Nr. 191 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Montag, (7. August M6
XL OLYMPISCHE SPIELE
Der gestrige Sonntag, der letzte Tag der XI. Olympischen Spiele Berlin 1936, brachte noch einmal vor 120000 Zuschauern viel bejubelte deutsche Erfolge. Deutschlands Reiterelite stellte in allen Reitwettbewerben die Sieger. Nicht nur in den Einzel-, sondern auch in den Mannschaftskämpfen konnten die Goldenen Medaillen gewonnen werden. Die Schlußfeier war der weihevolle Ausklang aller Kämpfe, in denen die Jugend der Welt die Kräfte gemessen hatte.
BERLIN 1936
Deutschlands Reiter in vorderster Krönt.
Alle Goldmedaillen der Reifwettbewerbe gewonnen.
Deutscher Doppelsieg in der „Mitary".
Hauptmann Ttubbendorf Olympiasieger.
Am Schlußtage hielten die Reiter ihren Einzug ins Olympiastadion und gaben, nachdem sie bisher nur auf den Nebenkampfstätten, dem Maifeld und im Döberitzer Gelände, um den olympischen Sieges- lorbeer gestritten hatten, der großen Schlußfeier die sportliche Untermalung. Schon am Vormittag, als die letzte Teilprüfung der „Military", das Jagdspringen, abgewickelt wurde, war das Stadion bis auf den letzten Platz gefüllt. Mit Spannung ver-
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'Ein Musterbeispiel olympischen Kampfgeistes gab in ider Military Oberleutnant Freiherr v. ©an« genheim. Durch Sturz holte er sich beim Geländeritt einen Schlüsselbeinbruch, hielt jedoch die Prü- ungen durch und verhalf damit der deutschen Mann- chaft zur Goldmedaille. Im Bilde der Reichssport- ührer von Tschammer und Osten im Ge- präch mit Oberleutnant Freiherrn v. Wangenheim folgte die Menge unter atftilofer Stille jeden einzelnen Parcours. Laut brauste jedesmal der Beifall 'der Hunderttausend auf, wenn einer der Teilnehmer sämtliche Hindernisse glatt und ohne jeden Fehler genommen hatte.
Die eigentliche Entscheidung in der aus Dressur, Geländeritt und Jagdspringen bestehenden Diel- eitigkeitsprüsung war schon am Vortage gefallen. Auf dem 36 Kilometer langen Geländeritt in Döbe- ritz am Samstag war den Pferden das Letzte abverlangt worden. Das Jagdspringen sollte nur noch zeigen, ob die Pferde nach den Anstrengungen des Vortages noch über die notwendige Sicherheit, Geschmeidigkeit und Energie verfügten, die die Vorbedingung für ein gutes Militär- und Jagdpferd find, lieber insgesamt 12 Hindernisse bis zu einer Höhe von 1,15 Meter führte der Kurs. Fehler ergaben sich zumeist aus Müdigkeit. Mit als einer der ersten erschien Rittmeister Lippert auf „Fasan" in der Bahn. Rach dem Geländeritt noch an dritter Stelle in der Gesamtwertung liegend, warfen ihn hier 20 Springfehler auf den 6. Platz zurück, da die noch hinter ihm liegenden Kaptl. Lunding (Dänemark) auf „Jason", Hptm. Endrödy (Ungarn) auf „Pandur" ihr Konto nur mit zehn Fehlem belasteten. Lt. Grandjean (Dänemark) brachte seinen Schimmel „Grey Friar" sogar fehlerlos über alle Klippen.
Unter atemloser Spannung startete fast zum Schluß „Nurmi" unter Hptm. Stubbendorf. Nur zehn Fehler unterliefen ihm durch Flüchtigkeit am vierten Sprung, aber dennoch war sein Sieg nie gefährdet. Der Ostpreuße machte von allen Pferden den weitaus frischesten Eindruck. Spielend leicht setzte er über die Hindernisse hinweg, die in gar keinem Verhältnis zu den Anforderungen vom Vortage standen.
Bravo, Oberleutnant Zrhr. von Wangenheim!
Eine neue Bravourleistung vollbrachte Oblt. Freiherr von Wangenheim auf „Kurfürst". Am Tage zuvor war er im Gelände bös zu Fall gekommen und hatte dabei das linke Schlüsselbein gebrochen. Oblt. v. Wangenheim beendete nicht nur den Geländeritt trotz der äußerst schmerzhaften Verletzung, sondern trat mit angeschnalltem Arm zum Jagdspringen an, um für Deutschland den Mannschaftssieg und die Goldene Medaille zu retten. Der deutsche Reiter tat im Jagdspringen, durch seinen Arm behindert, an einer schwierigen Wende nochmals einen Sturz. Trotz unsäglicher Schmerzen bestieg Oblt. von Wangenheim den braven Fuchs erneut und beendete unter dem Beifall der Massen den Parcours. Der amerikanische Capt. Thompson auf „Jenny Camp" behauptete mit nur zehn Fehlern den zweiten Platz und die Silberne Medaille. Auf den nächsten Plätzen landeten die beiden Dänen Kptl. Lunding und Lt. Grandjean. __
Sieg auch in der Mannschaftswertung
Neben der Goldenen Medaille in der Einzelbewertung, die Hptm. Stubbendorf auf „Nurmi" holte, gelang es Deutschland auch in der Mann- fchaftsbewertung die Goldene Medaille an sich zu reißen. Mit 676,75 Punkten siegte Deutschland gegen Polen mit 991,70 Punkten vor Polen mit 991,70 und Großbritannien mit 1195,50 Punkten.
mona" hatte einen ganz schlechten Tag und wurde nach dreimaligem Verweigern ausgeschlossen. Damit war die belgische Mannschaft ganz aus dem Wettbewerb. Deutschland hatte damit die Goldene Medaille im Mannschaftsspringen gewonnen.
Die Rumänen, die durch das Versehen von Oblt. Tudoran aus der Mannschaftswertung gekommen waren, entschädigten sich dafür im Einzelwettbewerb, in dem sie sich für den Stichkampf mit Deutschland qualifizierten. Der in Rumänien gezogene Vollblüter „Delphis" unter Oblt. Rang prang zur allgemeinen Ueberraschung nahezu alles ehlerlos. Erst am vorletzten Hindernis nahm er mit der Hinterhand eine Stange mit und lag somit mit „Tora" gleich. Für den Sieg um den ersten Platz und die Goldene Medaille war somit ein Stechen über erhöhte Hindernisse notwendig, ebenso im Kampf um die Bronzemedaille, den Ibrahim (Belgien), Dakota (USA.) und Sollö (Ungarn) mit je acht Fehlern bestritten. Die Mauern wurden zu diesem Zweck auf 1,70 Meter erhöht, der Graben auf 5,50 Meter verbreitert.
Deutschland auch 6in$elfieger.
Eine wahre Nervenprobe nicht nur für die Reiter, sondern auch für die Zuschauer wurde der entscheidende Stichkampf. Zuerst wurde der Gewinner der Goldmedaille ermittelt. Durch die hereinbrechende Dunkelheit wurde die Aufgabe der Pferde noch erheblich erschwert. „Tora" erschien zuerst in der Bahn. Oblt. Hasse ging mit ihr sofort „auf Zeit". Wiederum sprang die Stute die ersten fünf Hindernisse fehlerlos und verursachte nur am letzten Sprung vier Fehler. Oblt. Rang dagegen ging mit „Delphis" auf 0 Fehler aus und ritt in übertrieben langsamem Tempo über den Kurs. „Delphis" machte aber trotzdem im vorletzten Sprung vier Fehler. Die verlorene Zeit war bis zum Ziel nicht mehr einzuholen und mit 59,2 Sekunden war dieser letzte olympische Wettbewerb im Stichkampf zugunsten Deutschlands und Oblt. Kurt Hasse entschieden. Die Zeit von „Delphis" betrug 72,8, die Zeit „Toras" 59,2.
Ein wahrhaft stolzer Triumph für den deutschen Turniersport und die deutsche Warmblutzucht am Schlußtage der XI. Olympischen Spiele.
Deutschlands Giegestafel.
Gold Silber Bronze
Leichtathletik (29 Wettbewerbe) a) Männer (23)
3
2
4
b) Frauen (6)
2
2
3
Ringen:
a) Freistil (7)
—
1
2
b) griechisch-römisch (7)
—
2
2
Gewichtheben (5)
1
2
2
Radsport (6)
2
—
1
Schießen (3)
1
2
—
Moderner Fünftkampf (1)
1
—
—
Kanu (9)
2
3
2
Fußball (1)
—
—
—
Handball (1)
1
—
—
Hockey (1)
—
1
—
Wasserball (1)
•—
1
Basketball (1)
—
—
—
Polo (1)
—
—
—
Segeln (4)
1
1
1
Rudern (7)
5
1
1
Turnen (9)
a) Männer (8)
5
1
6
b) Frauen (1)
1
—
—
Schwimmen (15)
a) Männer (8)
—
1
1
b) Frauen (7)
—
2
2
Fechten (7)
—
1
2
Boxen (8)
2
2
1
Reiten (6)
6
1
—
Zusammen
33
26
30
Die deutschen Erfolge.
Um den deutschen Erfolg dieser Olympischen Spiele ganz erfassen zu können, genügt es, nur die Zahl der von den deutschen Kämpfern und Kämpferinnen in Los Angeles errungenen Medaillen gegenüberzustellen. Damals errang Deutschland drei goldene (diesmal 33), 13 silberne (26) und 4 bronzene (30) Medaillen. Die übrigen Nationen folgen mit weitem Abstand.
Jagdspringen um den Großen preis der Rationen.
Auch am Nachmittag war das Olympiastadion Ibis auf den letzten Platz gefüllt. Nach Siegen .errungen begann das Jagdspringen um den „Preis iber Nationen", das die Elite der Turnierretter der Welt am Start sah. Schon gleich nach dem Abschluß iber „Military" erschien der Bahndienst im Jnnen- iraum und baute einen vollkommen neuen Parcours
Der japanische Hausttmann Jnanami auf „Asa- • fuji" eröffnete als erster Reiter das Springen. !Dann folgten jeweils der erste Vertreter der übrigen 17 gemeldeten Nationen. Noch völlig ungewiß war Iber'Ausgang, als die 18 Retter über den Kurs .gegangen waren. Keiner hatte es bis dahin mit iS Fehlern geschafft. Für Deutschland startete als «erstes Pferd „Nordland" unter Hauptmann von Warnekow. 20 Fehler unterliefen der Holsteinerin. -Für die Mannschaftswertung schieden hier bereits lOesterreich, Polen, Großbritannien und Rumänien .aus, deren Reiter den Parcours nicht beendeten.
Immer mehr stieg die Spannung, als gum .zweiten Male die Reiter der einzelnen Nationen 'über den Kurs gingen. Norwegen und Die Türkei schieden zunächst aus der Mannschaftswertung aus, so daß nach der Hälfte des Wettbewerbs für diese 'Goldmedaille nur noch ein Dutzend Nlannschasten iin Frage kam. Als zweites Pferd für Deutschland Iftartete „Tora" unter Oberleutnant Kurt Hasst- ttrittr «atemloser Spannung nahm die Stute spielend leicht 'Sprung um Sprung. Schon glaubte man an den «ersten 'fehlerlosen Ritt, da unterlief ihr am dreifachen Sprung ein kleiner Flüchtigkeitsfehler, un im nächsten Augenblick rollte eine Stange zu -öoöen 4 Fehler! Sogleich hatte aber der jamofe Reiter -K. Hasse die Fuchsstute wieder beisammen, und 'ohne jeden weiteren Fehler beendete „Tora unter 'dem Beifall der Hunderttausend den Parcours. Mit 'vier Fehlern tag damit „Tora" in der Emzelwer- itung an der Spitze vor dem belgischen Schimmel .„Ibrahim" und dem Vertreter der Türkei,,Sapklni . -In der Mannschaftswertung behauptete allerdings ! Belgien durch das gute Abschneiden von Cpt. Moniten de Home auf '.Musaphiki" noch einen knappen Worsprung. Schweden, Tschechoslowakei und Ungarn wurden wegen dreimaligen Verweigerns ebenfalls »aus dem Mannschaftswettbewerb st^oNen.
Nach dem zweiten Durchgang aller Retter er- . gab sich folgender Zwischen stand: 1. Belgien 23 Fehler, 2. Deutschland 24, 3. Italien 38-/1, 4. Holland 39V-, Portugal 44 Fehler — Einzel- Wertung:!. Tora 4 Fehler, 2. Ibrahim 8 Feh- Iler, 3. Bagatelle 12 Fehler, 4. Sapkm.
Den Beginn des dritten Durchganges machte wieder ein Japaner, der Olympiasieger von 1932, Hptm. Baron Nis hi, auf dem schon 16jährigen „Uranus". Allgemein fürchtete man schon um den deutschen Sieg, als der aus tausend Schlachten bekannte „Nasello" unter dem italienischen Kapitän Filiponi in der Bahn erschien. Fehler über Fehler unterliefen ihm. Die drei Pferde Englands kamen sämtlich nicht über den Kurs.
Die deutschen Hoffnungen ruhten noch auf „Alchimist" unter Rittmeister Brandt. Der noch junge Hannoveraner enttäuschte jedoch etwas. Durch seine teilweise flüchtigen Sprünge zog er sich 20 Fehler zu. Damit schien Deutschlands Sieg in der Mannschaftswertung schon nicht mehr möglich, denn der letzte belgische Reiter hätte 21 Fehler machen müssen, ehe Deutschland mit 44 Fehlern an die Spitze gelangt wäre. Das Mißgeschick der Belgier war aber noch viel größer. Die schon 17jährige „Ra-
Unser Bild zeigt Hauptmann Stubb en darf auf feinem siegreichen Pferd .-Nurmi" beim Nehmen eines Hindernisses bei dem Jagdspringen am Sonntagvomuttag. — (Scherl-Bllderdienst-W.)
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Rückschau Olympia.
Die olympischen Flammen sind erloschen. An klassischer Stätte entzündet, von 3000 Läufern getragen, war das Feuer nach Berlin gebracht worden und loderte als Symbol über den Kampfstätten. Die olympische Flagge ist nun eingeholt! Die Glocke, die die Jugend der Welt gerufen hatte, läutete zum Abschied.
Die Jugend von 55 Nationen traf sich im Wettkampf, fand sich in sportlicher Kameradschaft und verwirklichte damit unter sich das Ideal des Völker- riedens. Olympia 1936 wurde zu einem Fest des Friedens und die veranstaltende Nation trug ein gerüttelt Maß zum Gelingen bei. Viele hunderttausend Menschen waren in diesen Tagen an den olympischen Kampfstätten vereinigt, verfolgten erhoben, begeistert, ja, hingerissen die zahlreichen Wettkämpfe. Wie oft wurden die Hunderttausende 3ur übernationalen und völlig unteilbaren Gemeinschaft, wenn es die Anerkennung der unbestreitbar besten Leistung galt.
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Sicherlich konnte das Erlebnis an Ort und Stelle der Kämpfe durch nichts übertroffen ober durch kein noch so vollkommenes technisches Hilfsmittel in voller Erlebniskraft vermittelt werden. Es steht aber trotzdem außer allem Zweifel, daß die ganze Welt stärksten Anteil nahm. Niemand brauchte abseits zu stehen, wenn es ihm auch nicht möglich war, in Berlin zu sein. Zeitungen und Zeitschriften übermittelten in Wort und Bild die großen sportlichen Kämpfe mit aller Großzügigkeit und allem technischen Einsatz. Der Rundfunk gab Hörberichte. In den oft leidenschaftlichen Schilderungen der von den Ereignissen mitgerissenen Sprecher wurde auch den Hörern in aller Welt die Stimmung über den Kampfstätten bewußt. Wie oft hörte man die Sieger selbst am Mikrophon, häufig noch fast atemlos von der Anstrengung des Kampfes, zutiefst erschüttert vom Glücksgefühl des Sieges ober aufgewühlt vom Beifall ber Massen. Hier trat ber Hörer, Hunderte ober Tausenbe von Kilometer von ben Kampfstätten entfernt in unmittelbare herzliche Beziehung zum olympischen Kämpfer.
Es ist gut, sich der Tatsache einmal bewußt zu werben, daß es noch vor 1% Jahrzehnten nicht möglich war, Olympischen Spielen so unmittelbar nahe zu sein, wie diesmal die ganze Welt den Spielen folgen konnte. Man darf hier nicht snobistisch von „Selbstverständlichkeiten" sprechen. Hier liegen olympische Leistungen der Technik vor. In erster Linie Leistungen der deutschen Technik! * ♦
Die Fülle der außerordentlichen Geschehnisse ist kaum übersehbar. Es wäre vermessen, alles in den 3eilen einer kurzen Rückschau erfassen zu wollen. Wie umfangreich war allein die Vorarbeit, die vor Jahren und nach Los Angeles für die XI. Olympischen Spiele in Berlin geleistet werden mußte. Welche Anstrengungen machte Deutschland unter der Initiative des Führers allein um die Schaffung einer würdigen Kampfstätte!? Welche Organisationsarbeit war nötig, um die Kämpfer alle so unterzubringen, daß ihre körperliche Leistungsfähigkeit nicht beeinträchtigt wurde und ihnen die natürlichen Lebensbedingungen erhalten blieben!? Welche Or- ganifationsarbeit war nötig, um dem Fackellauf von Griechenland bis Berlin den pünktlichen Ablauf zu sichern. Welche Vorbereitungen waren zu treffen für die Kämpfe selbst, für die Einsetzung der Kampfgerichte, für die exakte Feststellung der Ergebnisse. Die Summe der von, meist ehrenamtlich tätigen, berufenen Kräften geleistete Arbeit ist unübersehbar. Sie kommt nur im Erfolg zum Ausdruck! Welche Verantwortung hatten die führenden Persönlichkeiten zu tragen, die sich dessen bewußt sein mußten, daß es um deutsches Ansehen vor der Welt ging!
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Der erhebenden Eröffnungsfeier am Samstag, 2. August, folgten die ersten Wettkämpfe am nächsten Morgen auf breiter Front. Acht Tage lang beherrschten die Leichtathleten das Olympische Stadion. Im Kuppelsaal des Reichssportfeldes traten Fechter und Fechterinnen an. In der Deutschlandhalle kämpften Ringer, Gewichtheber und Boxer. Der Moderne Fünfkampf wurde entschieden, die Turniere für Fußball, Handball, Hockey, Basket- und Wasserball wurden in Vor-, Zwischen-, Vorend- und Endrunden entschieden. Die Schützen trafen sich auf den Schießständen der Versuchsanftalt für Handfeuerwaffen am Wannsee, auf der Kieler Förde rangen im Sturm und Regen die Segler um die Medaillen. Radfahrer kämpften unter äußerstem Einsatz. In der zweiten Woche wurde die Dietrich-Eckart-Freilichtbühne zum Schauplatz turnerischer Höchstleistungen, und das Schwimmstadion hallte wider vom Jubel der Begeisterung über phantastische Rekorde der Schwimmer und über die Eleganz der Leistungen im Kunst- und Turmspringen. Zu Beginn der zweiten Woche starteten die Kanufahrer über lange und kurze Strecken, und während in Kiel die olympische Flamme erlosch, lagen auf der vorbildlichen Grünauer Regattastrecke die Ruderer in wahrhaft mörderischen Rennen. Die Reiter demonstrierten auf dem Maifeld die letzten Möglichkeiten der Dressur und der Verbundenheit von Mensch und Tier. Boxer und Fechter beendeten ihre Turniere. Im Olympischen Stadion gingen noch einmal hohe Wogen der Begeisterung über die Endkämpfe im Handball und im Fußball. Die Reiter beschlossen die Fülle der Wettbewerbe der Olympischen Spiele.
Die Schlußfeier gestern abend war ein Finale, wie es der Würde und der bedeutsamen Größe der vergangenen 14 Tage entsprach.
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Wer nicht in den Tagen seiner Jugend selbst in ernstem sportlichem Wettkampf stand, wird kaum ermessen können, welche körperliche Höchstleistung und welche seelische Kraftentfaltung für einen olympischen Sieg aufgebracht werden muß. Welch ein Ausmaß an ganz persönlicher Klugheit, an Selbstdisziplin, an Dispositionsvermögen, an Reaktionsfähigkeit, an Nerven- und Willenskraft ist nötig, um in der erlesenen Gesellschaft der Besten der Wett bestehen zu können!? Sellen tut es die Kör-


