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Dienstag, l7.MrzM6
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Hr.65 Zweites Blatt
1 Rede, über deren Takt man streiten kann, die aber e inhaltlich den in der hiesigen Regierung vertretenen
Ein Mann reist durch Deutschland
Siegreich im Kamps gegen
Darüber aber gibt der Bauer Tiessen sich keine
rechts und links an
W,e d7s°Wens sich erre °n daraus h-r- M-eigen und stellt geteilte Bratschen und Cell. vorgehend^ verkündet der Zahler, hier Raphael, dem Bastarwsa gegenüber.
ints an dse Landstraße h7an und össnen Rechenichaft er ist kein Mann van vielen Warten letzten Augenblick, wenn man direkt vor ober spitzstnd.gen U-berlegungem Er rst v ° m^F u h.
Der Beginn des zweiten Teiles widmet eine Sopranarie mit einer längeren instrumentalen Einleitung der Vogelwelt: dem stolzen Adler, der Lerche frohem Lied und dem zarten Taubenpaar, dessen Girren charakteristisch bei den Instrumenten widerhallt. Der Nachtigall „süße Kehle", noch nicht zur Klage gestimmt, erfüllt den zweiten Teil dieser überaus reizvollen Soloschilderung. Wie von einem mystischen Schauer durchwebt ist der Fruchtbarkeitssegen für die Tiere; Haydn läßt hier die Violinen
sich erst im ihnen steht, auf neues
der einzelnen Taae. . „
Die instrumentale Einleitung der „Schöpfung , die die „Vorstellung des Chaos vermitteln soll, läßt allmählich aus dissonanzenreicher Starrheit Ä .... i rx « r \inn nnrnita novi
kalter Westwind von ,
Fahrt, hohe Deiche arbeiten sich immer wieder von
In einer schmucken, geräumigen Bauernstube m einem sauberen und st a t t l i ch e n Siedlungshaus endet dann schließlich die kalte und beschwerliche Reise. Das Ziel ist erreicht; der Koog, m dem man weilt, ist der letzte vor dem Meer und hecht Adolf-Hitler-Koog, und der Mann, dem man gegenübersitzt, ist der Ortsbauernsührer Tressen der erste Siedler auf Boden, der vor drei Jahren noch von den Fluten der Nordsee überspült wurde. Man hat in des W o r t e s w a h r st e r B edeutung Neuland erreicht, und wenn man die eigene Hand in die schwere, breite und harte des Bauern Tiessen versenkt, braucht man gar keine Phantasie, um zu erfassen, daß man hier vor einem wirklichen Pionier d e s deutschen Volkes steht. Der Bauer Tiessen und all die 91 anderen Siedler, die im Adolf-Hitler-Koog, den
Marne in Holstein, Mitte März. IL
Leben im Ado^-Atl-r-Kooa
Ansichten durchaus enspricht. Amerikas Außenpolitik wendet sich ab von der Außenwelt und konzentriert sich auf den eigenen Erdteil, wo man einen f e st e n Zusammenschluß der 21 Staaten schaffen will, zur gemeinsamen Verteidigung der langgestreckten Küsten, falls nötig, besonders aber zur F ö r d e - rung des Handels zwischen Nord- und Südamerika. Mehrere Handelsverträge der neueren Art hot Außenminister hüll bereits mit lateinamenka- nischen Staaten geschlossen; weitere werden folgern Breite Autostraßen werden sich von Nord- nach Südamerika erstrecken; der Flugverkehr wird immer mehr ausgebaut. Das alles bedingt gegenseitiges Vertrauen; und Senator Pittmann hat in seiner Rede ausdrücklich betont, daß die Monroedoktrm nur dem Schutz gegen Angriffe von außen her, nicht aber der Unterdrückung oder Bevormundung Lateinamerikas dienen sollte. Die jetzt von Roosevelt vorgeschlagene Konferenz wird daher — wenn auch vielleicht nicht expressis ver- bis — dieMonroedoktrindurch em Dokument gemeinsamer Abwehr ausländischer Angriffe ersetzen. Das neue Neutralitätsgesetz der USA. nimmt bezeichnenderweise alle lateinamerikanischen Staaten, die m einen Krieg mit außeramerikanijchen Mächten verwickelt werden sollten, von dem Ausfuhrverbot aus. Es soll hier also künftig heißen: Alle für einen und einer für alle: pax Americana aus eigenen Kräften, ohne Appelle an den Völkerbund in Genf.
b a r f e i t.
Im Winter 1928 wurde daher auf Drangen des panamesischen Präsidenten Alfaro eine panamerikanische Konferenz nach Washington einberufen, um sich über das Problem zwangsweiser Entscheidung von allen Streitfällen durch ein Schieds- gericht schlüssig zu werden. Diese Konferenz begann an dem Tage, an dem im Chaco der lange blutige Krieg zwischen Bolivien und Paraguay ausbrach, der erst in diesen Wochen endgültig zum Abschluß kam. Weder Völkerbund noch Kellogg-Pakt vermochten den Krieg zu beenden, und die Doktrin, die Präsident Monroe 1823 verkündet hatte, machte es den USA. recht schwer, eine gerade Linie in ihrer Politik gegenüber dem Chaco-Krieg einzuschlagen, denn weder wollten sie selbst sich in lateinamerikanische Streitigkeiten in der Rolle des großen Bruders einmischen, noch paßte ihnen die Hineinziehung europäischer Kommissionen in Angelegenheiten dieses Kontinents. So pjurbe zwar 1929 in Washington ein Schlichtungsprotokoll gezeichnet, aber nur von wenigen Staaten ratifiziert.
Der Chaco-Krieg ging weiter, 'breitete sich aber immerhin nicht auf weitere lateinamerikanische Staaten aus, was jedenfalls einen gewaltigen Fortschritt darstellte. Das Verhältnis zu den USA. blieb dagegen weiterhin schlecht: die amerikanischen Truvven in Nikaragua, das Protektorat über Kuba, die Streitigkeiten mit Mexiko erzeugten Mißtrauen und Abneigung gegen die große Schwesterrepublik, und ^iese, unter den republikanischen Regierungen von harding, Coolidge und Hoover, betonte immer wieder die Monroedoktrin in einer Form, die in Lateinamerika scharfen Protest hervorrief.
Dann kam Franklin D. Roosevelt im Marz 1933 ans Ruder und erklärte sofort, daß er fortan die „Politik des guten Nachbarn" be-
setzt worden, damit er aus ihm herauswirtschafte, was aus ihm für des Volkes Wohl herauszuwirt- schäften ist. Er hat für Frau und Kinder zu sorgen und seine muskulösen Arme, seine breite Brust und seinen Hellen Verstand dafür einzufetzen, daß sie m Gegenwart und Zukunft genügend zu essen haben. Er muß aus dem jungfräulichen Boden an Ernte so viel ziehen, daß noch eine ganze Menge Menschen in der Stadt davon satt werden. Reden — nein, reden gehört nicht zu seinen Aufgaben. Man muß ihn schon fragen, direkt und aufs Ziel losgehend, dann gibt er gern Auskunft.
Und so erzählt er, im breiten Platt seiner Land- schäft, wie hier im Jahre 1933, kaum fünf Monate nach der Machtübernahme, der erste Spaten» st i ch getan wurde, um nach jahrzehntelanger Pause dem Meer wieder einmal Neuland abzugewinnen. Oben im Norden, bei Tönning, fingen sie im Rahmen des Lohse-Programms (nach dem Oberpräsidenten der Provinz Schleswig-Holstern so genannt) mit dem her mann-Göring-Koog an. hier bei Marne riegelten sie mit einem 9,3 Kilometer langen Deich den Jnnenteil der Dieksander Bucht ab und legten so den Grund zu dem 1333 hek- tar großen und 92 Siedlungen fassenden Koog, der den Namen des Führers, der alles erst ermöglichte, trägt. Im Frühjahr 1935 konnte die erste Saat dem Boden anvertraut, im Herbst d i e e r ft e (Ernte eingebracht werden, und die Siedler, die bis dahin in kleinen Holzbaracken gewohnt hatten, konnten im Beisein des Führers mit den ersten 70 000 Zentner selbstgebauten Hafers in ihre neuen Heime ein- ziehen.
Ein neues Geschlecht wächst heran.
Jetzt haben sie Wintergerste und etwas Weizen gesät, im nächsten Jahre soll Raps dran kommen.
die ersten Worte des Schöpfungsberichtes, die der Chor in ihrer Eindringlichkeit unterstreicht und die mit der Lichtwerdung zu einem geradezu überwältigenden Aufstrahlen des Urlichtes hinführen bei glänzender Farbigkeit des Orchesters. Uriels Tenorarie ztzigt ein Abbild des Kampfes zwischen dem Licht und den Geistern der Finsternis, deren Verzweiflung ein Chorfugato roiebergibt, und in beglückender Einfachheit und ungetrübter Schönheit verkündet der Chor das Erstehen der „neuen Welt'. Die Teilung der Wasser, unter und über dem Firmament, und das damit verbundene Naturgeschehen werden greifbar im begleiteten Rezitativ des Raphael: „heftige Stürme, fliegende Wolken, feurige Blitze und Donner, der allerquickende Regen, der allverheerende Schauer, der leichte flockige Schnee" erfahren-symbolische Musikeinkleidung. Nun preist Gabriel (Sopran) das Lob des zweiten Tages, unterstützt vom Chor der Himmelsbürger. Die Sammlung der Wasser prägt sich in der Baßarie des Raphael ab, das ungestüme Meer, das herauswachsen der Berge, der breite Strom und das Idyll am Bache. Dem durch das Pflanzenleben erweckten Naturgefühl wird Ausdruck in einer Sopranarie, die dem Inhalt gemäß den Charakter des alten Sizilianos ausweitet. Der Chor faßt die Grundstimmung in einem prächtigen Satz mit Jubel zusammen, dem ein Fermateneinhalt vor Eintritt des Schlusses einen besonderen Akzent gibt. Der vierte Tag läßt in einem kurzen Orchestersatz die Sonne a'üstrahlen, im Geaensatz dazu des Mondes „leiser Glanz" und „sanfter Schimmer" in fast romantisierender Weise. Die „Söhne Gottes" rufen seine Macht aus in dem Chor: „Die Himmel er- , zählen die Ehre Gottes", dem das Engelterzett in , den Mittelsätzen ergreifende musikalische Kontraste : gibt; zum Schluß zeigt der Chor starke klangliche Ballungen bei höchster Strahlkraft, hier sowohl wie , auch in den bisher erwähnten Chorsätzen sei be= . sonders auf die überaus einfache, eingängliche, ja . ans Volkstümliche grenzende Art von Haydns . Motiven verwiesen, ebenso aber auf die Klarheit , und Selbstverständlichkeit seiner immer wieder aufs , neue zu bewundernden Eindringlichkeit der kontra- - punktischen Kunst.
trägt erste schöne Ernte.
Bon unserem Sonderberichterstatter.
glaubt man, jetzt endlich an der See zu sein und jedesmal findet man sich dann wieder m einem von neuen Deichen eingefriedeten weiten Stuck Land. „K o o g" nennen die Einheimischen die zwischen den Deichen sich erstreckende Nutzfläche, und wer in der deutschen Muttersprache auch in ihren Dialekten Bescheid weiß, dem fällt ein, daß man mit „Koog im Plattdeutschen die Gegenden bezeichnet, die mit Hilfe von dem Meere aufgezwungener Deiche dem „blanken Hans", der stürmischen Nordsee, abgetrotzt worden sind.
Zu Besuch beim Bauern Treffen.
den „blanken Hans". - Der Nordsee abgerungenes Land
pax Americana.
Son unserem (K.G.S.)-Äerichterstatter.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Washington, Februar 1936.
Lateinamerika Hinweisen kann. Aber es wäre ungerecht und verfehlt, ihm unehrliche oder egoistische Motive zu unterschieben. Roosevelt handelt erstens aus ehrlicher Friedensliebe (und die Verhütung weiterer tragischer Kriege wie des im Chaco ist sicher eine Konferenz wert) und zweitens als verantwortlicher Staatsmann. Der Krieg Italiens gegenAbefsinienunddasDorgehenJa- p ans in China sind Ereignisse, die Amerika zu äußerster Vorsicht warnen.
In das Netz europäischer Politik will Amerika unter feinen Umständen hineingezogen werden, und gegen Japan glaubt es sich rüsten zu müssen, weil im Fernen Osten sowohl wirtschaftliche Interessen wie Prestige-Gründe auf dem Spiele stehen. Deswegen hat man — wenn auch schweren Herzens auf ein N e ut r a l i t ä t s p r o g r a m m Verzicht e t, das der amerikanischen Regierung indirekt gewaltigen Einfluß (durch Absperrung der Ausfuhr von Oel, Eisen, Kupfer und anderer Rohstoffe) auf Kriege dritter Staaten verschafft hätte. Und deswegen stehen im Kongreß zwei gemalt i g e Wehretats zur Beratung: 545 Millionen Dollar für das Heer und 550 Millionen Dollar für die Flotte, beides einschließlich großer Posten für Flugzeuge und für Ausbau der Küstenverteidigungen in hawai sowie vom Panamakanal bis hinauf nach
geheißen. v .
Diese Beendigung des blutigen Bruderkrieges im Chaco nahm in der letzten Januar-Woche Präsident Roosevelt zum Anlaß, um eine neue Friedenskonferenz vorzuschlagen, die emen gemeinsamen Wall gegen Kriege in Amerika errichten oll. lieber die Beweggründe zu dieser Einladung ind viele Vermutungen geäußert worden. Es mag ein daß es seiner Regierung im Wahlkampf, der'diesmal sehr erbittert ist, vielleicht etwas nutzt, wenn er auf die Konsolidierung der Beziehungen zu
Die Wunder des fünften Tages preisen die drei Erzengel zunächst eitzzeln mit typischer Ausmalung, besonders in der Baßpartie („das Wälzen des Leviathan"), dann im sanierten Satze, und endlich künden Engelterzett und Chor gemeinsam den Ruhm Gottes.
Dem sechsten Schöpfungstage ist ein besonders breiter Anteil gewährt. Das begleitete Baßrezitativ führt die Hauptvertreter der Tierwelt in musikalischer Reflektidn vor: den brüllenden Löwen, den emporschießenden Tiger, den schnellen Hirsch, das edle Roß, die weidende Herde, das schwirrende Heer der Insekten und das am Boden kriechende Gewürm. Die daraus emporwachsende Baßarie zeigt mannigfache Züge bildhafter Abprägung (z B. „den Boden drückt der Tiere Last"). Der zweite Teil dieser Arie gibt dem Sehnen nach dem Geschöpf Ausdruck, das Gottes Güte preisen soll, nach dem Menschen. Nach Verkündung der Menschenerschaf- fung würdigt die Tenorarie des Uriel den Mann als den König der Natur, des Schöpfers Ebenbild, und die sich ihm anschmiegende Gattin. Den Beschluß des sechsten Tages und damit des zweiten Teiles der Schöpfung bilden zwei gewaltige Chorsätze, dessen zweiter als Doppelfuge gipfelt. Dazwischen liegt eine Gebetsszene der drei Erzengel voll weihegetragener Feierlichkeit; von starkem Erschauern zeugt hier die Baßstelle: „Du wendest ab dein Angesicht".
Die Einleitungsmusik zum dritten Teile läßt den jungen und schönen Paradiesmorgen erleben; von drei Flöten geführt, ist sie in ihrer lyrischen Tiefe einer der stimmungsstärksten Punkte des Werkes. Das beglückte Menschenpaar (Gabriel übernimmt die Eva, Raphael den Adam) erfüllt die erste Pflicht dem Schöpfer gegenüber in einem Dankes- duett, dem der psalmvdierende Chor respondiert, ein Stilmoment, das von Haydn aus in die Zukunft weist. Die Lobpreisungen der beiden münden in einen Hymnus des Chores, der aus versunkener Gebetsstimmung in ein Fugato hinüber führt, dann aber aus dem unisono zu hohem Preise aufwallt. Ein Rezitativ stellt den Manu als Führer der Ehegemeinschaft seiner Begleiterin gegenüber; in einer großen Szene spricht sich das unendliche, ungetrübte Glück des sich liebenden Paares aus.
Dm zweifellosen Gipfel des ganzen Werkes, ja, im Rahmen unserer gesamten Chorliteratur, bildet der Schlußchor. Nach einer kurzen homophonen Aufforderung zum Preise roädift eine geradezu gigantische Doppelfuge heraus, dem stellt sich das Soloquartett gegenüber. Der Schluß erhebt sich vom unisono aus zu höchster klanglicher Monumentalität. In der Gelöstheit der Form und doch in der zwingenden Kraft der Gestaltung der höchste Ausdruck'des sechsundsechzigjährigen und doch innerlich so jugendfrischen Meisters Haydn. Dr. H.
Joseph Haydns Oratorium „Oie Schöpfung".
Zum bevorstehenden VIII. Konzert des Gietzener Konzertvereins
Der gewaltige Eindruck der Londoner Händel- Feier im Jahre 1791 wurde für Joseph Haydn gur Anregung, sich dem Gebiet des Oratoriums zuzuwenden; denn im Vergleich zu seinem früheren instrumentalen Schaffen, das sich nur an einen bestimmten Kreis von hörenden richtete, konnte ihm em Chorwerk eine weit größere Auswirkungsbafis eröffnen. Nach feinen bisherigen Erfahrungen auf dem Gebiet des Oratoriums sah er jetzt durch Händel den Weg für sein künftiges Schaffen gewiesen.
Gelegentlich seines zweiten Londoner Aufenthaltes wurde er auf Lindleys Text „The Creation of World" aufmerksam, der in Anlehnung an Miltons „Verlorenes Paradies" einst für h ä n - d e l bestimmt gewesen war. Der Wiener Kaiserliche Bibliocheksdirektor van ©mieten, ein tatkräftiger händelfreund, der übrigens schon bei der Textierung der „Sieben Worte" Haydns geholfen hatte, übernahm die Ueberfetzung bzw. die Bearbeitung des deutschen Textes. .. .
Die dreiteilige Anlage der „Schöpfung wie auch der verhältnismäßig starke Choranteil weifen unzweifelhaft auf Händels Vorbild hin; dennoch geht Haydn über das von Händel überkommene Erbe hinaus. Bei Haydn, der die neu erwachte Instrumentalmusik mit ihren individuellen Ausdruckswerten einem hohen Grade der Vollendung zugefuhrt hatte, bricht im Gegensatz zu handetz dessen subiek- tives Erleben mehr dem eines Menschheitstypus entspricht, die mehr persönliche Aneignung und Durchformung des Stoffes hervor, hatten die weltanschaulichen Wandlungen seines Zeitalters den Sinn für die innere Symbolik des Naturerlebens geweckt, so sieht Haydn darüber hinaus mit seinem tief im Religiösen wurzelnden, glaubig-ncu- oen Gotteserleben in jeder Erscheinungsform der Natur eine Offenbarung des Göttlichen. Auf diesem Urgründe sollte das alle Zeiten überdauernde monumentale Werk erstehen. „Ich war auch nie so fromm, als während der Zeit, da ich an der -Schöpfung* arbeitete. Täglich fiel ich auf meine Knie nieder und bat Gott, daß er mir Kraft zur Ausführung meines Werkes verleihen möge.
Das sta ke Verantwortungsgefühl Haydn s gegenüber feiner großen Aufgabe findet in nichts einen beredteren Ausdruck, als in den uberlieser- ten Skizzen zur „S ch ö p s u n g", die uns bezeich- nenbe Einblicke in das Ringen um den endgültigen Ausdruck gewähren. Denn die Anforderungen
Alaska. _ .
Deswegen schließlich hielt Senator P i 11 m a n n, der einflußreiche Vorsitzende des Ausschusses fur Aus- j märtige Angelegenheiten, vor wenigen Tagen eine 1 scharfe Rede gegen die japanische Regierung, eine
des Textes wie auch das instrumentale Gewand forderten eine besondere Durchformung. Während in den früheren chorischen Werken für Haydn, zumal in der Kirchenmusik, der musikalische Faktor entscheidend war, läßt er hier den Text bestimmend für die musikalische Durchdringung werden. Das Jneinandergreifen von Solisten und Chor, die Durchbildung der einzelnen Arien im engsten Anschluß an den Text entwickelt sich in jedem Falle neu, nicht mehr gebunden durch die traditionelle Form. Das Eingehen gerade in den Arien auf die Ausdeutungsmöglichkeiten im Text, ohne sich dabei in Einzelheiten zu verlieren, lassen immer wieder aufs neue die Unerschöpflichkeit feiner formenden Kräfte bewundern. In den ariosen Teilen, die aus den Rezitativen unmittelbar herauswachsen aminat er sich im Anschluß an bte ’Bielfalhgteit der Bilder des Textes die mannigfaltigsten mufika- llschen Einkleidungen ab, ohne dabei m eine bloße Abschilderung zu verfallen oder sich gar so in Einzelheiten zu verlieren, daß man den zusammen- faffenben Zug vermissen könnte. Die Urtt.le über diese vermeintlichen Tonmalereien sind nicht ,miper einheitlich gewesen, weil man oft nur Aeußerlich- feiten bann sah. Die bildhafte Durchges altung ergibt sich aber mit Notwendigkeit. Immer aß handn zunächst die betreffende Erscheinung musikallsche Gestalt gewinnen, und erst dann gibt er das Wort über den Eindruck; er folgt damit dem Brauch des Melodramas. v s ,
Daß gerade nun auch die Ausdruckswerte der Jnstrumentalsprache einen ganz besonderen Faktor in der „Schöpfung" einnebnvn, entspricht h a y d n s Stellung als Symphoniker. Was er aber 'M einzelnen gemäß der Situation des Werkes gibt, das stößt gegenüber dem Vorausgegangenen zweifellos auf Neuland vor, oft sogar mit bedeutungsvollen
folgen werde. Er nahm denn auch die Truppen aus Haiti zurück, hob das Protektorat über Kuba auf und betonte im Herbst 1933, daß er nie allein in Lateinamerika intervenieren werde, daß vielmehr die Erhaltung des Friedens auf diesem Erdteil gemeinsame Sache aller amerikanischen Staaten sei. Im Herbst 1933 folgte die Panamerikanische Konferenz in Montevideo, wo Außenminister hüll ein feierliches Gelübde der Nichteinmischung abgab. Die Stimmung wurde alsbald besser, und im Mai 1934 wurde der Leticia-Streitfall zwischen Peru und Kolumbien, der sich über zwei Jahre hingezogen hatte, durch ein Schiedsgericht beigelegt, ohne daß es zu dem drohenden Kriege kam. Im Juni 1935 stellten endlich auch Paraguay und Bolivien ihre Feindseligkeiten ein, und das Friedensprotokoll, von den USA. und anderen amerikanischen Regierungen in langwierigen Beratungen ausgearbeitet, wurde soeben von den bisher so feindlichen Brüdern gut-
Zügen für die Zukunft.
Gemäß dem Text gliedert sich das Werk in drei Hauptteile. Der erste umfaßt die ersten vier Tage= w"rs> während im sroHten Teil die Erschaffung der Lebewesen und, als ihre Krone, der Mensch er- scheint. Wie zw'i große Stollen bereiten diese bei- den Teile den Abgesang vor: Das glückselige Le- ben d-s ersten Menschenpoores vor dem Sunden- fall im Lichte der Liebe und 'M Tiefgefuhl der Dankbarkeit gegen den Schöpfer gibt dem dritten Teile den Inhalt. Die Rolle de-’ Erg-Mers des älteren Oratoriums ist an die drei Erzengel Gabriel (Sopran), Uriel (Tenor) und Raphael (Bah) auf- geteilt; der biblische Bericht eröffnet die Geschehnisse
Dor hundertzehn Jahren rief General Bolivar die Staaten der westlichen halbkugel zu einer Friedenskonferenz nach Panama. Ihm schwebte der Gedanke vor, im Gegensatz zu der Intrigen-Politik in Europa, der Atmosphäre des Wiener Kongresses, die Völker Amerikas zu einem Vertrauens b und zusammenzubringen, der dann die zwischen ihnen entstehenden Streitigkeiten zu schlichten sich bemühen sollte. Auf dieser Konferenz wurde der Grundsatz der schiedsrichterlichen Vermittlung festgelegt, allerdings ohne Zwangsklausel. Viele Jahre verflossen, Regierungen tarnen und gingen in Südamerika, der Bürgerkrieg in den Vereinigten Staaten legte Nordamerika für geraume Zeit lahm, und erst im Jahre 1889 wurde wieder ein panamerikanischer Kongreß einberufen, der erste, auf dem alle amerikanischen Republiken vertreten waren.
Ein weiterer Kongreß tagte 19 01/02 in Mexiko und entschloß sich zur Einführung zwangsweiser Vermittlung, mit Ausnahme von Fragen, die die „Unabhängigkeit oder die nationale Ehre" betreffen. Zwölf Staaten, darunter die USA., unterzeichneten bieles Abkommen nicht, und der Vertrag, dem durch obige Ausnahmen ohnehin das Rückgrat zum großen Teil genommen war, ist n i e in Aktion getreten. Dann kam 1923 der sogenannte „Gondra-Vertra g", vorgeschlagen von Manuel Gondra, Präsidenten von Paraguay, der zwecks Vermeidung von Kriegen zwischen den amerikanischen Staaten die Einsetzung von unparteiischen Untersuchungskommissionen vorsah. Daneben schlossen einzelne lateinamerikanische Länder unter sich Schlichtungsverträge ab, ein paar fügten diese Bestimmung sogar in ihre Verfassungen ein, aber de facto änderte sich in den hundert Jahren von 1826 kaum etwas an dem von Bolivar gefaßten Gedanken freiwilliger Schiedsgerichts-
Bäld hinter Hamburg taucht das Auto, auf gut geschotterten geraden Landstraßen fahrend, in die breite und weite Landschaft Schleswig-Holsteins em. Der Bli^ verliert sich über Hecken und Gräben hin- mea bis fern an den Horizont. Selten unterbrechen Wälder das flach gespannte Grün der Wiesen und der eben aufkeimenden Aecker. Und wenn man erst einmal Brunsbüttel und den Nordostsee- Kanal hinter sich gelassen hat, ziehen sich selbst die Häuser und Siedlungen auseinander.
Weit wohnt der Nachbar vom Nachbarn, denn dieser Menschenschlag hier will, seiner Natur nach, auf eigenen Beinen stehen und hat es nicht gern, wenn jemand anders ihm mit gutgemeinten, aber unerbetenen Ratschlägen, ins Gehege kommt. Es ist das Land der Dithmarscher, der Menschen, die sich in jahrhundertelangen Kämpfen gegen das Meer und Dänemark ihre Selbständigkeit bewahrt haben und die auf der anderen Seite nie auf den Gedanken verfallen sind, anderen Menschen die ihre zu nehmen, sie also, wie üblich im sonstigen Deutschland der vergangenen Jahrhunderte, leibeigen zu machen. Das Wort „L e w e r d o d a s S k l a v stammt zwar van ihren nördlichen und südlichen Nachbarn, den Friesen, aber es stand von jeher auch ............
bei ihnen an oberster Stelle im Leben. K a m"v'f u m d i e Scholle' ausgenommen"haben.
In diese Landschaft, deren Boden schwer und reich Pf und unmittelbare Vorkämpfer für ein ift, und, Uber d,e °'^7«Kor'd7-7 h°r°°Ll7ht'di- neues Deutschland. . . .. .....


