Ausgabe 
16.9.1936
 
Einzelbild herunterladen

Am augenfälligsten dürfte sich dies im Laufe der Zeit Italien gegenüber auswirken, obwohl die Ressentiments Ungarn gegenüber natürlich stark die Einstellung beeinflussen. Wenn oben gesagt wurde, daß man in Prag schon vor Jahren den Versuch gemacht hatte, einen Weg nach Rom zu finden damals warb ja auch der Presseattache der Wiener italienischen Gesandtschaft, Morreale, durch mehrere Vorträge in Prag für eine solche Annäherung so war der Hauptgrund dafür, daß diese Versuche nicht zum Ziele führten, die Person T i t u l e s c u s. Titulescu war es, der besonders in Genf, als damals die Frage der Anwendung von Sanktionen gegen Italien behandelt wurde, scharfe Töne gegen Italien fand und außerdem noch be­strebt war, als Sprecher für die ganze Kleine Entente aufzutreten, wodurch er jede Verständi- gungsmöglichkeit zwischen Prag und Rom von vornherein zerstörte. Man wird daher erwarten können, daß, nachdem nun dieses Hindernis be­seitigt ist, der tschechische Ministerpräsident seine Derständigungsbemühungen in der Richtung seiner früheren Versuche wieder aufnehmen wird.

Daß Rumänien selbst wieder beabsichtigt, seine Beziehungen zu Italien zu bessern, das läßt das Begrüßungstelegramm erkennen, das der neue rumänische Außenminister Antonescu gleich nach seinem Amtsantritt an seinen italienischen Kollegen Ciano schickte, wobei zu berücksichtigen ist, daß ihr Amt neuantretende Außenminister im all­gemeinen nur an ausgesprochen befreundete Kolle­gen Begrüßungstelegramme zu schicken pflegen. Was schließlich S ü d s l a w i e n anlangt, so ist das Bestreben, in ein gutes Verhältnis mit Italien zu gelangen, besonders offenkundig geworden bei den in den letzten Wochen durchgeführten Verhandlun­gen zwischen Rom und Belgrad Über die Wieder- uufnahme und Intensivierung der beiderseitigen Handelsbeziehungen. Es ergibt sich also die bemer­kenswerte Tatsache, daß alle drei Staaten der Kleinen Entente im Grunde den Wunsch haben, in einem guten Verhältnis mit Italien zu leben. An­gesichts der gerade jetzt besonders zutagetretenden Gegensätze zwischen Italien und Frankreich bedeutet aber ein solches Bestreben auf feiten der Kleinen Entente eine gewisse Lockerung des bisherigen Ab­hängigkeitsverhältnisses von Frankreich. Gerade hier zeigt sich am deutlichsten die Tendenz eine den eigenen Landesinteressen entspre­chende Außenpolitik zu führen und sich freizumachen von Befehlen und Wünschen außen­stehender Kräfte.

Wenn so eine Reihe von Anzeichen darauf hin­deutet, daß in der Tat die bisher so starre Politik der Kleinen Entente vielleicht nun doch, beginnend bei den Preßburger Beratungen, eine gewisse Auf­lockerung erfährt, so bedeutet dies freilich noch nicht, daß nun eine neue Aera im Donauraum überhaupt beginnt. Hier bleibt immer noch das Verhältnis der Staaten der Kleinen Entente zu Ungarn und ihr entschiedenes Nein gegenüber allen auch noch so ver­ständlichen Wünschen Ungarns, ein ernstes und ge­fährliches Hindernis für eine wirkliche Befriedung. Vielleicht, daß eine Besserung der Beziehungen der Kleinen Entente zu Italien auf diesem Umwege dieses oder jenes Hindernis, das einer solchen Befriedung entgegensteht, zu beseitigen vermag. Aus diesem Grunde gewinnt die zu beobachtende neue Entwick­lung der außenpolitischen Orientierung der Staaten der Kleinen Entente noch besondere Bedeutung. Trotzdem wäre allzu großer Optimismus verfehlt, zumal da trotz aller Wandlungen bei der Kleinen Entente, besonders in Rumänien und in der Tschecho­slowakei, die Gefahr des Bolschewismus noch keineswegs gebannt ist. Für den Bolschewismus aber ist ein unbefriedigtes Mitteleuropa, ein zer­stückelter Donauraum, noch immer der beste Schritt­macher.

Das Ergebnis von preßbnrg.

Preßburg, 14. Sept. (DNB.) Die Beratungen des Ständigen Rates der Kleinen En­tente wurden abgeschlossen. In einem amtlichen Communiqu6 stellt der Rat fest, daß alle drei Staa­ten gemeinsam eine Politik der friedlichen Zusam­menarbeit auf politischem und wirtschaftlichem Ge­biete verfolgten und bereit seien, dabei mit allen Staaten guten Willens zusammenzuwirken. Sie hielten am Völkerbund fest und würden sich jedem Bestreben, seine Autorität zu stärken, an­schließen. Dazu seien nach Ansicht der Kleinen En­tente regionale Abkommen ein gutes Mit­tel. Die Kleine Entente wünsche mit allen an­grenzenden Staaten gutnachbarliche Beziehungen. Das hänge auch von dem Ver­halten dieser Staaten ab. Deshalb bedauere die Kleine Entente tief, daß ihre Beziehungen zu Oesterreich durch die Einführung der allge­meinen militärischen Dienstpflicht, also durch eine Verletzung der Vertragsverpflichtunaen von St. Germain, gelitten hätten: die Kleine En­tente hoffe, daß es zu weiteren Ueberschreitungen gültiger Verbindlichkeiten nicht kommen werde, sie habe sich über die Maßnahmen geeinigt, die in einem solchen Falle zu treffen wären. In politischen Kreisen faßt man diesen Satz als einen deutlichen Hinweis auf Ungarn auf. Weiter erklärt das Communiquö, die Kleine Entente werde in der spanischen sowie 'in jeder anderen Angelegen­heit die Politik der Nicht einrnischuno durch­führen, genau so, wie sie nicht dulden würde, daß sich Fremde in ihre Angelegenheiten einmischten.

Das halbamtlicheBreme" (Belgrad) meldet, daß auf der Konferenz der Kleinen Entente in Preß­burg beschlossen wurde, die Politik des Sta­tus quo gegenüer Sowie truß land fest- zusetzen, d. h., daß jeder der kleinen Staaten der Kleinen Entente wie bisher seine Haltung gegen­über Moskau selbst bestimmen könne. Hingegen sei der sogenannte Hodza-Plan über die wirt­schaftliche Zusammenarbeit der Donaustaaten an den Wirtschaftsrat der Kleinen Entente, der im Oktober in Bukarest zusammentreten wird, verwie­sen worden. In dem Plan sei auch eine engere militärisch-wirtschaftliche Bindung der drei Staaten, sogar eine Art Zollunion zwischen Jugoslawien, der Tschechoslowakei und Rumänien vorgesehen. Nach Informationen der BelgraderPolitika" ist festgesetzt worden, daß die Staaten der Kleinen Entente in ihren Beziehun­gen zu den Großmächten nicht einzeln, sondern als Ganzes aufzutreten hätten. Einem Vertreter desParis Soir" erklärte der südslawische Außen­minister S t o j a d i n o w i t s ch, die Verwirklichung des von den drei Staatsoberhäuptern in großen Zügen ausgearbeiteten Planes zur Verstär­kung der Landesverteidigung werde eine sehr wirksame Gewähr für die Aufrechterhal­tung des Friedens bilden.'Auf die Frage, ob die Petroleumlieferung Rumäniens an Jugoslawien geregelt sei, erklärte Stojadinowitsch, Jugoslawien werde in kurzer Zeit seinen not- wendigen Vorrat haben. Das Naphtha werde in Rohrleitungen an die Donau geleitet und dann mit Schiffen in die jugoslawischen Raffinerien ge­bracht werden.

Das Echo m Ungarn.

Die alten Interessengegensätze bestehen fort.

Budapest, 15. Sept. (DNB.) Der Abschluß der Tagung der Kleinen Entente wird von der un­garischen Presse mit kritischen Kommentaren be­stellet. Die Blätter stellen fest, daß die amtliche Verlautbarung in keiner Weise die großen in­neren Interessengegensätze zwischen den drei Staaten hat verhüllen können. Für die drän­genden Sorgen der Kleinen Entente wäre in Preß­burg keinerlei Lösung gefunden worden. Trotz aller gemeinsamen Beteuerungen der Einigkeit zeige Jugoslawien nicht die geringste Neigung, den owjetrussischen Verbündeten der Pra­ger Regierung anzuerkennen. Die rumänische Regierung fei bisher keinerlei bindende Vereinbarungen mit der Moskauer Regie­rung eingegangen und habe insbesondere nach dem Rücktritt Titulescus sichvolleHandlungsfrei- h e i t gesichert. Eine Einheitsfront der Kleinen En­tente bestehe heute tatsächlich nur noch U n - garn gegenüber. Die Prager Regierung habe von neuem versucht, die Vereinheitlichung der militärischen Rüstungen der drei Länder dadurch zu sichern, daß die drei Mächte ich ausschließlich zur Uebernahme des von den Skodawerken in Pilsen hergestellten Kriegs­materials verpflichten sollten, Bukarest und Belgrad hätten jedoch diese Vorschläge a b g e l e h n t und

sich die Freiheit ihrer eigenen Rüstungsindustrie ge­sichert. Die ^'gidungsblätter betonen, daß ent­gegen den in PrSsAurg geäußerten Befürchtungen die ungarische Regierung n i ch t d i e A b s ich t habe, einseitig d i e Rüstungsfreiheit Un­garns zu erklären, um nicht der Kleinen Entente die willkommene Gelegenheit zur Abschüttelung der Minderheitenschutzoerpflichtungen zu geben. Auf der Konferenz sei der dringende Wunsch nach einer Annäherung an d i e drei Staaten der Römer Protokolle durch Vermittlung Oester­reichs geäußert worden. Besonders in rumänischen Kreisen werde größter Wert auf baldige Verhand­lungen mit der italienischen Regierung gelegt.

Schwere Zusammenstöße in Lüttich.

Roter Mob schießt auf belgische Rexisten.

Brüssel, 16. Sept. (DNB.) In Lüttich kam es zu ernsten Zwischenfällen zwischen Rexisten und Marxisten anläßlich einer antikommunistischen Kund­gebung, die der Führer der Rexbewegung, Leon D e - grelle, in Seraing, einem Vorort von Lüttich, abhalten wollte. Der marxistische Bürgermeister hatte die Kundgebung der Rexisten untersagt, nachdem die Kommunisten und Sozialisten mit Gegen- Eunbgebungen gedroht hatten. Als Degrelle sich mit seinen Anhängern mit einem Schiff aufderMaas nachSeraing begeben wollte.

bewarfen die Marxisten von verschiedenen Maas- brücken aus das Schiff mit Steinen und schweren Eisen st ücken. Gleichzeitig wurde von den Ufern aus das Schiff der Rexisten unter Feuer genommen. Hierbei wurde der Führer der Rechtsorganisation von Lüttich schwer Der- letzt. Drei andere Rexisten trugen leichtere Ver­letzungen davon. Die Verwundeten wurden in ein Lütticher Krankenhaus gebracht. Nach diesen Vor­fällen begab sich Degrelle in die Stadt, um bas neue Parteiheim der Rexisten in Lüttich einzuweihen. Hier hatte sich eine ungeheure Men­schenmenge angesammelt. Als der Führer der Rex­bewegung erschien, nahm der rote Mob wiederum eine drohende Haltung ein. Die Polizei verhinderte weitere Ausschreitungen. In Lüttich sind Versamm­lungen und Kundgebungen bis auf weiteres verboten.

Oie ersten Todesurteile in Palästina.

London, 15. Sept. (DNB.) In Jerusalem mür­ben bie ersten Tobesurteile gemäß ben ver­schärften Ausnahmebestimmungen gefällt. Zwei Ara­ber würben schulbig befunben, auf eine bri» tiscke Militärabteilung, bie am 7. August auf Der Nablus-Straße einen Transport begleitete, geschossen zu haben. Die beiben Angeklagten würben zum Tobe verurteilt. Bei dem An­griff war ein englischer Soldat verletzt worden.

Oer Reichsparteitag im Spiegel der Weltpresse.

Die neueste Nummer des Nürnberger

Pro-

Paris im alten Fahrwasser

fiefjre ziehen, daß Deutschland darin erneut einen i bie militärischen Hebungen hätten der Beweis, je in ex Einheit und Macht ge-t deutschen Oefsentllchkeit gezeigt, daß auf dem Rii-

15. Sept. (DNB.) Obwohl nun seit der Reichsleiter Reichminister Dr.

wirtschaftlichen unb militärischen wie auch ber turellen unb moralischen Kräfte ber beutschen tion. Am stärksten aber werben bie Worte tont, mit denen ber Führer abschließenb Welt noch einmal bie Größe ber bolsche

kul- Na- be- ber w i -

gramms bildet bie Rede desChampions für das Schwergewicht" im internationalen antibolschewisti­schen Kampf Josef Goebbels. Goebbels hat alle Abwässer von allen Gullys ber sowjetfeindlichen Lügen unb Verleumdungen in seine Rede ausge­nommen, alle antikommunistischen Gemeinheiten, bie auf ben faschistischen Zäunen geschrieben wer­ben. Die Rebe von Goebbels hat man sozusagen nicht nur hören, fonbern auch riechen können. Goebbels hat jedoch die ftinfenbe Flüssigkeit seiner Rede durch irgendwelche Tatsachen belegen wollen. Er hat das sehr leicht bewerkstelligt. Er nahm sie aus ber beutschen Wirklichkeit. Der Hunger ber breiten Massen, bie Rechtlosigkeit ber beutschen Ar­beiter, die lichtlose Not, das alles entnahm Goeb­bels ber bedrohlichen Wirklichkeit des heutigen fa­schistischen Deutschlands. Mit angestrengter Stimme rief Goebbels die internationale Bourgeoisie zum internationalen Kampf gegen den Bolschewismus" auf." Das Ganze ist der beste Beweis dafür, daß der Hieb gesessen. Man kann es dem deut­schen Volke getrost selbst überlassen, sich ein Urteil über diese Schreibweise der Sowjetpresse zu bilden.

die Argumente so schlagend sind, daß es nichts zu widerlegen gibt. Auch das WortJude n" kommt bezeichnenderweise in dem kurzen Telegramm, das allein die Telegraphenagentur der Sowjetunion über die Goebbels-Rede herausgab, nirgends vor. Sämtliche Feststellungen über die völlige Ver- judung der gesamten Führung in der Sowjetunion werden glatt verschwiegen. Auch dafür ist der Grund klar: Das russische Volk darf sich niemals bewußt werden, daß es fast ausschließlich von volks­fremden internationalen Juden geführt wird.

Dafür überschlägt sich die Sowjetpresse in wüsten Schimpfkanonaden und verbraucht dabei sämtliche Superlative des russischen Schimpfwörter­buches. So heißt es z. B. in derPrawda":

Petit I o u r n a l", der Führer verurteile nicht nur den Kommunismus und bedrohe (!) nicht nur die Staaten, die die kommunistische Lehrauffassung für sich in Anspruch nehmen, sondern auch alle die­jenigen, die verdächtig seien, dem Kommunismus Sympathien entgegenzubringen und sogar diejeni­gen, die lediglich aus nationalem In­teresse (!!) mit Moskau zusammenar­beiteten. Dann kommt das Blatt mit der üb»

sozialismus gewesen.

Kurjer Warszawski" berichtet aus Nürnberg,

Paris, 15. Sept. (DNB.) Der Abschluß des Nürnberger Parteitages findet in der Pariser Presse einen starken Niederschlag. Die Truppen­schau und die Schlußrede des Führers geben da noch einmal Gelegenheit, Stellung zu nehmen, zu dem Kampf des Nationalsozialismus gegen den Kom­munismus. Doch ein großer Teil der Blätter ist den Gefahren einer Weltrevolution gegenüber nach w i e vor völlig blind oder will sie absichtlich nicht anerkennen, um die Politik des Dritten Reiches verdächtigen zu können. Bezeich­nend find z. B. die Ausführungen des Außenpoli- tikers desEcho de Pari s", Pertinax, der, ohne auch nur mit einem Wort die Ereignisse in Spanien zu erwähnen, die nur zu deutlich die wahren Absichten Moskaus erkennen lassen, die Behauptung aufstellt, daß man in den leidenschaft­lichen Ausführungen des Führers nur neue E r- oberungsgelüfte (!!) lesen dürfe. Ein an» de ces BestpieU Gabriele Eudonet erklärt im

lichen verschwommenen Phrase: Das Schicksal Europas und der Zivilisation liege jetzt in Händen Frankreichs. Die Stunde der Wahl habe geschlagen. Frankreich müsse die Jntiative ergreifen, um die menschlichen Fortschritte" und ihrüberliefe« rungsgemaßes Ideal," der Welt zu erhalten. Wladi­mir d'O r m e f f o n, dessen Ausführungen im Figaro" ähnlich gehalten sind, stellt immerhin fest, man müsse aus dem Nürnberger Parteitag die

Volksanschauung in den betreffenden Ländern nur sehr bedingt etwas mit solchen Auslassungen zu tun.

Das könnte ein Trost sein, wenn wenigstens die Journalisten, die als echte Amerikaner, Engländer, Franzosen oder Spanier eine größere Beachtung beanspruchen, sich von den wildesten Vorurteilen gegenüber dem Nationalsozialismus freigemacht hätten. Aber auch dieser Prozeß geht sehr langsam oonftatten, ja, er wird über eine bestimmte Grenze des Verstehenkönnens nie hinausgelangen. Partei­zugehörigkeit, Weltauffassung, persönliche Lebens­erfahrung, materieller Vorteil und außenpolitische Zweckmäßigkeit, nationaler Eigennutz ober pazifi­stische Ideologie, das alles sind Faktoren, die, ganz abgesehen von dem jüdischen Einfluß, bei der Be­trachtung der Auslandsstimmen zum Parteitag zu berücksichtigen sind.

Wenn beispielsweise berT e m p s" anläßlich der Nürnberger Proklamation von deutschen Hegemonie­bestrebungen über Europa spricht, so ist das ebenso ein typisches Zeugnis für die Denkweise eines chauvinistischen Franzosentums, wie es ein treffen­der Ausdruck englischer Geisteshaltung ist, wenn derE v e n i n g Standard" schreibt:Was Deutschland betrifft, so ist heutzutage der Kasernen­hofton aus Vorkriegszeiten beinahe verschwunden. Die Armee und der Arbeitsdienst sind weitgehend humanisiert. Die jungen Leute haben ihre Spiele, treiben ihren Sport und sind besser ernährt und gepflegt als die zwei Millionen arbeitslosen Zivi­listen. Es ist ein gefährlicher Trost anzunehmen, daß unter diesen Umständen das Gewehrüber­nehmen für einen Deutschen langweiliger ist als die Hackarbeit eines englischen Bergarbeiters oder das Schaufeln eines russischen Bauern." Diese selt­sam klingende Betrachtung bedeutet eine bemerkens­werte Anerkennung ber nationalsozialistischen Er­ziehungsarbeit, jeboch in britischem Lichte. Man muß also bei allen ausländischen ^Kommen­taren ben vevschiebenen Ort ihrer Herkunft, den natürlichen Standpunkt des betreffenden Verfassers berücksichtigen. Nicht alles, was uns unverständlich erscheint, ist negativ, nicht alles was wie Beifall ausfieht, ist positiv. Auch das Bild, das die Aus­landspresse vom Parteitag widerspiegelt, ist nicht eindeutig, aber es läßt doch, im ganzen genommen, die Feststellung zu, daß der Wall böswilligen Miß­trauens, der seit 1933 von Juden und Emigranten rings um Deutschland aufgebaut wurde, heute an den entscheidendsten Stellen bereits durchbrochen ist.

E. V.

Berlin, ben Reden Goebbels und Alfred R o s e n b e rg vor dem Parteikongreß schon eine Woche vergangen ist, hat die Sowjetpresse es bis heute noch nicht gewagt, auch nur auszugsweise den In­halt ber beiben Referate wiederzugeben. Nicht ein einziges ber Argumente wirb angeführt. Nicht ein­mal wirb ber Versuch gemacht, irge'nb etwas zu wider- legen. Der Grunb hierfür liegt auf ber Hanb: Weil

Auch ein Wandel.

Die Zeiten sind längst vorbei, da man im Aus­land versuchte, bie Lebensäußerungen bes jungen nationalsozialistischen Staates zu bagatellisieren, bie Festigkeit bes neuen Reiches zu bezweifeln unb bie Jahreskongresse der Partei mit ein paar hä­mischen Bemerkungen abzutun. Wo sind alle jene geblieben, bie felbft noch vor ein paar Monate« mit löblicher Sicherheit den baldigen Zusammen­bruch ber beutschen Wirtschaft, die Schrecken einer neuen Inflation ober den sofortigen Ausbruch eines zweiten Weltkrieges in ben Spalten ihrer Presse voraussagten? Die Spuren ihrer lächerlichen Prophetie find verweht wie Spreu im Winde. Wer in diesen Tagen von Nürnberg Gelegenheit genom­men hat, eine beliebige Zeitung bes Auslandes zu lesen unb sie vielleicht mit einer Ausgabe desselben Blattes vom September 1933 zu vergleichen, dem erschloß sich schon an einem so einfachen Beispiel die ungeheure Steigerung des deutschen Ansehens, der deutschen Macht, des deutschen Einflusses in der Welt.

Wir gebrauchen den Spiegel ber Auslanbspresse nicht beshalb, um daraus eine Rechtfertigung un­seres inneren Regimes abzulesen, diese geben wir uns ganz allein und niemand sonst, son­dern weil das Urteil der Fremden uns ein vorzüg­licher Gradmesser für die Wirkung, die Richtigkeit oder Verfehltheit unserer politischen Handlungs­weise vermittelt. Aus diesem Grunde prüfen wir den Maßstab, den die Auslandspresse an die Er­eignisse von Nürnberg gelegt hat. Riesige Schlag­zeilen, spaltenlange Eigenberichte auf der Haupt­seite, ausführliche Leitartikel, große Bildreportagen verkündeten schon rein äußerlich dem ausländischen Lesepublikum, was auch uns Deutschen in diesen Tagen zum Bewußtsein gekommen ist: der Nürn­berger Parteitag 1936 war ein Weltereignis!

Freilich, wer da glauben möchte, der Widerhall, der uns aus allen Ecken unb Enben unserer alten Erbe entgegentönte, sei ein Zeugnis allgemeiner Sympathie und Freundschaft ober auch nur ein Zei­chen allseitigen Verständnisses für die Ziele des Dritten Reiches gewesen, der gibt sich einem schwe­ren Irrtum hin. Nach wie vor wird ein großer Teil ber sogenannten Weltmeinung von Juden ge­macht. Wenn also einige englisch, französisch, spa­nisch oder in einer sonstigen Sprache geschriebenen Zeitungen auf niederträchtigste Weise den Sinn der Nürnberger Kundgebungen verfälschten, so hat die

funben habe. Darüber hinaus habe es aber auch ein vorzügliches Sprungbrett für feine Politik, bas heiße die Vernichtung Des Kommunismus, gefun­den. Im alten Kreise drehen sich auch die Gedan­ken des Außenpolitikers desE x c e l \ i o r", Mar­cel Rays, der meint: Adolf Hitler habe einsehr einfaches Mittel", mit dem unglücklichen Russenpakt Schluß zu machen. Es mürbe genügen, wenn Deutschland bie Locarno-Verpflichtungen erneuere, wieder nach Genf zurückkehre (!), aufrichtig den Weg der etappenweisen Rüstungsbeschränkung be­schreite (!!) und zwischen sich unb Europa normale wirtschaftliche Beziehungen roieber herstelle.

Vollwerk

gegen den Kommunismus.

Das römische Echo des Parteitages.

Rom, 15. (Sept. (DNB.) Der Abschluß bes Reichsparteitages ber Ehre bildet in ber römischen Presse bas Kernstück ber auslänbischen Bericht­erstattung. Man sieht in ben Veranstaltungen bes Schlußtages eine einzige große Schau ber politischen,

st i s ch e n Gefahr unb bie unerläßliche Aufgabe ihrer Abwehr geschilbert hat.Messagero" wie Popolo di Roma" zitieren in fetten Ueberfdjriften ben Satz, baß ber Bolschewismus wissen möge, baß vor bem deutschen £ o f bie neue beut» s ch e Armee steht. Der Nationalsozialismus, so schreibtPopolo bi Roma" weiter, sei geistig unb materiell gewappnet, um ein Bollwerk gegen ben Kommunismus in Mitteleurova zu bilben. Nürnberg sei ein untrüglicher unb bie übrige Welt verpflichtender Gradmesser für ben- Druck, ben bas bolschewistische System auf die natio­nalsozialistische Politik ausübe.

Tribuna" sieht in den 'Worten Hitlers einen dringenden Appell an die Nationen Europas, g e - meinsam gegen bie bolschewistische Gefahr vor­zugehen unb bie Kultur zu retten. Wenn bas Dritte Reich ben Rhythmus feiner militärischen Vorberei­tungen beschleunigt hat, so tat es bas, weil es von ben Rüstungen unb der unmittelbaren Gefahr Sow- jetrußlands dazu genötigt wird, das mit bem Verzicht auf feine asiatischen Ziele jetzt feine Pro­paganda unb bas ganze Gewicht feiner Rüstungen auf europäische Abschnitte richte, bie sei­ner Ansicht nach für ben Bolschewismus reif sind. Das deutsche Heer bilde also den ersten Damm gegen diese von Often kommende G e - fahr für die europäische Kultur, nicht aber eine Bedrohung für die westeuropäischen Staaten. Aber bei aller Verherrlichung ber Wehrmacht als Wäch­ter der völkischen Tradition unb als Erzieher ber Jugenb zu Opfermut unb Disziplin fei die Schluß­rede des Führers ausgesprochen friedliebend. Nach ber Klarstellung ber politischen Grundlinien erwarte nunmehr das Dritte Reich, daß man auch im Aus 1 ande die Gründe seiner Haltung mit Verständnis beurteile unb zugebe, baß bas Dritte Reich bie Aufgabe hat, die Verteidigung ber gefährbeten Kultur zu übernehmen im gemeinsamen Interesse Europas.

Schutzschikd Eurovas gegen den Solschewismus.

Polnische Blätterstimmen über Nürnberg.

Warschau, 15. Sept. (DNB.)Gazeta Polska" schreibt über ben Abschluß bes Parteitages, ber Parteitag habe so geenbet, wie er begonnen habe, nämlich unter ber Losung: Schutz bes Deutschen Reiches unb Europas vor bem Bolschewis­mus. Von ber ersten Proklamation angefangen, sei burch alle Erklärungen unb Reben bis zu ben Schlußworten bes Führers biefe Losung folgerichtig burchgeführt worben. Die Thesen Hitlers ließen sich in vier Punkten zusammenfassen: 1. Die zu 98 v. H. von Juben geführte kommunistische Partei sei ber Todfeind aller nationalen Staaten. 2. Es sei unsinnig, zu behaupten, baß bas bolschewistische System irgenbeiner Ent­wicklung zur Demokratie hin fähig fei und baß bas nationale Europa ruhig mit ihm Zusam­menarbeiten könne. 3. Nationalsozialismus und Bolschewismus seien zwei Welten, zwischen benen es keine Brücken gebe. 4. Das Dritte Reich beabsichtige, keinen Völkern Lehren zu geben, wie sie sich regieren sollten; aber es könne nicht gleich­gültig sein gegenüber ber Ausbehnung bot« schewistischer Einflüsse an seinen Toren unb gegenüber ber Verengung ber politischen unb militärischen Zusammenarbeit zwischen der Sowjet- Union unb ben Deutschlanb benachbarten demokra­tischen Republiken. Innenpolitisch sei der Parteitag eine neue Bekundung der Geschlossenheit des deut­schen Volkes unter bem Banner des National»

Die Sowjelpreffe kann nur schimpfen

Oer Inhalt der großen Anklagereden in Nürnberg wird der sowjetrussischen Oeffentlichkeit glatt verschwiegen.

6

a»

Sur«1 6e5 E

SS* erhoben, solo

Sagen 5 sitzende des Spaniens i deutschen

wolle - n Zuneigu -sliitzung. tiefem K den @ei| Anarch-s kann unb d. ersten Wen Milchen 21 Mg gegen i Marxismus I öpanien in chichte imme [ebadjt, befoi iclte, Europ

U schützen. Moskaus, fii Lhr Fühl Wacht na Weften h erscheint in Lenden 2Iugi

Mar!

ßonbor einer Meld, laga die von Streiti munistischex jber roten griffen

. die Terror, Marxisten: Sie hätten Stadt" f, schulde unb Ijaftunge &i SBerjua i wol)ner gu o Rohen M Hommra. M laga mx\

nach ÜlUca ' Nach Marcelo : ten daraus h 1 Extremisten' j ten das (in ' ihren Vorm,

Bolsci

NSG. B i gcn, bie $lr|

6 Q l i b e n r -N erwarte, Vorfall, ber ; jni Son e, iA-2lugust 1