Ausgabe 
17.6.1936
 
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Aus aller Welt

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An der Beisetzung des von politischen Gegnern ermordeten Danziger SA.-Mannes Deskowski wird auch der Stabschef Lutze teilnehmen. Am Sarge werden Stabschef Lutze, Gauleiter Forster und Standartenführet Ruhe von der Danziger

Unabhängigkeit der Levante-Staaten.

Frankreichs Mandat über Syrien und Libanon.

Die französischen Sozialgeselle vor dem Senat.

Blum sucht die Besorgnisse wegen der finanziellen Rückwirkungen zu zerstreuen.

er 'anep dann 1t im (3r- btei> sälle An- id)teit n.

Pater lellem einer

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stattete Reichsbankpräsident Dr. , . , Ministerpräsidenten und Außenmi­nister Kusseiwanoff einen Besuch ab. Anschlie­ßend wurde Dr. Schacht von König Boris im Sommerschloß Wranja in Audienz empfangen und danach vom König zum Frühstück geladen. König Bons zeichnete Dr. Schacht mit dem -eiligen Alexander-Orden Erster Klasse aus.

Das stan« Es i über wenn sofort Die rügen nur :igen* eiben Der. inte- Un- i is den lor« als in ltzen stellt 74,3 t als ) fei jun« i ge'

Paris, 17. Juni. (DNB. Funkspruch.) Kaufleute in Lengs mußten bei den letzten Auf­forderungen zur Steuerzahlung feststellen, daß ihre Steuern um etwa 40 d. Sy erhöht worden waren. Aus Protest schlossen sie am Diens-

willigt wurden. Dies gilt insbesondere von einer großen Schiffswerft in La Seyne bei Toulon.

Straßburg wird ebenfalls ein AnwacAen der Streikbewegung gemeldet. Rach demEcho de Pans hat sich der Streik auch auf die Arbeiten anöeri Befeftigungswerken im Elsaß ausgedehnt. In Nancy streiken sämtliche Sau- und Elektnzitatsarbeiter. In Grenoble ist der Streik in der Stuhlindustrie vollständig. In Mar- VJr « !^^lch^ Gasthäuser und Kaufhäuser

geschlossen. In Toulon verkehrt keine Straßen­bahn. Auch die Straßenreiniger streiken. In Rouen wird der Straßenbahnerstreik ebenfalls fortgesetzt. In St. Etienne dauert der Streik der Arbeiter des Elektrizitätswerkes an. Besonders beunruhi- gend ist jedoch die Streikbewegung in den großen Petroleumraffinerien, da hiervon auch die Landesverteidigung betroffen wird.

Der Streik in Belgien.

Das gesamte Wirtschaftsleben bedroht.

® r ü n e r, 16. Juni. (DNB.) In Lüttich sind die städtischen Arbeiter in den Streik getreten. Der g e- samte Straßenbahnverkehr ist lahm­gelegt worden. Die Streikenden hatten gedroht, die Wagen in Brand zu setzen, worauf die Direk­tion die Einstellung des Verkehrs auf sämtlichen Anien anordnete. Die großen Warenhäuser in Lüttich haben unter dem Schutze der Polizei ihre Tore geöffnet. Die Streikenden gehen systematisch darauf aus, das ganze Wirtschaftsleben zum Stillstand xu bringen. Ein Zug streikender jun­ger Leute marschierte vor das Gebäude der Post- Verwaltung in Lüttich, um die Arbeiter und Ange­stellten zur Niederlegung der Arbeit zu bewegen. Der Zug rourbe noch rechtzeitig von berittener Gen­darmerie aufgelöst. Das Zentrum der Stadt ist von berittener Gendarmerie besetzt. Die Ar­beit im Bergbau und in der Metallindustrie ruht vollständig. Der Generalstreik im Bergbau, der zu­nächst in den wallonischen Gebieten ausgebrochen war, hat sich auch auf die C a m p i n e und die Provinz Luxemburg ausgedehnt. In der Pro­vinz -ennegau streikt der gesamte Bergbau, fer­ner ein Teil der Metall- und der Steinindustrie. In Mons haben sich auch die Metallarbeiter sowie die Arbeiter der Seilindustrie und des Baugewer­bes den Bergarbeitern angeschlosien. Auch in C h a r l o r o i hat sich der Bergarbeiterstreik auf die Metallindustrie ausgedehnt. In Gent haben die Dockarbeiter die Niederlegung der Arbeit beschlossen. Verschiedene Fabriken der Metallindustrie sind in Gent gleichfalls heute früh in den Streik getreten.

Die Leitung der belgischen Gewerkschaften hat zwar ein Manifest erlassen, worin die Arbeiter aufgefordert werden, während des Streiks Ruhe und Disziplin zu bewahren, allein die Bewegung scheint an manchen Orten bereits den-änden der Gewerkschaften zu entgleiten. Von ver­schiedenen Seiten wird gemeldet, daß die Streiken- den einen systematischen T e r r o r in denjenigen Be­trieben ausüben, in denen noch gearbeitet - v

P a r i s, 17. Juni. (DNB. Funkspruch.)Echo de Paris" undOeuvre" berichten über das in Vor­bereitung befindliche Abkommen zwischen der fran­zösischen Regierung und den Regierungen von Sy­rien und dem Libanon. Es handelt sich um die Verwirklichung des von Frankreich seit langem gegebenen Versprechens, die Unabhängigkeit dieser beiden Mandate zu erklären und ihre Aus­nahme in den Völkerbund zu befürworten. Echo de Paris" berichtet, beide Republiken wür­den unter der BezeichnungLevante-Staa- t e n" Verbündete Frankreichs werden. Die Unab­hängigkeitserklärung werde in ihren großen Zügen die gleiche wie diejenige Englands gegenüber dem Irak fein. Es fei wahrscheinlich, daß beide Staaten bereits im September Mitglieder des Völkerbundes sein würden. Besondere Vorkehrungen seien unter der Garantie Frankreichs für die Rechte der Minderheiten und der ausländischen Kolonien getroffen worden; für letztere wür­den Gerichte geschaffen.

Echo oe Paris" hat gegen eine Unabhängigkeits­erklärung Syriens und des Libanongebietes grund­sätzlich nichts einzuwenden. Es befürchtet aber Auswirkungen auf d i e anderen fran­zösischen Mandatsgebiete. Frankreich koste allein die Unterhaltung der Truppen in Syrien jähr-lich etwa 160 Millionen Franken.

Das rote Regime in Spanien

Aufschlußreiche Zahlen.

Madrid, 16. Juni. (DNB.) Das spanische Par­lament hat sich mit der Eingabe des Führers der Katholischen Volksaktion Gil Nobles über das Problem der öffentlichen Ordnung und Sicherheit beschäftigt. Gil Nobles stellte fest, daß .feit dem Antritt der Volksfront-Regierung in Spa­nien 160 Kirchen vollständig zerstört feien. Bei Zusammenstößen zwischen politischen Geg­nern seien 269 Personen getötet und 128 7 verwundet worden. Die Touristenautos würden in zahlreichen Provinzen auf der Landstraße von linksradikalen Gruppen an geh alten und die Reisenden zur Entrichtungen von Geldbeträgen gezwungen werden. Gil Nobles schloß seine Aus- siihrungen mit dem -inweis auf die völlige Wirkungslosigkeit der von der Regierung zur Aufrechterhaltung der Ordnung ergriffenen energischen" Maßnahmen.

Die spanische Kammer hat den Antrag abge- lehnt und der Regierung mit 207 Stimmen der Volksfront-Parteien das Vertrauen ausge-

SA.-Standarle 128, her der Ermordete angehftrkk, sprechen.

Der bisherige Unterstaatssekretär im britischen Auswärtigen Amt, Lord Stanhope, ist zum Nachfolger des kürzlich zum Kolonialminister er­nannten Kommissars f ü r d i e öffentli­chen Arbeiten Ormsby-Gore ernannt worden. Der Posten eines zweiten parlamentarischen Unter- staatssekretärs im Foreign Office, der geschaffen wurde, als Eden zum Außenminister ernannt wor­den war, wird nicht neu besetzt werden. Parla­mentarischer Unterstaatssekretär im Foreign Office wird nur noch Lord Cranborne sein.

Kunst und Wissenschaft.

Auftakt zum Münchener Festfommer.

Der Münchener Festsommer 1 936, der im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Berlin mit einer Fülle erlesener Veranstaltungen aufwar­ten wird, wurde mit einer Monumentalaufführung des Festoratoriums von Händel in der Neubear- Leitung von Fritz Stein in der großen Ausstel­lungshalle feierlich eingeleitet. Monumental wirkte schon der Riesenraum mit der Menge der Zuhörer, monumental auch der ungeheure Klangkörper des Orchesters und der Chöre. Es spielte das Baye­rische Staatsorchester und das große Orchester des Reichssenders München. Die besten Chöre Münchens hatten den gesanglichen Teil übernommen.

sprachen. Die Rechtsopposition hatte bereits vor- her aus Protest gegen eine Aeußerung des links- revublikanifchen früheren Unterrichtsministers Do- minio, der den Antrag Gil Nobles ein dunkles, gegen die Volksfront gerichtetes Manöver genannt hatte, den Sitzungssaal unter stürmischen Kund­gebungen der kommunistischen und marxistischen Ab­geordneten verlassen.

Kleine politische Nachrichten.

Das PanzerschiffAdmiral Scheer" mit dem Flottenchef Admiral Förster an Bord besucht mit dem FlottentenderHelga" die schwedi- sche Hauptstadt Stockholm in der Zeit vom 25. bis 30. Juni.

Mann, der u. a. auch schon wegen Kindesentführung zwei Jahre im Zuchthaus gesessen hat.

15 Jahre Zuchthaus für einen Massenbrandstifter.

Der Mafsenbrandstifter Ludwig Docht aus Friesheim wurde vom Schwurgericht in Segens« : bürg zur höchstzulässigen Strafe von 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Außerdem wurde gegen ihn die Sicherungsverwahrung verhängt. Die bür­gerlichen Ehrenrechte sind ihm auf die Dauer von 10 Jahren abgesprochen worden. Vocht hatte über 10 Jahre lang an zahlreichen Ortschaften, be­sonders in Friesheim, rachsüchtige Brandstif- t u n g e n verübt und dabei einen nachgewiesenen Schaden von mindestens 270 000 RM. angerichtet.

Olympia in Wort und Bild.

Eine Buchbesprechung.

Olympia 1936 Band I". Herausge- geben vom Zigaretten-Bilderdienst Altona-Bahren- feld. Preis 1,60 Mark. (203) Es ist ichon zur Tradition geworden, daß die Reemtsma-Ziga- rettenfabrifen nach Abschluß der Olympischen Spiele durch die Herausgabe eines umfassenden Jllustra- tionswerkes eine Erinnerung an die ereignisreichen Kampftage und damit gleichzeitig ein zuverlässiges Nachschlagewerk schaffen. Es lag nahe, dieser Tra­dition bei den Olympischen Spielen des Jahres 1936, bei denen Deutschland das gastgebende Land ist, dadurch Rechnung zu tragen, daß bereits vor den Hauptspielen eine Vorschau auf die kommenden Kämpfe veröffentlicht wurde. Eine solche Vorschau hat uns der Bilderdienst der Reemtsma-Zigaretten- fabriken in Verbindung mit einem Rückblick auf die IV. Olympischen Winterspiele in Garmisch-Par­tenkirchen und die Entwicklung des modernen olym­pischen Gedankens überhaupt in dem oorliegenben Jlluftrationswerk zur Verfügung gestellt. Die span­nenden Ereignisse und die sportlichen Erfolge der IV. Olympischen Winterspiele sind in diesem Sam­melwerk, das außer ganzseitigen Haupttllustrattonen 175 bunte und einfarbige Bilder umfaßt, anschau­lich darstellt. Die Schilderung der Vorbereitungen für den olympischen Wettstreit in Berlin und der Gang durch die Geschichte der modernen Olympi­schen Spiele sind besonders geeignet, das Interesse für den olympischen Gedanken auch bei dem noch Fernstehenden zu wecken. Der Text wird ergänzt büret) eine erschöpfende Uebersicht über den Auf­marsch der Nattonen, durch stattstische Tabellen so­wie einen vierseitigen Plan von Berlin mit dem Reichssportfeld und den übrigen Kampfbahnen. Diese Sammlung ist also nicht allein eine wertvolle Chronik für alle sportlich interessierten Kreise, son­dern für das ganze deutsche Volk ein Erinnerungs­wert an die großen Ereignisse des Olympiajahres 1936. Das Werk soll durch einen Band über die Sommerspiele seinen Abschluß erhalten.

Weiterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Im Bereiche eines Hochdruckgebietes, das sich langsam über den Kontinent ostwärts verlagert, hat sich über Deutschland allgemein heiteres und warmes Wetter eingestellt. Der bei England lie­gende Tiefdruckwirbel roitb bei uns Störungen und Gewitterneigung bringen.

Aussichten für'Donnerstag: Meist hei­teres und warmes Wetter, Auftreten örtlicher Ge­witter.

Aussichten für Freitag: Im ganzen freundliches und warmes, noch zu Gewittern nei­gendes Wetter.

Lufttemperaturen am 16. Juni: mittags 21,9 Grad Celsius, abends 15,1 Grad; am 17. Juni: morgens 13,7 Grad. Maximum 23,1 Grad, Minimum heute nacht 9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. Juni: abends 22,3 Grad; am 17. Juni: mor­gens 15,6 Grad. Sonnenscheindauer 13,9 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil i. V.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 36: 9760. Druck und Verlag: Brühl'fche Universttäts-Buch-und Steindruckerei R.Lange,K.-G., sämtlich in Gießen.

Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

Paris, 16. Juni. (DNB.) Im Senat hat die Beratuna der von der Kammer verabschiedeten Sozialgesetzentwürfe begonnen. Der Berichterstatter Senator Gardey bezifferte bei dem Gesetzent­wurf über die Aufhebung der Kürzungen der Be­amtengehälter die notwendig werdenden zusätz­lichen Ausgaben auf jährlich 1395 Millionen Franks einschließlich der Steuererlasse zugunsten der ehemaligen Frontkämpfer. Die Höhe der Staatsschulden gab er bei einem ordentlichen Haushalt von 40 Milliarden und einem außeror­dentlichen Haushalt von 6 Milliarden (zuzüglich einer Ueberschreitung von weiteren 10 Milliarden) mit 345 Milliarden Francs an. Man müsse sich fragen, wie weit der Goldbestand noch sinken darf, um nicht unter den für die Sicherung der Landesverteidigung notwendigen Stand zu ge­raten. Die Finanzpolitik der früheren Regierungen habe das Land vor den schlimmsten Gefahren'be­wahrt und die Währung gerettet.

Senator Lemery erklärte, die Regierung Blum verlange einen Sprung ins Ungewisse. Der Senat berate unter Drohung der Straße Die Regierung sei von der von außen her kom­menden Bewegung überflutet worden. Die Ereig­nisse der letzten Tage hätten die Macht der g e - werkschastlichen Streikkräfte gezeigt die plötzlich auf die Nervenzentren des Landes Ein­fluß nehmen könnten. Die regelrechten Negierungs- befugmffe gehorchten einer Klaffen- macht, die von der Regierung ihre volle Hand- lungsfrechelt erwarte. Das Gesetz über die 40-Stun- den-Woche fei nur eine Erhöhung der Arbeitslosen- Unterstützung.

Ministerpräsident Blum wies darauf hin, daß die fünf Gesetzentwürfe eine Einheit bilden. Diese Gesetze stellten einen der größten Fortschritte dar, der jemals auf dem Gebiete der sozialen Ge­setzgebung erzielt worden sei. Die dagegen vorge­brachten Einwände bezögen sich auf die möglichen Gefahren ihrer Anwendung. Man be­furchte eine Preiserhöhung, die wiederum eine A ngleichungderLöhne nach sich ziehen wurde Die Regierung wolle in ganz Frankreich ° e Kaufkraft erhöhen. Wenn die vorge­schlagenen Maßnahmen sich ausgewirkt haben wur- den, werde das Gleichgewicht wiederhergestellt sein. Man könne doch nicht den Franken plötzlich a b ro e r t e n , nachdem man ihn lange Jahre ver­teidigt habe. Niemand würde eine solche Maßnahme ohne internationale Abmachungen und allgemeine Angleichung ins Auge fassen. Man müsse also d i e Einkünfte erhöhen und so die nationale Wirtschaft durch die vorgeschlagenen Maßnahmen beleben. L6on Blums Rede wurde reicher Beifall der Linken zuteil. Senator Caillaux brachte zahlreiche Besorgnisse des Senats über die wirtschaftlichen und finanziellen Rückwirkun - g e n zum Ausdruck, die diese Experimente haben könnten. Nichtsdestoweniger, so erklärte er, werde sich der Senat den Wünschen des Volkes nicht wider- setzen. Die Sitzung wurde dann auf Mittwoch ver­tagt.

Der Sieg der Gewerkschaften.

Paris, 17. Juni. (DNB. Funkspruch.) Dor der Leitung der marxistischen Gewerkschaften erklärte Generalsekretär I o u h a u x, man habe dem Grund­satz Anerkennung verschafft, daß Betriebe von der Belegschaft beschlagnahmt werden können, unter der einzigen Beoingung, daß die Arbeiterschaft sich in Öen Dienst der be- schlagnahmten Unternehmen stellt. In einer einzigen Nacht (gemeint ist das Abkom­men vom 7. Juni über den Tarifvertrag), habe man eingeholt und sogar überholt, was in anderen Ländern in 50 Jahren erreicht worden sei. Der ehemalige Sekretär des Gewerkschaftsverbandes Dumoulin erklärte, dem Kapitalismus sei ein Schlag versetzt worden, der verhindern werde, daß sein Todeskampf noch lange andauere. Wer sich ein­bilde, daß nun eine 30jährige Periode der ruhigen Reformen begonnen hätte, sei im Irrtum, denn jetzt werde man an die Vorbereitungen neuer Eroberungen gehen.

Sieuerprotefte.

tag ihre Geschäfte und veranstalteten einen Protestzug zur Bürgermeisterei. Man befürchtet, daß sie ihre Steuer nicht bezahlen. Auch die Kaufleute in Marseille verweigern die Zahlung erhöhter Steuern. Sie haben durch ihren Berufsoerband energisch gegen die Steuererhöhun- gen protestiert und drohen, die Finanzämter zu esetzen. In Auger beschloß der Aufsichtsrat einer großen Werkzeugmaschinenfabrik, den Betrieb still zu legen, da das Werk mit Verlust arbeite. Die Fabrik beschäftigt 600 Arbeiter, die arbeitslos werden würden. Es wurden Verhandlungen zwi­schen Öen Arbeitnehmern unö Öem Präfekten öes Departements eingeleitet, mit öem Ziel, öie Ar­beit unter einer eigenen Betriebs- führung fortzusetzen. Die EntscheiÖung ist öer Regierung vorbehalten woröen.

Ansthwellen der Streikbewegung in der Provinz.

Paris, 17. Juni. (DNB. Funkspruch.) WährenÖ öie Streikbewegung in Paris unö in öem Departe­ment Seine ei Loire von Tag zu Tag weiter ab­ebbt, macht sich jedoch in öer Provinz eine stärkere Ausdehnung bemerkbar. Häufig kommt es vor, daß die Arbeiter erneut öie Betriebe besetzen und die kaum wieder auf­genommene Arbeit nieöerlegen, weil angeblich ihre Forderungen nicht lOOprozentig be-

Das Berliner Baugrubenunglück vor Gericht.

Im Berliner Baugrubenprozeß wurde der Zug- bautechniker Heinrich Kumlohn, öer Öie Kon- struktionszeichnungen für öie Eisenbetonarbetten in öer Hermann-Göring-Straße angefertigt hat, ver­nommen. Der Angeklagte N o t h hat sich ihm ge­genüber mehrfach öarüber beschwert, daß er mit öem Ban nicht vorwärts komme und Öaß er bauen müsse, ohne Öaß öie genaue Tiefe öer Tunnelsohle und öer Schienenoberkante festliege. Der Zeuge be­kundete weiter, daß der erste Plan, den er von öer Reichsbahn erhalten habe, ohne Maßstab gewesen sei. Die Regelblätter öer Reichsbahn für öie Bau­stelle habe er erst nach öem Einsturz zu sehen bekam» men. Es fei davon gesprochen worden, daß öie Rammträger zu kurz waren, unö Öaß man öar­über verhanöele, wie Öem abzuhelfen sei. Mit Öen Angeklagten Noth unö Hoffmann hat öer Zeuge über öiefe Fragen aber nicht gesprochen.

Dann mürbe öer Baumeister Walter Kompa vernommen, öer zur Zeit öes Einsturzunglücks öer Geschäftsleitung öer Berlinischen Baugesellschaft an­gehörte. Er hat hauptsächlich an Öen Baubesprechun­gen über öie ProjektänÖerung teilgenommen. Man fjatte öabei, so führte der Zeuge aus, das Gefühl, Öaß öas Projekt nicht reif sei.

Die DerhanÖlung wuröe vertagt.

Präsident Dr. Paul Kaufmann 80 Jahre alt.

Am 28. Juni begeht öer frühere Präfiöent öes Reichsversicherungsamtes unö Reichsverforgungsge- nichts Dr. Paul Kaufmann seinen 80. Ge­burtstag. Bis zu seiner Ernennung zum Prä­sidenten des Reichsoersicherungsamtes (1906) wirkte Kaufmann beim Berliner Kammergericht, ferner bei öer Staatsanwaltschaft in Berlin unö war später Vortragender Rat im Reichsamt des Innern. Neben feiner verantwortungsvollen beruflichen Tätigkeit, öie in erster Linie Öem Ausbau öer SchaÖenver- hütung in der Arbeiteroersicherung und öer wirk­sameren Gestaltung öer Beziehungen zwischen 23er- sicherungsträaern und Aerzten mit öem Ziele ge­meinsamer Bekämpfung menschlichen ElenÖs galt, hat Kaufmann sich stets um öie Förderung öer Kunst bemüht. So entstammen feiner FeÖer außer vielen sozialpolitischen Werken zahlreiche kunsthisto­rische Schriften. Daneben betätigte sich öer Jubilar auch als GemälÖefammler.

Norwegisches Flugzeug abgestürzt. Sieben Tote.

Das auf öer Strecke Bergen Trondhjem Trornsö verkehrende norwegische Passagierflugzeug Haooern" der Norfk Lustfartsselfkap ist im Nebel gegen den Berg Lihesten an der Nordküste des Sogne-Fjordes geflogen unö a b g e ft ü r 31. Es rourbe auf einem Felsabsatz in 400 Meter Höhe zer­schmettert aufgefunben. Die vier Mann Besatzung unb bie brei Passagiere finb sämtlich 10 t.

Blutiger Kamps mit ausbrechenden Sträflingen in Amerika.

In Richmond (Virginien) kam es im (Staats- zuchibaufe zu einem mißglückten Ausbruchs­versuch, ber einem ©efangenenroärter bas Leben kostete. Acht Sträflinge bemächtigten sich plötzlich eines im Gefängnishofe stehenben ßafttraftroagens unb fuhren in rafenber Fahrt mit zwei Gefangenen­wärtern, bie von ben Verbrechern gezwungen wür­ben, bie Fahrt als Geiseln mitzumachen, auf das Gefängnistor zu. Der Vorfall rourbe jedoch von ben übrigen Wärtern bemerkt, bie sofort Den Last­kraftwagen unter heftiges Maschinengewehrfeuer nahmen. Der Ausbruchsversuch ber Sträflinge konnte auf diese Weise verhinbert werben, jedoch würben von ben mitgeschleppten Wärtern ber eine getötet unb ber anbere sowie vier Sträflinge verwunbet.

Ein Kindesentführer unschädlich gemacht.

Ein in Deutschland glücklicherweise seltenes Ver­brechen ist in Bonn verübt worden. Das Kind eines Bonner Geschäftsmannes wurde entführt, und der Täter versuchte, eine größere Summe als Löse­geld zu erpressen. Der Vater, der zur Hergabe des Gelbes aufgefobert worben mar, benachrichtigte bie Kriminalpolizei, ber es gelang, ben Kinbesent- führer unschädlich zu machen. Das entführte Kinb rourbe nach bem Geständnis des Verbrechers von einem Kriminalbeamten in einem Versteck, wo es feit 6 Stunden gelegen hatte, gefesselt vorgesun- . ben. Es rourbe sofort in bas Elternhaus zurückge­bracht. Bei bem Festaenommenen handelt es sich um einen schon mehrfach vorbestraften 32jährigen .

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