Ausgabe 
15.12.1936
 
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llr. 293 Erstes Blatt

Dienstag, 15. Dezember 1936

186. Jahrgang

Giehener Anzeiger

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Der Streit um Alexandrette

er dann Ende März 1918 im Hauptquartier Man- nerheims in Wasa ein und übernimmt mit starker Hand wieder die Führung des Staatsruders.

Dort hat Soinhufoud bald Gelegenheit, mit sei­ner unerschütterlichen Ruhe ausgleichend auf aller­lei Auffassungsgegensätze einzuwirken, die nicht zu­letzt durch die deutsche Militärexpedition entstanden. Svinhufouds Einsatz für aktive deutsche Hilfe und nach siegreich beendetem Befreiungskämpfe auch für die Berufung eines deutschen Prinzen auf den Thron des zu bildenden Königreiches Finnland machte jedoch unter den Auswirkungen des Ver­sailler Friedens und unter dem Druck der Entente Ende 1918 sein weiteres Verbleiben als Reichsver­weser unmöglich. Generalfeldmarschall Manner- Heim, welcher nach seinem Einzug in die finnische Hauptstadt im Mai 1918 sein Amt als Oberbefehls­haber niedergelegt hatte, wird zunächst sein Nach­folger. Zwölf Friedensjahre lang ist Svinhufoud nun Privatmann, bis 1931 sein Volk wiederum nach Ablauf der zwei Präsidentschaftsperioden Stalbergs und Relanders den nun fast 70jährigen zum Staatsoberhaupt erwählt.

Finnland steckt zu dieser Zeit mitten in den mehr und mehr um sich greifenden Schwierigkeiten der Weltwirtschaftskrise. Der Lappomarsch auf Helsinki 1930 hatte mit aller Deutlichkeit eine starke Regierung verlangt. Svinhufoud bildete sie. 1932, das Jahr des Mäntsäläputsches, gibt Svin- hufvud nochmals Gelegenheit, seine überall aner­kannte Autorität in die Waagschale zu werfen und dem Londe einen blutigen Bürgerkrieg zu ersparen. Fast vier Jahre seiner sechsjährigen Amtszeit als Präsident regiert dann Svinhufvud mit ein und demselben Staatsminister K i v i m ä k i, dessen Ka­binett erst im September dieses Jahres gestürzt wurde. In diesen vier Jahren spielt sich fast über­hastet der wirtschaftliche Aufstieg des Landes ab, der heute noch andauert.

Svinhufouds Amtszeit geht zu Ende. Im Ja­nuar 1937 wählt Finnland 300 Wahlmänner in unmittelbarer Wahl, welche wiederum ihrerseits den

neuen Präsidenten im Februar äusersehen. Es ist Svinhufoud nicht erspart geblieben, in den bereits beginnenden W a h l k a m p f hineingezogen zu werden. Als im Oktober dieses Jahres die Re­gierung Kivimäki vom finnischen Reichstag gestürzt wurde, wobei ihre Aufmerksamkeit gegenüber Ver­suchen, in Finnland eine Volksfrontregie­rung zu bilden, der eigentliche innere Grund war, beauftragte Svinhufoud den Bauernführer K a l l i o mit der Neubildung der Regierung und nicht den Führer der Sozialdemokraten, welche als stärkste Partei nach parlamentarischen Gepflogenheiten glaubten, das Recht der Regierungsneubildung für sich beanspruchen zu können. Aus dieser ablehnenden Haltung heraus erwuchs Svinhufvud in den letzten Tagen manche innerpolitische Gegenerschaft, so haben verschiedene Parteien schon ihre Gegenkandi­daten zur Präsidentenwahl genannt. Aber Svin­hufvud, der sich trotz seines hohen Alters noch ein­mal für fein hohes Amt zur Verfügung gestellt hat, ist der einzige, der viele Stimmen aus allen Kreisen auf sich vereinen kann.

Eine Würdigung des Lebenswerkes Svinhufouds wäre unvollständig, wollten wir nicht auch des Menschen Svinhufoud gedenken, der gerade auch der ständigen Verehrung der Deutschen sicher ist. Einfachheit, Offenheit, Ehrlichkeit und Festigkeit sind die Charakterzüge, die uns immer wieder bei Svinhufvud begegnen. Sie waren es auch, auf denen der bleibende Erfolg des Staatsmannes Svin­hufoud fußte. Der einfache graue Rock eines Feld­webels im finnischen Schutzkorps steht Svinhufvud besser als der Frack des Diplomaten, und wenn er auf dem Schützenstand in der schlickten Lodenjoppe sich die Meisterschaft derOld boys" vom finnischen Schutzkorps erschießt oder in schweren Schaftstiefeln der anstrengenden Elchjagd obliegt, so zeigt sich uns Svinhufoud in seiner ganzen engen Volksverbun­denheit. Echte Treue und Freundschaft halten ist schließlich ein weiterer von Soinhufvuds hervor­ragenden Charakterzügen, die Deutschland oft genug an ihm erkennen durfte.

Die türkische Forderung in Gens.

Genf, 14. Dez. (DNB.) Der Völkerbundsrat hat mit der Erörterung des türkisch-franzö­sischen Streites um Alexandrette und Antiochien begonnen. Der türkische Außen­minister Rüschtü Arras machte geltend, daß die im Jahre 1920 in San Remo vom obersten Rat be­schlossene Zuteilung des syrischen Man­dats an Frankreich sich nicht auf die beiden Städte mit überwiegend türkischer Bevölkerung bezogen habe. Später habe die Türkei dieses Gebiet nur an Frankreich, nicht an Syrien abgetreten und die Be­völkerung wolle jetzt nach Aufgabe des Mandats unter keinen Umständen unter syrisch- arabische Oberhoheit kommen. Mit Hilfe französischer Bajonette sei die Ruhe zugunsten Sy­riens wiederhergestellt. Im Interesse einer gerechten endgültigen Lösung liege es aber, eine Atmosphäre wirklicher Ruhe und Sicherheit für die Bevölkerung zu schaffen. Deshalb wünsche die Türkei, daß die französischen Truppen aus den beiden Städten zurückgezogen und durch eine neutrale Gendarmerie unter der Leitung eines Völkerbundskommissars ersetzt werden. Nach der von der Türkei gewünschten endgültigen Lösung soll das Gebiet unter dem Schutz des Völ­kerbundes selbständig g e m a ch t, völlig abgerüstet und nur auf wirtschaftliche Betätigung

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Mit diesem Urteil ist der kriminell-prozessuale Teil des Falles Frankfurter abgeschlossen. Verschie­dene wichtige Fragen mußten ungeklärt bleiben, ohne daß dies ein Verschulden des Schweizer Gerichts wäre. Einer anderen Stelle muh es überlassen bleiben, diese Fragen zu klären. Wenn jetzt Deutschland sich dieser Seite der Angelegenheit annimmt, so kann niemand ihm den Vorwurf machen, daß es in ein schwebendes Verfahren ein­greift.

Professor Grimm zum Urteil.

Essen, 14. Dez. (DNB.) Zu dem Urteil des Kantonsgerichtes in Chur gegen den Juden David Frankfurter schreibt Prof. Grimm u. a.:Dieses Urteil ist für jeden, der Zeuge der Versuche wurde, das Gericht und die Schweizer Oeffentlichkeit mit den schmutzigsten Mitteln einer rücksichtslosen Pro­paganda für den Mörder Frankfurter einzunehmen, ein Beweis für die objektive Einstel- lung des Gerichtes, wenn auch das Rechts­empfinden des deutschen Volkes für eine solche Tat die Höch st strafe mit Recht erwarten durfte. Das Gericht hat sich durch die unverantwortliche politische Stimmungsmache nicht beeinflussen lassen. Es ist der sachlichen Linie gefolgt, die der Amtskläger innegehalten hat und die der schweizerischen Rechts­pflege zur Ehre gereicht. So hat dieses Urteil eine Klärung gebracht, von der zu hoffen ist, daß sie sich auf die deutsch-schweizerischen Beziehungen günstig auswirken wird. Die Frage der Hintermän­ner war nicht unmittelbar Gegenstand des Pro­zesses, in dem allein über die Schuld Frankfurters zu entscheiden war. Immerhin hat der Prozeß auch in dieser Richtung beachtliche Anhaltspunkte ergeben. Es wäre wünschenswert, wenn die Frage nach den Hintermännern jetzt, wo der Prozeß Frankfurter abgeschlossen ist, einer neuen Prüfung unterzogen werden würde. Ein positives Ergebnis hat der Prozeß unter allen Umständen gezeitigt: Die erneute Feststellung der absoluten Legalität der Tätigkeit der Aus­landsorganisation der NSDAP, und der makel­losen Persönlichkeit Wilhelm Gust- I O f f 5, der als Vorbild der Pflichttreue und Hin­gebung fiel, getreu seiner Parole:Die Fahne muß und wird stehen, wenn der Mann auch fällt."

Präsident Svinhufvud.

Von unserem Or.v. Zw.-Äerichterstatter.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

Helsinki, Dezember 1936.

Am 15. Dezember 1936 begeht Finnlands Staatspräsident Pehr Evind Svinhuf­vud feinen 75. Geburtstag. Zahlreich werden die Ehrungen sein, die ihm die anhängliche Liebe feiner Nation bereiten wird. Auch aus Deutschland wer­den Svinhufoud an diesem Tage viele warme Grüße und Geburtstagswünsche zugehen, denn Svinhufouds Name ist auch innerhalb der deutschen Grenzen wohlbekannt und besonders enge Beziehun­gen verbinden ihn mit der Universität Gie­ßen, deren juristische Fakultät den finnischen Staatspräsidenten am 1. März 1934 zu ihrem

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Verbeugt Luch vor David Frankfurter!"

Die Judcnschaft feiert den Meuchelmord von Davos.

Prag, 14. Dez. (DNB.) In der in Prag erschei­nenden jüdischen ZeitschriftMedina Iwrit" (Ju­denstaat") verherrlicht ein gewisser Dr. I. Goldstein aus Wien unter dem TitelVerbeugt Euch vor Da­vid Frankfurter" in der schamlosesten Weise den Meuchelmörder Frankfurter, indem er versucht, den verkommenen jüdischen Verbrecher alsMär­tyrer" hinzustellen. Es heißt da u. a.:Es wäre Pflicht aller Aufrechten gewesen und allen voran die Pflicht der Juden die Anklage gegen Frank­furter zu einer Anklage gegen das Ziel feines Re- Doloerlaufes zu machen. Denn nicht der Mör­der, sondern der Ermordete ist hier schuldig. David Frankfurter ist ein Held, ein glühender Kämpfer für Menschenwürde und gegen Barbarei, ein stolzer Sohn feines Volkes und eine Hand des Schicksals. Eine Verurteilung Frankfur­ters bedeutet Justizmord am Recht und an der Wahrheit, bedeutet Sieg des Nazismus. Wenn un­sere Studenten wieder zu nationalem Kamps er­wacht und unsere künftigen Legionäre groß sein werden, wird vor ihnen der Name David Frank­furter in einem Atemzuge mit den Helden des nationalen Freiheitskampfes genannt werden. Es geht ein Ruf an die gesamte jüdische und nicht­jüdische Welt, die noch Sinn hat für Ehre und

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eingestellt werden. Das liege auch im Interesse der großen Gebiete, die das Hinterland des Hafens von Alexandrette bildeten.

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Der türkisch-französische Streit um die Vilayets von Alexandrette und Antiochia, der nun vor dem Dölkerbundsrat zum Austrag kommt, geht weit zurück auf die Pläne über die Teilung des türkischen Erbes in Vorderasien zwischen Frankreich und England während des Weltkrieges. Im Okto­ber 1915 hatte England dem Großcheriff Hussein von Mekka, um ihn zum Abfall von der Türkei zu bewegen, ein unabhängiges arabisches Reich versprochen, das auch Mesopotamien, Sy­rien und Palästina umfassen sollte. Das Abkom­men wurde den Franzosen bis zu den Friedens­oerhandlungen in Versailles verschwiegen, aber mit ihnen schon im Jahre 1916 ein Vertrag geschlossen, der auf die englischen Versprechungen an Hussein keinerlei Rücksicht nahm. Danach sollte die syrische Küste von Tyrus bis Alexandrette und weiter ganz Zilizien, Südarmenien und Ostanatolien franzö­sisch werden, und auch das Innere von Syrien zwar nominell arabisch, aber von Frankreich ver­waltet werden. Aus der Unabhängigkeit dieser arabischen Gebiete sind in Wirklichkeit die Man­date Syrien und Palästina geworden.

Der Irak ist erst vor kurzem aus dem Mandats- verhältnis entlassen. Die Türkei M u st a p h a Kemals hatte die Franzosen zwar aus Zilizien hinausgeworfen, aber um freie Hand gegen die ba-

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die Regierungsgeschäfte vorläufig fuhren, bis Svin­

hufoud nachfolgt. Selbst seine ganze Regierung

nach Wasa zu verlegen, weigert sich Svinhufoud

aber trotz allen Zuredens bis zuletzt mit aller Be­stimmtheit. Das ist der Entschluß des Soldaten Svinhufvud, auf erkorenem Posten auszuhalten, der ihn für alle Zeiten ehrt und welcher moralisch un- gemein viel für die spätere Erhaltung des finnischen Kampfgeistes bedeutete. Der Politiker Svinhufoud hätte allerdings sich entschließen müssen, nach Wasa sich in den Bereich der weißen Schutzkorps zu be­geben, denn ein Regieren war in Helsinki Ende Januar nicht mehr möglich. Svinhufvud selbst muß sich nämlich bald vor den ihn suchenden Roten dort verbergen. Eine Nacht hier bei Bekannten, em Tag dort bei guten zuverlässigen Freunden ver­borgen so vergeht der Februar 1918 m ständiger Gefahr die Roten machen Haussuchungen und kommen zur Vordertreppe herein, Svinhufvud be­gibt sich über die Hintertreppe zu hilfsbereiten Nachbarn. Dadurch aber ist der Politiker Svinhuf­vud vorübergehend ausgeschaltet, so liegt die mili­tärische, teilweise aber auch politische Leitung bei General Mannerheim im Norden.

Ein tollkühner Versuch Svinhufouds, im Flug- ,eim aus Helsinki zu entfliehen, mißlingt em zwei­ter ^nicht minder tollkühner gluckt. Weißgardl en kapern vor der Nase der in Helsinki verstmmetten bolschewistischen Flotte den russischen Eisbrecher Tarmo Auf ihm erreicht Svinhufoud glücklich Re- oal und die dort liegenden deutschen Truppen. Zehn Tage später, am 12.3.1918 ist er schon t n Berlin und hier findet die historisch gewordene BeaeanungSvinhufvudsmitHlnden- burg statt. Energisch betreibt Soinhufoud m der

Reichshauptstadt die Entsendung der deutschen Hilfsexpedition unter G r a f v o n d e r G o l tz nach Südfinnland. Vorher aber mußte er sich noch mit den unabhängigen Sozialdemokraten Haase und David im Ausschuß des Reichstags im scharfen Wortgefecht herumschlagen, da diese den deutschen Einsatz verhindem wollen, lieber Schweden trifft

Menschlichkeit: Rettet Frankfurter, kämpft für feint Freiheit? Morgen wird David Frankfurter ßegenbt sein. Heute aber verbeugt euch vor dem stillen^ schlichten, großen, mutigen Sohn unseres Volkes!

Die offene Frage.

Die Auffassung, die Professor Grimm, hier als bester Sachkenner der Prozeßmaterie über das Ur­teil in Chur bargelegt hat, ist auch bie Auffassung bes deutschen Volkes. Wenn auch die öffentliche Mei­nung in Deutschland für die scheußliche Mordtat des Juden David Frankfurter mit Recht die Höchststrafe erwarten durfte, so muß doch anerkannt werden, daß das Gericht sich in seinem Urteilsspruch von der poli­tischen Propaganda, die besonders in der Verteidi­gungsrede Curtis und in einemTeilder schweizerischen Presse sich ausgelassen hatte, nicht hat beeinflussen lassen. Die Frageber Hintermänner ist allerbings in ber Hauptverhanblung nicht so geklärt worben, wie es in beutschem Interesse gelegen hätte. Es konnte inbes auch nicht bie Aufgabe eines Schweizer Gerichts fein, berartige politische Anschläge gegen Deutschlanb aufzubecken unb zu Fragen Stel­lung zu nehmen, beren rücksichtslose Beantwortung durch Enthüllung aller Hintergründe für die Schweiz sehr leicht zu unerwünschten Konflikten hätte füh­ren können. Daß Frankfurter Hintermänner g e habt hat, steht außer allem Zweifel. Wir haben dazu bereits gestern das notwendige gesagt. Die Frage ist offen geblieben, wo diese Hintermänner im einzelnen sitzen. In seinen Bemühungen, diese Frage zu klären, wird das deutsche Volk nicht nachlassen.

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Achtzehn Jahre Zuchthaus für Frankfurter

Das Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden.

Zernfprechanschlüffe Stellen-, Vereins., gemein-

Seneral-Anzeiger für Bberhchen

grantfurt am m-in 11686 Prüft und Verlag: vrühl'sche UnfverfilSttVuch- und Steiitöruderct R.Lange In Siehe«. Schristleitung und Sefchäftsftelle: Schulftrahe 7 M°n^nabichiüikSt°ff.'U;

Der finnische Staatspräsident P. E. S v i n h u f v u d. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Ehrendoktor promoviert hat. Svinhufvttd ge­hört zu den wenigen Auserwählten, denen es ver­gönnt ist, sowohl die Geschichte ihres Volkes ent­scheidend mitgestaltet zu haben und dadurch selbst ein Teil dieser Geschichte geworden zu fein, als auch noch in ber wechselnden Gegenwart selbst an leitender Stelle rüstig mitten im öffentlichen Leben

zu stehen. >

Svinhufouds Laufbahn ist zugleich die Geschichte . des passiven Widerstandes des früheren Finnlands gegen zaristische Slawisierungsversuche und bie \ Geschichte der finnischen Selbstständigkeit, erkämpft ' 1918 gegen rote finnische Garden und ihre bolsche- wistischen Helfer. Sie führt aber auch bis in bie ] Gegenwart, in welcher Svinhufouds sechsjährige soeben zu Ende gehende Amtszeit als Präsident feines Landes einen Zeitraum wirtschaftlichen Auf- schwunges unb ruhiger Fortentwicklung ober bie , Erntezeit der Früchte bes Freiheitskrieges für Finn­land versinnbildlicht. . .

1906 bis 1914 ist der Richter Svinhufvud tn sei­nem Amtsbezirk Luumäki in Ostfinnland em gei­stiger Führer bes passiven finnischen Wiberstandes gegen bie gewaltsamen Russifi- zierungsoersuche bes kaiserlich-russischen General- aouoerneurs. Svinhufvubs Weigerung, als Richter eine Anweisung bes ungesetzlichen russischen Senats- prokurators zu befolgen, führt 1914 zu feiner V e r- bannung nach Sibirien, eine unvermeid­liche Folge, deren sich Svinhufvud bei feinem Wider­stand klar bewußt war. Ungebeugt und zuversicht­lich besteigt er jedoch, begleitet von feiner tapfer ihm folgenden Gemahlin, den Transportzug nach Sibirien und fällt dabei den klassisch gewordenen Ausspruch:Mit Gottes und Hinben-- du r a s Hilfe werde ich zurückkommen , proph^ tische Worte, welche der russische Zusammenbruch ^Svinhufouds^^Rückkehr nach Finnland gleicht einem Triumphzug, er wird sofort Pro kurator, d.i. oberster Hüter des Gesetzes. Dann jum 33 dir likenden bes Senats ernannt, gibt er, den pudernden finnischen Landtag vor s-st vollendet

»n'g ^inn lan bVab, obwohl der Boden unter Druck ^ bildender roter (Barben unb ber meuternben russischen Flotte m ftelfinfi schon unter ben Füßen bes gerade zu leben Xjeqinri ja) States zu schwanken beginnt.

D-r°"Z?e Tag de7 Jahres L» sieht Svinhufoud mutig 6u a chH-tersb ^ZeLK^MenistSüd; L7R°ten"und'ihker russischen Helfer °e-ommew russischen ®o®tf"±ng'teXüberall sich Somhufoub bie 2lufio|ung Nackt lang

bilbenben Schutzkorps. E Q n3 1 * * *^ßebcngs unterhanbelt Svinhufoud allein > R Aretsjet" gefahrgffiSt* 3»&t sich, mit den zügellosen Solda diesen Tagen

zu Svinhufvud, bie heute J weißen Regie-

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jung Svinhufouds m der H P^ Svinhufvud Auf dringende Dorftelluntzen ] j Wasa, wo

drei Senatoren ferner- Reg> ung en be5 sin-

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Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

Chur, 14.Dez. (DNB.) DasSantonsgerichl Graubünden in Chur Hal den David Frank­furter wegen vorsätzlichen Mordes an dem candesgruppenleiter Schweiz der NSDAP. Wilhelm Gustloff zu der vom Ankläger beantragten Strafe von 18 Jahren Zuchthaus ver­urteilt. Auf die Strafe werden acht Monate Unter­suchungshaft angerechnet. Die bürgerlichen Ehrenrechte sind ihm für die gleiche Zeitdauer aberkannt. Ferner wurde auf lebensläng­liche Landesverweisung erkannt. Der Ver­urteilte wird grundsätzlich zum Ersah des durch das Verbrechen verursachten Schadens verpflichtet. Er hat außerdem sämtliche Unter- suchungs-, Gerichts- und Strafvollzugskosten zu tragen.