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verständlich, Zaß sich Vieser Wunsch nach Wieder- Herstellung der landesfürstlichen Gewalt nur an den legitimen Erben des angestammten Hrbhauses wendet. Wenn die überwiegende Mehr­heit des österreichischen Volkes eines Tages in irgendeiner verfassungsmäßigen Form den Wil­len nach der Rückkehr zur Monarchie kundgeben sollte, so wäre dies eine rein innere Angelegenheit Oesterreichs, die mit irgendwelchen Thronansprüchen außerhalb der Grenzen des österreichischen Bundesstaates nicht das Geringste zu tun hätte. Entschieden muß jeder Ver­such einer Einmischung in rein österreichische Ange­legenheiten abgelehnt werden. Es besteht für Oester­reich keine internationale Verpflichtung, die es hin­dern könnte, seine Staatsform nach freiem Er- messen zu wählen, ebenso wenig eine solche, die es Oesterreich verböte, wenn es sich für die Ein­richtung der Monarchie entschlösse, als Träger der Krone den Erbendes Hauses Habsburg- Lothringen zu berufen."

Die österreichische Frontmiliz.

Wien, 16. Juni. (DNB.) Der Führer der Front­miliz, Vizekanzler Baar-Bahrenfels, er­klärte der Auslandspreisse, eine Entwaff­nung der bisherigen Wehrforma­tionen komme jetzt in Frage. Die waf­fenfähigen Mitglieder dieser Organisationen werden geschlossen in die Frontmiliz übernom­men, wo sie als geschlossene Formationen bestehen bleiben sollen. Auf dem Lande werden die verschie­denen Formationen, wie Heimwehr, Ostmärkische Sturmscharen und Freiheitsbund, zu einem ein­heitlichen Gebilde zusammengefaßt werden. Alle Mitglieder der Frontmiliz bekommen die gleiche Uniform, jedoch Abzeichen, die an ihre frühere Wehrformationen erinnern. Die Zahl der Mitglieder der Frontmiliz wird ungefähr 100 000 betragen.

Die Frontmikiz wird neben dem Bundes­heer bestehen, ähnlich wie die faschistische Miliz in Italien neben dem Heer, aber in enger An­lehnung an das Bundesheer arbeiten. Der Eintritt ist frei. Ebenso auch der Austritt. Jrn Kriegsfall untersteht die Frontmiliz dem Bundesheer. Sie wird in drei Gruppen gegliedert. Erstens die Jäger- miliz, die normalen Dienstpflichtigen, zweitens die Standmiliz, die älteren Jahrgänge, die für den Etappendienst in Frage kommen, und drit­tens die Sondermiliz, wie z. B. Eisenbahn­miliz und dergl.

Der Vizekanzler hofft, wenn die Finanzlage es er­laubt, gegen 3000 Milizangehörige dauernd unter Waffen zu halten. Der Dienst- wird in erster Linie in ab en blichen Schu- lungskursen und vorübergehenden Einzie­hungen für einige wenige Tage durchgeführt wer­den. Man hofft, auch durch freiwillige Spen­den einige Zuschüsse zu bekommen.

Bozens Kulturdenkmäler in Gefahr.

DerVölkische Beobachter" entnimmt dem Boze­ner faschistischen ParteiblattLa Provincia di Bol­zano" die Nachricht, daß der Plan, aus Bozen eineitalienische Stadt" von 100000 Einwohnern zu machen, in ein neues Stadium der Verwirklichung tritt. Nachdem schon rund um die Stadt italienische Wohn- und Industrieviertel errichtet wurden, soll nun die Bozener Altstadt aus oerkehrstechnischen und hygienischen Grün­den" abgerissen werden, um neuen Straßenzügen Platz zu machen. Vor allem ist die Beseitigung der berühmten historischenLauben­gasse" beabsichtigt, die zahlreiche kulturgeschichtlich bedeutsame und bis ins 14. Jahrhundert zurück­reichende typisch deutsche Bauten aufweist. Eine amtliche Bestätigung dieser vom faschistischen Par­teiblatt gemeldeten Pläne steht allerdings noch aus.

Der Regierungsanzeiger veröffentlicht in seiner Ausgabe vom 3. Juni ein Dekret, durch welches die Transporte von und zur italienischen Jndustriezone südlich von Bozen eine Kostensenkung bis zu 50 v. H. erfahren. DieJn­dustriezone", in der seit zwei Jahren Filial­fabriken bedeutender Rüstungsunter- nehmungen errichtet worden waren, um durch den Zuzug italienischer Arbeiter die Entnationalisierung Südtirols zu för­dern, wurde bekanntlich wegen ihrer schlechten wirtschaftsgeographischen Lage auch von italieni­scher Seite verschiedentlich bekämpft. Das neue Dekret soll diese Nachteile durch Verbilligung der Transportsätze ausgleichen.

England und die Sanktionen

Am Bortage der Nntcrhaus-Aussprache.

London, 17. Juni. (DNB. Funkspr.) Wie die Times" meldet, wird die englische Regierung ihren Beschluß, die baldige Aufhebung der Sank- tionen gegen Italien zu befürworten, voraussichtlich rmt der Forderung nach einer Zusicherung Italiens verbinden, den Handel mit den bisheri­gen Sanktionsländern nicht zu be- h Indern. Viele langjährige englisch-italienische Gcschaftsunternehmunaen seien durch die Ereignisse der letzten Monate schwer geschädigt worden, und die Regierung müsse sicherstellen, daß sie keine weiteren Nachteile haben, wenn der Völkerbund die Sanktionspolitik kollektto aufgibt. Schätzungs- weife habe der britische Handel mit Italien einen Verlust von 6 bis 7 Millionen Pfund erlitten.

Das Rothermere-BlattDaily Mail" begrüßt die Aufhebung der Sühnemaßnahmen mit lauten Fan­farenstößen und erinnert daran, daß dieDaily Mail" als einzige englische Zeitung von Anfang an gegen die englische Sühnepolittk protesttert habe. Es gebe nur eine lebenswichtige Politik für (Eng- land, nämlich ohne Verzug zu rüsten. Das Blatt setzt sich für den Rücktritt des Außen- Ministers Eden ein.

Der Oppositionsführer Major A t t l e e erklärte in Lewes: Das Versagen der britischen Regierung in der Abessinienfrage habe den Namen Eng­lands in den Schmutz gezogen. Auch die Erklärung Neville Chamberlains habe das Ver­trauen der Welt in England nicht gestärkt. Das ArbeiterblattDaily Heralb" greift die Regie­rung auf das stärkste an. Die Politik, die die Re­gierung zur Zeit oorbereite, sei unendlich viel schlim­mer als der Hoare-Laval-Plan und müsse von der englischen Nation einmütig und mit Entrüstung ab­gelehnt werden. Unter dem Gerede von einer Völker­bundsreform verberge die Regierung ihre Absicht, ben Völkerbuno z u töten. Die gesamte kon- servatioe Partei kehre zur alten Politik der Rüstungen und Bündnisse zurück.

Die ReiKMms der AS.-Kullurgemeinde.

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Im Kongreßsaal der Stadt München wurde durch Amtsleiter Dr. Stan g die vierte Reichstagung der NS.-Kulturgemeinde eröffnet. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Am zweiten Arbeitstag der Reichstagung der NS. - Kulturgemeinde in München, demTag des Volkstums", waren die Themen Volkstum als Erbe" undDer deutsche Heimat­raum" gestellt. Der VortragVolkstum als Erbe" von Dr. Hermann R e i s ch l e, Stabsamtsführer des Reichsnährstandes, war eine Abrechnung mit den überstaatlichen Weltmächten, die das Arteigene unseres Volkes unterdrückten, und zeigte, wie das deutsche Volk sich heute nach einem tausendjährigen Schlaf wieder selbst erkennt und die Art seiner Ur­väter geweckt wird. Dann sprach der Leiter der Reichsfachstelle Heimatschutz der NSKG. und Fach­beauftragte des Reichsbundes deutscher Heimatschutz, Dr. Werner Lindner über das ThemaDer deutsche Heimattaum". Er gab einen Ueberblick dar­über, wie das deutsche Volk in vergangenen Zeiten seinen Heimattraum mit Zweckbauten nach den ger­manischen und deutschen eingeborenen Baugesetzen formte, wobei Werte geschaffen wurden, die in jün­geren Zeiten noch nicht im Entferntesten wieder er­reicht wurden. Der Redner zeigte die Aufgaben auf, die sich unter den veränderten Verhältnissen der Neuzeiten für die Formung des Heimatraumes und eine rechte Heimatpflege ergeben, und schloß mit der Feststellung, daß das deutsche Volk in seiner Gesamtheit innigsten Anteil an dem Schicksal seines Lebensraumes nehmen müsse. Eine der vornehm­sten Aufgaben der NSKG. sei es, auch zu ihrem Teil in kameradschaftliche Verbindung zu den Kräf­ten zu treten, die auf diesem Gebiete schaffen.

In Anwesenheit des Reichsleiters Alfred Rosen­berg eröffnete Amtsleiter Dr. Walther Stang im Rahmen der Reichstagung der NSKG. in der Hauptstadt der Bewegung die Ausstellung H a n d w e r k l i ch e s V o r b i l d g u t". Dr. Stang

sagte über den Sinn bieser Ausstellung, die im bayrischen Nationalmuseum untergebracht ist, u. a., sie sei das Ergebnis einer Auslesearbeit der Ab­teilung Handwerk der NSKG. In ihr suche das Amt für Kunstpflege das Echte auszulefen und das wertvollste Handwerksgut zu zeigen. Deshalb habe die NSKG. den Versuch gemacht, bis in die Urformen zurückzugehen und die Urgesetze des Ge­staltens wieder aufzufinden. Im Namen des Amtes für Kunstpflege der NSKG. sprach Pg. K ü k e l - haus über Sinn und Plan der Ausstellung. Die Krönung der Ausstellung sei die SchauGewachsene Form", in der aus acht Jahrhunderten von an­onymer Handwerkskraft gestaltete Gebrauchsgeräte in höchster Formvollendung gezeigt werden. Reichs­leiter Rosenberg äußerte sich sehr anerkennend über die Ausstellung.

Zum Abschluß desTages des Volkstums" erlebte der erste Großfilm der NS.-KulturgemeindeE w i - aer Wald" seine Uraufführung. In dem Film wirken rund 1200 Frauen und Männer aus allen Gauen als Darsteller mit, aber weder Schau­spieler noch Laienschauspieler, sondern hier spielt das Volk. In wundervollen Bildern zieht eine Kultur­geschichte des deutschen Volkes, des deutschen Bodens und des deutschen Waldes am Beschall. vorüber. Menschenwerden, Menschenfreude, Menschenleid und Menschenvergehen im deutschen Volk nicht ohne deut­schen Wald, das ist der Sinn dieses Filmwerkes. Filmentwurf und Produktionsleitung hatte Albert Graf von Pestalozza, die Regie Hanns Springer, die Textdichtung stammt von C. M. Holzapfel, die Komposition von Wolfgang Zeller. Die NS.-Kulturgemeinde hat mit diesem bahnbrechenden Filmwerk einen neuen und glück­lichen Weg beschritten.

Die erste Reichssiedlerschule in Erlangen

Reichsorganisattonsleiter Dr. Ley weihte in Erlangen die erste Neirh-n^l«^,.^ «tv 7 . nebmer sinken hier jede Möglichkeit zur theoretischen und plaÄ Ö

Reichsfinanzen und Aufbauarbeit

Staatssekretär Reinhardt an den Rachwuchs der Iinanzbehörde in Ilmenau.

. V e l i n, 16. Juni. (DNB.) Der Staatssekretär im Reichsfinanzministerium R e i-n h a r d t hat ^t)rs°"g der Reichsfinanzschule Ilmenau er- slnet, der den neuen Ausbildungsbestimmungen in öer Reichsfmanzoerwaltung entspricht. Staatssekre- tar Reinhardt führte u. a. aus, daß es nicht nur öarauf ankomme, dem Nachwuchs fachlich die best­mögliche Ausbildung angedeihen zu lassen sondern auch auf die körperliche Ertüchtig Nachwuchses. Der gesamte Nachwuchs müsse der SA. angehoren. Eine der Voraussetzun- hi hlC ^lQf un9 dur Finanzanwärterprüfung b°b der Anwärter im Besitz des SA-- Sportabzeichens je«.

Zu den Begriffen Steuern und Finan-i- °-nbCf- I Staatssekretär Reinhardt u. a E- Der Staat an den die Volksgenossen Steuern zahlen, ist ihr Staat. Steuer zahlen heißt nicht mPffrr; 7777 £nber?Vin3i9 unb allein seine V s ts11 n" 77 ^ht mcht das Volk aus der einen und der Staat auf der anderen Seite sau- in feinem e/aat. hl Ve^-Orbc lff eine Einrichtung die- !n5r/$taatk\ble niemand anderem dient als der lEinanmrnf ff pftt ~. ar Is^dem einzelnen. Das N"0N^amt steht den Steuerpflichtigen nicht gegen- uk>-r. sondern e- ,st dos Amt des Steuerpflichtlgen,

MbeUediint ?i°u°rpflichtigen selbst willen die Auf.

I t f 'ä Gesetz oorschreibt.

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Menwarttgen Jahren bestehe, ergebe sich d^«Z7^Lbelr°g^n^die^ men im e-nmnt U ' 5U denen die Maßnah-

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M Grund der bestehenden Steüer^esetzk^ko^

Vergehen gegen die Steuerpfticht seien Vergehen gegen die Volksgemeinschaft und gegen die Nation, sie stellen die schlimmste Art des Eigennutzes und der ungerechtfertigten Bereicherung des einzelnen zum Schaden des Staates und damit aller anderen An­gehörigen der Volksgemeinschaft dar.

Organisatorische und verwaltungsmäßige Mag- nahmen der Reichsfinanzverwaltung und die bessere Schulung der Beamtenschaft seien darauf abgestellt, 1. die weitere Gesundung der öffent­lichen Finanzen und damit die Festigung der Voraussetzungen zur Finanzierung des Aufbaues der Wehrmacht und

2. die Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichmäßigkeit der Besteuerung zu erreichen.

In der letzten Zeit fei von Einführung einer Vermögensabgabe die Rede gewesen. Dazu sei weder Zeit noch Lust. Unsere ganze Kraft ist einzig und allein daraus gerichtet, diejenigen Be­träge, die dem Staat auf Grund der be­stehenden Steuergesetze zustehen, restlos zu erfassen.

Wir haben in den drei vergangenen Jahren neue Aufgaben übernommen, insbesondere auf der Ausgabenseite. Wir erhebep nicht nur Steuern, sondern wir gewähren auch Ehestands- d a r l e h e n und Kinderbeihilfen. Die Zahl der gewährten Ehestandsdarlehen hat bereits rund 600 000 erreicht, der Betrag der gewährten Ehe- standsdarlehen rund 340 Millionen Reichsmark. Die Zahl der gewährten einmaligen Kinderbeihilfen an minderbemittelte kinderreiche Familien hat be­reits 190 000 erreicht, der Betrag der gewährten Kinderbeihilfen 75 Millionen RM., die Zahl der durch die einmalige Kinderbeihilfe bedachten Kinder etwas mehr als 1 Million. Ab 1. Juli 1936 wer­den auch laufende Kinderbeihilfen ge­währt werden und zwar 10 RM. monatlich für das fünfte und jedes weitere Kind unter 16 Jahren, zunächst an diejenigen, die Arbeitnehmer sind und deren Monatslohn 185 RM. nicht übersteigt. Die laufenden Kinderbeihilfen sind zunächst nur eine soziale Maßnahme im Rahmen des finanziell gegen« wärtig Möglichen. Sie stellen u. a. eine Art E r stattung der Verb räucher st euern und der Umsatzsteuer dar, die in den Beträgen enthalten sind, die der Unterhaltsverpflichtete zur Bestreitung des Lebensunterhalts seiner kinder­reichen Familie aufwendet. Durch die laufenden Kinderbeihilfen werden zunächst für 300 000 bis 400 000 Kinder unter 16 Jahren monatlich je 10 RM. gewährt werden. Die Auszahlung der laufenden Kinderbeihilfen geschieht erstmalig im August 1936 für den Monat Juli 1936. Genaue Auskunft erteilt jedem, dessen Monatslohn 185 RM. nicht übersteigt, das Finanzamt.

Der Sittlichkeiisprozeß gegen öie Franziskanerbrüder.

Koblenz, 16. Juni. (DNB.) Der Sittlichkeits­prozeß gegen die 276 Ordensbrüder der Franzis­kaner-Bruderschaft nahm seinen Fortgang. Auf der Anklagebank saß der 26 Jahre alte Franz G i e l c z y n s k i (genannt Bruder Angelinus) aus dem Kloster Ebernach.

Die Vernehmung des Angeklagten ergibt, daß er mit 14 Jahren im Mai 1924 in das Franziskaner- Mutterhaus in Waldbreitbach eintrat. Er war bann in verschiedenen Klöstern u. a. auch wiederholt int Ausland, so in Lugano (Schweiz) und Dublin (Ir­land). In Ebernach leitete er die Krankenabtei­lung VI, in der besonders schwere Krankheitsfälle behandelt wurden. Nach der Vernehmung des An­geklagten wurde wegen Gefährdung der Sittlichkeit die Oeffentlichkeit ausgeschlossen.

Die Beweisaufnahme ergab, daß er von Pater Leovigill schon mit 16 Jahren zu homosexuellem Verkehr verführt worden ist. Er hat dann mit einer Reihe anderer Ordensbrüder widernatürliche Un­zucht in verschiedenen Klosterniederlassungen der Franziskanerbruderschaft betrieben. Auch während der Exerzitien im Kloster Waldbreitbach ist es wie- derholt zu derartigem Verkehr gekommen. Einem Bruder, der ihm seine Vergehen vorhielt, hat der Angeklagte Bruder Angelinas erwidert, daß das nichts zu sagen habe.

Der Vertreter der Anklage führte u. a. aus: Das Bild von dem schamlosen Treiben in den Fran- ziskanerklöstern werde immer vollständiger. Es habe ein Netz von homosexuellen Verbindungen über bem Orden gelegen, so daß die Ordensbrüder, wenn sie in ein anderes Kloster versetzt wurden, sofort wieder neue Bekanntschaften machen konnten. Die Zeit der Exerzitten fei wiederholt zu derartigen Handlungen mißbraucht worden. Das sei nur möglich gewesen in einer Institution, die ein Eigen- leben führte, das dem Staat verborgen bleiben sollte. Der Staatsanwalt beantragte wegen Ver- gehens gegen Paragraph 175 drei Jahre Gefängnis. Der Angeklagte wird wegen widernatürlicher Un­zucht zu 1 Jahr 8 Monaten Gefängnis verurteilt. Sechs Monate Untersuchungshaft werden angerechnet. In der Begründung führte der Vor­sitzende aus, der Fall Angelinas liege anders als die bisherigen Fälle. Da der Angeklagte nicht in so ausschweifender Weise unzüchtige Handlungen ausübte, wie das in anderen Verfahren festgestellt worden ist. Eine Straftat im Sinne des § 174,3 komme nicht in Frage, da der Angeklagte nicht als Medizinalperson anzusehen sei. Strafmildernd sei berücksichtigt worden, daß der Angeklagte in jun- gen Jahren dem Gift, das in den Klöstern qe- herrscht habe, erlegen fei.

Keine Abweriungsabsichien in der Schweiz.

Bern, 16. Juni. (DNB.) Bei der Behandlung der eidgenössischen Staatsrechnung für das Jahr 1935 gab der Finanzminister Bundespräsident Meyer im Nationalrat eine Erklärung über den Stand des schweizerischen Kapitalmarktes und die Währungsfrage ab. Er unterstrich dabei, daß an allen Gerüchten für die Möglichkeit einer Ab - Wertung des Schweizer Franken kein wahres Wort fei und daß sowohl die Regie­rung wie die Nationalbank fest entschlossen seien, an der heutigen Währung fest zuhal­ten. Die Nationalbank habe bis heute die Gold­währung mit aller Konsequenz durchgeführt und kräftig verteidigt. Der Bundesrat, der selbstverständ- lich mit größter Aufmerksamkeit alle Wandlungen unb Ereignisse des internationalen Währungs­wesens verfolge, habe diese Polittk gebilligt und unterstütze sie. Er sei darin bis heute immer ein­stimmig gewesen. Er glaube auch jetzt mit der Na- honalbanf, daß diese Polittk der Gesamtheit des Schweizer Volkes am besten diene