Ausgabe 
16.9.1936
 
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woche für Dnanzouchyatter Dur cf). Ziel Dieser Ar­beitswoche ist die Ablegung der Bilanzbuchhalter- Prüfung. Voraussetzung zur Teilnahme an dieser Arbeitswoche ist die einwandfreie Beherrschung der doppelten Buchführung einschl. Abschluß. Jeder selbständige und auch jeder leitende Kaufmann hat Gelegenheit, sich in der Arbeitswoche für Bilanz­buchhalter all das zu erarbeiten, was zur Beherr­schung einer wirklichen Bilanzsicherheit notwendig ist.

Auskunft und Anmeldung: Kreiswaltung der Deutschen Arbeitsfront, Abt. f. Berufserziehung und Betriebsführung, Gießen, Schanzenstraße 18, Te­lephon 3275.

In einem Rundschreiben an verschiedene Firmen wurde irrtümlich der Beginn und das Ende der Arbeitswoche in den Monat September verlegt. Wir bitten dies zu beachten.

den Besitz der Schule gelange. Mit dem gemein­samen LiedKameraden, wir marschieren schloß oie Feier.

** Ausgehobene Straßensperre. Die Sperre auf der Landstraße Allendors a. d. Lumda L o n d o r f ist ab 14. September auf­gehoben worden.

** Ein 75-Jähriger. Am kommenden Frei­tag, 18. Sept., kann der Zigarrenfabrikant Ernst Platz, Frankfurter Straße 60 wohnhaft, in voller körperlicher und geistiger Frische seinen 75. Geburts­tag begehen. Herr Platz erfreut sich dank seines bie­deren, kernigen Wesens in weiten Kreisen der Gießener Bürgerschaft größter Wertschätzung.

** D i e Bautätigkeit im westlichen Stadtteil. An dem vor kurzem begonnenen Bau der Bedürfnisanstalt am Oswaldsgarten wird

jetzt das Dachwerk gerichtet, so daß die Anstalt in Kürze fertiggestellt sein wird. Jenseits der Lahn, an der Rodheimer Straße, entlang dem Costschen Anwesen, wird die Fahrbahn der neu eröffneten Straße chauffiert, während die Gehsteige mit Bordsteinen eingefaßt werden. Entlang der Straße wurden zwei Woynhäuser im Rohbau errichtet, de­ren Ausbau jetzt vorgenommen wird. Ganz beson­ders rasch schreiten die Bauten der Volkswohnun­gen am Leimenkauterweg, östlich der Krofdorfer Straße, vorwärts. Dort kommen in 6 Baugruppen als Siedlungshäuser vorerst 26 Wohnungen, mit je 3 Zimmer und Küche, als Reihenhäuser zur Aus­führung, jeder Wohnung wird ein Stück Garten­land zugeteilt Diese Bauten sind vor einigen Wo­chen in Angriff genommen, doch wird an einigen bereits das Dachwerk gerichtet, da sie in kürzester Frist bezugsfertig hergestellt sein sollen.

Gn . .. Mtz deutsche Arbeitsfront y n.$.=Gemeinfchaftfiraft durch Freude

Omnibusfahrk in den Taunus.

Am Sonntag, 20. September, findet eine Omni­busfahrt in den Taunus statt. Die Fahrt verläuft wie folgt: Gießen Abfahrt 8 Uhr über Weilmünster, Rod, Idstein; in Idstein findet eine Besichtigung statt. Die Fahrt geht dann weiter nach Wiesbaden, dort ist Besichtigung der Stadt, Kochbrunnen, Kur­haus, Kurkonzert, Neroberg. Nach diesem größeren Aufenthalt in Wiesbaden (in Wiesbaden kann auch Mittagessen zum Preise von 1 Mark eingenommen werden) geht die Fahrt weiter über Eppstein, Ober­ursel, Bad Homburg nach Gießen.

Der Fahrpreis beträgt 4,40 Mark je Teilnehmer. Anmeldungen werden auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, umgehend abgegeben.

Fußwanderung.

Am Sonntag, 20. September, findet wieder eine Fußwanderung statt. Die Wanderung ist wie folgt angesetzt: Gießen, Badenburg, Hangelstein, Lollarer Kopf, Staufenberg, Gießen. Treffpunkt 7.30 Uhr am Oswaldsgarten. Rucksackverpflegung.

SportamfKraft durch Freude".

Morgen findet folgender Kursus statt: 20.30 bis 21.45 Uhr im Lyzeum Körperschule für Männer und Frauen.

Kämpfer für den Lustschuh.

De/ Kämpfer für den Luftschutz hat so­viel Verantwrtung und soviel Ehre wie ein jeder Frontsoldat." Herm. Göring.

* T * lieber dieses Wort unseres Reichsluftfahrt­ministers sollten alle Deutschen gründlich nachden­ken. Es kennzeichnet den vollkommenen Wandel der Dinge, seit die Menschen gelernt haben, die Lust zu beherrschen und mit dem Flugzeug eine gefährliche Angriffswaffe zu gewinnen.

Nicht nur der Frontsoldat wird in einem zu­künftigen Ernstfall seine Heimat verteidigen, sondern auch die zu Hause Gebliebenen werden unmittelbar im Dienst der Landesverteidigung stehen. Das Gesicht des Krieges ändert sich. Als Luftschulzhauswarte und Laienhelfer, als Ange­hörige der Hausfeuerwehr und der Luftschutz- gemeinfchaften werden sie dem Vaterlande ihren Tribut zollen müssen und denselben ver- antworlungs- und ehrungsvollen Dienst zu lei­sten haben wie der Soldat an der Front. Ein ganzes Volk tritt alsdann an.

Keiner kann und keiner darf abseits stehen. Dies ist der Sinn des Wortes Hermann Görings.

Es war eine Notwendigkeit, in dieser knap­

pen Form die Bedeutung des Luftschutzes dem gan­zen Volke vor Augen zu führen. Denn immer noch gibt es Volksgenossen, die gleichgültig oder zwei- elnd am Wege stehen und sich bisher nicht ent- chließen konnten, dem zwar völlig neuen, aber so esselnden und vielseitigen Gebiet ihre Aufmerk- amkeit zuzuwenden.

Ihre Gewinnung ist nicht nur erforderlich, um die Lückenlosigkeit der Abwehr der im Ernstfall aus der Luft drohenden Gefahren zu erreichen, sondern auch um dem Frontsoldaten die Gewiß­heit zu geben, dqß in der Heimat für die er fein Leben einzusehen bereit ist jede nur denkbare Zusammenfassung aller zurückbleiben- den Kräfte zur Erhaltung der wirtschaftlichen und kulturellen Werte der Nation erfolgt. Nur dann wird und kann der Soldat der Wehrmacht freudig seine schwere Pflicht erfüllen.

Hier wird die unmittelbare psychologische Verbin­dung deutlich, die zwischen Wehrmacht einerseits und Selbstschutz der Zivilbevölkerung andererseits besteht. Für jeden Einsichtigen ergibt sich hieraus die überragende Bedeutung der Selbstschutzarbeit, die vorzubereiten der Reichsluftschutzbund beauf­tragt ist.

Bezirks-Mannetag in Gießen.

Am kommenden Sonntagvormittag findet im Bootshaus der Marine-Kameradschaft Gießen der Bezirks-Marinetag statt, bei dem der Gauführer des NSDMB. des Gaues Hessen, Fregattenkapitän Ackermann, über Zweck und Ziele des NSDMB. sprechen wird.

DersammlungundKameradschastsabend ehemaliger Soldaten.

Der Reichstreubund ehemaliger Berufssoldaten hielt unter der Führung von Kamerad Schwen - der imAquarium" eine Monatsoersammlung ab, die in erster Linie organisatorischen Fragen diente. Der Kameradschaftsführer gab dabei der Freude über die Wiedereinführung der zweijährigen Dienstzeit Ausdruck. In kurzen Ausführungen sprach er u. a. auch von dem schönen Erlebnis des Manö­vertages bei Alsfeld, an dem sich zahlreiche Gieße­ner alte Soldaten des Treubundes beteiligt haben. Die lehr- und aufschlußreiche Manöverfahrt habe auch dem altgebienten Soldaten den raschen Fort­schritt der Technik gezeigt. Nachdem noch einige Fragen der bevorstehenden neuen Zioilversorgung für die alten und für die jetzt neu zum Bunde kommenden Berufssoldaten besprochen worden waren, fand die Ausgabe der Mitgliedspapiere statt.

Im Anschluß an die Versammlung fand ein Kame­radschaftsabend des Soldatenbundes Gießen statt, zu dem einige neue Kameraden begrüßt wurden. Es wurde dann auf die Organisationsfrage anläß­lich der großen Parade am 18. September einge­gangen, für die die Bezirksgruppe einen Ehren­sturm mit der Fahne stellt. Für das Bundesschießen sind neue Schießpreise ausgesetzt. Die Schießübun­gen der Infanterie-Kameradschaft Röhr sind be­reits im Gange. Es werden Schießkameradschaften ausgestellt, die sich später an dem Bundes-Preis- wettschießen beteiligen sollen. Gleichzeittg wurde mitgeteilt, daß der Standortführer Schwender von der Bundesleitung zum Verbindungsmann des Soldatenbundes zur NSDAP, bestimmt worden ist. Die Untergliederung des Soldatenbundes in eine Infanterie- und eine Artillerie-Kameradschaft ist vorbereitet. Auf die Veranstaltungen der nächsten Zeit wurde hingewiesen. Kamerad H. Bill be­sprach noch einige Fragen der Beamtenversorgung. In seinem Schlußwort forderte Standortführer Schwender alle Kameraden auf, Bahnbereiter für die nach ihnen kommenden Soldaten und Vor­bild für die Jugend zu sein. In diesem Sinne grüßte er den Führer.

Siegerinnenehrung in der Schtllerschule.

Im Anschluß an den Vormittagsunterricht ver­sammelten sich gestern in der Turnhalle der Schi 1° l e r s ch u l e die Erzieher und Schülerinnen der obe­ren Jahrgänge zur Ehrung der jungen Siegerin­nen, die im Grenzballspiel 1936 am letzten Montag die Kreismeisterschaft und damit die Siegerplakette für die Sckillerschule errangen. Nachdem die ein­zelnen Klassen in den mit den Farben des Dritten Reiches geschmückten Raum einmarschiert waren und Aufstellung genommen hatten, schritten die sie­ben Siegerinnen unter der Marschmusik des Lehrers Klein nach dem Podium und nahmen dort Aufstellung. Rektor Stroh, der Leiter der Schillerschule, wies sodann auf die Bedeutung und den Zweck dieser Feier hin, betonte die Notwendig­keit und Wichtigkeit gerade auch der körperlichen Schulung der Mädchen, dankte der siegreichen Mannschaft und nicht minder ihrer unermüdlichen Turnlehrerin, Frl. Mendel, die beide zusammen durch rastlose, zähe Arbeit diese Spitzenleistung schafften, und verlas die Teilergebnisse der Grenz­ballspiele bei deren Austrag in der Stad t, im Bezirk und im Kreis, wonach die Spielmann­schaft der Schillerschule (die Mädchen Hede Geist, . Mariechen Heckmann, Liselotte Pfeifer, Elisabeth H e i ß l e r, Inge Stein, Margarete Koen und Margot Deibel) im Endkampf gegen Lich 10:1 und gegen Heuchelheim 5:1 spielte. Mit einem dreifachen Sieg-Heil wurden die Siegerinnen sodann mit Recht geehrt, ihnen, die wochenlang im Kampfe standen, zum Danke, den Kameradinnen zum Ansporn, denn die Plakette, so führte Rektor Stroh weiterhin aus, sei der Schillerschule zu­nächst nur auf ein Jahr verliehen, nun gelte es, den Geist, der diesen schönen und für die Schiller­schule so erfreulichen Sieg errungen habe, weiter zu pflegen, damit im nächsten Jahre nach einem weiteren Endsieg, das Siegeszeichen endgültig in

Ein Vlilk in die neue Spielzeit.

Aus dem Gießener Stadttheaterbüro wird uns geschrieben:

Eine neue Spielzeit, die zweite unter der Lei­tung von Intendant Schultze-Griesheim, steht vor der Tür. Das Stadttheater Gießen ist ge­rüstet. Die Proben sind seit etwa einer Woche in vollem Gange. Wirvom Bau" sind uns einig, daß dieser Theaterwinter eine Spielzeit besonderer Ereignisse sein soll, aber auch besonderer Leistun­gen. Und so lautet die Devise für die Spielzeit 1936/37:Höchste Leistung bei niedrigen Preisen für ständige Theaterbesucher!"

Werden die Gießener auf diesen Rus antworten? Die Gießener Theaterfreunde werden ins Theater gehen! Auch in der kommenden Spielzeit. Die Ver­waltungsabteilung kann über den Stand der Zahl unserer Platzmieter ein Resultat verraten, das an­genehm überrascht. Schon jetzt haben wir den Stand der Zahl der vorjährigen Platzmieter beträchtlich übertroffen. Das Publikum erkennt die rastlosen Bemühungen um den Ausbau und weiteren Aus­bau des Theaters an. Die neue Devise der Theater­leitung scheint ihren Zweck vollauf erreicht zu haben.

So gehen wir denn mit den besten Hoffnungen und Aussichten in die neue Spielzeit! Am Frei­tag, 18. September, wird die Spielzeit mit dem alt-spanischen LustspielDonna Diana" von Moreto eröffnet. Der Ausführung liegt eine neue szenische Bearbeitung, von Intendant Schultze- Gr i e s h e i m , der auch die Spielleitung hat, zu Grunde, und zwar werden in dieser Bearbeitung vor allem die szenischen Möglichkeiten der neuen Drehbühne voll zur Geltung kommen. Die Bühnen­musik zuDonna Diana" stellte Kapellmeister Ernst

Breuer zusammen. Unsere neuen Mitglieder Hansi Prinz und Victor von Gschmeidler werden sich den Theaterbesuchern erstmalig in tragenden Rollen vorstellen. Die neuen Kostüme werden in der Theaterschneiderei hergestellt nach Entwürfen würfen von Sophie Buchner.

Nach diesem Auftakt der Spielzeit am Freitag findet am Sonntag, 20. September, vormittags, die erste Morgenfeier statt, die dem Gedenken Christian Dietrich Grabbes gewidmet ist, dessen Todestag sich am 12. September zum hundertsten Male jährte. Abends folgt die Erstaufführung des Konversations- lustspielsDer Kampf mit dem Tatzel­wurm" von Leo Lenz und Ralph Arthur Roberts unter Wolfgang Kühnes Spielleitung.

Am Dienstag kommt der rheinische Dichter Zer­kauten mit seinem rheinischen Kirmes- und Volks­stückDer Sprung aus dem Alltag" zu" Wort, während der Spielplan für den Mittwoch die erste Wiederholung vonDonna Diana" vorsieht. Am Freitag startet dann als dritte Erst­ausführung die KomödieG u st a v K i l i a n", ein harmlos-fröhliches,altmodisches" Stück von Harald Bratt.

So sind wir gewiß, gleich in der ersten Spielzeit­woche Proben unseres ernsten Wollens und Kön­nens abzulegen und jedem Theaterbesucher Stunden der Freude, des Erlebens und der Entspannung zu bereiten. Wir wissen aber auch, daß nunmehr alle Theaterfreunde, die bisher noch abseits standen, letzte Bedenken fallen lassen und sich einreihen wer­den in die große Schar der ständigen Theater­gemeinde.

Einholung des Feldzeichens der Motorstandarte 147 (Gießen).

Der gestrige Dienstag brachte der M o t o r st a n - barte 147 (Gießen) ein Erlebnis, das in ihrer Geschichte für alle Zeiten an besonders her- ooragenber Stelle verzeichnet sein wirb: die feier­liche Einholung ber auf bem Parteitag ber Ehre vom Führer verliehenen und geweih­ten Standarte!

Das Feldzeichen wurde von den Nürnberg-Fah­rern ber Motorstanbarte 147 unter Führung des Standartenführers, Oberstaffelführer Nagel, vom Parteitag mckgebracht. Die NSKK.-Männer trafen mit dem neuen Feldzeichen, von Frankfurt her kommend, um 21.02 Uhr auf dem Gießener Bahn­hof ein, wo sie von der Musik der Motorstandarte mit schneidigen Märschen begrüßt wurden, die zu­gleich auch ein Gruß an die Kameraden von ande­ren Einheiten waren, die mit dem Zuge ihre Fahrt in Richtung Kassel fortsetzten. Auf bem Bahnsteig hatte sich eine Anzahl Kameraden mit dem Stan- bartenabjutanten, Obertruppführer Krüger, an ber Spitze zum Empfang eingefunben. Die Bahn­hofshalle war von einer großen Menschenmenge gefüllt, burch bie von ben NSKK.-Männern ein Spalier für ben Abmarsch ber Rückkehrer mit dem Feldzeichen gebildet worden war. Auf dem weiten Platze vor dem Bahnhofsgebäude hatte sich mit Stürmen ber Motorstanbarte, ber Motor-HI. und einer Abordnung der Standarte 116 eine riesige Menschenmenge ausgestellt, die bis weit in die Bahnhofstaße hinein auf das Feldzeichen wartete.

Unter den Klängen eines Marsches wurde das Feldzeichen aus dem Bahnhof herausgetragen und inmitten der Formationen auf dem Bahnhofsplatz aufgestellt. Nach der Meldung an den Standarten­führer, Oberstaffelführer Nagel, ertönte der Prä­sentiermarsch, unter dessen Klängen das Feldzeichen an den Fronten der Stürme entlanggetragen und dadurch jedem einzelnen Kameraden aus nächster Nähe sichtbar gemacht wurde. Dann folgte unter ben schneibigen Marschklängen der Musik der Mo- tor-SA.

der Einzug der Standarte in den Standort Gießen.

Dickt gedrängt standen die Volksgenossen und Volksgenossinnen beiderseits der Marschstraßen, um hier dem neuen Feldzeichen und den politischen Sol­daten des Führers in der Motorstandarte 147 ihren Gruß darzubringen. Der Marsch ging vom Bahn­

hof aus die Bahnhofstraße herunter, durch die Ka- plansgasse, den Seltersweg hinaus und weiter bis zum ©tanbartengebäube in der Frankfurter Straße, wo die große Marschkolonne der Männer im Braunhemd in Doppelreihen aufmarschierte.

Der Führer der Motorstanbarte, Oberstaffelführer Nagel, richtete eine kurze Ansprache an die Männer seiner Einheiten, in der er den Stolz und die Freude über die Verleihung des Feldzeichens an die Motorstandarte 147 durch den Führer zum Ausdruck brachte und das gewaltige Erleben auf dem Parteitag der Ehre in großen Umrissen dar­legte. Dann wurde das Feldzeichen, gefolgt von den Standern ber Stürme, zum ersten Male feierlich in bas ©tanbartengebäube eingebracht.

Unter flotter Marschmusik rückten hierauf bie Stürme in straffem Schritt vom ©tanbartengebäube weiter burch bie Stabt zum Cafe Leib, wo sich ein

Kameradschastsabend

anschloß. Die schneibigen Märsche der Kapelle und die frohe, aus dem großen Erleben dieser Tage beschwingte Stimmung ließen bie Stunben bes kamerabschaftlichen Beisammenseins allen Teilneh­mern zu einer neuen Quelle ber Freube unb ber Kraft für ben Dienst in der Gefolgschaft des Führers werden.

Der Führer der Motorstandarte 147, Oberstaffel­führer Nagel, wandte sich noch einmal in einer kurzen Ansprache an seine Männer, denen er in begeisternden Worten seine starken Eindrücke von Nürnberg vermittelte, insbesondere von bem un­vergeßlichen unb erhebenben Augenblick, da der Führer bei der Verleihung des Feldzeichens ihm zur neuen Verpflichtung ber ganzen Motorstandarte die Hand gedrückt und ins Auge geblickt hat, damit zugleich die unlösliche Verbundenheit zwischen allen Männern der Motorstandarte 147 und bem Führer erneut befräftigenb unb bie Verpflichtung zum unverbrüchlichen Zusammenstehen im Dienste für Deutschlanb noch stärker als bisher vertiefend. Die Motorstandarte 147 sei restlos an den Führer, sei­nen Willen, sein Wollen und sein Werk gekettet. Ueberall, wann und wo es auch sei, stehe sie immer unb bis zum letzten Augenblick für den Führer und für das deutsche Vaterland! Die hohen Ideale ber Treue unb ber Kamerabschast würden in den Reihen der Motorstandarte 147 allezeit eine gute Pflegstatt haben. Mit der Ermahnung an seine Männer, alle­zeit in so vortrefflicher und pflichtbewußter Weise

weiterzuarbeiten wie bisher und dadurch den Dank der Motorstandarte an den Führer für die Ver­leihung des Feldzeichens abzustatten, schloß der Oberstaffelführer seine mit großer Begeisterung an­genommene Ansprache. In den Gruß und das Treuegelöbnis an den Führer stimmten die Män­ner der Motorstandarte 147 freudig ein. Gemein­sam wurden dann die beiden Nationallieder ge» jungen.

Die weiteren Stunden des Beisammenseins waren mit regem Erzählen von den Nürnberger Tagen, mit eifrigem Fragen und mit lebhaftem kamerad­schaftlichen Meinungsaustausch in schönster Weise ausgefüllt.

Große Strafkammer Gießen.

Wegen vollendeter unb versuchter Abtreibung, Beihilfe dazu usw. hatten sich gestern sieben An­geklagte aus Petterweil (Kreis Friedberg) vor der Großen Strafkammer in Gießen zu verantworten. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Öffent­lichkeit statt. Die Angeklagte A. Gr. wurde zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt, die E. S. erhielt 5 Monate, die E. M. und der E. K. erhielten je 3 Monate Gefängnis, gegen die F. W. wurde das Verfahren abgetrennt, die Vergehen der A. L. und des I. I. fielen unter das Amnestiegesetz.

Ebenfalls unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde gegen den A. S. aus Großen-Linden ver­handelt, der wegen Sittlichkeitsverbrechen an Kin­dern unter 14 Jahren angeklagt war. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu I Jahr unb 2 Monaten Gefängnis. Drei Monate und 3 Wochen Untersuchungshaft werden ihm ange­rechnet. Das Gericht billigte dem Angeklagten mildernde Umstände zu.

In der Verhandlung gegen den Staatsangehö­rigen deutschen Blutes H. E. aus Kiel, der wegen eines Verbrechens gegen das Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes angeklagt war, kam das Gericht zu einem Freispruch.

Sechs Jahre Zuchthaus für einen Iugendverderber.

LPD. Frankfurt a. M., 15. Sept. Die Große Strafkammer verurteilte den 29jährigen, bisher un­bestraften Friedrich T e r k s wegen Verbrechens gejen die §§ 176, Abf. 1, und 175 des Strafgesetz­buches zu sechs Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrverlust und Berufsuntersagung auf die Dauer von drei Jahren. Der Angeklagte war zu­letzt nichtbeamteter Jugendpfleger und verging sich an Schülern. Die Kinder wurden von dem Ange­klagten in schmählichster Weise mißbraucht. Das Gericht betonte, daß es einen ähnlich schweren Fall noch nicht abzuurteilen gehabt habe. Die Verfehlun­gen des Angeklagten reichen bis ins Jahr 1931 zurück und wurden zum Teil auch in Vielbach und Bad Sodenthal begangen. Das Gericht erachtete den Angeklagten als einen gefährlichen Gewohn­heitsverbrecher, lehnte aber den von der Staats­anwaltschaft gestellten Antrag auf Sicherungsver­wahrung ab.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der ©chriftleitung )

2l. L.» Kl.-L. Zu 1: Nach den früher geltenden steuerrechtlichen Bestimmungen konnte für einen Wachthund der auf einem abseits liegenden Gehöft oder Hause benötigt wurde, eine Minderung der Steuer oder aber der Erlaß der Steuer beantragt werden. Nach den zur Zeit geltenden gesetzlichen Bestimmungen kann eine derartige Begünstigung oder Erlaß der Hundesteuer jedoch nicht mehr erlangt werden. Zu 2: Der Flurschütz ist berechtigt, Hunde oder Katzen, die in einer Entfernung von mehr als 200 Meter von bem nächstbewohnten Hause entfernt betroffen werden, zu töten. Sofern Sie als Eigentümer der Katze in der Lage sind,, nachzuweisen, daß die gesetzlichen Voraussetzungen für die Zulässigkeit der. Tötung nicht vorgelegen haben, d. h. daß sich die Katze zur Zeit des Abschusses innerhalb eines Radius von 200 Meter, vom Hause aus gemessen, befand, können Sie für die Tötung und Beseitigung derselben Scha­densersatz verlangen. Wir weisen jedoch darauf hin, daß Sie auf Grund des Jagdgesetzes bestraft wer­den können, und zwar mit Geldstrafe bis 150 RM., ober mit Haft, ba Ihre Katze unbeaufsichtigt in bem Jaqbbezirk herumgelaufen ist.

3- J.» Gießen. Auf Grund des zwischen Ihnen und dem Schreiner zustandegekommenen Werkver­trags ist derselbe verpflichtet, den Mangel zu besei­tigen. Da der Mangel des Werkes (Holzwurm) auf einem Umstand beruht, den er zu vertreten hat, so sind Sie berechtigt, Schadensersatz wegen Nichterfül­lung zu verlangen. Grundsätzlich verjährt dieser An­spruch in sechs Monaten von Abnahme des Werkes an Da sich der Schreiner jedoch Ihnen gegenüber ausdrücklich verpflichtet hat, den Mangel zu beseiti­gen, ist die Verjährung solange gehemmt, bis er Ihnen das Ergebnis seiner Prüfung mitteilt, ober Ihnen gegenüber den Mangel für beseitigt erklärt, ober aber bie Beseitigung bes Mangels verweigert. Keine bieser drei Möglichkeiten liegt jeboch vor, so daß Sie noch heute Ersatz des Schadens verlangen können.

A. V. Die von dem Vermieter dem Mieter zu er­setzenden Verwendungen teilen sich in notwendige und in sonstige, insbesondere sog. nützliche Verwen­dungen. Notwendige Verwendungen, b. h. ein Auf­wand, der für die Erhaltung der Sache notwendig war, z. B. Wiederherstellung eines vom Hagel zer­schlagenen Fensters, sind vom Vermieter stets zu ersetzen. Bei dem Ersatz sonstiger Verwendungen ist je nach Lage des Einzelfalles zu prüfen, ob diese wirklich im Interesse des Vermieters mit Rücksicht auf seinen wirklichen oder mutmaßlichen Willen ge­schahen. Ist dies der Fall ober erklärt sich ber Ber* mieter dem Mieter nach Vornahme ber Instand­setzungen mit benselben einverstanben, so hat er sie bem Mieter zu ersetzen. Darüber hinaus ist ber Ver­mieter stets bann verpflichtet, bem Mieter die ge­machten Aufwendungen zu ersetzen, wenn er durch dieselben ungerechtfertigt, d. h. ohne rechtlichen Grund bereichert ist. Die Ihnen im vorstehenden Rahmen zustehenden Ersatzansprüche verjähren in sechs Mo­naten von der Beendigung des Mietverhältnijses an.

Die Industrie- unb Handelskammer Gießen

gibt Auskunft: 743: Einstellung der rumänischen Kompensationsausfuhren. 744: Verteilung der restlichen dänischen Valutabewilligungen für Deutschland. 745: Zahlung von Zinsen nach Fälligkeit der Hauptschuld bei Devisenverpflichtun- gen. 746: Anordnung ZV 5 der Ueberwachungs- stelle für Seide, Kunstseide und Zellwolle. 747: Die neuen vom Reichsausschuß für Lieferbedin­gungen beim Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit veröffentlichten Lieferbedingungen für Polsterware« RAL 439. 748: Anordnung zur Marktregelung auf dem Gebiete der Herstellung von Metallguß vom 11. September 1936.