schuhes zu symbolisieren. Die Zeil der Rivaliläk zwischen den verschiedenen Organisationen müsse seht zu Ende sein. Bei allen Veranstaltungen der Vaterländischen Front werde künftig im Anschluß an die bisherige Bundeshymne das Dollfuß-Lied gesungen werden müssen, das somit zur zweiten Nationalhymne erhoben wird.
Schuschnigg erklärte, innenpolitisch und außenpolitisch werde sich nichts ändern. Die römischen Protokolle seien nach wie vor die Grundlage der österreichischen Politik. Oesterreich wolle aber darüber hinaus mit allen in Frieden und Freundschaft leben, die seine Freundschaft wollten und zu achten bereit seien. Um Starhembergs Verdienste um die Vaterländische Front zu würdigen, werde er ihm das Protektorat über das Mutterschutzwerk der Vaterländischen Front anbieten.
Der Heimatschutz zum Ausscheiden Starhembergs.
Wien, 15. Mai. (DNV.) Das Blatt des österreichischen Heimatschutzes „Der H e i m a t schützer" bringt einen Leitartikel unter dem Titel „D e r Führer wieder b ei un 5", in dem u. a. gesagt wird: „Es wird begeistert begrüßt, daß Fürst Starhemberg die staatliche Würde abgelegt hat, um sich voll und ganz der Führung des österreichischen Heimatschutzes widmen zu können. Gerade in einer Zeit, in der entscheidende Maßnahmen für den Aufbau des neuen autoritären und ständischen Oesterreichs notwendig sind, ist der geistige Motor für die Aktionen, den der Heimatschutz darstellt, unentbehrlich und die ungebundene Kraft des Führers eine Voraussetzung für das Gelingen des Werkes. Der Heimatschutz hat noch wichtige Aufgaben vor sich, die in der Durchführung des Dollfuß-Programms gegeben sind. Darüber zu wachen, daß die Entwicklung rechtzeitig und hundertprozentig vor sich gehe, ist die Aufgabe des Heimatschutzes."
Man könne es begreifen, erklärt das Blatt weiter, daß es für den Bundesführer unter Umständen eine Belastung dargestellt habe, an 0 e r - antwortlicher^Stelle 1 m Staate zu stehen, wenn der Kurs nicht immer die notwendige Klarheit aufgewiesen habe. Dadurch sei es möglich geworden, daß sich demokratische Tendenzen im alten Parteisinne breitmachen konnten, die im neuen Oesterreich und in der Verfassung keine Grundlage hätten. Auch der Dualismus in der Führung des Landes habe manche Schwierigkeiten zur Folge gehabt., da es sich um zwei Persönlichkeiten handele, deren Prägung und Charakter ein abgeschlossenes Ganzes bildeten.
Oer neue Landwirtschastsminister.
Wien, 15. Mai. (DNB.) Wie amtlich bekanntgegeben wird, wurde der Präsident der oberösterrei- chischen Landes - Landwirtschaftskammer, Peter Mandorfer, zum Bundesminister für Land - und For st wirtschaft ernannt.
Das Recht sichert die Kultur.
Auftakt zum Deutschen Juristentag.
Leipzig, 16. Mai. (DNB.) Am Vorabend des Deutschen Juristentages veranstaltete die Stadt Leipzig in der Wandelhalle des Rathauses einen Empfang. Der Thomaner-Chor unter Leitung seines Cantors Prof. D. Dr. Straube gab der Feierstunde mit dem Pater Rosier für zwei Chöre von Hans Leo Haßler den festlichen Aufklang. Oberbürgermeister Dr. Gördeler wies auf die vielfachen Beziehungen hin, die die Stadt Leipzig mit dem deutschen Recht verbinde.
In seiner Erwiderung betonte der Reichsjuristen- führer Reichsminister Dr. Frank, Leipzig als Sitz des höchsten deutschen Gerichtshofes biete den zweckmäßigen äußeren Rahmen für die Veranstaltungen der Juristentage. „Diese Verbindung ist zugleich ein Ausdruck dafür, daß wir Nationalsozialisten in unserem stürmischen Dorwärtsdrang zu neuen Formen des deutschen Gemeinschaftslebens, des Volks- und Staatslebens die überkommenen Werte der besten deutschen Tradition im Auswachsen-Lassen einer neuen Tradition als in weitem Bereiche zweckmäßiger Fundamentierung anerkennen. Sodann dankte der Minister dem Thomas-Cantor und seinen jungen Sängern im Namen der Reichsregierung und der NSDAP, dafür, daß sie das hohe K u l t u r s ch a f f e n des deutschen Volkes in so würdiger Weise zum Ausdruck bringen. Das Recht sei nur wahr, wenn es imstande sei, einem Volke seine Kulturwerte sicherzustellen. „Mehr können wir als Nechtswahrer niemals erreichen, als daß ein Volk diese Kultursicherung findet. Daß wir aber, schloß Dr. Frank unter stürmischem Beifall, in einer solchen Feierstunde a u f einer Insel des Friedens inmitten einer Welt des Hasses und des Aufruhrs den hohen Kulturwerten unseres deutschen Menschtums dienen dürfen, das ist das Geschenk, das uns der Ewige durch unseren Führer gegeben hat."
Ehrung des ersten Blutzeugen der deutschen Rechtswahrer.
München, 15. Mai. (DNB.) Der Deutsche Juristentag 1936 wurden in der Hauptstadt der Bewegung feierlich eingeleitet mit einem Gedächtnisakt für den nationalsozialistischen Freiheitskämpfer Th odor von der Pfordten, der anläßlich der letzten Gautagung vom Reichsminister Dr. Frank zum Heros der deutschen Rechts- front erklärt wurde und dessen Gedenktafel im Lichthof des Justizpalastes in München auch den künftigen Generationen der deutschen Rechtswahrer ewiger Mahner sein wird. Am Donnerstag legte eine Abordnung des Bundes NS.-Juriften München-Oberbayern an der Gedenktafel einen großen Lorbeerkranz nieder. Dem Gedächtnisakt folgte am Freitagvormittag ein Heldengedenken in dem Ehrentempel. Reichsminister Dr. Frank legte einen Kranz nieder und wies dabei darauf hin, daß ohne das Opfer dieser Männer das neue Reich nicht hätte aufgebaut werden können.
Ernennungen beim Volksgerichtshof.
Berlin, 15. Mai. (DNB.) Der Volksgerichtshof ist durch das jüngst erlassene Gesetz ordentliches Gericht geworden. Der Führer und Reichskanzler hat nun auf Vorschlag des Reichsministers der Justiz, Dr. Gürtner, ernannt: Zum Präsidenten des Volksgerichtshofes den Vizepräsidenten des Reichsgerichts, Staatsminister SÄ.- Oberführer Dr. Thierack; zu Senatspräsidenten beim Volksgerichtshof den Ministerialrat im Reichsjustizministerium SS.-Sturmbannführer Engert und den Senatspräsidenten beim Ober-
SA.-Oberführer Dr. Thierack
Präsident des Volksgerichtshofes. — (Scherl-M.) landesgericht Dr. Springmann; zu Volksgerichtsräten: die Landgerichtsdirektoren Schauwecker, Lämmle, Hartmann, Dr. Koehler, Dr. Albrecht und Jenne; zum Reichsanwalt beim Volksgerichtshof den Reichsanwalt Jorns; zu Oberstaatsanwälten beim Volksgerichtshof die Oberstaatsanwälte Eichler und Parifius. — Ferner hat der Führer und Reichskanzler auf Vorschlag des Reichsministers der Justiz, Dr. Gürtner, den Senatspräsidenten beim Oberlandesgericht, B r u n e r, der feit längerer Zeit vertretungsweise
die Geschäfte des Präsidenten des Volksgerichtshofes führt, zum Vizepräsidenten des Reichs- g e r i cy t s ernannt.
Oer Reichsbauernrat in Heilbronn.
Auf ihrer Besichtigungsfahrt durch Württemberg fuhren die Mitglieder des Reichsbauernrates über Ingelfingen nach dem Hof des Landesbauernführers Arnold, dem Bühlhof, wo die Gäste das Mittagessen einnahmen. Reichsminister Darrs wies auf die harte Arbeit hin, die in den Höfen des hohen- lohefchen Landes geleistet werde. Es wurden dann die aus dem Bauernkrieg bekannten Orte Schön- t a I und Berlichingen besucht. Gegen 19 Uhr traf Reichsbauernführer Darre auf dem festlich geschmückten Marktplatz von Heilbronn ein. Im Rathaussaal begrüßte Oberbürgermeister Gültig den Reichsbauernrat. Stabsleiter K i n f e l e n sprach über die Reichsstadt Heilbronn im Bauernkriege. Anschließend überreichten drei Mädchen dem Reichsbauernführer Darre einen Pokal Heilbronner Weines. Reichsbauernführer Darre dankte für den überaus freundlichen Empfang und führte u. a. aus: In Heilbronn habe die Schulungsfahrt ihr Ende gefunden. Wenn sich der Reichsbauernrat heute in einer Stadt befinde, in der ein Wende- l i n Hipler zum erstenmal glaubte, einen Reichsbauernrat schaffen zu können, dann sei das ein sicheres Zeichen dafür, daß eine neue Epoche eingeleitet worden sei. Daß alles dies Wirklichkeit werden konnte, sei nur möglich geworden durch den langen Kampf des Nationalsozialismus. Das Bauerntum werde für immer der Kernpunkt des Nationalsozialismus bleiben. Der Mann, der am Anfang des Nationalsozialismus steht, stehe auch am Anfang des deutschen Bauerntums: Adolf Ritter. — Das Horst-Wessel-Lied schloß die kurze Feierstunde. Anschließend fand auf dem Marktplatz die Aufführung des Festspiels „Götz von Berlichingen in Heilbronn" statt.
Der neue Kurs in Frankreich kündigt sich an
Paris, 16. Mai. (DNB. Funkspruch.) Zur Feier ihres Wahlsieges veranstaltete die sozialistische Partei eine große Kundgebung, auf der Generalsekretär Paul Faure sich gegen eine D e - flationspolitik wandte, die zur Zerstö - rung des Wohlstandes und zu einer allgemeinen Verminderung des Verbrauches führen würde. Die sozialistische These hingegen bestände darin, den Verbrauch und den Wohlstand im gleichen Maße zu heben, wie der allgemeine Reichtum sich entwickle. Mit der Einschränkung, daß er nicht im Namen der neuen Regierung spreche, führte Paul Faure eine Reihe von neuen Maßnahmen an, die zur Verminderung der Arbeitslosigkeit ergriffen werden müßten. Finanziert werden müsse dieser Plan durch einen Aufruf an öie Sparer. Sollte dieser Appell nicht gehört werden,, habe man das Recht, zur allgemeinen Mobilisierung des K a - p i t a l s zu schreiten. Wenn man von den Menschen verlange, daß sie ihr Leben zur Verteidigung ihres Landes opferten, warum dann nicht die gleichen Mittel gegen das gefühllose Kapital anwenden! Die außenpolitische Linie der Partei faßte er in den Worten zusammen: „Für uns geht der Weg des Friedens über Gen f."
Leon Blum wandte sich gegen die vielen Gerüchte über die Zusammensetzung der neuen Regierung. Niemand wisse wie die Regierung von morgen aussehen werde, denn er wisse es selber nicht. Die Aufgabe der neuen Regierung werde fein, alles zu tun, was die soziale Gerechtigkeit erfordere. Man dürfe versichert fein, daß es gelingen werde, durch diese Bemühungen zur neuen Gesellschaft zu gelangen. Das Land wolle eine Veränderung. Man könne versichert sein, daß Aen- berungen kommen würden.
Auf einem Essen des „American Club" erklärte Leon Blum, Frankreich wolle mit allen Völkern der Welt in Frieden leben, ganz gleich, nach welchen Grundsätzen die Völker ihre Innenpolitik regelten. Frankreich sei bestrebt, in seinem Verhältnis zu allen Nationen die Ursachen von Streitigkeiten zu beseitigen, aus denen eines Tages kriegerische Verwicklungen erwachsen könnten. Wir wollen in Frieden mit allen Völkern, die guten Willens sind, Zusammenarbeiten und wir schließen die Idee eines Propagandakrieges und die Idee eines Nepressivkrieges vollkommen aus. Auf seine jüdische Abstammung eingehend, erklärte er, daß er niemals verheimlicht habe, einer Rasse anzugehören, die der französischen Revolution Freiheit und Gleich
heit verdanke. Europa müsse von der Besessenheit einer Kriegsmöglichkeit befreit werden. Die internationale Gemeinsamkeit müsse wieder hergestellt werden. Nicht nur auf politischem Gebiet, sondern auch auf dem Gebiet der Wirtschaft müsse die europäische Solidarität geschaffen werden. Diese wirtschaftliche Wiedergeburt Europas und der Welt bedeute erst die wirkliche Sicherheit und damit die Befreiung von dem Kriegsgedanken.
Eden bei Lson Vlnm.
Paris, 15. Mai. (DNB.) Der englische Außenminister Eden stattete auf der Durchreise dem Außenminister F l a n d i n einen etwa einstündigen Besuch ab. Anschließend begab sich Eden zu dem Sozialistenführer Leon Blum. „Daily Telegraph" schreibt, diese Aussprachen bestätigten den Eindruck, daß die Regierung Blum mehr als das gegenwärtige Kabinett geneigt sein werde, eine starke Völkerbundspolitik zu unterstützen. Blum werde jedoch nicht in der Lage fein, die Initiative dabei zu ergreifen. Blum soll den Führer der britischen Arbeiterpartei, A 111 e e, bei seinem Besuch in Paris davon verständigt haben, daß die neue französische Regierung nicht in der Lage sein werde, in irgendeiner Art mit der Regierungsopposition in London zusammen zu arbeiten.
Der Pariser Korrespondent der „Time s" will jedoch melden können, daß Eden mit Flandin über das abessinische Problem, die Arbeitsweise des Völkerbundes und die Lage im Rheinland gesprochen habe. Eden sei durchaus befriedigt gewesen. Man halte es für möglich, in den europäischen Angelegenheiten — wenn auch nicht mit Ruhm, so doch ohne Katastrophe — in ein ruhigeres Fahrwasser zu kommen. Insbesondere bestehe kein Grund für das Gerücht einer noch ernsteren Mittelmeerkrise infolge der Aufrechterhaltung der Sanktionen gegen Italien. Vom englischen Gesichtspunkt aus werde die militärische Lage im Mittelmeer keineswegs als besorgniserregend betrachtet. In Frankreich werde bestritten, daß über einen neuen Mittelpakt, den Großbritannien, Frankreich, Italien und andere Mittelmeermächte angehören sollen, verhandelt werde. Dieser Vorschlag bilde einen Teil des französischen Friedensplanes, aber der Gedanke, daß er gesondert und sofort besprochen werden solle, habe seinen Ursprung in Rom und sei über London nach Paris gelangt.
Umbildung des polnischen Kabinetts.
Keine Veränderung des außen- und finanzpolitischen Kurses.
Warschau, 15. Mai. (DNB.) Die Regierung K 0 s c i a l k 0 w s k i hat dem polnischen Staatspräsidenten ihren Rücktritt erklärt. Staatspräsident Moscicki hat den General S k l a d k 0 w - s k i mit der Neubildung der Regierung beauftragt. Voraussichtlich wird öie neue polnische R e - gierung wie folgt zusammengesetzt fein:
Ministerpräsidium und Inneres: General Sklad- k 0 w s k i (bisher zweiter Staatssekretär im Kriegsministerium),
Aeußeres: Beck,
Finanzen: Kwiatkowski,
Soziale Fürsorge und Arbeit: Koscialkow- s k i (bisher Ministerpräsident),
Handel und Industrie: Roman (bisher zweiter Unterftaatsfefretär im Ministerium für Aeußeres),
Justiz: Staatsanwalt Grabowski.
Die übrigen Ministerposten bleiben voraussichtlich unverändert. General Skladkvwski hat in den Regierungen des Marschalls Pilsudski in sechs Kabinetten in der Zeit von 1926 bis 1933 das Amt des Innenministers geführt. Er gilt als ein Mann der starken Hand und energischen Entscheidungen.
In politischen Kreisen wird darauf hingewiefen, daß der Regierungswechsel der Gepflogenheit entspreche, nach Abschluß der Haushaltstagung des Parlaments die Regierung unter Berücksichtigung der jeweils für die nächste Periode, vordringlichsten Fragen umzubilden. Unter diesem Gesichtspunkt darf man also aus der Ernennung des Generals Skladkowfki, der in vielen Kabinetten des Marschalls als energischer Innenminister bekannt geworden ist, folgern, daß als das vordringlichste eine stark e H and im Innern gilt, um allen radikalen Strömungen von links und rechts entgegenzutreten. Die Zusammensetzung des neuen Kabinetts läßt erkennen, daß sowohl die außen- p 01 i t i f ch e wie die f i n a n z p 0 1 i t i s ch e L i n i e
der Regierung unverändert bleiben werde. Die innerpvlitischen Spannungen, zu deren Ueber- windung das neue Kabinett berufen fein wird, sind einerseits in der Entwicklung der Wirtschaftslage begründet, die letzthin zu den Devisenbeschränkungen und entsprechenden Maßnahmen auf dem Gebiet des Handels geführt haben. Andererseits haben die von kommunistischen Hetzern veranlaßten Arbeitslosenunruhen, welche u. a. in Krakau und Lemberg zu blutigen Zusammenstößen geführt haben, die Frage energischer Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit in den Vordergrund geschoben.
Warschauer preffesiimmeu.
Warschau, 16. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der Wechsel in der Regierung hat in der polnischen Oeffentlichkeit überrascht. Die Presse des Regierungslagers begrüßt durchweg die Bildung der Regierung Skladowskis als Zeichen dafür, daß man sich zu energischen Maßnahmen auf dem Gebiet der inneren Politik entschlossen habe, um Ruhe und Ordnung im Lande zu sichern, als wichtigste Voraussetzung für eine günstige wirtschaftliche Entwicklung und für die von allen Seiten im Hinblick auf die internationale Lage geforderte Stärke der Wehrfähigkeit des Staates. Bei der Opposition der Rechten und der Linken stößt das neue Kabinett auf schärfste Ablehnung. „Gazeta Polfka" schreibt, die innerpolitische Lage habe in den letzten Monaten Beunruhigung erwecken müssen. Die soldatische und politische Vergangenheit des neuen Ministerpräsidenten berechtige zu der Ueberzeugung, daß er die undankbare Ausgabe auf diesem schwierigen Gebiet meistern werde. — „Expreß Poranny" begrüßt in General Skladkowski den Mann der Tat, dem Marschall Pilsudski immer die schwierigsten Aufgaben übertragen habe. Kühne Entscheidungen,
starke Taten und feste Hand seien das, was Polen in der jetzigen wirtschaftlichen und innenpolitischen Lage brauche.
Der „Kurjer Poranny" lehnt alle Vermutungen ab, daß der Grund des Regierungswechsels in Personalfragen zu suchen sei. Der Grund für die Neubildung des Kabinettes fei in dett inneren Verhältnissen des Landes zu suchen, auf dem Hintergrund der europäischen Entwicklung. Die polnische Oeffentlichkeit sei sich darüber klar, daß die Welt einen ausgesprochen kriegerisch gestimmten Zeit- ab schnitt durchlebe, in dem Gewalt vor Recht gehe. Der Volksinstinkt dränge von dieser Lage aus auf eine Stärkung der Wehrhaf- tigkeitPolens und auf eine innere P 0 Ionisierung. Das wesentliche des Regierungswechsels liege nicht im Wechsel der Namen, sondern in der Tatsache, daß ein Soldat in Uniform an öie Spitze öer Regierung gestellt rooröen sei. Die Uniform öes Ministerpräsidenten zeige öas Programm öer neuen Regierung. — Das national» öemokratische Hauptorgan, öer „D z i e n n i k N a - r 0 d 0 w y" beöauert, öaß öas bisherige System auch jetzt unoeränöert bleibe und gibt zugleich der Meinung Ausdruck, daß General Skladowfki die nationale Opposition bekämpfen werde. Vielleicht sei dieser Gedanke das Motiv des Regierungswechsels.
Wo Amerika feinen Goldschatz hütet.
FortKnox.dicBurg ausStahl undCiscnbcton
Neuyork, 15. Mai. Der Bau des Fort Knox im Staate Kentucky nähert sich der Vollendung. In diesem Fort soll mehr als öie Hälfte öes amerikanischen Goldschatzes — über sechs Milliarden Dollar — untergebracht werden. Schon seit Jahr und Tag haben die großen Federal-Reservebanken begonnen, Teile ihres Goldschatzes aus den Küsten st ädten in das Innere des Landes zu bringen. Dann begann die amerikanische Regierung eine Anlage zu bauen, die gegen eventuelle Ueberfälle der stärksten Gangsterbanden und sogar feindlicher Armeen gesichert sein soll.
Abseits von den großen Verkehrsstraßen liegt das Fort von einer Garnison bewacht, die aus Infanterie-, Kavallerie- und Artillerieabteilungen zusammengesetzt ist. Es ist mit den modern st en" technischen Sicherungen ausgerüstet. Dazu gehörte eine Vorrichtung, die es erlaubt, den Goldschatz unter Wasser zu setzen, wie dies in ähnlicher Weise bei öer Bank von Frankreich öer Fall ist. lieber den unterirdischen Gewölben erheben sich als sichtbarer Teil der Festung zwei ineinandergeschachtete Türme aus Stahl und Eisenbeton. Der äußere Turm hat einen Um-, fang von etwa 30 Meter im Quadrat; der innere, doppelt so hoch wie der äußere, mißt 15 Meter im Quadrat. An den Ecken sind kleine Geschütz- türme angebracht. Die Festung gleicht nach außen hin einer mittelalterlichen Burg. Der Goldschatz soll in zwei Monaten in fünfzig . schwer bewachten Panzerzügen nach dem Fort Knox gebracht werden.
Neugliederung des Auswärtigen Amtes.
Berlin, 15. Mai. (DNB.) Die schon seit längerer Zeit geplante Reorganisation des Auswärtigen Amtes wird im Laufe des Monats Mai durchgeführt. Die neue Gliederung des Auswärtigen Amtes wird äußerlich der Vorkriegsorganisation der Behörden insofern ähneln, als die Bearbeitung der politischen Angelegenheit in einer geschlossenen politischen Abteilung und die der gesamten wirtschaftlichen Fragen in einer Wirtschaftsabteilung erfolgen wird. Der Ausgangspunkt der Reorganifatton ist in der in Öen Nachkriegsjahren eingetretenen Verschiebung öes Aufgabenkreises öes Außenministeriums zu suchen. Die bisher bestehenöen Dreilänöer-Abteilungen, in denen sowohl die politischen, wie auch ein Teil der wirtschaftlichen Angelegenheiten öer betreffenden Ländergruppen bearbeitet wurden, werden nun in eine einzige unter einem Ministerialdirektor stehende politische Abteilung zusammengefaßt. Die Abteilung, die künftighin nur öie politischen Fragen zu bearbeiten haben roirö, gliedert sich in eine europäische und eine außereuropäische Gruppe, an deren Spitze je ein Gesandter fleht. Durch diese Neuregelung wird u. a. erreicht, daß die Bearbeitung der die großen europäischen Länder England, Frankreich und Italien betreffenden politischen Fragen künftighin in einer Hand sind.
Besonders bervorzuheben ist — entsprechend den veränderten Ausgaben — die Schaffung einer stark ausgebauten Wirtschaftsabteilung, bei der die Bearbeitung der gesamten wirtschaftlichen Fragen zusammengefaßt ist, die den gesteigerten Anforderungen der Gegenwart entspricht und als Mittler zwischen den deutschen Wirtschaftsressorts und den fremden Regierungen und Interessenten zu dienen hat.
Der Mörder des Truppführers Ehrenbera zum Tode verurteilt.
Halle, 15. Mai. (DNB.) Das mitteldeutsche Sondergericht verurteilte den mehrfach vorbestraften Walter Gelbke zum Tode. Gelbke batte am Abend des 3. Mai in Staßsurt-Leopoldsball den SA.-Rottenführer Felix Ehrenberg durch einen Pistolenschuß in die Bauchhöhle getötet. Gelbke und imei Komplizen waren am Sonntag im Begriff, Diebesgut, das aus einem Einbruch herrührte, meg- zufchaffen. Dabei trat ihnen ein Volizeibeam- t e r in den Weg. Da G"lbke den Beamten hart bedrängte und mit einer Pistole bedrohte, rief ö i e- feröen S A. - M a n n Ehrenberg zu Hilfe. Ahrenberg ging w't d"m Beamten sofort auf den Nerbrecher zu. Plötzlich schoß Gelbke und Ehrenberg brach schwer verletzt zusammen. Gelbke konnte sväter festgenommen werden. Ehrenbera ist nach einigen Tagen im Staßfurter Krankenhaus, nachdem ihn kurz vorher Gruppenführer Kob noch auf dem Krankenlager wegen seiner mutigen und entschlossenen Haltung zum Truppführer befördert hatte, der schweren Verletzung erlegen.
kleine politische Nachrichten
Der Außenminister von Guatemala hat dem Generalsekretär des Völkerbundes mitgeteilt, daß feine Regierung beschlossen habe, aus dem Völte r b u n d e auszutreten. Der Austritt wird mit wirtschaftlichen Rücksichten und mit der geringen Anpassungsfähigkeit des Bundes gegenüber amerikanischen Angelegenheiten begründet. Den Ausschlag


