Ausgabe 
16.9.1936
 
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Schulung der Geräteturner im Gau XII (Hessen).

Der Gaumännerturnwart des Fachamtes Tur­nen im Gau XII Hessen hatte letzten Sonntag eine Anzahl bester hessischer Gerät-Turner der Meister­klasse nach Limburg (Lahn) zu einem Lehr­gang einberufen, der der Grundschulung galt und als Auftakt für die Winterarbeit anzusprechen ist. Dem Leiter des Lehrgangs standen in W. Sinn» well (Bad-Nauheim), Karl Reuter (Gießen), Hahn (Esch) und Adolf Fink (Kassel), erfahrene und bewährte Lehrkräfte zur Seite.

Nach der von Gaumännerturnwart Dahms ge­stellten Morgenfeier begann die Schulungs­arbeit am Reck, Barren, Pferd, an den Ringen und in den Freiübungen. An allen Geräten wurde be­sonderer Wert darauf gelegt, daß alle Abgänge zum sicheren Stand führen. Die Kürübungen der Turner erfuhren noch manche Feilung, vor allem konnte, wo es noch nötig erschien, auf geschicktere Verbin­dungen der Uebungsteile hingewiesen werden, damit die Gesamtübung immer mehr das wird, was man vollendet" nennt. Sehr zu begrüßen war es, daß sich die Lehrgangsteilnehmer am Vorabend des Lehr­gangs in den Dienst eines Werbe- und Schau­turnens gestellt hatten, das von der Turnerschaft Limburg veranstaltet wurde.

Winterkampfspiele

in den hessischen Schulen.

Um die körperliche Ertüchtigung der Schuljugend.

LPD. Die im Vorjahr eingeführten Winter­kampfspiele in den hessischen Schulen werden auch in diesem Jahr durchgeführt. Für die männliche Äugend in den höheren Schulen und in den vier- und mehrklassigen Volksschulen stehen wieder das Fuß- oder Handballspiel zur Wahl. Um die Zahl der seither von der Teilnahme an den Pflichtspielen befreiten Schulen möglichst restlos zu erfassen, wird für die ein- bis dreiklassigen Schulen Las Korbballspiel von der zuständigen Stelle Lestimmt. Die geringere Zahl der hierzu erforder­lichen Spieler und die kleinere Spielfläche geben dazu weitgehende Möglichkeiten. Den wenig ge­gliederten Schulen steht es jedoch frei, bei ent­sprechenden örtlichen Verhältnissen auch Fußball »der Handball zu wählen; sie müssen aber dann Den Spielreihen der mehrklassigen Schulen ein­gereiht werden.

Erstmals in diesem Jahre erhalten auch die Mäd­chen ihre Kampfspiel-Aufgabe für die Winter- ononate. Alle Schulen werden verpflichtet, das Korbballspiel im Unterricht zu erarbeiten mnd zu pflegen. Verpflichtende Spielreihen werden mach nicht eingerichtet, es wird aber erwartet, daß in Freundschaftsspielen innerhalb der Klassen und «auch der Schulen untereinander Leistungsvergleiche «angestellt werden.^

In einem Erlaß des Reichsstatthalters in Hessen Landesregierung werden weitere Einzelheiten mitaeteilt bzw ergänzende Anordnungen demnächst in Aussicht gestellt. Es wird betont,daß mit diesen für alle Schulen des Landes verbindlichen Auf­gaben hohe Anforderungen gestellt werden. Sie werden überall dort besonders schwer zu lösen sein, wo die Verhältnisse bzw. Schülerzahl, Spielplatz usw. unbefriedigend sind Wenn wir uns aber trotz örtlicher Schwierigkeiten zu starkem, gemeinsamem Wollen zusammenfinden, dann wird sich von Spiel­reihe zu Spielreihe der Weg körperlicher Arbeit imD Erziehung immer breiter, gangbarer und er­folgreicher gestalten."

Neumann-Gießen beimGroßen Straßenpre s der Meinpfalz-'.

Jrn Rennen um denGroßen Straßenpreis der Rheinpfalz" konnte unser Gießener Fahrer Willi Neumann (Radfahrerverein 1885 Gießen) den . Platz belegen. Das Rennen lief über 150 Kilo­meter und wurde von 40 Mann der A» und B»

Klaffe bestritten. Die B-Klasse hatte eine Vorgabe von vier Minuten, die aber schon von den A-Fah- rern nach 60 Kilometer aufgeholt waren. Nun setz­ten unaufhörlich die Vorstöße an, denn die stärksten Fahrer wollten auf der Strecke unbedingt eine Ent­scheidung herbeiführen. So kam es, daß von den sechs zu fahrenden Runden (1 Runde = 25 km) eine Runde von Reichel (Chemnitz) und Neu­mann (Gießen), die gemeinsam einen Vorstoß unternommen hatten, 25 Kilometer in 36 Minuten zurückgelegt wurden. Das entspricht einem 47-km- Tempo und einem neuen Straßenrekord. Die Fah­rer bewachten sich nun gegenseitig sehr scharf und so kam es, daß keiner der Fahrer mehr vom Felde wegkam. 14 Mann rüsteten zum Endspurt. Schild (Chemnitz), der schon den Sonntag vorher in Frank­furt das Rennen in ganz großem Stile gewinnen konnte, konnte sich auch hier in die Siegerliste ein- tragen, er gewann das Rennen mit zwei Rad­längen.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

Iugendspiele.

Im ersten Verbandsspiel traf die 1. Jugend auf Großen-Linden. Das Spiel wurde mit flottem Tempo begonnen. Demzufolge blieb auch der Er­folg nicht aus. Ein schöner Schuß des Halbrechten brachte 1900 in Führung. Aber durch zwei Miß­verständnisse des Schlußdreiecks erzielte Großen- Linden Ausgleich und Führung. Als noch 1900 zeitweilig nur mit neun Spielern im Felde stand, schien das Spiel schon verloren zu sein. Bei einem Gedränge vor dem gegnerischen Tor schlug ein Gästeverteidiger plötzlich den Ball mit der Hand ab. Der Elfmeter wurde von dem Mittelstürmer unhaltbar für den guten Tormann Großen-Lindens eingefanbt.

Die 2. Jugend verlor nach einem aufregenden Spiele gegen die gleiche von VfB.-R. Fünf Minu­ten vor Schluß führte sie noch 1:0. Durch zwei Über­raschende Weitschüsse mußten sie sich jedoch ge * schlagen bekennen.

Das Spiel der 3. Jugend fiel aus, da die gleiche des Lokalgegners nicht antrat.

Beide Schülermannfchaften kehrten mit eindeuti­gen Siegen heim. Die erste gewann nach einem schönen, begeisterten Spiel in Wetzlar. Die zweite Schülerelf, die in veränderter Aufstellung spielte, ließ sich den Sieg gegen die ersten Schüler van Großen-Bufeck nicht nehmen.

Sportverein 1920 Lollar.

Lollar Liga 1900 Gießen Liga 2:2 (1:0).

Am Sonntag wurden die Derbandsspiele mit obiaem Treffen eröffnet. Dem Schiedsrichter Zitzer stellten sich folgende Mannschaften:

19 0 0: Fischer; Zeiler, Lippert; Ehrhardt, Heil­mann, Garth; Schellhaas, Enders, Jäger, Günther, Henkelmann.

Lollar: K. Ziegler; Hörstel, Gabriel; Som­mer, A. Ziegler, Naumann; Klinkel, Kreiling, Löhr, Geißler, W. Ziegler.

Nach dem Anstoß ist 1900 zunächst gefährlich. Eine Bombe von Enders kann K. Ziegler gerade nach zur Ecke drehen. Den Eckball fischt er sich mit einem wunderbaren Sprung sicher aus der Luft. Lollar macht sich nun frei und zieht vor des Geg­ners Tor; aber immer sind es wieder die beiden glänzend spielenden Verteidiger der 1900er, die manchen schon sicher erscheinenden Erfolg des Gast­gebers zunichte machen. Plötzlich ist Löhr freige­kommen. Sein scharf getretener Ball findet unter dem sich vergeblich werfenden Fischer den Weg ins Netz. Nun kann sich 1900 etwas freimachen; aber nur für kurze Zeit. Bis zum Ende der Halbzeit drängen die Lollarer wieder, aber es reicht nicht mehr zu einem Erfolg.

Nach dem Wechsel wird das Spiel ausgeglichener. Bei einem Geplänkel vor dem Lollarer Tor kommt 1900 durch ein Mißverständnis der Hintermann­schaft zum Ausgleich. Jede Partei will nun den Führungstreffer erzielen. Löhr schießt mit Wucht,

jedoch Fischer ist auf dem Posten und hält. Kreiling vergibt noch eine gute Chance. Es gibt dann einen Strafstoß für 1900 ungefähr 25 Meter vor dem Lollarer Tor. Heilmann führt ihn aus. Der Ball kommt hoch vor das Tor der Gastgeber. K. Ziegler wird hart bedrängt und faustet vorbei. 1900 führt 2:1! Lollar stellt nun um und spielt bis zum Schluß überlegen. Vier Minuten vor Schluß ge­lingt es endlich Kreiling, einen prächtigen Schuß in Die lange Torecke anzubringen und schafft damit für Lollar den Ausgleich. Der Siegestreffer üecjt in greifbarer Nähe; aber immer ist es wieder die überragende Verteidigung der Gäste, die ihn ver­hindert. Schiedsrichter Zitzer leitete zufriedenstellend. Lollar Reserve 1900 Gießen Reserve 1:1 (0:0).

Im Spiel der Reserven konnten die Gäste den Sieg, den sie sicher zu erringen glaubten, nicht er­reichen. Sie mußten zufrieden fein, ein 1:1 erzielt zu haben, denn Stahl (früher Aschaffenburg) ver­schenkte den «Sieg für Lollar.

Lollar 2. Jugend VfB.-R. 4. Jugend 1:1 (0:1).

Die zweite Jugend (vorjährige komplette Schüler­elf) erreichte in Gießen gegen eine kombinierte Jugend vom VfB.-R. ebenfalls ein Unentschieden. Lollar Schüler Staufenberg Schüler 7:0 (2:0).

Die Schüler schlugen ihre Kameraden aus Stau­fenberg hoch mit 7:0 Toren.

Spielabteilung Tv.1889 Klein-Linden

Rodheim I Klein-Linden I 2:6.

Am Sonntag weilte die erste Mannschaft in Rod­heim und konnte einen eindeutigen Sieg erringen. Die Turner traten in stärkster Aufstellung an. Mit dieser Mannschaft werden auch die Punktspiele aus­getragen werden.' Es entwickelte sich ein schnelles Spiel, bei dem die Gastgeber leicht im Vorteil waren. Sie konnten auch bald infolge eines Feh­lers des Klein-Lindener Hüters die Führung an sich reißen. Klein-Linden kam dann besser ins Spiel und bald war der Ausgleich geschafft und bei Halb­zeit lagen die Gäste mit 1:2 in Führung. In der zweiten Halbzeit wurde Rodheim immer mehr in seine Hälfte gedrängt und bald hieß es 1:4 für Klein-Linden. Doch konnte der Rodheimer Rechts­außen noch einmal auf 2:4 verkürzen. Wenig später stellte der Klein-Lindener Mittelstürmer die alte Tordifferenz wieder her und kurz darauf konnte der Halbrechte durch einen schönen Schuß auf 2:6 erhöhen.

Fußball im Turnverein Großen-Linden Großen-Linden I VfB.-R. Gießen II 3:2 (1:1). Gr.-Linden 2. Jgd. Garbenleich 1. Jgd. 3:0 (3:0). Gr. Linden 1. Jgd. 1900 Gießen 1. Jgd. 2:2 (1:1).

Großen-Linden I und die Reserve des VfB.-R. Gießen lieferten sich am Sonntag ein mäßiges Spiel, das die Platzelf knapp für sich entscheiden konnte. Vorher standen sich die 2. Jugend und die 1. Jugend von Garbenteich im fälligen Pflichtspiel gegenüber. Die 2. Jugend zeigte seit langer Zeit wieder einmal ein ansprechendes Spiel und konnte sich mit einem 3:0-Sieg die ersten Punkte sichern.

Die 1. Jugend kam in Gießen gegen 1900 nur durch die Schußunsicherheit seines Sturmes um den Sieg.

Wieseck Jugend Staufenberg Jugend.

Die Staufenberger Jugendmannschaft spielte am Sonntag in Wieseck gegen die dortige Jugendmann­schaft ihr Pflichtspiel. Zeitweise zeigte das Spiel eine schöne Ausgeglichenheit. Die Wiesecker waren körperlich und technisch überlegen. Wiesecks Jugend siegte überlegen mit 6:0.

Handball im Sportkreis Gießen.

Pohl-Göns Jgd. Lang-Göns Jgd. 14:9.

Arn Sonntag weilten zwei Mannschaften des Turnvereins Lang-Göns in Pohl-Göns, um dort Freundschaftsspiele auszutragen. Die beiden Jugend­mannschaften lieferten sich ein schönes und faires Spiel, das die Pohl-Gönfer mit 14:9 Toren gewin­nen konnten. Die Elf von Lang-Göns fiel gegen Schluß des Kampfes etwas ab und mußte die ent­scheidenden Tore hinnehmen.

pohl-Göns I Lang-Göns I 17:7.

Zwischen den beiden ersten Mannschaften kam es zu einem jederzeit schönen und spannenden

Spiel, das Pohl-Göns verdien! 17:7 gewann. In der ersten Halbzeit war das Spiel noch ausge­glichen, und das 6:4 für die Einheimischen entsprach dem Spielverlauf. Im zweiten Spielabschnitt fiel die junge Gästemannschaft dem Tempo zum Opfer und mußte innerhalb kurzer Zeit 11 Tore hinneh­men. Zum Schluß drehte sie aber doch noch ein­mal auf, und es gelang ihr, drei Tore aufzuholen. Pohl-Göns wurde im vorigen Jahr Meister der Bezirksklaffe, während Lang-Göns in der letzten Spielzeit noch als Jugend spielte. Daher' ist das Ergebnis für die junge Lang-Gönfer Elf sehr ehren­voll, und sie geht mit Zuversicht in die Verbands­spiele der zweiten Kreisklasse.

Vordeck Jgd. Vlainzlar Jgd. 0:7.

Die Handball-Jugendmannschaft von Mainzlar trug am Sonntag in Nordeck ein Freundschaftsspiel gegen die gortige Jugendmannschaft aus und konnte mit einem sicheren 7:0-Sieg nach Hause zurück­kehren.

Abturnen in Kberstadt.

Arn vorigen Sonntag fand auf dem Turnplatz des hiesigen TurnvereinsGut Heil" das dies­jährige Abturnen statt. Die Leitung hatte Oberturn­wart W. Reitschmidt. Bei herrlichem Som­merwetter traten die Turner nach einem Werbe­umzug durch das Dorf zu den Wettkämpfen an. Zahlreiche Zuschauer hatten sich schon frühzeitig auf dem Turnplätze eingefunden, um den Wettkämpfen und Spielen der Jugend beizuwohnen. Mit dem LiedeTurner auf zum Streite" marschierten die einzelnen Riegen an die Geräte. Geturnt wurde ein Zwölf- und ein Fünfkampf. Die Wettkämpfe endeten mit anspornenden Worten des Vereinsdietwartes und dem LiedeGetreu alle Zeit". Aus der Sieger­liste ist folgendes zu entnehmen: Die Turner Willi Schäfer (220 Punkte) und Alfred v. Diemar (195 Punkte) turnten außer Konkurrenz. Ehren­sieger wurde mit 196 Punkten Hans Görlach. Den 1. Sieg errang mit 179 Punkten Richard Holler; den 2. Sieg mit 175 Punkte Adolf Koch, den 3. Sieg Karl Schneider, den 4. Sieg Heinrich Fey, den 5. Sieg Karl F e l s i n g. In der zweiten Riege: 1. Otto Reitschmidt, 2. Richard Schneider, 3. Otto Schneider, 4. Helmut Kiefer, 5. Robert Bender. In der Dritten Riege erhielt Erwin Vorbach den 1., Alfred Reitschmidt den 2., Kurt Biehl den 3., Robert Alles und Karl Schneider den 4. und Otto Alles den 5. Sieg.

Gordon-Bennett-Weitfahrt.

Das genaue Endergebnis.

Nach der Auffindung des polnischen Freiballons Lopp" wird nunmehr auch das genaue Endergeb­nis des diesjährigen Gordon-Bennett-Wettbewerdes der Freiballone bekannt. Sieger wurde der belgische BallonBelgica" mit den bekannten Fahrern Ernst Demuyter und Pierre Hofmann. Den zweiten Platz belegteLopp" (Capt. Janusz und Lt. Brenk) und den dritten Rang sicherte sichZürich III" (Dr. Erich Tilgenkamp und Friedrich Michel). Der neue deutsche RennballonDeutschland" mit der Mann­schaft Carl Götze jr. und Werner Lohmann er­reichte mit einer zurückgelegten Strecke von 1500 Kilometer den vierten Platz.

Die Leistung des Sieger-Ballons von 1710 Kilo­meter wurde bisher noch in keinem der 23 statt­gefundenen Gordon-Bennett-Ballon-Wettfährten er­zielt. Nach der Bestimmung, wonach der Start zum nächsten Gordon-Bennett-Wettbewerb jeweils vom Lande des siegreichen Ballons aus erfolgt, wird also Belgien im Jahre 1937 die Gordon-Bennett- Wettsahrt ausrichten.

putzen Sie ein Klavier mit Sand? Das würde seinem Glanz wohl schlecht bekommen. Genau so ist es mit Ihren Zähnen. Das Feinste ist gerade gut genug. Versuchen Sie mal den feinen Putzkörper der Nivea-Zahnpasta. Der erhält die Zähne blitzblank und schont den Zahnschmelz.

Unbekannte Fracht.

Vornan von Krank z.vrann.

(Schluß.)

(Nachdruck verboten.)

Aus dem Staub?" Sie lachten. John Schnaken- Leck kam nach kurzer Zeit zurück und winkte den Leiden Freunden.Wir können das Boot haben. Kommt. Ich rudere euch hinüber." Da liefen sie gu ihm hin und brachten das Boot zu Wasser.

Der wachthabende Matrose fiel beinahe die Fall- lireppe hinunter, als er das Boot herankommen, unlegen fah und die drei Männer erkannte.

Kapitän Durham war an Bord. Der Matrose I rief vorweg und sie betraten die Kabine, die sie gut n Erinnerung hatten. Durham stand hinter dem Tisch; er hatte beide Fäuste aufgestemmt und ! ehnte vornüber. Er starrte die drei Deutschen an, nls sei ihm eine Erscheinung geworden. Sie grüß- ! i:en ihn. Ihre Stimmen klangen , heiter, auch ein vißchen überlegen. Der dort war ja nicht mehr ihr | Kapitän; außerdem befand er sich in ihrer Schuld. Da faßte sich Durham.Also wirklich", stieß er vervor, und das klang erfreut,Sie sind glücklich ourchgekommen!" Mit diesen Worten streckte er chnen Die HanD hin. Von Den Dreien sah feiner Veranlassung, sie auszuschlagen. UnD Dann bog Durham geschickt einen etwa geplanten Vorwurf 1U5 ihrem MunDe ab unb obgleich er Schotte rar schnitt als erster Die GelDfrage an.Welch in guter Zufall, Daß wir uns hier begegnen, ehe Sie "an LanD gehen. Ich schulDe Ihnen noch Die Heuer. SelbstverstänDlich zahle ich sie Ihnen voll aus. Sie sinD ja nicht freiwillig an BorD gegangen, damals, vor Macao." Er lächelte Hans Lorenzen an.Mein Zahlmeister bin ich jetzt selber. Ober röchten Sie Ihren Posten gleich wieDer überneh­men?" Hans Lorenzen wollte etwas sagen, aber Durham war von einem Einfall gepackt unD sprach gleich weiter:Eigentlich haben Sie ja alle drei noch nicht abgemustert. Wie wäre es? Ich fahre von hier nachEnglanD." r£ ...

Flinten für DunDee?" lachte RuDolf Terbrügge.

Unsinn. Baumwolle geht nach London. Er iählte Geld auf den Tisch, eine ganze Menge; drei Teile machte er.Es lag schon lange abgezahlt bei Ihren Papieren", erklärte er.Hier Bestätigen Sie °en Empfang bitte auf dieser Liste."

Zu welchen Bedingungen könnte man wieder inmuftern?'' fragte John Schnakenbeck; er erkun- igte sich im gleichgültigen Gesprächston.

Durham schaute ihm ins Gesicht.Zu den ge­habten", sagte er.Wollten Sie zu mir herüber­

wechseln? Ich kann gut noch einen Mann ge­brauchen."

Sie sind uns einen kleinen Ausgleich schuldig, Mr. Durham. Haben Sie nicht auch das Empfin­den," John Schnakenbeck wehrte des Kapitäns Be­wegung ab.Kein Geld, lassen Sie nur stecken. Mit einem Trinkgeld ist das wohl sowieso nicht abzutun."

Wollen Sie alle drei wieder zu mir?" fragte Durham, und er war ein wenig verlegen. Daß jemand Geld zurückwies, machte ihn unsicher.

Nein." John Schnakenbeck machte jetzt den Sprecher, als fei Das selbstverständlich.Es würde sich nur um meine Person handeln."

Ich kann Sie gebrauchen, Schnakenbeck, sogar als Vollmatrose."

Sehr schön, Kapitän. Aber ich habe mein Steuermannsexamen, ich habe das Patent für große Fahrt. Ist Der Posten eines Dritten nicht frei?"

Ich habe Drei Offiziere, wirklich, Schnakenbeck."

Schön, Kapitän. Sie konnten ja nicht ahnen, Daß Sie mich treffen roürDen. Aber wenn Sie nun jetzt wissen, Daß ich gerne Den Dritten auf Der Mary D." spielen möchte, roürDen Sie für Die nächste Reise an mich Denken? Es ist nämlich bei mir so: ich bin nicht sehr scharf, jetzt schon nach Hause zu kommen. Noch nicht, verstehen Sie. Ich muß erst mehr GelD haben. Ich will mir nämlich ein kleines Hotel in Hamburg kaufen. An Den Vor­setzen. Jetzt ist meine Frau Die Besitzerin, aber Der Zustano ist unerträglich. Ich werde ihr Den Betrieb abkaufen." Seine Augen leuchteten. Die JDee schien ihn zu entzücken..

RuDolf Terbrügge lachte; er Dachte an Frau Beate. John hatte recht. Wenn er nicht Herr im Hause rourDe, konnte aus Der Ehe nichts roerDen.

UnD John Schnakenbeck fuhr fort, er reDete Den Kapitän einfach munDtot:Ich mache Ihnen einen Vorschlag, Mr. Durham. Nehmen Sie mich so, wie ich bin, bis DunDee als Matrose mit. Dort mustern Sie mich ab, unb ich bin für Die nächste neue Fahrt als Dritter angenommen. Wollen Sie?"

Durham zögerte.Sie sinD Deutscher, sagte er. Man roirD es mir verübeln. Daß ich einen Deut­schen als Offizier einstelle."

Schnakenbeck krauste Die Stirn.Man hat es Ihnen aber nicht verübelt, Kapitän, verzeihen Sie, daß mir Deutschen Ihnen sozusagen die Kastanien aus dem Feuer holen sollten. Wissen Sie, was wir Durchgemacht haben? Wir waren am Verhungern, mir bluteten, unb es ist ein Glückszufall, baß wir burchkamen." Er übertrieb, aber hatte Erfolg. Dur­ham gab sich einen Ruck.Ich will es tun, Schna­kenbeck", sagte er.Mein Wort barauf. Die nächste Fahrt sollen Sie als Dritter mitmachen."

John Schnakenbeck legte Den Kopf schief als horche er Dem Klang Der Worte nach.Sagen Sie: Die nächste große Fahrt. Mr. Durham. Cinmal von DunDee bis LonDon Den Dritten auf Der Mary D." zu machen. Daran kann mir nichts liegen."

Die nächste Fahrt geht nach HollänDisch-JnDien unD Australien, Schnakenbeck. Ist Ihnen Das weit genug?"

Dann will ich meine Sachen herüberholen", sagte John Schnakenbeck entschlossen. Er ging zur Tür, auch RuDolf Terbrügge verabschieDete sich von Durham. Als Hans Lorenzen gehen wollte, hielt ihn Der Kapitän zurück.Kann ich Sie eine Weile allein sprechen? Schnakenbeck kommt ja mit Dem Boot noch einmal zurück."

Gewiß, ich bleibe, Mr. Durham."

Sie saßen sich gegenüber roie schon einige Male in Der Kabine. Aber Die Lage war anDers gewor- Den. Wie ein Schachspiel, dachte Hans Lorenzen, damals spielte Durham aussichtsvoll auf Sieg, jetzt ist er unerwartet matt. Mary hat ihn schachmatt gesetzt. Aber ich gedenke nicht, das auszunutzen.

Durham knackte mit den Fingern.Sie haben inzwischen von meiner Tochter gehört, Mr. Loren­zen?" begann er vorsichtig.

Ja. Ich bekam ein Telegramm in Kanton, daß sie gar nicht mehr in Dundee sei. Sie war nach Berlin gefahren, um mit meinem Bruder Nach­forschungen anzustellen, wo ich geblieben fein könnte. Ich danke Ihnen sehr, daß Sie großzügig diese Erlaubnis gaben." Er nickte Durham zu unZ tat, als bemerke er dessen Verlegenheit keineswegs. Leider erlag mein armer Bruder einem Un­glücksfall, und Mary mußte auf eigene Faust vor­gehen. Sie tat das so geschickt, daß sie mich hier schon auf dem Heimweg trifft.Nächste Woche werde ich in Southampton fein."

Wo Mary Sie gewiß erwartet?"

Jawohl, Mr. Durham. Und wenn Sie Sinn für das Einmalige und Außerordentliche dieser Situa­tion haben, daß wir uns hier in Port Said begeg­nen" er holte nun doch etwas tiefer Luft, möchte ich Sie um Die HanD Ihrer Tochter bitten. Sie wissen, Daß Mary unD ich einander lieben. Ich bin zwar ohne wesentlichen Besitz, aber gesund unb kräftig, leidlich intelligent, ich Denke, Daß ich so gut roie hunDert anDere junge Kollegen in Der Deutschen ReichshauptstaDt meine Praxis finDen roerDe."

Sie wollen in Berlin leben?"

Ganz gewiß. Als praktischer Arzt. Der Hin­auswurf Der schottischen Kollegen macht für mich im Reich gar nichts aus." Er lächelte Durham an. Vielleicht könnte ich mich allerdings, fo ähnlich wie unser Freund John Schnakenbeck, bei Ihnen

Vorwerken lassen für ein paar Sommermonate als Schiffsarzt auf derMary D.". Freilich würde ich nicht ohne meine Frau Mary kommen..."

Dann muß auch meine Frau mit", erklärte Durham und lachte.Ich werde also sehen, daß ich Sommers gute Fahrten bekomme."

Hatte er eigentlich auf Die Frage Hans Loren­zens geantwortet? Er gab ihm Die HanD.Ver­flixter Kerl", meinte er unD strahlte,fo haben Sie es Doch noch geschafft." Dabei hieb er seinem nun anerkannten Schwiegersohn auf Die Schulter.Wir müssen einen Trunk tun, kommen Sie!" Er schänkte Die Gläser hoch voll Whisky. Hans Loren­zen hatte noch nie erlebt, Daß man mit Diesem Stoff eine Verlobung besiegelt. Aber er tat Be­scheid.

Werden Sie mit Der Hochzeit warten, bis ich Daran teilnehmen kann? Auch meine Frau möchte gern Berlin kennenlernen... Die Mary ist unser einziges KinD...." Er reDete ein bißchen Durch- einanDer.

Hans Lorenzen erlöste ihn.Wir warten", ver­hieß er.Ich bringe Ihnen Mary bis zur Hochzeit wieder nach Dundee. Verlassen Sie sich auf wich."

Dann können Sie sich auch auf wich verlassen, Mr. Lorenzen. Ich danke Ihnen." Dieser Hände­druck brachte sie einander wirklich zuw erstenmal näher.

Nach einer Weile kam John Schnakenbeck.Ich will nicht stören, Kapitän, aber ich wollte mich von meinem Freund verabschieden." Er sah Hans Lorenzen mit leuchtenden Augen an.Ist Das nicht ein wunDerschönes Happy end, Junge, beinahe roie in Romanen, was? Du kriegst die Braut, der Rudolf findet endlich seine Antje, und ich mache noch ein paar Fahrten mit Deinem Schwiegervater unD setze mich Dann auch fest. Aber wir wollen uns nicht verlieren, hörst Du! Ich schreibe Dir regelmäßig. Dir und Dem RuDolf, und ihr müßt antworten. Wenn ich dann eines Tages Die Wirtschaft in Ham­burg in eigener Hand habe, besucht ihr mich ein­mal. Versprich es mir! Du sollst sehen, Beate kann sehr nett sein."

Freundschaft ist selten im Leben, John. Wir wollen uns wahrhaftig nicht verlieren."

Dann war auch Das vorbei.

Als Hans Lorenzen mit Dem kleinen Boot, dies­mal allein wieder zurNormannia" zurückruderte, standen zwei Männer an der Reling DerMary D.". Sie standen nebeneinander und winkten gleich­zeitig. Kapitän Durham und der kommende Dritte DerMary D ".

Auf DerNormannia" ftanD RuDolf Terbrüggä unD warf ihm Das Fallreepseil entgegen.Komm, Du bist Der Letzte. Sie warten auf Dich. Es geht los; heimwärts, Hans!"