Ausgabe 
17.6.1936
 
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Rundfunkprogramm

Donnerstag, 18. Juni.

6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30 Frühkon- zert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Musik am Morgen vergeßt eure Sorgen!" 10: Schulfunk. 11: Nachrich­ten. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund (IX). 15: Volk und Wirt­schaft: Die Kohle, unser chemischer Rohstoff. 15.15: Kinderfunk. 16: Lieder von Hans Förster. 16.30: Unterhaltungskonzert. 17.30:Wohlauf, die Luft geht frisch und rein". Eine Funkfolge. 18: Konzert. 19: HJ.-Fimk. Das deutsche Jugendfest 1936. 19.15: Stimmen im Park". Vom fürstlichen Lustgarten zum deutschen Volkspark. Ein Funkbild. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Konzert. Als Einlage 21: Der Volkssender 1936 ruft! 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk und Nachrichten der DAF. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. 2 bis 4: Heber- tragung des Boxkampfes Schmeling Louis.

Freitag, 19. Juni.

6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30 Frühkon- ^ert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Heitere alemannische Unterhaltungsstunde mit Dialektvorträgen von August Ganther. 9.45: Nach­richten. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau hör zu! 11.30* ioaumnfu"r- 11,45 Sozialdienst. 12: Mittagsmusik. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15* Mittagsmusik. 14: Nachrichten. 14.10: Wunschkon- zer^ 15: Volk und Wirtschaft. Hanf und Jute, zwei bescheidene Fasern. 15.15:Spiel im Freien". Ein ^orbericht zum 10jährigen Bestehen der Marbur- ger Festspiele. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: Im tanbe der Mitternachtssonne. Eine Plauderei von i Sittig. 17.45:Phantasien aus dem Ruck-

X ul Eeisenheyner liest aus seinem neuen Wanderbuch. 18: Musik zum Feierabend. 19: Frisch muti/ fitere Madrigale und Klavier-

^ulik.19^5: Der Zeitfunk bringt den Tagesspie- gel 20: Nachrichten. 20.10:Der Leibkutscher des - Singspiel in drei Akten von Gu.

^uedenfeldt. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 22.20: Sportschau der Woche 22 45* Unterhaltungskonzert. 24 bis 2: Nachtmusik

Vertrauensleute für Naturschutz sollten darüber wachen, daß keiner dieser schönen Büsche fällt; denn Vogelschutz ist die beste und billigste vorbeugende Schädlingsbekämpfung.

jL*. ' Dic deutsche Arbeitsfront JV n.9.=0cmcinf(haflKraft durch frcuöc"

Volkssender 1936.

Am Donnerstag, 18. Juni 1936, 20.30 Uhr, findet in Gießen im Caf6 Leib eine Rundsunkveranstaltung statt. An diesem Abend treten die HI., SA., Arbeits­dienst, NS.-Studentenbund, Werkscharen und Einzel- sprecher upr das Mikrophon, um ihr Können zu zeigen. Ein Vertreter der Reichssendeleituna sowie die Zuhörer werden entscheiden, wer die beste Lei­stung vollbringt. Die besten Sprecher werden dann am Sonntag in Marburg auftreten, und dort wird wieder die Auswahl getroffen, wer in Berlin am Reichssender auftritt. Der Eintritt beträgt 0,20 Mark. Jeder Zuhörer ijt abstimmungsberechtigt. Der Abend wird sehr genußreich und interessant, so daß jedem Volksgenossen der Besuch dieses Abends dringend zu empfehlen ist.

Arbeilsdank.

Am Donnerstag, um 20.30 Uhr, findet imCaf6 Leib" die Ausscheidung für die Veranstaltung Volkssender 19 3n" statt, bei denen auch die Kameraden des RDA. mitwirken. Es ist Pflicht aller Kameraden und Kameradinnen, diese Veran­staltung zu besuchen.

Der Bezirksarbeitsdankwalter 2/22.

Führer für das Landjahr gesucht.

NSG. Für die Landjahrarbeit werden noch ge­eignete Führer gesucht. Jungen Männern bis zu 30 Jahren wird hierdurch die Möglichkeit gegeben, sich eine Existenz zu schaffen.

Bestimmte Berufe sind für einen Landjahrführer nicht vorgesehen. In Frage kommen dafür Bewer­ber aus allen Berufen, und zwar Lehrer, Studen­ten, Kaufleute, Handwerker, Bauernsöhne, ja sogar ungelernte Arbeiter. Erfüllt sein müssen nur fol­gende Bedingungen: Die Anwärter müssen jugend­lich frisch sein und sich berufen fühlen, Jungen im Alter von 14 Jahren Führer und Kamerad zu sein und ihnen nationalsozialistische Gesinnung und Le­bensauffassung vorzuleben. Sie müssen nach Mög­lichkeit eine abgeschlossene Berufsausbildung nach­weisen und, wenn sie im entsprechenden Alter sind, ihrer Arbeitsdienst- und Wehrpflicht genügt haben. Auf ein bestimmtes Allgemeinwissen kann dabei nicht verzichtet werden, doch schaffen guter Wille und entsprechende Geistesanlage mehr als ein Haufen Wissen, das nicht angewandt werden kann. Den Bewerbungen sind folgende Unterlagen bei- zufügen:

1. Lebenslauf, handgeschrieben,

2. Lichtbild,

3. Eidesstattliche Versicherung über die arische Ab­stammung,

4. Aerztliches Gesundheitszeugnis,

5. Unterlagen über die bisherige berufliche Tätig­keit und Vorbildung,

6. Parteiamtliches Empfehlungsschreiben,

7. Polizeiliches Führungszeugnis,

8. Gegebenenfalls Nachweis über die Betätigung in der HI., Arbeitsdienst, SA., SS. bzw. BDM. oder Frauenschaft.

Der Gang für die Ausbildung und Einstellung ist folgender:

Nach der Bewerbung mit den angegebenen Unter­lagen werden die Antragsteller zu einer kurzen Vor­stellung geladen und im Anschluß daran in ein 4- bis 8wochiges Schulungslager einberufen. Bewerber, die im Schulungslager als geeignet befunden wer­den, haben Aussicht, unmittelbar danach als Führer eintreten zu können. Als Bezahlung erhalten:

Anwärter RM. 90 Bruttogehalt.

Gruppenführer RM. 150 Bruttogehalt

Lagerführer RM. 180 Bruttogehalt

abzüglich der sozialen Lasten.'

Außerdem werden 33 RM. für Wohnung und Verpflegung einbehalten.

Bewerbungen sind umgehend, spätestens bis zum 1. Juli 1936 an den Regierungspräsidenten Abt. I, Landjahr, in Wiesbaden, einzureichen.

Einweihung

der erweiterten katholischen Kirche.

Die katholische Kirche, die mit einem großzügigen Enveiterungs- und mit einem Turmbau ihre Ver­vollständigung erfahren hat, wird am Samstag, 27. Juni, in feierlicher Form eingeweiht werden. Zu dieser Feier wird der Bischof von Mainz erscheinen, der am Freitag, 26. Juni, zu später Nachmittags­stunde, an der Grenze der katholischen Pfarrei, Gie­ßen, unweit Grohen-Linden, empfangen werden wird. Die eigentliche Begrüßungsfeier für den Bischof wird am Portal des katholischen Gemeinde- bauses gehalten werden. Die Weihe der Kirche er­folgt am Samstag um 8 Uhr, währenddem sich die Gemeinde vor der Kirche aufhalten wird. Die Altar- weihe findet um 10 Uhr statt. Anschließend wird die Kirche der Allgemeinheit zugänglich sein. Für den Sonntag ist auch eine Firmung vorgesehen. Zur Feier der Kirchenweihe sind zahlreiche Ehrengäste eingela­den. Der Kirchenchor wird zur Verschönerung der Feier beitragen.

Gute Ergebnisse der Straßensammlungen am Sonntag

Die Sammlung für die karitativen Verbände am Sonntag hatte recht erfreuliche Ergebnisse aufzu- weisen. Bisher liegen uns die Ergebnisse des Deut­schen Roten Kreuzes und der Inneren Mission vor. Für das Deutsche Rote Kreuz wurde der Betrag von 2560 Mark und für die Innere Mission die Summe von 2156 Mark gesammelt. Von der Bahn­hofsmission hören wir, daß das Ergebnis befrie- digend sei. DieKaritas" verzeichnet ein Sammel­ergebnis von 900 Mark.

Mit dem DHE. Gießen im Taunus.

Man berichtet uns: Die Juniwanderung des Zweigvereins Gießen von DHC. am Sonntag führte die Teilnehmer in das an Naturschönheiten reizvolle Gebiet des Taunusfeldberges und oberen Weiltales. Des Wetters Laune zum Trotz hatten sich in früher Morgenstunde über 40 Wanderer bei­derlei Geschlechts am Stadttheater eingefunden, um, entgegen der sonstigen Hebung, gemeinsam mit dem Postauto die Fahrt ins Wandergebiet anzu­treten. Heber Wetzlar, durch das Siebenmühlen- unb Solmsbachtal wurde nach kurzem Abschweifen von der vorgesehenen Fahrtrichtung noch einiger Zeit Ufingen und der im lieblichen Weiltal gelegene

i. Das ist statistisch noch nicht nachgeprüft war­

nen.

Oie weibliche Angestellte tn irtschast und Krankenversicherung. Don San- Sortier, Hamburg, Leiter der Lerufskrankenkaffe der weiblichen Angestellten.

Jmmerhin ist recht beachtlich, daß bei den pflichtkassen im Durchschnitt dreier Beobach- tungsjahre auf je 100 männliche MANeder 133,9 und auf 100 weibliche Mitglieder 157

Versicherungsfälle kamen.

Auch hinsichtlich ber Ginfomm ens verhä lt- n i He zählen die weiblichen Angestellten nicht zu den bestgestellten innerhalb der erwerbstätigen. 50 D * der in der Berufskrankenkasse der roeib- lichen Angestellten versicherten Mitglieder beziehen Monatsgehälter bis h o ch st e n s 1 0 5 Ma r k, 67 v. H. der Mitglieder verdienen bis höchstens 135 Mark monatlich. So kommt es, daß der Durchfchnittsbetrag dieser Kasse ^außerordentlich niedrig ist. Er betrug im Jahre .1934 5,40 Mark je Mitglied und Monat. Wenn gleichwohl bei fpar- amer Verwaltung das Dersicherungswagnis ge­tragen werden kann, so liegt das in der Hauptsache daran, daß die Frauenkasse verhältnismäßig wem- gcr durch Leistungen für mitversicherte Familien­angehörige belastet wird.

Die Statistik der Berufskrankenkasse der roeib- lichen Angestellten läßt erkennen, daß die rocib- lichen Angestellten großen wert auf eine lei- stungsfähige Krankenversicherung legen.

Sie ließ bisher ihren Mitgliedern die Entscheidung darüber, ob sie nur die gesetzlichen Regelleistungen versichern wollten, die alle Träger der Kranken­versicherung mindestens gewähren müssen, oder ob sie sich in' der Mehrleistungsgruppe gegen einen etwas höheren Beitrag versichern wollten. 94 v. H. der Mitglieder haben die Mehrlei- st u n g s g r u p p e gewählt; das ist ein über- zeugender Beweis für den Wunsch nach hochwer- tigen Leistungen.

Wie stark in der Krankenversicherung der Ge- meiNschaftsgedanke wirksam ist, können wir aus der Tatsache entnehmen, daß die Berusskranken- kasse der weiblichen Angestellten über 3 2 0 0 0 in ber Betriebsbemefsung sozial begün- ftigte Mitglieber hat. Diese wirtschaftlich schwachen Volksgenossinnen (Lehrlinge, Stellenlose, Schülerinnen, geringfügig Beschäftigte, Rentnerin­nen, Ehefrauen unb Berufslose) erhalten durch die gesammelte Kraft ihrer bessergestellten Berufs- kameradinnen denselben hochwertigen Versicherungs­schutz wie diese selbst.

Jm Hinblick darauf, daß die weiblichen Ange­stellten nach ihrem Ausscheiden aus dem Be­ruf als Ehefrauen und Mütter Träger unse­rer völkischen Zukunft sein sollen, sieht die Be- rufskrankenkaffe es als ihre Aufgabe an, mehr zu leisten, als sie nach den gesetzlichen Bestim­mungen mindestens leisten muß.

Die Kasse bemüht sich, die jungen Mädchen bereits beim Eintritt in das Berufsleben zu erfassen, sie während der ganzen Dauer der Erwerbstätigkeit zu betreuen und ihnen, wenn nötig, auch nach dem Ausscheiden aus dem Beruf ein treuer Helfer zu fein. Sie will vor allem die weiblichen Angestellten während ihrer Berufstätigkeit gesund und fähig erhalten, später in ihren eigentlichen Beruf über­zugehen. Das kann durch planmäßige und um« astende Gesundheitsführung erreicht werden. Zum ersten Male sind vor wenigen Wochen 7000 weib­liche Lehrlinge und Jungangestellte ärztlich u n - tersucht worden, um bisher wenig beachtete Ge- undheitsschäden rechtzeitiger Behandlung zu­zuführen. Die an diese Maßnahme geknüpften Er­wartungen haben sich erfüllt. Viele Mitglieder mit in der Entwicklung begriffenen Krankheiten konn­ten sofortiger Behandlung zugesührt werden, um spätere größere Schädigungen der Gesundheit zu vermeiden. Die Fortentwicklung dieser Arbeit wird icherstellen, daß Zehntausende von weiblichen An­gestellten ihrer Berufstätigkeit nachgehen können, ohne an ihrer Gesundheit Schaden zu nehmen unb bamit unsere völkische Zukunft gewährleisten.

Die Berufszählung vom Jahre 1933 vermittelt uns umfaffenbe Aufschlüsse über bie Zahl ber männlichen unb weiblichen Angestellten unb ihre Verteilung auf bie verschiedenen Berufszweige. Es gibt in Deutschland über vier Millionen Ange­stellte; unter diesen befinden sich 1,57 Millionen weibliche Angestellte. Wir begegnen den weiblichen Angestellten an den verschiedensten Stel­len unserer Volkswirtschaft, in technischen berufen naturgemäß seltener als in kaufmännischen unb in ber Verwaltung. Sie stellen beispielsweise 19 v. H. ber Lageristen unb Expebienten, 30 v. H. der Buchhalter, fast 80 v.H. ber Verkäufer unb 95 v. H. ber Kurzschriftler. Wenn wir so durch die Berufszählung bestätigt finben, baß sich bie weib­lichen Angestellten in ber weitaus übermtegenben Mehrzahl in Stellungen mit vornehmlich aus- führender Tätigkeit befinden, wäre es gleich­wohl ein grundlegender Fehlschluß, etwa anzuneh­men, daß diese Tatsache durch eine geringere Be- weglichkeit oder andere in der Eigenart des weib­lichen Geschlechts liegende Gründe bedingt wäre.

Die Tatsache erklärt sich vielmehr daraus, daß die weiblichen Erwerbspersonen Ihre Berufs­tätigkeit fast durchweg von Anfang an als vorübergehend anfehen und zum größ- tenteit auch sehr viel kürzere Zeit im Erwerbs­leben stehen als die Männer.

Das kann man aus ber Berufszählung Zwar nicht nachweisen, bafür kommt uns hier aber das Zah­le n w e r k ber sozialen Krankenversi­cherung zu Hilfe. , r .

Da es für weibliche Angestellte eine besondere Berufskrankenkasse gibt, die sich über bas ganze Reich erstreckt und fast 190 000 Mitglieder zählt, kommt den Statistiken dieser Kasse besondere Be- beutung zu für bie Erkenntnis ber wirtschaftlichen Lage und Gliederung ber weiblichen Angestellten­schaft. Bei den Pflichtkassen nach § 225 RDO., bei denen weibliche Arbeiterinnen und Angestellte ver­sichert sind, sind 53,4 v.H. ber weiblichen Mitglie- Der weniger als 30 Jahre alt; bei der Berufs- krankenkaste der weiblichen Angestellten entfallen auf bie gleichen Altersklassen sogar 64,9 v. H. der Mitglieder. Wenn wir der amtlichen Statistik über den Altersaufbau ber weiblichen Bevölkerung ent­nehmen, daß nur 26 o. H. aller weiblichen Perso­nen den Altersklassen von 14 bis 30 Jahren an­gehören und 52 v. H. über 30 Jahre alt sind, so finden wir hierin die statistische Bestätigung ber Erfahrungstatsache, daß eben bie Frauen nur wäh­rend einer verhältnismäßig kurzen Lebensspanne berufstätig sind unb nach Ablauf dieser Zeit in ihren ureigenen, häuslichen Beruf übergehen.

Frauen leben länger als Männer. Wenn darum eine Frau bei einem privaten Der- sicherungsunternehmen eine Rentenversicherung ab- schließen will, muß sie höhere Beiträge zahlen als der gleichaltrige Mann. Trotzdem sind in der so­zialen Rentenversicherung (RfA.) die Frauen ein günstigeres Dersicherungswagnis als die Männer, weil längst nicht alle, die aus der Versicherungs­pflicht ausscheiden, die Versicherung freiwillig fort­setzen und im Falle ber Berufsaufgabe und Ver­heiratung lediglich ein Anspruch auf Rückerstattung des eigenen Beitragsanteils, also auf die Hälfte der entrichteten Beiträge, besteht.

In der sozialen Krankenversicherung liegen die Dinge anders; hier sind anerkannter­maßen die Frauen ein ungünstigeres Versiche­rungswagnis als die Männer. Es ist in langjähri­ger statistischer Erfahrung ermittelt worden, daß in der Krankenversicherung die weiblichen Versicher­ten im Alter von 20 bis 34 bzw. 39 Jabren ein besonders ungünstiges Wagnis darstellen. Bei den Pflichtkassen entfielen auf diese besonders gefähr- beten Altersgruppen 46,8 v. H. bzw. 55,2 v. H.; bei der Berufskrankenkasse der weiblichen Singe ft e II t e n entfallen sogar 64,4 bzw. 72,9 v. H. der Mitglieder auf diese Gruppen. Vielleicht ist aller­dings bas gesundheitliche Wagnis der Angestellten um ein geringes günstiger als das der Arbeiterin-

Kurort Schmitten, später der unweit des Feldberg- aipfels liegende Sandplacken erreicht. Nach leichtem Anstieg über die auf den Trümmern eines römi­schen Wartturms errichtete Stockborner Hütte und am Ehrenhain für die Gefallenen des Taunusklubs vorbei, gelangten wir bei hervorbrechender Sonne zur Feldberghöhe, wo für das leibliche Wohl der Teilnehmer gesorgt wurde. Leider mußte so man­cher Neuling hier oben eine Enttäuschung erleben. Die Fernsicht war nicht die beste. Bergabwärts über die Weilquelle und das Kastell Feldberg wurde gegen 12 Uhr der höchstgelegene Ort des Taunusgebirges, das auf burggekrönter Bergeshöhe liegende Oberreifenberg erreicht. Ein prachtvoller Blick ins Weiltal und auf die beiden Feldberge entschädigte für die Mühe des Anstieges.

Nach zweieinhalbstündiger Wanderung auf lau­schigen Pfaden und am plätschernden Weilbach ent­lang konnte man im idyllisch gelegenen Schmitten Einkehr halten. Im Tale selbst waren Arbeitsdienst­männer mit der Vernichtung ber vom Borkenkäfer angefallenen Tannenbestände beschäftigt. Nach einer Pause überschritt man die Weil, durchwanderte schönen Tannen- und Laubwald bis zur Höhe des Pferdskopf. Vielsagende Wolkenmassen nahmen bie Hoffnungungetauft" bas Enbziel ber Wanderung zu erreichen und gaben alsbald ihrem Hnwillen durch prasselnd niedergehende Regenschauer Aus- druck. Inmitten phantastischer Walkengebilde er­reichte man Treisberg, erklomm eine hoch über der Weil, im Volksmund als Hitlerfelsen bezeichnete Felsengruppe, von der aus so recht die Schönheit des Weiltales und seiner Umgebung zum Bewußt- fein kam. An Alt- unb Neuweilnau vorbei wurde nach einer Gesamtwanderzeit von 5% Stunden in Rod an der Weil im GasthausZur Post" Schluß, ralt gehalten.

Unbeeinflußt in ber Stimmung durch bas nasse Element brachte ber Autobus die Wanderer in schöner Fahrt über WeilmünsterBraunfelsWetz­lar nach Gießen zurück.

s^'^ueSonberfahrtzumWelt-Luft- [tijiffbafen Frankfurt a. M. findet am grettag, 19. Juni, veranstaltet vom Hapag-Reise- buso Gießern statt. (Siehe heutige Anzeige.)

Em Missio nsfest ber Luther - Ge - mcinbe fmbet am kommenden Sonntag, 21.Juni. |eifDin^Änber8 [taU' äUf biC ^8° Anzeige

Oberhessen.

60 Jahre Gesangverein Sängerkranr^Watzenborn-Sieinberg

"Y" Watzenborn-Steinberg, 16. Juni. Am Samstag, Sonntag unb Montag konnte ber hiesige MännergesangvereinSängerkranz" auf sein 60jähriges Bestehen zurückblicken. Das Jubiläum wurde in Form eines Sängerfestes gefeiert Das Fest wurde eingeleitet am Samstag durch Kranz­niederlegung und Gefallenen-Ehrung am Krieger­denkmal. Im Anschluß fand auf dem Festplatz der Kommers statt. Die Kapelle Schleuse (Stein­bach) leitete den Kommers mit Musik ein. Ein Massenchor der vier hiesigen Gesangvereine, geleitet vom Chorleiter des festgebenden Vereins W. S p o r y - Groß-Rechtenbach, folgte. Hierauf sprach Vereinsvorsitzender Karl H o f herzliche Worte der Begrüßung und dankte für das so zahlreiche Er­scheinen der Einwohner. Er begrüßte bie Vertreter ber Partei, Oemeinbeoertretung, Vertreter vom Sängerkreis Gießen im Deutschen Sängerbund und ihren Ehrendirigenten Balthasar BrLckel aus Frankfurt a. M. Vier Gründer, Johannes Weiß, Johann Heinrich Schmandt, Johann Georg S ch m a n d t und Johannes Philipp konnten den 60. Geburtstag ihres gegründeten Vereins Sängerkranz" noch mitfeiern. Mitglieder, bie über 50 Jahre dem Verein bie Treue gehalten hatten, wurden vom Vorsitzenden besonders geehrt. Es sind dies die Mitglieder Johannes Happel, Baltha­sar Philipp, Ludwig Harnisch, Heinrich Harnisch, Balthasar Buß, Balthasar D a - masky, Johannes Brücke! und Balthasar B r ü ck e l. Im Anschluß daran brachte Bürger­meister Schäfer im Namen der Gemeinde dem Verein die besten Glückwünsche dar, ebenso der Vertreter des Sängerkreises Gießen. Der reslliche Teil wurde ausgefüllt von Gesangsvorträgen ber GesangvereineEintracht",Germania",Jugend­freund" und dem festgebenden VereinSänger­kranz" sowie schonen Konzertstücken der Kapelle Schleuse.

Am Sonntag mußte man eine schwere Enttäu­schung erleben. Strahlender Sonnenschein am Mor­gen, der am Mittag von einem wolkenbrucharti­gen Regen abgelöst wurde. Während des Festzuges regnete es nicht und so konnte er ungestört seinen Hmzug halten. Nach Ankunft auf dem Festplatz (Mookswiefe) hielt Ehrenvorsitzender Johannes Harnisch die Festansprache, die ihren Ausklang fand in einem dreifachenSieg-Heil" auf den Führer und das deutsche Lied. Gemeinsam wurden das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied ge­sungen. Anschließend brachte Frl. Marie Schmitt ein Gedicht zum Vortrag. Abwechselndes Singen btfr erschienenen Gastoereine half den Nachmittag ver­schönern.

Landkreis Gießen.

£ Wieseck, 16. Juni. Die Zwischenzählung für Schweine und Schafe hatte in unserer Gemeinde folgendes Ergebnis: Trächtige Zuchtsauen 2 Stück, Ferkel von 8 Wochen bis 6 Monate alt 733 Stück, von einhalb bis ein Jahr alt 78 Stück, zusammen 813 Stück. Beschaupflichtige Hausschlachtungen er­folgten in der Zeit vom I.März bis l.Juni nicht. An Kälbern wurden geboren im März 15 Stück, im April 15 Stück, im Mai 17 Stück. An Schafen waren im ganzen 341 Stück vorhanden, darunter unter einem Jahr alt 48 Stück, unb zwar nur Mut- tertämmer, über ein Jahr alt 293 Stück.

+ Treis a. d. Lda., 16. Juni. Die Sammlung für das Rote Kreuz brachte 36 Reichsmark, die für die Innere Mission 51 RM., Außerdem wurden für das Rote Kreuz noch 175 Plaketten verkauft.

^Watzenborn-Steinberg, 16.Juni. Die Witwe Schneider von hier, Gießener Straße, stürzte heute in ihrem Hause die Treppe hinab. Die bedauernswerte Frau erlitt einen Rippenbruch und Rippenquetschungen.

LJ Leihgestern, 16. Juni. Am Sonntag un­ternahmen Die Frauenhilfe und der Kir- chengesangverein Leihgestern ihren Sommerausflug an den Rhein. In zwei Auto­bussen führte der Wea über Wetzlar, Weilburg, Limburg, Montabaur durch regenfrische, von ber Sonne überstrahlte Felder und Buchenwälder nach Ahrenberg. Nach Besichtigung des Parkes, in dem das Leiden Christi in verschiedenen Stationen dar­gestellt ist, ging es weiter nach Ehrenbreitstein, und von dort zu Fuß über bie Schiffsbrücke nach Koblenz. Im alten Brauhaus wurde das Mittag­essen eingenommen. Ein Gang der Mosel entlang führte nach dem Deutschen Eck und von da zu dem DampferOstmark", der bie Ausflügler unter bem Gesang zweier Lieber an Stolzenfels vorbei nach Braubach brachte. In einem Gasthof unmittelbar am Rhein war ber Kaffeetisch gedeckt. Bald mahnte die Zeit zum Aufbruch und zum Abschied von Deutsch­lands schönstem Strom. In einer Stunde war Bad Ems von den Autobussen erreicht, mit seinen blü­henden Kuranlagen, in denen jener Platz einer be- anderen Beachtung gewürdigt wurde, an dem am 13. Juli 1870 die denkwürdige Unterrebung Kaiser Wilhelms I. mit bem französischen Gesanbten Bene- betti stattfand. Die Heimfahrt durch das unvergleich­lich schöne Lahntal beschloß den Tag, an bem auch ein hier unb da leicht einsetzender Regen die frohe Stimmung nicht beeinträchtigen konnte. Mit leuch­tenden Augen und einem Herzen voll Dank für all oas Geschaute und Erlebte traf die Reisegesellschaft, die um 5.30 Uhr abgefahren war, gegen 22 Uhr wie­der in der Heimat ein.

00 Bellersheim, 16. Juni. Ein bei einem hiesigen Bäckermeister beschäftigter Lehrjunge stieß beim Aufspringen auf den Zug auf der benachbar­ten Station Berstadt so heftig gegen bie Tür, baß er mit einer nicht unbedenklichen Kopfverletzung ins Krankenhaus gebracht werden mußte.

A Steinheim, 16. Juni. Da der Rechner der hiesigen Hntererhebstelle, Ludwig Berk, die gesetzliche Altersgrenze erreicht hat, erfolgt im Laufe dieses Monats die Versetzung in den Ruhestand. Durch den Präsidenten des Landesfinanzamts Darmstadt erfolgte vor einiger Zeit eine Neuaus- chreibung ber Stelle, worauf sich bis zum fest­gesetzten Termin vier NeuÄscverber melbeten. Es inb bies Emil Bipp, Erwin Hofmann, Wil­helm Niklas und Ludwig Berk, der Sohn des eiterigen Hntererhebers.

II Obbornhofen, 16. Juni. In Verfolg des zum Ausgang des Winters im Rahmen ber Erzeu­gungsschlacht gehaltenen Vortrages über bie Bedeu­tung der Hühnerzucht im bäuerlichen Betriebe, haben mehrere Bauern unb Landwirte Junghenneu aus anerkannter Leistungszucht bezogen. Unter Ab« rechnung eines gewährten Reichszuschusses von

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