Ausgabe 
17.7.1936
 
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Stettag, ir.M 1956

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Weltrüstungsfieber.

Von Generalleutnant a. O von Mehsch.

Der Vorgänger Lson Blums, der französische Ministerpräsident Sarraut, sagte vor einigen Wochen, nichts sei verkehrter als zu behaupten, daß die französische Armee der deutschen unterlegen sei. .(Echo de Paris.) In demselben Generalstabsblatt schrieb Andre P i r o m e a u , Frankreich verfüge heute über mindestens fünf Millionen ausgebildeter Männer, riesige Kriegsoorräte feien bereitgestellt, die Flotte sei vollkommen neu aufgebaut und die Luftwaffe habe einen enormen Aufschwung ge­nommen. General Weygand, noch immer der mutmaßliche Feldherr Frankreichs, sagte daher wohl ganz zutreffend in einer Versammlung alter Frontjournalisten:Uns kann kein Unglück zu­stoßen". (Temps.)

Der ehemalige belgische Verteidigungsminister D e v e z e legte vor der Militärkommission des Lan­des dar, daß die wichtigste Aufgabe der Landes­verteidigung, nämlich der Bau und die Besetzung eines unzerreißbaren Grenzdammes zum Schutze der Mobilmachung gegen plötzliche Angriffe, in gutem Fortschreiten sei. (Temps.)

Aus der Tschechoslowakei läßt sich die Morningpost berichten, daß neue gesetzliche Maß­nahmen alle Rüstungsbetriebe unter Staatsaufsicht stellen, die Zuständigkeiten der Militärbehörden in den Grenzbezirken erheblich erweitern, und daß dem Parlament demnächst Kredite für Grenzbefesti- aungsanlaben vorgelegt werden würden, obwohl die Friedensstärke kürzlich erst auf 150 000 Mann und die Dienstzeit auf zwei Jahre erhöht worden sei. Der Wehrhaushalt sei infolgedessen auf zwei Mil­liarden Kronen, die mobile Wehrstärke auf eine Million Mann gewachsen, die auch voll ausgerüstet und bewaffnet werden könnten.

lieber die Rüstungen der Sowjetunion klärt eine japanische Denkschrift des Kriegsministeriums in Tokio dahin auf, daß sich die sowjetischen Mehr­ausgaben in den letzten fünf Jahren mehr als verzehnfacht haben (Times), und daß allein die fernöstlichen Streitkräfte, also nur Bruchteile der russischen Wehrmacht, fast ebenso stark seien wie die gesamte japanische Heeresstärke überhaupt.

Aus derselben englischen Quelle hören wir, daß die diesjährigen Bewilligtmgen des Heeresausschuf- ses im Repräsentantenhause zu Washington den größten Friedens-Wehrhaushalt in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Nordame­rika" darstellen und unter anderem zum Ziele haben, die Zahl der Heeresflugzeuge innerhalb von fünf Jahren auf fünftausend zu bringen.

Italien begnügt sich nicht einmal mit dieser Menge, sondern will, der Daily Mail zufolge, am Ende des laufenden Jahres über fünftausendfünf- hundert Flugzeuge verfügen und etwa fünfzehn­hundert Bomber innerhalb eines Jahres neu bauen. Kein Teil des Mittelmeerhimmels", sagte der Luft­unterstaatssekretär, General Balle, vor der Kammer,könne der italienischen Kontrolle ent­gehen." Die Bomber könnten je eineinhalb Tonnen in jede Gegend des Mittelmeeres tragen, und Brenn­stoffvorräte seien für jeden möglichen Kriegsfall so reichlich vorhanden, daß deren Einfuhr schon seit dem 1. März eingestellt sei! Alles die, obwohl die durchschnittlichen Monatskosten des Krieges gegen Abessinien nach den Angaben der Gazetta Uffiziale, seit September vorigen Jahres etwa je eine.Mil­liarde Lire betragen.

England steht hinter diesem Rüstungseifer nicht, oder richtiger: nicht mehr zurück. Sein Ma­rinehaushalt, der 1932 noch wenig über fünfzig Millionen Pfund betrug, erreicht 1936'37 deren ' mehr als achtzig. Das neue Bauprogramm sieht achtundfünfzig Schiffsneubauten vor, Singapore ; geht einem vollendeten Ausbau entgegen, den sich . London mehr als zehn Millionen Pfund kosten läßt, idie personelle Marinestärke überschreitet erstmalig Idie Friedensstärke an hunderttausend Köpfen, so Idaß derDaily Telegraph" bemerkt, seit 1920 seien idie Ausgaben für die Marine niemals so hoch ge- i wesen wie der Gesamtbetrag in diesem Jahre.

Es ist sonst im allgemeinen nicht meine Art, ! Zahlen aufzureihen oder sonstwie nur den registrie- irenden Chronisten zu spielen. Zahlen sind immer «anfechtbar und Tatsachenreihen sind immer lücken- lhaft. Allein die vorstehende Folge zeigt doch wohl 'eindeutig, daß das W e l t r Ü st u n g s f i e b e r »noch immer im Steigen oe griffen ist, inoch immer seinen Höhepunkt noch nicht erreicht zu chaben scheint. Nirgends findet die scheinbare Ent- ftpcmnungstendenz des außenpolitischen Gedanken­austausches oder die tatsächliche Entspannungssehn- Usucht des Volksempfindens aller Nationen ein ru- Mungsverminderndes Gegenstück, wie es vernünfti­gerweise dem allgemeinen Friedensbedürfnis der Wölker entsprechen würde. Auch die wirtschaftlichen Möte, die in keinem Staate fehlen oder die ge­waltigen Kriegskosten, die den italienischen Staat drücken, haben sich bisher noch nicht in einer Ver­langsamung des Rüstungstempos ausgewirkt. Ja, solche wirtschaftliche Bedrängnis hat zuweilen, zum Beispiel in Polen, im Gegenteil zu der ausdrück­lichen Forderung geführt, unter den Einschränkun­gen, die wirtschaftlich notwendig seien, keines- salls die Rüstungen leiden zu lassen. Sie istehen überall in den Staatsbelangen so unbe­stritten an erster Stelle, daß es scheint, als ''ei keine Stunde zu verlieren, um den bevorstehen- iOen Daseinskampf, der durch besorgte Köpfe geistert, !3U gewinnen.

Und doch ist der ganze wahnwitzige Vorgang nichts anderes als die Folge des einen Fehlers, die gewaltsam herbeigeführte Unfreiheit lebendi­ger Kräfte mit militaristisch unlebendigen Mitteln zu verewigen (Frankreich) oder die Verewigung dieser Unfreiheit zu dulden (England).

Anschlag auf -en König von England.

Oie Tai erfreulicherweise mißglückt. Oer Täler, ein Scholle oder Ire, verhastei. Glückwunsch -es Führers an König Eduard.

£ o n b o n, 16. 3ult (DRV.) Als könig Edu­ard VIII. am Donnerslag nach einer Fahnen­parade den hydepark verlieh und gerade durch den Alarmorlorbogen geritten war, ereignete sich ein Zwischenfall. Ein Mann von ungefähr 40 Jahren durchbrach die Polizeikette und versuchte, einen Gegenstand nach dem König zu wer­fen. Er wurde, wie Augenzeugen berichten, von einer Frau am Handgelenk gefaßt, wobei ein Re­volver auf die Straße fiel. Rach Berichten an­derer Augenzeugen soll er den Revolver in der Richtung auf das Pferd des Königs geworfen ha­ben. Der König fetzte seinen Ritt jedoch ohne Unterbrechung fort. Wieder andere Augenzeugen berichten, dah sofort ein Polizeioffizier von seinem Pferd sprang und den Attentäter f e st n a h m. Der Mann wurde dann auf die nächste Polizeiwache gebracht. Der Weilerritt des Königs verlief ohne Zwischenfälle.

Glückwunschtelegramm des Führers an den König.

Berchtesgaden, 16. Juli. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat an Seine Majestät den König von England folgendes Telegramm gerichtet:

Soeben erhalte ich die Nachricht von dem gegen Ew. Majestät verübten fluchwürdigen Anschläge und spreche Ew. Majestät zur Errettung aus dieser Gefahr meine herzlich st en Glückwünsche aus.

Adolf Hitler, Deutscher Reichskanzler."

Eine Friedensrede des Königs.

Die Menschheit verlangt dringend nach Frieden."

London, 16. Juli. (DNB.) Während der Flag­genparade, die dem versuchten Anschlag vorausging, hielt König Eduard VIII. vor den im hydepark angetretenen sechs Gardebataillonen eine Ansprache. Er wies dabei auf die lange Tradition der alten britischen Regimenter hin, die im Kriege, wie im Frieden die Soldatenehre zu wahren wußten, und fuhr dann fort:Nur wenige von euch kennen aus eigener Erfahrung die Schrecken des Welt­krieges. Ich hoffe von ganzem Herzen, und ich bete sogar darum, daß unsere Generation niemals wieder so furchtbaren Tagen ausgesetzt wird. D i e Menschheit verlangt dringend nach Frieden. Ihr werdet im Frieden Gelegenheiten zu Pflicht- und Dienstleistung finden, die ebenso ehrenvoll sind, wie irgendwelche auf alten Schlachtfeldern."

Augenzeugenbenchte.

lieber den Hergang der Tat liegen schon einige Augenzeugenberichte vor, obwohl über die Einzel­heiten und vor allem über die Hintergründe des Anschlages vermutlich erst die Vernehmung der festgenommenen Personen Aufschluß geben wird. Allgemein wird die Kaltblütigkeit des Königs be­wundert, der nur einige Sekunden lang den Kopf wandte. Dagegen bemächtigte sich der Menschen­

menge eine große Erregung, als die Gefahr er­kannt wurde und ein Polizist schrie:haltet den Mann, haltet den Mann!" Wenige Augenblicke später wurde der Täter, ein in den 40er Jahren stehender und etwas verwahrlost aussehender Mann, von drei Polizisten und einem Inspektor abgeführt. Der Zwischenfall trug sich in unmittelbarer Nähe des Buckingham-Palastes am Wellington-Torbogen zu.

Die Spätausgaben der Londoner Abendblätter veröffentlichen weitere Augenzeugenberichte über den Anschlag, die jedoch in verschiedenen Einzelhei­ten voneinander abweichen. Nach einem Bericht soll der Täter von den Umstehenden niedergesto­ßen worden sein, bevor er von seiner Waffe habe Gebrauch machen können. Im Sturze sei der Revolver aus seiner Hand auf die Straße gefallen, wo ihn ein Polizist ausge­nommen habe. Der ganze Zwischenfall sei in weni­gen Sekunden vorüber gewesen. Während des Handgemenges habe sich der König einige Augen­blicke umgesehen. Die ihm folgenden berittenen

Gardesoldaten hätten in diesem Augenblick begon­nen a u s z u s ch w ä r m e n, als ob sie den König hätten decken wollen. Doch habe hierzu keine Not­wendigkeit bestanden. Der Mann sei von der Polizei abgeführt worden, bevor sich die meisten Zuschauer darüber klar gewesen seien, was eigentlich geschehen wäre. Ein anderer Augenzeuge beobachtete, wie ein berittener Polizist von seinem Pferde sprang und sich auf den Täter stürzte, der buchstäblich über d i e Köpfe der auf dem Bürgersteig stehenden Menschenmenge hinweggehoben wurde.

Die in einem Teil der Auslandspresse verbreiteten Meldungen, wonach zwei oder drei Perso­ne n im Zusammenhang mit dem Anschlag verhaftet sein sollen, entsprechen nicht den Tatsachen. An­scheinend handelt es sich um ein Mißverständ­nis, das darauf zurückzuführen ist, daß ein oder zwei in der Nähe des Tatortes stehende Personen, die Ausnahmen von dem König machen wollten, mit zur Polizeistation genommen wurden, um die Photographien slcherzustellen.

9;e erste Vernehmung des Talers.

London, 16. Juli. (DNB.) Wie aus einem Bericht von Scotland Pard über den glück­licherweise vereitelten Anschlag auf König Eduard VIII. hervorgeht, drängte sich, als der König nach einer Fahnenparade gerade den hyde­park verließ, ein Mann plötzlich durch die Menge nach^ vorn, lieber den weiteren Vorgang der Tat ist nur so viel bekannt, daß ein mit fünf Schüssen geladener Revolver zwischen dem König und die ihm folgende Truppe zur Erde fiel, ohne daß vorher ein Schuß ab ge­feuert wurde.

Der Anschlag wurde am Nachmittag durch den Innenminister Sir John Simon den Mitgliedern des Unterhauses mitgeteilt. Das gesamte Unterhaus, so erklärte der Minister, wird aus tiefem Herzen dankbar fein, daß die Gefahr so prompt abgewendet werden konnte.

Der Täter heißt George Andrew Mc. Mahon und behauptet, im Westen Londons zu woh­nen. George Andew M c. Mahon ist von Beruf Journalist. Mc. Mahon ist ein Schotte, der seit vielen Jahren in London lebt und 34 Jahre alt ist.

Er wurde unter Ausschluß der Öffentlichkeit am Nachmittag vor dem Londoner Polizeigerichtshof Bow-Street vernommen. Auf der Fahrt zur Po­lizeistation bestritt Mahon gegenüber den ihn be­gleitenden Polizeioffizieren, daß er ernstlich die Ab­sicht gehabt habe, ein Attentat auf den König zu üben, vielmehr habe er lediglich protestieren wollen. Der Zwischenfall sei die Schuld des Innenministers Sir John Simon, dem er gestern abend geschrieben und den er heute vor­mittag angerufen habe.

Bei der Ankunft erkundigte sich der Gefangene, ob der König verletzt worden sei. In der Verhandlung wurde als erster Zeuge ein Polizeiinspektor ver­nommen. Er hat bei dem Angeklagten einen Re­volver mit fünf Kammern gefunden, von denen vier geladen waren, außerdem zwei weitere Streifen scharfe Munition, einen Briefumschlag, eine Post­karte mit dem Bild des Königs und ein Exemplar der heutigen Ausgabe desDaily Telegraph". Der Inspektor wiederholt die Aussage des Täters, der

zum Schluß den Wunsch geäußert f)aber sich mit seinem Rechtsanwalt in Verbindung zu setzen. Der Vorsitzende des Gerichts ordnete hierauf eine acht­tägige Untersuchungshaft an. Die Anklage gegen Mahon lautet dahin, daß er sich im Besitz eines Revolvers befunden habe^mit der Absicht, Leben zu gefährden.

Freude in England.

Weitere Mitteilungen über den Täter.

London, 17. Juli. (DNB. Funkspruch.) Aus allen Teilen Großbritanniens trafen am Donners­tag Botschaften ein, in denen die Freude über das Mißglücken des Anschlags auf König Eduard zum Ausdruck kommt. Auch aus zahlreichen ausländischen Staaten wurden dem König Glück­wünsche übermittelt. In den Morgenblättern wird besonders das Telegramm des Führers an König Eduard heroorgehoben. In der kanadischen Provinz Ontario sind für den kommenden Sonntag Dankgottesdienste in sämtlichen Kir­chen ar' mt worden.

Die B über den mißglückten Anschlag füllen die Spa der Morgenpresse. In großen Leit­

artikeln drücken die Zeitunaen ihre Genugtuung darüber aus, daß das Leben des Königs verschont wurde. In allen Berichten wird die Kaltblütigkeit heroorgehoben, mit der König Eduard troß des Zwischenfalles feine Truppeninspektion be­endete. Die erste, die ihm zu der glücklich über­standenen Gefahr beglückwünschte, war die Köni­gin-Mutter.

Der Verteidiger des Täters Mc. Mahon, ein Rechtsanwalt namens Kernstein, erklärte am Donnerstagabend im Auftrage feines Klienten, daß er kein en Meuchelmord vorgehabt habe. Bei der Untersuchung soll, Pressemeldungen zufolge, festgestellt worden sein, daß die im Abzug befind­liche Revolverkammer nicht geladen gewesen sei, während die übrigen geladen waren. WieDaily Erpreß" meldet, ist Mc Mahon ein Ire, der in Glasgow beheimatet ist. Sein eigentlicher Name ist Jsrome B a n n i g a n.

Es ist gar kein Wettrüsten, in dem wir zu stehen scheinen. Denn Deutschland bleibt ja unter allen Umständen erheblich hinter den Rüstungs­rekorden der übrigen Welt zurück. Wir leben viel­mehr in einem Wettlauf zwischen organischen Kräf­ten und mechanischen Mitteln. Auf diese letzteren stützte sich Versailles. Auf jenen ersteren beruht eine gesündere europäische Zukunft. Deutschland war immer bereit, den lebendigen Kräften den Vortritt zu lassen und darum den Rüstungsausgleich nach unten zu suchen. Die Gegenseite war niemals dazu bereit. So erzwang sie, bestimmt zu ihrem eigenen Schaden, die Steigerung des Rüstungsvorsprungs nach oben. Er hat das Wehrmaximum zum Ziele gesetzt, das zur Niederhaltung Deutschlands erforderlich scheint. Deutschland hat sich ein Weh r- minimum zum Ziele gesetzt, das zur Erhaltung Deutschlands nötig ist.

Wir brauchen nicht auf die Macht hinzuweisen, der es mit mehr Sinn für die Wehrfragen des eigenen Volkes und mit mehr Verständnis für die Lebensfragen anderer (im Weltkriege unterlegener) Völker ein Leichtes gewesen wäre, einen wahren Weltfrieden zu fördern, ohne das eigene Interesse zu beeinträchtigen. Um so weniger darf von uns Deut­schen mit Schweigen übergangen werden, daß der Krankheitsherd des heutigen Rüstungsfiebers nur der hemmungslosen westmächtlichenMachtergrei­fung" von 1919 und nicht etwa der, ihr gegenüber geradezu harmlosen deutschen Machtergreifung von 1933 entstammt. Von jener ging weder eine neue noch eine erneuernde Zeit aus, und Deutschland darf mit Stolz sagen, es sei nicht dabei gewesen. Von dieser ist eine Zeit angebahnt worden, die von den westlichen Staatsmännern nur ähülich begrif­fen zu werden braucht wie von ihren Völkern, um allen lebendigen Kräften ihr Recht zu gönnen. Es ist nicht nur Justitia fundamentum regnorum. Ge­

rechtigkeit gehört auch zur Zufriedenheit der Völ­ker. Es darf das sog. Militätsprinzip der Regierun­gen nicht nur Habgier fein. Ihm muß auch die prinzipielle Anerkennung aller der lebendigen Rea­litäten innewohnen, die auf die Dauer niemand schädigt, ohne sich selbst zu schaden. Es scheint, daß sich noch recht viel Dummheit austoben will, bis endlich erkannt sein wird, daß das höchste aller Dinge das Maß ist. So schrieb Goethe. So handelte Bismarck. So sehen wir auch die Voraussetzungen für eine glückliche Zukunft des Dritten Reichs.

Bei den Oeuischen in London.

London, 16. Juli. (DNB.) Auf einer Veran­staltung der Londoner deutschen Kolonie am Mittwochabend waren der Hauptamtsleiter der NSV. H i l g e n f e l d t und die Reichsfrauenführe­rin Scholtz-Klink, die zur Zeit an dem Inter­nationalen Kongreß für soziale Arbeit teilnehmen, als Ehrengäste erschienen. Der Abend, dessen Zu­standekommen den Bemühungen der Auslands­organisation der NSDAP, und der Landesgruppe Großbritannien und Irland zu verdanken war, nahm einen sehr erfolgreichen Verlauf. Unter den zahlreichen Anwesenden sah man den deutschen Ge­schäftsträger Botschaftsrat Fürst Bismarck und den stellvertretenden Landesgruppenleiter Pg. Kar­lowa.

Nachdem Pg. Karlowa die Gäste begrüßt hatte, sprach Hauptamtsleiter H i l g e n f e l d t über die großartigen Leistungen des deutschen Winterhilfswerkes. Die Zuhörer gewan­nen einen tiefen Eindruck von den Wohlfahrts­leistungen in der Heimat, die Hauptamtsleiter Hil- genseldt u. a. durch die Mitteilung veranschau­lich machte, daß die gesamte deutsche Handelsflotte

herangezogen werden mußte, wenn die Winter­hilfsleistungen seit der Machtübernahme verfrachtet werden sollten.

Die Reichsfrauenführerin Frau Sch o l tz - K l i n f sprach eingehend über die Stellung der Frau, in Deutschland, wobei sie besonders gegen die im Ausland verbreiteten Märchen von einer Zweitrangigkeit und Unterdrückung der Frau im neuen Deutschland Stellung nahm. Sie schilderte eingehend die neuen Maßnahmen zum Schutze und zur Unterstützung deutscher Mütter, die die Quelle der deutschen Kraft seien. Entgegen mancher im Auslande verbreiteten Auffassung sei in Deutschland die Beteiligung der Frau am prak­tischen und organisatorischen Aufbau des Volkes größer, als in jedem anderen Land. Dabei sei es für den tatsächlichen Erfolg der deutschen Frauen­arbeit besonders bemerkenswert, daß zahlreiche Ausländerinnen bei der Reichsleitung der deutschen Frauen hospitieren, um zu lernen, wie Deutschland die Frauenfrage löse.

Der deutsche Geschäftsträger Botschaftsrat Fürst von Bismarck dankte den Gästen für ihre in­teressanten Ausführungen. Die Feier schloß mit den Nattonalhymnen.

©er erste deutsche Botschafter in Brasilien.

R i o de Janeiro, 16. Juli. (DNB.) Als erster deutscher Botschafter in Brasl« l i e n traf am Mittwoch der bisherige Gesandte oeS Reiches Dr. Schmidt-Elskop an Bord des SchnelldampfersCap Arcona" in Rio de Janeiro ein. Der Botschafter wurde von Vertretern der bra­silianischen Regierung, der NSDAP., der deutschen Verbände und von zahlreichen Mitgliedern bee deutschen Kolonie begrüßt.