Am augenfälligsten dürfte sich dies im Laufe der Zeit Italien gegenüber auswirken, obwohl die Ressentiments Ungarn gegenüber natürlich stark die Einstellung beeinflussen. Wenn oben gesagt wurde, daß man in Prag schon vor Jahren den Versuch gemacht hatte, einen Weg nach Rom zu finden — damals warb ja auch der Presseattache der Wiener italienischen Gesandtschaft, Morreale, durch mehrere Vorträge in Prag für eine solche Annäherung — so war der Hauptgrund dafür, daß diese Versuche nicht zum Ziele führten, die Person T i t u l e s c u s. Titulescu war es, der besonders in Genf, als damals die Frage der Anwendung von Sanktionen gegen Italien behandelt wurde, scharfe Töne gegen Italien fand und außerdem noch bestrebt war, als Sprecher für die ganze Kleine Entente aufzutreten, wodurch er jede Verständi- gungsmöglichkeit zwischen Prag und Rom von vornherein zerstörte. Man wird daher erwarten können, daß, nachdem nun dieses Hindernis beseitigt ist, der tschechische Ministerpräsident seine Derständigungsbemühungen in der Richtung seiner früheren Versuche wieder aufnehmen wird.
Daß Rumänien selbst wieder beabsichtigt, seine Beziehungen zu Italien zu bessern, das läßt das Begrüßungstelegramm erkennen, das der neue rumänische Außenminister Antonescu gleich nach seinem Amtsantritt an seinen italienischen Kollegen Ciano schickte, wobei zu berücksichtigen ist, daß ihr Amt neuantretende Außenminister im allgemeinen nur an ausgesprochen befreundete Kollegen Begrüßungstelegramme zu schicken pflegen. Was schließlich S ü d s l a w i e n anlangt, so ist das Bestreben, in ein gutes Verhältnis mit Italien zu gelangen, besonders offenkundig geworden bei den in den letzten Wochen durchgeführten Verhandlungen zwischen Rom und Belgrad Über die Wieder- uufnahme und Intensivierung der beiderseitigen Handelsbeziehungen. Es ergibt sich also die bemerkenswerte Tatsache, daß alle drei Staaten der Kleinen Entente im Grunde den Wunsch haben, in einem guten Verhältnis mit Italien zu leben. Angesichts der gerade jetzt besonders zutagetretenden Gegensätze zwischen Italien und Frankreich bedeutet aber ein solches Bestreben auf feiten der Kleinen Entente eine gewisse Lockerung des bisherigen Abhängigkeitsverhältnisses von Frankreich. Gerade hier zeigt sich am deutlichsten die Tendenz eine den eigenen Landesinteressen entsprechende Außenpolitik zu führen und sich freizumachen von Befehlen und Wünschen außenstehender Kräfte.
Wenn so eine Reihe von Anzeichen darauf hindeutet, daß in der Tat die bisher so starre Politik der Kleinen Entente vielleicht nun doch, beginnend bei den Preßburger Beratungen, eine gewisse Auflockerung erfährt, so bedeutet dies freilich noch nicht, daß nun eine neue Aera im Donauraum überhaupt beginnt. Hier bleibt immer noch das Verhältnis der Staaten der Kleinen Entente zu Ungarn und ihr entschiedenes Nein gegenüber allen auch noch so verständlichen Wünschen Ungarns, ein ernstes und gefährliches Hindernis für eine wirkliche Befriedung. Vielleicht, daß eine Besserung der Beziehungen der Kleinen Entente zu Italien auf diesem Umwege dieses oder jenes Hindernis, das einer solchen Befriedung entgegensteht, zu beseitigen vermag. Aus diesem Grunde gewinnt die zu beobachtende neue Entwicklung der außenpolitischen Orientierung der Staaten der Kleinen Entente noch besondere Bedeutung. Trotzdem wäre allzu großer Optimismus verfehlt, zumal da trotz aller Wandlungen bei der Kleinen Entente, besonders in Rumänien und in der Tschechoslowakei, die Gefahr des Bolschewismus noch keineswegs gebannt ist. Für den Bolschewismus aber ist ein unbefriedigtes Mitteleuropa, ein zerstückelter Donauraum, noch immer der beste Schrittmacher.
Das Ergebnis von preßbnrg.
Preßburg, 14. Sept. (DNB.) Die Beratungen des Ständigen Rates der Kleinen Entente wurden abgeschlossen. In einem amtlichen Communiqu6 stellt der Rat fest, daß alle drei Staaten gemeinsam eine Politik der friedlichen Zusammenarbeit auf politischem und wirtschaftlichem Gebiete verfolgten und bereit seien, dabei mit allen Staaten guten Willens zusammenzuwirken. Sie hielten am Völkerbund fest und würden sich jedem Bestreben, seine Autorität zu stärken, anschließen. Dazu seien nach Ansicht der Kleinen Entente regionale Abkommen ein gutes Mittel. Die Kleine Entente wünsche mit allen angrenzenden Staaten gutnachbarliche Beziehungen. Das hänge auch von dem Verhalten dieser Staaten ab. Deshalb bedauere die Kleine Entente tief, daß ihre Beziehungen zu Oesterreich durch die Einführung der allgemeinen militärischen Dienstpflicht, also durch eine Verletzung der Vertragsverpflichtunaen von St. Germain, gelitten hätten: die Kleine Entente hoffe, daß es zu weiteren Ueberschreitungen gültiger Verbindlichkeiten nicht kommen werde, sie habe sich über die Maßnahmen geeinigt, die in einem solchen Falle zu treffen wären. — In politischen Kreisen faßt man diesen Satz als einen deutlichen Hinweis auf Ungarn auf. — Weiter erklärt das Communiquö, die Kleine Entente werde in der spanischen sowie 'in jeder anderen Angelegenheit die Politik der Nicht einrnischuno durchführen, genau so, wie sie nicht dulden würde, daß sich Fremde in ihre Angelegenheiten einmischten.
Das halbamtliche „Breme" (Belgrad) meldet, daß auf der Konferenz der Kleinen Entente in Preßburg beschlossen wurde, die Politik des Status quo gegenüer Sowie truß land fest- zusetzen, d. h., daß jeder der kleinen Staaten der Kleinen Entente wie bisher seine Haltung gegenüber Moskau selbst bestimmen könne. Hingegen sei der sogenannte Hodza-Plan über die wirtschaftliche Zusammenarbeit der Donaustaaten an den Wirtschaftsrat der Kleinen Entente, der im Oktober in Bukarest zusammentreten wird, verwiesen worden. In dem Plan sei auch eine engere militärisch-wirtschaftliche Bindung der drei Staaten, sogar eine Art Zollunion zwischen Jugoslawien, der Tschechoslowakei und Rumänien vorgesehen. — Nach Informationen der Belgrader „Politika" ist festgesetzt worden, daß die Staaten der Kleinen Entente in ihren Beziehungen zu den Großmächten nicht einzeln, sondern als Ganzes aufzutreten hätten. — Einem Vertreter des „Paris Soir" erklärte der südslawische Außenminister S t o j a d i n o w i t s ch, die Verwirklichung des von den drei Staatsoberhäuptern in großen Zügen ausgearbeiteten Planes zur Verstärkung der Landesverteidigung werde eine sehr wirksame Gewähr für die Aufrechterhaltung des Friedens bilden.'Auf die Frage, ob die Petroleumlieferung Rumäniens an Jugoslawien geregelt sei, erklärte Stojadinowitsch, Jugoslawien werde in kurzer Zeit seinen not- wendigen Vorrat haben. Das Naphtha werde in Rohrleitungen an die Donau geleitet und dann mit Schiffen in die jugoslawischen Raffinerien gebracht werden.
Das Echo m Ungarn.
Die alten Interessengegensätze bestehen fort.
Budapest, 15. Sept. (DNB.) Der Abschluß der Tagung der Kleinen Entente wird von der ungarischen Presse mit kritischen Kommentaren bestellet. Die Blätter stellen fest, daß die amtliche Verlautbarung in keiner Weise die großen inneren Interessengegensätze zwischen den drei Staaten hat verhüllen können. Für die drängenden Sorgen der Kleinen Entente wäre in Preßburg keinerlei Lösung gefunden worden. Trotz aller gemeinsamen Beteuerungen der Einigkeit zeige Jugoslawien nicht die geringste Neigung, den owjetrussischen Verbündeten der Prager Regierung anzuerkennen. Die rumänische Regierung fei bisher keinerlei bindende Vereinbarungen mit der Moskauer Regierung eingegangen und habe insbesondere nach dem Rücktritt Titulescus sichvolleHandlungsfrei- h e i t gesichert. Eine Einheitsfront der Kleinen Entente bestehe heute tatsächlich nur noch U n - garn gegenüber. Die Prager Regierung habe von neuem versucht, die Vereinheitlichung der militärischen Rüstungen der drei Länder dadurch zu sichern, daß die drei Mächte ich ausschließlich zur Uebernahme des von den Skodawerken in Pilsen hergestellten Kriegsmaterials verpflichten sollten, Bukarest und Belgrad hätten jedoch diese Vorschläge a b g e l e h n t und
sich die Freiheit ihrer eigenen Rüstungsindustrie gesichert. Die ^'gidungsblätter betonen, daß entgegen den in PrSsAurg geäußerten Befürchtungen die ungarische Regierung n i ch t d i e A b s ich t habe, einseitig d i e Rüstungsfreiheit Ungarns zu erklären, um nicht der Kleinen Entente die willkommene Gelegenheit zur Abschüttelung der Minderheitenschutzoerpflichtungen zu geben. Auf der Konferenz sei der dringende Wunsch nach einer Annäherung an d i e drei Staaten der Römer Protokolle durch Vermittlung Oesterreichs geäußert worden. Besonders in rumänischen Kreisen werde größter Wert auf baldige Verhandlungen mit der italienischen Regierung gelegt.
Schwere Zusammenstöße in Lüttich.
Roter Mob schießt auf belgische Rexisten.
Brüssel, 16. Sept. (DNB.) In Lüttich kam es zu ernsten Zwischenfällen zwischen Rexisten und Marxisten anläßlich einer antikommunistischen Kundgebung, die der Führer der Rexbewegung, Leon D e - grelle, in Seraing, einem Vorort von Lüttich, abhalten wollte. Der marxistische Bürgermeister hatte die Kundgebung der Rexisten untersagt, nachdem die Kommunisten und Sozialisten mit Gegen- Eunbgebungen gedroht hatten. Als Degrelle sich mit seinen Anhängern mit einem Schiff aufderMaas nachSeraing begeben wollte.
bewarfen die Marxisten von verschiedenen Maas- brücken aus das Schiff mit Steinen und schweren Eisen st ücken. Gleichzeitig wurde von den Ufern aus das Schiff der Rexisten unter Feuer genommen. Hierbei wurde der Führer der Rechtsorganisation von Lüttich schwer Der- letzt. Drei andere Rexisten trugen leichtere Verletzungen davon. Die Verwundeten wurden in ein Lütticher Krankenhaus gebracht. Nach diesen Vorfällen begab sich Degrelle in die Stadt, um bas neue Parteiheim der Rexisten in Lüttich einzuweihen. Hier hatte sich eine ungeheure Menschenmenge angesammelt. Als der Führer der Rexbewegung erschien, nahm der rote Mob wiederum eine drohende Haltung ein. Die Polizei verhinderte weitere Ausschreitungen. In Lüttich sind Versammlungen und Kundgebungen bis auf weiteres verboten.
Oie ersten Todesurteile in Palästina.
London, 15. Sept. (DNB.) In Jerusalem mürben bie ersten Tobesurteile gemäß ben verschärften Ausnahmebestimmungen gefällt. Zwei Araber würben schulbig befunben, auf eine bri» tiscke Militärabteilung, bie am 7. August auf Der Nablus-Straße einen Transport begleitete, geschossen zu haben. Die beiben Angeklagten würben zum Tobe verurteilt. Bei dem Angriff war ein englischer Soldat verletzt worden.
Oer Reichsparteitag im Spiegel der Weltpresse.
Die neueste Nummer des Nürnberger
Pro-
Paris im alten Fahrwasser
fiefjre ziehen, daß Deutschland darin erneut einen i bie militärischen Hebungen hätten der Beweis, je in ex Einheit und Macht ge-t deutschen Oefsentllchkeit gezeigt, daß auf dem Rii-
15. Sept. (DNB.) Obwohl nun seit der Reichsleiter Reichminister Dr.
wirtschaftlichen unb militärischen wie auch ber turellen unb moralischen Kräfte ber beutschen tion. Am stärksten aber werben bie Worte tont, mit denen ber Führer abschließenb Welt noch einmal bie Größe ber bolsche
kul- Na- be- ber w i -
gramms bildet bie Rede des „Champions für das Schwergewicht" im internationalen antibolschewistischen Kampf Josef Goebbels. Goebbels hat alle Abwässer von allen Gullys ber sowjetfeindlichen Lügen unb Verleumdungen in seine Rede ausgenommen, alle antikommunistischen Gemeinheiten, bie auf ben faschistischen Zäunen geschrieben werben. Die Rebe von Goebbels hat man sozusagen nicht nur hören, fonbern auch riechen können. Goebbels hat jedoch die ftinfenbe Flüssigkeit seiner Rede durch irgendwelche Tatsachen belegen wollen. Er hat das sehr leicht bewerkstelligt. Er nahm sie aus ber beutschen Wirklichkeit. Der Hunger ber breiten Massen, bie Rechtlosigkeit ber beutschen Arbeiter, die lichtlose Not, das alles entnahm Goebbels ber bedrohlichen Wirklichkeit des heutigen faschistischen Deutschlands. Mit angestrengter Stimme rief Goebbels die internationale Bourgeoisie zum „internationalen Kampf gegen den Bolschewismus" auf." Das Ganze ist der beste Beweis dafür, daß der Hieb gesessen. Man kann es dem deutschen Volke getrost selbst überlassen, sich ein Urteil über diese Schreibweise der Sowjetpresse zu bilden.
die Argumente so schlagend sind, daß es nichts zu widerlegen gibt. Auch das Wort „Jude n" kommt bezeichnenderweise in dem kurzen Telegramm, das allein die Telegraphenagentur der Sowjetunion über die Goebbels-Rede herausgab, nirgends vor. Sämtliche Feststellungen über die völlige Ver- judung der gesamten Führung in der Sowjetunion werden glatt verschwiegen. Auch dafür ist der Grund klar: Das russische Volk darf sich niemals bewußt werden, daß es fast ausschließlich von volksfremden internationalen Juden geführt wird.
Dafür überschlägt sich die Sowjetpresse in wüsten Schimpfkanonaden und verbraucht dabei sämtliche Superlative des russischen Schimpfwörterbuches. So heißt es z. B. in der „Prawda":
„Petit I o u r n a l", der Führer verurteile nicht nur den Kommunismus und bedrohe (!) nicht nur die Staaten, die die kommunistische Lehrauffassung für sich in Anspruch nehmen, sondern auch alle diejenigen, die verdächtig seien, dem Kommunismus Sympathien entgegenzubringen und sogar diejenigen, die lediglich aus nationalem Interesse (!!) mit Moskau zusammenarbeiteten. Dann kommt das Blatt mit der üb»
sozialismus gewesen.
„Kurjer Warszawski" berichtet aus Nürnberg,
Paris, 15. Sept. (DNB.) Der Abschluß des Nürnberger Parteitages findet in der Pariser Presse einen starken Niederschlag. Die Truppenschau und die Schlußrede des Führers geben da noch einmal Gelegenheit, Stellung zu nehmen, zu dem Kampf des Nationalsozialismus gegen den Kommunismus. Doch ein großer Teil der Blätter ist den Gefahren einer Weltrevolution gegenüber nach w i e vor völlig blind oder will sie absichtlich nicht anerkennen, um die Politik des Dritten Reiches verdächtigen zu können. Bezeichnend find z. B. die Ausführungen des Außenpoli- tikers des „Echo de Pari s", Pertinax, der, ohne auch nur mit einem Wort die Ereignisse in Spanien zu erwähnen, die nur zu deutlich die wahren Absichten Moskaus erkennen lassen, die Behauptung aufstellt, daß man in den leidenschaftlichen Ausführungen des Führers nur neue E r- oberungsgelüfte (!!) lesen dürfe. Ein an» de ces BestpieU Gabriele Eudonet erklärt im
lichen verschwommenen Phrase: Das Schicksal Europas und der Zivilisation liege jetzt in Händen Frankreichs. Die Stunde der Wahl habe geschlagen. Frankreich müsse die Jntiative ergreifen, um die „menschlichen Fortschritte" und ihr „überliefe« rungsgemaßes Ideal," der Welt zu erhalten. Wladimir d'O r m e f f o n, dessen Ausführungen im „Figaro" ähnlich gehalten sind, stellt immerhin fest, man müsse aus dem Nürnberger Parteitag die
Volksanschauung in den betreffenden Ländern nur sehr bedingt etwas mit solchen Auslassungen zu tun.
Das könnte ein Trost sein, wenn wenigstens die Journalisten, die als echte Amerikaner, Engländer, Franzosen oder Spanier eine größere Beachtung beanspruchen, sich von den wildesten Vorurteilen gegenüber dem Nationalsozialismus freigemacht hätten. Aber auch dieser Prozeß geht sehr langsam oonftatten, ja, er wird über eine bestimmte Grenze des Verstehenkönnens nie hinausgelangen. Parteizugehörigkeit, Weltauffassung, persönliche Lebenserfahrung, materieller Vorteil und außenpolitische Zweckmäßigkeit, nationaler Eigennutz ober pazifistische Ideologie, das alles sind Faktoren, die, ganz abgesehen von dem jüdischen Einfluß, bei der Betrachtung der Auslandsstimmen zum Parteitag zu berücksichtigen sind.
Wenn beispielsweise ber „T e m p s" anläßlich der Nürnberger Proklamation von deutschen Hegemoniebestrebungen über Europa spricht, so ist das ebenso ein typisches Zeugnis für die Denkweise eines chauvinistischen Franzosentums, wie es ein treffender Ausdruck englischer Geisteshaltung ist, wenn der „E v e n i n g Standard" schreibt: „Was Deutschland betrifft, so ist heutzutage der Kasernenhofton aus Vorkriegszeiten beinahe verschwunden. Die Armee und der Arbeitsdienst sind weitgehend humanisiert. Die jungen Leute haben ihre Spiele, treiben ihren Sport und sind besser ernährt und gepflegt als die zwei Millionen arbeitslosen Zivilisten. Es ist ein gefährlicher Trost anzunehmen, daß unter diesen Umständen das Gewehrübernehmen für einen Deutschen langweiliger ist als die Hackarbeit eines englischen Bergarbeiters oder das Schaufeln eines russischen Bauern." Diese seltsam klingende Betrachtung bedeutet eine bemerkenswerte Anerkennung ber nationalsozialistischen Erziehungsarbeit, jeboch in britischem Lichte. Man muß also bei allen ausländischen ^Kommentaren ben vevschiebenen Ort ihrer Herkunft, den natürlichen Standpunkt des betreffenden Verfassers berücksichtigen. Nicht alles, was uns unverständlich erscheint, ist negativ, nicht alles was wie Beifall ausfieht, ist positiv. Auch das Bild, das die Auslandspresse vom Parteitag widerspiegelt, ist nicht eindeutig, aber es läßt doch, im ganzen genommen, die Feststellung zu, daß der Wall böswilligen Mißtrauens, der seit 1933 von Juden und Emigranten rings um Deutschland aufgebaut wurde, heute an den entscheidendsten Stellen bereits durchbrochen ist.
E. V.
Berlin, ben Reden Goebbels und Alfred R o s e n b e rg vor dem Parteikongreß schon eine Woche vergangen ist, hat die Sowjetpresse es bis heute noch nicht gewagt, auch nur auszugsweise den Inhalt ber beiben Referate wiederzugeben. Nicht ein einziges ber Argumente wirb angeführt. Nicht einmal wirb ber Versuch gemacht, irge'nb etwas zu wider- legen. Der Grunb hierfür liegt auf ber Hanb: Weil
Auch ein Wandel.
Die Zeiten sind längst vorbei, da man im Ausland versuchte, bie Lebensäußerungen bes jungen nationalsozialistischen Staates zu bagatellisieren, bie Festigkeit bes neuen Reiches zu bezweifeln unb bie Jahreskongresse der Partei mit ein paar hämischen Bemerkungen abzutun. Wo sind alle jene geblieben, bie felbft noch vor ein paar Monate« mit löblicher Sicherheit den baldigen Zusammenbruch ber beutschen Wirtschaft, die Schrecken einer neuen Inflation ober den sofortigen Ausbruch eines zweiten Weltkrieges in ben Spalten ihrer Presse voraussagten? Die Spuren ihrer lächerlichen Prophetie find verweht wie Spreu im Winde. Wer in diesen Tagen von Nürnberg Gelegenheit genommen hat, eine beliebige Zeitung bes Auslandes zu lesen unb sie vielleicht mit einer Ausgabe desselben Blattes vom September 1933 zu vergleichen, dem erschloß sich schon an einem so einfachen Beispiel die ungeheure Steigerung des deutschen Ansehens, der deutschen Macht, des deutschen Einflusses in der Welt.
Wir gebrauchen den Spiegel ber Auslanbspresse nicht beshalb, um daraus eine Rechtfertigung unseres inneren Regimes abzulesen, — diese geben wir uns ganz allein und niemand sonst —, sondern weil das Urteil der Fremden uns ein vorzüglicher Gradmesser für die Wirkung, die Richtigkeit oder Verfehltheit unserer politischen Handlungsweise vermittelt. Aus diesem Grunde prüfen wir den Maßstab, den die Auslandspresse an die Ereignisse von Nürnberg gelegt hat. Riesige Schlagzeilen, spaltenlange Eigenberichte auf der Hauptseite, ausführliche Leitartikel, große Bildreportagen verkündeten schon rein äußerlich dem ausländischen Lesepublikum, was auch uns Deutschen in diesen Tagen zum Bewußtsein gekommen ist: der Nürnberger Parteitag 1936 war ein Weltereignis!
Freilich, wer da glauben möchte, der Widerhall, der uns aus allen Ecken unb Enben unserer alten Erbe entgegentönte, sei ein Zeugnis allgemeiner Sympathie und Freundschaft ober auch nur ein Zeichen allseitigen Verständnisses für die Ziele des Dritten Reiches gewesen, der gibt sich einem schweren Irrtum hin. Nach wie vor wird ein großer Teil ber sogenannten Weltmeinung von Juden gemacht. Wenn also einige englisch, französisch, spanisch oder in einer sonstigen Sprache geschriebenen Zeitungen auf niederträchtigste Weise den Sinn der Nürnberger Kundgebungen verfälschten, so hat die
funben habe. Darüber hinaus habe es aber auch ein vorzügliches Sprungbrett für feine Politik, bas heiße die Vernichtung Des Kommunismus, gefunden. Im alten Kreise drehen sich auch die Gedanken des Außenpolitikers des „E x c e l \ i o r", Marcel Rays, der meint: Adolf Hitler habe ein „sehr einfaches Mittel", mit dem unglücklichen Russenpakt Schluß zu machen. Es mürbe genügen, wenn Deutschland bie Locarno-Verpflichtungen erneuere, wieder nach Genf zurückkehre (!), aufrichtig den Weg der etappenweisen Rüstungsbeschränkung beschreite (!!) und zwischen sich unb Europa normale wirtschaftliche Beziehungen roieber herstelle.
Vollwerk
gegen den Kommunismus.
Das römische Echo des Parteitages.
Rom, 15. (Sept. (DNB.) Der Abschluß bes Reichsparteitages ber Ehre bildet in ber römischen Presse bas Kernstück ber auslänbischen Berichterstattung. Man sieht in ben Veranstaltungen bes Schlußtages eine einzige große Schau ber politischen,
st i s ch e n Gefahr unb bie unerläßliche Aufgabe ihrer Abwehr geschilbert hat. „Messagero" wie „Popolo di Roma" zitieren in fetten Ueberfdjriften ben Satz, baß ber Bolschewismus wissen möge, baß vor bem deutschen £ o f bie neue beut» s ch e Armee steht. Der Nationalsozialismus, so schreibt „Popolo bi Roma" weiter, sei geistig unb materiell gewappnet, um ein Bollwerk gegen ben Kommunismus in Mitteleurova zu bilben. Nürnberg sei ein untrüglicher unb bie übrige Welt verpflichtender Gradmesser für ben- Druck, ben bas bolschewistische System auf die nationalsozialistische Politik ausübe.
„Tribuna" sieht in den 'Worten Hitlers einen dringenden Appell an die Nationen Europas, g e - meinsam gegen bie bolschewistische Gefahr vorzugehen unb bie Kultur zu retten. Wenn bas Dritte Reich ben Rhythmus feiner militärischen Vorbereitungen beschleunigt hat, so tat es bas, weil es von ben Rüstungen unb der unmittelbaren Gefahr Sow- jetrußlands dazu genötigt wird, das mit bem Verzicht auf feine asiatischen Ziele jetzt feine Propaganda unb bas ganze Gewicht feiner Rüstungen auf europäische Abschnitte richte, bie seiner Ansicht nach für ben Bolschewismus reif sind. Das deutsche Heer bilde also den ersten Damm gegen diese von Often kommende G e - fahr für die europäische Kultur, nicht aber eine Bedrohung für die westeuropäischen Staaten. Aber bei aller Verherrlichung ber Wehrmacht als Wächter der völkischen Tradition unb als Erzieher ber Jugenb zu Opfermut unb Disziplin fei die Schlußrede des Führers ausgesprochen friedliebend. Nach ber Klarstellung ber politischen Grundlinien erwarte nunmehr das Dritte Reich, daß man auch im Aus 1 ande die Gründe seiner Haltung mit Verständnis beurteile unb zugebe, baß bas Dritte Reich bie Aufgabe hat, die Verteidigung ber gefährbeten Kultur zu übernehmen im gemeinsamen Interesse Europas.
Schutzschikd Eurovas gegen den Solschewismus.
Polnische Blätterstimmen über Nürnberg.
Warschau, 15. Sept. (DNB.) „Gazeta Polska" schreibt über ben Abschluß bes Parteitages, ber Parteitag habe so geenbet, wie er begonnen habe, nämlich unter ber Losung: Schutz bes Deutschen Reiches unb Europas vor bem Bolschewismus. Von ber ersten Proklamation angefangen, sei burch alle Erklärungen unb Reben bis zu ben Schlußworten bes Führers biefe Losung folgerichtig burchgeführt worben. Die Thesen Hitlers ließen sich in vier Punkten zusammenfassen: 1. Die zu 98 v. H. von Juben geführte kommunistische Partei sei ber Todfeind aller nationalen Staaten. 2. Es sei unsinnig, zu behaupten, baß bas bolschewistische System irgenbeiner Entwicklung zur Demokratie hin fähig fei und baß bas nationale Europa ruhig mit ihm Zusammenarbeiten könne. 3. Nationalsozialismus und Bolschewismus seien zwei Welten, zwischen benen es keine Brücken gebe. 4. Das Dritte Reich beabsichtige, keinen Völkern Lehren zu geben, wie sie sich regieren sollten; aber es könne nicht gleichgültig sein gegenüber ber Ausbehnung bot« schewistischer Einflüsse an seinen Toren unb gegenüber ber Verengung ber politischen unb militärischen Zusammenarbeit zwischen der Sowjet- Union unb ben Deutschlanb benachbarten demokratischen Republiken. Innenpolitisch sei der Parteitag eine neue Bekundung der Geschlossenheit des deutschen Volkes unter bem Banner des National»
Die Sowjelpreffe kann nur schimpfen
Oer Inhalt der großen Anklagereden in Nürnberg wird der sowjetrussischen Oeffentlichkeit glatt verschwiegen.
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