Ausgabe 
16.4.1936
 
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Die Tippgräfin.

Vornan von Klothilde v Gteqmann

l^heberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin, SW 68.

38 Fortsetzung Nachdruck verboten!

24. Kapitel.

Zufallstücken.

-Zs regnete in Strömen, als Mariella nach der ersten Nacht, die ihrer Entlassung aus dem Ge­fängnis folgte, die Augen aufschlug. Wo bin ich?, dachte sie und wurde langsam munter. Ach, sie war ja bei Renate. Es war das gemütliche kleine Man- saidenstübchen mit der breiten Couch, mit bunt- tlu migen Tapeten und den sparsamen, aber freund­lichen Möbeln aus hellgestrichenem Holz. Es war ihie Zuflucht, und ein Tag wichtiger Ereignisse lag io- ihr. Zum ersten Male durfte sie ihre Eignung il; Pressephotographin beweisen.

.'raus aus deen Federn!" kommandierte sie sich, irü sprang auf den Boden. Sie tat es mit beiden 8-inen zugleich so war sie ganz sicher, nicht N7 dem linken Fuß zuerst aufgestanden zu sein. Dl läutete auch schon das Telephon. Ein Blick auf i Uhr belehrte Mariella, daß es sich wohl um inen sehr wichtigen Anruf handeln müsse. Denn -schatte eben erst sechs Uhr geschlagen.

coie machte gerade ihre gewohnten Freiübungen, cchdem sie eilig ein kaltes Bad genommen, als tirnate in höchster Bestürzung, ohne anzuklopfen, u ihr hereingestürzt kam.

.Mache uns bitte Frühstück, Kind! Die Rosen- hiu ist zwar ins Wasser gefallen" sie wies u den gleichmäßig herniederrieselnden Regen, a >er der Himmel hat für andere Arbeit gesorgt. Z ißt du, was über Nacht bis auf die Umfafsungs- icinern abgebrannt ist?"

Mariella warf gerade ihr dunkelblaues Mantel- ei) mit dem roten Krägelchen, den roten Knöpf- >en und den roten Manschetten, das Lore ihr ge- h nkt hatte, über.

,'Nein! Keine Ahnung!" sagte sie.

'Senate machte ein so merkwürdiges Gesicht.

,!Frau von Gellerns Haus ist anscheinend einer

Oberheffen.

Illusterungs-Termine im Kreise Gießen

Die Polizeidirektion Gießen hat in Gemeinschaft it dem Kommandeur des Wehrbezirkskommandos ießen imGießener Anzeiger" Nr. 79 vom April die Musterung der Jahrgänge 1913 und 116, sowie der bei der Musterung 1935 zurück­stellten Dienstpflichtigen der Jahrgänge 1914 und 115, deren Zurückstellungszeit abgelaufen ist oder e nicht gemustert worden sind und sich nicht im esitze eines Musterungsausweises befinden, amt­lich bekanntgegeben.

Die Musterungen der Gestellungspflichtigen der Stadt Gießen

laben am gestrigen 15. April begonnen und wer­ten an folgenden Tagen weiter vorgenommen:

. ,6., 17., 21., 22. 23., 24., 25., 27. und 28. April.

Für die Orte des Landkreises Gießen [ jtnb folgende Musterungstermine vorgeschrieben, zu tonen die Gestellungspflichtigen

in Gießen

im Hause des Gesellschaftsvereins (Klub) zu er­scheinen haben:

29. April: Wieseck, Alten-Buseck.

30. April: Annerod, Beuern, Burkhardsfelden, Vppenrod, Rödgen, Großen-Buseck, Trohe.

4. Mai: Albach, Garbenteich, Hausen, Holzheim, grüningen, Steinbach.

5. Mai: Klein - Linden, Watzenborn - Steinberg, toihgestern.

6. Mai: Allendorf (Lahn), Lang-Göns, Großen- Linden.

7. Mai: Heuchelheim, Daubringen, Treis (Lda.).

8. Mai: Lollar, Ruttershausen, Mainzlar, Stau- Miberg.

3n Grünberg

nben die nachfolgend verzeichneten Musterungs- rmine statt:

11. Mai: Ettingshausen, Göbelnrod, Queckborn, Weickartshain, Grünberg, Lauter, Stangenrod, Stockhausen.

12. Mai: Beltershain, Bersrod, Geilshausen, iarbach, Hattenrod, Lumda, Weitershain, Linden- iruth, Reinhardshain, Reiskirchen, Saasen.

13. Mai: Allertshausen, Climbach, Kesselbach, 'denhausen, Rüddingshausen, Allendorf (Lda.), jonborf.

In Lich

r erben bie Musterungstermine für bte nachgenann- tn Orte ftattfinben:

14. Mai: Lich, Birklar, Dorf-Gill, Eberstabt, Huschenheim, Ober-Hörgern.

15. Mai: Bettenhausen, Hungen, Langsborf, I iellersheim, Jnheiben, Obbornhofen, Trais-Horloff, itphe.

16. Mai: Langb, Münster, Nieber - Bessingen, ivnnenroth, Ober-Bessingen, Rabertshausen, Rob- eim, Röthges, Steinheim, Villingen.

Heuer Erfolq der Arbeitsbeschaffung in Oberheffen.

* Schotten, 15. April. Es finb nun gerade Hei Jahre verflossen, seitdem die Schottener ft g a r r e nf a b r i k fast ununterbrochen still- Hegen hat, so daß etwa 50 Zigarrenarbeiter | Ine Verdienst waren, weil sie keine andere Be- ! ä-äftigung finden konnten. Eine Neu- bzw. Wieder- löffnung eines Zigarrenherstellungsbetriebes ist ^nte ohne weiteres nicht mehr möglich, da die einer (Den Zigarrenfabrik zur Verfügung stehenden Roh- j ibake mengenmäßig genau kontingentiert sind. Den Direinten Bemühungen des Kreisamtes Schotten, i dir Industrie- und Handelskammer Gießen und der Rutschen Arbeitsfront ist es nun gelungen, daß bis für die Inbetriebnahme der Schot- t ner Zigarrenfabrik erforderliche Tabqk- D-ntingent der Firma Joh. Balth, Noll in Gießen pirn der Tabak-Ueberwachungsstelle in Bremen zu- j( prochen wurde, so daß die Gießener Firma in W Lage versetzt wurde, den hiesigen Betrieb an 15. b. M t s. zu eröffnen. Daburch ist es iiDlicf) möglich, ben schon lange stellungslosen Zi- zcrren.-Facharbeitern mieber einen Erwerb in ber i h imit zu bieten; es besteht auch bie Aussicht, baß j lief) weitere Arbeiter dort ihre Beschäftigung fin- 6(1 werben, was angesichts ber Tatsache, baß hier mr wenig Jnbustrie ist, von allen Seiten sehr be­grüßt wirb.

Landkreis Gießen.

00 Klein-Linben, 15. April. Nachbem am zweiten Osterfeiertag burch ben Ortsgeistlichen, Pfarrer König, eine Schulanfängeran­dacht in Gegenwart der Eltern und Paten gehal­ten worden war, wurden die ABC-Schützen am Mittwochvormittag in die Schule ausgenommen. 36 Kinder, nämlich 11 Knaben und 25 Mädchen, traten ihren ersten Schulweg an.

= Steinbach, 15. April. Am Dienstagabend fand im Saale desEinhorn" der Schlußabend des Säuglingspflegekurses der N S. - F r a u e n s ch a s t, verbunden mit einem Familienabend statt. Die Frauenschaftsleiterin Frau K l ü ck e r eröffnete den Abend mit einer Begrüßungsansprache und hieß die zahlreich erschienenen Gäste willkommen. Lieder, bargeboten von ber Frauenschaft, unb Gebichte, vorgetragen von Mitgliebern, umrahmten ein The­aterstückFrauen ber Tat". Reicher Beifall lohnte bie wohlgelungene Aufführung. Schwester Tula Kliffmüller, bie Leiterin bes Kursus, sprach bann über bie Aufgabe bes Reichsmütterbienstes unb überreichte am Schlüsse ihrer Ansprache an bte Teilnehmerinnen bes Kursus, 33 an ber Zahl, bie Diplome. Eine Ansprache bes Ortsgruppenleiters, Bürgermeister Rink, schloß in ber üblichen Weise ben offiziellen Teil bes Adenbs. Bei Kaffee unb von ben Mitgliedern ber NS.-Frauenschaft selbst- gebackenen Kuchen blieben bie Mitglieber unb ihre Gäste noch gemütlich beisammen. Besonderen Beifall erntete in diesem Kaffeestündchen eine Frau der Frauenschaft, die in lustigen Versen über bie Er­lebnisse im Kursus berichtete.

* Lang-Göns, 15. April. Da bie Masern­erkrankungen unter ben Schulkinbern stark angenommen haben unb in ben unteren Klassen über zwei Drittel aller Schüler nicht erscheinen können, würbe auf Anorbnung bes Kreisgesunbheits- amtes bie Schule ber hiesigen Gerneinbe, vor­läufig bis zum nächsten Montag, ge- schlossen. Zu Beginn bes neuen Schuljahres würben 37 Kinber 21 Knaben unb 16 Mädchen von Lehrer Conrad in die vierte Klasse aus­genommen. Im ganzen waren es 39 schulpflichtige Kinder. Nach ber ärztlichen Untersuchung durch das Kreisgesundheitsamt wurden zwei Kinder für nächste Ostern zurückgestellt. Drei wurden nur be­dingt ausgenommen. Der alten Sitte entsprechend wurde jedem Schulanfänger eine Brezel, von ber Gerneinbe gestiftet, überreicht. Nach ber Schulaufnahme, zu ber fast alle Abcschützen mit ihren Müttern erschienen waren, würbe bekanntge­geben, baß bie Kinber auf Anorbnung bes Kreis- gesunbheitsamtes vorläufig bis zum nächsten Mon­tag nicht zur Schule kommen könnten, ba ber Unter­richt wie oben berichtet ausfallen muß. Auch ber Kinbergottesbienst, ber aus Anlaß ber Schulaufnahme angesetzt worben war, fiel aus bem- felben Grunbe aus.

! Aus dem füblichen Kreise Gießen, 15. April. Bebingt burch bie Regenfälle ber ver­gangenen Woche unb bie Kälte ber letzten Nächte gab es im Zeitmaß ber Feibarbeiten eine Verzögerung. Aber nachdem anscheinend die Kälte- veriode vorüber ist, hat überall wieder ein starker Betrieb eingesetzt. Zur Zeit werden die D i ck - wurzkerne gelegt. Auch mit dem Setzen der Frühkartoffeln wurde begonnen. Wenn das gute Wetter anhält, werden wohl in ber nächsten Woche bie Spätkartoffeln an die Reihe kommen. Die Baumblüte wurde durch die Kälte ebenfalls zurückgehalten, unb bas ist gut so. Schaden haben die leichten Fröste der letzten Nächte nicht ange­richtet. Alle Obstsorten haben sehr reichlich Blüten­knospen angesetzt. Vom Steinobst blühen zur Zeit Aprikosen, Pfirsich, Pflaumen und Frühzwetschen. Kirschen, Hauszwetschen unb Birnen folgen in ben nächsten Tagen. Die Apfelblüten sind noch zurück. In den Gärten wurden die ersten Aussaaten vor­genommen. Wintersalat und -spinat sind vorzüglich durch die Wintermonate gekommen und geben gute Ernten. Auch Stachel- und Johannisbeeren zeigen einen reichen Fruchtansatz.

Q] Queckborn, 15. April. Am zweiten Oster­feiertag fand hier die Konfirmation unserer diesjährigen Konfirmanden statt. Es waren sechs Jungen unb sieben Mädchen, nämlich Karl Schom- nert, Ernst ffinrnerf, Hermann Hofmann, Ludwig Herzberger, Willi Linkmann, Karl Müller; Marie Reitz, Frieda Scheid, Paula Horst, Hildegard Röder, Eise Görnert, Erna Bück. Erna Junker.

Äsungen, 15. April. Der Beginn des neuen Schuljahres zeigt eine hoffnungsvolle Entwicklung Brandstiftung zum Opfer gefallen. Ich soll es an­statt der Rosenschau sofort photographieren! Ich nehme das Auto. Du kannst ja doch nicht fahren und hast es auch mit dem Bus beguemer. Aber um Himmels willen, was hast du denn, Kerlchen?" Die arme Tante Annina! Ihr Haus, auf das sie fo stolz war!"

Tränen standen in Mariellas Augen. Geradezu fassungslos sah Renate dies. Mariella trauerte um ein Unglück, das Annina betroffen? Wieviel Seelen­güte bewies dieses arme, geguälte Geschöpf gegen­über der Frau, die ihr so übel mitgespielt hatte!

Jago nehme ich mit! Wer weiß, wie gut ich ihn da draußen gebrauchen kann!"

Renate Trotha unterdrückte ihre Rührung:

Und nun schnell! Wir haben keine Zeit zu versäumen!"

Herzog Enrico hatte in Rom seine geschäftlichen Angelegenheiten sehr schnell erledigt. Es drängte ihn, nach Berlin zu kommen. In zwei Tagen war er von Tanga nach Rom geflogen, und er brauchte nicht einmal diese Zeit, um daheim alles zu ordnen.

Am Abend vor seiner Aoreise nach Deutschland ließ sich bei ihm noch der Antiquitätenhändler mel­den, der für ihn in allen Ländern kostbare Alter­tümer aufkaufte. Denn Herzog Enrico war ein leidenschaftlicher Sammler und gab große Summen aus, um feinen Bestand an wirklich wertvollen Altertümern zu vergrößern. Heute legte ihm der Händler einen kostbaren Schmuck vor. Als er ihn sah, erstarrte Herzog Enrico geradezu.

Das Halsband der Gironimo!" sagte er.Wie kommen Sie dazu, Signor Berndi?"

Enrico hatte auf den ersten Blick den Schmuck wiedererkannt. Er wußte von diesem Halsband, daß es zu den Bonagliaschen Familienjewulen gehörte, die er längst in Mariellas Besitz glaubte.

Nicht wahr, Durchlaucht, ein wunderbares Stück!" sagte der Händler beglückt.Ich habe es von einem deutschen Juwelier in Berlin erworben."

Hastig ließ sich der Herzog von seinem Bevoll­mächtigten über den Verkauf des Halsbandes durch Gerbweiler an Berndi Bericht erstatten. Aber leider konnte der Vertrauensmann des Herzogs ihm nicht viel darüber sagen. Die Tatsache des Verkaufs die­ses Schmuckes bestimmte den Herzog, noch eiliger nach Berlin zu fahren. Wie schlecht mußte es Ma-

unferer Realschule. Von hier unb von ben Nachbarorten, namentlich auch von Lich, treten 22 Schüler in bie Sexta ein. Dank ber Bemühungen bes Schulleiters, Assessor Kratz, wirb bie Schule von jetzt an bis zum Abschluß ber Untersekunba geführt, fo baß für solche Schüler, bie nicht noch bie brei obersten Klassen ber Oberrealschule besuchen wollen, ein Schulwechsel gespart ist.

Kreis Friedberg.

= Butzbach, 15. April. Am heutigen Vormit­tag mürben bie Schulanfänger nach einem Dorangegangenen Gottesbienst in bie Volks­schule ausgenommen. Pfarrer Linbenstruth richtete in seiner Ansprache beherzigenbe Worte an Eltern unb Kinber. An bem Kirchgang nahmen sämtliche Schüler mit ihren Lehrern teil. Dor bem Gebäude ber Stabtfchule fanb im Beisein ber Schul- refruten unb beren Eltern bie feierliche Flaggen- hisfung statt, bei ber Rektor Bach zum Schul­beginn erMahnenbe Worte zu ben Kinbern sprach. Nach biefer Einführung würben bie Kleinen in zwei Klassen ausgenommen. Die letzten starken Nachtfröste haben in bem hessischen Teile bes Tau­nus teilweise schon merklichen Schaben angerichtct. Bei ber niebriasten Nachttemperatur von 5 Grab Kälte finb stellenweise Aprikosen- unb Pfirsich­blüten erfroren. Auch bie Kirschen haben gelitten, währenb blühenbe Pflaumen- unb Mirabellen­bäume ohne Schaben burchgekommen finb.

Kreis Schotten.

* Schotten, 15. April. Dieser Tage scheuten in unserer Stabt zwei junge Vogelsberger Fahrochsen, bie kurz vorher vom Selgenhof nach Wenings ver­kauft worben waren. Die Tiere rückten in ber Rich­

tung nach dem Oberwald aus. Einer der Ochsen konnte In Nösberts festgehalten werden, als er in einen Bauernhof lief. Das andere Tier wurde in­zwischen bei Lanzenhain, bei Ruppertenrod und dann in Klein-Eichen gesehen. Es konnte aber bis­her nicht gefangen werden.

# Groß-Eichen, 16. April. Silberne Hochzeit feiern heute die Eheleute Installateur Karl Peter I. und Ehefrau Friederike, geborene Schombert. Herr Peter ist seit vielen Jahren Rechner der evangelischen Kirche, des Gesangver­eins und neuerdings auch des Reichsluftschutz- buntes.

Kreis Alsfeld.

+ Mücke, 15. April. Am Samstag, 18. April, feiert der Zweigverein Mücke des VHC. sein 25jähriges Bestehen. Am gleichen Tage vollenden der Vorsitzende Lehrer i. R. Jüngst und Bahnhofsvorsteher i. R. Rohm das 70. Lebens­jahr. Beide gehören zu den eifrigsten Wanderern des Zweigoereins.

60. Militcirdienstiubiläum.

Lpd. Marburg, 15. April. Der in Marburg feit 1919 im Ruhestand lebende Generalleutnant v. Dewitz begeht heute den Tag, an welchem er nach seiner Erziehung im Kadettenkorps vor 60 Jah­ren in das Heer eintrat. U. a. diente v. Dewitz in der Unteroffizierschule Biebrich und bei ben Mar­burger Jägern. Als Kommanbeur ber 77. Jnf.- Brigabe zog er 1914 an bie Westfront. Nach Auf­lösung seiner zusammengeschmolzenen Brigabe über­nahm er 1918 bie 231. Jnf.-Division, mit ber er in bie Heimat zurückmarschierte. Zahlreiche Auszeich­nungen würben bem oerbienten General zuteil.

Ruderlehrer Kurt Brahm als Olympia- Trainer für Schweden verpflichtet.

Ruberlehrer Kurt B r a h m, ber zwei Jahre lang bie Olympia-Zelle ber Gießener Rubergesellschaft betreute, würbe nunmehr enbgültig für bie Olym­pia-Vorbereitung ber schwebischen Ruberer ver­pflichtet.

Osterfußbatt im TV. Londorf.

Am 1. Osterfeiertag weilte bte erste Mannschaft zu einem Gesellschaftsspiel in Westerburg (Wester- walb) unb mußte nach einem schönen Spiel eine knappe 2:1-Nieberlage (Halbzeit 1:1) gegen ben spielstarken Gastgeber einstecken.

Am 2. Feiertag hatte ßonborf die aktive Elf und die zweite Jugenbmannschaft von 1900 Gießen zu Gast. Nach anfänglich verteiltem Spiel ging 1900 in ber 15. Minute burch einen vom Halbrechten verwandelten Elfmeter in Führung. Gießen griff mit aller Frische an, um zu weiteren Toren zu kommen, fanb aber Lonborfs Hüter unüderwinblich. So ging es mit 1:0 in bte Pause. Nach Wieber- antritt brängte Londorf stark, unb nur bie Einsatz­bereitschaft ber Verteibiger von 1900 verhütete ben Ausgleich; besonbers Zeller war es, ber ben Lon- borfer Stürmern immer mieber ben Ball abnahm. Die letzten Spielminuten gehörten ben Gästen, so baß ßonborf stark verteidigen mußte. Torschüsse von Heilmann und Enbers machte ßonborfs Hüter Hasselbach burd) sein großes Können immer wieder zunichte. Und so konnte 1900 Gießen mit 1:0 als glücklicher Sieger beim Schlußpfiff das Spielfelb verlassen.

Vorher spielte 1900 zweite Jugend gegen die erste Jugend von ßonborf. Das Spiel gewannen bj£ Gäste verdient mit 2:1.

Fußballabteilung des Turnvereins Alten-Buseck.

Alten-Buseck I Kickers 1910 Frankfurt a. 7N. 3:1 (1:1).

Die Gäste, die ber ersten Kreisklasse angehören, waren ben Platzbesitzern in ber Technik etwas voraus. Die Einheimischen glichen aber burch er­höhten Eifer aus. Beibe Mannschaften gingen in scharfem Tempo ins Spiel. Alten-Buseck sicherte sich Mitte ber ersten Halbzeit bie Führung. Die Freube bauerte aber nicht lange. Im Anschluß an einen Eckball glichen bie Gäste aus. Mit 1:1 ging es in bie Pause. Nach bem Wechsel legten bte Gäste energisch los. Die Platzbesitzer hatten aber Glück I unb rissen bte Führung erneut an sich. Kurz barauf

folgte auch ein brittes Tor. Die Anstrengungen ber Frankfurter biteben vergeblich. Bester Mann auf dem Spielfeld war der einheimische Torhüter. Er meisterte die schwersten Bälle. Die Jugend von Alten-Buseck spielte vorher gegen die neugegründete Jugend von Allertshausen und gewann mit 5:1 Toren.

Fußball im Turnverein Großen-Linden

1. F e i e r t a g : Großen-ßinden I gegen Tv. 1846 Gießen I 5:3 (2:2); Klein-ßinden 1. Jugend gegen Großen-ßinden 1. Jugend 2:2 (1:1); Klein-ßinden 2. Jugend gegen Großen-ßinden 2. Jugend 0:1 (0:0).

Die 1. Mannschaft zeigte wieder einmal ein an­sprechendes Spiel und konnte gegen die gute Turner­mannschaft aus Gießen einen schönen Sieg landen. Die beiden Jugend-Mannschaften waren in Klein- ßinden zu Gast. Das Spiel der 1. Jugend endete nach einem dramatischen Kampf unentschieden, während die 2. Jugend überraschenderweise zu einem knappen Sieg kam.

Großen-Linden Jugend

gegen Germania 08 Marburg Jugend 2:4 (2:1).

Mit der Verpflichtung der Marburger Jugend hatte man keinen schlechten Griff getan, denn bte Gäste führten ein Spiel vor, von bem manche Mann­schaft lernen konnte. Dem Führungstor ber Gäste setzten bie Platzbesitzer sofort ben Ausgleich entgegen. Durch biefen Erfolg angefeuert, gingen bie Ein­heimischen mächtig aus sich heraus, unb in der 30. Minute schoß ber Halbrechte Fischer das Füh- rüngstor. Mit 2:1 für Großen-ßinden ging es in die Pause. Nach dem Wechsel erreichte das Spiel seinen Höhepunkt. Man sah jetzt ausgezeichneten Fußball. Kritische Kampfhandlungen gab es vor beiden Toren. Der Sturm ber Marburger war babei besser unb gewann.

I.-Sp.-V. 1926 Steinbach.

Steinbach I Sportfreunde Wehlar I 3:5 (0:0).

Am ersten Feiertag weilten die Sportfreunde Wetzlar in Steinbach. Die Gäste, Meister ihrer Gruppe, spielten einen guten Fußball unb bte

ausgiebig ^und zahnpflegend, nachhaltig erfrischend

riella bi Bonaglia gehen, wenn sie sich von biesem Familienschmuck trennte. Unb schon am Abenb reifte er über Alpen unb Brenner nach Berlin.

Sein erster Weg war zu bem Juwelier am Kur- fürftenbamm. Hier hoffte er zuversichtlich, etwas Näheres über ben letzten Besitzer ober die Eigen­tümerin bes Schmuckes zu erfahren. Doch bte Er- funbtgung verlief resultatlos. Sehr enttäuscht kehrte Herzog Enrico zurück. Gerabe in bem Augenblick, als Mariella gleichfalls bas Hotel betrat. Sie kann­ten einander nicht. Sie wußte nichts von den ge­heimnisvollen Fäden, die ihr Schicksal miteinander verknüpften. Sonst wäre Mariellas Geschick wohl sofort glücklich gestaltet worden.

Der Herzog war gerade im Fahrstuhl zu seinen Zimmern heraufgefahren, als Mariella sich be­scheiden bei ber Anmeldung vorstellte.

Sie wollen für bie Wochenschau' ben Herzog ber Abruzzen photographieren?" würbe sie gefragt. Ob er bas zuläßt, wissen wir nicht. Bitte Ihren Namen, gnäbiges Fräulein."

Mariellas Herz klopfte zum Zerspringen.

Maria Novelli, bitte!"

Der Page aber, ber biefen Namen notierte, schrieb: Marie Nofehli, Photographin ber Wochen- jchau", auf das Anmeldekärtchen nieder, das ber Herzog erhielt. Der Herzog sah nur flüchtig auf bie Karte. Er war sehr verärgert, weil es ihm nicht gelungen war, bie Tochter seines Freunbes, bes Prinzen Bonaglia, aufzufinben. So befahl er nur kurz, die Dame in feinen Salon zu bitten. Dort würde er ihr zur Verfügung stehen.

Mit Mariella ging eine eigentümliche Verände­rung vor. So ängstlich sie sonst war, auf einmal, besann sie sich ihrer Herkunft. Das Bewußtsein, einem Standesgenossen ihres Vaters unb einem ßanbsmann von ihr gegenüberzutreten, gab ihr plötzlich Sicherheit. Mit leichter Verneigung trat sie ein. Erstaunt musterte der Herzog Mariella. Was für ein wunderschönes Geschöpf war diese junge Pressephotographin!? Unb was für eine Hal­tung hatte sie?! Wie eine Dame ber großen Ge­sellschaft! Irgend etwas lag in ihrer ganzen Er- jcheinung, was ihn an die stolze und zugleich an­mutige Haltung italienischer Aristokratinnen er­innerte.

Eindringlicher musterte der Herzog dabei das wunderschöne Mädchen, das ihm voller Anmut und

Grazie, doch mit einem ganz eigenartigen Stolz, den er eigentlich nur an Menschen seiner eigenen Kaste gewöhnt war, gegenübertrat. Höflich unb peinlich korrekt erwiderte sie seine gemessene Be­grüßung ganz die große Dame der Gesellschaft.

Wie wünschen Hoheit ausgenommen zu wer- den?"

Das Weiche ihrer Aussprache fiel ihm auf so hatte er oft seine ßanösleute, die lange hier lebten, beutsch sprechen hören.

Unwillkürlich antwortete er ihr auf italienisch:

Come piace a Lei, Signorina! Wie es Ihnen am angenehmsten ist, mein Fräulein!"

Da sagte auch Mariella, ganz unwillkürlich:

Allora alla tavola a scrivere, Altezza! Dann bitte am Schreibtisch, Hoheit!"

Ah, Sie sind eine ßanbsmännin von mir, Signorina?"

Mariella erschrak tödlich. Wie konnte sie so un­vorsichtig fein? Nun würde er sie nach dem Namen fragen, nach diesem und jenem. Und sie, die dumme, törichte Mariella, mußte ihm Rede und Antwort stehen und ihn belügen. Das durfte sie aber wieder um Renates willen nicht. Und so murmelte sie nur ein paar Worte von italienischem Sprachunterricht vor sich hin unddeutscher Höflichkeit ausländischen Gästen gegenüber."

Der Herzog gab sich den Anschein, als glaubte er ihr. ßiebensroürbig nahm er die Haltung ein. um bie Mariella gebeten hatte. Unb sehr schnell hatte sie bie Aufnahme gemacht.

Aber in Wahrheit hatte ber Herzog Enrico gar nicht baran gebacht, biefe kleine Geschichte von bem Sprachunterricht zu glauben. So sprach man nicht italienisch, wenn man es nicht im ßanbe unb von klein an gelernt hatte. Dazu bie offensichtliche Ver­legenheit bes schönen jungen Mäbchens. Irgend etwas stimmte ba nicht. Während Mariella ihre photographischen Utensilien wieder zusammenpackte, hatte ber Herzog vom Nebenzimmer aus bereits telephonisch die ahnungsloseMarie Nofehli" unter die Bewachung eines ihm bekannten Privatdetektivs gestellt. Der Herzog wollte um jeden Preis wissen, was es mit bem zarten, schönen Mäbchen mit ben blauen Augen unb bem süblichen dunklen Haar für eine Bewandtnis hatte.

(Fortsetzung folgt 1)