,491
Berlin, 16-September
Geld
"ärlef "
Amerikanpche Roten..............
2,439
2,459
Belgische Roten..................
41,84
42,00
Dänische Roten .................
55,97
56,19
Englische Roten .................
12,535
12,595
Französische Roten...............
16,32
16,38
Holländische Roten...............
168,30
168,98
Italienische Roten................
Norwegische Noten ..............
63,00
63,26
Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling
—
Rumänische Noten...............
——
—
Schwedische Noten...............
64,65
64,91
Schweizer Noten.................
80,79
81,11
Spanische Noten.................
27,94
28,06


