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Der Gießener Goldaieniag 1936.

Die Soldatenkameradschaften in Gießen, in denen sich die einstigen Träger des Ehrenkleides der deut­schen Soldaten zur gemeinsamen Pflege ihrer sol­datischen Ideale zusammengeschlossen haben, stehen hinsichtlich chrer Soldatentage offenbar mit dem Herrgott auf gutem Fuße, soweit dabei dos Fest­wetter in Betracht kommt. Denn wie im Vorjahre, so hatten auch am gestrigen Sonntag die alten Sol­daten für ihren Feiertag das schönste Sommer­wetter, das man sich nur denken kann, und das um so vorteilhafter in Erscheinung trat, wenn man daran dachte, wie sehr wir gerade in den letzten Wochen nach dieser Richtung hin von dem Wetter­gott vernachlässigt worden sind. Es war daher auch nur natürlich, daß bei diesem schönen Wetter der diesjährige Gießener Soldatentag, der wiederum

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Die Veteranen von 1870/71, Herren Bourgeois (rechts) und Stumpf (links).

(Aufnahmen [2]: Pfaff, Gießen.)

von dem Kameraden Reitz (ehemaliger 116er) vor­bereitet worden war, nach jeder Richtung hin einen sehr schönen Verlauf nahm.

Gemeinsamer Gottesdienst.

Am Vormittag begaben sich die in der Arbeits­gemeinschaft der Gießener Soldatenkameradschaften vereinigten alten Soldaten aller Waffengattungen, ihre Fahnen an der Spitze, zum gemeinsamen Got­tesdienst in die Stadtkirche. Hier hielt Pfarrer Becker den liturgischen Gottesdienst, während die Kameraden die Predigt von Pfarrer Sucker, der einst als Studentenpfarrer in Gießen wirkte, und sich gegenwärtig hier zu Besuch aufhält, hörten. In der Predigt, die sich besonders an die alten Sol­daten wandte, wies der Geistliche in feinen Ge­dankengängen auf Grund des BibelwortesWachet, steht im Glauben, seid männlich und seid stark" auf die innigen Beziehungen hin, die zwischen dem lebendigen und starken Gottesglauben einerseits und dem echten Soldatentum und einer weisen Staats­führung anderseits bestehen, und machte in ein­drucksvoller Weise die tiefgehenden Wirkungen deutlich, die von dieser innigen Verschmelzung des starken Gottesglaubens mit dem soldatischen Denken und Handeln in der Geschichte des deutschen Volkes allezeit bei den geschichtlichen Taten unserer großen deutschen Männer zum Segen des deutschen Volkes sichtbar wurden und bleibenden Wert zum Wohle des Volkes haben.

Oefallenen-Ehrung.

Im Anschluß an den Gottesdienst marschierten die Kameradschaften geschlossen zu den Gefallenen­denkmälern, nachdem bereits am Samstagnach­mittags auf dem Neuen Friedhof einige Kameraden im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft Kränze auf den dortigen Soldaten-Ruhestätten niedergelegt hatten zum Zeichen dessen, daß die einstigen Frontsoldaten in Gießen sich in Treue verbunden fühlen mit den Kameraden des Krieaes, die im Kampfe für ihr Vaterland ihr Leben Hingaben.

Zu der Gefallenen-Ehrung vereinigten sich mit den Kameraden als Vertreter der Gießener Stadtver­waltung Beigeordneter Sudheimer, als einstige Truppenführer im Kriege Generalmajor a. D. Mohr, Generalmajor a. D. Gros, Oberst a. D. K l e i n h a n s, ferner zwei Offiziere des aktiven Offizierkorps unserer Garnison als Vertreter der neuen deutschen Wehrmacht.

Der gemeinsame Marsch der Kameradschaften ging zunächst zum Kriegerdenkmal von 1870/71 a u f dem Marktplatz, wo der Leiter der Ar­beitsgemeinschaft der Gießener Soldatenkamerad­schaften, Kamerad Iah. Müller, einen Kranz niederlegte, während die Kameraden in geschlossener Kolonne um das Denkmal herummarschierten und weiter zu dem 116er-Denkmal auf dem Landgraf-Philipp-Platz zogen.

Die schlichte Gedenkfeier am 116er- D en km al wurde von der Musik mit der Melodie des Gießener Artilleristenliedes, nach der Weise des Argonnerliedes, eingeleitet. Darauf hielt der Leiter der Arbeitsgemeinschaft, Kamerad Müller, eine kurze Ansprache, in der er hervorhob, daß überall da, wo alte Soldaten zusammenkommen und alte Soldaten marschieren, im Geiste in ihren Reihen auch die gefallenen Kameraden weilen und mit­marschieren, die draußen an den einstigen Fronten oder auf dem Boden des Meeres ruhen. Wie diese gefallenen Kameraden den nach dem großen Kriege in die Heimat zurückkehrenden Kämpfern für das deutsche Vaterland viel zu sagen hatten, so haben sie den alten Soldaten auch heute noch und in aller Zukunft aus ihrem großen Opfer heraus viel zu sagen, sind sie doch immer die ewigen Mahner zu treuer Erfüllung deutscher Mannespflicht im Dienste des deutschen Vaterlandes, in der steten Bekundung und Bewährung der soldatischen Gesinnung, die besonders auch die alten Soldaten zu Männern ge­

prägt hat, die unserem neuen deutschen Staat mit aller Hingabe dienen wollen im Geiste der gefalle­nen Kameraden. Der Redner wies weiter auf eine Sammlung von Kriegsbriefen gefallener Soldaten hin, die von Professor Bernbeck in Gießen her­ausgegeben wurde, und aus der er eine Stelle aus einem Briefe eines gefallenen Kameraden als Bei­spiel dafür zitierte, mit welcher Opferfreudigkeit und selbstloser Hingabe die Kämpfer des großen Krieges sich einsetzten und auch ihr Leben Hingaben für das deutsche Volk und Vaterland, damit es auf ewia in Freiheit und Ehre in der Welt bestehe. Am Schlüsse seiner Ansprache gab der Sprecher der alten Soldaten dem Wunsche Ausdruck, daß es in Deutschland immer Männer geben möge, die von der gleichen hohen soldatischen Gesinnung, der gleichen Bereitwilligkeit zur Selbstaufopferung im Dienste des deutschen Volkes und von dem gleichen starken Pflichtbewußtsein des deutschen Soldaten­tums erfüllt sein möchten. Dafür mögen die ge­fallenen Kameraden dem deutschen Volke allezeit Mahner sein! Während die Musik die Weise vom guten Kameraden spielte, erfolgte nunmehr die Kranzniederlegung am Denkmal.

Weiter ging nun der Marsch zum Gefalle- nen-Denkmal von 18 7 0/7 1 a u f dem Alten Friedhof. Dort leitete die Musik die kurze Gedenkfeier mit dem LiedeIch hab' mich er­geben" ein. Dann sprach wiederum der Sprecher der alten Gießener Soldaten, der besonders darauf hinwies, daß wir Lebenden in der Gestaltung des deutschen Schicksals aufbauen auf dem Grund, den unsere im Kriege für Deutschlands Einheit 1870/71 gefallenen Vorfahren und deren damals in die Hei­mat zurückgekehrte Kameraden errichtet chaben, daß die deutschen Soldaten unter Wilhelm I. und seinem Paladin Bismarck für die gleichen Ziele kämpften, die uns beseelen und die auch unsere Nachkommen immer erfüllen müssen, nämlich einzutreten für ein einiges, starkes Deutschland der Freiheit und der Ehre. Der Redner wies weiter darauf hin, daß die alten Frontkämpfer für die Gebote der nationalen Ehre und der Freiheit des Vaterlandes aller Völker besonderes Verständins hätten und von dieser Er­kenntnis aus auch die wirksamste Arbeit für die Verständigung von Volk zu Volk auf der Grund­lage der nationalen Ehre und der Respektierung der Eigenart und der Unversehrtheit jedes Volkes leisten können. Er betonte weiter, daß aufrechtes Soldatentum niemals gekämpft habe und niemals kämpfen werde für Geld und Gut, sondern immer nur für das eigene Volk und Vaterland, in selbst­loser Hingabe des eigenen Ich, um allezeit einzu­treten für das Glück und die Größe des eigenen Volkes. Das größte jedoch fei das Einsetzen der Kraft und der Macht nicht etwa für den Kampf der Waffen gegeneinander, sondern für den friedlichen Wettstreit der Völker um die höchste Leistung auf dem Gebiete der kulturellen Werke jeder Nation und für die Aufbauarbeit im Frieden. Das An­denken der gefallenen deutschen und französischen Kämpfer von 1870/71, die beide für ihr Vaterland stritten und starben, wurde sodann durch die feier­liche Kranzniederlegung geehrt.

Marsch durch die Stadt.

Vom Alten Friedhof aus begaben sich die Kame­radschaften hinüber zur Licher Straße, von wo aus ein Marsch durch die Stadt angetreten wurde. Zu Beginn dieses Marsches fand in der Licher Straße ein Vorbeimarsch vor den einstigen Truppenführern, Generalmajore a. D. Mohr und Gros, Oberst a D. Kleinhans, vor den Vertretern der neuen deutschen Wehrmacht und vor den beiden bei den Gedenkfeiern anwesenden Veteranen von 1870/71, den Herren Bourgeois und Stumpf, statt. Der Marsch ging dann durch die Kaiserallee, Ludwigs- platz, Gartenstraße, Hindenburgwall, Horst-Wessel- Wall, Bahnhofstraße, Kaplansgasse, Sonnenstraße zum Brandplatz, wo das KommandoWeggetreten" kam.

Kameradschaftliche Geselligkeit am Nachmittag.

Zn den Nachmittagsstunden vereinigten sich die Mitglieder der Soldatenkameradschaften mit ihren Familienangehörigen, ferner viele weitere alte Sol­daten aus unserer Stadt mit ihren Frauen und Kindern, Kameraden von der aktiven Truppe und viele Volksgenossen von auswärts auf dem Wald- wiefengelände bei der früheren Waldeslust zu eini­gen Stunden froher kameradschaftlicher Geselligkeit. Auf dem Festplatze waren große Zelte aufgefchla- gen, die gute Unterkunft boten, ferner hatten viele Besucher an den Tischen unter den Bäumen Platz genommen. Eine Musikkapelle, bestehend aus Kame­raden des Musikzugs der SA.-Standarte 116, die schon bei den Gefallenen-Gedenkfeiern und auch bei dem Marsche durch die Stadt ihre guten musi­kalischen Leistungen wieder bekundet hatten, erfreute auch hier durch ausgezeichnete Unterhaltungsmusik, die allen Besuchern mit Recht große Freude berei­tete. Für gesellige Unterhaltung war unter der um­sichtigen Organisation von Kamerad Reitz in viel­fältiger Weise bestens gesorgt; die Erwachsenen konnten sich an mehreren Schießständen unterhalten oder sie konnten auf einem großen Tanzboden das Tanzbein schwingen, für die Kinder war ein reich­haltiger Zuckerstand vorhanden, und die Festwirt­

schaft hatte sich die ausgezeichnete Verpflegung der Besucher und Speise und Trank sehr angelegen sein lassen. Am Abend fand noch ein schönes Feuer­werk als wirkungsvoller Ausklang des schönen Soldatentages statt.

Am Nachmittag vor Beginn des geselligen Teils traten die Mitglieder der Kameradschaften zu einer kurzen Feier zusammen, bei der Kamerad Mül- l e r zunächst allen Besuchern kameradschaftlichen Gruß entbot und dann mit Worten der Genugtuung auf den starken Besuch dieses zweiten Gießener Sol­datentages hinwies. Er erinnerte weiter kurz an die auch für die alten Soldaten schwere und schmerz­liche Zeit in den Nachkriegsjahren unter dem über­wundenen System, und er gab der Freude der alten Soldaten darüber Ausdruck, daß durch die na­tionalsozialistische Revolution und den tatkräftigen und glücklichen Aufbau unter der Leitung unseres Führers das Deutsche Reich wieder stark und mäch­tig geworden ist im Kreise der Völker und ein im Denken und Fühlen einheitliches deutsches Volk heute wieder in glücklicher Weise an seinem Schick­sal arbeitet. Er huldigte sodann dem Frontkamera­den Adolf Hitler und feinem Werk zum Segen des deutschen Volkes und grüßte den Frontkamera­den, den deutschen Führer und Reichskanzler Adolf Hitler mit dem von den alten Soldaten in treuer Verbundenheit freudig aufgenommenen dreimaligen Sieg-Heil. Der gemeinsame Gesang der ersten Verse des Deutschland- und des Horst-Wessel- Liedes folgte.

Nach diesem Gruß und Treugelöbnis an den Führer gab Kamerad Müller bekannt, daß Pro­fessor Bernbeck eine Sammlung von Kriegsbrie­fen gefallener Gießener Soldaten herausgegeben hat, womit der Herausgeber nicht nur diesen ge­fallenen Kameraden, sondern dem deutschen Sol­daten des Weltkrieges überhaupt ein schönes und ehrenvolles Denkmal für alle Zeit fetzte. In dank­barer Würdigung dieser Tat wurde Professor Bernbeck von der Arbeitsgemeinschaft der Gie-

Wie an den Vorsonntagen, so war auch am gestrigen Sonntag wieder die SA. zu den Bauern gegangen, um bei der Einbringung der Ernte zu helfen. Gegen Mittag, als die Sonnenstrahlen den Tau von den Feldern genommen, fuhren Ernte­wagen auf Erntewagen, begleitet vom Bauer und seinen ihm zugeteilten SA.-Männern, hinaus auf die Felder. Bald merkte man nichts mehr von der sonst üblichen Sonntagsruhe. Soweit man schauen konnte, wurde fleißig gearbeitet. Wagen um Wagen wurde geladen, und zu zweien und dreien zusam­mengekoppelt schwankten sie schwer beladen dem Dorfe zu. Auch hier war für Hilf, gesorgt, denn auf Tennen und in Scheuern standen Helfer der HI., um die hereinkommenden Erntewagen fo rasch wie möglich abzuladen. Es war wirklich eine Lust zuzusehen, mit welcher Freude jeder einzelne seinen Arbeiten oblag. Aber auch der Bäuerin sollte Hilfe werden, auf ihr allein durfte die erhöhte Arbeit in der Hauswirtschaft nicht ruhen. Für sie war der BDM. eingesetzt. Geschäftig und mit großem Fleiß verrichteten auch die Mädels ihre Arbeit bei der Bäuerin. Durch den Einsatz des BDM. wurde manche schaffende Hand noch für die Erntearbeit frei. Auf größeren Gutshöfen ist sogar der Arbeits­dienst für längere Zeit eingesetzt.

Die gesamte Erntehilfe ist nicht etwa für die SA., HI. oder den BDM. eine Abwechslung ihrer sonstigen Arbeitstage in Fabrik, Büro, Werkstatt oder Geschäftsräumen, sondern sie ist einzig und allein geboren aus echter Kameradschaft, Volks­verbundenheit, Hilfs- und Einsatzbereitschaft. Selbst abgearbeitet durch ihr oft schweres Tagewerk gehen sie dennoch freiwillig mit Freude und Schaffensgeist an die für sie ungewohnten Erntearbeiten in dem Bewußtsein, durch ihren Einsatz Ehrendienst für das gesamte deutsche Volk zu leisten. Ein Volk, dessen Jugend von so großem Verantwortungs-

ßener Soldatengemeinschaften als erster zum Ehrenmitglied ernannt. Darüber wurde ihm eine Ehrenurkunde ausgestellt, die ihm von Kam. Müller vor den versammelten Kameraden über­reicht wurde.

Professor Bernbeck brachte in einer kurzen Ansprache seinen Dank für diese Ehrung zum Aus­druck und betonte, daß er die Auszeichnung mit Stolz und herzlicher Dankbarkeit annehme, nicht etwa in erster Linie für sich, sondern vor allem als eine pietätvolle Ehrung der teuren Toten und der ihnen gleichgearteten noch lebenden Frontkämp­fer. Bei der Veröffentlichung dieser Kriegsbriefe, die oft unter dem Donner der Geschütze geschrieben wurden, sei er von der Erwägung ausgegangen, daß Kind und Kindeskinder nie vergessen sollten, wie der deutsche Soldat gegen eine Welt von Fein­den in mehr als vierjährigem gigantischen Ringen gestritten habe, den Lebenden und den Zeitgenossen zum bleibenden Gedenken und der Jugend zum mahnenden Vorbild.

Kam. Müller überreichte sodann dem Kam. Reitz als äußeres Zeichen der besonderen Aner­kennung der vielfachen Verdienste, die sich Kam. Reitz um die Gießener Soldatenkameradschaften und um die Vorbereitung der Gießener Soldaten­tage im besonderen erworben hat, ein Bild, das die drei großen Deutschen Friedrich den Gro­ßen, B i s m a r ck und Adolf Hitler als die größten Führer der deutschen Nation vereinigt zeigt.

Kam. Reitz nähme diese Ehrung mit Worten herzlichsten Dankes an und betonte, daß er seine Arbeit immer gern getan habe zur Ehre der alten Soldaten, die im Kriege jahrelang draußen vor dem Feind gelegen, gehungert, gelitten und gestritten haben, und die ihren höchsten Stolz darin sehen, daß sie gemeinsam mit dem Frontkameraden und Führer der Deutschen Adolf Hitler arbeiten am Wie­deraufbau eines herrlichen Deutschen Reiches und die durch ihre Taten immer bekunden wollen, daß unser Führer Adolf Hitler sich stets auf die alten Soldaten stützen und verlassen kann. Er schloß mit einem begeistert aufgenommenen dreimaligen Hurra auf die alten Soldaten und die deutschen Soldaten« kameradschaften.

gefühl beseelt ist, hat an ihr eine große Stütze in allen Lagen.

Vom Bann 116 der Hitler-Jugend wird uns be­richtet:

Wochen ungünstiger Witterung liegen hinter uns. Schon seit vielen Tagen hofft der Bauer auf einen Umschwung des Wetters, hofft, daß es ihm gelingen möge, die diesjährige Ernte gut unter Dach und Fach zu bringen. Beinahe fah es danach aus, als sollte Deutschland eine gleich ungünstige Ernte be­schert werden, wie 1934, da endlich kam zu rechter Zeit noch das richtige Erntewetter auf.

Nun hieß es für den Bauer, alle Hände zu rüh­ren, die Ernte schnell einzubringen, die Ernährung des deutschen Volkes zu sichern. Ueberall fehlte es jedoch an Arbeitskräften. Die innere Gesundung des Reiches ist soweit vollzogen, daß fast keine Arbeits­losen mehr zur Verfügung stehen, dem Bauer bei der Einbringung der Ernte zu helfen.

In klarer Erkenntnis dieser Sachlage und durch­drungen von dem Pflichtbewußtsein, mit verant­wortlich zu sein für den Gang der Dinge in Deutsch­land, hatten der Bannführer und die Untergauführe­rin von Gießen den Befehl gegeben, daß am Sonn­tag, 16. August, der Standort Gießen der HI. und des BDM. gemeinsam mit dem Bauer auf dem Felde arbeiten, um fo raschestens die Ernte zu sichern. Schon am frühen Morgen zogen denn am gestrigen Sonntag die Jungen und die Mädel durch die Straßen der Stadt, fuhren dann gruppenweise auf die einzelnen Dörfer und stellten sich den Orts­bauernführern zur Verfügung.

In vielen Dörfern hat der' Einsatz von HI. und BDM. vorzüglich geklappt. Während einige Grup­pen bei der Einbringung der Frucht beschäftigt wa­ren, ernteten andere den Flachs. So wurde in Annerod einer Gruppe von 18 Hitler-Jungen und BDM.-Mädeln ein ganzes Flachsfeld zur Ver­fügung gestellt, das sie abernten konnten. Zunächst bereitete es ja einige Schwierigkeiten, den Flachs von dem Unkraut zu scheiden, zumal dann, wenn man Flachs noch gar nicht gesehen hatte. Aber mit etwas Uebung klappte die Sache ganz gut, und bei frohen Liedern und fröhlichen Scherzen schritt die Ar­beit auch ganz munter fort. Zum Mittagessen hatten die Bauern einige riesige Eierpfannkuchen zur Ver­fügung gestellt, die ganzpfundig" schmeckten, wie die Mädels versicherten.

Leider hat der Einsatz nicht überall so vorzüglich geklappt, wie in Annerod und in einigen anderen Orten. Die Jungen und Mädel wurden abgewiesen mit dem Hinweis, daß Sonntag nicht gearbeitet würde. Wir Hitler-Jungen und BDM.-Mädel sind der Meinung, daß unser Einsatz zuerst Deutschland ist, daß dies unser oberster Glaube sein muß. Da­hinter haben sich alle anderen Meinungen zu ver­stecken. Erst haben wir an Deutschland zu denken und für die Sicherheit seiner Ernährung zu sorgen, dann kommen erst alle anderen Gesichtspunkte.

Hk.

Canöfrpta Gießen

4- Grünberg, 17. Aug. Am heutigen Tage vollendet unsere Mitbürgerin, die Witwe Friederike Maier, geb. Schmidt, ihr 90. Lebensjahr. Sie ist die älteste Frau unserer Stadt. Der älteste Mann, Weichenwärter i.R. Johannes Görnert, wurde im Dezember. 1935 bereits 90 Jahre alt.

Gefallenen-Ehrung auf dem Alten Friedhof.

1OOOO Liter Patenwein für Gießen.

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Am Samstag traf, wir berichteten bereits dar­über, die erste Sendung Patenwein für Gießen aus Oppenheim a. Rh. in unserer Stadt ein. Fest­lich waren Lastkraft­wagen und Anhänger geschmückt. In der Schul­straße wurde dasStöff- chen" probiert.

(Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.)

SA.,HI. und BdM. helfen hei der Ernte.