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Nr. 269 Erstes Blatt
Montag, 16. November Mb
186. Jahrgang
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhesfen
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Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Rpf.
Kranifun am Main 11686 Druck unv Verlag: vrühl'sche Unwerfitats Buch- und ZteindruSerei R. Lange In Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel 8
Die Preisbildung.
Wenn es auch in der Luft lag, daß der Reichskommissar für die Preisbildung nach der gesetzlichen Festlegung seiner Vollmachten in grundlegenden Ausführungen vor der'Oeffentlichkeit über Ziel und Inhalt seiner Aufgabe und die Grundsätze ihrer Durchführung sprechen würde, so liegt doch ein tiefer Sinn darin, daß diese Rede gerade auf dem Er st en Deutschen Fachkongreß für das Prüfun gs- und Treuhandwesen gehalten wurde; denn Art und Umfang der Aufgabe des Reichskommissars für die Preisbildung machen ja diesen zu nichts geringerem, als zum erst en Treuhänder des deutschen Volkes, dem es nunmehr obliegt, den sozial schwachen Schichten aus den Einkommensverhältnissen heraus den Daseinskampf zu ermöglichen, um die politische Freiheit des deutschen Volkes auch wirtschaftlich für die Dauer zu untermauern. Wenn schon alsbald nach der Schaffung dieses Reichskommissariats und der Ernennung seines Trägers zum Ausdruck gebracht wurde, daß feine Funktionen und Befugnisse grundsätzlich anders und erheblich weitergehend sein würden als diejenigen früherer Preiskommissare, so ergibt sich das schon ohne weiteres aus der nationalsozialistischen Auffassung vom Wesen des Preises, die nichts mehr gemein hat mit den überlieferten Preistheorien der Nationalökonomie. Infolgedessen lag es nahe, daß die Einführungsrede des neuen Reichskommissars auf einer eingehenden Darstellung und Erläuterung der nationalsozialistischen Theorie oder, richtiger gesagt, Erkenntnis der Preisbildung aufbaute; diese kann mit den Worten des Reichskommissars kurz dahin formuliert werden, daß in der Volkswirtschaft alle wirtschaftlichen Vvr- gängtz, gleichgültig, wie umfangreich das Warenvorkommen und öer Bedarf sind, einer wirtschaftlichen Gesamtordung zu dienen haben, die Grundlage der Lebensmöglichkeit und Sicherheit des ganzen Volkes ist — im Gegensatz zu der fteihändlerischen Theorie, nach der ausschließlich Nachfrage und Angebot den Preis bestimmen, was im Grunde nichts anderes lehrt, als daß der Warenanbietende das Recht hat, irgendeine entstehende Situation im wirtschaftlichen Vorgang, soweit er sie zu bestimmen und zu lenken vermag, so zu seinem Vorteil auszunutzen, wie ihm das immer möglich ist.
Wenn auch die Nachftage/Angebot-These im zwischenstaatlichen Verkehr Geltung hat und immer behalten wird, weil es keine überstaatliche Autorität gibt, die sie entthronen könnte, so rechtfertigt sich ihre Anerkennung deswegen noch lange nicht auf nationalwirtschaftlichem Gebiet, auf dem der Einzelne der Gesamtheit des eigenen Volkes gegenübertritt und wo feine Existenz auf den von der Gesamtheit getragenen Grundlagen aufbaut. Gerade weil sich im internationalen Verkehr infolge des dort wirkenden Gesetzes von Nachfrage und Angebot die Wirtschaft vielfach als politische Waffe offenbart, mit der ein anderes Volk in eine gewisse Abhängigkeit gezwungen werden kann, erwächst einer völkischen Wirtschaft mit weitschauender Staatsführung die Pflicht, eigennützige und destruktive Preisbildungstendenzen nicht wirksam werden zu lassen, um die nationalwirtschaftlichen Kräfte voll zur Entfaltung zu bringen und die eigene Volkswirtschaft soweit als möglich unabhängig von ausländischer Willkür zu machen.
Ausgehend von dieser grundlegenden Auffassung vom Wesen des Preises ergibt sich für das Wirken des neuen Reichskommissars, daß dieser nicht ausschließlich, noch nicht einmal entscheidend, etwa nur eine überwachende Tätigkeit ausüben, das er auch nicht nur dann in den Gang der Wirtschaft eingreifen wird, wenn besondere Notstände bereits eingetreten sind, sondern daß s ch o n die Entwicklung der Preise nach Möglichkeit durch geeignete Vorausmaßnahmen gesteuert werden wird, gemäß dem von der nationalsozialistischen Staatsführung durch Einsetzung des Reichskommissars zum Ausdrück gebrachten entschiedenen Willen, immer und überall zugunsten der breiten Oeffentlichkeit einzugreifen, wo Unvernunft, Gewinnsucht oder Verantwortungslosigkeit einen Schaden für Nation und Staat heraufbeschwören. Die also vornehmlich auf das Positive gerichtete kontrollierende, fördernde, ordnende, sichernde, aufspürende und wegweisende Tätigkeit des neuen Reichskommissars wird nun nach dessen eigenen ausdrücklichen Feststellungen nicht nur keine sinnlose Vergewaltigung der Wirtschaft bedeuten, die nur auf einer Verkennung der für den Ablauf des wirtschaftlichen Geschehens notwendigerweise wirksamen Kräfte beruhen könnte; im Gegenteil, Persönlichkeiten, wirkliche Initiative, echtes Kaufmannstum und gesundes Streben sollen nicht nur Anerkennung finden, sondern dort, wo ihnen die Wirksamkeit aus der Ungunst der Umstände versagt ist, er ft recht zum Durchbruch gebracht werden. Allerdings darf es eben nicht als leistungsmäßiger Ausfluß von Initiative und Unternehmertum angesehen werden, für eine Ware unter Ausnutzung einer Mangellage einen möglichst hohen Preis herauszuschlagen, vielmehr besteht wirkliche Leistung darin, etwaigen Mangellagen diszipliniert entgegenzutreten und nach Möglichkeit vorausschau- end allen Situationen zu begegnen, die solche Man- gellagen überhaupt erst schaffen können.
Nur da soll also das Streben des Einzelnen eine Beschränkung erfuhren, wo dies im Gesamt- interef fe erforderlich ist, wo die ganz auf sich selbst gestellte Wirtschaft nicht den rechten Maßstab für die Abgrenzung von Gemein- und berechtigtem Eigennutz hat und wo sie nicht die innere Kraft und Disziplin aufbringt, die erforderlich sind, um ernstliche Schäden aus einem Mißbrauch augenblicklicher Schwierigkeiten zu ver
hindern. Demnach kann es die Wirtschaft, zumal wenn ihre Organisationen es sich angelegen sein lassen, einen Ehrenkodex zu schaffen, der jeden einzelnen zum Einhalten notwendiger Richtlinien und Maßnahmen verpflichtet, schließlich weitgehend selbst bestimmen, wie weit ein von ihr als „Eingriff" empfundenes Eingreifen des Reichskommissars notwendig oder entbehrlich wird. Es liegt in der Natur der Dinge, daß sich überall da, wo menschliches Denken und Trachten die Verhältnisse subjektiv gestaltet, immer eine gewisse Kluft zwischen der Wirklichkeit und dem von der Ethik schon in das Gebiet des Abstrakten hinausgeschobenen Ziele auftut. Dieser Erkenntnis hat sich der Reickskommissar ebensowenig verschlossen, wie er andererseits seinen entschlossenen Willen zum Ausdruck gebracht hat, mit Hilfe der NSDAP, und ihrer Gliederungen, als der berufenen Lebensschule des deutschen Volkes, diesem die höheren Gesetze der Gesamtheit näher zu bringen.
Volkswirtschaftliche Aufgaben der Wirtschaftsprüfer.
Weimar, 15. Nov. (DNB.) Auf der Schlußkundgebung der Wirtschaftsprüfer und -treuhänder- Tagung führte nach Uebermittelung von Grüßen der Reichsregierung und der Partei Reichsminister Dr. Frank u. a. aus: Die Sammlung der deutschen Volkswirte und Wirtschaftstreuhänder in unserem nationalsozialistischen Rechtswahrerbund ist beendet. Alle Kraft kann jetzt der hohen Aufgabe gewidmet werden, in einer Gemeinschaft mit allen Rechtswahrern die Einheit auch von Recht und Wirtschaft im nationalsozialistischen Reich herbeizuführen und so durch Zusammenarbeit eine förderliche Leistung im Dienste des Nationalsozialismus zuoollbringen. Wenn unter den liberalisti- schen Rechtsoerhältnifsen die Bücherrevisoren die Wirtschaftsprüfer und die Steuerberater oft in Abhängigkeit von wirtschaftlichen Mächten gerieten, so hat der Wirtschafts- und Buchprüfer des Dritten Reiches Wahrer des Betriebes zu fein, in dem er feine Arbeit zum Wohle der Allgemeinheit ausübt, zugleich aber auch ein ernsthafter Mahner, wenn der Betrieb gegen die Grundsätze der Volksgemeinschaft verstößt.' Rechnungslegung und Prüfungswesen müssen in noch höherem Maße als bisher den volkswirtschaftlichen Zwecken dienstbar gemacht werden. Die Wirtschaftsbeobachtung und -beurteilung, aufgebaut auf der gewissenhaften Wirtschaftsprüfung, kann eine richtige Stütze für Durchführung des Vierjahresplanes fein. Ich rufe Sie daher auf, in Ihrem Bereich alle Kräfte anzustrengen, das Wirtschaftsprüfungswesen immer mehr in den Dienst des Volkes zu stellen.
Jußbatt-Län-erkampf Deutschland gegen Italien 2:2.
Großes sportliches Ereignis in der Reichshauptstadt.
Unter den Gästen des Landerkampfes befanden sich u. a. auch (von links nach rechts) General Vaccaro, Botschafter A t t o l i c o , Reichsmimster Dr. Goebbels, Reichsfportführer von Tschammer und Oft en und Stabschef Lutze. — (Scherl-Bilderdienft-M.)
parlamentarischer Sekretär statt Munitionsminister.
London, 16. Nov. (DNB. Funkspruch). Die „Morning Post" meldet, daß man zur Beschleunigung des englischen Rüstungsprogramms die Ernennung eines parlamentarischen Sekretärs im Verteidigungsministerium erwäge, der mit besonderen Vollmachten für die Regelung der Waffen- und Munitionsbelieferung ausgestattet wurde. Damit wolle
die Regierung dem wiederholt geäußerten Wunsch auf Ernennung eines Munitionsministers entgegenkommen. Ferner sei geplant, daß die Marineluft st reitkräste in Kriegszeiten der ausschließlichen Kontrolle der Admiralität unter st ehen sollen. Bisher wurden die Marineluftstreitkräfte von der Admiralität und vom Luftfahrtministerium gemeinsam verwaltet, was zu einer Verzögerung in der Aufrüstung der Luftwaffe geführt habe.
brechen, mußten alle Kräfte eingesetzt werden, da
unter
lieber bekannt:
die oben geschilderten Kämpfe wird noch Um die Widerstandslinien der Roten zu
13 Uhr dauerte. Zu dieser Stunde waren die Roten nicht nur bis zu ihren Stellungen zurückgeworfen worden, sondern es wurden auch unter heftigem Gewehrfeuer und Handgranatenangriffen d i e
Eisenbahnbrücken der Rordbahu über den Manzanares, ungefähr 300 Meter vom Rordbahu- hof entfernt, gesprengt. Don diesem Augenblick an begann der Angriff mit Tanks, denen Infanterie foHe, die in ihrem Angriffseifer sogar die Tanks überholte. Die Universitätsstadt
Neue Karte von dem Vormarsch der Nationalisten auf Madrid. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Gräben ihrer eingenommen.
Derteidigungslinien
Die Roten haben zwei
St. Jean-de-Luz, 16. Rov. (DRV. Funk- spruch.) General Oueipo de Llano hat über den Sender Sevilla folgendes Telegramm des Generals Franco aus Salamanca verlesen: „Seit dem frühen Morgen haben an der Front von Madrid die roten Milizen angegriffen, woraus sich ein heftiges Gefecht entwickelte, das bis
Linien und Gräben auf das modernste angelegt waren. Während der Kämpfe wurde das fog. „internationale Bataillon" vernichtend geschlagen. Die roten Milizen wurden von ihrer sowjetrufsischen Führung in großen Massen gegen die Linien der Nationalisten geworfen, ohne Rücksicht auf die dadurch verursachten
sowjetrussischer Leitung die
Sranco melde! Einnahme des llniverWsviettels von Madrid.
Das „internationale Bataillon" vernichtend geschlagen. — Merkliches Nachlassen des roten Widerstandes. — Roter Panzerzug zerstört.
wurde vollkommen eingenommen. Darauf setzten um 17 Uhr drei Abteilungen unter Führung des Obersten Sague den Dormarsch über Bombilla, Paseo de Rosales und in die Straßen von Madrid fort, wobei ein merkliches Rach- lassen des roten Wider st andes zu merken war." Der General schloß mit einem „Divat Espana!"
In Katalonien, das sich bekanntlich in eine Sowjetrepublik umgewandelt hat, herrschen geradezu unbeschreibliche Zustände. Ueberall regiert die Faust, es gilt nur das Wort des Stärkeren und selbstverständlich das der sowjetrussischen Militärs, die in immer größerer Zahl in die Erscheinung treten. In Barcelona, der Hauptstadt Kataloniens, hat die Unterwelt die Macht vollends an sich gerissen. Was sich in Barcelona noch „katalanische Regierung" nennt, ist ein Schattengebilde, mit dem die Bolschewisten nur operieren, um nach außen hin den Eindruck zu erwecken, als herrsche hier noch so etwas wie eine staatliche Ordnung. Je wilder die Unordnung ist, je qualvoller das Dasein der Bevölkerung wird, je ungehemmter sich der Pöbel mit der Flinte in der Faust Tag und Nacht austoben darf, desto ungestörter kann die Sowjetmacht in Katalonien verankert werden. Daß die an den blut- und raub- lustigen Pöbel ausgegebenen Parolen auf Aus - länderfeindfchaft, vornehmlich aber auf Hochzüchtung eines hemmungslosen Deutschenhasses abgestellt sind, braucht nicht besonders heroorge-
Anarchie in Katalonien.
Abberufung des Konsularkorps aus Barcelona?
hoben zu werden. Wo der Bolschewik den Ton angibt, da wird zunächst einmal ganz gründlich auch gegen alles Deutsche Front gemacht. Die Deutschen in Barcelona wissen ein bitteres Lied von diesem Haß zu singen. Immer wieder fallen die roten Raubgefellen in die Wohnung von Ausländern ein, stets von neuem wird der deutsche konsularische Vertreter von diesen Stützen der Sowjetrepublik bedrängt. Es ist ihm allmählich unmöglich gemacht worden, seine Aufgaben als Konsul zu erfüllen. Aehnlich geht es den übrigen Auslandsvertretern. Ja, die Roten in Barcelona arbeiten sogar mit Hochdruck an der Herausforderung des Auslandes. In letzter Zeit sind wiederholt Barkassen der vor Barcelona liegenden englischen un1' italienischen Kriegsschiffe beschossen worden. C dürfte sich unter diesen Umständen wohl für da gesamte Ausland empfehlen, für einen schleunigen Abtransport aller Nichtspanier zu sorgen, die konsularischen Vertretungen aufzulösen und die Anker zu lichten. Wir haben jedenfalls keine Neigung, irgendwie in diesen Strudel der Auflösung in Barcelona hineingezogen zu werden.
großen Verluste der Roten. Jeder, der zurückwich wurde sofort erschossen. Trotz dieser verzweifelten Maßnahmen und trotz Verwendung des neuesten sowjetrussischen Kriegsmaterials wurden die roten Linien glatt durchbrochen.
Der nationale Sender Cadiz berichtet, daß ein auf dem Madrider Südbahnhof stehender Panzerzug der Roten von nationaler Artillerie völlig zerstört worden fei, wobei ein großer Teil der Insassen um Leben gekommen sei. Weiter meldet der Sender, daß die roten Machthaber in Madrid unter Androhung des Erschießens d i e Ueberfieblung der Madrider Einwohne r s ch t f t in das von General Franco als vor nationalen Fliegerangriffen gesicherte Stadtviertel zu verhindern versuchten. — Die anarchistische Leitung in Alicante verweigerte Marxistenführern und marxistischen Abordnungen die Ausreiseerlaubnis nach Frankreich, da sie eine Flucht der Marxisten befürchte.
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